Indiana Tribüne, Volume 14, Number 64, Indianapolis, Marion County, 23 November 1890 — Page 3

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(5. Fortfttzunz.) MrkwmdZg genug ist's. In fiüfc ren Zeiten spottete ich über Deine Lebcnt, uffassunz. Da war ich stets der Klügere --nach meiner Meinung. Ich sah die Welt als Un richtigen Tumnlelplatz für Leute mit hellen Köpfen und kräftigen Armen an. Da gab es reiche Leute, und ch schien mir wie geschaffen dafür, ein?n -heil an mich zu bringen. Ich wellte uch Idealisten zeigen, daß in eurem Nelch nlchts zu boten ist, m dem meini. exn dagegen Reichthum und Ehre und Genuß ohne Ende." Und zetzt? fragte Sarah. Hättest Du mich doch zavpeln lassen, anstatt mir die Glieder mit Deiner Gold salbe zu stärken!" rief Arn aus. Dann wäre mir die Erkenntniß erspart geblieb, daß Allss eitel ist." Dies hören zu müssen, ist mir schmerzlich. Ä:rzeih mir! Du behandelst mich, wie ich' verdiente. Ich sqrie nach Geld und Du, Du sagtest: .Das Kind soll sei. en WiLen haben.' Oder hattest Tu eiren b?sseren Grund, einen Grund, der mich weniger demüchigt V1 ; Sarah backte nieder, lief erröthend. helfen wellte ich Dir, das Glück zu er reichen, das Du so heiß begehrteste" ant Vottete sie stsckmd. ,,Da5 Glück der Vereinigung mit ei nem angebeteten Mädchen jawohl. DaS war der Inhalt meiner Seufzer. Du aber, Väschen Vernünftig, was wußtest Tu von der vergeblichen Liebe furchtbaren Leiden? Kein Mitgefühl konnte Dich so barmherzig mzchen." , Er überhörte daZ schmerzliche Zittern in dem Tone ihrer Stimme. Und ich," fuhr er fort, was war ich Dir? Wir sind mitemanter aufzewachsen, es ist wahr wir sind Verwandte. Aber nicht einmal gute Freunde sind wir frü her gewesen. Du hattest nicht viel für mich übriz, und ich verdenke Dlrs nicht. Dennoch wahrhaftig, Sarah, Du bist m Engel I" Hals ein Vetter Arno! Deine Betvunderunjz kommt zu spät ; wir halten uns besser in der gemäßigten K?ne nüchterner gegenseitiger Anerkennung." Und gewaltsam ablenkend fügte sie Hin jiT. Du hast mir noch nicht gesagt, wie Du Deil:e Äwtter gefunden hast. Ist sie auch zufrieden mit der jetzigen Cestal tung ihres Lebens ? Oder hat sie irgend einen Wunsch gegen Dich geäußert, daß sie dies oder jenes anders haben möchte?" Arno hörte kaum, was sie sagte ; ein Ahnung 'der Wahrheit war ihm aufze dämmert. Aber eö konnte ja nicht fein; Alles sprach dagegen. Sarah ihn lieden ? Wann hätte sie ihn dies jemals -merken lassen ? Und wenn sie es that, wie toürde wchl sie, gerade sie, seine Verbindung mit einer Anderen ermöglicht haben ! Seit wann war eö denn Brauch in der Welt geworden, daß ein Weib Uvx Giliebtm den Weg in die Arms der Mbenbuhlerin bahntt'i Nein, nein: der Gedanke war lächerlich. Zerstreut antwortete er : Die N'mtter? Was sollte sie zu wünschen haben V Sarah beruhigte nch ; sie hatte schon g?fürchttt, ihr Geheimniß verrathen zu haben. W;nn indessen Arno auch zunächst d:n Gedanken zurückgewiesen hatte, so kehrte r doch zurück, und als tt zum dritten Male kam, schien er schsn ar nicht mehr sg unwahrscheinlich. Und Arno nahm sich -vor, bei nächster Gelegenheit seine Mutter auszuforschen. Am nächsten Morgen stand er frühcr auf wie gewöhnlich, und Niemand von der Bedienung im Hause vorsindend, U gab er sich in den Stall, um nöthigen falls - in Pferd selbst zu satteln. Er entdeckte daselbst ein zweites Rntpserd und erfuhr von dem herbeiei!enden Knechte, d'effelb: werde von dem gnädi gen Fränlem benutzt. Als er hernach Sarah traf, fragte er vorwurfsvoll, vax um sie ihr, verschwiegen' habe, daß sie -reit?. . . i' Du hast mich ja nicht gefragt," ant. wertete fr. So ist si," bemerkt? Frau Wiedcner. ..Was sie gelernt hat und kann, verbirgt sie fast ängstlich, Zimmer besorgt, eö es konnte ihr als Prahlerei ausgelegt werden, wenn sie es zeigte. Wenig, wisicn, wie unterrichtet sie ist." Ärno b st.'nd darauf datz , Sarkh von jetzt an aus seinen Spazierritten ihm Se. seüschast leiste. Und er war erstaunt Mer die anmuthige Halwna, mit drr sie M Pfkrde sas;. üher ihre leichte und sich: ührur-g dcs keincswegS frommen Th eres Durch die körperliche Anstrengung, durch Yu rasche V-weaung in der frischen Luft gewannen ihre Wanqcn Färb.', ihre Au. en GlarZ; keller lla?g ihre Stimme, freier gab sie sich im Gespräch. Jetzt erst sehe ich, wie jung Du (p llieten bist," sagte Arno nach einem sä'är?en Nitt, als sie mit festem Griff das ' . mr r us.regr: uancigir, was in xr.xt rcn lcner ugeno, w.le nie vcrsizsgt. ' Aber davon z:izt der Sp'. I l nich:Z." . , Langsam ritten sie ' nebeneinander in ,fcro arünm.Wald'chmem. Um siehe: , ' 'v ii J - j . , , u: . rtr ' rA. . ' -Itttaeredls ö!atten uvnzqaste uz uiu die vorjährigen, vcrgi!b:enÄ!at!cr rausche tcn unter dm Huftn der Pferde. , Hui wtter elnIurzerIogelsMel erne. w , Der Stimmung Anödruck gil'end, welche sich ihrer bemächtiM sprach Sa. & ...j- li1-";' i1'. :ji.ii 'l.il JIH ij'lii -'V !M,. XS vor sich hm V--J&t wallin abzesHieden , Lon elln A'oth dcr Welt. Und stiller WaldkSftied Das öerz Umfangen hätt. , Nicht sttebt'S mit llen Linnen l Begehrlich mehr hu-aus ; - CS saMlt siS licnnnm ...l) lm ClUfl Mlll f U4f fcU VVUI Wyiilil HU,, ;f Arno lauschte. Die Sprache der Poe sie hatte langt nicht mehr an fein Ohr gellunzen ; seltsam eräug ihn das ein fache Lied mit seiner Beziehung auf ihn ielblt.! Er v.ederbolte nachdentticd die ,'!; 2 i! ji'Ki'is fi;

