Indiana Tribüne, Volume 14, Number 51, Indianapolis, Marion County, 10 November 1890 — Page 2

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weit in den schatten gestellt. Dieselbe offerin nämlich ihren Kunden eine Ver loosung. dere.1 einziger Gewinn .in. , t' nein 'öligen schönen Mädchen mit riiie jährlichen Mitgift Mn ! $500 besteh?. Xie Schöne soll die Wahl zwi ichen denicnigeu zebn Junggesellen ha fceu, welche die höchsten öiummerT $f Wogen haben, 'K

Vom Ameriksnisten Congretz. In Paris hat .dieser Tage ein inter, nationaler Congreß solcher Gelehrte, stattgefunden, welche sich speciell mit amerikanischer Forschung befassen. Leu der scheinen die Ver. Staaten dabei nui sehr ungenügend vertreten zu sein. Auch Professor Virchow aus Berlin nahm daran Antheil, der Ex-Kaiset Donl Pedro war unter den Zuhörern und Präsident Carnot gab den Gelehrten einen Empfang. Bei dieser Ge legenhcit hat Carnot sehr freundlich auj die Bemerkung Virchows, daß das EiZ zwischen den Deutschen und den Iran zosen zu schmelzen beginne, geant wortet. Der Vorsitz aus dem Congreß wurdt beständig gewechselt. An dem eines Tage führte ihn ein Mexikaner, der sics rühmte, ein Abkömmling der alten A,z teken zu fein. Von den Vortragen kö nen wir nur einige kurz erwähnen. Den ersten Vortrag . hielt ein spani scher Seeossicier, Mestre y Amalile, in Auftrage des havanesischen Gelehrte Jorrin, über dle Frage, wo ColumbuZ gelandet. Bis jetzt beschränkte man sich darauf, das Tagebuch der Hinreise zu, Entdeckung zu untersuchen, nn etwa 15 verschiedene Landungspunkte zu finden. Jorrin hält dafür, daß man einen bc stimmten Punkt auf Cuba annebmeu soll, um alsdann das Tagebuch auf dn Rückreise zu untersuchen. Zu den co' lumbianischen Forschungen geben übrigens die wissenschaftlich geredet, noch jungfräulichen Archivschätze von Sevilla ein geeignetes Material an die Hand. Wenn der Redner vorschlägt, die drei bekannten scvillanischcn Werke mit eigen.

händigen Randbemerkungen des Colum bus zum Nutzen der auswärtigen Ge' lehrten zu photographirenso kann mar diesem Wunsche nur beipflichten. Dr. Seler-Brcslau, ein deutscher Ge lehrter, der schon aus der Berliner Tagung mit seinen mexikanischen Ent deckungen einen verdienten Ersolg ge erntet, brachte diesmal von neuern Forschungsreisen belangreiche photozraphische Ausnahmen der großartigen Bauwerke der Mayas mtt. Da lent ten wir die vielbesprochenen Formen des Palastes von Mitla kennen, als einen abermaligen Beweis einer glänzenden Cultur. Besonderes Interesse erregten Selers Mittheilungen über das Kunstgewerbe der alten Mexikaner. Redner machte uns mit den Versahren derselben in der Goldschmicdekunst be kannt und zeigte mittels bemalter Zeich nungen die merkwürdigen Leistungen der Azteken in der Kunst, bunte Federn zu Schmuckgezenständen und Kleidungsstücken zu verarbeiten. Dann trat der Franzose D. Charnay mit ner gehaltvollen Abhandlung über die vor geschichtlichen, also in unserem Falle vorcolumbianischen Beziehungen zwischen Ostasten und Amenka aus, indem er nachwies, daß nicht nur im Norden, sondern auch in Mexico und Central' amerika Aehnlichkeiten mit den Sitten und Bräuchen und der gewerblichen Thätigkeit in Ostasien, besonders iv Kambodscha, bestehen. Der Marquis de ZZZadaillac sprach Wer die ersten Einwohner Amerikas, soweit sich deren Spuren bis jetzt nach weisen lassen. Allerdings läßt sich noch nicht feststellen, ob die dortigen Men schenschlage eingewandert sind oder nicht, indeß hält Redner dafür, daß dieselben scholl zur quarternären Zeit bestanden und dm heutigen Nassen vollkommen ähnlich waren. Dem widersprach der frühere französische Missionär Petitot, indem er sich, auf seine geologischen Forschungen im äußersten Norden Ameri las berief, um zu behaupten, zur quar ternaren Zeit habe Amerika einen solch schlammigen Boden gehabt, daß der Mensch sich dort nicht hatte aushalten können. Auch noch zur Eiszeit sei sol ches der Fall gewesen, wie aus den Sagen der nördlichen Bewohner hervorgehe. Petitot konnte dagegen aus den Sagen der Eskimos Asiens und Ame rikas einen gemeinsamen Ursprung bei der