Indiana Tribüne, Volume 14, Number 57, Indianapolis, Marion County, 16 November 1890 — Page 6
1 ;
:nhlÄ. lif 4- ! Hl" Vif! Ä ,: ;!: siifp1 Mm "f i j!l!i5!;" V iiil't (':' f , äs
zu:
'4terwegs. Kctfl-ttf von Kr? man tsufcf at Geh' kuV hatte er gezagt, eS m&ä Zn der That auch besser sein für Dich und für mich, wenn Tu dich 'für einige Zeit wieder von hzt Großstadtluft umwehen läßt. Zu Deiner Mutter Zurück kehrst, bis " Er hatte nicht vollendet, sondern sich abgewendet und zur.: Fenster hmausze sehen. Und Du zürnst inir nicht?" hatte sie zaghaft gefragt, weil sie denn doch zu geben mißte," daß, wenn er eS that, er im Recht dazu war. Ich Dir zürnen? Weil Tu Dich täuschtest, als Du glaubtest, das; Dein: Liebe Dir selbst den Ausenthalt in einer kleinen Laudpadt erträglich ntachen würde t- Und weil Du einsiehst, daß Tu , Dir zu viel zugemnthet hajr? KeineSwegA ! Ich bätts a auch wohl darauf gesüßt, sein müssen." Und so ruhig, überlegen sagte er'S, daß er sie fast zornig machte und sie nun ihm zürnte. Ja, wenn er sie mit Wor ten der Liebs beschworen hätte, zu Ntiden.', wenn' er daZ Recht des Mannes geltend gewacht hätte, das Recht zu vei langen, daß sein Weih da ausharre eben ihm, im sein Beruf ihn hinge stellt, sie hatte sich wohl gefügt. Aber so war sie im Trotz von ihm g? gaugeu. Und nun faß sie im dahinroÄenden Cinbahnwagen und jede Minute brachte sie dem Ziel ihrer Sehnsucht, der großen Stadt, der Stadt ihrer Ost lmrt, des Mutter, den Freunden mt 6 fiirt ,?. Vor vier kurzen Monaten erst saß sie ebensalls im Vahnwagen. Und Winter war's und Schnee deckte die Felder, auf den e) nun überall emporkeimte und -sproß von junger lichtrüner Saat. DamalZs aber saß sie nicht allein, sondern dicht an den Mann geschmiegt, dem sie vor wenigen Stunden sich angelobt hatte für'S Leben, für gute und böse Stunden. Der Frühling lebte damals in ihrem Herzen und nun .... Sie legte sich in das Polster zurück und schloß die Augen. Sie überdachte im Fluge die vergangene kurze Zeit ihre? Ehe. Anfänglich schien sich Alles erfüllen zu wollen, was sie erträumt, ersehnte. Wie em Kind hatte sie sich gefreut, als sie Zum ersten Mal die Schwelle ihres eigenen Heim) überschritten.. Von einem Entzücken war sie in's andere gefallen. Nicht einmal die Zeit nahm sie sich, die Nttsekleider abzulegen. Durch alle Zimmer war sie gelaufen und von dort in die Küche. Sie selbst hatte ja in Berlin die Möbel, die Teppiche, die Vorhänge gekauft. Aber hier wirkte das Alles mit dem Reiz der Neuheit auf sie. Mau erkannte die liebevoll ord-; nende Hand, einen feinsinnigen (3t schmack In dieser Auf- und Zusammen Mang. m Sie war überzeugt gewesen, dazz das, was sie vorfände, nur den Charakter des Provisoriums an sich trafen würde und sie erst Chic" in das Ganze hin überbringen müsse. Und nun fand sie lnchts mehr nachzuordnen, nichts mehr zu verändern; so wie es war, mußte VlLes stehen und liegenbleiben, um übe? alle Begriff behaglich und anheimelnd znsein. Und sie war dem geliebten Manu in ihrer Herzensfreude um den Hals gefallen und sie hatten sich unter Lachen' geküßt und gelacht unter Küssen, bis sie ruhiger geworden waren und sich Hand in Hand vor das lustig prasselnde Osmfener setzten und Träume hinüber fpomiew in eine lange, glückgesegnete' ZMmfk "" ' Dem schönen Abend folgte ein schöner Mornem' Wieder hatte sie aufgejubelt, als sie in das Wohnzimmer trat, durch dessen Fenster die leuchtete Winters iomii hineinstrahlte. Und diese Aus fleht! Weit vsr ihr hin, bis zum hücze. ligen Horizont dehnten sich weite, im SonneuZchein glitzernde Schneefclder; ZLr RcWn lag auf einer mäßigen An . l)Ut ttitfrititäX?, gräneK ZrHeniU spjtzem 'GleckenthnrM inmitten emMÜnkenei Grabhügel und Zerfallener Denksteine. Und dabWIer. $x der Tiefe die Dächer und Slclcl des Städtchens. Das also war die kleine Stadt! Gewiß wird sie sich ZnrochtsiBen , Sie würde sich sicher auch wohl hier , fühlen ohne den bösen Mann, der ihr so bange gemacht vor dem ArMWNWrÄ. gar mit ihm! Hier neben ihm zn leben, ist. doch gar kein LpftMLbmpönn'man-auS Berlin kommt. ' Sie wird sich gewiß nicht dap ::ech zurücklehnen, nach dem nerven tbd!e:zden Straßcnlärm und dem auf regendettclellschastsleben. r . m ' Und dic Mrche! Natürlich wird i sie die zeichnen: sie fordert ja geradezn dazu heraus. Er soll nun' sehen, sie wird sich : nicht langweilen. Und der erste Brief, ,dcn sie an die Mutter schrieb, floß über vor Enthusiasmus für die kleine tjf. UI -- Der Amtsrichter führte sein junges Weib mit freudigem Stolz in die Ge -Wschast" Bit. Allerdings die o scll'ch.:st !, Es waren gar seltsame Men- . scheg, bereu B ckanntschast .Mbä.macht - "... lr . " . 1' .Vr. .'! c v i t u c, j c i u j ; u c u u 1 u c,i x if As 1 1 ( i häbignng der Granen, diese Simplicität fcfcjurncit ktaDcaenr.. 0 cngyerziz waren sie in ihren Anschauungen, so rfccn u: ihrer Uletnztactercl,, jo 1 . ' ' t: 'ii' ' c ' - i '"'- ,! l! ' , t: 1 -i : : . r , Wesen 5Ns c:u:r andern Ä?e!t UN, einer ZWeli, a:lZcherein,Serö!ühWgsstegtzn' !!,! : - - j j - i ,, ,'". " ,nv. ' , ä . hl 'hg- 'liif -.1 11, ; : ; iifS1" : .., $fcnsteit'm iiiiilS": . xt e te fc i 3: j x x e : p it:v;e x 11: cÄ :..TC t befreit hsch auf, wenn sie von solchen Visiten" in ihr Zuhause zurückkehrte. Hier, neben ihrem Manne war sie wieder vj?lbp liicl'g ;i1nll:itlit .können, ohre, wie jetzt, Jemand zu ha Uu. mit dem er anstanschen konate.was
