Indiana Tribüne, Volume 14, Number 50, Indianapolis, Marion County, 9 November 1890 — Page 6
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Ein statistischer Nöman.
Wsu arZ PrSS. 5Zn Zracnd emem verbyramen Wm?el der Ztttung liest man: In dieser Woche i uroen hler so und so Met lebendig ge- - Hören, todt geborm, sind gestorben, habm sich Kerheirathet, endeten durch Selbstmord. TaZ Auge hastet flüchtig euf diesen Angaben, die im nächsten Augenblick vergessen sind. WaS fürn mern uns die nackten Ziffern, die doch so viel Freude und Leid in sickj bergen. Vielleicht wurde es uns mehr interessiren, wenn wir Angaben über den wirthZchaZtlichm Fortschritt oder Rückgang der einzelnen Haus halte bekamen, wenn zu lesen wäre, diese Anzahl Unternchnier können eine Mehreinnahme von einer Eesammtsumine x verzeichnen, jene Anzahl einen Verlust in folgendem Gesammtbetrage. Auch Krankyeitstabellen gibt es, ein Controlbuch der sei enden Ä.'ccnscyyclt. und docy crzcye:ncn in allen diesen Nachweisnngen noch lange nicht die Factoren der Einzel schicksale erschöpft. Arbeitsmühe und Arbeitsrast, VerschwenVung und Entbehnmg, 'Vergnügen und Abspannung, Neigung und Entsagung in allen Abstnst:ngen, Kummer und Äerger, Gedankenlebcn und geistige Stumpfheit, diese durch Ziffern kaum zn begrenzenden äußern und innern Eindrücke, spielen gleichfalls eine große Rolle in unserm Tascin. Die Statistik steht hier meistens vor verschlossenen Pforten. Und trotzdem reizt es uns, auch in diesen Fragen eine Gesetzmäßigkeit zn erZangen. Jönathan Holmay, der Sohn eines echten gantet und einer nach Amerika ringewanderten Deutschen, hatte die Glücksumstände seiner Eltern dazu benutzt, auf' deutschen Universitäten Studien zu machen. Insbesondere zöen ihn Medicin und Philosophie an, diese ungleichen Schwestern, iit nur in der Eprödigkeit gegen ihre Bewerber wetteifern und ihr tiefstes Wesen stet wie der verschleiern. Der rechnende Kopf des Vatcxs und die vhantasievolle Natur der Mutter lamm in Jonathan abwechselnd zur Geltung. a fiel es ihm eines Tages Plötzlich bei alle seine LebenZerfcheinungen ziffernmäßig zusamncnzufasseN,,dcr Statistiker seines Ich zu werdend ' Logisch geschult, wußte er, daß er es hierbei mit durchaus subjectiven Beöbchtungen zu thun haben werde. Allein cr wollte wenigstens versuchen, sich wie ein anderes . fremdes Subject gegenüberzutreten, dem mindestens lein Seelmvorgang verschwiegen wird oder ver borgen bleibt und das jede Selbsttauschung auszuschkidm trachtet. Fürwahr, ein heroischer Entschluß, sich der Pein dieser unaufhörlichen Eigeuschan zu im tcrwerscn, da der Mensch doch am liebsten sein Innerstes vom Licht 'abkehrt tmd in das Unbestimmte hineindämwert. Ja, Jonathan schreckte sogar nicht vor dnn Vorsätze Zurück, mit sich pjhchologlche EMnmente anzustellen, natürlich nur solche, welche das Dasein nicht gefährden oder Zn schwere Leiden und Unannehmlichkeiten auslatcn. Seiner starken Willenskraft sich be wußt, gedachte cr in dieser Weise sich das Material zur Veurtlzellung der ' Fra?.e Mensch" zu verschaffen, um es später säuberlich ordnen und roisien--schzstlich verwenhcn , zu können. Ter -naturalistische Forscher fangt mit seinem Ich an das war der Grundsatz, dem er feine geistige Thätigkeit unterwerfen Wollte. Er machte sich Zum statistischen Object, um eine naturmissenschaftliche Grundlage zu erlangen. , Dabei hütete er sich vor Verallgemeinerungen, vor geistreichen Einfällen, thSrichtc Vorineinunen und' launischen Nachgrübeleien, vor schulmaßigcn Wortspielereicn und übertriebenen Feinheiten der Auslegung. Erblickte geradeaus wie ein Maler in den Spiegel, der fein Eigenlitt) auf der Leinwand festzubaltcn und das kleinste Fältchcn seines Wesen) ,zu lauschen sucht, da ihm bisher gleichgiltig geblieben. Jonathan legte sich ein Tagebuch der ke!bsterlebnint'- an. dir. inr.. rast, ttt r wrv Tf v w w J w w ;T I ! W gliedert und gesondert wurden. Da fand mtrit rirti )fsfr si sirtt -tiii AhHWi .!:.. : Vr l X J f Eindrücke, wie z. B. Wiedererwachen bse& Sommers irnS rmMptfisis.? tu htpfptt und diesen Stunden;, kleine Jndispo sitionen, größere körperliche Störunzen; ArbcitS- nnd Zerstreuungswirkungen; vr jkf-r.