Indiana Tribüne, Volume 14, Number 31, Indianapolis, Marion County, 19 October 1890 — Page 3
1 II I iijlSly-'Ssiiii if ir'jfSri 'ili'-ifh :;: :"!;! ,?:, -!! .; iisiSfii::!;:1'!;';!" i&r&pm ' liypSiJllilr?'1' -ii-i'"" :k::$lfl i::ii!;je!i';ii:ySi.ijS!i:ii.fä:i V::f1;H:Jii:tl!:s:::". ! SIeI itiS;:!1!!::!!?!1!!:"1!1? äf irmfw bis 0i i !,- ijl ;il!ik, rWiV-.1-r
4' ' ,!,
H O
; ti ,ft-si if;ä?j i;? .ii; li'ii: iv;;iE. ;! Tii-if!sl'yS:: llllllllif
I
I J
MM?DWWWMiW" UMiiMwtli.ua
' Valesca. Stss'aä tüi ttw'Sftt fe beMchÄ HettKUt m y stuft Hess. (11, Fortsetzung n::d Schluß ) CemkcNthal gcbZrdete sich, , als wSn er seine Sinne nicht mehr mächtig. El schluchzte er jammerte, er schlug eint wahnwitziZe Lache ans. Er küßte den Brief, er schlug mit demseldc gegen ft foe Siuji O, ruf er Wehe. Webe, über bei der dich gemordet, mein süßes, liebes. engelgleichG Kind! Ich ich aklei:? trage die Schuld. J6z hätte jene elenden MenZchen -mcht vor Gericht cer folizen sollen, tausendfache Reue hat Mich gcpeimzt, seit dein Name, lieb Valetzca, dadurch ; geschmäht ein e genstand der Lästerung - wurde., Fluch über Mich! Er. tcmmdtz, den Briej "cch immer - krampfhaft festhaltend, zu dem Lchnstuhl am Fenster, in dem sie so oft. emsig arbeitend, gesessen hatte. Er drückte fin thränMoses, Auge S die Wangen dieses ..Lehnstuhls, und es war ihm, als ströme ihr duftiger , Athem , um ihn. Er sprang wie ein Rasender auf. O. deine Liebe deine Liebe, warum hab' ich sie nicht angefleht auf jede Gefahr Jjin, auch die. für lächerlich gehalten zu werden! Nun, da du sprichst und der Alte un sein Stolz gedemstthigt sich am Boden winden, nun , ist eö zu spät. Wehe. Wehe über mich! Er zerraufte fein Haar. Ex rannte, seinen Hut vergessend, ohne Stock und Ucber,ziehee nach der Thür. Um Gottes willen, Heinrich, wehn: wiLst du? schrie die Geheiirräthin auf und suchte mit ihrer schwachen Kraft ihn zurückzuhalteiu Du willst doch loohl nicht ? . Ihr folgen? Ja, ich will es! Alle Hebe! will ich in Bewegung sehen. Mein muß sie sein ! Ich werde sie finden. Ich will ihr nach ihr nach! Er stürzte mit wirrem Haar der Treppe Zu. Tie Leidenschaft, welche seit s? langer Zeit ihn beherrschte, war jeder FeM ledig. Sie brach in helle Flammen ays bei dem letzten Gruße,, den Valesca ihm gesanit, sie rang nach außen, unbcküm mert um das Leid der halb ohnmach, tigen Mutter, nicht achtend den Schreklcn der durch den Lärm des Auftritts herbelgezogenen Bewohner des Micth l'auzez. 3 w eiundzwanz ig sie S. C ap itel. Als Balesca Berg die Wohnung ,der Mutter verlieb, nahm sie einen Play im Pferdcbahnwagen und stieg nach etwa einhalbstünviger Fahrt an der Haltestelle cn Friedrichshain ans. Eine Stunde später lag der Müggel5ee vor ihr. Sie war mit der Bahr, nach lZöpenick gefahren und über den Hirschgarteu und Friedrichshagen hinaus um Ufer entl2ng gewandert. In der Mitte zwischen dem letztgenannten Orte und der Unterförsterei nahm sie ermüdet aus einer dort befindlichen Ruhebank Platz. Eine Ohnmacht, die Folge ihrer erschöpften Straft, umnachbete ihre Augen. Wenige Minuten darauf rollte ein eleganter Landauer auf der Landstraße daher. Bor dem ledlos daliegenden Körper des jungen Mädchens scheuten die beiden stattlichen ystpreußischen Braune!:. Ter Kutscher hielt die Zügel straff und verhütete durch feine Geistesgegemvart, daß der Wagen Zur Seite geschleudert wurde und von dem Wege abstürzte. Als die Pferde zum Still s:ehen gebracht waren, deutete er mit der Peitsche auf das am Boden liegende Mädchen. ., Wolf von Bern-Ergestedt und hinter ihm Bettn d'Jsraeli entstiegen dem Wagen. Sie kamen mit eigenem Gelpann von dem Gute Ergestedt. Bettn d'Jsraeli, in deren Begleitung eine ältere GesellschastZdame, welche im Foud des Wagens znrückblieb, sich befand, hatte die EmrichtttN.q des zu ihrem künftigen Aufenthalte bestimmten Gutes in Augenschein genommen. Todt? fragte die klangvolle, aber zitternde Stimme Beitys, als Wolfgang sich auf den Vorper der-Regungslosen niederbeugte. Nein sie athmet und scheint aus Erschöpfung niedergesunken zu sein, gab Wolfgang Zurück. .. -, ' Schnell, mein Fläschchen, sagte Betty, 'nun ander anderen Seite in den Sand niederknieend. Dann rieb sie mit der stärkenden Essenz ihres Flacons Stirn und Schlafe des jungen Mädchens. Sie gleicht der blonden Wally, fügte Frau-, kein d'Jsraeli hinzu. Bei dem Namen Wally' schlug das junge Mädchen die Augen auf.Noch war ihr Geist befangen und, in , Verwirrung. Sie sah, hast' ein FtemserNn:t ,ihr , U: schäftigt war. Vergebung, Vater o, mein,,,,,, Vstexl .flüHertezIslekaum Hörbär und ' schaudernd. : , Tann richtete sie sich sitzend auf,' strich ihr aufgelöstes Haar mlt beiden weißen fanden - zurück und sagte- Ach, ich träumte wohl. Wo bin ich ? , , , ; , ' . . . ,, ,i; . ' ' In Sicherheit, mein , liebes Kind! erwiderte Bettn mtt ,dem ?'Tc Tone l des innigsten itleids. - &W sind t wohl ' ' m " üt'- . Jt t-' ' ,i. .. ''iu . 