nachweisen, den er aus die BiberInsel (BobrowJnsel im Behrings meer) verlegt. Ein fesselnder Vortrag des Kanzlers des französischen Cvsulats in Mann heim, Raymond Pilot, überdie Musik der Guatemalteken mit Musikaufführung schloß die Sitzung. Eine dieser sammtlich in Vur-Tvnart und Eindritteltakt gehaltenen Melodiken erinnert so leb. haft an Haydns und Mozarts Spring' fluthen, daß doch die Emsührung der Musik durch die Spanier das wahr scheinlichste sein mag, . wenngleich die Einheimischen sich einheimischer Jnstru mente bedienen. Stuttgarter WsynunsSelend. In dem soeben veröffentlichten Ne. chenschaftsbericht des Stuttgarter J8n eins für das Wohl der arbeitenden Claf sen" werden zum ersten Mal die ausführlichen Ergebnisse einer Wohnung? Untersuchung publicirt. welche der Ver ein im Jahre 1887 dort vornahm. Man entwarf damals einen sehr ausführlichen Fragebogen und eint große Anzahl von Armenärzten und Armenpflegern der Stadt machten mit diesem Fragebogen umfassende Erhebungen über die Wohnungsverhältnisse der dortigen Armen, Das Resultat ist zum Theil graucnerre geud. Unter.Anderem wird mitgetheilt, daß die l33l Familien, deren Wohnungen genau untersucht wurden, für ins gesammt 6043 Köpfe nur 3317 Betten und 199 andere Lagerstätten hatten. 1552 Personen aus dieser Bevölkerung oder etwas über 30 pCt. hatten somit ine Lagerstätte. Daß dies zn den bedenklichsten Ver Hältnissen führen muß, ist einleuchtend. Sehr vielfach liegen eben 2 oder 3 oder Noch mehr Kinder in einem Bett, oder die Kinder liegen mit Erwachsenen zn sammen. Es ; fanden sich aber auch unter den Aufzeichnungen der untersuchenden Armenpflege r mehrfach Bemerkungen, wie die: ' Mädchen und ein., altere? Kvabe. schlascn in einem

: eitte iöiahnge Tochter

mit dem Vater in einem Bett" u. s. w. Der Bericht kann dazu nur bemerken, daß diese bei der Enquete gemachten Bemerkungen wohl auch . sofort" zu einem Einschreiten der Aufsichtsbehörde gesührt haben. Festgestellt wurde ferner, daß z. B. öfter über 20 Familien, vielfach sogar über 25 Familien in einem Hause mit nur einer Treppe woh nen, oder daß sogar einige Mai bis zn 8 Familien in einem Stockwerk mit ein ander Hausen, daß hie und da 3 bis 4 Familien' eine gemeinschaftliche Küche und einen gememfameu Abtritt haben. ttze.zpMzer Frag. Luxemburg ist ein winziges Ländchen, öngesähr so qroß wie ein amerikanischer Congreßdistrict in den altbesicdelten Staaten. , Es ist von Deutschland von drei Seiten umschlossen, die Bewohner sind Teutsche, so deutsch sind sie, daß sie sagen: Mer wolle bleiwe was mer sin" d. h. Luxemburger wollen sie bleiben und einen eigenen Großherzog wollen sie haben. Wir lassen es dahingestellt, ob man die Luxemburger bezzer an ihrer rheinischen Redeweise, oder an ihrer Großherzogs. Sucht als Deutsche erkennt, sondern sagen nur, daß ihr bis herkger Großherzog der König von Hol land war, der dieser Tage für verrückt erklärt worden ist und deshalb auch eben so wenig Luxemburger Größherzog, als holländischer König sein kann: Der im Jahre 1800 von den Preußen davongejagte Herzog von Nassau ist der nächste Erbe des luxemburgischen Thrön chcns. Adolph heißt der Edle. Vor anderthalb Jahren war er schon einmal Großherzog von Lnemburg, denn damals war dle holländische Majestät ebenfalls regiernngsunsähig. Aber als der Holländer horte, daß der 9!assauer sich seine Krankheit zu Nutzen gemacht und das Luxemburger Thrönchen ringenommen hatte, ärgerteer sich, der Aerger machte ihn gesund Aerger soll über Haupt - sehr gesund sein und er, der alte Holländer rämlich, wurde plötzlich wieder regierungsfähig und damit aucy in den Stand gesetzt, den Luxemburgern wieder als Großherzog vorzustehen. Und in Folge dessen mußte der L!assauer sich drücken. Jetzt aber ist der alte Dutchman tota liter verrückt, daß er selbst, den 'Groß Herzogs bedürstigm Luxemburgern nicht mehr als Herrscher" genügen kann l .ld der Nassauer ist wieder in Luxeul. bürg. Dvch lassen wir den scherzhaften Ton fallen. Wie gesagt, Luxemburg ist ein altes dentsches Lan), spricht deutsch und ist mit Holland durch nichts verbunden, als durch die