-:. r o orr. -"T lr"l"-T 1 gt.it u. j. vj, ferner eine ziu : ffcpismt't fu KeXAi sf irrftAitr ,, vMijy m vivw vvi.uuyi.ii Freude, Aerger, verbunden mit PulsZahlungen, , Blutwarme - Messungen '. durch den Pansbygmographen. Das ; läßt sich hier nur in Umrissen andeuten. ! .Thatsächlich enthielt das Buch ' einige Dutzend Hauvtrubrikcn und eine viel fache Anzahl don Unterabteilungen sowie nähere AuSsührungen in AnmerZungen, Notizen u. f. w. Er betitelte dieses genaueste Polizeiregister aller wahrgenommenen Verändcrungen von Körper und Geist: 2e bensbuch deS Jonathan Holmay." Beispielsweise sah man in der Längen- " rubrik7 Uhr Morgens folgende Querabthcilungcn ausgefüllt: "Soeben "aufgestanden, beabsichtige mich zu reinigen und anzukleideu. ', Blutwärme J8 Gr. Celsius, 87 Pulöschläge in der Minute, angenehmes Haukgcsühl, Acnskelspaunung für 50 Gegengewicht : fröhliche Stimmung ohne besonderen Gegenstand, freies arbcitslustiger 5!opfz " trotzdem Gähnen nach dreimiautigcr und fünfkinhalbminutlger !, Pause. Verfrühtes Hereinbringen des Frühstücks ohne Errcgung einer Aergerniß bei mir. 7 Uhr 20, Min.: Beginn deS, Waschetts., Seife abhanden gekommen. Verzögerung lzicrdurch ruft erste leichte Verstimmung hervor. VerstimmungSdruck Lj." Diese Nottzcn waren stenographisch eingetraizen. ; Man kann sich denken, daß dieseldeu ' sich bei wichtigern Anlässen häufen ,?nttßtenH?kkZH Dsch ein hartnäckiger Sinn wie der i,nathanZ bewältigt noch schwierigere
Aufgaben. Am Ende des Jahres zog er d:e allgemeine Bilanz aller Eindrücke, ' summirte die Lust und Unlustgesühle. den erworbenen Gedankenbesitz, die derschleuderten oder schlecht angewandten Stnnden, die Ablenkungen durch äußere Dinge 'und. Personen. ... sein Vorx'alZ war zu klein, in's Lebensbuch mußt' er hinein." Dazu gesellten sich die Fah res-Phowgraphien und die Monats' nachweise über 5körpergewicht u. f. w. So trieb es Jonathan nun beinahe zwei Jahre. Wechsel des Aufenthaltsortes und der Studien, Reisen und Zwischen' fälle aller Art, denen er keineswegs pe dantisch auswich, wurden systematisch verbucht und änderten nichts an der Methode der Selbstbeobachtung. Hätte Holm die Beobachtungen bis zu seinem- Lebensende durchgesnhrt, so würde er das erste brauchbare Material sür eine naturalistische Biographie ge schaffen haben, die schließlich doch höher gestellt werden muß als ein naturalisti scher Noman. Bei Erkrankungen dürste cr ja dem behandeln? m Arzt die Eintragungen überlassen und an andere Hindernisse dachte et nicht. Da kam d Leg?nde der Liebessehnsucht plötzlich in seine innere Welt, wie ein Schnlmädchen, das neugierig den Schreibtisch des Vaters durchstöbert. Und siehe da, mit der schonen Ordnung imd sorgfältigen Verbuchung war es vorbei. Die Dokumente des Maischen gen'ethcn in ein Durcheinander. Eigentlich hatte sich Jonathan das Erwachen der Libesempsindung als eine besonders interessante Aufgabe seiner statistischen Beobachtnngskunst vor gestellt und deshalb diesm Zeitabschnitt hinauszögem wollen, bis er vollkommen in der Methode geschult sei. Doch der Zufall zog ihm den Strich durch die ZZechnung, daß er auf einer Dampfschiff fälzrt Fräulein' Ella kennen lernte, deren rosafarbenes Sommerkleid und kokettes Füßchen ihn nicht zur Klarheit kommen ließ, ob ihre Augen grau oder blau, ihre Locken blond oder braun seien. Diese Abnahme des Farbensinnes wurde nicht aufgewogen durch eine Scharfung feiner anderen Beobachtungswerk zeuge. Gewiß, der lieblich helle 5?lang ihrer Stimme,' das fast kindliche Gelächter entzückte ihn; doch vergebens suchte er die Tonlage zu fixircn. Und auch d!e vollen und doch fein geschwungenen Forwen gesielen' ihm, ohne daß er die Maße schätzen und vergleichsweise beurtheilen konnte. Vielmehr schien sich bei ihm ein anderer Sinn einzustellen, welchen er nach quälendem Grübeln nur als einen iw nern Gernch" zu bezeichnen wagte, ohne daß seinem exacten Geiste diese Hypothese genügte. Fräulein Ella war die Schwester eines früheren' Studieng enossen Jonathans, eine fröhliche ' und etwas schelmische Rheintochter, die' nach' erfolgter Vorstellung ihm cin Glaö ihres hcimatblichen .Weine credenzte und eine Unsumme süger Thorheiten dazu bot. Wie Sollte der Statistiker das muntere, launig im und hersprinzeube Gespräch irgend wie unterbringen in feine 3!ubriken? Er wurde wegen semei Einsilbigkeit geneckt. Als cr die Pulsschläge an dem Handgelcnke zu Zahlen suchte um wenigstens einiges Material zu sammeln, entdeckte Ella diese Procedur und überschüttete ihn mit lachenden Einfällen, deren er sich in der schlechten Vcrthcidigungsstellung der Verlegenheit nicht zu erwehren. ver mochte. Er gestand sich schließlich, dajj dieser Tag für sein Leocnsbuch" keine gcorductcn Wahrnehmungen bringen würde. Leichter hätte er die weißen Eirrus-Wölkchcn gezählt, die am blauen Himmel flatterten, oder die Sonnenstrahlen, die sich in den leicht bewegten Wellen badeten. 