'i "i; Irans, sehr, trank) .K's Vielleicht i- ich weiß es' nicht. Ja Hier an pridFjnhtf er Stelle wär meine 5 f j-. m w i, if1;; ;,! :, .':?TWir-..V t-, Wir werden uc mit uns nehmen, lieber ,Wolf, wandte sich Betty an ihren Verlobten. Ich habe Raum in meiner Wolmung. Sie kann sich dort erhoben. Ein'zartes, liebes Geschöpf ! , . .;; :P" ' ; , Wie liebend und gut du bist, mein Schatz Z entgegnete Wolfgang. Es sei so, wie du willst. ' -f?;: ::03& ;!,, Valesea war imstande, mühsam sichaüszUichtWB und hob sie in den Wagen. ' , Auf dem m$$U iföidi0lmW$W schafterin BettyS fand sie ihren Platz. Wolfgang und Betty d'Jsraeli setzten Ach ihrMffüberjMMMWW , Taun bewegte' sich das Fuhrwerk in der früher eingeschlagenen Richtnng nach BnlinwnteiMMMWZMÄMR'
: .AiMBrwkFUng des Fahrens, sie hige und doch schnelle Gangart des Landauerö übten ihre wohlthuende Wir kung , Balesca kam wieder zu sich, ihn Nräfte lehnen allmählich zurück, zum! nachdem ihr die Gesellschafterin aus einem Ncise-Etui e:n kleines Gläschen Nothwcm gereich: hatte, , welches Valcsca nttt Dank gensö.' Al- man ,äm Alexanderplay engelaugt war. hatte sich der KräfteZustant ValeSÄö soweit gehoben daß sie die wiederhol!? srcundliche Bitte des Fraulein d'Jsraelk. die Stacht 'in ihrer Ve. hausuNg zuztchnygkn, ablehnen und sich zu Fuß auf den Weg nach ihrer Mütter lichen Wohnung machen konnte. Valescc hotte nunmehr das Verlangen, so cas wie möglich die Sorge über ihr unerwartet langes, Ausbleiben der Mutter zu nehmen. Sie hoffte, daß Fran Ludovica den Kommodenschlüssel inzwischcn noch nicht benutzt und ihren Ab schiedsbncf noch nicht gesunden haben könnte. War dies der Fall, so braucht iValeM nn? ihrPnwhhlftZn als Grunö des lau:un Zögcrns n erwähnen, irn entgegengesetzten. Fall war sie entschlössen, ihr ganzes Herz der Mutter geg.ew über aufzuschütten.,, Sie machte sich den stillen Vorwurs, dies letztere nich!
schon längst gethan und ihr volles Ver , trauen der Mutter vorenthalten zu m teil ; wäre dies nicht geschehen, so, dachte sie, würde manches Uebel nicht eingetreten und sie würde niemals auf den unheilvollen Gedanken verfallen sein, vor dch'en Verwirklichung die Hand des Llllmachtigen ' sie heute so sichtlich be. wahrt üatte. So ging sie langsam durch die becotcn Straßen, die das volle Mondljchj und einzelne Gaslaternen erhellten. Ihr Fuß zögerte, je näher sie der .elterlichen Wohnung kam. Tie peinliche Erörternug, die zwischen ihr und 'der Mutter eintreten mußte, fiel ihr schwer und imwer schwerer anf's Herz. Sie, kannte die Mutter zu gut, als daß sie sich hatte einbilden- können, ihr Wiedereintritt würde ohne Kampf und ohne, die ches iigstc Erregung Ludovieas vor sich gehen. Zagend und zögernd näherte fit sick dem Hause. Als sie den mon'oerhellten Hof überschritten hatte und' vom der Hauöthür angelangt war, blieb sie stehen und richtete den Blick auf die Schwelle, die sie am Mvrgm dieses Tages zum letzten Mal zu überschreiten gedacht hatte. Wieder machte das Gefühl völlv gen Alleinseins, des Verlassenseins vou aller Weit sich geltend. Die Liebe d Mutter sie fürchte! dieselbe eingebüßi zu haben. Die Lieb desjenigen, pu von Jugend auf in ihrem Innern stc geregt hatte, die mit den Jahren ge-, wachsen, immer treuer und fester go worden war niemals hatte sie dersel' den emahnt! . Sie war schwach genug gewesen, de: Mutter zuliebe ihren Willen zu beug und einem fremden Mann, dem ihr Herz nicht gehörte, das Gelöbniß der Treu zu geben. Sie hatte dasselbe gehalten, bis jener selbst es brach. Der aber, dem ihr ganzes Wesen zuneigte, den zr vergessen" während ihres Verlöbnisses ,fic vergeblich bemüht gewesen war. hatte sich zurückgezogen sie geflissentlich gfc mieden. Was blieb ihr noch vom Leben zu hoffen übrig? Dem Tode entronnen. gebrach ihr der Muth, zu lcbm. Eim tiefe vciedcrgcschlägenhcit, eine kaum zr überwindende Schwäche überfiel sie, als sie die Hand nach döm Thürdrückcr aus? streckte. " Sie erschrak, als ihr unwillkürliches Zerren das Läutewerk irr Bewegung setzte und heftige Schritte auf der Treppe vernehmbar wurden. j ;,; Sie wich von der ' Thür zurück und war im Begriff umznsinkcn, als plötzlicl aus der geöffneten Thür ein Mann in: schnellsten Laufe, ohne Hut, mit flatterndem Haar sich ihr entgegenbewegte, cj n n Augenblick stutzte uud dann die Wankende aufsing. Vally r meine süpe Vally ricj Heinrich Gemlenthah ' seine heißen Lippen auf die S tirn des jungen Mädchens drückend: du?' Gelobt sei ' Gott -nun muß alles gut, werden! , t Ja alles! hauchte Valesea vltxX schloß die Augen. - - - u :- Aus starken Armen - trug Heinrich Gemkenlhal die. Heimgekehrte. die Treppen hinauf und legte sie sanft auf das S opha nieder. 