iunup;ch ilUa)tern,,nnd,,Helstesarnr,,'1o welte'ntfrcmdet. Sie ftanntendas junge, d''i- . , . V-. ... y . 4wi L-: : -Vo- . . 1
lcLu'irjf.-eicaanic -ciy jyic cm vuyci
LaBgttJüttiaULftigil.. V ,HU.UA.M."Jlg
Herz und Ecnr ihm bewegte, zu dem er sich flüchten lolmte, wenn der Tag hin tcr ihm lag mit seine? Mühe und Ar beit. Da hatte er. denn stets sein gelächelt und über ihr Haar gestrichen und dabei gesagt: Jch habe memen Beruf und wo der mich hinstellt, da heißt es aushalten und sich Zu schicken in die Verhältnisse und Menschen. Am Ende sind auch die Menschen nicht gar so nnerträglich,wenn man den nchtmen Mamtad an sie zn legen weiß." Aber sie fand den nchhgen Maßstab nicht. Sie konnte sich nicht davon frei machen, Vcrgle:cye anzustellen zwischm den Menschen, unter denen sie ain gewachsen und denen, auf deren Verkehr sie nun Qnzewlezen war. Sie reichrankte in der Folge denselben auf das nothwendigste Maaß. Und so kam es, daß sie als hochmüthig verschrieen wurden Sie lachte darüber. So vergingen dre Tage, d:e Wochen, der März war gekommen. Von den Feldern schmolz der Schnee und Frühlingsstürme brausten über sie hin. Und' die Sonne wärmte schon recht, namentltch um d:e MrttagSzelt. Da Zog es wie Httmweh durch die Seele der jungen Frau. Wie schon hatte sie sich früher daZ intime Beobacht en des werdenden Frühlings gedacht. re wußten d:e Dichter davon zu singen. Lud nun sah sie' dieses allmälige Wiederausseben der Natur vor sich : sah wie die weiten Felder sich mit lichtgmnem Schimmer bedeckten, wie d!e Sonne die ersten braunen Knöspchcn an Baum und Strauch hervorküßte, wie die erste Schwalbe kam. Aber sie wurde doch richt recht froh darüber, lewin, ne liebte lhrcn Mann. Freu big war sie, das reiche verwöhnte Mad chen ihm gefolgt in die Stille des Klein stadtlebcns, hatte ohne ein Wort des Bedauern die Weltstadt mit ihren tansend und tausend Bewegungen, mit ihrem Reiz, ihrem brausenden Leben verlassen. Er war ihr Ersatz für Alles, was sie aufaab. So dachte sie noch vor kurzem. Aber nun sie an den langen Nachmittagen allein an ihrem Fenster saß, nun stieg bor ihrem geistigen Auge die Bergangenheit auf, nun verglich sie das damals mit dem jetzt. Wann je früher hatte sie so viel Langeweile empfunden?' In der Wirthschast gab es kaum etwas zn thun für sie. Die Küche besorgt die Pcrsekte" und das übnge das .vauK Mädchen. Lesen mochte sie auch nicht immer und die Berliner Zeitungen sie las deren drei waren mehr geeignet, sie in ihrem Unbefriebigtsein zu bestärken, als daraus emporzureißen. Was galt ihr die Beschreibung von alle dem, was sie mit durch zu leben gewohnt war? Und grade in dieser 6aison" häuften sich die Ereignisse, im Tbeaters und gesellschaftlichen Leben: zu ihr kam nur der Reflex, wie er sich in den Zeitungen widerspiegelte. Und ihr Mann? Sie liebte ihn noch immer unverändert, aber sie war urfzn frieden mit ihm. Seine Art sie zu Ue ben war ihr nicht die richtige. Er nahm es zu ernst mit seinem Beruf. Ach, diesei Beruf! Wie sie ihn haßte, der ihn ihr entzog, sich wie eine Scheidewand zwischen ihnen aufthürmte. Er schien es anch gar nicht zu bemerken, daß ihre natürliche Frohlaune allmälig sich in Mißvergnügtheit umgewandelt hatte. Wie sollte er auch? Brachte er sich doch häufig Akten mit nach Hause und sa'sZ bis in d:e Nacht hmem uvcc ihnen. Und langsam veroichtcte sich bei ihr das unbestimmte Heimwehgesühl zu dem Entschluß : für einige Wochen zur Muttcr zn reifen. Immer vertrauter machte sie sich mit dem Gedanken, so daß sie es,' ohne ihn zur Aussührung gebracht zu baren, her nicht mehr ertragen zu konneu glaubte. Die vier Monate ihrer Ehe schienen ihr wie ebensovicle Jahre. Immer brennender wurde ihre Sehns :cht nach dem, was hinter ihr lag. trotzdem zanderte ue lange, ehe sie i.nen Mann mit ihren Wünschen be kann! machte. Sie war sich elvzt mcht klar darüber weshalb. War es denn etwas Mnrcchtes was sie erwünschtes Doch gewiß nicht. Nur einige tiefe Züge aus dem sprudelnden Onell des rcichbewegten. Lebens der gewaltigen Stadt wollte sie thun, bann meinte sie wieder gestärkt und lebenssrcndiger zu sein, von den neugewonnenen Ein? drücken geraume Zeit hindurch zehren zn können.... Ein schriller, langgcdchnter Pfiff der Lokomotive. ..'