Anwartschaft des holländischen Königs, ans die Großhcrzogswürde. ES' liegt eingekeilt zwischen Frankreich, Deutschland und Belgien. Es würde natürlich sein, wenn Deutschland auf dieses Ländcheu jetzt Anspruch erheben würde. Es ist ja. sozusagen, herrenlos. Aber Deutschland that das nicht. Teutschland sucht den Frieden und will sich keine friedcnstörendcii Ver wicklnngeu ausladen. Der Barometer Sr. Durchlaucht, .Gehst Du aus's Schloß, Kasimir? Dann vergiß ja nicht,' Se. Durchlaucht am eine Pagen stelle für unsern Hans zu bitten.Also sprach die Gattin des Kanimer Herrn Baron von Soundso. Wenn ich nur. wüßte, ob Durch laucht Heute bei 'Laune ist," entgegnete der Angeredtte." && laß uns dvch seinen Barometer kragen Du littst Recht." sagte der Baron uild einen Steuer rufend, befahl er: Tomas, geh' doch einmal zum Bll' )iker Mertens in der Zwetschengasse, .rink ei re;t Schnaps und sieh, ob er pfeift oder bcnmmt." W,r kümmern uns nun nicht weiter öarum. ob der Budiker Merteus an iennu iü t gepfiffen oder gebrummt lzat. anÄ ni.ht darum, ob Junker Hans sie P.'nste.le erhalten hat oder nicht, iMdern zn-eressiren uns Nur für die gragc. wie der Vndiker Mertens dazu kam, das Barometer Se. Durchlaucht ;u werden Täglich hielt der Staatsmimster. des Fürsten zu einer bestimmten Morgenstunde Bvrtraz bei seinem Herrn. Da nun der Fürst ganz und gar in, den Staateschäsien seines kleinen Reiches ausging, so war er gut oder schlecht gelaunt, je nachdem ihm der Vortrug seines Ministers gesiel. War das Äeful tat ein gutes, so erntete der Minister huldvolle Lob spräche, im andern Falle erhielt .er eine längere oder ' kürzere Nase. Dann ging der Herr Minister in den Saal, in welchem! seine Räthe saßen und zeigte sich entweder sebr lies benswürdig, oder er rüffelte den Ge ' ..., ...it ... . : . .. elinraly, welcyer oen Ävttrag ausgearbeitet h itte. In den meisten Fällen war es Geheimrath v. V. Skatürlich mußte das Benehme:i des Ministers auch auf ihn wirken und wenn er zum großen Frühstück nach Pause kam, wußten Fr in Und Tochter sehr bald, ' was die Glocke geschlagen hatte und ob sie dem gestrengen Herrn mit einer neuen, putzmacher Rechuu.iq kommen dursten oder nicht. ' Jedenfalls aber hauchte die Jeheimrathstochter sosort ihre, Seele zuf dem Klavier aus, indem sie bei geceizter Stimmung ihres Vaters Trauermärsche,bei günstiger Operettenmelodien spielte. Herr Rentier M', welcher über der zeheimräthlichen Wohnung' logierte, hörte nun , die Operettenklänge recht zern, wogegen er die Trauermusik erbärmliches Geklimper titutirte, h Sobald die letztere i begannM stürmte er wüthend aus dem Hause und begab sich in das Weinhaus der Gebrüder Timm. .ooierregMäßigm oern imm lseat plelte und ebenso - LyI' tf f !"' V!'"- . , !. ' ' - M-WS1 , '!,!:. . i Fciiapigmpr.5 $ & I Dann stürzte er noch 1 wüthender hinj ans und macht einen Spaziergang ! durch-die Strane.t im ?tarinfrfn-?tt. sobald der Rentier aber bciu: B'idiker

Mertens vorbeikam, schoff er die Treppe hinunter in den Keller und rief dem Bn diker zu, daß er ihm die Hypothek tm wiederruflich kündige, und erst nach langem Bitten ließ er sich bewegen, die Kündigung zurückzunehmen aber zum letzten Male." Hatte sich der Rentier entfernt, ss war der Budiker tagüber in schlechtester Laune und pflegte fürchterlich zu brummen. Käm aber der Rentier zur ge wohnlichen Zeit nicht, fo psiff er lustig vor sich hin. -

Da nun der Minister, der Geheim rath und der Rentier schwer zugänglich waren,,fo mutzte man sich schon bequemen, in die Budike des Herrn Mertens ku treten, um zu erfshren, ob Durch sua)r gm oder schlecht gelaunt ti. Lln den Adel oendet sich die Kreuzzeitung, weil es, vie sie sagt, Edelleute sind, die Berlin dn jüngster Mt mehrfach zum Schau. platze aufregender Borgänge gemacht ano oavet etnBerhauen oeovachtet zaben, welches sich mit den Anforderun. ;en schlechterdings nicht deckt, die man in die Träger alter Namen mit vollen? ttecyt steut. Das genannte Blatt wird uns aerne zestatten, un ihre Mahnung anzuknüp fen uns tu seinem Sinne fortzufahren: Edelleute stiegen und steigen nur zu ?ft von ihrer