Indiana Tribüne, Volume 14, Number 31, Indianapolis, Marion County, 19 October 1890 — Page 7
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WWM sssärae Löttdoncr TsgeSbläUc?. Heiinki, Gecht. . " London, im September. ' ' London ist ftit Anfang dieser Woche ' im, ein politische Tageblatt ärmer gevördeu. Die Londoner Ausgabe des .New Fork Herald" hat zu erscheinen mfgehört. Der Verlust ist kein großer. Daö Blatt ws? vom ' Anbeginne an schlecht geleitet und wurde durch den beständigen Wechsel in der Redaction, eWjen Mr. Vcnnet sich wiederholt oeraÄlatzt fand in der gründlichsten Seist vLrznnehnim, nicht besser. Von jZeit zn Zeit wirbelte der New Jork herald" durch Interviews und senfaÜonelle Nachrichten Staub auf, er ge laugte über nie zu irgend welcher Bebentung und würde kaum einen Nekro loz verdienen, wenn er nicht den gescheiterten Versuch verkörpern würde, kuf englischem Boden den spezifisch amerikanischen JvnrnalisnulZ , , einzubürgern. Gleich in der ersten Rumlner verkündete der .Herald" mit lauten Posalmenstöszen sein eigenes Lob; er versicherte seinen Londoner Kollegen, den andern Morgen- und Abendblattcrn, daß sie eigentlich nicht wüßten, wie ein Blatt redigirt sein müsse, um den Anforderungen und dem Geschmacke des Publikums zu entsprechen; erbe-' dauerte sie mitleidsvoll ob der Concurtcni fot ihnen durch ihn erwachsen würde, glaubte aber, daß sie im Ver laufe der Zeit Vortheil daraus schöpfen, könnten, da sie sich in der Journalistik, an dem Beispiel des Herald" vervoll kommnen würden? der Herald" brü stete sich außerdem mit den großen Mit leln. die ihm zur Herfügung ständen, und erklärte, er werde sich, koste, was es wolle, in London einbürgenl. Das Einbürgern ging aber nicht recht '! vorwärts. Die Illustrationen, welche derHerald" in Verbindung mit der Tagesereignissen brachte, intetessirten wohl, alles Andere muthete aber fremd an: das ungewöhnlich kleine Format, die sensationellen, fettgedruckten Llusschritten zu jeder Notiz, der schwülstige, kulissenreißerisch?, unfeine Stil. Wirkte dies befremdlich, so widerte Anderes tfjadu an: der mische Ton, mit welchcm'halsig ernste und erschütternde Ereiguisse doffvheVttdnl, der plumpe Witz, der sich an Allem versuchte, die Schweifwedelet nach oben, -vl'eVemcin-heit, mit welcher Personen engig riff wnröen'. ' nnv X&$ not least die beständige SeZvstberäuchMunL : Der Herald" allein war in der Qce zu melden . Wir sind wieder wie gewöhnlich alm Blättern Zuvorgekommen," Wir habe wieder einmal unseren journalistiiüjta Collczen gezeigt, was amerikanijcher Untenlehmungsgeist zu leisten der?,, rngP Dabei borgte' sich' der Herald in der unverfrorensten Äeise die telegraphischen Nachrichten anderer Blätter au?, uin sie ohne Quellenangabe, nachzudrucken, und für seine journalistischeu Collegcn war es überhaupt amüsant. die kleinen Schnitzer zu bcobachtcn. welche dem so hoch über ihnen stehenden" Ncw..gork Herald- unterliefen. Seine Citate aus fremden Spracheu, namentlich aus dem Teutschen, waxtit geradezu haarsträubend, und seine Geographie neu und überraschend. ' Mit I" tiern amerikanischen Unter nehmuugsgc flog aber der New Zörk Herald- einmal richtig an. " Es war Zur Z:it, als hier der erste Brief Stanleys eintraf. Dies geschah am I. April vorigen Jahres. Da jedoch der Brief zuerst dem König von Belgien mitgetheilt werden mußte, so verzögerte sich die Veröffentlichung,' welcher das Sesammte Publikum mit nnbeschribli cher SyannMg entJtgcnsaT' "Am L. April Abends übergab Sir FranciS.be Wiuton als, Vertreter des EminDaschaComites - it; Londoner Blattern den Brief Stanleys zur Veröffentlichung in der Morgen - Ausgabe. Die lieberm schlmg und auch der Verdruß seitens der Blätter, welche' Tausende zum Emm Pafcha-Fonds jubfcribirt hatten,?, unz sich die Äächnchte zu sichern waren daher nicht gering, als der New Aork Hcrald" um 10 Uhr Abends , m, einer SvWalauSgabe erschien und den 'aanzen Brief Stanleys brachte! In Tausenden vsq Eremplaren wurde da: Blatt m den belebten' Straßcch M testendes rkauft und bis spät' nach Mitternacht durchzogen, die Zeitung s-, veMufer alle Theile devStädt''ündver .kauften und schnteü' 'd'ie'SKecZasän'sMU ' des NcN Sork Herald" mit Stanleys Brief aus. Am nächsten Morgen brachte? derz Jltim Aork Herald" einen Leitartikels in welchem er Ziclzmgeheuer seinexSek stung rühmte. sein'VerolensthervorhJb, der Welt zuerst 'den Brief Stanleys jlbergeben zn haben und feinen englischon Collegen Mangel an Energie vor- , t3üi$ '-'TSSif haben wieder einmal ge?e:gk, was amerikanischer Unternehmungsgeist ist,1 rd dabei hatte der Herald" den Brief ans bezondcrcr GcGalligkeit, , erhalten, da man, falls' , ';d' it ireundschastlichen Beziehungen' Mr Benetts, des Eigenthümers des Älattcs, zu Mr. Stanley Äücksicht nahm' im) es außerdem für eine Höflichkeit I5 i el jc am a n i jdj c sat f ht i 0 n Mittheilung von dem großen amerikanischen Mitbürger zu lassen. Die ans deren Londoner Blatter hatten schwere , Summen gezahlt und sahen sich überflügelt vorn Herald", 5cJw jädt j fache triumphirend rfänti ; Was Stanley in Afrika, das hatte r der ÄemMMzHeräldA in englischem Journalismus geleistet 'ePiwarKbcu , amerikanischer' ' Unternchmungsgeist! E war aber nicht, was man in England von der Presse erwartet, und als nun der zlveile Brief Stanleys kam, da erfuhr der Herald den Inhalt desselben erst aus den englischen Blättern, die er mit seinem , amerikanischen Unternehznungsgeiste" so überflügelt hatte ! Und so, gutcj es ihm mit dem dritten qnd dem werten Briefe. SirWrancis de Winton hatte denNew Nvrk Herald ,, einfach geschnitten, und dieser mußte, I
