Indiana Tribüne, Volume 14, Number 57, Indianapolis, Marion County, 16 November 1890 — Page 9
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H.T Tr.. fftt.tf 7rfllftA ..f"?)!.' l ,t! Lug au?, 11. October. Der Sonimer des Mtzres' ISO war doch w manch::: Tingcii eine sehr revo lutwnÄre Epoche. Hauptsächlich wegen de. Wetters. Denn wenn ich mich ge wöhMch m der. Lage befinde, mein Schicksal zu beklagen, das mir Arbeit auferlegt, wenn Ändere in die Sommer-, frischen gehen, so war es diesmal nicht unangenehm, im kalten August daheim bleiben und im Farmen Oktober eine -Ferienreise antreten zü' konnenp Wie Manche hatten schon Ende Juli die Winterkleider hervorgeholt und mußten sie nun gegen Ende' September wieder ernstlich gegen die- Motten schützen. Das war so recht eine Zeit sür eine' Gebirg -reise und die habe ich denn auch gemacht und will sie Ihren Lesern beschreiben. Dä ich aber dabei in den Kanton Tessin gerathen bin, so müssen Sie schon cm wenig Politik mit in Kauf nehmen. Wie der römische Schriststeller zur Kaiserzelt erklärte, eS sei schwer, keine Satire zu schreiben, so wird man mir zugeben, daß es im October 1890 , für einen Reisenden im Ticino nicht gut anging, kein Wörtlein Politik zu reden. Ende September war'S, als mich die grünen Gefilde Andermatts aufnahm en. Der Name des Ortes sagt Alles und gemchnt den Reisenden des Wunders, das hier fast 6000 Fuß über dem Meere ein Lrt.seinen Namen von Wiesen und Matten herleiten konnte. . Ehe man von der TeufelSbrücke in das Thal einzieht, - Hort msn rechts an den Bergen starke, tief tönende Detonationen, wie etwa jenes wunderbare Geräusch kurz vor Eintritt eine! Erdbebens, das sind die unterirdischen Felsarbeiten in der formidabeln Festung, die die Eidgenossenschaft zum Schutze der Götthardstraße gegen feindliche Angriffe vom Süden her anlegt. Ich bin oben gewesen, der Eingang ist aber selbst Schweizern derwehrt. Mein Gewährsmann, der dort 6 Monate gearbeitet hat und dem jetzt gleichfalls der Eintritt verboten ist, hat mir eine lebhafte Beschreibung gemacht pon den Dingen, die da vorgehen, die ich aber nicht verrathen darf, soweit als sie mir Wahrheit erscheinen. Dahinge gen bin ich so frei, mit zwei von den vielen Dichtungen aufzuwarten, die sich au dies Werk knüpsen. Der Bolksnrund sagt, daß der Commandant ein fein organisirteS Register von elektrischen Knöpfen besitze, um jede beliebige Strecke von je hundert Metern des GotthardTunnels in Atome zu blasen.- Auch sind die Kanonen so gut nach allen Rich tungen eingeschossen (wann und wo?), daß auf dem Wege der compliciriesten . Parabeln jeden Moment in Göschenen oder Altorf, wenn auch beide Orte unter dem Horizont liegen, eine feindliche Truppe vernichtet werben könnte, die sich trotz allcdcm durch den GotthardTunnel geschlichen hätte. So weit hat es, heute die Wissenschaft gebracht. Ungern verließ ich nach mehrtägigem Ausenthalt das herrliche Hochthal, das Hotel de la Prosa auf dem Gotthardkämme, ca. 6000 Fuß hoch, von wo der Bergriese Monte Prosa bestiegen wurde, der seine Schatten drohend in's Ticinothal hinabsenket. Es verlangte mich , aber nach der Bekanntschaft gerade dieser oberen Triconolandschaften, die von den Handbüchern wenig ausführlich behandelt werden. Man geht am besten durch jene finsteren Schluchten die Gott hardstraße hinab, bis die lachenden Gefilde um Airolo sich unten aufthun, zweigt dann aber schon ckus der Hohe rechts ab und gelangt an steilem Ge lande aus sehr gefälligen Psaden durch , eine blühende Wildniß halbsüdlicher " Vegetation ' in die ersten Dörfer des - oberen Thals. Troß des damals ireni ger günstigen Wetters war ich' im Stande, die beiden Alpenpasze zu oesuchen, die in's Val Maqqia ( nach Lacarno, führen, ersterer ist rauh und für Ungeübte gefährlich, letzterer , auch Dhne Führer zu unternehmen. . " In diesem Hochthal nun und bei seinen armen-Hirten war es. wo ich die ersten Spruhweuen der polittschen Hoch fluth jener Tage zu fühlen begann. Zu m einem Erstaunen fand ich in der ärm sten Hütte liberale' oder vielmehr rad: kale Wahlmanifefte jener starken Fas . - sung, die uns kühleren Nordländern unbekannt und unverständlich ist. Ich , hatte ganz andere Dinge erwartet, hatte qedacht, hier den , Pfarrer als, Wahl agentcn der Conservativen , anzutreffen und nun umrmgt mich tn fast zedem Dorf, wo ich den Humor besän, die po litische Stimmgabel hervorzusuchen, ein erregter , Haufe von schwarzhaarigen, dunkeläugigen Gesellen und redete aus mich ein, .als ob ich zwanzig oder mehr Stlnmen für die nahe 'Bolksabftim .mung'zu vergeben hätte. Da ward es denn auch m mir lebendig und ich be schloß, der Wahlbewegung etwas näher auf den Leib zu rücken, umsomehr, als ; meine bisherigen Berabestttaunaen m ' nen äußern Menschen in jene Verfassung qescht hatte, wo einem der Schuhflicker ' wie ein Engel Gabriel erscheint Aber ? dafür war a n Lugano Rath. Also ward die Gotthard-Bahn benutzt und nach kurzem . Aufenthalt in Bellinzona, ' ' . t?o der Kommissar Künzli Hoslaqer hllt und das einem belagertem Platze , der sudliche klimatische Kurort iuqano erreicht, als eben der Zapfen- ; ; ' streich der Brn:r Bataillone verklungen war. Aber :m Hotel fand ich noch Öf ! '.''!! . :i .! ! ! : -S . . . . ,i' .,, . '::......,.. . siliere m elfnger Unterhaltung, Ordo WMH7amenMndMinenZundWeWt 'stimmaitg'tl!!:wutöf rt für morgen früh i 'il'!:'::' ...,., -i:f.;,:i!isiii j i :-, .. ... ..n,. !:::, ,, ., K"' et r D ff t 1 5 ' li'si 1 ii t m !Ü t 3! ife'S i3n'! den Städten hatte nun, das war I sattsam jl bekannt, "' die radikale Partei allüberall das D Oberwasser, sonst hätte der Putsch vom l;if:gßlBtpttrttx nicht so glatt und. ohne zegltchm Widerstand gelingen können. We verhielt nch abcr die übrige Bevol Bevölkerung den liberalen Fördei rungcn betreffs der Versassungsrem siön gegenüber? Ich wuß.kur; an deuten, da d:?s? sich auf eine an
bcre , Wahleinldettung und aus d:e Anstellung sowohl der. Staatsräthe als . tr i :.:;. !t '; - -c i 'i'- ' -t L ".