Juna icjr erw'.cocrle ue, mit ehern r'äthstlhaskcn Sc itenblick ans den erimm Vnttc. Vielleicht habe ich et-

eben hoch in tu XW empor; rn oen deweäten llroncn flimmerte der G!anz ,Mozen5onne. . Ticfe Stille : nur

leiden letztcnZe'lken'und sagte ann trübe : Beneidensrrerther Zustand! Mir wird er nie beschieden werden." Hast Du ihn schon gesucht V fragte Sarah. Wann hätte ich Zeit dazu gehabt 1 Jetzt allerdings seit ich hier bin. ge l en die Wogen in m:r allmähllz nieder. Mer wa5 Hilft'S?' ??och ein paar Tazi und d:e alte Unruhe lezinnt wieder. Und drüben erst eS ist kein Voöen dort für .mmlnns." Und doch hat sich von allen Völkern gerade das indischz in jener. Stimmung, aus Welcher mein Gedicht geboren ist, am meisten heimisch gemacht." ' Das ist nur neu. Ah, ich erinnere mich jetzt, das; Du Dich vor Jahren schon mit der Literatur Indiens be fchästigt hast. Dusandtest mir allerlei Fragen, auf die ich keine Antwort wußte. Ja) mochle Dir meine Unwissenheit nicht gestehen,, und nun ja : die Sache schien mir nicht wichtig genug, um Nachforschungcn anzustellen.' Du siehst," ich bin aufrichtig." ' Du sagst mir nibtS Neues. DaZ Droblem dös ewigen Seins inmitten M Werdens und Vergehens hat auf den so genannten praktischen Menschm noch n? matt eine besondere Anziehung ausgeDu halst weh! von meiner Bildung nicht ganz viel, Väschen Vernünftig," er wiederte Arno etwas verletzt. -. Verzeih' meinen Freimuth. - Ich hatte nicht die Absicht, Dich zu kranken." Das kannst Du nicht, .Sarah. Und im Grunde hast Du Recht.' Zum Nach, denkcn gehortMußt. ' Wenn ich nicht irre, ba den die indischen Weisen, bei denen Du in die Schule gegangen zu sein scheinst, kein Geschäft gehabt. Ich kann mich mit keinem Problem abgeben, außel dem ewen, absatzfähige Waaren billig einzukaufen." Er trieb sein Pferd an. Sachte, Bitter," bat Sarah. Store den beilizen Frieden des Waldes nicht " ' Träumst DU so gern im Wachen?" Zuweilen. Von Allem, was mir das Leben versaat." Ich glaube Dich zu Verstehend Aber euch Dir wird die Soane höchsten GlückeZ noch aufgehen. Von Herzen wünsche ich's Dir." Du bist sehr freundlich," erwiederte Sarah mit weymüthiem Lächeln. Was Du indessen meinst, ist für mich ein ver sckckosienes Paradies." Warum?" ' Wmn man jung ist, Arno, dann sieht man eine Menge Thüren zum Glück offen stehnr. An machen geht man mißtrauisch vorübcr, andere, in de man gerne, eintreten mochte, schließen fi, und am Ende drängt uns der Zufall in eine Pforte,' die wir uns nie ausgesucht hab:n würden. Die Thüre zur Ehe ist eine derjenigen, die vor meinen Augen in's Schloß gefallen ist. Und auch noch ein Niegel liegt an der anderen Seite da bor." Der Wald war zu Ende ; Sarah, wie vm das Gcfpräch abzubrechen, setz e ihr Pferd in Galopp, Arno blieb, ihr zur Seite, die räthfelhaste Aeußerung der Gefäbrtin stille bedenkend. t , V Aber als sie wieder zu Hause angelangt waren, und er an der Seite seiner Mutter saß, die ibr Strickzeug, zur Hand genommen hatte, wie sie jedesmal zu thun pflegte, lenn ein, Plauderstündchen in Sicht war. da überraschte Arno die tie alte Frau mit der Frage , ob Sarah ztwa früher unglücklich geliebt habe. Wie kommst Du darauf?" entgegncte Frau Wiedencr erschrocken. Verschiedene dunkle Wore, die ich pon ihr gehört habe, gehen mir im Kopfe herum. Auf duft Spur bin ich gckom men, ich weiß nicht wie." - Verfolg sie nicht," sagte Frau Wie. hener eifrig. Laß Dir ratbcn. &n:o. Wenn Sarah ein , Gchcimniß zu büten hat dann thust Du am besten, Deine Neuqicr zu unterdrücken." Meinst Du, Akutter? Warum utß es für mich eine Geheimniß bleiben" Frage mich nicht weiter ; von mir er fährst Du nichtZ. Ich habe Sarah feicr. lich gelobt, 'zu schweigen." ' Ihre Verlegenheit war bcrcdet genug. Gut," erklärte Arno. Lassen wir also diesen Gegenstand ruhen. Aber um auf etwas Anderes zu kommen : Du schriebst mir einmal nach Kalkutta es war in den: Briefe mit der Nachricht von der Erbschaft ich hatte im Vaterland e i nen echten Diamanten um's Bücken haben können. So ungefähr lautete der Aus druck. Was bedeutete dieser geheimniß' volle Wink? Welche untadelhafte Jung, frau hegte den stillen Wunsch, mein