Indiana Tribüne, Volume 14, Number 71, Indianapolis, Marion County, 30 November 1890 — Page 2

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Gin Kolotzitt Menschengestalt. John Hans on Ctaig, der fr Niese. 1 Das Städtchen Danville, welches 13 Meilen westlich von Indianapolis, Jnd, an der Big Four" Eisenbahn belege? undderCountysitz von Hendricks CountZ ist, hat unter seinen 2000 Einwohnern einen Mann, wie ihn tvohl die übrige Welt nicht anfzuweisen hat. Es ist dies der Riese John Hanwn Craig, deffea Körpergewicht die Kleinigkeit von 007 Pfund betragt. Die Lange dieses lebendigen Fieischllumpens ist nicht mu gewöhnlich, da John, nur 6 Fug 5 ZolZ vom Scheitel bis zur .Sohle mißt., Tn Mann, Welcher jetzt 35 Jahrezahlt un sich stets der besten Gesundheit erfreut Wf ist in Jotva Connty, Öorca, all Sohn von Eltern geboren, deren Kör. perdimensionen nicht einmal das Nor ,nalmaü erreichen. Seines VaterS Körpergewicht betrug kanm 120 Pfnnd. während seine Mutter um 5 Pfund t?cniger wog. Als John z das Licht bei 'Welt erblickte, wog er nur 11' Pfund. Bald nahm er an Leibesfülle zu und in Wer von 11 Monaten war er bereit 77 Pfund schwer; für jeden Monat seu .'eS Lebens hatte er somit 7 Pfnni Fleisch auszuweisen.

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, In seiner frühesten Jugend wurde er. , ' nach der berühmten Blaugras Gegend on Kcntuckq gebracht und unter den ..Corncrackers" nahm er in phänome naler Weise an Fleisch zu. Als zwei" jähriger Knabe wog er bereits 203 Vsunö und ein Fahr später erhielten seine Eltern ans Aarnum's Baby Show in New Fort für ihren Johnnie, als das schwerste Baby, den ersten Preis im Betrage von $1000. Im Älter von 5 Jahren wog derKnabc30 Pfund und. in den nächsten Jahren , nabm er um weitere 103 Pfund , zu. Als 10 Jahre alter Jüngling hatte er i bereits ein Körpergewicht von 601 Pfund und als junger Mann vvn 25 Jahren wog er 72) Pfund. In den nächsten zwei Jahren nahm er nur um 33 Pfund zu, das Jahr darauf machte ihn wieder um 34 Pfund schwerer, so daß er im Alter von 28. Jahren 702 Pfund wog. In den letzten sieben Jahren ist sein Korpergewicht stetig ge-, wachsen und betragt dasselbe jetzt. 907 Pfund. Aus seiner bisherigen stetigen Zunahme an Fleisch ist zu schließen, daß er sein Maximalgewicht noch nicht erreicht hat. John Hanson Craig verdankt üfcri gcns seine colossale Beleibtheit , nicht seinem übermäßigen Appetit ; er ist vielmehr im Essen und Trinken sehr mäßig. Die Fleischmaffen seines Kör- , pcrs verursachen dem Manne nicht die geringste Last. Welche Dimensionen sem Körper hat, mag daraus cntnom men wetten ; daß er um die Husten 8 Fuß 4 Zoll, miß Selbstverständlich gebraucht er für seine Kleider ganz rie- . fige Quantäten Stoff. Für einen volUn Anzug, Rock, Hose und Weste, muß sein Schneider 41 Fards nehmen und drei Pfund Garn gehen auf ein Paar seiner Strümpse. In Eraigs Adern rollt eine Mischung von deutschem, irischem, schottischem unc englischem Blut. Sein, Großvater milt terlicherseits war ein Schotte und seine Großmutter eine Teutsche, aus Frank-, fürt. Sein Urgroßvater mütterlicher." seits war der in Irland geborene erste Gouverneur, von Vermont, Chittenden. Eein Großvater war in England , geborcn und starb nach 35 jährigem ; Dienst als Assistent - Generalarzt der Ver. Staaten zu East Liberty, Pa. Craig dat sich trotz seiner riesigen Beleibtheit ein Weibchen von zierlicher F.'gur ge uommen m:d diese Ehe. ist vor einigen Tagen durch die Geburt eineS MaoÄens gesegnet worden, das sich in Nichts von den Vabies normaler Väter unterscheidet. Loreleys Klage. ',, i'f , i' "I , ! Jch'weiß nicht, was soll es bedeuten. Und was ich dagegen nur thu? Ich ha oe jetzt factisch hier oben , Auch nicht einen Augenblick Ruh'. :: :Jä!L':;;- !,-! ,i - ' ? Fast jeder germanische Jüngling Erpreßt sich, aus mich efnen'Neim,,, v,: Es suchen mlch, heinebegeistert ' it Die deutschen Backsische Helm.'. ' : . 'H 'II i''' iU'll Der Maler mit leuchtenden Blicken In b,immelhochjauch,;ender Pein, - ' Er kritzelt mich, sehnsuchtdurchschauerk, E v. tjikkt in sein S kizzenbuch ein. ..' " In jammervoll-schrecklichen Tönen, In Solo, Duetten, im, Chor, - Steigt täglich zu meinen Ohren ' Hin Heer von Gesängen empor. ':'!:: Es spähet meinem Scheitel ,, ,, Der Brit te monoclelnd hinan , .. Das hat mit semem Singen ' 'tH Im L cichtsinn der Heine . gethaH, ' ' m m " m " ": "' ""' " , . ,! i ;f . M ißverstanden. Lchrrr fim Examen) giebt den Satz zum Ntederschreiben aus: Die Frau, erschreckt, entfloh." Schulrath prüft das Geszriebenc bei einem schwachen Schüler der legten Bank uvoMMKDie Frau nlf

rzchreat den Ftov.

Bei Beide.