ver AMlö' uns relsrmner ourcy otrciir Volksabstimmung beziehen. Was über diese Kapitel zu sagen ist. wird vielleicht noch aus den . folgenden Zeilen hervöp gehen. ' Mir aber war schon ' das Eine aus allen Gesprächen mit beiden Par ., : , ;,!''' '::. .1,. '!.:: . . j ' i't. -u'm L. . j T'L Ti L le:en uno aus vem eM oer camzene und Zeitungsartikel klar geworden, daß w Gemüther lm Großen ' und Ganzen sich weniger an deni Inhalt dieser ge Z.-f. CQ tltnt an-Uiiilart f5 11 '.S WlVKUZll, ICViflVH v ngi4u uiv mh Nerwnenlraqe: Wer wll realeren? Nur zu den Zeiten ' der Montecchi und "'',. .- apmetll lann es vw amlllenzeyoen, solchen ilppenhav gegeben habe: wie ! ich ihn hier geradeln Lugano gefunden habe. - Wenn nicht der Bund sie aus söhnt, so löerden diese Geschlechter sich nicht eher wieder befreunden, als Tiger und Löwen zusammcnwohn?n. Denn, wie mir eine rnhig denkende konservative Schweizerin richtig bemerkte, das Blut r w -i. t - s . r i . früherer -pouttcyer Morve yon mcyk auf zu fließen. Hier haben nun beide Parteien em gleichbelastetes Kerbholz und. einander nichts vorzuwerfen seit 0 Jahren. Ja, die liberale Partei hat sogar die einzige standrechtliche Err ' i - t . .ti . - . i :.. i!. icyieung aus oem ewlen, oie in oiesem Jahrhundert in der-Schweiz vor gekommen ist, ich meine im Jahre 1841. Die Geschicke dieses Schmerzenskin des der Eidgenossenschaft haben seit Langem avwechielnd in den Handen zweier Parteien aeleaen, wir wollen sie her Kürze wegen die Schwarzen und die d'iotyen nennen, denen die ')uto samten lelbzt dem,Numen nach fremd war. Meine 'Sache mußte es sein, diesem Nouyt-odir-Spiel möglichst objectiv gegenüber zu stehen und auch die Ge müther' der Conservativen einmal kennen zu lernen. ' Daher, und auch um noch einen 'weiteren Bergriesen zu -be- !.. . . - : ' 'ne . . zmmgen, umernaym icy emen 'llSstug in's Välcova,und zwar am Z. October. Als die Schuhe -geflickt, der Ranzen geschnürt und. der Bergstock mit einem Extranagel versehen war, stand auch schon der Wagen vor der Thür, und an der Seite eines Freundes fuhr ich ins sonnenbeschienene Cassaratethal hinauf. Noch Prangte Alles im Schmück des St? Martins sommers, wie der Jtaliener diese Zeit des Jahres nennt, noch glühte die Traube purpurn im frischen Laub' und' ragte das üngeschnittene Welschkorn mit seinen goldenen ' Kolben aus dem grünen Dickicht. , , Das Thal ist ungewöhnlich breit und von- Höhen Bergen und malerischen Dörfern eingerahmt.' Erst in Tesserete. wo ich' die Post in's Valcova erwischte, rücken die steilen Gelände näher an den Fluß,, und im oberen Valcova befinden wir uns schon in einer halbwilden Gebirgslandschaft. Dort war, mein Nachtquartier. Gruppen von Leuten, standen auf allen Straßen, .vor allen Häusern in eifriger Unterhaltung. Das WirthsHaus ungastlich kahl und unterwüchsig wie alle Bergkneipen, war ' offenbar Hauptsitz der Wahlbewegung ; in den oberen Räumen tagte das conservative Comite , in Permanenz und viele Liter rothen Weins 'wurden hinaus geschafft. Aber, Alles ! ging" ordentlich m und ruhig her. Freilich waren die Leute erregt, wenn auch sicgesgewiß. und meine Nach fragen nach'einem Führer brachten mich bald mit ihnen in Berührung und in enge Beziehung zu ihren , polnischen Schmerzen. Diese discutirten, sie gern und lebhaft, über ohne das Element per sönlicher Gehässigkeit . hineinzutragen, das mir von Lugano und Bellinzona her so widerlich in den , Ohren klang. Im unteren Wirthszimmer aber, wo ich, mein isrugales' Abendbrod einnahm sah es etwas anders aus. Hier schwankten einige junge Burschen mit rothen Federchen am Hut und mit noch rötheren Gesichtern zwischen Thür 'und Fenster, sangen Lieder stark revolutionären InHalts ; die K arten spielenden Männer aKMschschlugeng . , ' .,..:.! m ". " .. r . r- r a,v), wenn ,! ie krumpfe pticn, ' rurz der Wein hatte seine Wirkung gethane Wenn ein Geistlicher, sich sehen ließ, wurden Anspielungen gemacht, daß man trotz alledem .den Klerus respektire ; hereintretende Konservative ließen eS nicht an t witzigen Reden fehlen, so daß mit meiner Kenntniß des Dialekts mir bald klar ward, wohin ich gerathen war: in das Zimmer ! des kleinen, hauptsächlich von Lugano auS inspirirten und unter hältenen radikalen WahlvereinS. der in diesem Thal etwa ein Achtel aller Stimmen hat. ' Morgen galt es früh auszustehen, um die Besteigung deS M. Camoghe zu : ermöglichen, daher ich bald in's Bett kroch. Aber lange noch tön. ten die Schritte der neben mir versam m elten K onservativen und das Bachanal der unten hausenden Radikalen in mein chlamemach. . ,, ; r ß: ; Um drei Uhr weckte mich mein Führer zu neuen Thaten und beim Mon- . :'?'