Eigen , 'jii ..'li:ri- izu sein i ' r. ' ;l Arno bemerkte, daß die Nadeln feiner D!ut:cr einen gehlstich nach dem andern machten. Sarah ist ja gan außer Frage,"' fuhr er unerbittlich fort. Wir Beide sind im Kriegszustande gswesen, so lange ich denken kann bis jetzt, wo sich ein leid-, liches Verhältniß zwischen uns ' hergestellt hat. Und darum begreife ich noch immct nicht, wie sie dazu gekommen ist, mich sosreigebigauSMstatt;n:' Siehst Du Mutter: aus Liebe zu Dir das 3stEo ch kaum - denkbar. Tu bist zwar eine vortrcssliche Frau und es ist un streitig eick Vergnüc;en5 Dir eine Million zu schenken aber ich bin nicht Du " , Langer halt Frau Wiedener sich nicht.' Du komischer Junge!" sagte sie. Nicht aus Liebe zu mir ist Sarah so un erhört großmüthig g?gen Dia) gewesen, sondern das arme Mädchen ' weil sie Dich liebt. ,, Ich habe mich nicht wenig gewundert, als sie mir's gcstai:d, nachdem Du abgeregt warst. ,, Aber um's Leben nicht hätte sie cs Dir verrathen. And s::ch mir verbot sie l das Reden. Damit hatte es freilich keine Noth damals ; wußte ich dock', wie Du über sie dachtest. Ach war sie ja keine passende Partbie fürDich , Hernach war's zu spät, nun. 'es ist wohl am besten so. Ich glaube, Sarah hat sich gesunden ; sie ist so ungeheuer vernünftig. Seit sie Dir das Geschenk machte, ist kein Wort mehr zwischen UNS gefallen, was auf ihre frühere Neigung Bezuz hatte." ! ! Sarah sich gesunden l Arno wußte eS besser. Aber er ließ sich nicht! merken. Sarah's Liebe zu mir war ein Irr thum," sagte Ich bin nicht guj genug sür p?.V .

Erstaunt blickte Frau Wiedener den be, scheidenen Sohn an. Das ist dasErste. was ich höre," rief sie. Auch ich habe frlihcr Sarah nickt nack Gebühr geMtzt," be ann.!e Arno. Uni mich über Gebühr. Das ist jetzt anders Ich habe gelernt die Schale vom Ker,, zr unterscheiden. Und ich sage Dir, Mut. ter, halte mir die Sarah hoch ; sie isi ein Wesen, wie es wmige gibt." Er war aufgestanden, trat in dn offene Flügelthüre und sah in den Par! hinaus. An sein eigenes Heim am Hugli dachte er, an das fragwürdige Loos, bat kr sich mit raschen Händea bereitet hatte. Snne Mutter beobachtete ihn mit ei nem geheimen Bangen ; eine unbest.mmN Empfindung sagte ihr, daß eine Art vor Katastrophe 'im Anzüge sei, die sie selbst durch ihre Geschwätzigkeit herauf teschwo. rcn. Schon sing sie an, sich zu deruhb gen, als Arno zu rhr zurückkam und, s!ch niederbeuzend, sie auf die Stirne küte. ' Um so größ:r war dann ihr Schrecken, als er ,ihr mit kurzen Worten eröffnete, daß er am nochsten Tage abreden wolle. Lebhaft klagte sie sich an, daß sie an die. sem Entschlüsse schuld sei an diescir Entschlüsse dessen Gründe sie nicht ver. stand. Arno bemühte sich, ihr diese Borst,'! lung auszureden. Es war unbedach! von mir, meine Telegramme und Bricsi nach Wien s.nden zu lassen," sate er. Nun bin ich unruhig und bilde m:r ein, etwas Wichtiges zu versäumen. Du ganze Nacht schon hat mich dieser Gedanke gequält. Und soeben ist mir'Z klar geworden: ich muß ein End? ma chen. Ich bin nicht nach Europa gereiit, um hier auf der Bärenhaut zu liegen ; ich habe Pflichten g gen meinen TheilHaber, gegen meine Frau. Vielleicht kann ich's möglich machen, späte? nrch: ma!s kurze Zeit auf Viereggen einzukeh' ren ; Abschied nehmen wir jedenfalls mov gen noch n:cht von einander." Begierig griff Frau Wiedcner nach dk semStrohyalm. Versprich mir's Arno, daß Tu wiederkommst," bat sie. Wenn ich esArgendwie einrichten kann, siehst Du mich sehr bald wieder," ver setzte er ausweichend. Was wird Sarah dazu sagen !" ricj Frau Wiedencr. Sarah ja, was ich Dich bitten wollte, Mutter, theile ihrS mit, ehe sie herunterkommi ; ' es würde mir schwer werden, ihr selbst die erste Nachricht zu geben." Erst am Abend erschie'n Sarah unten ; es hatte lange gedauert, bis sie sich in den Gedanken an die baldige Trennung von Arno gefunden. Endlich aber überwand sie ihre Schwäche, und nichts in ihren Zügen verrieth den Kampf, den sie in der Einsamkeit gekämpst. Du willst uns schon verlassen V sagte sie mit ruhige? Frcundlichrcit. Ich brause Dir nicht zu sagen, daß es mir leid thut. Dich so bald scheiden zu sehen. Doch das Leben darf Dir nicht zum Idyll werden ; der Drang nach Thätig, keit reißt Dich aus dem stillen. H:im, wo rin zwei einzelne Frauen die Zeit vertrau nien. Es ist in dcr Ordnung so, und ich mache keinen Versuch, Dich länger zu halten. Nue um Eines bitte ich : laßt uns heute Abend vergessen, was morgen bevorsteht.. Eine Gesellschaft, die an Thränen würa,t, ist schrecklich." Was Sarah forderte, war nicht leicht, weder für Sie, noch für Mutter Wiede ncr, die dem Versprechen ihres Sohnes, zurückzukehren, nicht recht traute. Aber bei einigermaßen gutem Willen läßt sich sogar yute Laune täuschend