'Es ging ihm die Ahnung auf. daß das Herz seine eigene Sprache habe, ' die sich in die Zifferspräche nicht übertragen , läßt. Er erfuhr, daß es eine mystische Äämmernng der Seele gibt,, die er sich lange genug weggescholtcn und die trotzdem mit ihren Traumbildern Einzug hielt in fein ,Jnneres, welches die statistischen Hilsstruppen in wilder Fahnenflucht preisgaben. Aber schon war die Sache doch nnd Jonathan tröstete sich schließlich darüber, daß in seinem , Lebcnsbuch ein Weißes Blatt, übrig bleiben würde, das er höchstens mit einer gewissensersor schcnden Randglosse ausfüllen konnte. Er wurde allmählich angeregter und anregender, gesprächiger und aufhorchender. Ella fand doppelten Gefallen au dem hübschen, gebildeten, jungen Manne, den unbewußte Zauberkünste in ihren eigenen Herzcnsbereich hineinzogen. - Das Problem der Vererbung hatte nur zum Vorspiel der beiden Ledelvesen gedient, jetzt begann das Problem der Anpassung. Und diese andere Form deS Naturwaltens trat in verlangenden Blicken, sehnsüchtigem Schwellen der Brust, in zaghasten Berührungen und einer daraus entspringenden starten Strömung der Ncrvcnelektricität immer deutlicher hervor. Der Bruder Ellas, der eben sein Neserendar-Examen bestzndcu hatte und mit Gott und, der Welt zusricden war, beobachtete den heimlichen Spuk mit Vergnügen. . War doch , Jonathan ein wohlsituirter Zu kunfts-Tchwager, der, seine Schwester glücklich und ihm Darlehen machen konnte. Auch die Eltern würden, mit dem Handel einverstanden sein; ' ' , Als die Sonne, hinabstieg . und sich hinter die Purpurgardinen zurückzog, um allmählich zu entschlafen, schlug sich der schlaue Bruder plötzlich abseits, um auf dem Verdeck zweiter Classe einem schmuckeir Landmädchen, das , die anfzestapelten Kirschenkörbe bewachte, in ungebundener Weise den Hof zu , machen. Tie Schiffslaternen wurden angezündet und , im . Westen fah l man im , lichten Abenddunst das goldene Mainz aufstei gen. Die meisten lehnten an dem Bord und sahen träumerisch, müde in das Wasser oder' zu den vorbeiziehenden Usern und Auen hinüber. Manche wagten sogar, ein melancholisches oder heitcres ? Lied anzustimmen. , ; Nur ' die Kellners schritten mit feierlichen Amtsnlicnen auf und ab, , um Flaschen, Gläser und Teller einzuräumen. Nacht
schmetterlinge flogen über, die Köpfe den Laternen zu und iner verfing sick sogar im Haare Ellas, die absichtlich sich etwas ängstlich geberdete. . Da gab fcse statistische Satan, der sich niemals eme Menschenseele entgehen läßt, Jonathan einen absurden Gedanken ein. Statt den flattemden Nachtfchwarmcr aus dn Locken zu , befreien und dabei Ellas Köpfchen leise an seine Brust zu drücken, , nahm der BeobachtunzsSklave , einen ,,,Handthermomcter aus der Tasche und,, legte ihn , än den entblößten, 'schon gerundeten Arm des empfindsam anierezten Mädchens. Was thun Sie da? fragte die niedliche Kleine erschrocken. Ich möchte in diesem Momente Ihre Eigenwarme feststellen, antwortete der in die., alte Thorheit zw
rückfallende Barbar.- Aber rhelnifches Blut hat auch , ZorneSwÄH Auf Ellas Wangen flammte "eine unheimliche Nö-
the, die ebenso rasch der Blässe nnch. Und im gereizten Tone sagte sie: So, Sie'wollen gern constatlren, daß ich zu viel Wein getrunken.'. Sie gehören viel leicht einem' Mäßigkcitsvereine an. Nun, seien Sie 'getrost. ' wir Nhcinlän derinncn trinken und lieben nur soyicl, wie wir vertragen. Jetzt suche ich meinen Bruder auf. Sie griff schnell Sonnenschirm und Plaid auf und war verschwunden. Janathan machte ein verdutztes Gesicht und steckte den Thermometer wieder ein. Er empfand das ganze Unbehagen desjenigen, der eine große Dummheit bcgangen. Das Dampfschiff war an der Landungsbrücke. Wo ist Jonathan und wie gefallt er dir? fragte der Bruder Ella. Laß ihn laufen, wohin er will Er ist ein Nar unb ein .Pedant zugleich. Solche Männer kann ich. nicht ausstehen. : Nun, wie du willst. Er wäre kein übler Schwager geworden, Zeuszte tp gcbnngsvoll der Bruder. Ob Jonathan nach diesem unheilvollen Tage sein Lebensbuch" fort. geführt hat, kann : ich nicht mittheilen Gesehen hat es bei ihm in späterer Zei Niemand. Berühmte Männer im Schla frySc, In Paris hat sich ein junger Photo graph an eine Unternehmung gewagt, deren Gelingen ihm bald in allen Haupt, städten Nachahmer schaffen wird. El hat die herühmtesten Männer des Tw ges in ihren Studirzimmern, gleichsam bei der Arbeit, belauscht und abconteo feit, in Schlasrock und Pautoffeln, mit der Feder, dem Stift,, der Rolle in der Hand. Die Sammlung stillt nicht nur das Verlangen der Zeitgenossen, ihren Lieblingsdichtern, Schrljtstellern und Mnsikern nahczutreten, sie wird ein werthvolles Material für die Zukunft abgeben, und einmal angefangen, wird sie jedenfalls fortgesetzt werden. Da ist zuerst Alexander Dumas in einem ge räumigen, eleganten Zimmer, das jeden--falls Nlcht Äus einen" Bücherwurm schließen laßt? denn außer einer Reihe dicker Vandedie wie eme Encyklopädie aus sehen und die hinter ' dem Stuhle des Dramatikers auf dem durch die Täfe lung'gcbildeten Regal aufliegen, ist im ganzen Nanme kein Buch zu sehen. 