Indiana Tribüne, Volume 14, Number 31, Indianapolis, Marion County, 19 October 1890 — Page 2

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I f Nestaura'nt zum Naöbratett".

Ein Speisewirth in Hamburg cmpfähl Zeit mehreren Jahren seinen Mit. tagstisch und Abendessen und fand sein Lokal auch infolge der gut schmeckenden, zu mäßige:, Preisen verabreichten Speisen bedeutenden Zuspruch, denn neben den üblichen Suppen, Gemüsen und an dern Speisen wurden große Portionen Fleisch meistens unter der Bezeichnung Bcessieak. Äostheaf. Ochsenbraten :c. vorgesetzt, und verzehrten die Gaste auch in der Meinung, die bezeichneten Fleischsveifen in Wirklichkeit zu erhalten, das Dargereichte mit Wohlbehagen. , ,Ter Speisewirth verdiente bei seinem Gcschast ein so ansehnliches Vermögen, daß er sogar in der Lage war, sich , in der ö!ähe Hamburgs eine Villa anzukaufen, die er mit seiner Familie bewohnr. Nachdem nun vor einige? Zeit zwischen dem Srcisewirth . und, dessen Tienstboten ernste Äfscrenzen entstanden waren, erstatteten einige derselben nach ihrer Ticnstentlassung bei der Behörde die ?lnzeizc, daz ihr bisheriger Dienstherr fast niemals Rindfleisch "seinen Gäste:, verabreiche. Zonvern denselben nur PferdejleisH MZer der. DezeZchnünz' der oben erwÄnten Fleischsorien liefertet 2s wurde der als guter Fleischkenner bekannte P?li;?iofsieiant Behr mit den weiteren Recherchen beauftragt und begab er sich eines Tages in das Lokal des SpeisemirthS und bestellte sich ein Beefsteak. i, Der Beamte erhielt euch die geoünschte Fleischsorte mit reichlich ZwV oeln garnirt. jedoch entdeckte er beim Durchschneiden sofort, daß das Beefsteak nicht vom OÄsen. sondern vom Pferde stamme. Ter Ofsiziant machte nun ,?ine Äknnde durch das Lokal und sah, saß eine Anzahl Gäste in der Mei nung. Ochsensieisch zu verspeisen, mit Behagen Pferdefleisch verzehrten. Lchlieülich nahm der Ofsiziant neben einem Gaste Platz, der ein Beefsteak aß, und fragte diesen, ober auch wisse, von, welchem Thier das Fleisch stamme, das er augenblicklich' esse. Natürlich lautete die Antwort des Gastes vom Ochsen" und lies er sich beim Essen gar nicht weiter stören. Als der Osnziant ihm aber bewies, daß er Pferdefleisch derzehre, entfielen Messer und Gabel sei nen Händen und war der Appetit des Gastes verschwunden. Es gelang so dann dem Onuianten. den Lieferanten des Pferdefleisches w ermitteln und ans den vorhandenen Buchern festzustellen,, daß fast tätlich dem Apeisewirth QuanZitaten Pferdefleisch zum Beträge von 30 bis 40 M. und mehr geliefert wurven. Gegen den Speisewirth wnrde Anklage erhoben wegen Betruges und erfolgte seine Verurteilung zu drei Monaten Gefängnis, -weil nur fcstgestellt wurde, das; er feinen Gästen "in dür Zeit vom 20. September v. I. bis Juni d. I. fast täglich Pferdefleisch statt Ochsenfleisch verabreicht hat. . ,!::. . jr Tie Uebcrschwcmmung in China. .Ticntsin. 