Indiana Tribüne, Volume 14, Number 31, Indianapolis, Marion County, 19 October 1890 — Page 6

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mLJmEi Sie Fa.nittentanze. ... ' Gin LcZenöbttd von 5. COoitfer. , Ob Tankchrn Christine auch clnn:! Mg gewesen? Nach den NsNlrgefetzer ist eö wohl cnzuutchiacx Aber dmea. die -sie kannten, schien eS fast unglanb lich, daß daS rultzelige alte Jüngscrcher mit der blcndznd veizzen Haube und bei:. Changeant Seidenkleide, das sie bei allen feierlichen Gelegenheiten trug, eiw incl ein junges Mädchen gewesen seir könnte. &c selbst besann sich fester darauf. Und doch war es vorgckom nren. das; Mni, die qraue Katze, du auch keiner jung gescheit, erstaunt ihri " M m 0. -TW " ' (.-. M IiaW. 'w ofU ,iWv .uu. miix sziwni cuicc langsamen Lannerwalzcr summten und dabei die Füße in den großen Filzpantoffeln auf dem Schemel im Takte daz troWnektcn. Mizi nahm das sehr übel. Sie war gewohnt, daß die Nadeln ohn rnnsikalifchc Beglcitunz ihren Tanz rnr den Faden tanzten. Arbeit war stets qennz vorhanden, daß letzterer keine Unterbrechung erlitt. Wollten doch alle die großen lkarls mit Fritzen mit gewaltigen Socken und die kleinen lZarlchcn und Fritzchen mit Hand-, großen Babystrümpseu versorgt sein. Brüdern, Schwägern, Neffen und Nichten, ihnen allen half Tante Christiane aus die Socken. . Sie war die älteste von vierzehn leibliehen Geschwistern. Fünf Brüder und acht Schwestern waren nach ihr geboren worden, kräftige Jungen und hübsche, theilweise schone Mädchen. Christiane, die Erstgeborne, war nicht schön, nicht häßlich, sie war klein und unbedeutend? man dachte nicht daran,, ihr liebes aber nichtssagendes Gcsichtchcn anzuschauen, kurz sie war immer das. Christianchcn, über das man so leicht hinaussah, das immer und überall nebenher und neben bei ging. Alle im Elternhaus hatten die Äclteste gerne, sie wurde , nicht etwa zurückgescht ? wenn sie am Nähtisch saß oder in der .Eüche half, während die Anderen feierten, so hatte Nietnano sie dazu gezwungen es war eben selbstvcrständlich, daß sie immer bei der Arbeit war und überall anshalf. , Als die Mädchen heranwuchsen und auf den Bürgerball" geführt wurden der Vater war llleinkaufmann da wagte man schon ein Stück Geld daran, für Marie und wie die Anderen hie-zen. ein schmuckes Mull- oder Tarlatankleid zu fertigen, an dem Christianchen Tag und Nacht mit geröthelen Wanzen, ein lustiges ,Licdcken singend, wenn Mü digkcit sich einstellen wollte, arbeitete. Und kam der Bal! heran, so hatte die Aeltcste gerade noch die nöthige Zeit, sich ein etwas verblichenes Garderobe stück der Muster herzurichten. " Neben der Mutter saß sie dann auch im Ballsaal und sah mit liebevoll-wohl-wollendem Ausdruck in dem kleinen nrn den Gesichte den Schwestern nach, die im Saale dahinflogen. Wenn einer der Tänzer aus Höflichkeit auch Christianchen um eine Tour bat. da strahlte sie vor Freude und dankte demselben bei ihrem ungeschickten 5knix gar herzlich dafür, daß er an sie gedacht. Besam Schwester Mari?, washäusig der Fall war, im Lause des Abends ihre Mi t gräne, oder vielmehr ihr Kopfweh, wie man es damals noch gut bürgerlich nannte,, so brachte sie ohne Kgern die Patientin nach Hause, wahrend die An deren lustig weiter galvppirten und walzten. lhx waren Alle schon zur Ruhe und sie noch der Mutter beim Auskleiden behilflich gewesen, dann gab sie dieser noch einen dankerfüllenden Kuß; weil es gar so dpn gewesen!" Tie Brüder zogen in die Welt hinaus und die Schwestern wurden von Freiern weggeholt. Die übcrfahcn Alle die ' kleine Schwägerin sie war auck gar so klein. Sie hat an all den Braute schleiern gestickt und am Hochzeitsmorgen den Bräuten den Kranz festgcstcckt, ... neidlos, während schwesterliche Thränen in sie Kirche fuhren, leitete sie die Herrichtuna der Hochzeitstascl; am Abends wenn das Fest verrauscht, zählte sie Weißzeug .S fZt'f bi i"n-l tiX t M is i Uiit O'lllV il.iUji MlUVUtU rtUtkli rtiVgen fand man alles wieder in schönster Ordnung. Einmal ist es in der kleinen flachen Brust auck; unruhig Zugegangen. Ein junger Arzt hatte in Hause Wohnung genommen man hatte, da nur ' noch die kleine Paulme auyer Christiane bet den Eltern war, viel übrigen Play ge1 monnen. Er war stets sehr freundlich . gezcn Christiane und versäumte nie.wenn er sie im Vorübergehen an ihrem Arbeitsplatze sitzen sah, mit wohlwollend-, item Toae'zn lagen: In:mer . fleißig, Frauleitt Chrp st:a:w?" . t Mit wie innig dankbaren Blicken sie ihn da anschaute! Es , kam vor, daß ihr dabü der Faden riß. ja es geschah sogar, daß? sie die Arbeit einen Augenblick in den Schoß sinken ließ, daß sie! , h:l cm weina voroeuate und oem Doitor ' noch ein Weilchen nachschaute. ' , Eines Tages trat' er zu ihrem sreudizenlErftrt,',! fipi ihr prn und iek'.te iirfi :n inr. f . "X -m ww f Tj" " 1 "V O J ! Er hielt ihre Hand scsh die sie ihin ent argen gestreut, kzo hat es nie mehr :n ''I "i'f ff ... Y . . J't f. ZL C ; fc t . HtH jiiüiiwjvi. j).i;u(iii vt niiw iw: ! 