nachahmen. Wer die drei Personen beobachtet hätte, wie sie aus der Terrasse bis elf Uhr plaudernd zusammensaßen, würde nicht ge ahnt haben, wie sehr sie sich gegenseitig betrogen. Es war Sarah, die zuerst aufbrach. Wir sehen uns noch, Arno," sagte sie. Auf wann hast Duden Wagende stellt V - Auf sieben Uhr." 15? sah sie nicht an, als er diese Antwo:t gab. Sarah wußte, daß er log, daß er sich und. ihr den Abschied erspare wollte. Gute Nacht, Slrno." Ihre Augen trafen sich. Ein Augen blindes Zögernd deS Schwankens zwischen dem Natürlichen und dem Schick lichen, dann zog Arno das tapscre Mäd chen an sich und küßte sie auf den Mnd. Lebewohl, Sarah," flüsterte er. 1 Da verlor sie die Herrschast über sich; laut schluchzte sie, auf. Arno winkte seiner Mutter. Geh mit ihr und tröste sie, Mutter ! Bleibe bei ihr bis sie schläst um meinetwil len!" Um scchs?,Uhr am nächsten Morgen suhr der Wagen vor, Sarah's Schlafzimmer lag an der anderen Seite des Schlosses,' dem Park zu ; Arno konnte nicht erwarten, sie noch zu sehen. Ohne aufzuschauen, stieg er ein. Da horte, er aus der Höhe ihren Zuruf ; oben auf dem Thurme stand sie und ' winkte h'rab. Und dort sah er - noch ihr weißes Tuch schimmern, als ,, er, zwanzig Minuten später den letzten Blick ' nach Viereggen zurückwarf. -'- - 11. Frau Warburton, die Ehrcndamt Olympias, 'galt 'in KalkuM"a?g:mein als sehr respektabel.' Man traf sie in dcr besten Gesellschaft ; der! Rang ihres ver. storbenen Mannes verschaffte :hr über, all Zutritt. Ohne Zwnfel verdiente sie ihre Beliebtheit, da sie sich dieselbe zu er halten verstand. tf:i4 - : Gegen ältere FräüenIeigie sie sich petS bescheiden lünd 'unterwürfig ; Frauen ihres Alters erwieS sie sich gefällig, wa -sie nur konnte, und der jüngeren Weib' 'lichenGeneration war sieeinetheilnehmendi -Vertraute und wohlwollende Berat!, cri Niemals mißbrauchte sie ibre Ken'mnij , intimer Vorgänge in den Familien, toi sie ein und aus ging ; niemals sate si; .Jemandem etwas Böses nach. Fiel et was Ungehöriges vor, ? und sie konntt nicht vermeiden, ein Urtheil abzugeben, so ! siel dasselbe tttl I sehr milde r auö Wir sind alle , arme, unvollkomment Menschen," so lautete ein Lieblingswort von ihr, womit sie die schlimmsten Fall liebevoll zudeckte. O -m i 1 i Olympia, ohnehin eine selbstständlg, Nawr und der Freundschaft nicht bedürsi tig, hatte sich niemals senderlich von ; der der schmiegsamen, glatten Frau ' War Zbmton angezogen gerflblt. Dennoch, als sie für die Zeit ibreZ Strobwittwentbumi

eme Gefährtin wählen mute, und sie im

reise lh:cr Aelannten Umschau hielt, bot sich ihr Keiner dar der ihr so Passend schien. ' UndFrau Wärburton nahm Olym' pmsAnerbletenmit aroßer Freude an, die sie sich allerdings nicht merken luß. Daß diese stolze junge Dame eine Gefälligse.t von ihr in Anspruch nahn,, war ein Tru umpb für. sie, der mcht wcai bedeutete. Äir wollen uns die Zelt nicht larg weldnr lassen, meie Theure," schte sie beim Einzüge. Nicht wabr, Sie haben nicht die Absicht, sich einzuschließm und das B.ld Ihres Mannes anzuschwar. men, Durchaus nicht," antwortete Ofym p:a. Ich wute nutzt, weshalb ich aus das Vergnügen dcr Geselligkeit verzichten sollte, weil mein Mann sich auf Reisen befindet." Alice Warburton war beruhigt. Vor alleyGcschästen, zu denen sie sieb benutzen lich, war ihr dasjenige dcs Tropspendens am unangenehmsten. Und sie war nicht ganz sich-.r gewesen, ob Olympia du Trennung von ihrem Galten mit dem philosophischen Gleichmuthe ertragen wüide, den sie sür eine Dame von Well schicklich hielt. In der That änd:rte Olympia ihn Lebensweise nicht. Täglich zeig'e sie siS bei d 'mKorso, hohcitsvoll das dunkleßaupt neigend, wahrend die blonde Frau War burton neben ihr mit dem Lächeln grüs.t.', welches ihr so gut stand. Eines Tagek auf dem Heimwege kegeg ncte sie Gosala, und ließ sofort hallen, als sie feinec anficht' g wurde. Er sprang aus betn Wagen und kreuzte die Straße. Was soll ich von Ihnen denkend empfing sie ihn. So rasch vergessen Sie Ihre Freunde ? Noch nicht ein einzges Mal sind Sie gekommen, seit Wkde ncr abgereist ist. Und er hat Sie doch gebeten, Sie möchten sich etwas um mich bekümmern." Ich hörte von Herrn Robert Brooks, daß es Ihnen wohl gehe." Von meinem Onkel Robert ?" unter' brach Olympia ihn mit leichtem Stirn' runzeln. Der weiß nicht mehr von mir w':e der Mann im Monde. Nein, Herr Gosala, mit bloßen Erkundigungen nach mir ist mir nicht gedient. Fahren Sie mit uns hinaus! WaS meinen Sie, Frau Warbmton : erlaubt uns der heutige Speisezettel, Herrn Gosala einzuladen V Frau Warburton versicherte lächelnd der Khansamah habe am Morgen einen Auftrag auf ausgesuchte Leckereien erhal' ten. Ich folge Ihnen in fünf Minuten," klärte der Jndier mit einem Aufblitzen seiner dunklen Augen. AlSdie Damen sich wieder 'unterWegs befanden, sagte Alice : Das ist ja ei'.z allrrliebster Mensch, meine Liebe ! Mir ist noch nie ein Hindu begegnet, der einem Gentleman so ähnlich sieht, wie Herr Gosala." Fürstliches Vlut, Frau Warburton," entgegncte Olympia. Das Geschlecht dcr Gosala hat oben am Ganges ein Königreich beherrscht, etwa um die Zeit als William der Eroberer an unserer Küste landete." Jn dtt That!