NsveUe von 3 VSkk5. Schweigend, aber sichtlich doch tiej ergriffen, hatten die jungen Ehegatten die Worte des Predigers angehört, der mit dem geistlichen Sühneversuch ' in ihrer, Chescheidungssache gerichtlich be traut worden war. Nachdem er ihnen eindringlich zugeredet, hatte er sie eine halbe Stunde allein gelassen zu gegen' seitiger Aussprache. Als er zurückkehrte, war keine Annäherung erfolgt, der Gatte stand am Fenster und tronu melte auf die Scheiben, die junge Frau saß in der entferntesten Ecke bleich wie der "Tod. Der Ehescheldungsproceß müßte seinen Verlauf nehmen. Sie gingen heim, aber mcht mit ein ander. ' Martha wählte tief verschleiert dl nächsten Weg, um in ihrem Zimmer den Thränen freien Lanf. zu lassen. Heinrich trat in eine Restauration, um zn Mittag zu essen und nach den Anstrenzuiigen des Tages ein autes Glas Wein , zu trinken. Auch schmeckte ihm Beides wider Erwarten gut. Dann eilte er in's Geschäft. Es gab viel zu thun, und die Arbeit zerstreute ihn angenehm. Gegen Abend ging er, um seine Km der zu sehen, t Aber auch jetzt nahm er einen Umweg über die Promenade, um zu überlegen. Bis znm heutigen, na türlich resultatlos verlaufenen Sühneversuch war man in der Entwickelung der schwierigen Angelegenheit glücklich angelangt. Glücklich ? Das Wort klang wie Hohn, aber es war doch Galgenhumor, der es ihn laut aussprechen ließ. Die jüngstvergangene tft war für die Bethemgten so unend lich peinvoll gewesen, daß man gegen wärtig eine unwillkürliche Erleichterung : ipflnoeu mugre. oie iraunge wummtnxpax g Wer vermochte es ZU sagen! Nicht äußere Rücksichten hatten sie zusammengeführt, sondern die ' 'S rj.-CVI-s. rt.f. ? ? rt r getroffen! Mmälig , war ein erstes

Mißverständnis gekommen, welches sie ' ebenso schmerzensreiche Tage, die erkennen ließ, daß sich ihre Geister doch rtha allein mit den Kindern vernicht so schnell verstanden hatten wie lebte. Noch'gehorten sie:ihr, und' sie ihre hcißliebenden Herzen. Und nach- ihnen! ' Später würden sie nur zum dem das ste Mißverständnkß unge Besuch bei ihr sein, .obgleich öasMub schlichtet geblieben, und die Lücke nur terherz .doch ihre' eigentliche Heimath ... 1 k. 1 M am aSi .ti &m aiä -.'s V '

mu cuicj ituu äuycucai, wat uaiv ein zweites und drittes daraus emporae wachsen. Das Nachgeben ward nun schwieriger, zumal ste elgentuch früher niemals Gelegeuheit gehabt hatten, es auszuüben - er so wenig als sie.' Hemnch Wlldhagen hatte das Ge schaft des Vaters in jungen Jahren selbständig übernommen, man hatte iym, ver ver Araumchm: ves Prmzlpals, eigentlich chon als Knaben wie dem Herrn gehuldigt. Martha war als liebreizendes, emzigeZ Tochterchen '1 . . . nrt . ' rr. j" m' mit ein paar Brüdern im Elternhause ,

aufgewachsen und hatte es immer selbst- Nun, ich will es für den Papa aufverständlich gesunden, daß man jede . heben!? Rücksicht aus sie nahm. Der Gatte aber t Die Antwort gav Martha einen Stich fand das bald unbequem und war auch ' Herz. Sie hätte die Kleine dop. mcht gewillt, ein Geheimnis daraus zu pelt lieben mögen und mußte ihr doch machen. Schroff trat er lhr entgegen, gram sein. Um sich und die Kinder zu - anlangs mit Thränen, später mit zerstreuen, setzte sie sich an's Piano und, .rotz wehrte er sie ab. Das gab harte, spielte einen , Tanz.' f So kam der Abend boie Scenen, dirth aus dem Hauje hcran; müde vom Genuß streckten sich weben.' Einflüsterungen von awrtfa Kleinen endlich in ihren Bettchen. lamm nun dazu es sielen ungezählte, Martha trat heran, um sie das NachtUiUxe,m schreckliche Worte. Endlich, bet sprechen zu lassen, wie immer, nach einem Lahmnnaskramps bezchlon Nachdem sie noch den Gutenachtkuß emman, sich zu trennen. Ja, es war pfangen hatten, frug sie eifrig, und bener, tausendmal bezzer auf diese schüchtern zugleich: 'Ak. . j Wcnn nun Mama hinweggehen wird Nur die Kmder was. svllte mü bon, Papa,, Marthakind, bei wem möchbncn werden? DasGe,etz sprach, , Bei Papa oder! y& nm zurückgelegten vierten Lebens-, jama?" chre der Mutter zu dann gingen sie Bei Beiden! sagte das Kind fast si., immer t die Obhut des Baters - porwurfsvoll übe?. Marthakind war fum ahre alt i Bei Beiden!" wiederholte Felixchen, und mußte ,omtt die Hermath beim Guckäuglein öffnend. Vater nnoen, während der dreijährige Martha biß sich auf die Lippen und tzel m her Pflege der Mutter verblieb. I schluckte eine Thräne hinab- 'Dann'' beauch die Gechwlzter wurden somit aus ann- sie sich auszukleiden, um gleichttndergensse werden. ' fslls zur Ruhe zu gehen. Rechts und t Ireülch dursten ne bald wieder zu-,, , links von ihrem Lager standm die Kin. lammcnkommen.'wenn Felix gleichfalls ; derbettchen ach, es war so süß, noch hirtf 0ftäfrtfir iitn"'rfrtsirtf f, .:ri J it ' -.... ! . :-t.7

ben würde. Aber gerade dieser Umstand gab Heinrich, neben dem Triumph kber seinen vollständigen Sieg, auch ein unbehagliches Gefühls Trotz seines leidenschaftlichen Hasses , gegen ''Pine Frau konnte er sich von einer angeboren en Großmuth nicht frei machen, die ihn ihre künftige lebenslange Einsamkeit beklagen ließ. Mochte Martha als Gattin reizbar und eifersüchtig, launen kast und trotzig gewesen sein als Mut lcr war sie tadellos. Er brauchte sie nur nach der heftigsten Sccne in ,sonni? jer Dämmerstunde auf der Ofenbank sitzen zu sehen, Marthakinds .braunen Kopf an ihre Brust, gedrückt, wahrend toH Kr nitt s.:, - rr: o'"--uu" yni un wu i)uurn (tv(.v muvta ,iuiz n einer Himmelsleiter emporkletterte. die Uhr ticken zu hören, so.