'Hos fentlich hat der Dichter noch ein beson.dercs Vibliotheközimmer. Fehlt es in seiuem Atelier an Büchern so 'gibt es um so mehr Bilder; sie bedecken in gol denen und ' schwarzen "Rahmen ' alle Wände, von derl Holztäfelung bis zur Decke, Porträts, Landschaften, mytholo-zischt-und historische Darstellungen Sie geben den freundlichsten Hinter gründ für die behäbige, . etwas melancholisch angehauchte Gestalt des DichterS, '. der nachdenklich am Schreibtisch sitzt, 'in einer nachlässigen Gewandung, die 'eiuige Ähnlichkeit ' 'mit einem Mönchshabit " hat. Der Kopf gleicht ganz dem des VatcrS wie, wir ihn aus den Sechsziger-Jahren im Gedächtniß haben. Nur, fo meint ein Schildercr dieser Bilder in der Neuen Freien Presse", schaute Dumas, rsr frohgcmuther drem,- und ein Lächeln umspielte den Mund, das beim Sohne fehlt. Die Löwenmähne und der buschige Schnurrbart, die starken Äugenbrauen, die ausgebildete, Stirn. , der , auf breiten Schul tern aufsitzende kurze Hals sind bei Vater und Sohn dieselben.' Der hölzerne, mit kreisrunder Lehne , versehene Stuhl steht vor einem' Tische, der mit der Zeit zu klein geworden ist, denn ein zweiter,, ganz ' ähnlicher ist angeschoben und trägt die mit! peinlicher Sorgfatt geordneten Papiere, wie denn das ganze Zimmer d!e größte' Ordnungsliebe und seinen Schönheitssinn 'verräth; ungünstige Beleuchtung ftxrng den Photographen, das Dichterzimmcr , sammt seinem Inhaber bei Magnesiumlicht ' aufzunehmen. , , if ; !h- ?!;,;!! , AeHulich erging eS ihm bei Pasteur,? der mit deut Stücken gegen , daZ mit Jalousien' verdunkelte Fenster sitzt. .". Er gibt sich als kleiner, dicker, gutmüthiger Herr mit sch?n weißem Haare, den spatesten Viidcrn Napoleons des Dritten nicht, unähnlich. Sem Studierzimmer wäre , ganz Salon, wenn nicht ein Schubladkastcn,' der Präparate, enthalt, und , auf dem die Büste Chcvreuls steht, durch seine genau bezeichneten Etiketten den Äerräthr spielen würde. 1 Ganz wunderschön sind die zwei Bit der aus ' dem Hause , Gounods. ,, Im ersten sitzt er componirend an l einem Schreibtisch, dessen, oberer Theil verschiebla:,, ist und sich augenblicklich in cln 5Navier verwandeln läßt. Die Hand auf dem Notenheft, wendet der Componist des Faust" dem Eindringling ein liebes Greisengesicht zu, das unter dem Sammetkäppchen ' mit dem dichten weißen - Vollbart das Antlitz eines alten Freundes zu sein scheint. Auf dem zweiten Bilde steht Göunod an der Orgel, den verklärten Blick nach oben gerichtet. Die Orgel, mit einem schönen Chriswskopf geschmückt, nimmt den ! oberen Theil des Studirzimmers ein, zu dem teppichbelegte Stufen rn vorführen.
f . j : :;::;?. :! , .1 f I I ' ! fl ! ; In Fransols Coppees Poetenstüb5?en .sieht , es weniger großartig, aber dafür um so behaglicher aus. . Des Dichters Arbeitstisch ist zum Kamin zerückt, ein Eisbärfell bedeckt den Boden, tausend hübsche Sachen stehen auf Tisch and Kaminsims. Ter Dichter hat den Idealkopf des Akademikers, Kinn und Oberlippe glatt ,rasi?t, aus der Stirn gestrichenes Haar, die scharf gezeichnete Nase und die stark entwickelten Muskeln um den Mund. Sein Auge schweift in die Ferne. , Has nächste Pilb enthält einrSamm lung' von Alterthümern, ElfenbeinReliefs, aus Birnbaum geschnitten Bischöfen, Cloisonnc-Tellern, Silberbechern, mit Juwelen besetzten Schmucksuchen, Marmor-Neliefs, Waffen und bundert seltenen Gerätschaften. Da sitzt Edmond Pailleron, ein eleganter, etwas blasirtcr Herr, dem seine Kunstschätze mindestens so werth sind wie ' seine Schriften. Bei Alphonfe Daudet slad die Bücher und ein riesiger säulettgctragenerSchreiblisch die wichtigsten Gegenstande im Zimmer. Ter Dichter sitzt vor einem prächtig geschnitzten RenaiffanceSchrank, das etwas müde Haupt mit der bekannten gelockten Haarmähne in die Linke gestützt, das Auge zu Boden gerichtet. Das schöne Gesicht ist noch so susdruckvoll wie früher, doch sind die ftahre nicht ganz spurloö an ihm vortlbergegangen. Am gefpanntesten ist man wohl mit Kecht auf Zola. Der hat sich's ttt sei iem Zimmer ant allerbehazlichsten genacht. Breite Divans mit schwellenden Kissen laufen an den mit Teppichen bezängten Wänden herum. Ein mit einer öickcn orientalischen Decke belegter Schreibtisch von wahrhaft riesigen Di--menstonen ruht auf massiven Mahagoni faulen, deren lange Reih? dem Zimmer etwas vom Charakter eines Tempels verleihen. ', Den 5öamin verkleidet ein schönes schmiedeeisernes Gitter, das viel leicht einmal den Baleon eines Erkers geschmückt hat, auf einem kleinen Bücherschrank steht eine Büste Aesops, uud vor dem Schreibtisch ein mächtiger sammetbezogener Rococo-Fauteuil. Man sieht, der berühmte Romancier ..nimmt das
Schöne und Bequeme, wo er es sindet, und laszt sich darüber, ob snh die Sachen untereinander vertragen, keine grauen Haare toachen. Zola siebt viel jünger aus, als seine fünfzig Jahre glauben ließen; daö Haar tritt stark von der lhen Stirne zurück, die jchwarzen .Brauen beschatten ein paar durchdringende Augen, die mit den: Zwicker bewaffnet sind, der kurzgeschnittene Vollbart läut einen energischen Mund durchblicken. Im Hausrock, an den Funen heue Muadojchuhe, bat sich s Zola zur Arbeit bequem gemacht; aber i . r.tf . ... j... .'.-.t....J- ty ivai nacginjjiger auiing im nacyiasn ger Kleidung ist Zola die schneidigste Figur, unter allen, die unS im Vllde vorgeführt Werden. Aus dem Mttstkerlexicpn. Aus dem Musikerlcricon des' Profes sors Tastengrcifcr hat ein Spaßvogel in der W. Pr." eine. Anzahl von Lebensbezchrewungen berühmter Tonkünstlcr veröffentlicht, von denen wir unjeren Lesern einige nicht vorenthalten wollen:', .. Jj '-fiW. . Bach, Johann ' Sebastian," verdankt seinen Ruf hauptsächlich dem glücklichen Zufall, daß, er den Austrag ' erhielt zu einer berühmten Gounod'schen Melodie" ,die Begleitung zu schreibend In unbegreiflicher Selbstüberschätzung" gab er letztere ohne 01c Melodie als Prälu dium mit anderen kleinen Stücken m sammen unter dem Titel Wohltcmpem . -