. yi ;. ? jl :. i n : "":: ! . . :; . f, denjcheiN zMachten wir uns aus die Soh len, anfangs durch schattige Wallnuß Holzungen, dann die Wesen hinauf. dann die Hange und das übliche Geröll, bis noch im Dämmerlicht der scheiden den Nacht der Kamm des M. Garstrolo ' st'. ' t ".'-i:, . t.' ' , - errncyl wuroe. eiver loiinieu wir wegen des Halbdunkels den näheren aber gefährlichen Weg am Nordadhang des. eben genannten Berges nicht benutzen und mußten eine große trecke hmabsteigen bis zu den Oberen Alphütten de Jsonethals, z das sich gegen Bellinzona öffnet. Vor uns lag im Tages grauen der Monte Camoghe. eme u geheure Tigerkatze oder Sphinx vortäuschend, me aus dem grünen Massiv des Haupt stocks,.ruhte.KM Da sollten nur hinauf und nun erst rtsttfi in fisls ftnrtü t?r tnv brlta. "7 ... j .. v vvt witv seit drei Stunden anstrengend bergauf marschirt ist, weiß, was für ein Entschluß zu solchem Abstieg gehört; und in of tsiJ . . vtm xwzhuik wuro mir meine WhMpathie mit Till Eulenspiegel besonders klar vielleicht noch mehr, weil er mein Landsmann war. - Der arme ZiegenHirte fteilich, der mit uns hinab, und ein gutes Stück hinaufstieg, um der ver sprengten Heerde zu pfeifen, machte die Expedition ans leinen Holzpantoffeln
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über Stock und Stein. , als oo er im Tanzsaal sei, und war meinen mürbe gewordenen Kmezelenken beständig in provocirender Weise um einige Deka:ucter voraus. Endliche brach die Sonne durch und vergoldete alleGipfcl ringsum, und im rosigen Li :: erreichten wir den Kamm der Camoghe, da wo die Sphiux anfängt. Was sich für mich hier oben präsentirte, , war schon geuug Bclohnung: ein großes Stück des TicinothalS und die gesammte Kette der Alpen vom Monte Rosa bis zu der Ortlergruppe. Aber wem Führer ließ nicht ab mit Berlockungen und Versprechungen von qzö
Bereu fingen, so oa wu wmucy nacy viertelstündiger Rast bei trockenem Brod 4 .' f . t . f . F f ohne Waszer den V ersuch machten der steniernen Sphinx auf "den Buckel zu sieigen. Das war nun freilich unauSführbar, - wir waren in Gefahr gewesen, von diesem scharflantigen Rücken rechts oder links in steile Tiesen abzustürzen, so gelt es also,', einen andern Pfad zu finden. - In der That . konnten wir an der Nordseite, wenn auch oft am schwin. delnden Abhang' eine Spur entdecken, der wir mit Mühe bis zum äußersten Ende des. Grats folgten. , Dw hier seit einigen Jahren aufgeführte geometrische Pyramide hatte ? es . mir übrigens schon nahe gelegt, daß der Weg unausführvar ien woyin, oie anmezicr mit oen Fernrohren, Wasserwagen und Azimuthkompassen gelangen, dahin mußte auch für uns die Passage frei sein. Von diesem Gipfel die Aussicht zu beschreiden,, ist fast unmöglich, der Monte Rosa liegt wie ein schneeweißes. Bollwerk mit r ' iß "' ...'. i. .' ii l . " " arz. gecynzsenen aceiien vor oen übrigen Alpenforts, scheinbar in ttlch fter Nähe, Deutlich trennte sich von ihm der Kegel des MatterhornS ab und ich erkannte sogar daS Matterzoch. Unter uns der Monte Salvatore : bis Lu gano, sowie der Monte Cenere, der das Tessin m zwei Halsten theilt. Von den Seen war nur der obere Theil des Lago Maggiore mit Locarno und dem, Delta der Maggia zu sehen, alles Uebrige, Lugano, Lecco und die Gegend von Bellagio lag im Nebel. Sehr klar prafen tirte sich das gesammte Ticinotha mit der Gotthardbahn, Bellinzona lag noch im Schatten unseres Berges, doch hatten wir vor unserem Ausbruch etwa um neun Uhr Morgens die Freude, dort dlt Sonne über der radikalen Partei aufgehen zu sehen. Eine solche Bergtour auf ca. 2300 . Meter Höhe ist bei nassem Octoberwetter keine leichte Arbett, und nicht ohne an mehreren Berg strömen tiefen Trunk gethan zu- haben, gelangten wir kurz vor zwölf Uhr ins Wirthshaus zurück zur Ruhe, zur "'... . i . . m r . i r t ' m . i suppe, zur zoroereliung für oie Pv'i. Vor der, Rückfahrt nach Lugano Ab schied von den guten Tbalbewohnern, sogar nicht ohne Herzlichkeit. Unter diesen Leuten .waren .viele Vielgereiste aus Amerika, England, - Frankrelö Teutschland, alle von der Anhänalic keit ans, Vaterland w'eder in die Heima.th zurückzelockt. ' In Tesserete rück ten gerade Berner Truppen ein, eine Kompagnie mit Hauptmann und drei Lieutenants. Die Leute sehen' aus wie zunge Landwehr, die meisten haben Eheringe an den Fingern. In Lugano, es war am-Samstag Abend, horte der In bel über die aus weiter Ferne ankom menden Potanten gar nicht auf und setzte sich am Sonntag fort. Sonst war Alles ruhig, auch um Tage der Wahl, so daß ich am Nachmittag einen. Ausflug nach Luino ins , Italienische zu unter nehmen vorzog und : erst am . Montag Morgen zurückkehrte.