Kockwoblaeborenbeit ber. ib und begehen Verbrechen oder lassen sich solche Vergehen zu Schulden kommen, die sich nur für Bürgerliche schikken. Der Eine gründet ein Blatt, um Erpressungen zu begehen, der Andere erwirbt sich als Schläger den Ramm .Boxer-Karl", der Dritte ist ein unveroesserlicher Spieler, der Vierte dock ivozu alle die traurigen Verstöße gegen sämmtliche Paragraphen des Strafge setzbuches aufführen ? Wir haben gegen solche Verstoße nichts einzuwenden, wenn es sich um einfache Bürger han 3?lt, welche weder einen Stammbaum, loch ein Wappen haben, obne iraend velche Ahnen Zur Welt gekommen find ind absolut vonlos auf. der Erde vegetiren. Aber dle Menschen sind doch wie sie Drvjchlen zu clasnnciren, und wenn 5s Menschen zweiter Classe nnd Gepäckmenschen gibt, so sind die Edelleute Menschen erster Güte. . Diese aber dürfen unter keinen Umständen iraend ein Lerbrechcn begehen, das von den Mitzueocrn des zweiten und dritten Sta. Des ohne Scheu begangen werden kann, weil sie eben keine Edelleute sind. Unsere Geaner. das sollten die Edel. leute nie vergessen, machen ein von Edelleuten begangenes Verbrechen mit besonderem Behagen und schadenfrohem poyn bekannt. Sie weiden sich nicht nur daran, die Darstellung solcher Verbrechen verbreiten und lesen m können. sondern sie freuen sich auch, wenn sie sie : Tl t- a rtr . i mi enguen nist ocs orres oarueuen sehen. Wir erinnern nur an die Stücke, in denen ein adliger Reaierunasvräsi. vent,' ein Hvfmarschall, die Söhne eines regierenden Grasen, ein Minister und - t jr. . w1 ..,.-.-. oieie anocre Vvcygcvoreneais Äervrecyer luftreten. Das ist nicht zu ändern. wir können die Niederträchtigkeiten der ? . l e ftrL r , . . svgrnunnie jaajjucr niloi von oer Lühne verweisen,da uns hierzu leider die Macht aus den Händen aenommen worven ist, aber den gegnerischen demokratischen Zeitungen rönnen wir die Gelezenheit, den Adel genau wie eine bürzerliche Gesellschaftsklasse zu behandeln, entziehen, wenn die Edelleute sich künftig von allen bürgerlichen Vergehen und Verbrechen fernhalten. Die Edelleute sollen den Bürgerlichen nicht in's Handwerk pfuschen, damit der Adel den Platz behaupten kann, der ihm aebührt. (Berliner Wespen.) ein politischer Skandalprozetz. Ein Skandalprozeß mit politischem Hintergrunde begann jüngst vor dem Schwurgericht in Wien. Aus der interessanten Vorgeschichte des Prozesses geben wir folgendes wieder: Es handelt sich um eine Beleidigungsklage des früheren Präsidenten des österreichischen Verwaltungsrathes der österreichischungarischen Staatseisenbahngesellschast, Frhrn. v. Smdier, gegen das seudab klerikale uud antisemitische Wiener Vaterland". Angeklagt sind Redakteur Koller als Verfasser des Artikels und Redakteur Jakob als" verantwortlicher Redakteur des Blattes. Das Blatt brachte anknüpfend an frühere Vorgänge in der Staatseisenbahnverwaltung einen Artikel, wonach Baron Scudier in dem über das Vermögen des verstorbenen Pächters des Hcrkulesbades in Mehadia in Ungarn und späteren Leiters des Wiener Carltheaters Herrn Tatartzy eingeleiteten Konkursverfahren . eine Forderung von hunderttausend Gulden Angemeldet hatte, und es wurde das Gerücht verbreitet, diese Forderung fei die Frucht eines Bestechungsgeschästs zwischen Tatartzy und Scudier. Das Herkulesbad ist nämlich Eigenthum der k regsverwaltung und wurde von derselben zuletzt eben von Herrn Tatartzy verpachtet. Die Uebernahme des Pachtschillings erfolgte durch die Vermittelung des Militärkommandos in Temcsvar, an dessen Spitze damals Baron Scudier stand. Das Vaterland" gab sich dazu her, die Anschuldi g un gen gegen Baron Scudier in der gehässigsten Form zu veröffentlichen. 'Am 30. März brachte das Blatt einen Leitaussatz mit der Ueberschrift: Eine seidene Schnur.ZurGeschichte der Eorruption", in ' welchem im Wesentlichcn erzählt wurde, Baron Scudier hätte sich von Tatartzy mit hunderttausend Gulden bestechen lassen, damit Tatartzy die mit ' der Knegsverwaltung eingegangenen Pachtbefugnifse nicht einzuhalten brauche. Das Geld wurde nicht baar erlegt, sondern in Form eines Schuldscheins und da inzwischen Tatärtzy starb, . sei Baron Scudier genöthigt gewesen, die Summe, um sie nickt an verlieren, bei der Berlasienschaftsbehörde einzuklagend Nebenbei wurve Baron Scudier iM Äaterl. auch beschuldigt, daß er der Bevölkerung von .Temcswar einen schönen Bark