4. Aug. Ueber die Ueberschwemmungen in China, von denen nur iparlche Berichte bis zeyt lncrher drangen, erhalten wir folgende Mittheilung: Augenblicklich befinden wir uns .auf einer Insel. Zuerst trat der Peiho infolge heftiger Regengüsse aus seinen Ufrn und fetzte das franzonicke Stadt viertel unter Wasser. , Bald daraus durchbrach der große Canal, der von Peking nach Nanking führt, sein linkes Ufer und überschwemmte die ganze isfcenc, die nun einen See darstellt mit einer Tiefe von 3 bis 10 Fuß. Soweit das Auge' reicht, ist alles bedeckt mit Wasser, und wie. weit die Ueberschweinmuug geht, ist nicht möglich zu sagen, da jed,e Verbindung fehlt. ,, Aus Peking Xea zehn Tage lang keine Nachricht. Nun hören , wir, das; auch dort alles weit und breit überschwemmt ist. Die Grate, die bereits gut stand, ist vernichtet. Tausenoe sind brot und obdachlos geworden. Ein jedes trockene Blahchen leider sind deren nicht viele 1 wird von den Vertriebenen besetzt. Auf dem die europäische Niederlassung und die chinesische? Stadt in weiten Vo gen umziehenden Erdwalle haben sich etwa 20,000 Flüchtlinge niedergelassen. Hoffentlich hält der Wall dun Elemente stand. Der Eisenbahndamm in Tientsin nach Tongku ist gleichfalls von den Armen besetzt worden. Schlimmer stehts in und um Lutai, einer Stadt auf der Bahnlinie Tongkn Naiping, wo die Landbewohner mit Hilfe der stationirten Truppen die Linie auf eine Strecke von 30 Kilometer zer stört haben. Das Landvolk kann sein Vieh nicht mehr ernähren und verkaust es für Spottpreise, - einen Ochsen z. 23. für etwa einen Dollar? Leider, bleibt es nicht beim Vieh Min, schon ' haben sich Händler eingefunden, die den armen Leuten ihre Töchter abkaufen, ein Hanvel, der in China noch in: Schwünge ist. Unterstützungsvereine haben sich sofort gebildet, doch woher die Mittel nehmen, um Tausende und Abertausende unterzubringen und Zu nähren auf Monate hinaus! Denn diese Wassennasse wird vielleicht im nächsten Jahre erst verschwinden. B or zwei Jahren ' hatten wir eine kleine UeberHweiNnung, und vas Wasser hielt sich ein ganzes Jahr hindurch. In Sh2ntung, der benachbarten Provinz ' soll der Hoangho Gelbe Flusif seine ' Ufer durchbrochen haben. Noch fehlt eine Bestätigung; falls es aber wahr ist. dann sind Millionen wiederum ohne Obdach und i Nahrung, wie cS'vor zwe! Jahren iy' !der Vrsvinz Honau geschah.--'.' t ' '.;! &'( n t l o b u n g. Ja; eige hiermit Vcrwandten und Bekannten an, daß znein Verlobung mit Fräulein Amanda Foldbc?g .rückgängig gemacht worden ist. Nur wer die.özvhe ihrer Mitgift1 kennt, Wird die Tiefe , meines , Schmerzes zu würdigen' wissen. E. Strebe r, Referendar. . , , . i Die 5k lein hei tliegt wenig k in den Gegenständen, als in den Messchen, die sie betrachten. '

Berühmte Gravstätten. Washingtons, Lincolns und Wilhelms I. Grab Nachdem die New Forkcr es sich sünj Jahre lang haben gefallen lassen müssen, wegen ihre? Knauserei gehänselt zu rden, haben , sie jetzt endlich mit dem K$an des so lange geplanten Grabmo. numcntö sür General Grant begonnen. Uebrigcns haben die Grabstätten Waihingtonö und Lincolns ähnliche Schick, saic gehabt und auch die Errichtung des Garsield-Monumcnts auf dem Lake BZcw Fricdhose in Clcveland hat sich ungebührlich verzögert. Washington starb in Mmmt Vcrnon im December 1709. Am ' Tage, an welchem die Traucrkunde in Washington , eintraf, 23. December 1799, beschloß der Conrcß die Errichtung eines NationalDenkmals m der Bundeshauptstadt zu Ehren des .Vaters des Vaterlandes."