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tiä:äii:iiBäi'!i wenn 'er etwasyN'ftm,e.m berühmlen Landsmann" bringen wollte, hübsch aus den Blattern $ex. verschlafenen . Mgkischen College::" uachorucken. ? Erfolg hatte der NewSorZ. HeraM nur mit seiuer rclch illustrirten, und große Preise für 'daS Errathen von ' b vorstehenden Turfereignissett ausjchrei? bmden SönntagZausgabe, welche auch! in ihrem feuilletouistischen Theile geschickt tcdtgirt ist unh . diese SonutagsauIgahl wird weiter' crZchcitten. ' Als Tageblatt ist aber die Londoner Ausgabe des : New Jork Herald" nach, achtzchnmonatlichein Bestehen und nachdem es während der letzten Wochen auf vier Seiten eingeschrumpft war, selig eingeschlafen. I Wie viel Mr. Bennct der Bersttch gekostet, sein Blatt hier einzubürgern, ist nur der Gegenstand der Vermuthung. Man spricht von ZQßQQ und ;0,000 Pfund. Was imÄerM'Verkusslildl möge, für die englische Tagespresse war der Versuch nicht ohne Nutzen. Wenn auch nicht alle, so haben doch die meisten Tagesblätter, namentlich die Abend-, Matter das die Uebersicht erleichternde Versehen kleiner Artikel und Notizen mit fett gedruckten ,MschtlZle.! mlge nommen. Die Illustrationen haben nch auch mehr und mehr eingebürgert. Die Vcrantmortunz für diese Neuerung in' den engltzchcn voutlschen Tagesblattern trifft jedoch die Pall-Mall "Gazette", welche überhaupt von der Zeit an. wo Mr. Stead die Leitung übernommen hatte, revolutionär auf deck Gebiete der Tagcsllteratur gewirkt hat. -- Die - englische Tagcsxresse ist. man muö es zugestehen, die am sorgfältigsten redigirte, destunterrichtcte und. als Ganes betrachtet, die vornehmst gehaltene (most entlerninlike). , der 1 ganzen Welt. In ihrem Bestreben, die hohe Ke;pektadl!ltär jnach dem wett hoher gespannten englischen Begriffe) zu wäh rcn, verfiel jedoch die Tagespreise in einest gewissen trockenen, oft .sogar lang wciligen Ton. Damit hat die Pall Mall Gazette" arunduch gebrochen; t hat auch die Pstege des Sensationellen begonnen, und :,t in vcidcit Richtungen oft weiter gegangen, als es ihr und dem Charakter der Journalistik überhaupt angemessen und. zuträglich, ist. .,Jhr, Beispiel blieb aber nicht ohne Erfolg, und, wenn wir die englischen politischen Tagesblätter während der letzten zehn Jahre betrachten. so xt em siuMerer, besser lesbarer Stil und ein größerer Reichihum an interessanten Mitlheilungen deutlich bemerkbar, die zuerst als unter der Würde eines politischen Tageblattes verschrieene Steuerung der Illustrationen ist von der Pal! Mall Gazette" aus auch weiter gedrungen ; wenn auch die Times", Morninz Post",-,, Globe" , dem Beispiele nW nicht , gefolgt sind so ! haben sich doch' schon' die Daily News", der Daily Telegraph", die St. James Gazette", und Daily Chroniele" dieses, Ben stoßes gegen die ehrsamen Satzungen" schuldig gemacht,,, und von den Abend' blättern erschienen de? Star" und. die Evcning News and Post", regelmäßig mit Illustrationen. Dem Publikum ist die Neuerung Unstreitig willkommen, eine Geschmacksrichtung, welche den Graphic" ermuthigt hat, seit Beginn dieses Jahres eine tägliche Ausgabe als ittustrirtcs politisches Tageblatt erschein neu zu lassen, ein Unternehmen, das bn dem gediegenen Jndalt .des Blattest ber Fülle guter Illustrationen uns ' der Billigkeit, (ein Penny) von Erfolg begleitet ' zu sein scheint. . ' , , i ' . ' , Eine andere charakteristische Aenoe rung, welche sich wahrend ber lehten zehn Jahre in der Tagespresse vollzogen, ist die ausgesprochen lib erakere, wenn nicht radikale Auffaffung und BeHandlung aller politischen und namentlich die unteren Volksschichten, d. h. die große Masse des Volkes betreffenden Fragen. , Welchen Einfluß in dieser BeZiehung die Erweiterung deö Wahlrechts geübt' hat, "mag unnntersucht bleiben. Unstreitig macht sich da die demokratische Strömung der Zeit siegreich bemerkbar, und lhrem Elnstttzze vermochten selbst hie ausgesprochensten Organe der Klap seckr Times". Standard-, Morning Post", St. James Gazette", Morning Advertiser" und Mvening L!ewZ" Nicht ' zu widerstehen. Am deutlchitcn zeigt?'s!ch' dies ! in. der Behandlung der Arbeiterfrage, welcher diese Blätter fast ohne Ausnahme vornehm ablehnend ge genübcrststndcn, als ob sie ihre! Leser nichts, anginge und als ob die Arbeiter keine Rechte hätten. Jetzt widmen selbst die Times" und leitende ''conservattve Blatter der Bewegung auf dem Arbeitst markte" gan,;e Spalten und beh.indcln die Arbeiterfrage, trenn auch noch immc: 1.. ,y?'f,.',' k v , - , 'ii tL'i':l:,r'i' " ,M,'mneevscittcn''. 