wieder ver chnt.' Wenn die Leidenscha t ! Vn"u iuucu;verstummt war, mußte sie eine unelrd. . llch -auszukosten, auch hoffte sie den

liche, Leidenschaft ' erfassen und ihr bei ihrer zarten Gesundheit ein frühes Grab fep -3 3 & i -1 4h : f, SUM, WaS thun? Er nahm sich vor, die Kleinen scharf zn beobachten, um ' un-' parteiisch zu ergründen, in wessen ObHut , sie sich,, wohl . am besten besinden würden. , 'i,,,. ; ):; i: r , ,. (. A Er faud sie mit der Bonne tm Gar ten. " Da ihn die Kleinen während des ttii. ,,14 Ulil VIW dUVUiVU k'UiHUlV 413 ganzen Z-&ti nicht gesehen, lieg ZZeliz , r M V . c sofort seinen hölzernen Rappen auf der Landstraße stehen, um zu ihm zu eilen, liüch Marthakind schmiegte sich mit ihrer Puppe an seine Seite. -. ' " Wollen wir zusammen spielen?" krug iii- 'ft-'.jfcrk Mfir-:ZfMät .O ja, Papa!" , - 1 Znvor aber wollen wir die Blumen begießen sie sind durstig. Wo ist die Guttanne ''...'..!' ! Mk r hakind brachte eine kleine Gießkanne yerbei und ging, um Wasser zu schoßsen. Dann überließ sie dieselbe dem Vater und ihrem Brüderchen und begann auf dem maifrischen, reichlich mit Aplelblüthenschnee übersäten Rasen Weilchen zu pflücken.

' Wer soll denn DeineBlumen Habens Marthakind ?" frug" Heinrich lauernd. Wer? Siun Mamä!" Warum bringst Du sie denn nicht Papa? Weil, weil Mama nicht mehr weinen soll." Dann, in' einem unbestimmten Gefühl, . setzte .sie altklug e hinzu: Männer tragen keine Sträuße!" Martha, die hinter der rothbefränz. ten Gardine der Veranda saß, empfand Wonne und Weh zugleich im Herzen und beugte sich tiefer auf ihre Näharbeit nieder. Stich um Stich zog sie den Faden, es war so süß. für das ihr bald entrissene Marthakind noch schaffen zu können. M' 4 Inzwischen hatte Heinrich mit Felu. die Blumen begossen und späterhin so gar kunstgerecht den Nappen eingespannt. Es war lange her, daß er nicht mehr mit den KindernDespielt hatte, ihre Fortschritte und Lebhaftigkeit verursachte ihm, große Freude., Auch die Kleinen schienen hochbeglückt), und beklagten den Abschied, AsL? in'F Haus gerufen wurden. Seines Sieges über die kleinen Herzen sicher, konnte Heinrich' nicht umhin sie zu fragen: Mögt Ihr lieber bei Papa oder bei Mama sein ? Bei wem wollt Ihr blci, den? Bei Papa?" ' Nein!" "' H' r Bei Mama?" . Nem, bei BeidenZ" sagte Martha kind sehr bestimmt.' .Bei Beiden!" . wiederholte . FelixchkN. rrr .,;ii 4:M ., -! i Eine Geschästsrcise,'i die Heinrich zu machen hatte, ,, kam , ihm diesmal sehr gelegen, sie konnte eine Woche dauern und, mußte von der , unangenehmen , Zeit

des JntcriÄlstlküms emen Theil hm wegnehmen. ; Wenn er zurückkam, war der Proceß spruchreif. Es handelte sich überhaupt nur noch darum ob die Publicirnng des Erkenntnisses ein Jahr uszusetzcn sei, um den Ehegatten Gc- ' T Es waren unsäglich wonncvolle und Var. Marthakinds Geburtstag gab ihr Gelegenheit, die stteine mit Zärtlichkeit tu überschütten. ' Jeder Wunsch war dem Kinde abgelauscht wordeit, der Geburtsjaastisch zeigte eine Ueberschwenglichkeit und Fülle, wie nie vor her. Als aber Nachmittags die Chokolade auf dem Tisch stand, .ahm die ineme plötzlich das beste S Stück Kuchen vom Teller, um damit zu verschwinden. Was willst Du thun? . Wem willst i f e .a r n rw , oen ötucyen gcoen' rug oie waiu ,ter ahnungsvoll. iiviicuen - mneii , ruuen zu ourien. Schluchzend barg sie ihr Haupt in, den rin' ti 11s m Schon am andere , Tag? kehrte Hern eich zurück. ,, Die Begrüßung war kühl and zwangvoll. Aber die Gewißheit des nahen Endes ihres Znsammenlebens ließ Beide einander mit Rücksicht begegnen. , . Um eine äußerlich bemerkbare größere Zuneigung der' Kinder begann jedt ein eifriges, offenkundiges Werben. Es war nicht vollständig bewußt, aber doch ä ir .L,i x& ei lir-ii k 1 v . ' v 17. , no icuiuuj.' yeinriui wouic. ou ver 1 ' . p 'iTle;!. .ui.i.,.iv 'iluif ?, ,7 Kamps einmal aufgenommen, nun auch )en Triumph des Sieaes aenießcn, l dann vielleicht wurde er sich auf iVn srr:r. r " j I w .? . . ! . ... r ... k ? . . .. kZinderherzen durch vermehrteDüte das Mutterdild unauslöschlich einzuprägen. Da sie aber Marthakinds Herzchen' als zan' bcjondcrs fcmfilhlcnb fcrincittgcl lernt hatte, galt es, immer und jederzeit Selbstbeherrschung zu üben. Auch gelang es der Mutterliebe, Laune und Trotz zu überwinden. Dennoch blieb Marthakind . der erhöhten Zärtlichkeit gegenüber unbestechlich, und ihr? Ant' i , ' t V ,j'r: C " ff e l" " ''' , fJ"ia "!, 6n Ua Mern ht'w 'ch I ritt frnipnfrhnlf V?rrtrt Rit hiprn hifssft oft wiederholte Frage: Bei wem willst Tu bleiben, Marthakind?" blieb jedert"- '. : t: 1 - i : 'V :"' w r:":"i ' :i" r ' ' v 1 icu oiCCiüc iino lauicic ucucuo . jei v ; "C! iu i'ü.",r ii'', ':vmm.,;::j -: -, Beiden "ipv ., e"" :V ' ;' .j :i -,ü ::!: 2 if " VtiX t : Die Koffer der zungen Frau standen gepackt, morgen schon wollte sie still und abschiedslöS das GattenhauS verlassen, ans immer. Da erkrankte Felix leicht die Abreise nach Marthas, Elternhaus mußte einige Tage aufgeschoben werden. Da Marthas . Lräfte gänzlich erschöpft waren, besorgte die Wärterin die Pflege eigentlich allein,- die Eltern ka knen nur in regelmäßigen Pausen, um sich nach dem Besinden des kleinen Palienten zu erkundigen. So vergingen nnige Tage. Besserunz trat ein und