1 1 irT.iTtniffn in ttt ttt rr irnn gellopzt. wie "tu m)tm Augenblick. ß,,Tann hatte der Toktor zu reden begon ' 11L1 üU MUilb MV VlUM " w t-ir n i i i t" itt i i m ii i i v :iwiim3 f.l.M If.. .d ni.,wi -'.!' ' I IiaIiA IIhV HrtM : iI . LU L'U.i l.U;iXLllt. JW tifc 4441 VV4I V; llV V tV V ilViV ViV WIV VIV U rMJr TTirr lrnr' in r TMrrnr .i -""Tf iirf" irw alles rermoge. zoüe ein voroerettenoeS Ä ,- -'Infih 'Vn Vstrrrt if, ?, ! ... tLUti V ii ..rr.!j : damit e? na:er un) oyne ewrgnij; m . : ,!!, i ;: .;.,!' ' : : t ic.r-fc.if.. v:-. .-.ifc s- ru-s.!.--. halten könne. . , " : " ' ' ' "v V-v. ; .;-- : Clnistianchen hatt? einenV' kurzen Schrei ausgeztoßen .sie hatte sich auch I II" T'I I I I 1114 -lT.ll-ff l'L llLLi.Lll U ,. .,, tiU4 .1 fc.- m ui -w .i: i rn i w v nnv frt irfiTinm tTT TlMt .ttTtslfr itUQÖKfll! ein groner rother BNttstropzen net aus -die weiße 'Leinwand in ihren Schooß. ?&tx Schmerz preßte ihr sogar ein: Thräne ins Äügä aber, schon lächelte sie über ihre Ungeschicklichkeit und versprach, eine Mrme MrWchM,j'ketMUnV, das war sie,,, un) bald sielen wieder die

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Tlzräncnpcrlcn in .den Brautschleier, ieseS Mal rtccht viele. Bald nach d:e,er -letzten .pocyzc:! im Elternhaizse starb der Vater. Die. Geschwister waccn hinanSgegan gen, aber an Arbeit fehlt cS Christian che:l doch nicht. Die Pflege der krän kelnden Mutter nähin sie ' sehr in Ansprnch. und dann hatte sie so viel für die Geschwister draüZzM zu thun. Kaunr hatte der Storch sich irgendwo anzer.l?ldct, so sah man Jäckchen und Nöckchen von puppenhafter Dimension an Taute Chris!ianchcu5 Arbeitstisch entstehen? kein Stammhalter wurde geboren, der nicht seine erste irdische Umhüllung au Wind dri.m Kaum eine Woche vcrgMA. m der fit .r . . mm- n..... 4 t. Geburts- oder anderen Feste brieflich Glückwünsche darbringen mußte; dann war das Familienbuch zu führen, da-Z iilUi. ltl 'fcltUlVtl VW V ,VVMttW4. V'ilVHt F- . l A M . . T 's Tante Chnstianchen seit Langem angelegt hatte. Mit ihrer schonen festen Handschrift trug sie da jedes denkwürdige Ereigniß ein. Sauber war da jede Hochzeit, jede Geburt, jeder Cterbesall verzeichnet. Nur ein Twtenfleck verunzierte die Familiennrkunde,. und ,der fand sich unter dem Datum von Paulinens Hochzeit; Christiane hatte gleich gezittert bei dem Eintrag und da war das Unglück passirt. . Schlimme Stunden erwarteten sie am Kran?eN5ÄNd Todtenbette der Mutter, an dem sie allein, nur wenig' getröstet durch diNheilnahmsvollen Schreiben der Geschwister, stand. Nicht so ruhig, wie Christiane sich gedacht, sollte das Leben werden, das sie nunmehr nach dem Tode der Mütter führte. , ES begann für sie dieroße Familienrundre.se, , die den, Nest - ihres Lebens, fast ausschließlich in Ansprach nahm. Wenn irgendwo in der Familie zwei hilfreiche Hände nöthig, so verfchrieb man sich Tante Christianen. Wenn man sie eines Tages in ihrem großen Aandmantel. der altmodischen Kapuze und den großen 'Filzschuhen, die Reisetasche Zu .der 'Hand' (in der das' Changeant'kleid sorgfältig verpackt war), !n einem Hanse erscheinen sah. so konnte . ' 1 ü i i y A man uai.'r ictn. van oori oe? rorcn vorübergeflogcn war. Ten ersten Schrei jedes FamilicnsprosseS . hörte Tante . Christianchen. Aber nicht nur, ws die Jungen kamen, auch wo die Alren gingen, "da wurde sie schleunigst 'ge rufelk.. Schon manches gebrochene Auge hatte sie mit ihrer Hand geschloffen und manches Bartuch ausbreiten helfen.' war sie nicht mehr nothwendig, so ging sie auf den großen Filzschuhen so stiu oavon. wie sie still gekommen. Kaum wzr sie zu Hause angelangt und hatte Mizi, die sie in Pension gezeben, herbeigeholt, so traf auch schon wieder ein Schreiben ein, daö etwa lautete: Liebe Schwester!' Tie Kind:r haben das Scharlachsicbcr und wollen nur von Dir gepflegt sein. Thue uns doch den großenGesallen und komme sofort." and Tantchen packte und reiste. Ihre lelzte Reise machte sie bei Schnee and Eis im Januar; dabei holte sie sich ihre erste Krankheit, die dann auch ihre letzte sein sollte. , , " Sehr leidend kam sie zu Hause au and mühsam schleppte sie sich . nun vom Äott zum Sessel am Fenster und vom Scsiel zum Bett. Man war in der Familie über Christlanchens Erkrankung ebenso bestürzt Zl5 betrübt. Bon allen Seiten erhielt sie Schreiben, in denen man dem Be ?aüern darüber, daß man sie wegen der zroßen Entfernung und die schlimme Fahreszeit nicht besuchen könne, in der lebhaftesten 'Weise Ausdruck verlieh. Tin paar Geschwister, die ziemlich nahe beieinander wohnten, traten sogar gele zmtlich zu einer Berathung zusammen. Zlus Aller Mund wurde der Wunsch !aut,.,daß Chnjhanchen cme gute nebe Kranken Unterkunft gewahren, bei Fritz nar es ja entschieden, viel zu unruhig, ZZauline suhlte sich selbst nicht wohl und bedürfte der Pflege, Louiscns Mann stand vor' dem Bankerott, dort konnte man