. das rasende Tempo kt Zuges verlangsamte sich. . knirschend zogen die Brenisen "an. . feie Maschine schnaufte und stöhnte noch ein Ruck der Zug stand, . Groß öeringen!" riefen die Schaffn?r und rissen die. Thüren auf : Drei Minuten Aufenthalt." Die junge Frau schreckte jäh aus Hren Träumen empor.. HlelsMßte sieMZ steigen. Eine dreiviertelstündigc Wartezeit stand ihr bevor ; erst der nächste EsV zug brachte sie nach Berlin. " '! " Sie- hing daö' Rcisetäschchen um ,lnd verließ, den Waggon. 5;;':;1'; . , llitd iimt saß stc im Markesaal I. und ll. Si lasse" des kleinen Statiousgcbäudes. während sich der Zng, mit dem sie gekommen war, langsam wieder in Beloegung petzte. F'iiiSäl, ! ! r ;ej:S3drcaQ" Na um intt ! vom Alter neschniarUcn ':.J"'S-ü b"i:l'ti!li,lli;C 'i '" '"'i";lS "'.i1'-!;::!! Im "jr'hi ,,! i'vUin,,: ., . .apelen, dann einige Tische und stuhle i? b r s u iife P u 1 6 k i4 cv Ö p n t nt c 1 1 ö n ' ; c t n schwarzes Ledersopha. mit geschweifter Lehne, welches vor Korpulenz zu bersten schien.' An der einen Schmalwand ein Büffet mit einem Servirtisch davor, auf welchem einige verdächtige belegte", Brötchen, Würstchen, Kuchenschnitte zwischen zwei Porzellanvasen mit grellbunten Kunstblumen ein wenig einladendes Stillleben bildeten. An den übrigen Wanden Fahrpläne, der Prospekt des Norddeutschen Lloyd" und der irgend . i ; juüif' m ' ! -. . - ' Wlctf ei'"' rt '''' einer Provinzialmdustrie - Ausstellung. Ueber dem Spiegel eine Gypsbüste des
:?sten Hohenzollernkaisers. In deiner SÄ,M, ,fii. ihm mvmä
3521
halbduniien Eäe zwischen n Büffet und einem- - fernen Dsen . tä:Npste ein sommersprossiger rothhaariger, llell nerburfchch im es., schien aussichtslos, gegen die ihn übermannende ÄMigkeit an. Vor sich den Kaffee, ein Konglome-i rat von heißem Wasser, sehr viel Eichvne und sch?'wen!A Söhnen, sah Hertha mit großen Ägen auf hie im Sonne? glänz weißlenchtenden ßchienengeleise hinaus, zwischen denen! einige Bahn arbeiter Kies ausschütteten. Und nnn kam mit dröhnenden Schritten her Herr Stations-Vorsteher herein, ließ sich von. dem Hals über Kopf auffahrenden Kelliierburfchen einen Eagnae geben, trank denselben auf einen Zug hinunter, rieb sehr energisch mit dem Taschentuch das Schweißleder seiner rothen Mütze trokken und ging dann wieder. Auch der Kellnerbnrsche nahm jcinc vorige Be schästigung wieder auf. ) : ' '" . Hertha seufzte auf. Noch dreiviertel Stunden! Und dann weitere drei im Eilzuge, und sie ist in Berlin, und die Mutter ist auf dem Bahnhose uud ,erwartet sie. Was aber,' soll W 'denn eigentlich sagen, weshaZb sie kommt allein, ohne, ihn ihren Mann? ' Ihr Mann! Ob er sie , wohl vermissen wird ? Sie kräuselt die seingeschwun genen Lippen. Wohl kaum! Seine Akten werden ihn schon über ihre Abwe senheit wenn ja sie ihm sühlbar wer den sollte hinwegtäuschen. Er hatte es ja in seiner Hand gehabt, sie zum Bleiben zu bewegen; nur ein, , Wort hätte er , zu sagen brauchen er hatte es nicht gesagt; nun wohl, sie hat auch lhrexi ,StolzZ- Siebt? er sie wirklich,, so wird es ihn nicht lange allein lassen, und er wird kommen und sie zurückholen. Wenn er aber nun nicht kommt? Man ja, was dann? Sie stützt den Kopf in die ' Hand. Es ist ihr mit, einmal, als hätte ' sie irgend ein Unrecht begangen an dem Manne, den sie liebt, als freue sie sirfj gar nicht mehr auf Berlin, auf die Mutter, auf die Freunde. Und sie zürnt ihm nun fast, daß er so' bedingungslos ihrer Laune" nachgegeben." Sie ruft sich ihn ms Gedächtniß , zurück. , Und da steht er vor ihr, er mit seinen erlisten uud guten Augen und seinem Lächeln.' Und sie entsinnt sich all jener . tausend kleiner Zeichen von ihm, die nur die Liebe zu deuten 'weiß, und die in ihrer Schlichtheit mehr sagen, als ein Schwall schöner Worte. Wie er stets so wahrhaft liebevoll zu ihr gewesen, wie sie ihm eigentlich so gar nichts vorzuwerfen hat, als die . kleine ; Stadt" und seine Bcrnfstreue. ' . , , So sinnt sie und sinnt und in ihrer Seele bereitet sich langsam eine Wandlung vor. Die Nachmittagssonne wirst schrägfallende Strahlen durch die Fenster und überflammt die Schienengeleife und das dahinter liegende kleine Nadelgeholz wie , mit, rothstüssigem Golde. Die Arbeiter draußen Hacken und Spa ten über die Schultern und entfernen sich plandenid. Da sieht sie nach der Uhr. In zehn Minuten ist ihre Wartezeit abgelaufen. Sie rüst den Kellnerburschcn zu sich hera-.k. Wollen Sie mir ein Depeschensormu, lar besorgen?" !ZZfYnem u Uud fort ist der gut: Junge, glühend ff ' V 0" vor Diensteifer und in der Erwartung eines guten Trinkgeldes, um in, einer Minute mit dem Berlaugten wieder zn rückzukehren. , Und, nach, abermals einer Minute trägt er die mit Bleistift geschrieben? Depesche nachher Bahnpost zurück. Bevor er sie aber am Schalter aufgicbt, - halt er sie jener ,Wißbegierde, welche ein Erbtheil seiner Kaste ist, folgend dicht vor die Augen und entziffert mühsam mit Bleistift Geschriebenes zu lesen ist seine Stärke . 