, i , ' ... . iJ - . .ijhi.Ä,,- , " .rM;i.:K iAfr viilfei- , fil'h . ; ' "; . f--.-ri ' ' ,. '$ W f?''- " , ,,i -...?.-. , jsjrrr::1",,, -r- 1 111 zzzzzz

der Tag . der Abreise konnte von Neue festgestellt werden. ,Da eines Morgens traf Heinrich Marthakind weinend ans der Treppe. Warum weinst Du?" fragte er. Ich weine, weil Main um Brüder chen weint!" , . Heinrich war sofort, im , Krankenzim mer und traf "Martha am Bettchen sitzend mid ßelixrim Kärkstetti Kleben Ain Abend vorher war aus unbegreiflichen Ursachen ein Rückfall eingetreten. Die. Wärterin hatte, Martha geweckt; und hatte nach dem Arzt gesandt, der den Zustand bedenklich fand. "."v.7 O, der nasse Hut !" wehrte Feliz hastig ab. .als,, Martha die verordnete Älte,'nasie Kompresse güf bas brennend heiße Köpschm legen wollteund schlug inisteigender Fieberhitze nach' derPfle'gerin. -l ? bHeinrich leistete sofort Hilfe, und da Martha die Krankenpflege keinHM zahlten Wärterin mehr auvertrauen wollte, konnte er nicht umhin, sie in der Pflege ihres geme'.uschastlichen - Lieblings zu unterstätzen.- So verbrachten sie die letzte Zeit vor ihrer ewigen Trennung mit einander und waren ge zwungen, sich wieder in's Auge zu se hen, wie sie ehedem gethan hatten. Ja. es gab förmlich wieder ein Ausweichen der Blicke und ein' Augenniederschla gen. ' -5 " ' "4'--Gesprochen wurde wenig und nur über das Nächstliegende. Aber der Klang ihrer Stimme, wenn sie leise und liebevoll mit dem Knaben sprach, griff Hemrich an's Herz, er hörte plötzlich den Klang der Liebe heraus, nur reiner, heiliger! Am Abend zwang ihn ihre Kraftlosigkeit, zu sagen: Ich werde, die, Wärterin herbeordern, lege Dich schlafen!" 0 nein, nicht wieder die unzuverlässige Wärterin!" ' r i 'So werde ich selbst bei Felix blei. bcn ! : Ich stehe Dir dafür, daß ich die Krankeawachc halten werde!" Ich glaube' Dir! Aber Du mußt schlafen! Ist jetzt nicht die Zeit, wo Du besonders stark im Geschäft in An? spruch genommen bist? Ja, Du mußt schlafen!" . Ihre Fürsorge überraschte ihn, er hatte sie lange nicht - einpfunden ' und glaubte sie überhaupt erloschen. l Darum konnte er nicht umhin, sie angenehm zu em'psinden, und es lag etwas wie Rüh rung und Dankbarkeit in dem Blicke, mit dem er zu ihr hinübersah. Wir Frauen vertragen die Nacht wachen überhaupt besser", fuhr sie em gehend fort. Auch kann ich morgen doch noch nicht abreisen." Bleibe so lange es Dir behagt," erwiderte Heinrich in einem Tone, der gleichgültig klingen sollte, dem man aber doch die innere Bewegung anmerkte. Schmerzt das Köpfchen so stark?" wandte sich die Mutter an den , Knaben, der den sieberheißen, matten.Kopf nicht mehr zu tragen im Stande war. , Ich werde ihn stützen während der Nacht, lege ihn hier auf meinen Arm!" Du hältst es nicht aus, Martha!" "I Jch glaube doch!" . Ihrem Zareden nachgebend, verließ er sie endlich, um sich einige Stunden niederzulegen. Aber ibr Bild, so wie sie an Felix' Bettchen saß, begleitete ihn in den ' Schlaf und war plötzlich wieder der Gegenstand seiner Träume, wie et was.' mit dem die Seele noch nicht abge schlössen, hat. , Sie erschien ihm? im Traum madonnenhaft, aber auch Seim Erwachen emp fa-nd er mit einer gewissen Bewunderung, wie die Mutterliebe sie über die Oberflächlichkeit und Leiden schaftlichkcit ihres sonstigem Wesens heränt'gehobcll hatte, Laune, Trotz und' Eifersucht erschienen ihm plötzlich nur als die Fehler eines leidenschastlichcn Naturells, ihr eigentliches Wesen war noch im Wcrdcit und der Besserung nicht allein fähig, sonder auch sicher. Mit solchen Gedanken trat er ins Kran kcnzimmer zurück. ' ' O Heinrich, er wird leben!" trat sie ihm entgegen, bleich wie derTod, aber mit strahlenden Augen. : Das Fieber hatte wirklich 'nachgelassen, einzelne leichte Schweißperlen lägen als. zarte Genesungströpfchen auf der Stirn des kleinen Kranken. Hocherfreut fetzte sich Heinrich Martha gegenüber. Als er sie aber schwanken sah in begreife licher Mattigkeit und Schwach? nahm er den zarten Korper. auf beide Arme Und trug sie aufs Sopha hinüber, in sein Zimmer. :.Sie aber ließ es eschehen cirr . ri , : - . iiu. uwf jjwji fmj nwarlnes Glück. - ,;rt jjtivj 'MWZffW l , Ruhe Dich!" sagte er sanft und fest zugleich, indem rr sie: in? seine: eigene Schlafsecke hüllte.- Jn zwei-Stunden !! r . . . v .... . weroc ten xtaj iccara, eye :cy ms $t fchäfi musil??Ä.i5 ix Martha -fand, plötzlich,, wunderbar' süß, sich zu fügen, und schloß soförr' die Augem wie ein , müdes Kind. ; Dann, als sein Schritt verhallt war, öffnete sie dieselben wieder, um sich neugierig in seinem Zimmer umzusehen das sie lange, lange'nicht betreten hatte. Und doch stand ihr Sessel noch an derselben Stelle wie iruyrr za, oorr puegre )t zu sitzen, wenn sie ihn besuchte, um mit ihm zu plaudern. Auch ihr Bild hing noch über seinem Schreibtisch, ebenso lag die Schreib map pe mit den Heckenrosen und dem Namenszug, die sie ihm einst zum Geburtstag gearbeitet hatte aus dem alten Platz. ES war doch hübsch von ihm. "": - -'. l . '"rf ' das er sie nicht entfernt hatte, trotz der nahen ewigen Trennung. Nun aber würden die Erinnerungen an sie sicher.licß entfernWcrdelL schlich! Warum war sie nicht lieber gestorbcn bei Felixchens Geburt, wo sie so krank war ? Dann, ja dann hätte Heinrich ihr Bild sicher theuerstes Andenken an seiner Seite gelassen, Selbst wenn eine Andere hier eingezogen wäre, hätte, er dennoch zu ihm aufgeschaut, wie ein Bräutigam, nur noch ; liebender und dabei andächtig, wie man zu den Engeln aufblickt! Ja. der Trauerflor hatte ihrem Andenken eine ewige Weihe ge geben. Wieder schloß sie die Augen, aber die