- Die Wagenfahrl zurück, das renende Tresatbal entlana. belehrte mich über den ( Auszang der Volksabstimmung : ' in , ' konservativen Dörfern Alles ruhig, die großen Manifeste mit dem ,, kategorischen Xo" schienen : sehr"' wenig am Platz. - In den Dörfern mit den Manifesten des liberalen Li" dagegen 'eitel Jubel. Freude und Fahnenschmuck. , , Diese Festesstim. mung nahm fortschreitend zu, je näher ich Lugano kam, um hier auf dem össentlichen Plan seinen Gipfel in dem blutroth angestrichenen und mit Flaggenge schmückten Frciheitsbaum zu findenden die Menge bei dw Klängen der, Musik in die Höhe richtete. Dazu knallten die Böller von allen Seitens ! :Nun ist der Jubel verrauscht und am 11. October kann man in Ruhe'betrach. ten, was der fünfte brachte. VorAl lem die Nothwendigkeit der Verfassungsrevision und zwar mittels einer Constituante. : Da nun das Volk mit der bekannten Mehrheit von 89 Stimmen ent. schieden hat, daß es seine . eigenen Staatsräthe und Unterrichter wählen will, da es außerdem schon den großen Cantonalrath und 'die Mitglieder der Constiruante wählen muß, so bricht für den Ccmton Tessiit eine Aera von Wah. ,,WWL!öMschlimUW werden kann. Der Tessiner wird für sechs bis acht Wochen nicht aus dem Taumel herauskommen und Gott weiß, wer alle die Kosten bestreiten soll, um die fernen Wäbler herbeizuholen. Da sind nicht allem Eisenbahnbittets zu zahlen, sondern auch mehrere Tage Unterhalt ü.id Entschädigung für verlorene Zeit. , Die Comites sollen diesmal Summen bis zu einer Million auf jeder Seite veransgabt haben, und das Geld bleibt nicht einmal im Lande. Sicherlich wäre dem socialen Kriege und dem finanziellen Ruin am besten vorzubeugen durch eine parteiloseUcwe Mischregie, rung. Ist diese'niögli?S!UWMM "j'iV1 DaS Fechtfchiss. ' Es ibt Pechvös el aller Art, sowohl gefiederte, als ungesiederte, zweibeinige und viersüßige. Pechvögel von Städten, Häusern, besonders aber von Schiffen. Zur letzteren Sorte gehört zweifelsohne Seiner ottomanischen Majestät weiland Fechtschiff Ertogrul". welches kürzlich laut telegraphischer Meldung mit Mann und Maus in den japanesischen Gewässern persunken ist. Wären bei dieser unglücklichen Affaire nicht sechshundert Menschenleben vrrloren gegangen, fürwahr, die Geschichte vom seligen Erto grul" wäre sonst recht lustig.
Der ..Ertogrul" betrug sich nämlich nicht wie. cin.Gezechtsschiff, was er ja eigentlich seiner Flagge nach sein sollte, sondern auf seiner Reise von Stambul nach dem' Lande der ausgehenden Sonne focht er sich schlecht und , recht auf, der Wasserstraße durch, wie sich die HandWertsbursche alten StvlS seinerzeit auf den Landstraßen durchgefochten haben. Daher den Namen Fechtschisf.,,. Der Ertogrul" war kein Jüngling mehr, nur zwei Jahre fehlten ihm auf das richtige Schwabenaltcr, welches bei heutigen Kriegsschiffen ein wahres "Me-
thuzalcmaltcr veoeum. . , Einen großen Theil dieser Lebenszeit brachte er auf festem Lande zu. Obzwar bereits 1853 iem Kiel gestreckt v . , . jt e t . ' wurde, o vervnco oas aurzeug jcaier ein Dezennium aus der Werste von Terse-Hanch. Eine hübsche Vegetation von , Gras und Unkraut umwucherte seinen Stapelboden und als mun ihn endlich inSee lassen wollte da bezeugte die Fregatte eine solche Anhänglichkeit an die Mutter Erde und einen solchen entWebenen Widerwillen gegen ihr zukünftiges Element, die See, daß man vor der Hand deck Schiffe seinen Willen lassen und, den Stapellauf aus einen Zeitpunkt verschieben mußte, in welchem sich das Fahrzeug in besserer Laune befinden werde. Erst zwei Jahre, nachdem Abdul-Aziz den Thron bestiegen, erin nerte man sich 'der halbvergessenen Fregatte. Sie war anfangs als Segelschiff projectirt,' dann zu einem Tampfpropeller umgewandelt worden Der Sultan befahl endlich den Stapellauf, der an einem Freitag und noch dazu einem Dreizehnten von statten ging, was durchaus nicht nzch dem Geschmück des christlichen Werkmeisters war indeß bei den Türken keinen Anstoß erregte. " da der Dreizehnte ihnen ein indiffcrentes Datum ist, während Djümanun, der Freitag, für sie. den Sonntag bedeutet. Das Schiff war diesmal bei besserer Laune und es schoß mit einer r f ri . 