schenkte, den er mit Geldern derKnegö-

verwaltung hatte errichten lassen. Ferner erzählte das Blatt, der Handelsminister hätte sich, als die Geschichte von den. hunderttausend Gulden ruchbar wurde, geweigert, Baron Scudier, der Scamens der Staatseisenbahngesellschast mit der Regierung verschiedene Verhandlungen zu führen hatte, ferner noch zu empfangen. Dazu bemerkte das Vaterland", in der Türkei war es Sitte, daß der Sultan Staatswürdenträgem, welche sich Schurkereien zu Schulden kommen ließen, die feidene Schnur zuschickte, womit sich der Be treffende erdrosselte. Heutzutage begnüge man sich damit, daß solche Würdmträger ihre Aemter und Würden niederlegen. Baron Scudier säumte nicht, gegenüber diesen Anschuldigungen den gerichtlichen Weg einzuschlagen. Er erklärte, an der ganzen Erzählung sei nur das Eine war, daß er thatsächlich an Tatartzy eine Forderung von hunderttausend Gulden hatte und diese gegenüber dem Äkachlaßvermögen geltend machte. Er hatte Tatattzy, der ein Mann von großem Unternehmungsgeist war, vor vielen Jahren kennen gelernt und ihm nach nnd nach größere Summen geliehen, bis dieselben den Betrag von hunderttausend ' Gulden erreichten. Irgend andere Beziehungen hätten zwi schen ihm und Tatartzy niemals beftanden. Insbesondere sei es unwahr, daß er aus das Pachtungsvcrhältniß zwischen Tatartzy und der Militärbehörde irgend einen Einfluß geübt hätte oder auch nur hätte üben können. Er besaß als Militärcommandant in Temeswar keinerlei Aufsichtsregel gegenüber Tatartzy als Pächter des Heikulesbades, noch überhaupt bezüglich des Pachtschillings irgend ein Verfügungsrecht. Ebenso erklärte Baron Scudier die Behanp tung als eine Lüge, daß der Park in Temesvar aus Militärgeldern hergestellt wurde. Während" noch die gerichtlichen Erhebungen im Zuge waren, trat aus den Wunsch des Feldzeugmeistrrs Scudier der militärische Ehrenrath zusammen, und dieser erkannte einstimmig, daß die ehrenrührigen Mittheilungen aus dem Lebendes genannten Militärs vollständig unbegründet seien. Die Redacteure des Fremdbl." werden vertheidigt von den AntisemitenHäuptlingen Dr. Lüger und Dr. Patlai, den Klager vertritt der liberale Abgeordnete Dr. Josef Kopn. Wie die letzten Wiener Blätter melden, wurde unter stürmischen Bravorufen des massenhaft angesaminelten Pub' likums in spater Abendstunde das Verdikt der Jury verkündet. Mit allen zwölf Stimmen wurde der Bureauchef des Vaterland" und Verfasser des Angriffes auf Scudier für schuldig er klärt, zu acht Monaten Arrests wurde K'arl Koller durch den Spruch des Ge "ichtshoses verurtheilt. . .. Sibirien a!S Paradies. Vor 10 Jahren machte in St. Petersbürg ein an einem ultcn Wucherer und dessen Wiilhschttstrriu, begangener Doppelmord großes Aussehen ; zu der Blutthat bekannte sich ciu bis dahin geachtetcr Lieutenant Landsberg von den GardeSappeuren. Er hatte über jeine Verhältnisse hinaus gelebt, war in die Hände jenes Wucherers gerathen und stieß dann diesen, wie die Wirthschafteritt kaltblütig mit einem Messer nieder, um sich i den Besitz. der fällig werdenden Wechsel zu setzeil. Das Urtheil lanlete auf Verschickung nach Sibirien. Landsberg wurde nach Ssachalin gebracht. Vvn dort eingetroffen? Nach richten über ihn und die Schicksale noch einiger anderer Mörder bestätigen, wie man der Jt. H." schreibt, aus's Neue, daß es die nach Sibirien verbannten EriminalVerbrnher, wenn sie nicht zu schwerer Zwangsarbeit verürtheilt sind, viel besser haben, uls die Sträflinge irgendwelcher anderer Staaten. Landsberg lebt beute in Ssachalin als angesehener Ingenieur. Anfänglich trat Landsberg in den Dienst einer Wahrsagerin; bald daraus wnrde diese weise Zran seine Ehesran. Als ehemaliger Ingenieur-Osficier wandte sich der'Deporllite dern Wege- und Brückenban zu und arbeitete als Bevollmächtigter eines Großkausmanns in Wladiwostok, so daß er' sich int Ganzen