'v!' Hier Mef er, vor ihr niederknieend und die Arme vor der Brust kreuzend tf bier. Schwester Ludövica, unser köstlichster Schatz Mdcin Kind der Himmel hat es uns wiedev gcschcnltZ ; ' ' ' , G i D.r et nn dz wa nzig st cA, Capj' " '"' ':leif' i: v"":ä-':- v 1 c ,, , , I Der Winker hatte lange Wygex,,,eye er der bessern Jahreszeit die Herrfchaft überließ. Desto frischer, und krästiger entwickelte sich der, Lenz in Flur und Wal. g Die Saat schoß hoch empor aus den grünen Feldern, im Walde wucherten die Brömbecrrankcn, das Blanbeerkraut ' Mitdcm jungen Buchengcbüsch, welchcsic!; rolhcii1; 'l5S.ralts;uirenabrojT SMn wilden Rosen hxt die Wette. Die altc:sEichen .streckten ihre, ' bronze? farbencn wftigen und ' krausen' Blätter hervor, nachdem sie das dürre braune Laub? abgeschüttelt. ,,,,,,,,'W,ozekwa ein !jts 'WiilSSi,, !' chwames Blrklcm nn ,! ? z h'i'ü.jfiiii! ;:ll5;i!!!1ä,,:!i;::. I. M die Schaar der ehrwürdigen altenWald bäume sich gedrängt oder vor Zeiten ein Vögelchen eine Ebereschbcere genascht und diese Stelle das Andenken an jenes bitterliche Mahl durch den Aufwuchs ttNS,,' baumes aus dem zerstreuten Samenkorn bewahrt hatten, mijchte sich das Grün vonden Schattirungcn. ' . So sproßte und trieb es auf den Höhen deö Unterharzes, während tiefer unten bereits das Laubdach in voller !EntwicNungsnnenchat tigen Dom wölbte. . Im Oberharz aber schaHni die finsterenT neuen Duft ausathmend in den blauen sonnigen Himmel. Sie , hatten lanac n?nug 1 den 1 schweren Traum von Eis,
Reif und Schnee gerräumk, im Sturm und vor-Frost manchen, alten Gefährten stürzen ichcn. .der nun' morsch nd todt zu ihren Füßen lag und der Axt des Waldarbeiters ,zn seiner Fenerbestattting harrte. Unter den lies zu Boden ra genden dichten Aesten kleidete sich die Erde in sammtgrünes Moos.welcheZ die WnrZM' uyQ ,h:e von, den letzteren umklammerten' Skeinwürfel zu köstlich gepolsterten Nuhefitzen umschus. Silberklare Quellen rieselten und rauschten hinter den Felsböcken hervor und .spnp delteu hastig weiter, um mit .vereinigten Genössen lüstig bergab zu wandern, sich übermüthig auf die Räder einer im Walde versteckten Mühle zu stürzen, dort in Schaum zerstiebend oder nm sich zum, Spiegel des blauen " Aethers und des Kranzes grüner Berghohen thalwärts in Teiche zu sammeln Trank und Speise nachmals der tiefen Gruben und qualmenden Pochwerke. MDdM Hallender Forst war, das Echo wieder le bendig. Jauchzen und Jubelrnse fröhlichcr Menschen wechselten mit dem, Spottlied der Drpssel. dem Zwitschern des Sternschwäers,, . fceni ,,,emtönigcn klagenden, . Schrei der Gäbelmeise knit demwttven Gesänge des rothbrüstigen,
XJi v ,,,, Früh Morgens vor Sonnenaufgang lockte der Hirt, mit blauem Kittel an gethan, die gelben Gamaschen über die nägelbcschlJgenen Schuhe gelnövst,' mit Horn und Trompete die -Hüheund Stiere, auf die, Gebirge, . sich' dort an, würzigen - Kräutern, Waldmeister und allerhand, bunten Gräsern zu erlaben und Mittags Im Waldcsschattcn auf welchem Lager-wiederkäuend das trübe und dunkle , Dasein im wiutcrlichen Stalle zn vergessen. ,.Tcn Schaaren der Bohlen, gleich kommen die Symmerkell ner im schwarzen ' Frack angezogen nnd lassen , sich in den wirthlichen Statten nieder, welche, vorzugsweise zur Anhansung verwöhnter und blasirter Grqß ftädter bestimmt, dieser schwarzen Gcistcr nicht entbehren können Der ein" facbe, immer seltener anzutreffende hei mische Wirth steht als stattliche Schildwache vor seinem .niedern Hause, lächelt dem ankommenden .Wanderer entgegen und erfrischt ihn in eigener Person oder mit Hilfe der schmucken HarZtochter durch einfache Speisen, Schmerlen, Birkenwes' ser uud den ügesüllten Vierkrug: Z Während in den Sommerfrischen und Badern des Untcrharzes die Gäste sich bemühen, die Eomödie der vornehmen Gesellschaft, wie die erstere in weltberühmten großen Badeorten in Scene geht, anf dem Pro-' vinzialthcater gewissenhaft im Kleinen nachzuäffen, sucht man im Oberharz VrunksZle, schimmernde Trinkhallen, Sommerbühnen vergeblich, , aber die dunkeln alten Tannenwälder, die heilsame Lust, die steilen Berghohen, deren Erklimmen die Brust weitet und das Herzblut läutert, die findet man hier überall. Ans der Kunststraße, welche im ma keuschen Okerthal bergan steigt, rollte Ende Mai kaum hörbar eine hochbepackte, neue offene Neisekutsche. , öccben der Chaussee, im Grunde, rauscht die Oker ' hier -von den Abfällen der Gjxvl benwässer trüb und bleiern gesärbt, über mächtige Felsblöcke. Am User liegen, von Fels und Wald beschirmt, zahlreiche Fabriken und, vor denselben anfgeschichtet, Massen borkceutkleidctcr Holzer, bestimmt, zu Papier verarbeitet zu werden. . Gigantische Felsen in seltsamen . Gebilden, drängen sich ans dem Waldthale heran, die Studentenklippen, die ' .Mutter Maria mit dem Christuslinde, der große Kurfürst und andere, in deren ' GestältunW'Man ',Llet)Äichleiten mit Papst und weltlichen Würdentragern erkennen zu müssen glaubt, z Wolsgang von Bern und Gemahlin, von einer kurzen Hochzeitsreise nach dem Süden zurückgekehrt, wollten noch einige Tage in stiller Zurückgezogcnhcit leben, ehe sie gezwungen waren, der Zerstreuungcn der Residenz wieder Rechnung ' ..V.a.:.;,,,',-h-i.i,..V.