4 ''A'' v11'1' ;: iji- 'i':: 4hNicht die Worte: ' ' Frau Professor ..SchliebeN, Berlin, LützowstraßeH Komme nicht. MBrici folgt. Hertha." ' G ,M ?, Herrgott, die gnädige Frau u Still, still, Pauline! Freilich bin iäö. Der Herr ist in seinem Zimmer?" Jawohl, gnädige Frau soll . tu :,,...' - " ! f ,V ' 'i ich; . . ! " " " Nichts sollst Du weiter als still sein Und Hertha ging an dem verdutzt im Thürrahmen stehenden Mädchen vorbei über den Korridor und öffnete sodann die Thür zum Salon, in welchem durch pine Portiere ein schmaler Lichtschimmer aus dem Arbeitszimmer ihres Gatten hereinsicl. . . Tief athmete sie auf uud preßte die Hällde auf das hochklopfendc Ferz. Nun war j sie wieder zn , Hausef. ,Kein Mensch außer dem MadchenHatte ihr Kommen bemerkt. Nur vier Stunden war sie fortgewesen, aber was hatte sie währenddessen Alles durchlebt ! Uud er. was wird er zu ihrer Rückkehr sagen : Wie sie empfangen? Eben so ruhig wie if sie hat gehen sehen? . Sie verwirft diesen Gedanken. Sie MandersHlederD gekommen als wie sie gegnngen war. sie würde seine Gleichgiltigkcit jetzt nicht vc rw i nd cn können. 'MdmMt m m ! :!!:nf der Portiere und lugt mit verhaltenem Athem hindurch. Ihr Herz pocht zum Zerspringen: ihre Knie zittern. Da sitzt er am Schreibtfich, neben , sich die brennende Lampe, vor sich einen Aktensten;. s Und doch anders wie sonst. Er v . . ! ''l"lr'!J'iil!:!i;JV""ii'i,!r ''"''r'".:,i.hrw Y'":: itSf , 'Si blättert Nicht in deu Akten, sondern stützt den Kopf in die Hände. Das Bild eines in tiefe Gedanken versunkenen ManneMWMWWW?M 'i:.' Si'r'V''J, :! : f '''''"f-lf'iw--'1,1 !"!"'" -''iui He!N!Ksteigtiz,ksA auf. Nasch tritt sie vor, mit wankenden Schritten, bis in die Mitte des Zim. w:tX, T ' ?,,;:,!!: : !! :.' :i, h ' v: vi: M'M KMiifi !! Kt(r 4 ;, iCr.-:ii:!f!i, "MiH mim"' f'v'm "M imKnrnhJmMM:mHmW j,j:!s:F-! Nv '; .w::1:: V:v jiijf;: :f Er war ausgeschnellt. Der Schein der Lampe fiel nun voll auf ihre gro ziöse Gestalt. Ueber sein Gesicht flackert es wie stürmisch hervorbrechende Freude ... .im nächsten Augenblick ist er bei ihr und sie hängt an seinem Halse im wortlosen, überströmenden Glücksgesühl.
i "jji'ii1''! In seinem Werke Aus nordrnssischek Dörfern" gibt Dr. Georg Böhlmg u. A. folgende charakteristische Schilderuncz: Die russischen Dörfer liegen nicht wii oie deutschen am Waldesrand oder it Thalsenkung cn, sondern fast ohne Aus. Nahme auf Hügeln, so recht an windum-. wehten Plätzen, wie die Burgen Homers. Nicht einen alten mächtigen Baum, sich keinen Obstbaum, sieht man im ganzer Dorfe. Die Häufer liegen in gerade, Linie zu beideu Seiten des Weges,. hinter ihnen befindet sich eine große Mengt ganz kleiner Schuppen, Vadstuben nn! Strohschober, ' Alles eingeschlossen vor dem großen Zäun, der das ganze Ddrs ZU Zeiten auch wohl die ganze Feldmari umgibt und am Eingang und Ausgang des Dorfes Thüren hat, die jeder Fuhr mann sich selbst öffnen und wicdei schließen muß.! Am Anfange der Straße, die besonders 'in der Butterwoche, bei Woche vor den großen Fasten, als Korst ür die scicraden . Bauern dient, steh er in der Regel mehrere ungezimmcrü Blockhänser, meistens viereckige Hvlz fasten ohne Dach, mit einigen, kleiner Einschnitten, die später mal die Fenstci bilden werden; sie seheil ans, als hätte: sie jugendlich unbesonnen mit dem grauer Barackengcwimmel weiterhin Berstecker gespielt und könnten jetzt den Weg zr besserer Gesellschzst nicht wiederfinden Ein solches Bauernhaus macht' oft viele Versetzungen,,, durch; ehe es ganz abgedankt wird, es muß manchmal so gar von einem Dorfe in's andere ziehen, ja früher kam es vor, daß ein Edelmann ein ganzes Dorf, das um fein Gut herum lag, eine halbe Stunde weit ver pflanzte, um dem angeborenen Diebestalent seiner Bauern weniger Gelegen heit Zur höchsten Ausbildung zu geben Aus allcdcm geht hervor,, wie billig eiu solches Haus jn muß, für (30, höchstens 80 Thaler ist es' hergestellt Einige Kieselsteine bilden das Funda-, ment, natürlich bloß über der Erde, darauf ein Holzkasten ans rund hundert Tanuenbalkcn. die ineinander gefalzt sind, und ein Dach darauf, das ist Alles. Neu sehen die Hütten noch erträglich aus, aber wie lange sehen su bei dem rauhen Klima so ans ? Der Nuss, denkt meistens nicht daran, die Sparren wieder aufzurichten, wenn sie zufam mcngesnnkcn sind, er legt sie quer übe, den. Holzkasten und legt hundert altt Bretter von verschiedener Länge dazu, hilft mit, Stroh und Binsen nachWM VHnhoch'Negt oft das beste, Brennma tcrial ans dem Hause, als ob dort nach 'siens ein Dstcrseuer angezündet, werbeu 'sollte. Unter der Last stöhnend, ' legi sich das Haus' auf die Seite, aber neuez 'Leben blüht aus den Amnen. Graset !und Bäumchcn wachsen lustig auf den ehemaligen Dache. Auch ciilen Schorn- ! , ' f . i " -x ' i . .. nein unr rn ncuezrer il ,ole ruzjizcnl pei zur ve:r gerommen uno. loze auf einander und nebeueinander gelegt