Aufregung ließ sie nicht schlafen, schon ' cn. --l c r rt . c f .. .

ii

imuji ciixcc wencuiunoc iiano ne mieoez s drüben im Krankenzimmer - diesmal' aber weniger, um bei Felix zu wachen, als um die wenigen Stunden des Zu. sammensemS mit dem Gatten, den sie doch aus freiem Entschluß verlassen reu: uver ihr Wiederkommen, es war, als ob er eine Lücke empsände am Kran kenbette des gemeinsamen Lieblings, die eben nur Martha allein ausfüllen könne, darum schob er den weichsten Sessel üi sie ans Bettchen und zugleich in die rich tige, Plauderdistanee, und bat sie, sich zr setzen. üJn diesem Augenblick trat Martha. kind ins Zimmer, leise, als trüge sii eine Tarnkappe anstatt 'des dunkel Lockengericjcls aus dem zierlichen Köpfchen. Da sie während -.BrüderchenZ I .o-r-.-T" Krankheit Mamas Icamas specielle Fürsorz, . ? ? " , '. schmerzlich entbehrt hatte, sagte sie. sick zärtlich anschmiegend: Ich will mit Dir gehen, Mama, wenn Du verreisen wirst." Und das Wort des Kindes schien plötzlich auch ' das richtige Wort auf die Lippen des Baters zu legen, nach welchem er vielleicht längst vergebens ge sucht hatte. Den Kopf .des Tochterchens liebevoll in die Hohe richtend, frug er scherzend und tiefernst zugleich: So wolltest Du Papa doch verlassen, Tu kleiner Bußprediger?' 'Ich denke aber. Du bleibst bei. Beiden!, !.Nich! wahr, theure Martha?" : Aus dem Munde der jungen Frah klang ein Freudenschrei, ... so laut un) durchdringend, daß Felixchen erwachte. Und wahrend sie gebrochen und stolz, jauchzend und weinend zugleich a seiner stürmisch klopfenden Brust lag, wiederholte FelixoHn in seinem Bei chen; Zn Beiden!" ; Da Dampfklavier. Ich verdanke dem ehemaligen Direc, tor des Hippodroms Arnault", , , si schreibt Aurelien Scholl in seiner neue sten Sonntagsplauderei im Matin", wie die Fr. Z." schreibt, Stunden dez Heiterkeit, wie sie mir Zidler oder Loiw tmi nie verschaffen könnten. " Das Dampfklavier wiegt alle Werke Paul di Kocks auf. Es erlebte nur eine Vor. stellung, hätte aber beinahe 200 Mew schon das Leben gekostet. , Donnerstag, dmll. Juli 1863, 4 Uhr Nachmittags, nachdem die Wagenrenncn beendet wa ren, der Mann mit der Kugel die Äundt um die Rennbahn gemacht , und der , fal sche Blondin den Eierkuchen hinausge. tragen hatte, den er auf dem Seil 5( Meter über dem Meeresspiegel geback hatte, rief Arnault? Das Dampfkla. vier!" , ' ; Man sah nnn einen Dampfkessel au: vier'! Rädern hereinrollen. Derselbi wurde durch ein Pferd gezogen, waj anfangs komisch wirkte. Ueber den Kessel : erhob sich eine Reihe Pfeifen, ähnlich wie die Skala bei der Pattstötc. !-rx ' ""!'. ff rf y P . . t . . .'. '.t cr rnnoer cyurie oas euer uns drehte dann den Hahn. Sofort erqoZ sich der Dampf in sämmtliche Orgel pfei scn auf einmal. Nein! Solche ein Lärm hat noch niemals die Ohren eines Men. schen getroffen. Kem Sturm, kein Erd. kein Vulkanäusbruch ' haben n auch nur die .palste dieses Getojes yer .T.u Jf.k I !' . "' " : ) vorgebracht! ' Stellen Sie sich - die Trompeten vvi Jericho i vor und lassen , Sie dieselbe? vom Mkstral anblasen; fügen Sie dann 'noch das Brüllen von 500 Löwen hinzu, 'c' .. ... i-.'Ji '"i " oie leoenoig veroranur meroen, uno oas Geschrei von 1200 , betrunkenen Eseln, dann können , Sie sich ' einen ' schwachen Begriff svon den .ersten Akkorden des 2! lLf k X ',!: .fei ü s,ij , Dampfklaviers machen. . Alle Leute l'1"" 'ii. : A" i- M 'H'1' -' i - "''k u i ' stopften sick die Ohren zu. Die Kmder schrieen!! Den Frauen wurde übel. Ei n!qe erschreckte Zuhörer retteten sich durch eilige Flucht. Was ist denn los?" frug Arnault den Erfinder . und, drehte den ! Hahii. , Man hat zu stark geheizt, antwortete er. Der Lärm schwoll immei mehr an ..Genug Genug !".r!es man von allen Seiten, nur, der Börsen Makler Emil Eremieux, der so taub war, daß er, wenn man die Kanone im validenbotel abschoß." fragte: ' .Wie, schon , halb V Emil Eremieux ging I' 1 ' ' 1 '' 1 '( l'' fx 1 I "'l'j'l it'll 'l'" '' ' 1 ' ! l '' ' i l l l' 'l l ( ! j auf den I mpresan o 'zu und fragte, au f eine riesige Orgelpseife ' deutend: Posaune, oder . Piston? , Der ' Erfinder antwortete verwirrt: Hinten im Hofe . . . . In diesem Augenblicke ertönte ein furchtbarer Knall, , das Piano firg in dke Luft. ' Alle Leute suchten sich zu 'retten'. ,' Als sich die Dampswolken verzogen hatten, sah man den Ersinder be' simiMigslosdaliegen! dreifachen Armdruch erlitten. ,'Dle Or? gelpfeisen lagen verbogen auf ; dem ' Bo den umher, der Kessel war in der Mitte geplatzt und die johlengluth flammte ruhig weiter.- Baron Bausin, General Secretär der Paris-Lyon - Mittelmeer, bahn, auf der sich damals zahlreiche Un fälle ereigneten, sagte zu seinen Nachbarn: Das kann man wenigstens nicht ß-uf Rechnung unserer Gesellschaft setzen.' il,iV,!ir 1,1 ',!, .'. ": " ! . 'i '..!, .! ' I ,.,I ! , .'!' , ' , . . ü'',! Nl i j ;'! 'f'.i;.s.:: j. !: ijiEjijjjl. ,'.. i i J '", , .' v ?:,; ' ,.::;!j!i:r fx yä g cii'" bJjt.7.F-- ; I Wenn S ie Gold mächen könnten, wag würden Sie daraus machen Ein Geheimniß. MMtir ,...i,"'T f '. .r;:; K :!!' 'S"''"'1 " tf': i1 :itti"'9'f-' !!,: :,:,; j-..' 9t . y;i,iiiiÖ:i!,ij': tfiii; f'l1!;!;!:! Welche Beschäftigung nährt mehr, rt1.! 4 ff StickeuoderMalen ?RMWWMU ,Je'nachAerVeitH Mfcn 7:Mlt si:f ! Ä :" Welches Pferd frißt Obst? ' Der Schimmel. Welcher Unterschied ist zwischen einem Fisch und einer Thür? Der Fisch hängt an einer Angel, die Thür an zweien.' ' Wann werden die Neichea von Armen unterstützt? Wenn sie auf Krüen Lehen. de?

wollte, noch auzzukosten. !, Sie -schienen unierworlen uno oas epttm: ln emem ihr plötzlich köstliche Tropfen im Mee, Werke niedergelegt, welches in deutscher der Zeit.! Heinrich schien auch fast Uebersctzuna in Hamburg bei der Ver-