rirres ittavier" yeraus, fand aver chon wegen des sonderbaren Titels bei den Verehrern des Ave ..Maria" : wenig Absatz. .Seine Passionen "gelten als nobel; unserer Zeit fehlt aber begreif licherweise das , Verständniß - dafür. Seine zahlreichen Sohne hießen zum Aergcr der Musikhistoriker gleichfalls Bach. ü, f yl ' i's;:r'.r:i, Wy h Ezerny. Karl, ein Mann von böshafter Gemüthsart, der keine kleinen Kinder leiden konnte uud deshalb beständig Etüden schrieb. Seit seinem im Jahre 1857 erfolgten Ableben ist man mit der Zählung dieser Etüden beschäftigt, aber noch nicht damit fertig geworden., Diese fabelhafte Fruchtbarkeit erklärt sich nur durch seine unglaubliche Fingerfertigkeit in der Eomposition Natürlich' sind fast alle seine Noten nach üben gestri cheit, da er, stets Hals über Kopf , arbei , tete. Z Wagner, Richard,' hat außer seinen sämmtlichen' Werken auch die nach ihm genannten Wagnerianer hinterlas-, sei,; was nicht schön von ihm war. Dieselben wissen ganz genau, was der Meister sich bei jeder Note, ja sogar bei, den Pansen in seinen Kompositionen gedacht hat! und erklären dies auch Andersgläubigen ;mit der, größten Vayrcutwllligkcit. : Bei der Instrumentation leitete Wagner das menscbcnjrenndliche Bestreben, die Musik auch Schwer hörigen zugänglich , zu machen. 1 Doch auch für das Auge sorgt cr durch glän zende Schaustücke; im Siegfried" läßt cr sogar einen Drachen steigen". Seine Ansprüche an die Darsteller sind sehr verschieden; in mancher Rolle genügt ihm der größte, in einer anderen nur der kleinste Mime". Weber, Karl Maria von, hatte sehr große Hände, wodurch er sich bewogen , fand, in seinen 55lav!erstücken, mit Deeimenfpannnngen um sichzn wersen. Sonst recht talentvoll, besonders für die Oper. Leider hat er sich verleiten lassen, in seinen Freischütz" eine so abgedroschene Melodie wie den Jungsernkranz", aufzunehmen. Hin aus gegeben Doctor (zu einer Patientin): Darf ich mir die Frage erlauben, Madame wie alt sind , Sie? Dame (empfindlich): Merken Sie sich, mein Herr, daß eint Frau nur so alt ist, wie sie aussieht!" Doctor: Unmöglich tzje müssen iü na er sein)"
s ' ' Lu5 dem amerikanisch ert Ganne??H!zhLife.,, Boa ruft Rüge. ' h ! Mr. Vrooker, in den weitesten Kreiken' unter dem Kosenamen Hübnerköuig bekannt, weil er die . bedeutendste Geslügelzücht in Pcnnsylvanien betrieb, setzte nicht allzuhausig seinen Iuß ' auf das Pflaster des sündigen New Yorks; ereignete sich jedoch dieser Fall' dann ließ er auch ein paar Dollars ' springen. Dieser Versicherung gab Mr.- Brooker ebenso häusig wie unbescheiden gegen Jedermann Ausdruck, aber lautete der Nachsatz er wolle etwas für- sein Geld haben. Dann spielte die Summe keine Rolle. Mit solchem Wahlfpruche gewappnet, erschien er von Seit zu Zeit auf dem Schlachtfelds des Vergnügens. Und dabei war Mr. Brooker eine ganz prächtige alte Haut. Wie er jetzt so in dem prunkvollen Besuchszimmer von Windsor-Hotel saß, behaglich ausgestreckt, mit dem Nafsinement eines erfabrenen Hühnerzüchters, und eine lebhaste Unterhaltung mit einem höchst disiinguirtcn jungen Mann . führte, da könnte der oberflächliche Beoachter ein breites Lächeln um seine nicht minder breiten Und rasirtcn Lippen bemerken, wie es sich sonst an jener Stelle nur nieterließ, wenn Vr. Brooker einen zehn ßsund schweren . Kapaun in der Hand bog. . Dies darf am Ende nicht Wunder nehmen. " Der distinguirte junge Mann, Hessen Bekanntschast Mr., Brooker Tags zuvor gemacht hatte, wart ein vorzüg-, sicher Gesellschafter, und zwischen seine zahlreichen Bonmots und sonstigen Schnurren' flössen ganz beiläusigeBemerkuugen durch, aus denen hervorging, haß er der einzige Sohn eines abscheulich 1 reichen . Mincnbesitzers , war, der keine Miene verzog, wenn er seinem lebensfreudigen Sprossen einen noch so schweren Check,, senden mußte. Er hieß Legrou. Mr. Vrooker fand den Umgang mit dem aristokratisch aussehenden jungen , Mann äußerst scharmant und fühlte sich auch nicht wenig geschmeichelt, vb der vornehmen Bekanntschaft. An Detd ! fehlte es nhm allerdings : auch nicht, aber vielleicht etwas an Schliff, obgleich sein Diamantknops auf der Brust, ein bischen kleiner als ein Hühnerci, vom schönsten .Feuer erstrahlte. In so feine Gesellschaft geräth der. öensch nur, wenn er Glück hat,' sagte sich Mr. Vrooker in vergnügtester Stimmung und zeigte sich bemüht, auch keinerseits i den - Witz leuchten zu lassen, indem er dem Gegenübersitzenden :nit aller Kraft ans das Bein schlug' : uud jovial meinte: Sie sind ein neuer Kerl, Mr. Leg ron, und es freut mich wirklich, daß Sie mir über den Wez gelaufen sind. Ich maa diese Art Schnurrpseifereien, wie Sie sie erzählen, gar zu gern leiden,. nur schade, dazz me Geschichte von tur--zer Dauer sein wird, aber immerhin heute haben wir Montag, also " . Heute ist Dienstag," widersprach der feine junge Maiin. Unsinn, heute ist Montag alle Qcttcr, wissen Sie denn nicht, in welHer Zeit Sie leben?..Sie irren. Mr. Brooker !" Ich und irren!" versetzte der Hüh. ncrzüchter geregt. ' V , Ich wette!" sagte Mr. Legron,doch $ami hielt er inne und fügte Weltmann!