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.'i' .r f J- Z-K. SU' H 'l 'X Pjtj.. itiÄ & , mm m i ml ' !;i: Vashingtsos SradstaUc. Dieses Denkmal ist aber erst achtzig Jahre später fertig geworden. Mit Washingtons Grabdenkmal trat eine ähnliche Verzögerung ein. Ueber dreißig Jahre hatte der Held schon auf dem Friedbofe geschlummert, (und mehrfach wurde der Versuch gemacht, die Leiche zu' stehlen) da endlich wurde das cmfache Grabdenkmal fertig, welches jetzt die irdischen Ueberrcste des ersten Präsidenten und seiner Martha birgt. Eine Gesellschaft von patriotischen Frauen hat daS Grundstück, auf welchem das Denkmal sieht, später angekauft, damit es nicht von einem Spekulanten erworben wurde, welcher die Absicht hatte, Washingtons Grabstätte vom Standpunkte des Dime Show Besitzers aus auszubeuten. ' ' "J. '. Vas Lincolu Llenucvt. Abraham Lincoln liegt bekanntlich in Springfield, Jll., begraben. Er fiel der Kugel, des Meuchelmörders am 13. April 1865 zum OpZcr. Die Leiche wurde nach Springfield gebracht und auf dem Oak Ridge fricdhose daselbst temporär bestattet. Erst am 15. October tonnte das imposante Monument, welches sich zetzt uvcr den tec beinen des Märtyrer - Präsidenten erhebt, eingeweiht werden. Das Monumettt ist aus weißem Marmor errichtet mit einer aus Bronce gebildeten Por-trait-Stätuc Lincolns,' und vier Bronce Grüvvcn in den Ecken des Denkmals. darstellend die vier Waffengattungen, Jn?antcr:e. Rettcrck, vlrtlller'.e uno Flott.'. r, WÄÄZA' .v w r W t .1---- -r "V. . . . tf . SS-A'S-"1. VjT" i.-rriv-WiSt-:itsW'- a . mmm 8 . - if' t-"" '1" V nw- "7? -fe, . V CharZskkkndnrger f&dnUlthvaL '"" 1 i1 ' . . . Die Grabstätte in Charlottenburg bei Berlin wurde von Friedrich SU Helm III. sür Preußens vicldcwunderte Königin Luise, die Mutter des 5?aisers Wilhelm I., errichtet. Später wurde dort öle Leiche ihres Gütten veigezetzt und vor - Zwei - Jahren ' fand - auch die Leiche des alten Kaisers Wilhclm dort Aufnahme. Das Mausoleum 'ist eine der bcruhmtestcn Grabstatten der Welt, so bescheiden , und anspruchslos auch das öleußere erscheinen mag. - LZauchs Künste l crhand hat das Innere wunderbar aus gestattet Die Marmorfigur der Königin Lulfe wird zu dem , Besten gezählt,' was die bedeutendsten dentzchen - BildHauer dieses Jührbundert geschaffen haben., ' . 'Engsend's , schönste Grabstätte ist das Mausoleum des Prinz-GcmahlS Albert zu Frogmore, errichtet von der Königin Victoria. Das Grabdenkmal des Gencrals Graut scheint, nach den vorliegen den Plänen, ganz außerordeutlich prunkvoll werden zu sollen.'" Wenn es künstlerisch nur besser ausfällt, als das Garfield Denkmal in Clcveland. W :l V a t er: Meine Tochter Kathi hat zwar 10 Unglüch einen kur zm Fuß zu besitzen, indessen will ich gerne, toenn ein . anständiger Mann um sie anhält, ' die Differenz mit Tausendmark Scheinen ausgleichen!" Freier: Herr Eommerzienrath, haben Sie nicht eine mit zwei kurzen Fü ' lm v , W-4 r-"r. ; ; ;'; , v pty fir r; Ein gegangen. Mann: Was ist denn heut' mit - dem ' Kaffee?" , Junge Frau: Ich hab' ihn heut', nicht 'gemacht !" -. Schwiegermutter: v Ich auch nicht!", Üöchin: Aber ich! Was ist denn damit?" Mann: ' .So 1 gut war er"noA n!e j,K

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ifir' ' Wenn eS ans dem Gebiete der:arbeit! sparenden Erfindungen, so weiter geht, werden wir die, dienstbaren Geister baft entlassen, die Hände ganz in den Schoof legen und das schnurrende Rad für uns schassen lassen können. Da hat txx .Deutscher wieder einen' Mechanismus erfunden 'welcher uns diesem begeh, renswerthen Ziele um ein Erkleckliches näher brinat. eine Uhr. welche uns in der Frühe das Licht ansteckt, uns alsc jrr?-rsW""1K ' Z' !. iQr'b --r---y : j&i-'-TZTTt ; ' K mmi ' 'X '.,T-i'si jx'f isa - , j.- ' fcd';-? mahnt, datz es Zeit ist, aus den Federn zn kriechen und das erste Tageswerk, di Toilette, zu beginnen. Auf dem Socke! ,der Uhr ist ein Leuchter angebracht, in welchen? 