- rief die blonde Frau erstaunt. Das habe ick noch nicht gewußt. Es ist verschiedentlich von dtm Herrn in Bcamtenkreisen die Rede gcwesen ; man rühmte sein Wissen, seinen freien Geist. Also von fürstlichem Ge blüt ! Was Sie sagen ! Das ist ja höchst interessant." Und Gosala wurde, als er sich in der Villa Wiedener's einstellte, sehr freund, lich von Frau Warburton empfangen. Ihre Haltung ihm gegenüber hatte sogar eine leichte Färbung von Unterwürjig keit wie sie einem geborenen Lord in Eng land gezvllt zu werden pflegt. Gösala fragte mit den Augen bei Olympia an, was dies bedeute; sie antwortete be lustigt mit einem schalkhaften Läeln. Er .verstand, daß sie seine Wichtigkeit übertrieben habe und ging auf ihre kleine Intrigue ein. Zwischen ihm und Olympia wurden Richt v.el: Worte gewechselt an diesem Mittaae. Es war Alice, die für die Unterhaltung sorgte. Dennoch ging ein fortführender Gedankenaustausch hin und h:r von dcr Wirthin zu,n Gaste und umgekehrt. Zuweilen beantwortete , Eosala laut eine Fiage, die Olympia nur gedacht hatte. Und wieder schaltete Olympia in das Gcplauder ihrer Ehren dame Erklärungen ein, die nach iyrem Gefühl Gosala wünschte. Und in die sem stillen Verehr lag für Beide etwas wie em süßeS G,h:imyiß. ' Nach Tisch bat Gosala um die Erlaubniß, seinen Wagen bestellen zu dürfen. Sie wollen nicht bleiben?" sragts Olymp: verwundert. Hcute nicht, gnädige Frau." Und seine Augen sagten: Versuche nicht, mich zu halten : es ist nicht rathsam." Sie sügte sich. Werden wir Sie bald wiedersehen?" Gosala verstand : Komme bald l Er vernugte sich. Uebermorgen Abend, wenn die Damen erlauben." Wenn j:dcch ein Telegramm von Wiedener eintreffen sollte ?" rief sie ihm nach. . Er wandt: sich um, mit raschem Blicke sich vergewissernd, daß Frau Warbur Ion duscm Nachspiel keine Aufmerksam' seit schenkte. Da trat er rasch zurück zu Olympianahm ihre Hand und drückte rie Lippen darauf. Ein Telkgramm von Herr Wiedener rrelde ich Ihnen persönlich überbringend sagte er kaut. Unbeweglich stand Olympia noch, att r längst das Zimner verlassen hatt-e, Dann bctrachtttc sie verstohlen ihre Had' schändete zusammen und ging wie trau' nlend an Alice vorüber ,n den Salon, wo ihr Piano stand. Sie bcgann ein Stück, das ihr in den, Sinn kam, brach ab und fing ern zweites an. Daraus ein dritte?. Auch dieses vollendete, sie nicht. Unmnth'g schloß sie das Instrument. M ist Alles ,. nichts,- , seufzte sie. WaS ich aus drücken möchte, kann rch nicht 'gestalten. 'Und fremde Gedanken tragen d:e Züge von Todten." ' ' 7 ; Ihre Wangen brannten. - Sie ' fühlte es und stampfte auf. Dies darf nicht sein," sagte sie sich zusammenraffende 'Ucker , , die Erde reißrs mich B hinaus. Ich kenne mich nicht mehr. . Vernunft, wo bist Du ? Kehre mir wieder, damit ich mich an Dich klammere !" j Wied r und wlcder kam Ramschai So lala in das HaüS Us U Hugli, I

las ihn mismsMch? Gewalt SnM. Lticht immer wurde ibm der Theil, den er wünschte. ' , Kalt und abweisend fand er sie zuweilen)' vorsichtig j die Worte ab soagend, die sie ihm gönnte, seinen Wicken auswerchcnd. Dann mußte er sie lange mit den sanften Tönen seiner Stimme umschmeicheln, ehe sie endlich vorMitlcid schmolz und die helle Sonne ihicr Augen auf ihn leuchten ließ. Was ln ihr vorging zu errathen, machte Gosala keine große Mühe. Wenn er scr". war, kämmte sie gegen die Leidenschaft, die 'sie doch so selig machte. Jedesmal siegte sie . und trat ihm dann entgegen: Glaube. nur nicht,. daß ich ich michzemaU Vergessen werde ! Siehst Du mu's nicht an, wie stark ich bin? Und drmn siel die Waldkürenrüstung von ihr ab, Stück auf Stück, und die straffen Glieder löst ten sich, bis von sie endlich ihrerSchwäche kaum noch ein Hehl machte. Noch batten die Bnden kein Wort um ter vier Augen gewechselt. Häusig waren andere Gaste anwesend, , und wenn nicht dann waltete Aüce Warburton ihres Amtes als Ehrenwächterin mit einer Pflichttteue, die einer spanischen Duenna ganz unmöglich gewesen wäre. Freilich durfte ihr diese Pflichttreue nicht als Tugend angerechnet werden; denn sie bewunderte den Jndier von fürstlichem Geblüt, seine seine, schlanke Gestalt, seine zierlichen Hände und vor allem seine Augen. UebrigenS batte Alice Warburton in versteckten Liebeshändeln eine zu reiche eigene Erfahrung, als daß" ihr nicht zu weilen eine Ahnung vön dem gefährlichen Spiel gekommen wäre, das in ihrer un mittelbarsten 9!