-scheu-Tones 'hinzu: Nein, das wäre keine rccle Wette, ich bin meiner Sache n sicher." 1 ' Nun, was wetten Sie?" erkundigte sich Mr. Brooker, den die , vornehme lleberlegenheit deÄ Anderen noch erboster nachte. , , , , . .Zchn Dollars. cntgegn?te sein Widersacher, ohue sich einen Augenblick zu besinnen. ' ' Jawohl!" rief der Hühnerzüchter, eifrig ging aus den Lesetisch 'zu und kam mit einer, Tageszeitung zurück, welche er triumphirend in Mr. Legrons , Hand drückte. , ' ; " Uebcrzcugen Sie sich selbst wer geWonnen bat," sagte er. li Unmöglich," meinte der Geschlagene verblüfft, indem ,sein erstaunter Blick ron dem, Kopse, dcö Journals zu, jenem bcs Hühnerzüchters glitt.' , ' . Ich scheine n her' That vierund-, zwanzig stunden zu rasch gelcvt zu yata:.",. :r h , , : ,,,DanN; griff,, cr, mit großem Gleich'muth ! in 'die Hosentasche, cutnahm der selben! ein stättliches Bündel Banknoten und händigte den Betrag der verlorenen Wctte Mr. Broskcr em.A " y7J-'' ' Junger Mann, ich hoffe. Sie zieben hieraus eiue Lehre,! welche von" den kchZthätigstclr " Folgen ' begleitet sein wird"; ' sagte ' dieser', mit väterlichem Vohlwöllcn,' indem er seinen Gewinn einstrich und e:n zufriedenes, Schmun?eln zu 'verbergen, suchte, dem: obgleich Mr. Vrooker anderer Lente Geld keinesWegs nöthig hatte,, so machte es ihm doch ,blelZerg!iügeN:7'' StM Bah", läöclte der Mmenbesitzers-' söhn, ,das Watten ist nun einmal meine Leidenschaft, trotzdem es mich schon heillos viel Geld gekystet'hat.!, Versage Dir kein Vergnügens 'schrieb, mir! unlängst!, mein Papa, als er erfuhr, daß ich eine sehr hohe Wette verloren hatte, ober laß von dieser üblen Gewohnheit cs' bandelte sich ' um fünftausend Dollars." : I .,. Pappenstiel!" rief ,,Mr. Vrooker in kicller ', Bewunderung aus, ''' denn, der junge Mann gesiel ihm jetzt noch besser, als vorher, und er bedauerte insgeheim blos, daß sich die Wette, nicht höher bekaufen hatte. Ja, es gibt noch Leute, die ,das liebe Geld ,von sich werfen. ?ci Lezron schien sich indessen seines Verlustes gar nicht mehr zu erinnern, denn er begann jetzt von hundert anderen Dingen zu sprechen, von Frauen, Pferden, Cigarren und was dergleichen mebr. Er war. ein Lebemann jeder goll, der von seinen zahlreichen Erlebnisten so pikant zu berichten wuvte, daß sein Zuhörer mit dem ungetheiltesten Interesse lauschte. Mr. Vrooker liebte diese Art von Erzählungen ungemein.
Zwei Wetten
Er wollte 'eben mit. seinem Fauteutt nocb etwas dichter heranrücken, als eine elegante, junge und hübsche Dame ein trat und sich derart an dem Lesrtisch niederließ, 'daf , sie den' beiden Herren den Rücken zuwandte. , 1 ' Fein, he?" flüsterte der HühnerZüchter und konnte nicht umhin, seinen Nachbar mit dem Ellenbogen anzustoßen. ' Sehr niedlich kennen Sie sie? entgegncte Mr: Legrou. Nein und Sie?" ' Leider auch nicht aber sie gefällt
mir: Glaube ich, doch da heißt es, Finger davon lassen, mein Junge." Nun, nun, das müßte sich erst zeigen..:: eine Annäherung m der lautersten Abstcht - i Schön gesagt, aber Sie müssen dem Mädchen doch zuerst vorgestellkwerden, Gar nicht nöthig." - Ach das soll Ihnen ein Anderer glauben. ' Soll-ich Ihnen den Beweis dafür liefern?" - ' f "- - Redensarten, lieber Herr." Gut, Sie werden da Wort zurücknehmen!" rief der junge Mann gereizt. Gleichzeitig erhob er sich und ging clastischen Schrittes ! aus den Lesetijch zu, wo 'die junge Dame saß. Dort angelangt, räuspcrte cr sich, um die Aufmerke samkeit der eifrig Lesenden auf sich zu lenken, machte dann eine, leichte Verbengunz. und suchte ein Gespräch nnzw !nüpfen. - ' i, Der Versuch schien indeß seht geringe Aussicht auf Erfolg zu haben, denn die junge Dame ließ- es nicht zan Zeichen unliebsamen Erstaunens fehlen, welche sich allmälig zu vollkommener Entrüstung steigerten,' und als Mr. Legron trotz alledem, die von ihrer Seite so ungewünschte Begegnung noch immer nicht abbrach, sondern eifrig in seiner BeWerbung fortfuhr, da sprang sie empört von ihrem.Sitze auf und verwies den Zudringlichen mit den Worten: , Mein Her?, behelligen Sie mich nicht länger' dnrch Ihre , Anwesenheit, oder ich werde den Schutz des Gesetzes anrufen!". '...: ' Das war allerdings ziemlich deutlich gesprochen, und