auf eine Iahrrseinnähme von 8000 Rubeln steht. Er baute sich ein eigenes Haus, hält sich Pferde nnd Vieh und lebt in sehr - angenehme Verhältnissen. Ändern Verschickten geht eö, laut dem .Infl)nij Krai", ebeusalls recht gut. Der srübere PolizeiossicienJwäuow, der seine ganze Familie ermordet halle, ist jetzt in Ssachalin als Schreider angestellt. Auch er heiratlzete bald nach scmer Ankunft in Ssachaiin, und zwar seine alte Bekannte Nikolajew, die ebeusalls dorthin deportirt wurde. Es ist überhaupt charakteristisch sttr diesen Verbannungsort, daß es dort gar keine ledigen grauen gibt. , Die , Arrestantinnen verheirathen sich sofort nach ihrem Eintreffen mit, Sträflingen. Ssachalin besitzt auch bereits einen Sängerchor. Pomeranzew, ehedem Chorist an ' der Petersburger D e , der einen Mord ans Eisersncht beging, ist der Begrün der und Leiter desselben und erfreut sich aus Ssachalin großer Beliebtheit. Eine schreiende UnerechtigkelWü Verbrecher Strafen , zu verhängen, die in Wirklichkeit keine Strafen sind, während politischen Vergehen gegenübe, diese Milde 'ilnbekanntMM !!MMM Aus einer Hacienda in der Nähe der alten Mönchsansiedlung San Antonio ini Staate Ealisornien wachsen zwe? Feigeiibäumewelche angeblich von den Mönchen der Colonie selbst gepflanzt sink Die Bäume sind über 30 Fuf; hoch, haben eine breite u::d schattige Laubkroue und tragen jeder jährlich gegen Pfund , geigen. EistNwaartn jeder Urt, VukV Munition u. s. v.. u müßigen yreisen im neuen Laden von B. v. Banier. N. O. Eckt dtr NorrlZ und tUiisn Gti

OerUner erichtSseene. MMM Die verhängnißvollen : Knochen. Erst Knochen statt Fleesch un denn rauöjeschmissen un uf die Anklagebank? So is't richtig, so muß et kommen, det find ja recht jesejente Zustände, da kann sich eener ja die Hände dran wannen. Mit diesen, im Tone der gekränkten Unschuldgesprochenen Bemerkungen, sührte sich die Ehefrau des Schuhmachers P. b denz Schöffengerichte ein, als sie sich wegen Hausfriedensbruchs zu verantorten hatte. Bors.: Mit Ihnen scheint schlecht Kirschen essen zu sein, ber mäßigen Sie sich gefälligst, sonst k i j 4

ronnren le yler noey erwas tqr unangenehmes erleben. Angekl. : Tet in die Krrfchm Steene find, det weetz ick ! ebenso genau, als det der jrvtzte Ochse un der dicksie Schlächter Knochen haben, aber beSwejen soll mir noch secner saam. det ick mit Knocken ulrieden sein wuß, wenn ick Fleesch verlange und Lver'n R'vpv bezahle. Wat denkt sich denn eijentlich so 'n Katzoff? Vors.? Zunächst wollen toit mal hören, wie der Stsatsanwalt über Ihr Benehmen vor Gericht denkt. Bors.: Der GerichtsHof wird nachher darüber beschließen. Nun nehmen Sie sich zusammen, Angeklagte wenn Sie sich hier wieder in SchiLneien ergchen, werden Sie sofort abführt. --Angekl.: Ick denke, d derf mir hier verdrffendiren? Vors. : Das dürfe Sie, aber nur innerhalb beftimmter Grenzen. Angekl.: Det versteh ick ich. Bors.: Sie begaben sich Wohl in den Laden des Schlächters M., weil Sie mit dem gelieferten Meifch nicht zufrieden waren? .Angekl.: Mit det Fleesch war ick schon zufrieden, aber mit die Knochen nich. Anderthalb Fund for zwölf Jroschen? Na, ick danke, so dUle verdient mein Mann jerade an een Paar fix un ferdije Kindersriebel.. Die Schlächtcr machen det aberooch reeseweg een bisken jar zu doll. Vors. : Nun wollen wir aber bei dn Sache bleib. Hatten Sie das Fleisch selbst geholt? Angekl.: Jh Jott bewahre! würde ihm bald wat Anderes jezngt haben, wenn er mir fo'n Knochen wie'n Arm dick in die Fmger hätte stechen wollm, ick Borf.: Wer hatte denn de Einkauf besorgt? Angekl.: Mein Mann iS et jewesen, die oöe Tulpe. Der ronr een SonndaaMorjen, als er zwee Paar neie Sriebel abMiefern hatte. Wir hadden die janze Woche Kartoffeln mit SpeekPppe jejessm, u det wird eenen ooch der. Det ist ja Wens jetzt so dheier, det mM nich weeß. wie man de Kinder satt krieM soll, wit ick man jehört habe, wollen sie ja uft jTempelhoser Feld 'ne jrvße Kanckkel tzucht anlejen, aber , ick verspreche mit ooch mcb ville davon Mem Mann sagt immer, die dheiren Fleefchpreise kommen von die Jetreidezolle uu wert sie va un tm, wo die Bachuner herkommen, die Jrenzen gesperrt haben. Da müßte die Scejierung sich doch eijentlich mal rin lejnr. Also, wat ick sagen wollte wo war ick doch jlnch bei? Ick bin wirklich jrausjekommen. ' Vors.: DaS kommt von dem vielen Schwätzen. Sie sagten, Ihr Mann hatte das Fleisch geholt. Angekl.