1 " . rc i " Qiü)tn u)eivan ins goioene zyorn, oazz vr tfiirrn HUmiUHU ? vi rtl A ZlrC him i.iuii uiti, utirnurni, (9 iiuut ein Stückchen davon abbrechen. Aber dazu gehört schon ein wenig mehr. Bei der Tause, wenn überhaupt von cmer solchen in einem musclmannischen Reiche dir Rede sein k aitti, erhielt das Fahrzeug den Namen Ertogrul". zu deutsch,, der gerade Manu, zu Ehren jenes seltschukischen Nomandenhauptmauns. welcher Osman, den Gründer der herrschenden Sultandynastie, erzeugte. ' Vom Schiffs pathen selbst wissen die türkischen Rcichshistoriographcn nur zu erzählen, daß er einst beim Lesen . deS Korans eingeschlafen und darüber einen sehr lebhaften Traum von der künftigen Größe seines Hauses gehabt, . sonst sei er fein Leben lang ein patentirter Pechvogel geblieben. Nun, in dieser Hinficht hat der hölzerne Ertogrul" seinem längst im Schooße des Propheten ruhenden P athön 'alle Ehre g em acht. y Er war und blieb 'Pechvogel.' Schon bei seiner ersten Ausfahrt in die- kretensischen Ge Wasser passirte ihm allerlei , Malheur. Die Kessel funktiönirten nicht, das Steuer gehorchte nicht,idie Scc vertrag er nicht und vollführte Kapriolen, als wäre er vom Veitstanz besessen. . Und erst, als er aus irgend einen boshaften griechischen . Vlokadcbrcchcr Jagd zu wachen hatte, da gab's ein Schauspiel für Götter. Die englischen und Röster reichischen Sceofficiere, . welche . vom Bord ihrer Schisse aus Zeugen dieser Episode waren, bekamen alle förmliche Lachkrämpfe. Es war aber auch drollig. Stellen Sie sich gefälligst eme flüchtige Antilope vor, auf, weiche eine Schildlrölc Jagd machen will. Hinter dem, schlanken, pfeilschnell dahinsausenden peloponnesischen Klipper kam der plumpe Ertogrul" nttteWÄK schwindigkeit" von' sechs , Knoten per Stunde dahergekrochen. Vergebens bechwor d er t ameri kanische Sch iffslieutenant Hancock Effendi den, Kapitän,, er möge cnt'.redcr die Jagd aufgeben oder miz pcrittcm Kesfc ocr antwortete mit .stoischer, Ruhe," daS erstere sei sträflich,' das zweite schädlich, woraus erkoransest hiuzufügte: Beliebt es Allaldaß wir den Giaur fangen, so brauchen wir nicht schneller zu fahren, beliebt cs ihm nicht, so wird uns auch der sorcirte Kesselzug, von dem Du säsollt, nicht helfen.- c Tabel blieb's und die Jagd zwischen Antilope und Schild kiölc würde bis znm jüngsten Tage gedauert haben, wenn nicht die griechischen Insurgenten ein , Einsehen gehabt und ihren Frieden mit dem Sultan gemacht hatten. ' Zwar, nicht lorbeerbeladen, doch immerhin' mit heiler Haut kehrte dcr Ertogrul" zurück nach den heimi' scheu Gestaden, olzne daß ihm auf dieser Reise weiteres Malheur passirt wäre. t : " 1 .W 'S' !.: " 5'"' '. . '" SM!"' . " Einige Jahre ruhte er nun auf emen orbeeMMMJiMM "nclM'rDD? gcnschein zit coustatiren vennag, recht stattlich aus, besonders nachdem er durch die Großmuth der Hohen Pforte einen funkelnagelneuen . Anstrich bekommen hatte, der mitleidig die unterschiedlichen Blößen und Gcbreste deckt e. Ja, wenn man ihn da so in , majestätischer Ruhe vor Anker liegen sah in seinem silberweißen Jarbenkleide, mit seinen sechs undfiebzig Metern Lange, fünfzig Fuß Breite lind seinen einnndvierzig in den B atterien verthei lten Geschützen, sc konnte ein Laie daö Fechtschiff für ein veritablesß Gefechtfchiss halten. Als Abdul Hamid die Nachfolgerschaft seines Bruders Murad V. antrat, kam er snächHarelangerUPW ,Mc1iönMttIsöllDfusHdM Horn - heraus und in den Bosporus hinein, um vor dem PalaiS Dolma Bagdsche während des Eelamlik de? ,neuenSültans,udeffliren.' Ich war selbst staunend Zeuge seinem Leistung und sah selbst mit an. wieder Ertogrul" ans seiner etwa viertelstündigen Fahrt die neue. Stambulbrücke, welche den nächsten Tag dem Verkehr hätte übergeben werden sollen, über den Haufen fuhr, worauf er mit Ach und Weh .unter tausend Nöthen nach dem Arsenal zurückgeschleppt wurde. 'Whrend des russich-türkischen Krieg's.Zcllte
dem Ertogrul" die Ehre widerfahren, den , Admira l? Ho bart Pascha ; n ach Batum zu überführen, doch der türkische Brite meinte kaltblütig: Ich will kein
i t. . r . -st.km ..V. r..6 mvrver ivz i ueu u u . j u 4 1.;-. in u einem anderen Schiffe. In den folgenden neun Jahren, blieb der Ertogrnl" , daheim , und mied, ängstlich , die ?'' 4 !i::i''ila:i!i;'V:',-' See, so daß ihm abwlut mchts paznren k?üntL'':Da?nu öiWSrl'McIen'zMM z!n,emim5itr:denbSsen Gedanke ' ein' zebe de Erlogru wieder repariren und auf den Glanz herrichten zu lassen. Das Schiff wurde also an's Land gei '. ß ., ,hiv .. ,t ,:i,vii jjiiij.,. ' 1": ' " v 1 ,'iiiiu. V ,- - ;ogcn, ans welchem es sich stets so wohZigefühlt.-' 4 J: l1 L v,"':,v l1:" 7 Es kam auf, einen inichen Stapel und M,'6$to gelassen. Es hatte bei diesem Verjüngungsproceß 'ein sehr angenehmes Exterienr bekommen, obwohl , es seinem inneren' Werthe 'nach' noch immer der alte Adam mit allen seinen Lastern und Fehlern, war.' Von ' außen jedoch Prä scntirte sich der Erlogru!" als eine schnlucke, gedeckte" Korvette von : 2344 Tonnen Gehalts Ach.