Genie nnd Wähnsinn' i ii c..; '." :j,ife: i l" M . : j';':,! i' "-!. ,-,., Cesare : Lambroso, Professor . der ! Psychiatrie in Turins welcher bereits ein ' interessantes Buch über den Verbrecher ! geschrieben, bat jetzt 'das Genie einer gründlichen psychologischen Untersuchung lagöanstalt und Druckerei,! Aktiengesellschüft" eychlenen Was die großen Männer kennzeichnet, sagt , Charles Richet, ist, daß sie von Dem. was sie. umgibt, sich unterscheiden. Sie fördem Gedanken zu Tage, welche die mit ihnen Lebenden nicht hatten und nicht haben konnten. Sie sind gründlegend, originell. Sie sehen n-ehr. besser und vor allen Dingen anders, als der gewöhnliche Menschenschlag. , ' s i -ft it 'tJt. .?' ' tL' fik t . ' ' icjc,u;igcniaja oer sriginauiar 1 1 .. (.f. . ? '"' , -. t' 'un , f. 'i. -jr T .-. i' oie nvrigen ccnen, es w.av. . n i . T ' jl rfs r fr ic . ... norm. ap:ace aqt: .-.Die Entdecknngen bestehen in der Berknnpsung derjcnigen. Ideen, welche zu einander passen und bis dahin vereinzelt standen." Der geniale Mensch weiß die Fäden zn dieser Berknüpsung' herauszufinden, Zne dem gewöhnlichen Sterblichen , entgehen und darin besteht das Seltene, das Ab norme. . Dasselbe ist nun aber auch bei den Irren der Fall. Sie haben öriginelle Gedankenverbindungen . in Ueberfluß. 'die, plötzlich hervorschießen und bisweilen in lächerlichen Sprüngen sich kundthun, wo aber stets unvorhergesebene und öfters ingeniöse Gedanken reihen sich entfalten. - Was folgt daraus? bemerkt Richet. Es folgt, daß diese geistreichen V!cnschcu, die sich über die sie umgebende Mittclmasse erheben, nicht die gewöhnliche Gesundheit be sitzen. An thuen hasten zugleich leibliche wie geistige Flecken. r Sie haben Verfolgungs- oder Größen oder religiöse Wahnvorstellungen, was in zahl' reichen Beispielen durch Lambroso dargethan wird. , Sie gehören Familien an, in denen Degenerirte und Irre , zahlreich sind, die .meisten unter ihnen sterben kinderlos, oder die hinterlassenen Kinder haben! nicht das geistige und leibliche Ebenmaß. , . So gibt es im Denken des genialen Menschen, etwas Maßloses, Außer dentliches,' folglich Fremdartiges. Derselbe Charakter der Fremdartigen wohnt aber auch , im Denken des Irren. Die bizarren Gedankcnverwirrungen sind es, ebenso wie die Träume des Haschischraw chers und die Gedankensprünge oes Me niakalischen, die uns außer Fassung bringen. '' ' ' i i Wenn nnn aber auch das Genie hi und, '.da etwas dem, Irren Aehnliches zeigt, so . unterscheidet , es sich doch von letztcrem durch eine wesentliche Eigen schaft. : Die schnelle und bizarre Auf. sassung' hat es allerdings gleich dem Irren, aber es hat noch etwas mehr, etwas, das seine Auffassung fruchtbar macht und nicht zu fruchtloser. Abge schmackthcit verkommen läßt, das ist die Klarheit und Weite der Anschauung. Bei Irren giebt es keine Zügel gegen das Durchgehen, kein Machtgebot, die Wahrbeit, der Dinge s)al .leihen Einfluß ür sie. ! Die geistvollen Menschen baben dagegen , neben ? ihrer feurigen Einbil dunaskraft große kritische Einsicht.wclche bei ihnen unmittelbar und fast gleichzeitZa mit der schöpferischen Ideenbilduna thätig ist. Dlee Mischung von tritt fX. ..k.V rSTC!..Viau o A Jt. ttt Zl ! .t, ' k! schein und Erfindungsgeist " macht seine Starke aus. , . '.r . ' . " Der Gedanke' nun, daß das Genie auf einer Psychose beruhen könne, bei merkt Lambroso, hatte mir zwar öfters ,, : ' -; r:: 5 , r .ii i n t rt-. 