-; Ja, richtig, aber et wies sich nachher als Knocken aus. Also weil wir unS for den Sonntag ooch mal en Stück fleesch zähmen wollen, so sage ick: er Zollte nfk Retuhrweg anderthalb Fund von't beste Rindfleesch mitbringen, for ht Kinder wollte ick denn ne Rosinen, -saure zu machen un er sollte Sellerie jsalat zu kriejen. Alsojllt, erbring! t an. Ick wickele det Papier uf un fange an zu lachen. Tu, sage ick, det hat Dir der Schlachter woll man zuje'jeben, wo hast Tu denn det Fleesch? Jh wo, meent er, änderet hätte tx nich, un wat die Knochen waren, det thäte det Fleesch find. Schafskoppt sage ick, un zu'n ersten Male in mei' nen Leben kriege ick mir mit ihm det Erzürnen, fühlt sich denn Fleesch so chart an? Wobei ick ihn so mit den Knochen jejen die Näse stucke, det tx ordentlich zurückprallen dhut. Denn schmeiße ick mir die Schürze von'n Leibe runner, wickele det sojenannte Fleesch in un sak sak, rum bei'n Schlächter. Vors.: Na, endlich sind wir so weit. Sie sollen ja in dem Laden eine tollt Scene aufgesührt haben. Angekl.? Ick komme rm un der dicke Meester steht hinter'n Ladentisch un hanrirt mit' großen Messer. Wollen Sie mal so jut fwd un nachsehen,'wat det hier iS? Un dabei wickele ick seine Knochen auS't Pa Pier und leje sie k'n Disch. Er sieh! mir jroß an UN sagt, det iS Rindfleesch nlit'n Marksknochen bei, det jiebt' ne 'ausgezeichnete Balljon. Hat mein Mann Fleesch oder Knochen verlangt? , frage ick wieder. Suppen !fieesch, sagt er, und da jehört immer en Knochen bei. Wat , ick denn dächte, hat i die Schlächter mit die Knoeben machen sollten. ' MnnSweaen Nnnen , Sie V Ihre Frau davon en Korallenhalsband machen lassen, sage ich ick will Fleesch haben und keene Kno che und sofort tauschen Sie mir di Knochen um, sonst jehe ick zur Pullezei. Det könnte ick for seinerhalben machen, zneente er, un umtauschen dhäte er nischt, soville Knochen jehörten bei't Gleesch, un wenn ick mir det nick leisten Ännte, denn sollte ick Hottehüh koofen 'det koste billiger. Nu habe ick ihm aber Jescheed jestochen. Borf.: Er soll Sie viele Male aufgesordert haben, den Saden zu verlassen. Angekl. : Da habe ick nich nach hinjehört, ick war zu sehr in die Skasche. Vors.: Hat er Sie nicht durch einen Schutzmann entfernen kas. frn? Angekl.: Det hat er jedhan, aber, von alleene wäre ick ooch nich jejangen. . Die Angeklagte wird wegen HsuS friedenSbruchs zu zehn Mark Geldstrafe verurtheilt Und außerdem in eine Oxi; nunssstrafe von zehn Mark genommen. Salkn OlttkNN, Uurcra vosöräu ; u bkzitbtn dnr OuznJ Erbrich. Te. PZ?N

Vsw Inlande. Der bekannte d eutsche Cor

respondent, Herr Lafrantz, schreibt aM Dallas, Texas: Was die hiesige dte -gend noch bedarf, sind ungefähr bOÜ deutsche Gärtner, welche Ecmustbau treiben können. Dieselben würden hier " ein ergiebiges Feld für ihre Arbeit sin den. Land und Klima ist günstig und ein guter Markt gerade vor der Thür. Eine Züchtun gs station für Erdschildkröten (terrapms) ist in . Fernandina, Fla., unweit der Meeres küste errichtet. Auf einem runden mit grobkörnigem, weißem Sande bedeckten Platz befindet sich eine Cisterne, welche Mtcr Fluthböhe liegt und be! Eintritt der Fluth sich bis vier Fuß mit See Wasser anfüllt. Die Cisterne ist mit zahlreichen Löcherii versehen und der Eigenthümer findet jedesmal im Sande vergraben eine Anzahl junger Schild kröten von einem bis zu zwei Zop Länge. G al.veston ist jetzt der eim zige Eingangshafen von Texas, wird aber dieses Monopol nicht mehr lange besitzen, denn Quintana an der Brazos Mündung und Aransas Paß oder Cor t puS Christi werden voraussichtlich früher Tieswasser erhalten, wie Galveston, und der letzteren Stadt dadurch Diel Wind aus den Segel nehmen. Trotzdem wird Galveston immerhin och eine bedeutende Stadt bleiben, wenn auch der Golf ihrer Ausbreitung gewisse Grenzen