-''r'i:,, i'l, . zu tragen. Der znche Morgen, dre großartige Natur ringsum regte die ? !;.. i.. (. "":,; ''C' ' heitere Sttmmnng der beiden rn dem Reisewagen bequem die Landschaft überblickenden jungen Ehegatten noch mehr an. Verglcichnngcn mit den EngPässen der Schweiz, , der 7 bairischen Alpen des Schwarzwaldes' bildeten den We'genstand der lebhaften , Unterhaltung. Betty von Wem behauptete mit, Sntfchiedcnheit, daß' diese Nachlese im Harzgebirge wohlthuend sei uud den Eindrücken der großartigsten Schweizerlandschaftcn .dadurch . kein Mbbruch a eich ehe s?,,,,, w ,i So hat denn ,Doctor RichardiRein land recht, der uns eine Reise hicrhcy empfahl und .uns, 'versicherte, daß. ein Äusflug nach dem Okerthal, Andreas, öerg, Clausthal und Gründ Freude,' Benuß und insbesondere Kmftigun zach den 1 angestrengten ! Fußwandö' rungcn durch die Via.Mala, das Bis'' oerthal und über die Gemmi gewähren' rürdc. "'iiliil . " : ,, Mir, ur begreiflich erwähnte Betty, veshalb der )t Arzt, , dein Freund, niklseinem.Erfo,,,, mfrieden ist. ys -JV ": ' Er saate,i als er. Abschied ?von mirs , " : " i, ' .!".-, , i lahm, entgegnete otigang. oau icine 'örperlichen Kräfte den Anforderungen )er Residenz nicht gewachsen seien. Er -ehne sich nach einem beschränkteren Wlr. Zungskrcise in einer kleinen Stadt, am! Weri'in 1 ? .itV4bili Vfct vvt -. , .- ,, Ich sand ihn überhaupt in der letztens Zeit vor unserer Abreise sehr verstimmt' lnd niedergedrückt. ,; : ; . tj , , ';, . Es ist so. bestätigte Wolfgang. ich. zabe dieselbe Wahrnehmung gemacht und ; zermuthe, daß eine unglückliche Heriensangclegenheit sein Dasein getrübt ; ictt. 1 Als er noch wenig Patienten hatte , lud mit Entbehrungen kämpfte, spruelte er vor Frohsinn über; seine alte öeitcrkeit hat ihn ganz verlassen, seitdem ein,Nuf gewachst ' Er hat sich vielleicht" in semer GeVissetthaftigkeitZirgenze jttÄacheSZk!Zi j :j ., , , ' ,j " ' .'( ! I i1! ,!!' : il' "r ' '"i ' "I' '. 11 ; ' II' '' " ' & rnkisor von LnSach scutete einmal
,. db Rkinland in dn) That .verlobt.
gewesen und daß dieses Verlobniß ge löst worden sei. Ich habe die eigenen Mittheilungen, die mir Rcinland in die ser Beziehung, freilich fast gezwungen und nur mit anscheinendem Widerwillen, machte, vielleicht mit Unrecht nur als Scherz angesehen und richtig beurtheilt. Auch du, liebe Betty, warst Derselben Meinung. Ja bezüglich des Fräulein Berg, welches an dem Tage vorher, ehe wir das Fest unserer Verbindung feierten der Verlagöbuchhändlcr Gcmkenthal heimführte. Ich wohnte der Trauung desselben bei. um mir sür den nächsten Tag das kirchliche Stitual einzuprägen. Der Geistliche.' welcher das heilige Amt vor dem Altar verrichtete, spendete der lieblichen Braut das höchste Lob, Man kann das kostlichste Juwel sprach er am Schlüsse in den Schmutz treten, sein Glanz erblindet nichts Diese aus Valesca Berg bezüglichen Worte bcson ders sind mir noch lebhaft in Erinnerung. ... Wolf fann über diese Worte nach, und man sah seinen Mienen eine plötzliche Verstimmung an. Ich habe vielleicht selbst, natürlich ans, llttverstand, dazu beigetragen, jene Valesca Berg in' ein falsches Licht zn stellen. Es wäre mir höchst unangenehm, wenn ich deiiken müßte, Rcinland durch eine falsche We urthcilung des blonden Mädchens xitt letzt zu haben. : Ich war erstaunt, äußerte Betty, als ich in der Braut, mlt welcher Herr Gcmkenthal vor den Altar trat, an Gestatt und Haltung jenes junge Mödchett wiedererkennen - zn müssen glaubte.' welches wir einst sn hilfloser Lage aus der Landstraße unweit des Müggel sees fanden und zu uns in den Wagen hoden. Freilich war das Wiedererkennen nur mehr Vermuthung. Der lange weiße Schleier verhüllte das Antlitz der Braut, das, soweit ich beobachten konnte, zwar blaß vor Erregung lvär, aber jedes Zeichen, einer Schwäche oder Krankheit, wie damals am Müggelsee. entbehrte. Ihr Auge blickte andächtig und mit frommer Scheu, lenchtcteau's vor Entzücken, als sie es bei dem Ja wort zn ihrem Verlobten aufschlug. War das wirklich die blonde Vally, von der, man so viel gefabelt hat ich weiß es nicht. War sie es aber, so glich sie