Mr. Legron sah sich genöthigt, wie ein begossener Pudel abzuziehen. ' Gesenkten Hauptes, trat cr den Rückweg an, und Mr. Brooker, der den ganzen Vorgang mit großer Spannung . verfolgt hatte, versuchte die ge drückte Stimmung , des jungen Mannes ;n mildern, indem er ihn mit dem zart fühlenden Ausrufe empsing: Na,, das war, eine ordentliche Blamage!", ' , : Mi! nichten !M versetzte der also Getröstete ärgerlich. .,Wie, Sie wollen abstreiten, daß Sie ganz wunderbar abgeblitzt sind ?" fragte der Hühnerzüchter mit seltener Energie, denn er war, es von seinem Federvieh her gewöhnt, nicht lange leiden zn sehen, wenn es einmal sein mußte, Und dieser verwegene Minenbesitzerssohn hatte gleichfalls -eme. Herzenswunde bekom men, von der cr sich sein ganzes Leben laug nicht mehr erholen würde. Deshalb wollte ihm Mr. Brooker lieber ohne Weiteres den Todesstoß versetzen, über' er strich ihm deshalb nicht üder den $opf,.wie er es sonst bei seinen Hühzern that, sondern sagte blos: So hin ich noch nie gegen eme Ecke zerannt!" Dennoch" wagte der iunae Mann einzuwerfen, und plötzliche Purpurrökhe überzog t sein Antlitz, in, welchem jede Muskel vor innerer Erregung spielte. , Jetzt thun Sie nur nicht mehr dick, das hat aufgehört," , unterbrach ihn Mr. Lrooker mit aufgeblasenen Backen. Dennoch, sage ich," begann der Anderc ! neuerdings, brauche ich nur zn wollen, ,und das Mädchen gehört mir, denn sehen Sie, , hier, liegt' das Geheimniß, ich bin unwiderstehlich für grauen." Das, habe ich schon gesehen", höhnte der Hühnerzüchter. Das , Mädchen, wird meine Frau," fuhr dcr andere fort, ohne sich beirren ;u lassen, wann immer es mir belieben wird, heute, morgen,, in einer Stunde!" , In einer Stunde?" wiederholte Mr. örookerin Begleitung eines , überlegezeuen Lächeln und trommelteaus seinem rechten Knie. '-..'In , einer Stunde!" .wiederholte Mr. Legrou, sich bar irritirt durch den fortgesetzten. Widerspruch,, und begann leise, mit den Zähnen zu , knirschen. Er schien i unter',, der Macht, einer plötzlich erwachten Leidenschaft , zu stehen ,und fügte mit! zitternder Stimme hinzu: Wollen Sie wetten?" " Wetten ?", ' sprach der Hühnerzüchter mechanisch nach und gleichzeitig wurde es 'ihm klar, das; , der unglückliche junge Mann einen Anfall , feiner unheilbaren Wettsücht bekommen hatte, nnd sein mitder Sinn beschlos; in , Blitzeseile, ihn diesmal nicht , so,. leichten Kaufes ziehen zu 'lassend Jeden Betrag!" süte er deshalb rasch hinzu. Hundert Dollars" hauchte Mr.' Legron, ! und seine Augen funkelten ünheimlich. ": :': ': "! V '" ;' . ' ' , Fünfhundert Dollars",- rief dn Hühnerzüchter, hingerissen .' von Geld'rtTiY'H ": l'i'li!'-! 4 W - ' - ' '' ' ' 1r !" -" ,: ''s iS"''!':,!!;- :.,,;,:!,'! - . : .,.. ' " ,.. ,, t Abgemacht,"-kam es von den Lippen des , Anderen, und einen Augenblick, lang maßen , sich ' die Beiden !, wie ,,, es ' Fauste, kämpfer zu thun pflegend , Dann' folgte der geschäftliche Theil der Wette. Man kam überein, den beiderseitigen Betrag bei dem Seeretär des Hotels zu hinterlegen und diesen mit den Bedingungen der Wette vertraut zu machen, i In we nigen Minuten war ; die Angelegenheit geregelt, und die Beiden kehrten in daZ Besuchszimmer zurück. Mr. Brook nahm wieder seinen vorherigen Platz im Fauteuil ein. wahrend Mr. Legron bleichen Antlitzes an sein Wagstück ging. Die junge Dame saß noch immer in ihre Lectüre vertieft am Lesetisch. , Als sie ihren vorherigen Peiniger neuere ding vor sich erblickte, stieß sie einen
unterdrückten Schrei ans und machte em: gebieterische Gierde des Blnwea
?& weisen-, doch der Mincnbcsihcrszohn ! blieb wie angewurzelt stehen. Ein tieser Ernster entrang 5ei?r Nrint I" ' ii r , und nun folgten Worte voll melodischer Innigkeit dann und wann unterbrochen .. von leidenschastlichen Ausrusen. Die ' junge Dame schüttelte zwar unwillig den -' Kopf, konnte aber nicht umhin, einen mitleidigen Blick auf das- bewegte Ant' litz des netten Unverschämten zu werfen, der diesen winzigen Erfolg mit derart!gem Geschick auszunützen verstand, bau ' if im nächsten Moment neben der spro den Schönheit jaß, undsein schmeicheln -der Flüsterton ihr Ohr aus unmittel 'barer Nähe traf. Verliebte haben bekanntlich viel zr. sagen, und man weiß auch, welch schnelle Fortschritte aus diesem Gebiet erzielt werden, doch Mr. Legron maßte ein un gewöhnlich tzrJßer Künstler in der Umstrickung von Frcluenherz.'n sein, den , noch war keine halbe Stunde vergangen, seit ihn die junge Dame entrüstet weg zcwiescn.