gezogen hat und einige Male sogar schon mit einer theilweiscn Zerstörung des Bestehenden gedroht hat. Die mehr oder weniger kchone Frau, welche vor einigen Jahren der old rnan's darling des Herrn Leslie wurde und welche nun mit den Diarnanten ihres Verstorbenen in den gen zen Ver. Staaten prunkt, legte einst .in der N. F. Sun" ein Geständniß ab, sie möchte ein Mann sein, damit sie mit! einem halben Dutzend Mädchen zu gln eher Zeit .Liebschaft anknüpfen könnet Auch war sie der Ansicht, daß die Frauen die Männer aus vielen Zweigen des ZeitungsgeZchäftes verdrängen wür den, besonders als ,,Jnterviewers", weil fie mehr Frechheit besaßen, als die Männer. Wenn zum Interviewen nur Frechheit gehört, dann dürste der Madame Leslie allerdings so leicht Üti ner den Rang darin ablausen. m Es ist ergötzlich zu he ob achten, aus welche spaßhafte 'Dinge unsre hochgeborene oder besser in den meisten Fällen ziemlich tiefgeborene G? seüschaft verfällt, um sich nur ja von den Durchschnittsmenschen um sie herum möglichst auffällend zu unterscheiden.! Das Neueste in dieser Beziehung hat sich Mrs. Robert A. Roosevelt in New York geleistet. Diese Dame hat von ihrer Europa-Reise, welche sie durch allen Herren Länder führte, aus jeder Stadt,i in der sie sich aushielt, einen silbernen Löffel, bald Thee- bald Eßlöffel, mitgebracht, auf welchem sie den Namen den Stadt, sowie das Datum ihrer Anwe, ' senheit in derselben hat eingraviren las-i sen. Diese. Löffel werden, sobald bei' Roosevelts Gesellschaft ist, zum Ge brauch für die Gäste ausgelegt. Der, Gast liest die Gravirung, fragt des Nä-z heren nach der Gcburtsstadt seines Lös ftls und ans den Reminiscenzm dev Wirthin ergibt sich ein derartig von selbst äußerst interessantes Tischge spräch. DieStahlproduction dev Ler. Staaten belief sich wahrend des mit dem 20. Juni abgelaufenen Jahres auf 4,466,926 Tonnen, gegen 1,145, 711 Tonnen vor zehn Jahren. Das ist eine Zunahme von 290 Proccnt. Iir den zehn Jahren hat sich die Erzeugung von Bessemer - Stahlbarren und Gußstahlvon 935,203 auf 3,783,572 Tonnen, ' die von Tiegelstahl von 76,201 aus 85,536 Tonnen vermehrt. Clapv-Griffiths-und NvberBesseNicr Stahl wurden vor zehn Jahren noch gar nicht hergestellt, im letzten Jahre dagegen betrug die Erzeugung 83,933 Tonnen von ersterem und 4450 von letzterem. Auch mit der Erzeuzung von Stahl nach dem basischen Proceß ist neuerdings, der Anfang gemacht worden. Sie lt lief sich im letzten Jahre ans 62,177' Tonnen. Die Herstellung von stahler' nen Eisenbahnschienen ist von 1,295, 179 Tonnen 188 ans 2.086,654 Ton. mn 1890 gestiegen, und die Oer. Staaten überragen in diesem Zweige jetzt all, anderen Länder. Die zu Richmond in Virgi men erscheinende deutsche Zeitung Hreibt: Wir dürfen uns der begrün-. beten Hoffnung Hingeden, das; binnen Jahressrist die Zabl cr Deutschen inunserem Staüte um mindestens zehnkau. send vermehrt wird. Die Anlage neuer Städte und Fabriken jeder Art' wird Virginien zahlreiche deutsche Bauhand- . werker und Fabrikarbeiter jeder' Arr zuführen, da denselben wegen ihrer Geschicklichkeit, ihres Fleißes und ihrer' Genügsamkeit bei derartigen Unterneh : , mnngen noch immer den Vorzug gege-" , den wird. Wo es aber den Teutschen gut geht, da hastet er auch an der! Scholle, und : da 3 seither verschrieene Virginien, sein mildes und angenehmeA ,,; Klima wird unseren Landsleuten schon,',;, gefallen, namentlich da ihnen der Vir ginier viel achtungsvoller entgegenkommt, als dieses von den Eingeborenen des Nordens und Ostens geschieht. Hier freut man sich, tüchtige weiße Arbeiter zu . erhalten, und das immer feindlicher werdende Negerthum endlich entbehren zu können." Dieselbe Z:i tung ; glaubte begründete Hoffnung zu haben,-daß auch die brach liegenden und . doch so sWchtbarenmsd billige virgunschen Ländereien endlich deutsche Käufer finden, die' Virginien bald,yZMt 'W . , seinem alten staatlichen Nuf und Wohl stand verhelfen werden. OaZ UrU::Z Itt 0-:i-":n c.:t elnwr:: dw. t-l 0. QC-Cite 1 t t n s..5 - ,3 dr5 ri w- i rr-w rTiT.nr n..tt W 4 f! W

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