vollkommen dem Engel, der aus dem. Altarbilde vor ihr 'zu den Hirten aus dem goldenen Dnft' der Wolken hervortritt, die Geburt ' des Heilands zu ' perkünden und nicht jenen Abbildungen, welche nun von den Schaufenstern verfchwnnden sind." , ,) Ich habe zuweilen darüber nachgesonnen, aus welchem Anlaß das junge Mädchen den weiten Weg von der Residenz nach jener Stelle, wo wir sie damals auf der Rückfahrt von Erge siebt antrafen, eingeschlagen haben mochte. ' Möglich, das; Rcinland darum weiß und uns Aufschluß geben kann.' Dann wandte das Gespräch der beiden 'Reisenden sich' wieder auf die Reize der sie umgebenden Gebirgsnatur, welche sich srnchnngen Zu nehmen und den Wasserfall zu beschauen, welcher, dem Gasthause gegenüber, ' von der steilen Felswand herabschäumt. . . ! Der Fall hatte übergroßen Reichthum an Walzer. Die einzelnen Süberbäche, welche, nachdem die Masse sich unterhalb deö obersten Absturzes getheilt, über die Lelsplatten hinabfließen hier in senkrechtem, jähem Sprunge, dort schräg hinabschießcnd hier langsame? sich windend, dort in wallende Schleier zerrissen oder in Tust zerstäubt, vereinigen sich am ftufri dp? iitrhnirfitrtt sviTtttT in dem mit Wasserpflanzen überwucherten näkürlichen Steinbecken. ' : ' " : ; ' Der LLUtcrbruNncn Fall im kleinen, sagt Betty. während sie am Arme ihres Gatten das wirkungsvolle Schauspiel des silberhellen Sturzes, sein mclodisches Rauschen und den in der Lust über Sein Schaum schwebenden bunten Regenbogen sinnend beobachtete. ' Richt bloß ähnlich, sondern gleich, nur in de:n Augenmaß verschieden, meinte Wolf. Man trägt die Großenverbältnisse der sonstigen Umgebung unwillkürlich in Rechnung. Darum erscheinen die BcrgrieZen und Fälle der Schweiz weniger gewaltig, die Schluchten wemgcr tief, wenn wir die Berge und (lascadm hier zu ihnen in Vergieichung stellen. Als Wolf nnd Betty sich um und itach dem Platze vor dem Gasthof zutückwandten, kam. aus., der Chaussee von den Ahrcndsbergcr Klippen ' her ein Päa? Fußreißeuder heran, ein Herr und eine, Dame, die an einem Tisch vor dem Restaurationszimmer sich niederließen. Der Herr' legte eine kleme' Reisetasche Nnd das Tuch seiner Gefährtin, das er gctragcnnebcn sich nieder und erkund digte sich, wann der nach Altcnan fahMde Pöstomnibus tooii Qker her Zu erivarten sei. ;' - '" Prächtig! sagte er zn seiner Begleileritt.' das stimmt genau. Wir haben noch 'eine Stunde Zeit, hier' zu rasten und uns, nach der weiten Fußwanderung zu stärken. Dann ' sind wir in ändertyalb Stunden wieder in Altcuau. ' t , Wolsaana' und ' Bettn waren aufs höchste überrascht. als sie der ncuherzuk,1i ? i, "TC lUii.lJ..ilUWll . i OU iti. Ort, ly ansichtig wnrden.! Uns-re Schutzbefohlene vom Müggelsee flüsterte Betty ihrem Gatten zu, und Wolfgang , , war im Begriff, sich Frau' Änlesea (,uulentyat , ,, zu nahern, , als auch, diese, ausschauend, teil Baron und dessen , Gattin erkannte, , schnell, einige Worte mit Heinrich Gcmkenthal, . ihrem Ehemann wechselte und dann zn Wolf-! gang und Frau ton Bern eilte. Ich habe mich früher bemüht, sprach Valesca, zu beiden gewendet, vergeblich bemüht, diejenigen , zu ermitteln, welche in einer bösen , Stunde der Schwachheit sich meiner annahmen. Ein glüoNiches Ungefähr setzte mich jetzt in die Lage, der mir erzeigten Wohlthat dankbar zu gedenken. Sie überreichte der Frau von
immer fchöucr uno grotesker entwickelten. So langte man inLtomkcrhall an. Wolf ließ den .Waacn halten, nm einige Er-
Bern den Strauß frischer Waldblumen.
den sie gesammelt hatte und in der Hand trug, und setzte dann, den ,hr nachgefolgten ehemaligen Leihbibliothekar por4 stellend, hinzu: Doctor Heinrich Gem? kemhal Verlagsbuchhändler, mein Mann! . Wolf von Bern und Betty machten wechselseitig ihren Namen und Stand bekannt, und die beiden unlängst ver-! derratheten Paare faßen kurz daraus in lebhaftem Gevlander begriffen auf dem Platze vor dem Gazthaufe.,,, Gemkenthal und Valesea melim ' nch bereits seit einigen Wochen in Altcnan auf und hatten heute Vormittag einen Ausflug zu Fuß nach dem Ahrcndsberger Forsthauze in Ausführung gebracht. Wolfgang . lntercsflrte sich wr den Bergbau und beabsiahtigte,, die Gruben bei Clansthal zu befahren und von den Einrichtungen, der dortigen Vcrgakademie Kenntniß zu nehmen,' auch das Hans aufzusuchen, in welchem vor einem Jahrhundert jener geistreiche weibliche Dämon gewirkt, der später auf die polittfchen- und uteranschen Verhaltniife Deutschlands einen so bedeutenden Einfluß gewann, das Haus von Karolme Michaelis damals die Gattin' des Toctor Böhme, nachmals Freundin ' und Leitstern der Eluboisten in Mainz, die Gattin Schlegels und in letzter Ehe des Philosophen Schelling. ' ' Nachdem man diefe Pläne einander mitgetheilt hatte, mußten die Berliner Kinder als solche ungezwungen auf die Denkwürdigkeiten der Residenz zn spre-, chen kommen. Wolfgang erwähnte nnter anderm, daß' man nunmehr daheim um eine sehr interessante gerichtliche