gar nicht an die Aufnahme denken. Eine gute Pflegerin zu Hause, das vare eben doch das Richtige, lautete der illaemeine Schlußaedanke. Ta Christianchen fast ganz ohne ei-' zcncMittel war. so legte ?nan eine nicht! ill;u bedeutende Summe zusammen und ließ sie an jene abgehen, indem, man ihr zuf d:e Seele band,, sich )a c:nc recht Ächtige Pflegerin zu besorgen. , ; Christiancheü dankte gerührt silr ; den Lcwels von Liebe und Gute und sprach )ie Hoffnung aus., das sie wieder soweit zesunbcn woge, um sich für das , Opfer zrlennttmi zu zeigen Aber sie gesundete nicht, - siechte viel?' nehr im Lchnuuhle langsam dahin. Arbeiten konnte sie nicht mehr.' aber ze. wußte sich Unterhaltung ' zn verschaff en. Da',:r v.r.zals ihr)oor Allem l!,r, jroßer Neliquienkasten. den sie oft öff acn und vor nch stellen liciw und aus Zcm sie qar seltsame Gezegenztande ent' nahm. Ta fanden sich verwelkte Bln? i:en und Blätter, Myrthen aus kränzen und Cvprcffen'au s 'Todt eng ui r landen. Ta lag der zerbrochene Trau! ring des. Vaters und dort die große StaatSbroche der Vater im Klanen Frack mit zierlichem Chapot auf einer Vorzcllanplatke gemalt. , In einer, klelgroßer Künstler ne worden, in einem Umschlag von Seiden oapier eine blonde Lbcke von der kkci acn M arie, - die im Teiche ertrunken. Und dann in Packetcn, mit rothem und blauem Band zilsammengchalten, Briefe ieder Größe und jeden Formats. 1 ; Da fanden sich Glückwünsche in krummn ' Liaicn : und ' großen betrunkenen Zuchstaben von unbeholfener KinderHand. Dann endlose Briefe v on i Er ifncn. In 1 dieiem schrieb Nickte

ncn Schachtel Zeigte sich m. Watteßverpackt ein Zähnchen das erste des Reff fen Albert, der, cln großer Künstler ne-

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-M,!!M,..i!M Bertha, daß sie einen jungen., Maler liebe und in' Kloster gehe, wenn, sie ihn nicht zum Manne bekomme Tänt chen solle doch Fürbitte bei den Eltern thün ; in jenem Neffe Konrad, daß er heimlich bei einem Korps diV gewesen und wegen Schulden die Univer sitätsstadt nicht verlassen, Tante solle doch Papa vorbereiten vielleicht verberge sie selbst einen rettender: Schatz in einem Winkel, ihrer Kommooe? Auf jenem Bögen theilt Schwester Luise, mit, daß ihr Mann, sich mit Speculationen ruiairt, Tantchen möge sich doch bei dem ihr so wohlgewozencn Hauptgläubige? in H. für sie verwenden u. s. W. u. s. w. , Christianchen weinte und lächelte, wahrend sie den .Inhalt des Kastens beschaute ; oft ' auch träumte sie über demselben, während Mizi sich an ihren Filzschuhen rieb und behaglich schnurrte. Nicht s?lten blätterte Chnstianchen in dem Familienbuch,' da und dort einen langen Halt machend und in Gedanke? versinkend. , ' Auf der Seite, wo der Tintenfleck sich fand, ruhte die welke Hand, als die Wärterin sie eingeschlafen,' fest eingeschlafen um nicht mehr zn erwachen, im Lchlistuhle --fand, :- " '.M Sie hatte auch - im Sterben Niemandem Mube gemacht. Auf die Nachricht von :hrem Werscheiden trafen von den Verwandten Blumen in Menge ein. In Person kamen nur wenige Leidtragende der Weg war so weit, die Jahreszeit für das Ncisen so ungünstig ! Der Stern, der am Ehrr.tlanenS Grab gesetzt wurde, war sehr einfach, und ebenso die Inschrift: vier ruhet unsere gute Chrnttanc. .. Wie wenig und wie viel !.. .'. smenduelle in alter Zeit. Zu allen Zeiten 'haben die 'Frauen auch andere Waffen zu führen verstanden als die Blicke ihrer schönen Augen. Schon vor Jahrhunderten sind kämpfet muthige Damen auf der Mensur" erschienen, gegen ' Geschlechtsgenossinnen sowohl wie gegen die Herren der Schöpfung selbst. In der frühesten Zeit des Mlttelalters tamplte vorwiegend. Weid gegen Mann. Das um 5U ! verfaßte Gesetz der ripurarischen Franken ließ, wie Alexander Ritter in den Münch. N." austuhrt. einer Frau, die nch über Beleidigung oder Mißhandlnng seitens, ihres Mannes beklagte, die Wahl zwischen eurem Spinnrocken und einem Schwert. ' Wenn sie, die - läge bereuend, nun den Röcken, das Sinn bild der Unterwerfung wählte,. o, mußte sie vor ihrem Manne mederknieenund ihn mit den Worten um Verzeihungbitten: Mein süßer Herr, ich binDeine gehorsame Magd, thue mit mir, was Du willst r Diejenige aber, welche das Schwert ergriff, entschied sich damit für einen Kampf auf Leben und Tod gegen ihren Mann. Wenn sie ihn todtete. so war sie in allen Ehren Wittwe und durste sich wieder vermählen; überwand er sie, so durfte auch er sie todten,' bat sie aber um ihr Leben, so munte sie unter seine Herrschaft zurückkehren und sich in Zukunft sterS unlerwürsig zeigen., . In späteren Jahrhnnderten ging der citterliche Geist oft genug auch auf das zarte Geschlecht über und Brautome zersichert: Die deutschen Damm halten unter sich wirkliche Turniere mit freilich etwas zierlichen Lanzen av und die Da' men in'Bologna . fechten, ganz ernstlich unter einander.