-und- sch2n hatte cr jetzt ihre Hand ersaht und trotz aller AbAchr ntt jciue brennenden Lippen geführt. , Mr. Vrooker begann es aus mehrsachen Gründen auf seinem Beobachtung sPosten sehr warm zu werden, und er tonnte die Augen nicht genug aufreißen, um dem rasenden Tenipo der sich vor ihm abspielenden LiebeSzccne zu folgen. Es ist doch nicht mehr schon, was devKcrl für ein Glück . bei den Frauen hat," sagte sich der Hühnerzüchter, dessen gute Laune eine merkliche Abkühlung erfahren hatte, aber b:s zur Trauung hat es doch sciue guten Wege, oder könnte es ihm wirklich gelingen?" Mr. Brooker sollte übrigens der gua lenden Zweifel bald ledig sein, denn Mr. Legron stand jetzt aus, bot der Zuugen Dame galant den Arm und schritt mit ihr schnurstracks aus den HühnerZüchter los. Mein Herr," redete er diesen an, erlauben Sie uns, daß ich Sie als be. währten Freund meiner zukünftigen Gattin vorstelle und Sie gleichzeitig, . bitte, als Zeuge in unserer Trauung zu sunknönircn. Das ist ja nicht möglich!" rief Mr. Vrooker höchst ungehalten. Ist es nicht möglich?" fragte Mr. Legron die, zunze Dame, welche in hol ' der Verwirrung ihr Köpfchen an seine Brust scbmicate. Und die fünfhundert " wollte der .1 .-. u . r. rx... .i:x. r... .1 yUiJUCtUlCl lUJUlUltlUJ ViVKX jüil fahren, doch der junge Mann wies ihn: mit einem vernichtenden Blick zurccht. Wovon spricht der Herr?" erkunbigte sich die glückliche Braut neugierig. Er spricht von dem Jubclchor, den fünfhundert Engel anstimmen werden, weil wir uns gefunden haben", belehrte sie Mr. Legron und drückte den ersten , Kuß auf ihre Korallcnlippcn. ' V " ' " ! ) Wenige Stunden später sau der Hüh nerzüchter wieder in dem prunkvollen Vesuchzimmer vom Wmdsorhotcl. Diesmal allein. Das junge Paar und seine sünshundert Dollars waren nicht mehr da, sondern auf der Hochzeitsreise be- -ttrittptt '.. Wf rnn?cr Mir fpfir 11rr ; .:a'U"" i" 3 -TT.-'r,i- . r-',-- I'-' Laune. Ein ihm bekannter Herr trat ans ihn ZU und erkundigte sich nach sei' nem Wohlergehen , Es lst sehr, warm", entgegnete der Hühnerzüchter mürrisch nnd verstummte, doch dann ergriff ihn mit einem Malt der Wunsch, sein ungewöhnlich kostspie ligcs Erlebniß einer anderen Menschen' brüst anzuvertrauen, und er begann zu berichten. Ter Andere hatte die Gc schichte kaum zu' Ende gehört, als er in ein schallendes Gelächter ausbrach und rief: , , . , -. . - (2t soll dieses Kunststück schon sieben undzwanzigmal zu Wege gebracht ha bcu!" , ': ''i'1 '!' ' '1, ''" ! 1 ! " 1 1 , " . i Also ein sicbeuundzwanzig fache? Bi gamist !" schrie der Hühnerzüchter rächedurstig. ,Mit nichten, er hilrathet eben im mer wieder seine eigene Frau! Gcht Jhncn nun.cin Licht , aus?, , ,, Und seine Minen, von denen, cr ss viel sprach?" , Tas ist sehr, einfach? In diesem Falle waren eben Sie die' Mine, Mr. Ä rookr,l" tl .jv u V ' . ' . Der Hühnerzüchter fragte nicht wc: ter, sondern ballte blos die Fäuste und reiste zn seinem Federvieh zurück. Die-S-mal hatte er etwas sür, sein G:ld ae habt " ' " . "' ' ' , 1 ? : t . Wr hat das Belociped erfunden? Tie Ersindun des Be. , .:,.' ' . a -LTi. i .orL A . 1 in 1 iipiiy , iiii'ii n iir:u , iif vi li 1' "1 11 r ':iim ,r 'fiifliTtf J!fffT"?rf TSrtf itrni in, ifiM ....... - n - - - -"-ri !, . als man gewöhnlich anznnehincngcncigt :.- '!; ". rnfsi i.'.ii. ..." 5 ... . f.'. iit. iHi;iri .iir:i 111:111 ucn LUii ui'iii un j , dischen Forstmeister Uaxl von Trane m X JAtMitifrtHlff "f Ü 1 Y : m ! Tf Im t ..... dericien Wagen zum Sclbstsa:iren.,nach . ri. , r ... . .. . . ... ..i n. J t t l - " " j." .. :- - imim - 1 i i) 1 1 iii 11 1 ru.' ' 1 r 1 1 1.1 siimiü: i ., . ,V ,' ."in- . ,, ,'! " , 1 4a' ttffrit i.vvm rr vtiruiiu A(iH.'fH - . . V v IV w tl u, ., jj V ,i-:,,;, rtW CT7 s X Ca. Al? iT'4-,V,, .... .j. ... uku ovtiuuiu L'iTt ozivviytjs, ' -o;itC'., i ,: nrn iiriiini idjD.i di; .vni. crin- cniin- :,, 21 iV.St. fJt-. tl. ,'1f - 1' ' rt-...ri """ " ,' O I - U T , - 1 t . t.- I. ' . L 1 . :nl .- -r H . 1: - jLyu uuuj: uu eiictiajci ciuai-js und gelehrte Zeunnz in lhrer Kummer, vom 3:,, März ; ,1764 . . folgenden aus1,, Gratz, 9. März, datirten Bericht: Herr ,, Philipp Iznav Trexlerahier, hat nun schon , den zweiten, Wagen icriig, mit, welchem man ohne Vferdcben so ge- M schwind , fährt, als ihn , ein im, Trapp laufendes Pscrd zieben könnte. TieieS D Pirutsch hat zwei Räder, welcke der abrende nacn und nacb mit,' den ftunrn jy., '.'v;. ., .. 4 1 , : ,, : . : .... i i.-i.-i 1 : i. . v. .... - 1 :i . V. V. te..,. ...W.llilfl I I . . j VV. Wege zu erhalten und wenn er sich wen- H ; 1 ri'i kii in ,1; 1.1 11:11 !i i r ,1 1 : j-tt Viirn rhr itmfjsrit t fT 1. i Tf f.ir? !tfi!ä wieder eme andere Macume anaebrackt. ? SW iHiltUtfVII '.il ' !. I . ii i.'i,! V . rt III! !;;!!,.; CV1 IVXkVV V wUUVlf . : verkauft." Hiernach ist Trexler der erste n- t. '"'l"1; t ...!!:' i.V - - iS:.-.'-JC ' ' "diäilA: Vf nriti VIi.'a ni7a ii r kJI 1 f tir n-. i Vjisinütc uci vc iiuiyw-UictH i "'-...!' .:'!' - 'S -i",?""" ;r ' r . " - i.j'ül;!;;!:--!: iTrt ri rnii iva? iw niirn ni rnr rntmn. I lich. daß der badische Forstmeister von der Eonstruktion des Trexler'schen J$u rutsches" Kenntniß gehabt hat. ! ! Trost thut dem s ch v? e r ge- ? prusten Herzen wohl, guter Nath gibt ihm neue Hoffnung? die That aber gibt beides : Trost und Rath. W....U.-,,(.. - I- -7. T r.