Verhandlung ärmer sei; der berüchtigte Rentier Hünernest sei plötzlich, noch bevor die gerichtliche Voruiitersuchnng förmlich abgeschlossen worden, eines natürlichen Todes gestorben, und in der nächsten Nacht habe sein Gefährte, der des Mordes beschuldigte Drücker, sich im Gefängniß erhängt. Valesca uud Gcmkenthal horten diese Nachricht mit sichtlichem Erschrecken. Ihre Augen begegneten sich, Gcmkenthal faßte die zitternde Hand der Gattin. Beide verstummten und , suchten die tiefe Erschütterung, welche Wolfs Mittheilung über den Tod Philipps bewirkt hatte, zu vcrbergcm ' Als Wolf beide 'einlud, mit ihnen bis zu 'dem 5lrcuzunqspun;te. von welchem rechts die Landstraße nach Clausthal, links die nach Altenau sich abzweigt, seinen Wagen zu benutzen, lehnte Gemkenthal das srcundliche Anerbieten mit , dem Bemerkm nl, daß sie ihre Plätzs in dtm Pöstomnibus bereits genommen hätten und Valesca, sehr ermüdet, den Weg von der Brücke an jener Gabelung zu Fuß weiter fortsetzen nicht mehr die Kraft habe. So schieden sie. Ehe Wolsgang den Wagen bestieg, drückte er seinen beiden Landslcnten die Hand. Nun denn, ans Wiedersehen in Berlin, rief er, den Hut schwenkend. Wir wollen einander in Freundschaft näher treten. , Ja, ich werde Sie aufsuchen fügte Betty zu Valesca gewandt, mit ihrem bezaubernden Lächeln hinzu. Wir beide, theure Frau, , wollen uns noch oft von dem Glück unterhalten, welches derHimmel uns bcsch:cden hat. . , Freudige Rührung machte Valescas Lippen zittern, als sie erwiderte: Es ist zum zweiten Mal, daß Sie , mir eine große Wohlthat diesmal unbewußt erweifen. , , , ,' Als der Rciscwagcn Wolfgangs nicht mehr sichtbar war, siel Valesca ihrem Mann um den Hals. Anne Mutter. IHerte sie lci ihre letzte Hoffnung ist vayinz ir i , , v ,;. . , . vf, . - - :. , Was der Herr gethan hat. entgegnete 'Gemkenthal ablehnend, und mit feierli chem Erlist, ift wohlgethan! Der ankommende Pöstomnibus ,, war leer. Gemkenthal und Valesca konnten auf der Rückfahrt nach Altenau ihre Gedanken über den Tod Philipps nugestvrt austauschen. , -,' , , ' -,. " ' ' ' . ' ' , . , Bei Tisch im Mtttt&tt&oitpMWp' nen sie heute nicht und saßen am späten rt "" t 1 i , ' '" ' 1 ', i ' m ' :i" i. ! ' i i : caa)ml:rag aus ver Vanr am . puiren teiche, , miteinander , berathschlagend, ob der Trauerfall , ihren Aufenthalt f in der Bergstadt, unterbrechen solle. ' :,; : ; . Ich würde nur ungern schon jetzt wieder von Altenau scheiden, meinte" Gemkentbal. . Altenau hat mein Glück e gegründet. ., Seit meinem ersten Aufenthalt hier ist, stets ein sehnsüchtiges Werlangen wach, gewesen, diesen Theil des Oberharzes wiederzusehen. : ! Hier war es, wo , ich ,, zum .ersten Mal Hoffnung schöpfte, daß du meine alte Liebe nicht verachtetest. Ich habe eS an der Frage bemerkt, die du wegm : der Werbung des Doctor Rcinland an mich richtetest, an der Art , und Weise, wie ,dcine Zusage erfolgte,, undn so . manchem vertraulichen Wort, welches , auf, unsern einsamen Gebirgswanderungen' nach der Abreise Reinlands ; deine , Lippen mir gönnten. , , Leider warst, dn gefesselt durch dein ' Versprechen , ich , durste nicht dazu beitragen, dich zn lösen. Ich mußte Eilt'agung üben , und versuchen Eisersuck't uno Haß, bei mir zn bekampfcn. Ich steigerte meine geschäftliche Thätigkeit fast , bis, zur Thorheit eines HazardspielerS ich unternahm wochenund Monatelang? Geschäftsreisen , alles glückte, , mir, nur das Vergessen nicht. Nicht einmal zu einer gerechten Auffassung der Verhältnisse, vermochte ich mich zurückzusinden. ' Der Dämon Eifersucht .läßt die Jungen nicht loS und nicht , die Alten. , Aber du weißt ja Altenau ist von jeher ein Paradies de? Alten gewesen, ein Labsal, ein Trost für lebensmüde Leute! 1 S Der Himmel hatte sich inzwischen mit langen, zarten und zerrissenen Wolkenstreifen bezogen, die wie ein duftiger Hauch über die blaue Fläche hingeweht waren. . Warm war die Luft und windstill. Der Spiegel des ausgedehnten WaldteicheS blinkte klar und völlig eben.. Das Gebüsch und an dem nHchsten Ufervorsprung das Gezweig der mächtigen Tannen hing .in die. blitzende Fluth hernieder, regungslos und trau-
merisch. Am jenseitigen Ufer Zeichnete