1 ' vorgeiazweor, in) uane iyn aocr, immer von mir abgewehrt. Bloße Ideen, ohne j sichere cxperimentelle Grundlage, gelten I za übrigens hentzutage nicht mehr? sie sind wie todtgeborene Kinder," die 'lich zeigen, um gleich darauf wieder zu verschwinden, i ' r 1 " - 3 ' ' ! . . , f, , II,. ,jj .,,! .rf! ., , ... ' . "' Es war Lambroso früher vergönnt gewesen, mehrere Tegenerationsmerkinale beim Genie zu entdecken, die als Basis und Kennzeichnung für fast alle erblichen Geistesstörungen dienen aber, die übertriebene ' Ausdehnung, die' man damals Degencrationstheorie gab, und noch mehr der zu unbestimmte Eha , rakter, den die ganze Auffaffung erhielt, ließen Lambroso davon abstehen, so daß er sich wohl die, Thatsachen merkte,- aber, die ' Folgerungen zu ziehen' unterließ. Wie Zoll, man auch nicht vordem Kedan ken schaudern, meint er, die erhabensten Aeußerungen des 1 menschlichen ' Geistes auf, eine Linie mit dem' Wesen ''von Idioten' und Verbrechern ' gestellt zu ' sehen VI mM ti , i; ' 1 1 .: y''ir,i l ,;',,,. .,.' t. "i, y : 'S .,, W:c grausam und schmerzlich auch die. Auslastung ist, wonach Genie und Neu-' ittsöK'l krankhafte Störungen in den Funktionen des Nerven systems für . gleichen Wesens erachtet werden, so- fehlt auch die Begründung dafür nicht. Lamdroso führt in seinem Buche zahlreiche. Bei spiele dafür an, zaus Grund deren man unbedingt folgern muß, daß der Genius für den Ausfall gewisser physischer Funktionen zu dulden hat, im Bau des jungen Organes, das seinen Ruhm begründet, auch ungesunden Verhältnissen unterworfen ist. ,r Man kann annehmen, daß jede Zeit und jedes Land seine Gcmes haben .f.... 4.!.. .9 2. V).m.mCa .. innii, aoer iviz c un uumyrt uia v ,u' sein geschieht, wo der größte. Theil der Wesen nur entsteht, um einem Anderen zur Beute zu fallen, so ergebt es auch vielen Genies, daß sie unbekannt bleiben öder verkannt werden, wenn sie nicht den günstigenluzenblick fafte Gibt es nun auch l civilisirte Länder und Zeiten, die der Entwickelung des Genies günstig sind, so gibt es auch andere, die ihm schaden. M , , ; In den Gegenden von Italien, wo die Bildung von altersher besteht, wo sie sich verschiedene Male gehoben und MMäl WM- befestigt hat und daher dmÄo.NaraKer durchdringt, ist daZ Entstehen eines Genies seltener, also, ! allgemein ausgedrückt, wo die WolksbUdung älteren Ursprungs ist, da verhält man skch aegen Neues abstoßender. In

den Ländern dag-eZen, . wo dvc.Civikisa. tion jüngeren TatMs und die 'Barbarei länger herrschend gewesen ist, wie in Rußland, da werden neue Mecn mit der größten Bcreitwilllgkeit aufgenom'men. Lambroso zeigt nun fen?erwo das Gmie bei den Irren zu Tage tu'tt und dir Entartungs Psychosen des Genies.! So kommt cr zu der SchlußfolZrung, daß wischen der PbJs!ologle,deZ Man ncö von Geist und der Patholog des Irren es sehr zahlreiche BerührunAs' punkte gibt,- die sogar eine gewisse, Eontinuität zwischen beiden herstellen., Ms kann sich , daraus das häusige ,Vor kommen von geistreichen. Irren und vox gei steskranken Genies erklären, die zwar ihre eigenthümlichen Eigenschaften " be sitzen, die auf , der Uebertreibung der, jenigen beruhen, . welche das' Genie verleiht. , .. ?ln Fiasko Nseliua Pattis. . 1 , 1 ttt. . " ' ' ' . 1..' Es war zu Ende der siebziger Jahre inParis. Die unvergleichliche Diva hatte sich noch, nicht in die romantische Einjamkcit des FeenschloffeS Craig-y nos zurückgezogen, sondern war noch eifria