- ' Das eigentliche Land der Damenduclle war lange Zeit hin ' durch Frankreich. Berühmt vor allen Var in neuerer Zeit der Zweikampf zwischen der Marquise de Nesle und )er Gräsin von Polignac zur Zeit Lud wigS XV. Beide waren in den Herzog von Richelieu verliebt, der seine Aunst zwischnl den - beiden Schonen theilte. Eines TageS' aber hatte er irr ihümjich Beiden dieselbe Stunde für ein Stelldichein gegeben, sodaß die Neben buhlcrinnen bei denn Herzog unerwartet aufeinander trafen. l c Natürlich . kam es ;u, scharfen Auseinandersetzungen, die Richelieu vergebens zu hindern suchte, und das Ende war eine Forderung zwi schcn den beiden Damen.' Der j?amps verlief ziemlich unblutig" - Die Gräsin schoß der Äkarquise, ein Stück vom rech !en Ohrläppchen ab, woraus diese zu Loden stürzte, als hätte ihr die, Kugel, das Herz durchbohrt. . : Tallemant des .Reaur machte vcr-, schieden? ' , berühmte . ..Schlägerinnen" namhaft, von denen hier die schone Ma vame de Tliateau-Gay in erster, Linie zenannt, werden soll, die. als sie ei-, nen Liebhaber, im Verdacht der i Untreue hatte, ihn zum Duell forderte und tepvündete. um ihm Treue einzuprägen. 'Ihre Schwester.,-die, meinen Herrn' La Douze geheirathet hatte, war nicht so glücklich, denn . als l sie ihren eigenen äcrnn heransforderte. brachte ihr dieser bre' tüchtige Stiche bei. um sie zur Vernunft zu bringen. :f iMit einer Schußwaffe hätte ldie tolle Dame übrigens vielleicht ein anderes Ergebniß erzielt, i dem: es wird erzählt, sie habe eine so, sichere! Hand gehabt daß! sie , m it : einem Ha kenbüchsenfch u ß eine Kerze putzen konnte. Die O pernsän gerin I d'Aubignu, lbekannt - unter 'dem .amen t des " Fräuleins von- 5Naupin, machte durch ihre tollen Streiche jährelang gan', Paris Woitft sich reden. -'Ai,f einem ÄcaScnball: im , PalaiS-Noal war sie in Männerkleidern. , die sie mit Vorliebe trug. , erschienen und benahm ii ch - c ine ngesehen en i lM a ine 1 g ege n,--tber-so zudringlich, daß drei Freunde er Beleidigten von dem vermeintlichen .Zavalier sofort eine Sühne durch die Waffen vertanN KAD re M au pin stieg ant ihn en i n den Garten hinab, todtete tinen nach dem ande ;a?z ruhig wieder aus den Ball zurück GF'r'ag 1 i che S pr ach k en. n x i s s e. Herr (zum neu engagirten Diener): Sprechen Sie französisch? Diener : gHm ja ; 'S ist nur die Frage, kk Ii ;v;.;;te s;mitt)

i'&Xk.Vi 'f'SÜ ' ''- -'i-vl!;)1!:!!1?!.' ine spiritnlMische Sitzung. ,, ' ,: ' " $ . Frau Anna vie Gattin des Baniers Fritz M., saß um die dritte Nach Mittagsstunde in ihrem Allerheiligster und las einen Brief, der ihr soeben vor der Stadtpost übermittelt worden war. Nachdem sie die Lectüre desselben beendet hatte, slog über ihre Stirn Heller Son nenschein, um 'gleich darauf schlechten Wetter zu weichen. Freude und Aergei wechselten in Madames Antlitz. Sik hatte von einer hiesigen Freundin soebe? die Nachricht erhalten, daß Fra Va leöea N. auf ihreni Landsitz bei 9öen Jor! vor H Tagen an den Folgen de; Kindbettfiebers verschieden sei. Und dies Nachricht war es, welche die Stimmunz der Dame in so hohem Grade beein trächtigte. Vor zwei Jahren lebte di. nunmehr verstorbene Frau N. ali Fräulein Valeska D. in Deutschland und war in dem Hause derselben Dam als Erzieherin thatig, von welcher so eben die Todesnachricht an die Frm Bankier gelangt war. Da die beide: Familien ans ' freundschaftlichem Fuß, verkehrten, so sah man sich gegenseitiz häufig, und Fräulein Valesea D. wußt, durch ihre reizende Unterhaltnngsgabi und die technische Knnst, sich überak unentbehrlich zu machen, nicht wenie zu dem Zauber des geselligen Verkehr beizutragen. . Freilich, ein übler Umstand war be der Sache, und Äuna M., die einn jungen, stattlichen Mann ihr eigei nannte, war nicht die Frau, darübe: hinwegzusehen. Fräulein Valesea nämlich, reoräsentirte eine junge Dame voi auffallender Schönheit und einem Herr lichen Wuchs. Alles Männliche, wai uuf dem Parket der Gesellschaft an ihi korüberstreiste, sing Feuer und verzehrt, sich in Bemühungen um die schZrn Brandstifterin in heimlichen Gluthen Auch Fritz M., Frau LlnnaS Gatte, wurde von der Gemahlin beschuldigt, gegen die Funken, die aus ValeZea; Äugen sprühten, nicht gehörig versicher zu sein. Der joviale Financier beschwo, zwar bei allen Göttern seine Unschuld, aber Madame war nicht naiv genug, un sich bei Worten zu beruhigen. Schließ lich nahm diese Eisersucht, -unter bei Frau Anna qualvoll litt, solche Dimensionen an, daß alle Bethciligten aufathmeten, als Fräulein Valesea eir Eugagcment . in Frankfurt a. M. an nahin. Madames glühender Haß bfr gleitete sie. Einige Wochen darauf verlobte sich die gefährliche Dame mit einen amerikanischen Fabrikbesitzer, dem sie clr halbes Jahr spater als junge Frau übe, den Ocean folgte. Jetzt hielt Frar Anna den Brief in der Hand, der ihi yas plötzliche Dahinscheiden ihrer srühcren Nebenbuhlerin meldete. Aber diese? Tod kam ihr nicht er wünscht. Wenn sie. auch im erster Äugenblick eine gewisse Genugthuunk verspürte, sie hatte sich - dennoch immn der Hoffnnng hingegeben, daß es ihi früher. oder später gelingen möchte (di, r v -r r i ä