ch der dunere Wald schern abgeschattet Nieder? es schien, als ständen die unbemeglichin Spitzen der Tannen auf dem klaren Gründe: Da hob sich in der Ferne ein leichtes Wölkchen'auf dem Wasserspiegel ab.stieg trichterförmig, wanderte in kreiselnder Bewegung über die Wajf erstäche und ank. nom ehe "es das Ufer, an welchem Vemkenthal und Valesea saßen, erreicht hatte, mit leisem, zischendem Geräusch in sich zusammen. - Das kündigt, eme Veränderung des Wetters vielleicht das erste Sommergewitter an, sagte Gemkenthal. Valesea hatte dteie Naturerichnnuna mit steigeuder Angst beobachtet. Genau so wie m Müggelfecle damals! ankerte sie anfathmend, nachdem die kleine Trombe sich aufgelöst hatte. In der That, erwiderte Gemkenthal, du siehst dieselbe Erscheinung, wie damals und bcgreisst sie besser. Tcin Angen hatten damals wie oft! auf dem Bilde deines Vaters geruht dies Bild verfolgte dich auch, aU du daö Grab des Vaters schmücktest es hatte sich tief deinen krankhaft erregten Sinnen eingeprägt. K ein Wunder, daß der aufschaümeude Wasserstrahl dich mit derzcnlgen ' Gestaltung' die dir stets vor Augen schwebte, .in jener Stunde aetäuscht hat. ' Diese Täuschung fügte er, indem er die errothende Gattin rn seine Arme lchloß, hinzu rettete mein ganzes Lebcnsglück. " (Ende.) 2ie Heilung des SchreivkrampfeS. Jüngst veröffentlichte das British Medical Journal" einen interessanten Artikcl des bekannten Specialisten Jnlius Wolff, dem, wir Folgendes entnehmen wollen: . . . Nachdem seine Methode durch, die ersten medicinischen Autoritäten ancrkannt und, hierüber in. Pragres Mcdical, Lancct, British Medical Journal, Berliner Klinische Wochenschrift u. s. w. mehr oder - weniger eingehend berichtet worden, ist es ihni besonders aufaefallen, daß' aus einem ihm unerklärlichen Grunde stets bervörgehoben wurde, daß i. ' .r tr. r jr. . ' l. . . . vieznoe fm) wcoer ctaf,ificrren nocy veschreiben, lasse, obwohl er stets bereit war,. den Herren Aerzten das angeblich: Geheimniß derselben praktisch Zit Zeigen. Er hält die Bezeichnung Schreibkrumpf" für ungeuügend.es wäre besser, pas Leiden Schwäche der Muskeln oder Handnerven" (Parads) oder noch besser Handneurosis" zu nennen. Der damit Befallene ist nicht mehr Herr seiner Bewcgungcn, der Schreiberkann die Feder nicht mehr führen, der Maler kann den Pinfcl nicht mehr beherrschen, der Geiger kann nicht mehr spielen. 7 Ebenso ergeht es dem Cigarrenarbeiter, dem Schmied,, Schneidern der Ballettänzerin, dem Stotterer zc., wenn diese mit dem Leiden behaftet sind. , Anfangs verursacht das muskuläre Uebel nur Stiche, Zuckungen, auch wohl Unsicherheit der Bewegung, manchmal auch ein leichtes Krampfgefühl der Beuge- oder Streckmuskeln. Der Kram pf der Beugemuskeln der Hand oder der Finger verbindet sich mit jenem der Streckmuskeln; hieraus entsteht nach und. nach ein Zittern, das sögenannte. Cchreibezittern, das eben eine der schwersten Arten des Schrcibkrampfes kennzeichnet. Alle an Funltionskrampf Leidende - sind hyperästhctische Neuropathiker. Oft befällt die Hyperästhesis. den ganzen Organismus; nicht selten tritt sie f auf den unteren oder oberen Extremitäten auf. ' Beim sögenannten Schrcibkrampf mehr als bei einer anderen Krampfabart liegt die Abnormität der verschiedenen Handund Fingerbcwcgungen im morböfen Mißverhältniß, das sich Zwischen dem Willenscentrilm (Gehirn), dem ncrvö sen Leitungswege und der Muskclthätigkcit die größtentheils passiv ist, eingestellt hat. . ' i, .; Um diese Krankheit zu heilen, bedient er sich,, wie bereits bekannt, der Massage und Heilgymnastik, welch beiden, außer dem auf die verschiedenen Funktionen der Nerven 'und Muskeln ausübenden materiellen, mechanischen Einfluß, die wichtigere Aufgabe zukommt, auf das psychische, kranke Centrum, d. i auf den morbös impressionirten Willen des Pa, tienten zu wirken, und dabei durch die Ablenkung ihrer , Aufmerksamkeit vom kranken Punkte auf eine neue Arbeit ihres Gedächtnisses einzuwirken. Wah rend dies durch ein geeignetes Manöver stattsindct, trachtet er die Muskeln durch active und passive 'Bewegungen zu traftigen und bemüht er sich vor Allem, dieselben ' mittelst unfreiwilligen und den gewöhnlichen und morbösen Bewegung gen , entgegengesetzten - Funktionen zu einer neuen Thätigkeit allmälig heran'zubilden:' dies geschieht so lange bis der Kranke sich, ohne es zu wissen; ganz mechanisch cn die passiv regulären Bewegnngen die 'er ihn auszuführen ge lehrt, gewohnt hat. ' Natürlich muß der Patient hierbei 1 in vollem Vertrauen mithelfen. ' In allen Fällen, wo nach Ueberzeugung des, Arztes der Patient auf die Wirksamkeit seines H?il versahrens mit gutem Rathe unterstützt wurde, war der Erfolg stets ein vollständiger. Die bleibende Heilung hängt lediglich von der Fortsetzung' der auch nach beendeter Kur , noch nothwendigen "gymnastischen Uebungen ab. ' 1 Recidive find ihm bis heute nicht bekannt geworden. -, iü'Äa Die ' weisen .Väter der Stadt Tours sollten eine Commission wählen, die sich nach Paris zu begeben und einem Minister für die erfreuliche Erledigung einer städtischen Angelegenheit zu danken bätte. Die , Wahl cS schah durch Stimmzettel. Als diese verlesen wurden, zeigte sich, daß jeder einzelne Gem eindcrath in dem Wunsche, auf Stadtkosten eine angenehme Reife nach der Hauptstadt zu macheH seiM eigenen Namen auf dcu Stimmzettel ge schrieben hatte.