dabei, das Metall ihrer Kehle in jenes andere, zwar weniger klangreiche, aberdafür desto solidere umzusetzen, das es ihr später ermöglichen sollte, Schloßherrin im stolzen En'gland zu spielen. Einer der glänzendsten Salons m jenen Tagen war der des Baron Hirsche des bekannten Erbauers der türkischen Bahnen, der sich aus diesem Geschäft: bekanntlich mit der Kleinigkeit von 150 Millionen Francs zurückgezogen hak.' Er hatte der Kaiserin Eugen die Ilet nen Paläste in der Rue de l'Elysee abgekauft und, war in seinem gZänzenden Hoiel somit dcrunmittclbara Nachbar des Herrn Grevn mit dcm cr sich jetzt über die Wandelbarkeit alles Jrdischen trösten kann. Tmals waren seine Salons die besuchtesten, seine Festlichkeiten die luxuriösesten. Tie ganzehöh: Gesellschaft von Paris drängte sich zu seinen Soiree, selbst die 5iönigin Jsabella nahm seine Einladungen mit Vorliebe an; kein Fürst, Herzog,, raf oder Marquis, kein Staatsmann., Gelehrter oder Künstler sträubte sich je, einem jener feenhaften Feste aus Tau. send und einer Nacht beizuwohnen kein einziger, selbst die nicht, die den besten Theil ihres Vermögens in türkis schen Papieren liegen hatten und keine Zinsen bekamen, v 1 ' - , " ' Nur xyxt Vanqmerssamilie -der schmähte es hartnäckig, trotz aller Aufsordcrungen, Bemühungen, Bitten und Schmeicheleien, einen wenn auch nur oberflächlichen Umgang mit dem Baron Hirsch und seine? Familie zu pflegen, geschweige denn einem seiner Feste bei zuwohnttu Es war die Familie Roth" Md. Man kann sich vorstellen, wie Baron Hirsch und die Seinen auf den Millio nenkönig zu sprechen waren, und da das Ganze, ein öffentliches Geheimniß, ward -der, Name Rothschild im Hause Hirsch me genannt. L!un gab der Baron wieder eines jener fabelhaften Feste, dem noch dadurch ein ganz besonderer Reiz verliehen wurde, daß Adelina Parti das einzige Mal in einem Privathause , dabei , sang. Die Zeitungen , hatten schon, acht Tage vorher berichtet, daß der Baron für zwei Arien der Diva 22,000 Francs zahle, und die Einladungen waren die gesuchtesten der ganzen Sai son, die Näumc des Palais Hsch an zcncm Abend übersüllt., i Adelina Vatti singt ihre Arie aus dem Barbier. Selbstverständlicher, stürmischer Applaus. Im Lauhe ,des Konzerts singt sie ihre zweite Arie aus derTraviata,und derBcifall ist dermaßen einstimmig und andauernd, daß sie sich ' endlich nach vielen, Bitten bereit erklärt, ein drittes Lied zu singen.. - Sie hebt, an Todtenstille herrscht im Saale ihre, Stimme ist unvergleichlich schön und frisch , nie war der Ausdruck ihres Gesichts lieblicher . die Bcto nung der Worte eine jchklmischere, ver sübrerischere: Mit einem Wort r nie. hatte die Patti besser gesungen und als sie geendet herrscht die Stille - fort f , verblüffte Gesichter, verlegene Mienen. niedere cschlagene Augen - keine Hand erhebt sich zum Applaus. Qinti I Ä r . i .,. . ,1 . . . . Zett lang Zleyl ne vorrnaunen ,n eme Etatue. verwandelt da dann füllm sich ihre Augen mit Zorneslhränen und in. nervöser Aufregung ihr Taschentuch zerreißend, stürzt sie hinaus! ' Die- Aermste. die von den Zwiftig keiten der beiden Millionenhäuser nichts wußte, hatte als Zugabe das reizende Lied: Si vous n'avez rien a mo diraesungen, dessen Komponistin wie allbc 1 'r.''" - .. .Brv.' . e r iL""'iPtt rannt, dre Baronene vt0ly?cys u

. Eine s o wich t ige und g e;C' ; heimnißvolle Rolle auch der Pantoffel, bei uns im Westen spielt, im Osten ist " ihm. eine noch größere Bedeutung be- , schieden. Ist eine muselmänuische Frau r bon ihrem Manne beleidigt worden . denn auch dort sind die Männer wankel ' : müthig und ungetreu-, p geht sie gan?'' ' " einfach zu dem Kadi und legt einen Pantoffel verkehrt- auf den Boden, s daß!dieBohlenach.'bbeszbsteht. reicht hin, ohne daß sie ein Wort weiter , ssprechen'brauchtJohne.. Erklärung versteht der Kadi S den Sinn dieser Handlung, und die so von der ; ? Klaamn verlangte Scheidung wird be

' williat. Will dagegen die Türkin mit ' -' i-w j. ... ... j. .' ;! ::.i"Jf - e : . . :'-r"i r.n '.,.,!,.,...

ihrem scanne , vellammm ,nn. o ; sie ihren Pantoffel aus und .sendet ihm

l ' ., ..ii.iu' .m ....T, .' " a Jt "r i :ih;;i

bcnjelben Darcg c;rtr etwtBi,1:! Koinm'.schn'meinPerr liebte hofft voll Sehnsuchtf:Dich,:Mtz Hat sie Besuch von einer Freundin er halten, so stellt sie deren Pantoffel vor ihr Simmer, um so ihrem Manne anzuzeigen, eö sei eine t fremde Frau im Harem und er dürfe deshalb nicht hereinkommen. Dieses Pantoffelichen, Hegen das kein Muselmann zu Handels wagt, wird freilich nicht selten auch be nützt, wenn die Frau aus irgend einem onderen Grund den Besuch ihres Mau. ues Verbindern will. ' .

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