vim yoxict .verncuas. ocaozla):lg.e, jedes Jahr einige Monate in Deutsch' land zu leben), einen Beweis für du Schuld ihres Mannes und . der intcref santen Amerikanerin zu entdecken. Jetz! hatte der Tod durch diese ihre Lieblingsidee eine Strich gemacht. Eine Stund später saß Frau Anita ihrem Gatter beim Mittagbrot gegenüber ; von dn Nachricht, die sie erhalten, sagte sie zw nächst nichts. H3n?," begann Fritz nach per Snppc, gestern Ävcnd habt ich einen sehr interessanten Verein be sucht !" So?" Madames Augev konnten nicht , gleichgiltiger über der Tisch fliegen. ' In der That," fuhr der unverwüstliche Gatte fort, ich habt mich l rillant amusirt. Ich war bei den Spiritisten znWast. von deren Bestre bungen ja jetzt alle Zeitungen voll sind.Ah ich erinnere mich." Fran Annc spießte gelangweilt ein Stück Fisch au die Gabel. .Ja. nn) denke Dir mein Glück, es ist uns gelungen, Herrn F.. ein ganz vorzügliches Medium, zn einet Geh'cimsiüng zu bewegen. Daselbsi werden die Geister der Verstorbenen zu uns sprechen!" Madames Zuge verwan?, deltcn sich blitzschnell, von Intcrezselosigkcit keine Spnr mehr. Sprechen, sagst Dn? Die Geister werden selbst sprechen?" Fritz lächelte überlegen. Liebcs Kind, die Geister . sprechen zu nns natürlich nur durch eine Mittels Person, eben dnrch'das Medium. . In der Siegel bedienen sie sich, wie mir. gestern erzählt wurde, der Hand dessen ben, um itzre Gedanken kund zn thnn. DaS Medium, schreibt oder vielmehr du Geister schreiben durch das .Medium, und so -stehen schließlich ganz ivundV 'iarc Dinge auf dem Papier !" . , ' Frau Anna blickte einen Momeit tachdenklich vor sich nieder, dann. sah sie ibre:ri Gatten scharf-ins , Gesicht. Und glaubst Du ai, diese Möglichkeit?", Weisst Dir, cntgcgnete Fritz behaglich, .iscit dem letzten. Börsenkrach halte ich alles für mozlich. Aber, ernsthaft ri... j- . -...,.. ' -.....: gestern bemerkte. ; ans der . Sak -Si Gläubigen. Eigentlich handelt' eS,,sich ja aber, ga rA nicht nm das .glauben" jondesN die Spmkistett stutzen sich auf Beweise., Herr X. versprach, mir in der gehelmen Sitzung solche Beweise zu bringwIdaßeder Lwakcli.ichwinM -rau Ann.rs Lippen umspielte ein kaum merkliches Lächeln. In eben dem Grade, wie ihr Mann außerhalb ferne Comptoirs einer gewissen phantastischen Rich tung zuneigr. war sie vom Scheitel bis zur Sohle nüchtern, klar und verständig. Wer ist dieser Herr X.?" fragte Maoame nach einer klelneil Pznse. Es ist ein armer Weber ans dem fchlesischen Gebirge, der die Unterstützung der Wereinsgenoffen genießt!" Und wo wohnt er?- Alle Wetter", bemerkte Fritz, .,Dn gehst der Geschichte auf ? den Grund ; er wohnt M straße Nc. l. und wann und wo wird die Sitzung stattsinden?" Uebermorgen Abend Punkt 9 Uhr in der Wohnung ,uMFreun

ijqptuufui, vk . aa)?. izr iticnt li iln eben. Außerdem stehen l ja ganz , eiltfichtsvolle und gebildete Leute, wie ick

iJch mache wit," rief Frau Anna, uj hin Fener und Flamme!" Aber iu der JnnKesellenwohnung des Dr) !" Was thut'S? Wir kommen doch. die Geister zu besuchen." ' Fritz küßtt seiuerGattin artig die Hand. !,Du hast 3ittbt, mit Frauen Zoll man nichl streiten: ' ' ' ', Gegen Abend dieses Tages nahm Frau Bankier M. den Brief, dqn sie erhalten hatte, steckte ihn in ein Couverl und schrieb folgende Zeilen dazu : Liebe Emma. Es gilt eine Wette ! ' Nächsten Sonntag erfährst Du alles. Schicke diesen Brief, den' ich hier wieder beifüge, übernwrgen Mittag mit der RohrPost noch einmal an mich ab, so daß übermorgen Abend bei mir eintrifft. Gruß und 5luß von Deiner Anna." Madame schloß das Convert und machte Straßentoilette In 15 Minuten stand sie unten auf dem Trottolr. that Ml Couvert in den Postkasten und , stiee dann ans der anderen Seite des Fahrdamms in eine Droschke. Am festgesetzten Abend, zur bestimmter Stunde waren in der Wohnnng des Dn I., sechs Personen - versammelt. Herr und Frau Bankier MI, ein Professor L. nebst Gattin, ebonfalls Freundi des M.' scheu, Hauses und schüchterne Anhänger 'des Spiritismus, dann, bet Dr. I.. der in liebenswürdigster Weist t'Wy iS.den Wirth machte, und schuenlich daz Medium X. Dieser Herr hatte ein, bleiches, verkümmertes Gesicht, die Augen hielt er fast beständig nicdergesckjlagen, so .daß es unmöglich war, einer. Ausdruck- in, seinen Zügen wahrzuueh' men. -,. - Nach kürzer Pause, in der eine kleine Erfrischung genommen' tvurdc, schritt man zn dem eigentlichen, Programm dieses Abends,, zu der spiritistischen Manifestation". Man plaeirte - sich nm einen ovalen Tisch, stellte die Lampe in die Mitte und legte die Hände zwanglös ws die Platte. Das Medium that ein Gleiches und so verharrte man für die Dauer einiger Minuten vollkommen unbeweglich. Plötzlich ließ sich an der Lehne des Stuhls, auf welchem Fritz M. saß, ein leides viörirendes 5lopfen vernehmen. Erschreckt blickten Alle mii ölusuahme