ähe unter der Maske ach tungsvoller Freundschaft getrieben wurde. Aber so hoch schien ihr Olympia über dem durchschnittlichen Niveau rhres Geschlechts zu stehen, daß sie diese Ahnung fast unwllliä von jich totes. Und dann : sie hielt Olympia für eine kaltblütige Natur, die zur rücksichtslofen Hingabe treibt. Die kluge Alice täuschte sich. Wöhl hatte Olympia nicht aus Liebe ge beirathet; daß sie aber der Liebe nichtfähig fei, ergab sich daraus nicht. Alice Warburton wußte oder bedachte nicht, daß zwar eine Menge Frauen die Frauen ihres Schlages für das Gefühl der Liebe außerordentlich sind, daß es indes-, en auch andere gibt, die, harten Kohlen gleich, nur schwer anbrennen, dafür aber auch, wenn sie einmal Feuer gefangen haben, desto mtensiver auflodern. Die Äegenzeit hatte begonnen; die Nolle der Sonne als Zerstcrerin alles Vegetativen Lebens war ausgespielt. Der Voden füllte sich mit Wasser wie ein Schwamm ; das Gangesdelta triefte von Feuchtigkeit. Die Naturkräfte, lange eehemmt und zutodtenähnlichcm Schlum!ner vcrurtheilt, geriethen in fieberhafte Thätigkeit. Allcy, was noch Leben , in sich hatte,regte sich, entwickelte sich, wuchs und gedieh. Das Reich der Pflanzen jvurde bunt und bunter ; unzählige Thiere, der Feuchte froh, wucherten em bor, d;n Menschen zur Last. Schwer, drückend, erschlaffend heiß war die Luft, gn den Häusern schwangen die Punkahs, die großen, hängenden Fächer, fast unusgesetzt hin und her'; alle nach Westen gelegenen Oeffnungen waren mit Vorhängen und Flechtwerk versehen. A!an krtru, was man nicht ändern konnte, mit jener Geduld, die man im heißen silima bald lernt, und ließ sich imUebri gen in seinen Lebensgewohnheiten möglichst wenig stören. Eines Abends war Ramschai Gosala der einzige Gast in der Villa Wiedener Die Damen hatten ihm den Gesellschafts rock erlassen; in einer der weiten .weißen Jacken des Hausherrn durfte w's sich bequem machen. Die Unterhaltung fps.nn sich schläfrig bin ; Alice klagte über Kopfschmerzen; Olympia, die nach einem Fieber der Erwartung sich bei dem Erscheinen Gosafa's in Verthcioigungszu stand gesetzt hatte, sprach nur in kurzen Sätzen, und dcr Jndier beobachtete mit der ausdauernden Geduld seiner Nasse jede Bewegung deö schönen W:ibcs, das sich um ihn in innerem Kampfe aufrieb. Auch ergab sich keine Mühe, zureden; die Verpflichtung, das Gespräch im Gange zu halten um jeden Preis, fühlte er nicht ; nach dm Begriffen seincS Vot lt ist das SchweiaenDesjenigen, der das Bedürfniß einer Mittheilung , nicht emp findet, kein Verbrechen. UnsereLebensgeister sind matt, ö Her rin,-sagte er endlich. Möchten Sie unö nicht durch etwas Musik erfrischen V ' Ich kenne Ihren Geschmack nicht," erwiederte Olympia ungnädig. - Was Ihnen gefällt, nrnd auch mir gefallen." Schon bereute Olympia ihre unartige Antwort. Sie erhob sichund ging zum Klavier. Was wünschen Sie, Ernstes oder Heiterest" Nichts, als Sie spielen zu hören.' , . Starke Akkorde rauschten auf, unter brechen v:n sprühenden Läufen. Eine iriumphirende Marschweise entwickelte sich pLmpaft einherschreitend, von dem Ee tose wirbelnder Bässe begleitet." Frau Warburton stand leise auf ; Gs, fala'5 fragenden Blick beantwortete sie durch eine Bewesunz der Hand nach dem Kopf. Die lärmendc Musik hatte ihre Migräne vslluids zumAusbruch gebracht. Sie floh, um Ruhe zu suchen. Ihre Entfernung war von Olympie nicht ' bemerkt werken. Sie ließ du Trompeten ' weiter schmettern und hoch im Diskant die schrillen Pfeifen klingen. Es war als,,, ob sie sich selbst betäuben wollte. " v , Als d?r letzte Sftm verhallt tra 'ur nur das leise Rauschen deö Punkah? d'

stille störte,-welch: m dem Zimmer herrschte, hörte sie dicht an ' ihrem Ohn Gcsala's le'.se Stimme : So fäh:t die Königin einher Wenn sie über die Getreuen Heerschau hält, erhaben' über al, lcs Volk. & Wie aber neizt sie sich freund-' lich zu dem Geliebten in der Vollmondnacht ur.t r dem Mangobäume V : Olympia wandte sich um und warf el !nen , raschen Blick durch das Gemach. -ES war, wie sie vermuthete : sie war al klein . mit Gosala. ' Nur . der Punkahschwinger draußen auf der Veranda versichtete mit halb geschlossenen Augen seine zneeyanycye xueeit 1 1 w'vk :m. H Ich weiß nicht, wie Königinnm lic ken," antwortete sie mit innerem S3 ren. A:rU' 'um .Je Mel dn Stylz, dcsti nZötiger

n?t' baZ Verlangen, ?5t einen EZnuaeu