sind, woraus oben, ein Topf,, ohne Boden gestülpt ist, Der, neuen gesetzlichen Be ordnnng i st , damit ,. Genüge geschehen, 'schade stur, daß der Rauch gar nicht daran denkt, seinen Weg,,durchsiZesen 'Schornstein zn nehmen: er zwängt sich noch simmer durch die vielen Ritzen in Dach und Wand. Znr Verminderung der encrogemhr izt es serner gesetzliche Vorschrift, daß vor jedem Haufe Birken gepflanzt werden sollen, das geschieht auch; wunderbar ist eInur,haß'diese Birkcnar nicht'chöher werdcB'Wahö schcinllch macht's der Russe, wie es einst die , treue Penelope mit dem Gewände machte, das sie gar nicht zu Ende weben konnte : 'xr reÄ spater wieber ,au ,wä5 er ' sui:,--; . c ru i 3 u rt.' : : t e r-;;r c i3i b t r c nb eil .Beamten pflanzte. Alle zwanzig Jahre irul ganz Rußland ab, - sagte dem i f I fr., 1;-. , z r .1 : ' rl.. ' ': ? 2 ;1 vlKi? Vc?!azzor aNk emer MMrene em ruzll scher Gelehrter, d'r damals in Berlin dozirt hatte, und wirklich, dieser Ans-,y-'-'o f-i, r c- Ji,r".'V - , sprua) ist kaum übertrieben zn nennen. !,!'-!,,,, : ,,,,'! -riv 4 ' .liit?'"!1"!' J'V Vi"1' zumUnterosflcier Sanstmberg): MuöJet i e till c!; 1 1 k X ci r e r " te 0 rp 0 r a 1 scrj aft' besuch! da öfter eine Köchin in meinem Hcnise. Will das nicht haben! Können ihm -mal leisen Wink geben! UnteriV4 .,:;,:'' '!;i' iii; fÄ.,;'": . . i;i ",: , " , ; "f'n3;:, V' 1 4 -,,;' p-'y'gii iii! i.t, l! iii'S onleier Sanftenberg : Zu Befehl, verr Lieutenant! l (Andern Tag's vor der Front): Musketier Schulze, drei Schritt vor! Hören Sie, Schulze, Sie Rindvieh, der Herr Lieutenant läßt Ihnen sagen: Wenn Sie noch einmal die Liese in seinem Hause mit Ihrer krummbeinigen Gegenwart beehren, denn soll Ihnen eiDHimmelkWMillionendönnerwetter in die ttaldannen fahren ! K Sie 'on KMSie ! HKehW marsch ! ! ! $11
Sie hat nur den einen Gedanken, daß sit qzllzkt wird und daß sie sterben müßte, 'wenn diese Liebe iZ?r genommen würde. Nun macht sie sich los von ihm und lacht ihn! nnter Thränen, in das strahlende Gesicht., :: " Du hast mich am Ende doch wohl e bischen lieb? -- Seit heute weiß ich erst, wie sehr! Sie lacht. Und eS ist ein so klingen deö, glückliches Lachen. Also so steht eö mit Dir? Sag' m'u doch. Du Lieber, wenn ich nun nicht vor selbst wiedergekommen, wäre hättest Du mich geholt?" Er zieüt sie an sich. Ich glaube nein ! Wenn Dein Herz -Dir nicht gezagt, hätten wo Dein Plaj ist, hättest Du mich ja nicht mehr gd liebt ! Unsere Ehe wäre ein Irrthum gewesen, den weiter aufrecht zu Halter uns beide für immer unglücklich gemach: satte?" ' Willst Du wohl still sein!" rief sit und hielt ihm die Hand auf den Mund. 'Nun, ich weiß, daß Du mich doch mchz .liebst als 'Deinen abscheulichen Beruf, -magst Du auch dreist in Zukunft der Äctcnstaub hier einschleppen. Dei? 'Verstand Deinem Beruf, Dein Herz mir. Ich habe ja doch dann da! Bessere!" ' , ; Er küßte sie. Ich aber das Beste Dich!" Nussische Dörfer.
Äauernhutte vekommeu, es ist das cm .Haufen Backsteins die schon als Krüp-
'vel zur Welt gekommen und. lose auf-
Eine neue Utopie. ;is ,. London., 20. .Ort. Der größte, Re elamekönig nach Barnum ,i)t mohl per Heilsarmeegeneral Booth. Jener ats beitel für die Bolksünsllänmg. dieser für das , Gedeihen der, HMKmee;Iln beiden Fällen,,- aber '.bandelt M , sich '.m. Geld, viel Geld. . Vor acht Tagen ließ er seiner seligen Frau, der Annee-Mut-ter, einen Riesentodtendienst in der O lynipia-Halle veranstalten: an M,000 TheilnxhMer, erschienen, und Zahlten, und ergiebig an Ruhm und ,' Geld ,,sür;die, Heilsarmee erwies sich der Heilsmutter Leichnam. . Wiederum Geld, steckt hinter dem neuesten Plan zur Steuerung von Laster und Armuth, den Vooth heute in seinem soeben erschienenen Werke: "In Parkest England aticl the Way out" (Im dunkelsten England und der .1. . L. m " ai.:. -rtN ' autfjuci üurau ) auvcuiunwi juta. Znch liest sich wie der Prospectus einer Actiengesellschaft behufs At es ZU Ausuuhnng von Armen und Lasterhaften; ersorderliches verzinsbarcs Eapital 1 Niltiön Pfund Sieriing,, sosirtige Aus läge 700,00 Pfund Sterling, .jährliches Lctrieb?capital 30,000 Pfund , Stcr. ling. Wird dem braven General diese Summe zur Verfügung . Hstellt sg,uq tcrnimmt er es, Lyndon ' vom ' Lasier der Armuth zu säubern, wie ein Wasserbaumcistcr die Anlage MAbzngsgrS' ben besorgt. ' ' ' ; . Der moralische llnrath soll'Aer nicht etwa verlorengehen,' sondern und das ist der ' üneingestandene' Endzweck' der Utopie der HeilZarmee "z'ngqkekpM' wen. ,, Mit anderen Worten: der Rc form Entwurf ist ein neues Anwerbt, bureau für die Heilsarmee.' Ein Holz schnitt vor denk Titelblatke versinnbildet oeu Entwurf. In einer wüsten Bran dung sieht man die Armen, VerHungerten und Stellenlosen kämpfen, während die Heilsmänncr oben öuf sicherem Fclen ihnen die rettende Hand entgegenstrecken und sie nach der Stadtcolonik bringen, wo ihnen Nahrung und Unterkunft