des Herrn . nach den: Stuhl, von wo das mihcimliche und offenbar durch keine irdische .K rast hervorgerufene Geräusch ertönte. Die Geister sind erschienen",, sagte das M6 dium mit leiser Stimme. Gleich daraus klovste es an verschiedenen Seiten der Tizchplatte und besonders m der Nähl des Bankiers' waren die Klopstöne sc anhaltend und heftig, daß diesen ein unheimliches Gefühl zu beschl eichen ansing. .Die Geister", fuhr das Medium' mll seiner äcöentlofen Stimme fort, wunschen Mittheilungen zu machen. JcncS fortwährende 5! lopfen bei dem Herrn dort drüben giebt mir die Gewißheit davon!" Alst stellen iie die Vcrbm. dung her", rief Fritz in gedämpftem Flüsterton mit schlecht geheucheltem Ucbermttth. . Lieber Geist", fragte daZ ceoium, i)at uns etwas zu sageil?" Drei scbärse Klopstöue kamcv als Antwort. " - Also Tu sagst jto Wohlan, theile uns 'mitV was Du willst!" Jetzt begann Herr. F. die einzelnen Buchstaben des Aphabcts zu nennen, während im Zimmer lautlose Stille herrschte. Er war schon bis zu T. gelangt, und noch Immer, regte sich nichts. Tann kam II, Alles blieb ruhig, und nun das V. Bei diesem Buchstaben ttana ein wirbclartigeo. Klopfen aus dem Innern des Tisches heraus. Als das Medium das Alphabet zum zweiten Mal durchfragte. klopfte es gleich bei A und dann bei L. Bei derdritten Lesung wurden die Buchstaben E. und S. von dem . unsiche ren Intellekt bezeichnet und bei der vierten und fünften das C. und das A, so daß. schließlich der Name Valesea zweifelsöhne !,, feststand. - Und . - mit ,., seiner farblosen Stimme nannte das Medium Bilchstabcn auf Buchstaben, bis sich end lichnach langer Zeit, durch die geistcrhaftest Kopftöne zusammengestellt,! der Satz ergab : , Valesea , wird schreiben." Hat vielleicht einer der Anwesenden," fragte -das. Medium, eine r liebe V erstorbcne. welche Valesea heißt?",' Man sah sich gegenseitig an,, und schüttelte die Kopse Niemand wollte eine Valesea kennen. ,Nr der. Bankier Fritz M. starrte ans großen verwunderten Augen auf das Medium und entfärbte sich. Darf ich um einen Bogen Papier nnd.cinen Bleistift bitten? wandte, sich Herr X. an Dr. I. , Veides lrurdo. gebracht, und jetzt ' erscholl das Klopfen wieder dicht neben,, dem Platz, wo der, Bankier seine Hände hielt. Es scheint , doch," bemerkte das Medium, .alö ob der.Gcist u Ihnen, Herr M., in Beziehung stünde, kennen Sie . keine liebe Entschlafene Namens Valesea?" Ich kenne, keine Valesea," rief der Fi nancier, langsam und feierlich,- während sein Auge be: der , ihm gegenübersitzenden Gemahlin scheu vorbeistrciste. . ., r.lli !-,,' . - - 1 : r- -,',- - r ' ! '" ' 1 ' '' -' DaS Medium nahm jetzt den Bleistift in dic'Hand und legte diese lose auf dasiPapiemckJn demselben Augenblick horte, das Klopfen auf, aber der Arm des! Herrn X: g c riet h in Zuckun gen, die Hand folgte, flog über den weißen Bo gen und bildete dort zuerst uudcutliche Kritzeleien,' ; ' dann aber in flüchtigen Schriftzügcn den deutlich lesbaren Satz : Warum verleugnest Du mich? Hast Du f Deine , V alcsca vergessen?" Fri tz war todtcnbleich geworden, auf seiner Stirn perlten' kleine Tropfen. Aber schon schrieben die von dem Geist gelciteten Finger des Mediums weiter : Wende deine Gedanken nicht von mir, oder erinnerst Tu D ich nicht mehr all' der süßen Stunden, die wir vor zwei Jahren zusammen verlebt haben?" Als dieser Satz den Anwesenden bekannt wurde, war Herr M. einer Ohnmacht nahe. Nur der kategorische Blick seiner Gattin erhielt ihn bei , Bewußtsein. Mir ist nicht ganz wohl", sagte Ma. dame, indem sie sich erhob, ich bitte um Verzeihung, aber es wäre mir lieb, wenn wir. es für heute gut sein ließen. Weine Nervt' sind so leicht zu erschüt-

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ten:!" Man stand bereitwillig cuf. gab dem Medium klingende Münze zum Löhn und" stellte' für 'einen der nächsten Tage eine,' zweite Sitzung in Aussicht. ihn?" Es wird sich noch offenbaren," murmelte das Medium, winkte geheimnißvoll mit der Hand, znächte eine Verbcügünz ünd war verschwunden.', Eine halbe Stunde später befanden sich Herr und Frau M.in ihrem Wohnzimmcr. Madame geht Änf ihren Gatten zu. der eine merkwürdige Unruhe zeigt, sieht ihm fest ins Lluge und sagt: Valesea hat gesprochen, jetzt beichte. Ich muß alles wissen!" Ta greift Fritz nach dem Strohhalnl.. Bestes Acnn chen willst Du aus diesem allerdings sehr seltsamen Vorfall einen Beweis gegen Deinen treuen Fritz herleiten ? Wer sagt Dir denn daß Valesca todt ist?" , Frau Anna greift kaltblütig in die Tasche. Hier, lies! Soeben emvfange ich diesen Brief. Die Geister lügen nicht!" Und der Gemahl liest den bekannten Brief, der die Todcsnachricht enthält , und den das Mädchen vorhin, als die Herrschaften ankamen, abgegeben hat. Fritz ist vernichtet. Noch war kem .Viertclstüudchen verflog sen, da wußte, Madame elleö, was zu wissen nöthig war, und das war nug , , ., . !, , Und an demselben Abend war es, too Herr