nichts sein als Weis." Ernahm einen Stuhlun ließ sich dicht bei ihr nieder, Tt. - M(ihn fv Vam ist m & ya ir i; gcgv'ry jr :,4P y Augen schauen kn?e..,, Im Nordwesten herrschte einst die xto&v& r5urum ano schahani. Tausende X Kriegern um. gaben ihren Thron, ihres leises Winkes zewättig. Gehorsam heischte ibxl Mrjestät, und jedes Knie beugte sich vor jbr. Über sie war unglücklich in ihrer Allmacht. Da lieh sie einen Weisen kommen und sprach zu ihm; .Siehe, Alles ztL .' i.-it-'i ..v v' Kit?.i rrx. i mir nieuoanig uno rrniulyigr xc vor Mir. Ich vm die Sonne, die mem Neich bis zu den Grenzen erleuchtet. Dennoch habe ich keinen Frieden in mir. sage mir, o Heiliger, was Mir fehlt. Und der weife Mann antwortete : .Ueber Dir, o Fürstin,' ist die Natur, die jedes Wesens Sehnen leitet. Freiwillige Un -erwersuna unter der Liebe Joch wird Dir den Frieden bringen.' Kandschahani Verstand die Wortes und wäblte einen Jüngling zu ihrem Herrn, i in dessen Augen sie langst seine Neigung gelesen. In gennaer Kleidung gm sie hm zu ,hm und sprach : .Ich bin Jali, die Bettlerin. Gib mir einen Platz in Deinem Hause, wo ia bei Dir ruhen mag. Ich will Dir dienen, wenn die Sonne brennt und die Sterne scheinen. Da wurde Kand schahanr glücküch." .Eine leme Wendung," saate Olhm pia, mit leichtem Spctt. Die Sage ist e Pi r r .. 'i , n ' i . . c!: ozararrenncy sur vas anoroorm ne tnu standen ist." Aehnliche kann rch in den europai schen Literaturen nachweisen. Nur sel len rst dem einen Aoue ein Vesuyt gauz lich fremd, deffen ' sich ein anders in der 'i ir . - , i zvlqrung oeroupr roiro. Kennen Sie noch mehr indische Mär chen?" ..Wie sollte ich nicht? Meine Kindheit war erfüllt davon. Aber nicht alle han dem von der Liebe. Will ich denn nur solche hören V ' Andere möchte ich Ihnen nicht er zählen." ' Olympia wandte sick halb ab. Su sind unartig, Herr Gosala !" . in n , zürnen ssxt mir r Sachte bemächtigte er sich der Hand, die in ihrem Schoße ruhte. Einen Au genblick duldete sie den elektrischen Strom ter sie warm durchrieselte rann sprang sie auf. Wo ist Frau Warburton ?" WeZhalb fragen Sie ? Langweile ich XWl v Olvm'Zia antwortete ihm nicht. Be klommen nek sie aus : ..Es ist unerträa lich heiß hier! In meinen Schlafen pocht und hämmert eö gewaltig. Draußen wird es Besser sein." Sie eilte hinaus auf die Veranda: Gosala folgte ihr. Dienstbeflissen kamen hraußen die Diener herbet. Fine Lampe !" befahl sie. , " Drn winkte sie den Dienern, sich zu entfernen. Hinter dem Tischchen, das die Lampe trug, ließ sie sich nieder und wies Gosala ihr gegenüber einen niedrigen Lehnftuhl an, unmittelbar neben dnk obersten Stufe der Treppe, die in den Garten führte, dessen Grenze, etwa fünfzig Schritte entfernt, dcr Fluß bildete. Dort, mein Herr, nehmen Sie Platz," sagte sie strenge. Und ich erwarte von Ihnen, däk Sie ein vernünftiges Ee sprach mit mir führen." Ich gehorche. Ueber welchen GeV. V I i . . genuano vesemen ie, unleryaittn zu werden M Olympia besann sich. Was halten Sie vom Christenthum, Herr Gosala?" kragte sie plötzlich. Ah auf dieses Gebiet wollen Sie mich treiben ? Sie hoffen, eine Diskus sion zwischen uns hervorzurufen? D nein, gnädige Frau ; entschuldigen Sie mich Ich mochte die Harmonie nicht gefährden, die zwischen uns herrscht." ES ist mir schrecklich, daß Sie ewig verloren sein sollen." Ist es wirklich ? Ich danke Ihnen für dies Wort. Doch fürchtenSie nichts, unsere Seelen werden dereinst zusammen fließen." Seltsame Vorstellung. Wenn ich sis nur fassen könnte !" (Fortsetzung folgt.) Der sogenannte UnfugsParagraph" wird demnächst die Schof fen des Amtsgerichts II. in Berlin in einer eigenartigen Sache beschäftigen In einen: Berliner Vororte besteht seit längerer Zeit eine recht leistungsfähige sreiwillige Feuerwehr. Trotzdem ist eine Polizei-Verordnung in Kraft geblieben welche jeden 'Einwohner ' zur Mithilfe bei den Lösch- und Ausräumungsarbeiten verpflichtet. Nun war vor einiger Zeit ein größeres Feuer in der Ortzchast ausgebrochen, das von der Feuerwehr bekämpft und gelöscht wurde. Die Ausräumungs - Arbeiten waren icdoch sehr umfangreich, weshalb der Amtsdiener mit einer Liste unter dem Arme von Haus zu HauS ging, um die säumigen Einwohner zur Brandstätte Zu rufen oder aber auszufordern, sie möchtcn einen Ersatzmann stellen. Auf seincin Nundgange kam der'Llmtsdiener auch zu dem Rentner D., dcr dem Beamten zunächst die Zumuthung stellte, für ihn als Ersatzmann einzuspringen, was jedoch 'abgelehnt wurde. Nunmehr erilarte der Rentner, er wirde glciH f oni men, er wolle sich nur umziehen. Und in dcr That erschien er bald darauf, aber im Frack, mit weißen Handschuhen und hohem Hute. Erregte er schon seiner Kleidung, wegen allgemeine Heiterkeit lö fand die Lachlust keine Grenzen, als T. immer einen oder zwei Strohhalme zwischen Daumen und Zeigefinger nahm und dieselben mit höchster Borsicht bei Seite trug.' ; Der Amtsvorstcher' wies schließlich den seltsamen Helfer vom Plätze, aber? dieser verwahrte sich cntschieden dagegen, weil er unter Straf androhung zur Theilnahme an den Aufräumungsarbeiten aufgefordert worden sei. t. Der Scherz" sollte durch ein polizciliches , Strafmandat von drei Mark geahndet werden. Da D. jedoch Widerspruch erhob und richterliche Entscheidung beantragte, so wird das Gericht zu entscheiden haben chb fes grober Un fug ist, im Frack und Cylinder zum , Feuer i gehen. . :