zutheil wird. Von, der Stadeow nie wandern sie nach der Farnicolönie. um Zil lernen, und schließlich winkt ihnen in der Ferne die Eölöme" ÜberÄ Meer", wo ihnen Selbständigkeit und neues Leben wird. ' ", s XV'ij? ii- Booth wendet .; sich zunächst an du Enterbten, die Trunkenbolde, d!Hei( mzth- und Arbeitslosen, die Diebe und traßendirnen. kurzum, an alle, die im LLcichbilde einer großen Stadt ohne ehrlichc Erwerbsquellen ihr Dasein fristen ; sie will er retten, .abernicht wie die Socialisten, Laudnationalistcn , und Eolleetivisten. durch ein bloßes System, sondern dnrch sofortige Hilfeleistung, wie sie bcispiclsweise dem gestürzten Fiakerpferde zu Theil zvtrdgi DemBferde wird aufgeholfen, wer auch an seinem Falle hie Schuld tragen mag, und so soll auch hem gefallenen Menschw sofort aufgeholfen werden durch .Errichtung der Stadtcolonic. Dort erbält er Xhv terkunft und Nahrung, aber nicht umsonst, sondenl Zinn Preise von 4 Pcncc täglich, und falls er diese 4 Pence nicht besitzt, hat er sie in den Stadtzusincht stätten in Verbindung stehenden Fabriken durch Hölzzerstückeln oder acknahen abznverdiencn. ,, In.!, Vhisech?tVel soll sich diese Art der Wohlthätigkeit jcho bewährt haben. Findet der zeitweilig Gerettete' Geschmack an der Arbeit, so wird ,, er dem HäutzhaltbergunAcorvs eingereiht. , ' :,, " , . ; Dessen MilgZieder haben die Straßen Londons nach Speiseresten, alten Kleidern, Zeitungen und Haushaltunzsabsällen abzusuchen : letztere sind für das Jndustriedorf bestimmt, welches sich in 'der Nahe, der Farmeolome, der zwesten Station in Booths Beglückungsplan, befindet. Nach , der Farmcolonie wandern die Auscrwählten der Stadteolonie, die sich durch musterhaftes Betragen Aurecht auf eine reinere Daseinssorm er. worbcn " Die ' Farmeolonic dient zwei Zwecken , alö' Schule für Auswanderer uud als große Äeierei zur Beschaffuttg der S!ahruugsmittel für die Obdachlosen der - Stadteolonie. ' In ersterer Beziehung werden die Stadteolonisten dorthin wie'uach irgend einer Auswärtigen Eo lonic jenseits -des' Oceans ' gesandt; sie haben sich ihre eigenen Blockhäuser 'zu errichten und ihr Gemüse anzupflanzen, bis ihre eigenen Beoürfnissc gedeckt sind Ano sie sich in der Lage befinden, von, ihrem Ueberfluß abzugeben. - ' " ''"Dann treten sie als Mitarbeiter bei der Versorgung , der .Obdachlosen und der Nutzbarmachung der von dem HausHaltbergungscorps gesammelten Abfälle der Londoner Straßen auf. In ' diesen Abfällen feiert die Phantasie des braven Generals ' förmliche Orgien. Alles , ',, , !!ji.'V'V1i' 'i-lfi:,i "r., Iir Hi' '',fi!'mt,..lM''-t und icdes entzieht aus ihnen : Eaval. lerie - Regimenter, chweinezüchtereien, weisen- und Papierfabriken, Schnh- i'.nd U leiderlag er. Sattlerwertftätten. Ein Theil des Abfalles kann, passend anfgemnntert, iloch als menschliche Nahrung H:e.ncnderündcteTl ''öÜhnerHoWÄtt'MM ,1, ' 1S it. .'ri .ttYl""',k -i J ' t"""" ' ' r'' .lf t ' lf '" " f i chweiueztalle. Aus den alten Klei WNeUcbeNch,sich große Flickanstaltcn. den Knochen nopsdrechLlereien Düngcrfabrikcn, aus dem Fett .J'CiiL:41-i!i ' ,rv'!,: ttt". ? 1; r.Lf.i cn Ü: l !' "1 -clzen mvriien. '! :sni nöici ie iicui w diim !i',i.;i!!iiiii ,:!;'' - .r4J-: :i . -.''''Es vic )ich aus der anerstratze Aw:ichen ZöndbMundIoeö Zarlen hin- und hcrbewegen, die einen bcladcnmlNeM ):xn ut den in der Colonie und den: .k:i aehöriacn Jndnstriedorfe heraeps ' ' n Eruanlnen. flat'rf Es bleibt ' nun als Schlußstein deö :rn ?oth zchen Planes noch die Eolonic WC zcuie:ts des Meeres' übrig. S:c i ic rn J(f niwur f Ifeiwasj lose 5 angeheftet, nicht als nothwendige Ergänzung, son -dern als sreistehende Möglichkeit. Ihm fchiHhrMabeiZ 'N.ng des bisherigen AuswandcrnngssystemS vor ; , er , will, daß die Auswanderer hier erst eine Art von Auswallderungsschüle durchmachen, wie er sie auf seiner Farmcolonie eingerichte: hat. ehe sie ihr Vaterland verlassen Sein !! LieblingsanSwanderungsfeld ist Südafrika, dahin möchte er ein Schiff mit bewährten Farmcolonisten senden, .: .,"'.:'":;.. ff;:,"' - '::;i,s" "l ''7
' !' lift
tTSüG. vrjaz ?M,,',', ste oort auf vorher angekauftem Ge lande' ansiedeln und mit den nöthige Mitteln zur Beschaffung von Haue Vieh und Nahrung aus einige Monat hinaus leihweise versorgen. Im übn gm ist diese Auswanverungsidee, s, vortrefflich,' sie an sich ist, doch wenige ansgesührt, Dafüt" aber gibt- es ii dem Buche noch eine Menge sonstige Pläne: so die Schaffung der Kerker thorenBrigade,' deren- Ätttglieder m allen Gefängnissen die entlassenen Strä, linge iii die Hand uehmen sollen; cim Zuzlilchtsstätte ' füt Trunkenbolde, ein ZeMrholttUBPla den Bvoth White-chäpel-ÄNtMk'ere nennt, ein Heiraths bureau, eine Arme-Leutc-Bank. Zur Ausführung dieses Rcttungs Plans braucht tr 0,000 L. jährlich und 100,000 L. Zur sofortigen Einrichtung der ersten Siadteölönie, was einem Capital von einer Million