'ein Stearinlicht , steckt. ! Von dem Docht reicht- ein Zünder nach de: Uhr hinüber. Sobald die Stnndk schlägt, auf, welche der Wecker gesetzt' ist, geht dieser los und, gleichzeitig fallt ctr Hebel aus ein Streichholz, dieser fc den Zünder in Brand und der Zündn den Docht. ,Wenn man durch den Wecke, . IL ' ' ' UliC" rf1 i y" - . aus, oem qiat germien it, vrennl ciic; schon däs Licht. Ein Tuell um 'jeden Preis. o; :e Unmasse Duelle, welche durch dik .letzten, Enthüllungen über den Voulan glsmus veranlagt worden stnd. geben den Franzosen viel Stoff zu ernsten wik spalgen Angnften auf Die Duellirucht. Aurelten Scholl widmet der Sache ebeu falls seine Wochenchronik im Matin" : er rügt die übergroße - Empfindlichkeit tJ-.L i'. v 'jti t. Jl- 'f.. nillullzer euic uno inaegt ncz oann Lustig über die absolute Ungcfährlichkeit der meisten Duelle, von denen man sich eines Schadens für die 'Bevolkernngs zisser Frankreichs nicht zu versehen habe, sowie über etliche Fornlalitäten. z. B. über die, nach einer leichten Rit zzungchcr Hand oder des Armes erklären . '.,... . -f 'ZU , iazzen: otc .ancen ungleich geworden sind, hat auf Gutachten de: Aerzte der Kamps aufqehort." Wann sind jemals, meint er, zwei Gegner Mit gleichen Chancen auf den,. Kampfplatz getreten? Fast immer ist der eine star ker als der andere, sei es in der Uebung der Waen, cl es an körperlicher Kraft ; der eine ist klein, der andere groß; der eine ist 25, der andere 50 Jahre alt : der eine steht wie eine Eiche, der andere Zittert und bat Verzklopicn." Wo tit da die Gleichheit? Dann erzählt Scholl folgende amumnte Duellgel chlchte: Ein bekannter duellfrcundlicher, Von evardier, Georges dc Eadoudal. tras eines Abends einen feiner. Freunde, den Baron K. Ich werde mich morgen früh schlagen," erzählte er ihm.' 23o denn?" Ich wein es noch nicht." Schlagen, Sie sich doch .in, der Nähe von Versailles. Sie kennen mein Haus um 12 Uhr erwartet Sie cm fernes De jeuner." , Gibt es Austern?" fragte Eadoudal cv .-..v i-rrr? jT. . st' iv k '"' za, unv voriressiillie ligaoiiv. Auch Rebhühner?" Auch Rebhühner, überhaupt Alles, was dan gehört." ' ' ' ' Abgemacht, ich kommc! ' ":r'k:':'vi führend der Baron nach Versailles fnhr, kamen die Zeugen Eadoudals zu rück. Nun," fragte er, wie steht's?" Gut." hieß es, , die Sache, ist beigelegt!" Eadoudal erbleichte. Beigelegt? Nicht möglich!" Ter Gegner hat um Entschnldiguno aeoelen. ' ' , t 1 ' . - . . . -,n !! :! mt. , Ich will Nichts davon wissen!" wir könncü uns doch unmöglich 'an den : Tisch setzen, wenn aus dem Duell nichtZ ewordtnist!" -'-1' , "W i Das ist schlimm. Aber es ist nicht zn ander!:." Gut," sagte Cadoudcl ent schlössen, wie viel Uhr ist es jet?" ' Ein Äicrtcl nach 11 Uhr." , Ais Mitternacht muß ich ein andres Duell haben!" UM Eadoudal ging von Cafe zu Eafe. suchend,' 'wen er 'vorIchllnge." Aber er fand nichts.'-' "i: : :jDc. Gute an der Geschichte ist. dafi das Dejeuner, das einmal da war, 'auch ohne Ducu verzehrt wurde. mi ' ?- ..-t' Iii.!" Vl t m U"!:.i I ! "!!'' . , . , E i n i n t er es s a nt c s V ol lU. m I f " .w, , Wl !: i ' 's "4 zelstuckchcn aus Adrianopel wird in a . ? Jl' cr t i i - ' ' jj : '.li-'" ' i "i '' ;i E i i ' iuitiu;ea iuiicin ; erzay u. 5 in dort seit langem ihr' Wesen eine 'Di bcsgcscllichaft, an deren Spihe' feine Frau, die, Wittwe eines .vsmanischcn ttramcrs. stand, Man ,wun:e ' recht wohl, daß diese Dame mit ihren Weiblichcn und männlichen Gehilfen schon viele Dicbesthaten ' vollführt, hatte, doch war es sehr' schwer, dieselbe bei 'einem ihrer, schlau angelegten Pläne zn überraschen. Da entschloß sich denn ein türkischer ' Geheimpolizist, der Dame einen Hcirathsantrag zu' stellen, auf welchen diese nach kurzem Besinnen anch einging. Sie verlebte mit ihrem neuen Gemahl zwei frohe Wochen, die für diesen gerade hinreichte Winkel der Gesellschaft und , die von ihr zusammen geraubten Schätze, kennen zu lernen. , , Er stattete darauf seiner Behördc Bericht' ab. und eö wurde vcrabredet, die gauze .Bande bei einer passenden Gelegenheit' aufzuheben. Als aber der Tag herankam, war der Detcctive mit seiner Gemahlin verschwunden, und zwar unter Mitnahme. der,Kasse'und der Wcrthsachen, die man , auf mehrere Tausend türkische Pfund schätzt' In dem Kampfe, zwischen der Libe und seinen Dienstpflichten hatte erstere' den Mieg , dvongeträgenZ'! Un't e r h a l t u g s g a b e ist die Kunst, Andere glauben zu machen, daß sie selbst geistreiche Leute sind.