X., dieses unschätzbare Medium, emen .Br:es aueme Braut ins schlezizche Gebirge schrieb, denen letzte i-atze lauteten: . Socbett habe ich bei einer Sitzung durch eine vornehme iDame 300 Mark, verdient. Die , Geschäfte gehen hier gut. Hoffentlich können, wir zum Frühjahr . heirathen. Dein treue' HanöX." - .. i : ''. t ' ' Taö dcutsÄe Volkslied ein Äschenvrödcl. Unter dieser Aufschrift richtet d:e .Berl. Morgen-Ztg." einen warmen, ernstmahnenden Appell an Schülbchor den, und Gesangvereine, einen Appell, der mit klaren Worten aus den Niederzang des deutschen Volksgesangcs hinweist. ' ES verlohnt, um der Sache willen von diefem Avpell Notiz zu nehmen, ihn weiter zn tragen und zu verbreiten. Denn nur zu berechtigt ist's, loenn da zefragt wird: Wo singt denn de? Einzelne frisch und lebendig aus dem Inncrn heraus, so unverinittelt, so ganz, wie es das Herz eingibt? Wo begleitet der Gesang die Arbeit? Wo-verkürzt er die Mnßestnndcn? Wo erschallen fröhliche Stimmen nachdem Feierabend?. Gewiß gcschicht eÄ noch hier und da, aber man sindet es selten,' viel seltener wenigstens, als zu derZeit, da Wanderburfchen durch die Straßen zogen, da das junge Volk sich in den Spinnflnbcn versammelte und die Buben und Ma chen von der Großmutter alte Weisen lerntcu. Unser Volk ist liedcrann ge worden.- Diese Thatfache tritt offen und klar zn Tage und fällt ganz besonders in solchen 'Gegenden auf, in welchen während.des.Sommers polnische Frauen und Mädchen beschäftigt werden. Diese Polinnen singen, wenn' sie Zum Felde hinailsziebcn.'sle singen auf dem Heimlvege, sie singen in ihrer Kaserne. Hört man, da im Freien fröhlichen Gesang, so knnnrattuiit,,.v größten Sicherheit sehaupten,' daß es ein ' polnischer ist, senn der deutsche Arbeiter, rnännlichen vie weiblichen Geschlechts, geht meist grübelnd seines Weges" und verrichtet zeine' Beschäftigung gewöhnlich ' ohn Fang und Klang. , : Und .nicht nur bei dem Arbeiter, in ?en' weitesten Kreisen des Volkes, bei )m Jungen und den Allen dieselbe Ge'anglosigkcit Und;, doch besitzt unser LoA, einen herrlichen Schatz an Liedern. Zlbcr das Volkslied will gepflegt wer)en, Un Schulen und . Vereinen. ' Doch vie sieht es damit aus?., Jn deu S6m-' len übt man den geistlichen und , den Sunstgesang. drei und vierstimmig. Und ?as vielstimmige Lied ist kein Volkslied nehr. - Aber dabei gebt die Schule noch Veitn.-..Mitden Volksliedern viel stimmigen Satzes begnügt sie sich nicht nehr: da müssen zur Freude des aeist lichen Schulinfpcetors auch die Kirchen. nedcr drei- und viernimmig gesungen verden, und an dem Examentage . läßt )er ,. Gesanglehrer.-, znr, größeren Feier eS !Tagcs oder , aus irgend welchen an ?eren Gründen . .einen - komponirlcn Vsalm vortragen oder wohl gar eine Nvtctte mit deren Einübung 'die Kincr natürlich wochcn-und monatelang zequält worden find. ,Was es also mit )er Schule als Pflanzstätte . des Volksliebes auf sich hat. ist nicht schwer zu er!enncn. und ähnlich verhält es sich mit Veangvcreittul, gleichviel -. ,oh in Dorf sder Stadt.",- - A!it , ernster Mahnung schließt der warmherzige Aufsatz: Dcrl Werth des Volksliedes für das sociale Leben , wird lange nicht s genug gewür)igt. Wie viel Mißmuth könnie es verscheuchen, iuie viel Sorgen vertreiben ! B e könnte es Zufriedenheit verbrei t en,' ie Herzen von. Arm und Reich,,, von poch und Niedrig einandcr.nähcrn.' um llle. jlinder! ei n e s. Vaterlandes ein zemeinjames Band schlingen und damit :inen, zw e,nü.au fpm nimalcn B eitrag mm soeialen Frieden liefem! Daß'. cS zeschche, liegt ganz allein in der Hand er Schulbehörden und der Herrm, velcheGesangverem väre so febr leicht erreichen ß N ur :ineS FederzugcS , bedarf cS und eine Wortes !" j?!. ' ! m , 1 , i i1!,, 1 1 WKi; in T i sch g eb e t. Lehrer: .Ihr wißt, Kinder, daß der gute Christ im Aufstehen, beim Zubcttegehen und iei der Mahlzeit ein I Gebet i ; spricht. Ruri, Hannes, betest Du auch ?" i hannes: Ja!" Betet auch Dein Vater?" Ja!" Nun. was betet denn jedesmal, wenn Ihr zu Tische ttht?" Ach du lieber Gott. waS ist !).attiedtt1ürra MM ;

Zum Schluzz sägte Dr. I. zu Herrn i.: Ja, aöcr .wer ist denn der Geist Valesea? ''Niemand' unter uns kennt

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ßht und Ehelosigkeit. Zn dem von Dr- M: Löhm berank 13 gegebenen hygienischen Vottskalcnder erweist Tr. Kühner in Frankfurt inhalt' lich einer aussührlichen Abhandlung an der .Hand eincs reichen, us älteren und neueren Werken em melten Materials, gewisse Thattschen und Gesetze, um nach diesen den Einfluß der Ehe auf Gesundheit, Lebensdauer und Lebenö glück zu ergründen. Zunächst ergibt sich in Bezug auf das Zahlenverhältniß beider Geschlechter im ersten Lebensjahr die bemerkenö-wertht Thatsache, daß stets und überall bei größeren Bevölkerungen und kleinen Be. zir'en mehr Knaben als Mädchen sich vorsinden und zwar kommen auf 17 Knaben 1 Mädchen. Nation. Klima. Art der Beschäftigung sind hierbei