L. fo Ziemlich gleichkommt. Für sich, hat der Genera! jedenfalls den bisherigen Erfolg seine? vielverlachten Heilsarmee; sie besitzt ein Vermögen von 800,000 L.. hat eine ZahreZeiMahme bon 750,000 L., ist h 34 Ländern bis jetzt verbreitet und zählt 5874 ÄrmetcorpZ und UU Ossiciere. Merkwürdig ist, daß die militärische Organisation, die das Geheimniß dieses Erfolges bildet; ihm nur durch den Zuifall an die Hand gegeben ward. Sein Titel General" ist die bloße Abkürzung des vollen Titels: Gcneralsuperinkendent der christlichen Mission" und bestand schon, ehe irgend einer an dicArmee dachte, und der Ausdruck .Heilsarmcc" vollends wurde bei der Durch sicht. eineS Druckbogens anss Gerade wohl hineiugesebt als Erklärung der christlichen Mission", deren Stelle er später ' einnehmen sollte. Jedenfalls wird der General wenigstens den Vcrsuch machen." feine Utopie in Wirklich kcit umzusetzen. Graf Tolstoi alS Hirt. Einer meiner Freunde, der unlängst in Josnaje Polanse den kranken Grafen Lew Nikolajewitfch Tolstoi besuchte, theilte min eine kleine Epizode aus der iünastcn Vcraanacnheit der berühmte sten aller lebenden russischen Belletristen .i f- , w-..- .... i- t mii, ore zur yre ezcr umzo raicressanter fein wird, weil sie noch ni'-gcnds veröffentlicht - worden, war, und ebenso anthentisch , wie charakteristisch ist. Es handelte sich um die Wahl einrs Dorf Hirten. : zu i welchem Zwecke eine Versammlung sämmtlicher ; Bauern des Dorfes einberufen wurde, cn welcher auch Graf Tolstoi theilnahm. da er sich einfuralkeina! das Recht ausbedungen hatte, allen Verathungei! der Dorsbe völkcruuz beiznwohncn. Es entfpan nensich eifrige Erörterungen darüber, wen man mit den hohen Obliegenheiten eines Hirten betrauen solle. ; Es würbe mehrere Eandidatcn vorgeschlagen, doch , könnte man sich über die Wahl nicht einigen. . Graf Tolstoi, der bis dahin mit schweigender Aufmerksamkeit zugehört hatte. , trat plötzlich in dm Kreis, verneigte sich tief vor dem Mir" ( Torsvcrsam'mlung ) und bat, daß man ihn , zum,,, KMindehirtm. ernennen möge;, er würde gewiß das in ihn diirch diese Wahl gesetzte Vertrauen rechtser. tigen. :. Es sei ihm glcichgiltig. ob man ihm Gehalt zahlen werde oder, nicht. Obgleich . die örtliche ländliche Bevölkerung 'schon M Gelegenheit hatte, sich mit dem excentrischen Weseu des Grasen vertraut zn machen, so würde sie durch diesen Vorschlag doch , überrascht. Die Acltestcn kratzten sich nachdenklich hinter den Ohren und schwiegen verlegen still. " Endlich ertönte aüK den' hintersten Reihen eine Stimme: Ist es aber auch ' für dich, Väterchen Lew NikolaZewitsch. pass end, einer solchen Befchäftiguni ' ti ;. :! , -x nachzugehen? Bist du auch geeignet dafür p Der dadurch in feiner Ehre gekränkte Graf fing an, seine Wider- - f :": -f :, tu'::,,'!1 Hilf if 11 V i" ':i Fächer zn überzeugen, dazz er sich für d:c Dtellckig "einesHirteir er sprach so schon, so hinreißend, bat so dringend, ihm nicht die Schmach einer Weigerung anzuthun, daß die Gemeinde, wenn auch kopfschüttelnd, ihre Einwillv gung gab l Da er es nun einmal so sehi will, so muß man ihm nachgeben. Danr. ist er auch ein guter Kerl, : der ' stets zu helfen bereit ist. Und " wenn es nuu einmal seine Herrenlaune ist! Wenn ihm das Spaß macht l? Wir wollen Hoffen, daß unsere Herde nicht darunter leiden werde! Lange wird er ivohl den Hirten nicht ' spielen! -'vSo' und " 'dem ähnlich sprachen siW sich aus und beschlossen, ' den Grasen Tolstoi die Zügel der Regierung über sämmtliche Dorsherden zu übergeben. -1 Es fand sich nur einer, das nfant terridls der Gemeinde, ' welcher am Schluß ' der erregten Berathung pathe tisch ausrief: Brüder, wir haben einen großen Fehler begangen. Wir hatten bei Lew Nikolajewitch ein paar Eimer Branntwein dasür verlangen sollen, daß wir seinen Wnnsch erfüllt; und hätten uns auf seine Gesundheit einen tüchtigen Rausch angelegt! Wir haben einen großen Fehler 'begangen, Brüder! Und Graf Tolstoi trat am nächsten Tage feinen neuen Dienst mit dem ihm cigeneu Eifer an, ! obwohl man gerade nicht behaupten? kann, mit sonderlichem folg. A!an kann ein ? berühmter , Romanschriftstcller, ein tiefer Denker , und Philosoph und trotzdem ein schlechter Hirt sein, und das geringste Banerlcin ännaus, Weltwcisen übertresfcn. Außerdem hatte der gräftiche Hirt die üble Gewohnheit, spät aufzustehen, wodurch die Interessen der ihm anvertrauten Heerde nicht weu litten. In den Dörfern werden die Viehheerdcn früh mit Morgengrauen auf die Weide getrieben; der Hirt umschreitet 'dasIganzeDörfI seinen Horntönen die Heerde zusNmen; Während der Regierung Tolstois müßte ein anderes .Regiment eingeführt werden. A Die Vauernweiber von Hasni Poljewi mußten das Vieh aus den Hof des Herrenhauses zusammentreiben und erwarten, bis es Seiner Erlaucht dem Grasen-Hirten belieben würde, die Führung rnij die Veide zu übernehmen.