1 10 1 vo; einem Liberalismus, wie er vor Zehn Jahren in konservativen Blättern unmöglich geschienen hätte. ,, Im Zusammenhange damit sieht d.is Bestreben nach Massenverbreitung. Äie Penny-Blüttcrn wurden etwas über d'.e Achsel angesehen. Was als vornehm gelten wollte, dürfte sich nicht s? billig veKnfejUSaffenßW Gazette" ging auch da mit dem guten ode? schlechten Beispiele voran ; sie stieg von ihrer - drei Penee-Würde zuerst aus zwei Pencc und dann auf einen Penny Herab:?"Jhre?Rivali'K'chie'' Gazette", zuckte ' zuerst verSchllich mit den Achseln, sah sich aber bald gezwungen, dem gegebenen Beispiele zu folgen und vollendete dann mit einem Sprunge, was die Palli Mall" schrittweise ausgeführt hatte. Die Mornin'g Post" fand es gerathen, auch billig zu werden. DenllühnsienWersn tung zu gewinnen, machte aber von den KWMMdieTlM?öM eine kleine AusgäbUTbe SummaH" veranstaltete, die alle Telegramme .und. ttnWMüzugTMKLetartiklda' Times" , sowie die wichtigsten Tages. Neuigkeiten brachte, , auf vortrefflichem Papier gedruckt war und für einenfhal den Penny (4 Pfennig) feilgeboten wurdeSD an der Weigerung der MWMmtMU
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Sohn, das dillige Blatt auf den Bahw KättönmMöebdäsAVeMnfsmönövol M! i
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JVB1,W' t i i ' . . ' :- ä. t : VW veuyl, zu verkamen. . wz lmes" um terhielt ein kleines Regiment uniformirter. Zeitungsjungen! für ' den StraßenVerkauf. Dem Boykott von Smith u. Sohn gegenüber war, aber . nicht beizukommen, und nachdcai die Times" wit man lagt, 50.000 Pfund an die Einführnng des Summary verwendet oder verschwendet, lies; sie das Blatt fallen. Das erste erfolgreiche, halbe, Penny-,, blatiKbendblM tvar das , Echo", welchem - sich nun noch die Evcninz News", und der Star" chcigefellt, haben. : ?Die ; regelmäßige : Auflage ; der Lon' boner Tägesülatter ist nur den Herauszedern bekannt. ' In gewöhnlichen Zcp ten schätzt ManÄaß'von cn Myrgen blättern 500,000 zum Verkauf gelaw gen. Bei sensationellen Vorkommnissen und . in,. fricgerisHest Zciken erhöht sich ähcr der Versauf ,Mf,Has,,,Drei' und Vierfache und dabei mag bemerkt werden, daß nur der geringste Theil bei Zeitungen ) auf feste Abonnenten gelic scrt wird. In der Hauptsache sind M englischen Blätter, mit., Ausnahme der Fachzeitschriften, auf den Straßenvcrkauf, und die Zeitungsläden angcwic'en. Dies führt zu der für das Publikuu! st angenehmen Einrichtung, das; alle Zei tungen,' die TimeK" nunmehr pinge schlössen, ihteü Häuptitthalr uno die wichtigsten Nachrichten auf Plakaten aip kündigen, aus denen die ärmsten Klassen ihre Neuigkeiten ablesen. . Von der l5.?olera in Spanien. j' Ein neues Mittel, sich der verhaften tnd gefürchteten Aerzte Zn entledigen zder doch diese daran zu verhindern, daß Ze das arme Volk vergiften", haben zic .Bewohner der von der. Cholera zcimgcsnchten valenzianischen Vororte :?fanden. In diese:; armen Vorstädten 'eben meist Fabrik- und Hafenarbeiter; schmutz und Elend sind in ihnen unbechreiblich. :. t Kein , Wunder, daß : die Seuche einen so prachtvollen Nährboden Zndct. Das wollen aber die Leute, die wrt leben, natürlich njcht einsehen; ür sie ist immer noch der alte Aber zlauben maßgebend, dab die .Krankheit m sich gar nicht so gefährlich sei, daß sie ,icS vielmehr, , erst werde, wenn die Patienten den Aerzten in die Hände fallen. Das erste, was die Familie thut, in der ein Mitglied von der : Epidemie ergriffen wird, ist also, den Ausbrach der Krankheit möglichst zn vcrheimlichen, einerseits um im Interesse des Kranken den Arzt jcrn zu halten und andererseits, um den allerdings unglaublich brutalen Plackereien der Sanitätsbehörden zu entgehen. Ist der Kranke kräftig und ist der Fall leicht, so wird er dann meist ohne Arzt gesund; ist . er schwächlich oder der Ebarflster der Krankheit boßartig, so wird boch l Nöch im lebten Moment der Doktor geholt oder diese? wild vonlieben Nachbarn, , die den Ausbruch her Seuche entdeckt haben requirirt; daß der, Arzt dann nicht mehr helfen kann, ist so gut als selbstverständlich, aber sür die rohe abergläubische Bevölkerung ist ganz etwas Anderes sclbstvnständlich. das nämlich, daß die Aerzte .die Kranken mit ihren Mitteln umbringen. In den Dörfern im Innern ist ech zu wiederholten Malen vorgekommen daß kr in seinen - Kuren ' allerdings , bedanernswerthe Arzt, welcher zudem meist ein landsremder .Regierungsbcamter ist; von den entrüsteten Bewohnern mit Gewalt vertrieben, in einem Falle mit Knüppeln erschlagen, in einein andem, Falle, erstochen, in einem dritten buchstäblich zu Töde gesteinigt wurde, und " daß oic bewaffnete Macht den ' prak tizirendcn Aerzten Patrouillen mitgeöen mußten, welche sie' auf , ihren Gängen von Haus zn HauS von Sml'e zu -Slube begleiten.' ' ..,' "In der Hauptstadt glaubten die Behördcn. cS nicht nöthig zu haden, solche