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3? ' Potödam Das Mausoleum, in welchem setzt dD 'Gebeine Kaiser Friedrich III. lnfyTtJ0 wird von fachmännischer Hand kölgcnKK dermaßen betrieben: - -' Ein uraltes Tiroler Kirchlein, die Grabkirche zu Jnttichen, hat bekanntlich ;, als Vorbild zu dem Mausoleum ge- ' i ' dient; es ist ein Kuppelbau mit oben ab-H schließender Laterne. Auf ünklem Marmorboden erheben sich zehn schwarze Syenitsäulen; sie stützen Bogen, darü.', ber tragen sie einen zweiten offenen, durch eine Ballustrade begrenzten Bo genganz, zu welchem eine Treppe mit F Geländer aus Schmiedeeisen emporführt. Ueber dieser Bogengallerie er- H hebt sich ein Rundbau, die Trommel, ' welche die Kuppel trägt, und darüber die Laterne. In tiefem Goldschimmer , ruht die jluppe! über dem hellen, Sand, steinban. und Palmen zwischen christ lichen Jdealgestaltcn, in Gedanken alt christlicher Symbolik f3ctcr)nen . Il'bie1':!!! Stätte als eine ewigen Friedens. 1 ' " 1 A tjt ir Cai kttiriH-Qttsolens, Die schwarze Säulenreihe ist durch einen adsidenartigen Ausbau untere brochen. Ueber dem abschließenden Bogen ist in Steinarbeit das Wappenschild des Kaisers angebracht. Zwei Engelsgestalten erheben sich zu beiden Seiten des Wappenbildes. Die Wol , bung dieses AltarraumeS ist wie die Kuppel in goldener Glasmosaik auS geführt mit dem Bilde deS Lammes Gottes in der Mitte, Durch drei gemalte Fenster in Rundform fällt licr vom Osten das Licht ein aus oie Marmorgruppe dcr Piet aus d em Altar, und auf die Grabplatte, unter welche? die sterblichen Ueberreste weiland Kaiser Friedrichs ruhen? gedämpftes Licht fällt ferner in den Grabesraum zwischen den Säulen durch Rundbogenfenster in zart abgetönten Farben; in ihrem Mittel kränz leuchtet das Monogramm Kaiser Friedrichs und seiner Gemahlin. In mitten des von einem Oberlicht matt erleuchteten Raumes befindet sich' daS Grabdenkmal Kaiser Friedrichs, wovon wir oben eine getreue Abbildung bringen. Der kluge Hofnarr. Markgras Nikolaus von Ferrara fragte einst Gonella, seinen witzigen ' Hofnarren: An welcher Art von Künstlern oder Gelehrten ist Ferrara am reichsten?" Nun,- war die rasche Antwort, .an Aerzten ist's am reichsten." .Du Thor," entgegnete der Markgraf, deren gibt eö ja nur zwei, oder höchstens drei in Ferrara.- Wa5 gilt die Wette, mein Fürst, daß, Ihr! unrecht habt und ich recht?" -5Jch Z zahle Dir hundert Zechinen, sprach Nikolaus, wenn das Unrecht aus mei ner Seite ist. Ist's aus der Deinigen, so bekommst du sieben Wochen lang an Z meiner Tasel statt des Weines einen Becher Wasser.- -uti , Mit zufriedenem Grinsen genehmigte Gonclla die Wette. Am folgenden Tage, einem hohen Feiertage, wo ganz Ferrara in die Kirche strömte, stand Gonella am Thor, dcr Hauptkirche und,ächzte ganz ' jämmerlich. Jeder Vorüberge hende und Eintretende fragte rhn, .iwaH ihm fehle. Zahnschmerz peinigt nrich,"ck stöhnte der S!arr, .fürchterlicher Zahnschmerz." - "M's Jeder der Fragenden war sogleich bereit, ihm ein Mittel dagegen, anzurathen. Und Gonclla schrieb alle Re repte und die Namen der Geber auf einen langen Streifen Papier, den er $ bei sich trug. Zur Mittagstafel bei Hofe erschien er mit dick verbundenem Kopse, erbarm' ltche Grimassen schneidend. Was fehlt Dir?" fragte ihn sogleich der Markgraf thcilnahmsvoll. Und Gonclla ,, ächzte wie schon früher: Die Zähne? ach. die Zahne!" Sem Gebieter säumte nicht, ihm sofort ein Linderungsmittel anzugeben. Ter Narr schrieb dasselbe auf und zog sich auf sein Zimm.'r zurück Hier schrieb er die gesammelte, Liste um, indem er die einzelnen Rathgebe,Mit ihren Mitteln nach ihrem Range folgen ließ, den Markgrasen aber selbstver ständlich , an die Spie sck)te. Des nächsten TageS erschien er, scheinbar wieder wohlauf, - beim Markgrafen uud überreichte ihm die Liste der Zahnärzte. Als. der Fürst seinen Namen an der Spitze, dann jene seiner Hofgrößen las, und zuletzt sogar .sämmtliche Marktwci ber Ferraras verzeichnet fand, lachte er nicht wenig undIäumte scinemiHofnar ren den Sieg ein, , Gonclla strich lachend seine hundert Zcchinen ein und labte sich nach wie vor an der Tasel mit feurigem Falernerwein. MAW' ' ., ,. , , , , , ,' mC..m . m ,, ; K;:pit!t;'" f , ,., , ,,,,:.! , " in 4 .;'iIii!iilii!S''i:!!';::j.,'' ;- L eb t ns Praxis. Viele Leute glauben, keine . Bevorzugung sei eine , : ".c vti 'a.Tie'!:,;;,;. . tturuazeLung. M? S'vß'w i in: . -Isi '' ,1; ,

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