- es war der ein zize Gebälk welchen die vom Erogrul" ihr eigen nannten.' - :::;vr . s ; 2 öS B ctjiff oUt e tt un : crid l tc in bie fernen Meere, um sich seine Erzeugungsund Adoptirungs kosten.- sowie semen Platz in de r Flottenliste zu verdienen. Man schickte es nach dem fernen Japan mit der Bestimmung, den-Orden, den Nischan-Jmtiaz, uoiÄbens in Brillan ten gesaßt, dem dortigen Kaiser zu überbringen. Dem Ueberreicher desselben, Vict-admiral Osman Pascha, gab man zwar keine Rciserorschüne. sondern blos den guten Rath.- den seinerzeit der Ehrenmann Jago gab: Thue Geld in Teincir Beutel, , wobei man ihm sreistellte, dieses Geld sich aufzutreiben, wo es ihm A . ' - f. .: ; v ... , ... ,i
Das Schiff selbst sammt seinen sechshundert Mann bekam nicht einmal die : sen Rathschlag, sondern nur das Versprechen, man werde Geld nachsenden, als : Reisezehrung ,Bis zum Rothen Meere ging ' die Spritzfahrt ziemlich glücklich i?o : patf enV qi3ec jeri jeitiS üc wollte es nicht mehr lngen. In Aden qingen ' schon die Kohlen aus,, und die gnze Privatbarschast''des Schiffsstabes und , der Mann schaft , reichte kaum aus, so viel Brennmaterial einzukaufen, um die Kambüsen, die Küchenöfen zu, heizen. " Vergebens telegraphirte man nach Stambul um Geld' auf 'Kohlen. Die Antwort war: Vnm jok, d. h. kein Geld da, was braucht' ihr ! per Dampf zu fahren, habt ja Segel und Masten. Der Ertogrul" setzte nun seine Rechnung aanz auf Aeolus und brauchte diVerse Wochen, bis er endlich ins Wunderland' Indien, nach Bombay ' kam Hier hoffte man Geld zu finden; es war die höchste, Zeit, denn alle Vorräthe waren aufgezehrt und die bösen Engländer wollten den nöthigen Proviant nur gegen bare Rupien verschleißen. : Abermals wird nach Hause telegraphirt und wieder ' lautet ' die Antwort : ?ara i: : yokl 7 Ein' mitleidiger Oesterreicher streckte endlich soviel Baargeld vor, daß sich die Mannen, vom Ertogrul" nach langer Fastenzeit einmal sattessen , und das l: Schiff weiter gegen Osten drehen konnten- Eine, ähnliche Leidensstation war" Singavore. Hier war auch Osman Pascha, der bisher der Krösus an Bord gewesen, so arm wie' eine Kirchenmaus angelangt. Er hatte keinen Knopf mehr und seine Epauletten waren das ; einzige an Goldes Merth auf dem Schiffe. Allerdings war auch der brillantene Nischani-Jmtiaz , da und einige Bosewichter sprachen schon davon, daß es nicht schlecht wäre, denselben zu versilbern oder wenigstens zu versetzen und so die unfreiwillige Hungerkur der Equipage zu bemden. Aber das widersprach dem edlen Sinne , Osman Paschas, und er erfand ein anderes Auskunftsmittcl. Er hätte an Bord so eine Art Schiffsmusik, und diese schickte er an ' Land damit sie etwas Geld verdiene. ' Das erste Debüt der musiziren den Türken fiel nicht besonders glücklich aus, sie wurden zuerst ausgepsiffen, dann aus dem betretenden Lokale hinausgeworfen. , Aber das focht sie nicht an, sie probirten es ein , zweites Mal, ÄL'sleheisD'KWM'MWM , . Die Hinterindier fanden die türkische Musik immer mehr nach ihrem Ge- ' schmack, die , Kapelle rentirte sich schließ lich, und den Rest, den man zur Weiter reise brauchte, focht sich die Mannscbast vom Ertogrul" auf l eigene Faust heraus. . Ebenso ging es in Hongkong. Macao und Kanton, und endlich hatte sich : der Ertogrul", der es als Fecht schiff" bereits zu einer hohen Virtuosität gebracht, glücklich bis nach Fokohama, sein Endziel, durchgefochten. , Der Orden l ward überreicht) aber Geld fand sich keines aus Stambul vor. Darauf aber waren die Ertogrul-Männer bereits gefaßtMnd sich tapfer in die Türkei wieder zurückzrnechten.WfDatftam schrecklicher Taifun dahergerast und raachtc !; de r? Ofchsscc des Ertogrul" ein Ende. Mögen die Wogen des Stillev Oceans dem Fechtschiff leicht sein. , Und die Moral von der Geschicht', , Reis, ohne Reisevorfchuß nicht. '''$S&( iwvP.V. -0$? 'iT. 7 ' ":i'":"' .," :' 1 ZDaö S?)ach spiel und seine Opfer. Deutet die Geschicklichkeit bei Schachspiel auch eine Thätigkeit i irgend einer anderen geistigen Arbeit an oder ist sie blos eine einzige Fakul tät, die. obwohl von hoher Fähigkeit, dennoch eigenthümlich und für ander, Zwecke unbrauchbar ist? Bei den Dilctantcn, welche, sich dem Zeitvertreib des Schachspiels widmen, sind die Ansichten hierüber etwas getheilt. Eine bedeutende .Zahl uninteressirter Liebhaber des Spieles drückt sich über die' praktische, Wichtigkeit des Schachspieles rn negativer Weise aus. Diese Leute behauvtcn.. daß das Spiel die geistigen Fakultäten derartig in Anspruch, nimmt,, daß' kein Raum mehr übrig .ist,, für die 'Entwicklung jenes ",,' ,, ; . ::!;;.:.. ,-: ' ... - , , .-"- .