Vörsichtsmaß?cgeln zu ergreifen; An sangs geschah hier auch dc: Aerzten mchls, ic wurden wenigstens weder er OcrettencoiyMchzlzsi mit, dem RefWfZ 'Ho meBiatesl'nariiQ mates, , v"f! 1.;' I ' t. ji eteja mo niorir en )a!",,Bniig mich ichtUlNi bring mich nicht um laß mich in , Frieden sterben !" Dies hanulose SMm,;HW!e aber nur gerade so lange, wie auch die' Epidemie verhaltnißmaßiq harmlos blieb. Seit sich die r- ' rii- ' . ?' vsrirqnwngmineaKcnT,öu,iKen auSDen .HereiMvLttk angeführten Grun den -die Fälle, ivo die' Patienten iden Aerzten sozusagen ünter den Hangen starben, sich häuften, nahm auch der Haß gegen die Letzteren zn, nur daß ' er bisher noch, nicht wie in der Provinz zu Mord und Todtschlag geführt hat, fondern daß der Janhagel' sich damit begnügt, um sicher zu gehen daß die Aerzte Niemand vergiften können, diese dazu zu zwiiigcn, und zwar nvthigcnfalls unter Anwci.-dung von Gewalt, von den verordneten Mcdicamenten angesichts der Kranken einen Theil selbst auszutrinkeff.' i!Min!gezÄerzte,ch same Versahren , in der,! Hosfnnng. dadurch die erregten Gemüther am besten und schnellsten zu ' beruhigen, "über sich ergehen lassen. , Andere aber sind wcniger - nachgiebig gewesen haben ' die Sache anaezeiat, ' und so werden : denn 'seht auch in Valenciä die Jünger Aesculaps Tag und Nccht von Gendarmen bewachti uvd von diesen bis an die Bet ten der Kranken geseitet. -::t:; . tt' a f c r n c n l) 0 f 0 l ü i h e i.. ; ' 1? '.: i;.;- m i'r i'l 1 "i' .,!:' : : unieroiTicxcr: Vaumei, was ii uenn der Kreis?" Bänmel: . Der Kreis ist eine in sich i selbst neschlossene Linie, MMHnnttMUntKoWe jr'" i .'.': j ."' '' : " 'l'.i'I J ' rti 11 : '.ileroreazeno ; : wj,ic uctinuui u"itcnlatscher! Werden mir jetzt d eine Stunde Vorleiuna halten über den Kreis Sie ZknsWsiküsKuMaS sag' ich Ihnen viel kürzer: dcr jircis ist die schönste kmmme Linie, die mir haben und dawit Punktum!" . Unterofficier : SieEinjähriger, waZ schau'n SieAdennIimmUo'kzumlB mel ? r? ?S Da oben ist'S nicht besser " em 'tii :- i:'...!;. M1 cus vel uns, veim wcimar v jmb
schlagen, noch gesteinigt, noch erstochen; der Mob begnügte sich vielmehr damit, ihnen 'tinuÄ GWnhauercworbcnds
äW&i Zn Wasser. f4m, mne NeiZrprandttei von L. V,wdam,e. 7! , , Es gibt hentzutage, in Mitteleuropa .wenigstens, kaum mehr einen schlichten Bauer, welche '.:den Verkehr ' auf ' der Eisenbahn uicht schon aus eigener Anschauung kennen gelernt hätte. Dagegen bleibt uns Binnenländern, selbst den Vielgereisten unter uns, der Vcrlehr zu Wasser in seinen intimen Kinzelheilen unbekannt. s Zwar die enorme Eutwicklung dieses Verkehrs hat eine bisher unbekannte Spezies von Ncistndcn geschaffen, den lobettottcr", zn dcutschder ..Wcltbummlet" ; ' aber bei uns z:i Lande keniit man diese Gattung doch mir aus VerneS Reise um die Erde in achtzig Tagen". Eiue große Seereise war noch vor wenigen Jahren ein Gegenstand des Schreckens und Grauens für die geborene Landratte" nicht' allein wegen der Unsallgefahr. sondern auch wegen dem Mangel an Bequemlichkeit, an gewohnter Kost ?c. -Heute ist das anders; wer sich nicht vor der noch immer nicht ganz zu umgehenden Seekrankheit fürchtet, hat überhaupt .nichts zu fürchten; die Unfälle, welche uns zur See bcdrohen, sind im Ganzen kaum häufiger, als die auf der Eisenbahn, und was den modernen Eomfort betrifft, so entbehrt man gar nichts davon auf den besseren PassagierdampscNtdcttrGSatlantischm Häuptlingen. Man befindet sich ni einem eleganten Hotel, welches schwimmt und uns nur durch seine thcilweise engen Nänmr an die in der Sache begründete Begrenzung des Raumes erinnert. ' Eine Neue uacki Amerika, d. b. näcki New gork, zahlt längst' Äicht mehr zn l .'J-."'r ' - " a :fi --r.ocn grüneren eere'cn, es 11,1 nur uocu eine Ueberfahrt" von sieben bis acht Tagen. Die amerikanischen Schnelldampfe? gehören meist zu den größten ihrer Gattung; sie haben zwei bis drei Maschinen, und ihre Lange ist mit der einer kürzeren Straße zu vergleichen. Solch ein Dampfer ist ein' überaus schmuckes Ding, wiewohl er den malenschen Anblick eines vollcntfaltcten Sealers nicht erreicht. Außer dem MaschiNenschlot besitzt er einiges Mastwerk ; außerdem sind für seinen Anblick die mächtigen blinkenden, 'acht bis zehn Fuß hohen Kupserrvhren bezeichnend. Bentilationsschachte, welche frische Luft nach den unteren Schiffsräumen führen. Ans einer zierlichen, mit Gelandn versehenen Treppe " ersteigt man immerhln etwa zwei rockwerke hoch ö Deck. Was uns vor Allem angenehm auf fällt, ist die wahrhaft holländische Sauberkeit, die inHllen Theilen de Dchiffes herrscht. Nicht zcdc HansfraN könnte es riskieren, ihr Interieur so unqcscheut zu jeder Stunde fremden Blicken preiszugeben wie unser DamplercK vermag. Für den geselligen Verkehr depPassagiere dienen der Spcisp, ,ßZauch-, und Damensa! ou, der letztere mit einem rtUHV ) j S IIV UV . ,VlilUitiVlVV,U Die Salons sind beauem ünd cleqanl eingerichtet und ebenso wie alle anderen Räume elektrisch beleuchtet. Für 'die Ii in tJirrrtiiiStfSiJf Panagierschiffe, welä-e Dampfkraft an Lord führen, war das kichere, ruhig? elektrische Licht cmc wahre Wohlthat. Badezimmer sind für die Passagiere ebeuso Me für die Mannschaft , vorHanden Die Schlafkajüten enthalten nichts als Betten, Schrank und Toilette dagegen sind auch diese Schlasräume hell und frmndliä,. Auch der Eapitän bewohnt nur eine Koje, zugleich sein Arbeitszimmer. , Die Kommandobrücke, 'ebenso wie der ö!a::m, wo die Instrumente sich besittden, sind den Passagieren nicht zugänglich. Eine eigene Bäckerei versorgt' die Passagiere täglich mit frischem Gi back.