Ein Wahrt) ettSfreund
Von einem WabrbeitZkreunde, nam eigener Art wir) ans Wien berichtet: Ter sehr würdig auZschcnde, stets glattrasirte und elegant gekleidete Herr er freute sich tn einer der ältesten dortigen Eisenwaaren Handlungen und Ver kaufs stelle für landwitthschaftlichc Artikcl des größten Vertrauens.. Das konnte auch mcht Wunder nehmen, denn was.bci jedem Kaufmann noch viel mehr als ein Vertrauen einflößendes Extcrienr für einen Kunden spricht, traf bei dem alten Herrn zu: er bc.-ahlte baar. Vor mehr als Jahresfrift erfchien er zum ersten Male in , der Handlung. wählte einige Artikel, bezahlte und gab feme Adresze an: Wolfganq Wangpafsing, Besitzer von Lenkan-Ezgcndorf.-Seitdem kam er mehrmals, kaufte , Sensen und Werkzeuge aller Art und wurde stets mit offenen Armen empfangen. ES stand bald beim ganzen Personal fest, daß Herr Wanavassina ein Gutsbesidc? und fein Aesitzihum Lenkau" einen hohen Werth habe. Er wurde immer vortrefflich bedient und seine oft angewandte Phrase: Bitte mir nur immer genau anzugeben, ob das Material mittelmäßig, gilt oder sehr gut ist, denn ich bin ein Freund der Wahrheit" machte Eindruck. Die gekauften und bezahlten Artikel gingen stets unter der angegebenen Adreffe ab. Kürzlich erzchien der,Besitzer .von Lenkan wieder und bestellte zwer Pflüge neuester Eonstruetion im Werthe von mehreren hundert , Gulden. Gbgleich der . alte Künde für, einen so hohen Betrag bis zu dieser Zeit noch keinen Kauf gemacht und diesmal ausnahmsweife nicht sofort baar bezahlte. tmg die Firma doch kein Bedenken, den Austrag sofort auszuführen, Als die Pflüge aus dem Hause waren, !, kam Herr Wanopafima mcht mehr und ertheilte sogar auf Mahnbriefe keine Antwort. Ein von schlimmen Ahnungen erfaßter Vertreter der Firma machte sich nun auf den Weg nach Eggendorf und erfuhr dort, oaf; Wangpastlng ein ehe maliger mittelloser Kammerdiener sei, der seine Ersparnisse durchgebracht hatte und bei einem Verwandten in einer Kammer wohne. Höchlichst erzürnt suchte der Vertreter den Freund : der Wahrheit" dort auf und wurde von ihm gleichmüthig empfangen. Es entwickelte sich folgendes Gespräch: Was haben Sie mit den Pflügen gethan?" Verkauft, schätzbarster Herr!" Und das Geld, wo ist das Geld?" Hab' ich schon ausgegeben, die Schuld werde ich Ihnen gelegentlich bezahlen!" Sie sind ein Schwindler!" braust nun der Vertreter auf, ' Sie haben sich ja mir gegenüber für den Besitzer von Leukau ans gegeben ,Bin ' ichW schätzbarster Herr, bin ich. ich lüge niemal?, hier ist Lenkau", und bei diesen Worten weist der Wahrheits freund zum namenlosen Erstaunen des Vertreters auf einen am Boden liegenden dicken Mops, der in der That auf den Namen Lenkan" hört und bei der letzten Hmi' deauSstcllung vrämnrt worden war. Heiter ist die Kunst: , Die Moderne Dichtung", eine in Brünn erscheinende Monatsschrift, bringt im neuesten Heft eine Novelle" : Die Functionen des Dritten", von Hermann Bahr, einem der stammelnden jüngsten", die folgendermaßen, be ginnt: ..Rech der Vorstellung, müh-am durch das schwanke nd verwischte Tra pez des bunten ausschreicnden Gefühls, welches in links und rechts hinaus weg' spritzenden Fluthcn aus dem engen Thore brach. Und die weiße Scblepp? zusammengerafft, eingedreht, umgeb?gen, vorgeschlagen und aufgehoben, wie eine gleißend ans Silber geschupvte Schlange, im mattgelben Griff ,deS schwedischen. Handschuhs, während sich die sanfte Malre dcS Köpfchens neigte. ' war sie in das schwarze Loch verschwnnden Händcdrnck. Wiedersehen" Grüß' mir Alle im Club", und daS Glas warf ihm, wie er die Tbür schloß, die flimmernden Sprünge des dotternden GazeS nach, der Kutscher, aus dem weichen K rügen vorgeschnellten Halse?, weitete die Arme aus den Gelenken, mit streifelnden Tanz der Peitschenquaste, und fort; es blieb ihm nur. während die HuZe vcrknatterten, in den Nüstern der Veilchengeschmack ihrer Nahe , zu rück." Aber es kommt noch besser. Viel, leicht war eö gerade die Verlegenheit, welche sich dem Bewußtsein als Hunger vorgab, um sich zu beschäftigen ' und barübe? hinwegzuhelfen ; oder cS warm dieser lutschige Spargel, der seine milde Güte buhlerisch zwischen die Zähne hinein um die Zunge herum wie streicheln des Katzenfell und langsam wie eine sanfte, laue, mit Träumen eindampfende Brause in den gierigen Schlund, hinadträufelte, und nachher die creolische Ananas, welche wie brennender Schnee durch die Adetn rieselte vielleicht waren sie wirklich von dieser, besonderen Würze, wie sie sie suhlten...." Und wie sie dann nachher unter den dringlichen Gerüchen der grünen Chartreuse und von den flimmernden Gespinnslcn der CigaMit DerwoM"ZnHeÄ sie lüstern jeden Zug mit' tastenden Nüstern einschätzten und schnuppernd erwogen ,ent spanntcrMuskeln und gesunkener Lider sich lonqsam ausweiteten, in behaglicher Ver dauung. ,,, sie mit ausgestreckter Wollust aus dem Sofa, aus dem , Korset enthaf tct, wie die Maya dcS Goya , dargebl itnp : ,'nherßSam mctfchaukel, leise gewiegt 'und die Gedanken ! bintcr dio LAnNruMke gedieh ihnen das Plaudern immer heimlicher, näher an diöHoffnlna.nn rynen die Herzen uqammeii ,!,, .f.. li;; , .1,1, S ..',, 'it l1" ,!f,! ,!.,,!, !,, i!'!n T !iifSCS tü- 'MikiM " " :-' . r' .'. .:.,' ,'".. i- i'tm .;.i. 'üflj!1 t-p;.;! t YN! t cy tifft a i yxwmz Da lese ich von einem , Verbrecher, der einen Menschen wegen einer Mark um bUchtelMrau na, wegen einer SchneidennneN-RechNlZNz von fünfzig Mark hast Dn Dich erst gestern um? dringm' rcpu7::;I;l:j!:S f ,,, , ... ii::,,, V s , ish : :::! r r, II: Pi, : ; :, , ,, , , , s
'-:.',t':- ; ji:; ,!;,;
iin1'!11,!'1!.! iii!!"'!111 " 11 I !Ni;ii ! s1,,: : ;,l M i ,; i!,n, ,n! 1 ,' 1 ', '
'C Mi!;:;!.;-: SS'Zz ty!;m .
i.