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Quantunis Ten gewöhnlicher Jnteltt-, acnz. welches 'iür Gezchäsisbedürmine im alltägliche Leben erforderlich ist; sie vertheidigendie Ansicht, daß die Ausübung des Spieles eine verderbliche .Wirkung auf 1)ie Spieler hat ) Sie wcistn uf die Thatsache hin, dan limten des Schachkizniae' arm, daß iTch;. ; ch cn wirklich verhungert sind und daß andere ihr ganzes Leben lang demi Trunle Z ergeben waren," wahrend' die Nehrzahl'.?er prominenten Meisler, welche, durch 'das Schachspiel ihr Leben fristen, s nicht . einuinl- so viel wie ein geschickter Arüeiu verdienen.' Schließ lich wird n?Ä anzcfübrt. daß diepromi lientesten unter dtSchachspielern. wenn sie sich auf einem ' anderen Berussgebiet verjuchen, höchst . zelten das i Durchscknittsman, der! Befähigung ,, über schreiten. ' i " - ; ; - Der berühmte IZeister des Schachspiels, . W." Steinig drücke sich über , obige i, BemerÜingem wie, 'folgt aus: Jene Behauptungen enthalten . viel Wahres, aber auch - litt jicbertriebenes. Bei diesem Spiel gibt es seinen Zufall, , sondern das Resiltät ' h.wgt von ' der Ausübung unserer " beftenr, Kräfte aH. Wie-, athleüsche Ucdungen,' dazu bei tragen, die physischcm K rUte des Körperö zu entwickeln, so ; sollte auch Sckach. welches ich daL Wyinnasium des Gehirns ' nennen möchte, da eS ein intellektueller ZeitderdÄb .ist, die Ent. Wicklung der' geistigen Nwfte fördern und natürlicherweise Eigenschaften heranblldcn. welche N?thwe:oig sind, um im Schachsviel Tüchtigkeit: zu erlangen. , Was die Fälle von Betnkenhest und Wahns'n i betrifft, wele 'als ! Beweis gegen die Nützlichkeit dZ5 Schachspieles hervorgebracht 'werden.' so glaube ich nicht,; daß? denntige .'Fälle '5., bei. den Schachmeistern zahlreicher : sind, . wie bei irgend einem Mderen.Bcralfe..,in welchem .das Gehörn und , t)ie, 5ccroen sehr stark in Anspruch , geiwmmen , werden. Wie viele dieserWißgeschicke durch erbliche Neigungen verursacht wurden, ist schwer zu isagen. Jedctrfalls ' werden diese . Au ?:ia!n7.en durch die 'erwiesene Thatsache ausgewogen, daß die Lebens. weise der Turchschnitts Schachspieler eine bessere, edlere ist, wie diejenige der übrigen Menschen." rThomas HanhÄuckle der berühmte englische Schriftsrcller, war als Meister im Schachspiel bekannt,- ehe ersein in alle. Sprachen übersetztes Werk Die Geschichte der, ,, Civilisation" - verfaßte. Er war - reich und' nicht ' Schachspieler von Berns; , lvie StaüntOS uns erzählt, verZucht"cr,in,.Dreden,. durch einen Sprung 'aus dem Fenster Selbstmord zu begehen s , J.'LoewMthal, ein Ungar, wär ein protesZwnÄer SchachspZcler; er ging nach London, um dort sein Leben zu fristen. Wie, seine ZcirZcnJsscn behaupten, war er sehr cig?ncrtig und wäre sicherlich vor! Hunger, cstcrben, wenn ihm nicht von Seiten, der "Amateur--Elubs pekuniäre , UnterziAtzung zu Theil geworden wäre, " ! Der Wiener Horwitz,,, ging' ebenfalls nach ' London, wo ihm, der Hnngertod in's Gesicht starrte, und er mußte wieder nach , Wien zurückkehren, um nicht zu Grunde zu gehen. ; war ein ausgezeichneter Saachspicler und starb miltellos.,. ' ,.,, ; :. ,,'!-: ' ' Dubois aus : Rom, mußte ebenfallZ London, wo er als professioneller Schachspieler gelebt hatte, verlosten, um nicht zu verhungern. , - z.,,. Falkbeer, ein anderer Wiener Meister, welcher in London dieselben trüben Erfahrungen- wie seind Vorgänger machte und nach Wien zurückkehrle, wirkte daselbst als Journalist.' Er muß daher zu den Ausnahmen gerechnet weri-' :';'); ';!!. ,.. !; 'i, ...,':: - ' DCltv;:-h.in;r::.r- j.;p-- .. - J;; LabourdonnaiS, ein berühmter jran. zofe, starb in London wirklich des Hün i gertodes. ,.. ' , '. 2 "-,y, ... :i Kiescritzky, ein Pole, wurde vor HllN: ger wahnsinnig und starb in einer Irren anstalt in Paris. , . , 1;, . ; :" Neumann, tcrn Zeitgenosse - Kieseritz ky's, Serieth durch das Schachspiel in gänzliche Armuth, . wurde, wahnsinnig und starb in einer Kieler Anstalt. . ; r i I. H. Zuckertort, der, mit verbünde nen Augen sechzehn Schachpartten spie, len konnte und als Sieger aus dem berühmten internationalen ? Londonei Tournier ' in 1883 hervorging, mußte sich von seinen Verwandten und : Freunden ernähren lassen. In seinem Be nehmen und seiner Spreche warmer ein Idiot j!.;,!?',;! ' ,-ii ,'LU n-';' ". ,Z,l,,!,,, ': 7? ' W i-'A'V''''1 " :;: i1 " ' J- fi i'-'r ' John Wlsker, ein großer englycher Schachspieler, starb arm und als Gewohnheitssänfer!; NCecÄdeWerreMttM ttnd desgleichen J'ameS Mason, ein Jrisc!Amerikaner, einer der taleutirte ,ZtmMpielerKttHel IWrienDHneZiw theM oen.iHft?!? WMinckvitzMverMWM Theorist, ist wahnsinnig und der Trunk' sucht verfaßeE,:i?:;;i:i Starbrück und Leonard, DeutschAmerikaner, verhungerten , in , New VMf0'fft0 i iii Möhle. der Sohn reicher Leute, war so heruntergekommen, daß er auf Villiardtischen schlief, weil er ' kein Heim hatte. 1 Capt. Mackenzie, der Gentler.ian der Schachspieler, hatte einen schweren Kampf um'S Leben durchzumacheu. bis er in New Fork bu dem Manhattan Schach - Elub als Lehrer angestellt wurde. In den ersten elf Jahren seines Auf. enthaltS in London ging es Herrn W. Steinitz außerordentlich schlecht und er wäre wahnsinnig geworden, theils in Folge eines Sonnenstiches, theils in Folge der in verschiedenen Fachblattern erschienenen Angriffe, auf ihn, wenn er nicht in einigen Spekulationen pecuniä-. ren Erfolg gehabt hätte. Er betrachtete es für ein großes Glück, daß er nach diesem Lande kam. . Bird war früher Buchhalter faßte aber eme.. so groe Neigung .für das