Für tfietnemt Leute.

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Waruul denn nicht?" 5 . s,J Weil. . . .weil uns morgen nach dem Duell ein seines Teleuncr erwartet, und

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eweVlauderelvonSäns V!. Ein femeS. bleiches Gesicht, in welchem das Madrider Nachtleben bereits mit freilich noch unsicheren Fingern her umgegraben hatte, groue unrumge schwarze Augen, deren Bück muve uno rcsignirt wurde, wenn er auf Feld und Wald oder überhaupt auf etwas Leblos ''L1,'1 : i - :; ' i . ?em ualleke, aver Feuer warf, wenn eine Frauengcstalt an , ihm vorüberzog, ein schmaler schwarzer Schnurrbart, dessen spitzen nur nach Mitternacht Stunden der Demuth zu haben pflegten den Cylinder und die wne Kravatte auch auf der Reise traaend. und trotz der Reise der ganze Mensch parfümirt . das ist das Signaleinent Manuel T.'s aus Guadalarara. eines meiner Freunde, der mir jcyt im Eisenahnkupee gegenübersaß. Vor einigen Tagen hatten wir uns im afe getroizen. Ucbernivrgen werden wir Beide nach Toledo fahren." Wa?um?" Warum?" Um's Leben zu ändern." -Ich bin schon verschiedene Male dort gewesen.? . Aber niemals mit Ucherwachung". Außerdem giebt es dort kein einziges hübsches Besicht." , , ' Ich werd' Dir schon welche, zeigen. Außerdem; was gehen Dich immer die Gesichter an ? Was hast Du Dir sür Gebränchc angewöhnt? Anstatt in die Eortcs zu gehen, um zu hören, wie die Männer schimpsen, gehst, Du in's Case Sienä' und siebst z:t, wie die Weiber Kuchen t)ci Du sollst Dich doch schämen." , , , . . Warum?" . , , ... , Weil Du ebenso bist, wie wir. , Du bist ein entartetes Exemplar der fachstschcn Nasse." Danke." r . . ' ', .. . . ;: -t No hay de que " Das war der riegsrath, in welchem' wir djc Expedition nach Toledo beschloß scn Z' jetzt eben befanden wir uns auf dem Wege dahin. - ' Weich und wcllenschlazend flog 'die . t- : . ' ' ' J -T m t laumiajc uocne vorvei; zwischen ivcaorid. und Toledo nicht sehr und nicht so bald,Opfer der Sonne, wie in Aragonien und in anderen Theilen Kastiliens, trägt sie eine nur für kurze Strecken unterbrochcne 5kultur, welche' so eirzträglich ist, daß die Doner, ,, von, denen sie ausgeht, sich den Luxus freundlicherer Farben, soliderer Bauart und auch gröfzeren Umfangs haben erlauben können. Getreide, Früchte, der Wem erst an letzter Stelle. Die Scacht zog herauf, langsam. Sie schien aufgehalten zu werden durch den hellen Weizen, der den Weg an beiden Seiten begleitet. Plötzlich horte er aus und Felsen traten an seine Stelle. Nun sank die , Nacht doppelt schnell und doppelt finster ; aus der beginnenden Schlucht schien sie entgegenzukommen. , Mit auf die Brust geZcnlteui Ha;:pt beobachtet man den Ursprung der Fclseii die als niedrige Schollen aus dem Boden ragen. Aber nur wenige Minuten dauert es, uud man muß den stopf immer höher heben, muß ihn endlich in den Nacken werfen, um die Gipfel, welcheMn ausgewachsen sind, zu Unterscheiden. In dcwsclbcn Augenblick, in welchem -das geschieht,' hält der Zug ; er hält nicht allein, weil hier sein Ziel ist, sondern auch,' weil der Wall zn hoch ist, als daß er, weiter könnte hier liegt Toledo. , ' 5 ' , i. r jEs ist keine .Cennora lauch keine Sennorita.' vorhanden, deshalb ist., es ganz egal,' wo wir iuvi hinsetzen, auch ganz egal, was wir sprechen", charalterisirte jich Manolo. als wir, uns on der Table cl'Kots der Fonda' niederlassen wollten. . ' Es war zehn Uhr,, als wir uns in das gegenüberliegende Case Suizo begäben, um Kaffee zu trinken. Mi das besorgt war, griff, ich nach Hut, und 2tßck' j. -i 4 y. i' . 