&
: Es gMAbber mcht chne traMomi. , sche Scenen ab. Die Bauernweiber waren oft gezwungen, lange zu warten, und die Viehheerden wurden ungcdu!dig und ein allgemeines Brüllen, Meckern u. s. w. protcstirle gleichsam gegen den Langschläfer. Wenn' der Lärm Zil stark wurde, erschien ein : Diener in eleganter Livree, .Kniehose und weißen Handschuhen, mit goldenen Achselschnürm: Wollt Ihr wohl das Maul halten!" schrie er die Weiber an. Seine Erlaucht geruht Thee zn trinken. Wenn der gnädige Herr sein Frü!)stück' beendet haben wird, so wird er ge ruhen, herauszukommen und euer nie' derträchtiges Vieh anss Feld zu trciben," Da sich derartige Auftritte zn häusig wiederholten, so riß den Bauern endlich die Geduld, besonders da die Weiber erklärten, sie würde nicht mehr das Vieh auf den Herrmhof treiben. Es wurde eine Versammlung zusammenbenifen, zn welcher auch Tolstoi eine Einladung bek.am. Wir haben eine große Bitte an Dich, Lew Nikolaje witsch! sagten die Aeltesten, sich vor dem Grafen tief verneigend, hoffentlich wird Deine Gnaden sie uns nicht ab. schlagen. .Was ist das? Ich bin stets bereit, dem Mir" zu dienen! Rede, was wollt Ihr?" Die Acltesten könnten lange nicht ihre Bitte vorbringe und einer von ihnen schob stets den an' dern vor. Endlich sagte einer der Act testen, ein fast neunzigiahrlger Greis, den Muth und . sprach: Befreie uns, o Herr, sei so gnädig. Wir werden Dir ewig dankbar sein. Quäle uns nicht." Was wollt Ihr denn eigentlich?" fragte erstaunt der Graf, wovon soll ich Euch befreien?" Von Deiner verrückten Idee befreie uns, Lew Nikttoje witsch, für Dich ist es ein Spaß, sür uns aber Nuiu! Und die Weiber geben uns keiM Muhe die Hexen!" ' Mit Einem Worte, der Mir" bat den Grafen untertänigst, auf den Posten eines Gemeindehirten zu verzichten. Tolstoi nahm sich dieses ihm ertheilte Mißtraueusvotum, diesen von ihn! ge forderten Abschied sehr zu Herzen, fing an, sich zu vertheidigen und fragte, wo. durch er sich denn die Unzufriedenhelh der .Gemeinde zugezogen, daß sie be. schlössen habe, ihn zu entlassen. Wo. durch habe ich denn euer ;ptty vtyWkfa Unzufriedenheit erregt? fragte Tolstoi fast mit Thränen in den Augen. ' Da ließ sich in den hintersten Reihen eine Stimme vernehmen: Du taugst schon' darum nicht als unser Hirt", sagte diese unerbittliche Stimme, weil wir dich, tm Nikolajewitsch, doch" nicht' ans schimpfen können. Du 'bist doch ein Bo rin i Herr ). -' Und was ist das für ein Hirt, den ioir nicht ausschimpfen oder im Nothfälle verhauen können!'?" Und der ganze Mir' drückte durch beifälliges Grunzen sein Eingeständniß aus. Der zähnlose Alte m:t dem auf die Brust in Silberwellen Herabstießenden Patriarchenbarte sagte: Es ist wirklich so. Lew. Nikolazewitsch, du taugst' für uns nichts. Unsere Hirten müssen nur schimpfen und prügeln können. Das mußt du selbst begreifen. Befreie uns, Väterchen!" Was blieb dem Grafen übrig, als sich dem Spruch des Mir zu unterwerfen und auf den Posten eines Gemeindehir ten zu verzichten. ' 'ü i .mi Eine Audienz.
Bcir&ritr-.jftrni nach einem "Äorganz? j Wieu HndelKmtnlstrrivot. Die Deputat i v n der Perl m ut terFabrik anten: Ach. verehrter Herr Minister, llns're Lage wird sehr düster, Zwar bis heute noch verkaufen j Wir in Ballen noch und Haufen . ' Unsre Waaren über's Meer, ' ' Aber bald wi?d das sehr schwer, , Die verdammte Kiulcy-Bill Steht uns überall im Wege, , Dem. der was verkaufen will. Droht hermetisches Gehege. - Wir verarmen ganz und gar. 1 'Müssen betteln noch fürwahr, Wir, die von der Bill Bedrohten; Schreiben Sre doch ein'ge Noten ' An die Republik da drüben. Daß sie möge Schonung üben! '!!
Der Minister: ' Dieses, Leute ist nicht möglich, , . ' n .UflnüzKäreHst Hchwcrde k ß ? - Doch damit Euch ganz erträglich $ 'iEuer Loos in Zukunft werde, , Will ich Bcss'l-uug Eurer Lage ! In der Heimath selbst erzwingen: Eure Waare ohne Frage i'v WerdzWiZtidieWodehnngenl ; I f : : ' , ?,,Zu'henÄutt)u den Müttern" !' " ' : Wird die Losung.' die moderne, , So bei BurgernMkSW'Äittern, Deutlich seh' ich's schon von Ferne, - Holz, Metall und Stein verschwindet, , . p Alles wird auf Euch gegründet; ,. '' ,,,,, .RyöpfGsiesett;''Kgk ;, XV Stühle, Tische. Wannen. Betten, ' : LeuÄerMhM ' :,,,;;-,., Die Behälter für Getränke, iiMleZnrKäscMlcW . ; '-'i :, Wt nur aus Perlenmutter, ::r jllj'ftilfrt1 Orden und Berlöckchen, ' , Sonnenschirme, Peitschen, Stöckchen, 1 , Dcich'eln. Räder. 5lraftmafchlnen, : ! ' Pumpen. Hebel. Tampfturblnen, . Sporen, Helme. Lanzeii, Degen, t: i :$$Dl ater!a J:.,;S;i n s beschlagen ;;, ,1 ::ürSÄ0 jiliSrjlllcItltr -st " ' SsttiÖ5(t - jede Schraubenmutter i- :iz OIrieat trn'iötchrölln! erf utterHI
Ob's auch im GebMchIersplitter AVivat choch'diePertenm l- : :4 ivSÜS Ii ; T-IÜ II ;- ;i:.li l11::!' ! ' ' : mß '!;!.; m , WieserUröstwirdHu Kinley soll Euch nicht besiegen! :Ntyi': )? : " "! Ich und meme Herrn Eollegen Werden WeitrreS noch erwägen. jj,,!,!!iJi'i: 5 Baut man nur auf Frau Ausrria, !,Auf,dieDahre" Perl-Mama ; Sie wird Euch zum Heile führen, l llubie!:tnoniffe', Hchu,;;;:l! Sie entzieht sich niemals ihren?ß "Vif! iiiiii.,! ' Ki IMun
w
lulii mss
1i!i!ii!i!"i,ii' liisfif tliiii"l-::!r!,':!MiN:i!ii:ir;i:::: mhia .A." owifiiS'tjl I 'l' ' 11 1 1 ' ' TO 'Uiii ' :; i.i 1&I 'i4:Mf IV,.:;!1!? ji" .''
l :
MM IMIsW WM
ii ' .'.