Sch2chsr:ol. d2h er demWe:i"? opferte. ' 'C-ezc:'.'.rä::iz lst cr al- cihia' Reporter an der London Tim:-" an' gestellt und mit dem SehaM Itnd)dem pekuniären Beistand , seiner 7tteur.de rermag er, sich leidlich über Wasser halten. ; ' ,
es ven:".!tc. .' '.e a" i . f'i'' - i''f-' iSfjiunb.pa5rn:g;p eK.Schach spulen-, ist kany WAnickii :MN werden, ' Morphy war der o.! re. k. svltiril lk ct,i und als ,chachzp:czer..,. Lnstrettlg' cm ukergcnSlnNich - lasciüirtcr Meister. Nach der Rückkehr von m:'. er EuropaR eise wurde . er ' nnh ei! c ar wahn sinnig 'und . faßte gegen daZ,. Schachsviel und dessen Befürworter eine tiefe Abnei. ung. ::".:,,"! ! i !, .j!11'!'!;!. Der Begriff der TatiSfaetionöUtt - " - iX ' ''' ' m '1 i - " ""!-! - Vii ' V V V: kähtgkeit. --iii!t ' Breslau, 18. Oct. Gelegentlich eine? FestlichkMdes'VereinS''delltscherhStu denten Hierselbst war - es im Frühjahr 1539 zwischen dem Referendar und Re. servelieutenant Mundry . aus Görlitz und dem osTiä. meä. Gustav Heerman aus Heidelberg zu einem Strelt, oekem men, der mit einer ' Herausforderung endete, die Hcermann dem Referendar Mundrh zugehen ließ, Mundry lehnte ' zwar nicht dleEorderun g,; jöohll'obci die Waffen ab,' erklärte sich bereit, zu widerrufen, wenn das aber nichtkange nommen werden' sollte, geneigt, zu einem Zweikampf auf Pistolen. Des Fechtens mit Säbeln. 'fei er nicht , kundig, zu Ueb ung s stunden habe er als Beainter, zumal seine Versetzung in die Provinz stattfinde, keine Zeit, und überdies Habs er eine Verletzung an der Hand, die ihn durch Wochen an dem freien Gebrauch hindere. Heermann, dem als Beleidig ten die Wahl der Waffen zustand, Itt harrte bei seiner Forderung, erklärte ei Zlistclcnduell für Baumfrevel, verlangte von Mundry bezüglich der Handver. letzung die Beibringung eines ärztlichen Zeugnisses und wandte sich schließlich an den Ehrenrath des Osficurscorps, dem Mundry angehört, mit dem Ersuchen, auf: den Letzteren hinsichtlich dcr An nähme der Säbel forderung einzuwirken. I Das Ehrengericht hetzte dem ' cand. wed. Heermann auseinander, daß cg nach der allerhöchsten Eabinetsordre vom Jahre 1374, über die Organisation der 'Phrengcrichtei bei den Ofsiciersrps, nicht Aufgabe des Ehrengerichts sei.eine Kestimiucnde oder vermittelnde . Thätig' icit 'auszuüben, - daß' die Aufgab Hviel h mehr, darin benehe, kameradsckustlichko Math zu ertheilend Lieutenant Mundr; habe diesen Rath nachgesucht Md erhal' ten. i Er lautete dahin, daß Mundrr. nicht verpflichtet sei, die Forderung cnj Säbel anzunehmen. Hierauf ließ Heer mann den Lieutenant Mundry sür nicht satisfactionssähig" erklären, ein AuS druck; wegen dessm Mundry im Einver. ständniß mit dem Ehrenrath den Schutz des Gerichts anrierV , In ' dem heutig Termin vor dem Bomißeit der Vertreter des Privatklägers geltend, daß der einem Offtcier gemachte Bor wurf der SatisfactionSunfähigkeit zwei sellos beleidigend sei. ' N'-'F :, Der Vertreter des Angeklagten führte dagegen aus : Der Ausdruck nicht sa tiSfactionsfähig" sei keine Beleidigung ; der Zweikampf werde auSdrücküch cl3 eine strafbare Handlung bezeichnet, eS könne also doch nicht gut Jemand da durch eine Beleidigung besehen, .daß tt sage, sein Gegner sei .nicht fähig, diese Strastbat auszuführen. Im Sinn Derjenigen, welche die SatiSfacrionS fähigkeit erfunden hätten.' sei überhaupt der größte Theil, der Menschheit nich, WssactionMhiz) und MHKaSZ Mebiei begehe müsse aus den bürgerlichen Rechte HeHtAUeb' pWHaöeerÄngeÄagte. in Wahrneh. mung berechtigter Jnterrssett gehandelt. Vertreter deS Klägers bemerkt pem 'gegenüber, daß ' der Vvrwurf de, Feigheit, der in dem Bestreiten der Sa tisfactionsfäbigkeit liege, für jeden Men ifchen und nicht nur für. den Ofsicicr be leidigend sei. Dieser Ansicht war anck der Gerichtshof, indem er den caack. rned. Heermann zu einer Geldstrafe voZ &0 M. verurtheilte. In den Urtheils jgründen wird ausgeführt, daß das Ge etz nrHt nur" fßxfMn;!:m 'ch',die,-?hesondere, seines StandrS?schiHeH chtskudiczdaß'beM MfLctlonMMkett ZlbeMm'Staw ,esehre'geltä'DÄ war'!dasMtrafgesetzr irZends'!-d2ß'cheer HMMndlung ea:; $!. -Li?uringiac zi e nvi i n iia -fj ? 1t1 m J ! . ' ',;' seit. Äiebe , brachen neulich in das Haus eines Juftizrathes in Coburg ein and hinterließen im Keller eine Karte mit folgendem Inhalt: Geehrter Herr Justtzrath! Zwei Ecburger haben sich erlaubt, bei Ihnen zu speisen. Ihr Wein ist sehr gut, Sie haben auch gutes Bier. Gestohlen haben wir Ihnen wei ter nichts als einige Cigarren. Keller .Köcher ' zumachen llillisi ' ,;MTn M ä nn und ich ha ben uns zum Grundsatz gemacht, unsere Zwistigkcitcn niemals in Gegenwart un tm IHncer iim i'.Hutraglf'äii',;!: bringe wir schicken 'sie'ausze er-;".;'-klärte Frrni Melti r jg-v .Ah", sagte diese erfreut) nun weiß ich auch, warum die Jören den ganzen Tag auf der Straße herumtreiben.Ab sch l u ß. Eommer'zienrath : Bevor ich Ihnen die Hand meiner Toch ter gewähre, Herr Lieutenant, möchte ich etwas Näheres über Ihre Verhält ' nisse Wissen.Lieutcnant : Herr Com mcrzienrath. als ich mich zu vcrheirathen entschloß, habe ich alle meine Ver, hälträssc aufgegeben.
ner be-ondcrcil Ku.lt. mit vnWM'c !.(neit.''4u:.p:!.ef1cn:r km ficföi .ZKHc tanbHKu' MKr.I. Er, ist ,ÄW.-:i )Lrovi:k:,c'.: seht-MZ?Lt VaMt W jy- ,--!,-. rm i, t'" .Jahre TyurW dürH nnland. W;.,
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