- . : Die Mannschaft erhält daneben noch Schisiszwieback. ws!6)eS nnscren bckannten Albert Takes," in seh? vergrößer tcm Maßstabe ähnelt und .schmackhaft ist, . obwohl es sehr, gute Zähne ersorZ dort. ' Die Küche, wie: die Bedienung auf dem Schiffe, wird, ausschließlich von mann l ichcn. ' Arbeitskräften - gesorgt.' , Die Tasckz:! Wasser läßt so gudUVie, nichts von dem vermissen, was wir von einer besseren wdlu Vhate erwarten. Nebst comeroirtem v.: Eisfleisch , führt das .Schiff eine entsprechende Ladung vonKleinvich ' und Geflügel mit sich welches in einen! 'Stall auf ' Hinterdeck untergebracht ist und sich vortrefflich bcf findet; da?; zür Getränke, des anders , M eine, verlockendeWeinkarte gesorgt ist. ist selbstredend. , Gemüse ' ist: in allen erdenklichen Sorten vorhanden, nicht nur urden bekaiZUtcn,.BüchseneonservensoMi' bern- auHgetrvänekes, welches nach einer neuen Methode erhalten wird , und : wie WifeWaÄ -,idcSlittöctt)p5c: vcnoahrt man ' verschiedene ,Zi?ohlsorten, g opssaZat. Endivicn. genug. Gemüse, welche , sich Mi? VüchscuconZerven , nicht ngnen. Das conservirtc Suppengemüse ist I-creits - nach bestimmten Gaben in kleine Packte getheilt, somit wird m der Schiffslüch?,,, lein Gemüse' HeputztZ' AMer''ü!lc)lSörten,gepökel,t giebt es verschiedene Conservcn frischen Fleisches, ' z: B. feine, Bratwurst. Obst in conscrvirtcm : ... ( Zustand ist natürlich lu ib?.rt: feröjtttM?it ä$ ipötl'. örfi ö5'ä . . In der Küche, Verrihs-, und, Geschirrkammer herrscht, die unübertrefflichste Ordnnng und, Sauberkeit. ,Alle Teller, , Gläser" und Flaschen stehen in eigenen Gestellen, st? taf; sie beim Schwanken deö , Schiffes , nicht t fallen können Alles ,mit großer RaumökoAomie!iÄn:.de!ß'W KpckiherMönÄWvas.- t'täAentz'KoÄM nt'r f'tti! . r; fr ä ' H ' ' ' " ''1 1 ' r '" ,?'f schirr smd die ncucsten Errungennbaster nuf diesem Gebidtc ausgen?äb:: worden. Doch cin'.odcrn komfortabler Damvfe: ist also ein sehr angenehmer Aufenthalt. äsfolmä'iM ,,1 ,D '. 1 ,' T1"; il; , ,'' .. wp- ' ,, ii1 1 !;'':'' , ,, h. . : . . : j . i Wetter er.i ftcts roechselnveS. reizvolles , i -i ' .ti i '. l'f Y' 1 'illrtt . ? i :-.'! v?;,!:: ,v,,.,,i?i!i,!., ;,, Vrr.:, ,,. i Sajciispicl bicttt&ttäg&&kPä Vielleicht, daß der Anblick der. meist !veiß gestrichenen Rettungsboote, die an beiden Seiten des Schiffes, befestigt Pudängstliche Gemüther nervös macht , Waber ! daran gewöhn! man sich wohl
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bald, ' weniger vielleicht daran,' alle Neuigkeiten ' zu ' kntbDrM:Ze)tungcn Briefe, Telegramme. Das entlegenste Kurörtchcn. das höchste" Touristenhotel besitzt heute sein Post- und Telegraphenbureau. Derlei muß der eleganteste Salondampscr leider noch immer, end behrcn. ' , , , ?' r. v. . . - , , Die Frachten, welche fast jedes Schiff Mit sich iführt. besinbe sich Mz dcn,un-, tersten Räumen uud dienen zugleich als Ballast, dLnn jedes Schiff muH umdaS Gleichgewicht zu haben, einen gewissen Tiefgang besinn. . . ,,. ' Die Waaren wecden theils lose gelaoen. theils in Fäffern. ' Kisten, ,Ballen, Sacken verpackt, welche eine bestimmte Angabe über den Inhalt zeigen. Das Petroleum einer der wichtigsten Frachtartikcl im transatlantischen Verkehr, wird wegen seiner Feuergefährlichkeit niemals mit andern Frachten verladen, sondern auf eigenen Petrolenmdampfcrn. Dieselben besitzen in ihrem. Innern ungeheure feuerfeste Kasten, , in welche das Petroleum dircct, gepumpt wird. ,, Die Verladung in Fässer,, erfolgt erst nm Binnenverkehr. ' Die Pctroleumdampser sind schon anßerlich dadurch kenntlich, daß die Maschine, nicht wie bei andern Dampfern in der Mitte, sondern an der Vorderseite des Schiffes angebracht ist. während die gefährliche Fracht sich am hintern Ende hermetisch abgeschloffen befindet. Alle größeren eurv' päischm Häfen besitzen ihren .eigenen Petroleumhafcn, wo die Dampfer am, kern ,ttnd ihre Fracht ausladen. Im ganzen Bereiche dieses Pctroleumhafens ist das Rauchen,,, bei strenger Strafe verboten., . , Der aesammte Verkehr zur See ist seittwa 30 Jahren, also ungefähr seit Einführung der Dampfschifffahrt ganz enorm gestiegen. Die Segler sind gegen die DaMpscr in steten. Abnehmen, sogleich auch die, Segelschiffe manchen Fortschritt zu verzeichnen haben. ' Sie werden ii. jetzt mit Eisenblech beschlagen, während sie sonst nur, aus Hol bestattden, was .sie den Unbilden der Witterung trotzen macht So verkehren die kleineren Segelboote