ohne Einfluß, auch sind die Schwankungen der einzelnen Jahrgänge nicht bedeutend. Dieses constante Verhältniß ändert sich aber im Weiteren bis zum ÄS. Lebens jähr in Folge der größeren Sterblich' seit der Knaben in der Art, daß die mittleren Altersklassen sich im Gleich, gewichte befinden, so daß jeder Mann eine Frau und nmgckehrt bekommen kann. Jn.Wirklichle't sind aber in iinseren Cultursiaaten nnr etwas mehr als die Hälfte aller Erwachsenen verheirathet, trotzdem die Ehe die günstigsten Aussichten bietet für Gesundheit,Lebenödauer und Lebenglück. ' Während ein ' Ehe münn die Aussicht hat, Lv Jahre alt zu werden, muß sich ein Junggeselle mit 45 Jahren begnügen m?d' 'während' der. 4. Theil der Ehemänner 7v Jahre alt wird, erreicht nur der 20. Theil der Junggesellen dieses Alter. Die Gründe der nachgewiesenen längeren Lebens daucr der Vc:hc:ratheten werden in ciner Menge vsn Äortlicilen, welche der, Ehestand für ' körperliche Und geistige Gesundheit bietet, gesucht und namhaft macht. , Dsbei legt der Arzt auf geeignete Wartung. PZtege in traurycnen, zu deren glücklicher Begleichung, unbeschadet, des JMyidumns,..,NeÄrreF Gewicht. Stets aber wirkt in gezwidhcitlicher Beziehung die Ehe vörthcithaster beim männlichen, als. beim wriblichen Geschlecht. Unter 1U0 Ehcnmn. würde irren, wenn man die Ursache die Zer größeren Sterblichkeit vielleicht in , der uuregelmäßiLercn Lcbcnsordnuncr der Unverhcirathcten suchen wollte.' Im Gegentheil. c eingezogener der Unverhei rathete lebt, desto früher scheint ihnr sein Lebensziel gesteckt. Nach den in Paris angestellten Er Hebungen hat sich ergeben, daß inner--halb einer gewissen Zcitperiode nnr wenige Klostergeistliche und ,. Kloster franen das Lltter von $() Jahren tz reiche!:, daß die Weltpnester. welche mehr Freiheit haben, alter werden, als die Mönche und Nonnen und' daß die Hagestolzen aus dem Laienstande länge? , leoen, als die Geistlichen, während dii Verhcirathclen die längste LedeNdauc-. erlangen. ,Di'e Zahl der geschlossenen Ehen, die Heirathzfrequenz,. wird beeiuflußt zu nächst durch die örtliche Lage und den klimatischen Charakter der Bevölkerung. In den südlichen, romantischen Ländern wird früher und häusiger geheiratet, weil bei ihren Bewohnern theils die Entwickelung .eine frühzeitigere, theils die nothwendigsten Bedürfnisse zum Un. terhalt einer Familie .an sich geringer sind und zugleich bequemer envorben werden können, theils die Ehen leichler, beziehungsweise leichtsinniger geschlossen werden. Aus die Heiralhsfrequenz wirkt ferner der volkwirthschastliche Znstand eines Landes bestimmend ein. Bei einem günstige?: Stande desselben werden die Trauungen in ihrer Zahl vermehrt, bei erneut ungünstigen ver mindert. - Im 'Jahre 1347, dem bekanntlich eine sehr schlechte Ernte vorhergegangen, war. wurde wenig., geheirathet. Der hohe Preis aller Verbrauchsgegenstäiide erschwerte die Eheschließung. Von he. her Bedeutung ist auch die Bcschäfti gunsweiie einer Bevolkening. Bei einer städtischen und industriellen wird frühzeitiger und häusiger geheirathet, als in einer ländlichen und ackerbantrei benden. Die neuere Gesetzgebung end lich, die damit gegebene Erweiterung der staatlichen Schranken auch bei der Eheschließung, hat bei uns in dieser Beziehung manche Aenderung gebracht. Auf die Heiratlzsdauer wirken neben der Wahl des Gatten lörperlichc und geisiige Gcsulidheit, das erste und wesent-. lichste Erfordern! ß der Entschließung zu einer Ehe, entschieden ein. Manche ; Krankheiten, Krankheitsanlagen. Man ,,, gct ünd Schwächen müssen dieEhe gef radezu ausschließend uchisi.!voisärztM lichcr Seite zu betonen, daß Kränklich : keit leicht in der Ehe zunimmt und als. . dann, da sie Verstimmung. Aufwands, und "andere Nachtheile mit sich brlngt,I vielfach die Ursache häuslichen Unge. wachs ,zü werden pflegt. - t " l ... ' Nabe Verwandtschaft wird , bei der Eheschließung nicht nur von Aerzten Mgemcin'gcsürchtct,, , sondern ,w!rlt',üuch, durch die meist damit gegebene zu große Gleichheit geistiger und - körperlicher EiRnzchaften ,,nachtheiliz'M heirathen vor dem ' 25. Jahr pehr.-, Frauen als Männer, nach dem Mda? i: . A Pl i- k. ",' - . gegen mehr Manner als Frauen' ..,M an Hz ersieht hieraus, daß die Mädcbcn,we!che auf den Bräutigam warten, bis er heirathen kann, weniger zahlreich sind, als i1 diejeuigen. welche in zarter V.üthe sogleich einen Mann ftuden und daß die Erwägung reiferer ' "JahreF furH den Ä Mann zur Begründung eines HauS standes ma ßgedend. MEin ! trauriges iniii zu v.-. scizi..z. s.3 ':;! mn - üj 1 1 w civui;i4 i vi 1 1 1 1 1 u v t vj. i u n standes auf die Zahl der begangenen Verbrecheu ! und Selbstmorde.? In diefer Beziehung verhält sich die Ehe günstigerp ungünstiger , Äiinpn Die meisten Selbstmorde kommen verhältnißmübiZ bei den Oeschi ebenen vor. ",'i.,'::,r . : i !,,!-,!,--,- " -,,--!! : : 1 1 ,i . ;,....,!. .

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