jetzt auch das ganze Jahr während sie sonst nur die günstige Jahreszeit bcnNtztelk. Ans dem gesammtcn Weltmeere verkehren augenblicklich etwa 0600 Dampfer, .darunter 1900 deutsche. Von dem Anwachsen des maritimcn Verkehrs gibt der Londoner Hafen, der größte der Welt, ein deuttiches Bild. ' Vor etwa 50 Jahren hatte derselbe einen Frachtmumlauf von ungefähr einer Million Tonnen jährlich. Nach dieser Ziffer wäre es heute der 43. im Range unter den Seehäfen. Sein Verkehr belauft sich heute jedoch m:f 12 Millionen Tonnen. Der - Einkauf im Hamburger Hafen hat sich sei! dreißig Jahren verzehnfacht, welchem Umstand drr großartige Bau deö neuen Hafens entspricht. Ueberraschend klingt es, daß Konstsnt'rnopel einen der größten HafenPlätze der Welt besitzt ; dies erklärt sich durch die Eröffnung des Suezkanales. wodurch Kostantinopcl Zu einem Hanpd Stapelplatz an eine? der mächtigster WeltverkehrSstraßen wurde. Die großartige Entwickelung' be Verkehres zu Wasser gehört zu der schönsten und großartigsten Errungenschaftcn der modernen Kultur. Wu die Wasserstraße so zu sagen eine be qucme und angenehme wurde auch lfüi den verwöhntesten Eulturmcnschen -4 st bietet sie andererseits heute eine schräm kcnlose Möglichkeit. l diek Products du verschiedenen Zonnen auszutauschen' Die Natürlich? Beschränkung, welche ' du verschiedenen Himmelsstriche ihren Be wohnern aufzuerlegen scheinen, Pnddcv mit aufgegeben es ist der Anfang ge macht zur kulturellen Einheit der ganze: bewohnten Welt. j V- :- k x ' ..Recht ' s;ü ß und recht i a i ßw. Unter diesem Titel erzählt die Zibauer Zeitung nachstehende Geschichte : Lor einigen Jahren trat einmal ein wetterfester dänischer Schiffscapitän in eine Restanration ' unserer Stadt, ließ sich behaglich am ' großen Tische niede: und legte seinen Hut neben sich, n Ein junger Fant, der in der Nähe saß, mochte die Nachbarschaft des - sturmerprobten Seemannshutes unangenehm empsinden, denn er rief dem Besitzer desselben in schneidigem Tone zu:, Sie danehme Sie einmal Ihren Hut weg !"Z,lTer Eapitän blickte den Sprecher erst verwun dert aus : seinen großen ' grauen Augen an und wandte ' ihm f dann ' glcichgiltig den Rücken'zu. 'aDeriu griff jetzt mit energischer Miene das vo: ihm stehende Bierseidel und schüttete den Inhalt in den Hut des Eapitans, hiw ein. Der brave Däne verlor auch zetzj kein Wort und bestellte sich beim Kellnei gleichmütig ein Glas GroMrecht ßüß und recht haiß!" 1 -lAIs; $rba3e wünschte erhalten hatte stand er ruhig r ' -i -i" 7f 1 :"' : " r-! : ' 's :i! ' j! i' auf, enLte den ?zungen Fant ' an dc? Cravatte nnd goß ihm man .trug damals sehr tief ausgeschnittene' Kragen ba& ..süße und , haiße" Getränk in die elegantgeschlitzte Hcmdöffnnng ': hinein. , Der also Gemaßregclte sprang natürlich mit einem Schmerzensschrei auf und l schüttelte sich unter lautem Brrr au f ,da,SHMHeHWsH sitzenden in ein schallendes Gelächter ausbrechen sah, ergriff er schnell Hütchen und Stöckchen und verließ, ohne auch nur weiter eine Silbe zu verlautbaren, im Sturmschritt das Lokal. schcnfrefser von Nord-Queensland haben eine außerordentliche Vorliebe für EhineseWE!!iAnHblichDstIdas I, Fleisch ,diesM'HsondersI weil sie sich fast nur von Äeis nähren. In Nord'Australien gibt es jetzt eine große chinesische BevöÜerung und eine ganze Änzahl. , welche sich über die Grenzen der Kultur htnauswagtFn sind von btn'f Wilden gefangen genommen und verspeist worden. Das lft dort so LandeSfitte: Einer der Vermessn in Nord-Queensländ berichtete an die Ne 'gieNng?vorWBzemZj!U haben mir alle Vorräthe gestohlen a zwei raeinrr., iaefn'";probtrt,.-
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AmerikanlschekKunsteleven in Paris. ' 1 ' "" Die Frage, ob jungeAmerikanerinnen, ohne, mütterliche oder sonstige' bcaufsichtigende Begleitung, zu ihrer musikali schen Ausbildung nach Europa, speciell nach Paris gehen sollen, ist kürzlich . in der Presse wieder angeregt und es sind verschiedene Meinungen darüber , laut geworden. Der, bekannte englische Länger Tom Karl spricht in ' emem Bostoner Blatte von einem Besuch, den er bei der einstigen berühmten, Sängerin, jetztgen L chrcrin des Gesanges. " Ä)!ad. LaFrange, .' in Paris - abstattete, die sich ihnl ' gegenüber folgendermaßen ausgesprochen habm soll: Die amerikanischen Mädchen haben prächtige Stimmcn. sie lernen leicht, gleichwohl b?ingen es unter den vielen, die hierherkommen, nurIehr wenige zu etwas, weil sie nicht fleißig studircn. sondern sich in das flotte Boulevard-Lcben stürzen und darin untergehen." , ! Der Schreibe? bcstatZgt diese Ansicht und ragt weiter: Warum lassen amtrikanische Mütter und Vormünder ihre Tochter und weibliche Schutzbefohlenen nach einem so unmoralischen Babel, wie Paris, ohne Schutz, .ohne Begleitung kommen? Unsere jungen Amerikanerinneu sind meist hübsch, lebhaft und besitzen den Eine", der Aussehen erregt, aber, eben deshalb , fallen sie leichtfertigen, abschweifenden Roues leicht zur Beute und der Himmel mag wissen wie viele von ihnen ihre jungsräullche Äcinheit verlieren und dadurch ihr ganzes Lebensglück untergraben. ', Eine amerikanische Dame, die hier seit vielen Jahren lebt sagte mir: ch war 'genöthigt, die hier ftudirenden Amerikanerinnen ans meinem Hause gänzlich auszuschließen. Wie ost bin ich schon von ihnen getäuscht worden und habe solche gastlich aufgenommen, deren Bekanntschaft lch mich später ZU schämen alle Ursache , hatte. Eine allerliebste junge Italienerin, die mir diese Dame vorstellte, eine talentvolle Sängerin . und, tüchtige Klavierspielerin, au ßerte in deren ; Gegenwart : Ich besitze Talent und möchte vorankommen, aber es will mir nicht gelingen, ein lngagement zu finden. Ich mag nicht thun, was so viele 'andere thun, die hier ihr Glück machen ich verstehe mich nicht auf die Kunst der Koketterie und des Einschmeichclns, und es . scheint, daß. man ohne diese hier nichts auszurichten vermag.- Das sind Urtheils wie sie von tompctentcr 'Seite in Paris, selbst ge fällt werden und doch drängen unsere amerikanischen Mädchen fortivährend nach der Fremd doch nehmen amerikaNische Eltern keinen Anstand, ihre Töchter diesem Moloch des Scinebabcls zu opfern." Diese Warnung bleib: uicht unerwicdext. ' Eine Amerikanerin, die in Paris ihre musikalischen Studien machte, autwortete daraus: Gewiß ist es eine lächerliche Uebertreibung, daß amerikanische Mädchen m meine solche, denen es um ihre musikalische Ausbildung zu thun it nach Paris gehen zollen, nur um sich aus die Spree" Zu begeben. , Man sehe sich doch die große Zahl hervorragender Sängerinnen, Pianistinnen und sonstiger lAinstlerinncn ml die von Jugend auf keine größere Sehnsucht, kannten. ÄS in , der Heimath der Mut;! und des Gesangs cu:e Gc!cgenbei: zü ihrer Ausbildung zu finden, ist es denkbar,' daß eine gut erzogene, gewissenhafte Amerikanerin, ' nachdem sie endlich dieses Ziel erreicht hat. sich sosort in'e:nen moralischen Abgrund sturzctt,,und alle ihr? 'Aussichten: für .die Zukunft vernichten sollte? Wem? 'sich derMichen zwei Wal zugctragen. mMetz beßhalb alle gleichmäßig verurthcil: werden ? Ich selber kenne Paris und habe dort meine mnsikalifchMMtübicn gdpach't. , Ich hin heitercn Temperaments. ' liebe das aro städ tische Leben, aber ich habe'deßhüZb Zneine Arbeiten nicht vernachlässigt und mich auch . vom ' rechten Wege nicht rerloren. trotzdem es tun und wiercr an ,VcrzuhrRttgen.,.'auZ, Abwege zu gerathen, nicht fehlteMydüSIchWs'NirbehdÄptw dan, gilt auch von meinen amcrit'am i-" ' 11 ji 11 '' " Laaranae'bcb tcn Leben Boulevards imtcrge g5n gen. Ich möchte wohl .wissen. WW Mr. Tom Kar! von einem gewissen angesehenen Institut, nicht allzuweit von Boston. denkt' betreffs dessen währeiid b c t'"t c t cit' 1 iü n t '- S ci t r schon so viele kleine Seand algeschichten in Umlauf ge kommen, daß man fast denken sollte, der . .". .J..LT.H. . Aufenthalt daselbst sei nicht minder gef fährlich.' wie der in dem viel verschriee lPaiS.Ko , -e,-f' jfei i T 1 " "f i i ..jj,!..: !,,,,, : :., . ,. ( , ' f- ' '.. ' -i k : Wir haben , die beiden Meinungen hier zusammengestellt, well sich daraus voU am ' Leichtesten d'as Nichtige . er. zZbt.! Die Wadrheit liegt, wie fast immer. in der Mitte. Junge M1,'en, Äenen es in der Regel noch ander nothb zen Eharakterzestigkeit! fchlt. ' ol,.'?' MeliünhiiÄf Pari?, oder wohl auch nach Italien, zu schicken, ist ein gewagtes Ding. Eine ."' i,,:'". V".'" " . . r . 'Ti ?ringenoe vcotnrocnoigicu caux r,i cuey it t et) t 1 p P, r n ö ett ; ti am enn ia j o . i anc c es ni1;i:tiöch;'fÄ handAtUMdMie Entwicklung überhaupt nicht beansprucht Mi?dMiEs,Afeh!U WzituchtigULWreNlM i;iJvri. '",:':: L' ." -'''!Siil':j9-r' rjf. 'Xcw qeuenzu ii:jeö,if genpr :S(i-,.in ai tau äus bildung vermehren sich bei nns mit jeoem ' Jahre. Für die Einführung in den praktischen künstlerischen Berufstet Europa allerdings Vortheile, wie sie hier vorläusia nicht zu haben sind, und deshalb wird unter gewissen Stadien der Entwickelung die Nothwendigkeit, fi ch dort hin zu w enden, nicht zu vcrm eiden KinlSlMberiitnlbiefcm Stadmm sollte dann auch der Charakter eine solche Reife erlangt haben, daß keinerlei Verirrnngen mehr zu befürchten sind, und wo er ihn nicht besitzt, da war die Wahl des künstlerischen BerusS überhaupt ein Mißgriff. Unter ollen Umstände sind England und Deutschland weit unge
t . .- ' sthrlichere Gebiete, als gerade PariZ und Mailand,' resp. Italien. Wahr ist. daß gerade junge Ameri kanerinnen. die hier die größte Freiheit ihrer Bewegungen genossen, von einem Ende unseres großen Landes bis zum
anderen reisen konnten, lrne befürchten zu müssen, irgendwie beleidigt, oder in sulttrt zu werden, sich schwer der euro L f p . tB te te X m 1 I 1 t. M licn zu erke'.nen und daiu. eben allein stehen, überhaupt nicht im Stande und. Ks wird kaum ieklen. daß sie mancherlei Nnunnchmlichkeiten t. rf-j. v , uns nsmren ausgesetzt zmo, aoer lyr ...!s,:k. s: tLrZ'?.tf i liiiivi i4uuiUjc szyiv nniuii io ii o uiucu auch cie Kraft und Geschicklichkeit gehen, denselben in einer. LZ elfe' ii .kgegnen.,, dak sie Ncker nickt wiederdolt werden. Der beste Schutz der weiblichen Ehre 4 dft.jnVft lflii 1K.,! '... l .il. 'K.i, Ut Uii iiytiiUi Kj.vHiu, ti vu nicht zu finden ist, mag sich auch die strengste andere 'Bedachung nutzlos erweisen. Wer der Bermbrima xn gänglich 'ist, der' fiiidet die Pfake Pazu rt iC.ft... -r..- ,jc .... uuiiiujiiu'ni Diicu üum in ja'vo yvii, und soaar'im vuritaniicben Boston, wo die Anspielung jener Dame aus das dortig New England' Eonscrvatoriun, der Musik beweist. dtröffsbesse!'Mö' die moralische Führung einzelner Zög unge anbelangt, allerdings schon recht icandalöse Gerüchte in Umlauf kamen. ,tti-rf-'-. 4t-&. . JU4tl. i;. Das Narren lest zu GrossctZinscnI, Im Demottu" wird erzählt, am 9!arrettacnch!stag - sagten die Einwohner von Grossklfingen einem hohenZollern zchen Torie) ndem fremden vze Waur . heit in'ö. Gesich: und könmcn ihm auch eine Strafe auferlegen. - Wäre es nicht besser, mein: der T'hiloscph. wenn em mal im Jahre wenigstens auch Einheimische:: die Wahrheit gezagt wurde? Das Narrcnmt au GroneNlNien. - von welchem hier die Rede, ist, obwohl es in der Geschichte deutscher Fchnachts bräucke nne dcdeutwme Äue wlclt. o wenig bekannt, daß eine Schilderung desselben wohl am Platze erscheint Ueber seinen urspmng so schreibt Man meldet die Ueberllescrung, das;, als einst ii! Schwaben die Pest herrschte, die Herren v. Bubenhofen. avclche da mal- Grossclsingcn inne hatten (im 14. Jahrhundert ) zum Trost und' zur E heiterung .der niedergebengten Einwöh nerschast. verfügten, 'es solle einmal -!m 5tabre an Stelle der Ordentlichen Gemeindebehörden ein NarrengcrichN Mit Vogt, Richtern und anderem Zube v hör die närrische Bürgerschaft regieren. Die Urkunde über diese Stiftung ist vep loren. allein sei! 1605 wiederhslt erncuert" und sogar durch eine Jlmtn :,f laudesordnung" ergänzt wvr'deu. Dc:n Narrengericht so heißt es in der ix ; ueuteu .'Urkunde ist Gewalt gegeben über Geistlich und Weltlich, Klein und Groß. Hoch und Niedrig. Die Strafen erfolgen nach Narren recht, ..webci jeder Zeit das Ohnrecht den Vorzug tel " Wer im Lause des Jahres das Narreugericht angegriffen, dem zahlt, fall? er kein Geld besitzt, der Peitschcnmttsier ..den langen Guldens'' Andere straft der Barvierer, indem er ihnen einen schönen ..französischen Bart auffetzt oder sie mit dem vcne::anischen Messer- rasirt. Wer etwas RLgbarcS gethan, wird um einen bis tausend Tha- " ter bestraft, er mag Geld 'haben vdc: keines:" als Thaler ade? gilt Alices was ' Rund und Präg hat. Einen Vorzug genieß! nur der Vsarrcr; er zahlt alljährlich am Aschermittwoch He t dem vom Narrcngericht einen eichten, Heller", woraus er sich von aller ihn ,, etwa treffender Strafe loslauft. Däs 4 anzc Dorf ist am Gerichtstage" nar. risch. Den Mittelpunkt des Festes m: det der ..renc:ianische Garten", dessen Betreten streng untersagt ist. Hirt ni stet aus einer hohm Stange eine weiße -Täube, der ..Soinwervogc!." ' : " - "' ' -Tre!) sorgsamer Bewachung wird 'er (; samult -hm Nest gestohlen die 'Diebe werden verZolg:, tzx Gericht gOMpud h hicdzdi -IHM- Wauensde rernrtn Man, taucht' sie--iii den DyrsbMucn.und der wiedererlangte Sommervogel ', wird unter großem Jubel in Lrkihe:: gesetzt, damit es wicher Sommer tvird "' Füst schtint vK.a!s hätten die Stifter des Narrengerichts den Karneval von Ve ncdig im Auge gehab:; -daran gemahnt j die ost kommende Vecichnanz venctia, mir. :nid iflb'st die Stanae init der Taube mag an den Markusplad mitsei. uen Flaggenstangen un) Tauben t ri;, $
Ajuijivji mw iiwua iau;;ju;t:a zzuie süäen Wennur in Bealcitua Wcnt'
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ncrn. W ' v'tf v v;p; -; Mit einiger Phantasie : kann rnsn sich Nesch!äniDül,,,AvrsKNn WKöMD vorstellen, uno toarum 'soKiiiem nn schwäbisches B , !; Toaenvalast. ein schwäbischer Beat den
Togen spielen? ; Indessen, daö Narren - ,:S .Z Iionw: '. , -'H!i i ii !! gericht jteötä'VwaPWtntim cite$tTe Lnrtzwcil und Licraration". Seine Mit gliedcr bilden, echt Mittelalterlich', eins -,MeIsWtZMM gestorb kncn Genossen geleitet man mit eigener Kirchen saHnehüPlchtcw'Muhe ji nbc t f il r 1 t c ; c b i: e n cl !t eni t g er 3 a i t tag" mit Seelenmessen statt?! ' Auch vor ! .&i$ät jedeSwal die MesseHfffEäsist' dies ein interessante? Beleg dafür, wie im Mittelalter Ernst und Scherz Hand in Hand ging und alle Lustbarkeit vom öjfentlichen kLebenK nH Kirchekund Gemeinde : durchdrungen war. Leider scheint das Narrengericht allniälig in Vergessenheit zu gerathen; es wird in unserer Zeit nur noch in längeren- Zwischenräumkn abge, halteÄMW ,WMM VI ui U m w e g e n. ' LehrÄs Wer hat Dir an dem Aussage geholfen? Echüler:MNieMndt Lehrer: Dä'lügst! bat Dir nicht Seiu Bmdkö' daran geholfen?' ,tzMler:,',Nem. das' hat er nicht; er hat ihn ganz allein g, machtH'vW srMAu S einem Roman. Die Gouvernante machte eine Vewegunzmit der Hand, als ob sie aus der Tiefs , ihre? Seele etwas hervor holen wollte.
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