'iWak fällt Dir cm? ' Wo rennst Du hin? ,t u- Wohin Dn mir nicht sorgen kannst." Nicht kann? Höchstensnicht will. Unterhältst etwa Bezichunzen in diesem Nest?" cyrt 1 "i , ' ' , v'U. 8 - lind zu wem, wenn ich fragen" barf?" , ' , , ' j: ,Zn einem kleinen Frauenfuß." : Das ist' ja recht hübH. GrM sie' von wir." , . ' . , . ': . .' . ' Gern." ' 3 Bleib' nicht zu lang' hier in Suizo wart' ich auf Dich." , , ,r, '" ': GÜt." ." f,f ! Ich tappte, mich durch die , dunkle, stille Stadt : hindurch. Am Rande der Tajoböschung i angekommen, begann ich f.A.?L-Z .. , i ' ' izinavzilclg?ff; . vaio ; gielieno, oaio springend, manchmal nur, durch den vorgehaltenen Stock vor dem Vornüber fällen gerettet, langte ich unten an; v?r mir sag der, etwa sünszig Schritt - breite Tafo. -.,1 , ' n? . . , . ! ; Stille Nacht. Nur Stcrnlicht aber es genügt, um die Grenze zn bezeichnen, welche, die Fclscnboschung des Tasom! fers droben , von dem Himmel trennc. Wohl dreihundert Fuß ragt sie empor; hoher, noch auf dieser Seite. Wenige Schritte rückwärts eine steile Feljcnschwelle; auf d-n Rand, derselben gcstellt, mit, ihr zusammen vielleicht achtzig Fuß, die unversehrte i arabische Mauer. Darüber. . wiederum etwas, zurück, die Mauer dcrWestgothen ; sie schiebt an dieser Stelle ein kleines mit Trümmern bedecktes Plateau in den Vordergrund, auf welchem man heute 'etwas baut, ich weiß nicht ws. Diese Trümmer bildetcn einst den Palast der Gothenkönige. Und dahinter und zugleich darüber sinstcr. Trotz über Trotz, Einsamteit über Einsamkeit, Toledo nach ' dem Beispiel der mächtigen Mauern auch in seinen Einzelheiten auf Troi; und Gefahr eingerichtet." 1 Wo es die Absicht nicht bestimmte, bestimmte eS die Natur; der Felsendiskus, auf welchem Toledo, sich erhebt, zwingt ' dasjenige, was hinten steht, höher zu sein und trotziger zu scheinen, als das im Vordergrunde.

' Hier unten am Taio. im Bereich der

-öand. der mächtige Stumpf eines Thurms.' In eine der beiden Granitsäulen. welche den gothischen Bogen stützen. istFineMarmortasel eingelassen ; bei Tageslicht sieht man die im Basrelies 'ausgeführte gothische Inschrift; es sind wohl hundert Worte. Das sieht jo Aar .llitd.so verständlich aus, aberMn Buch, rein Tolcdauer ha: mir sagen könnenwas sie bedeutet. ' Also stille Stacht. ' Nur Stcrnenlicht. kein einziger Mensch die Stunde gchört sich selber an, die Umgebung ihrer Vergangenheit. 'Damit die Felsen nicht allzu, pragmatisch dreinschauen, nicht zu sehr unwidcrlcgljchcn Augenzeugen glcichcn welche' das in diesem Felsenthat Geschehene zwingen, Geschichte 'zu sein, weiter nichts als trockene, gemeinoerständliche Geschichte, zieht , der Nebel das Thal hinab zusammengeballtes Sterncnticht, wagcrechter Streif hinter Streif. Die Felsen verschwimmen, ihre strenizen Gesichter werden weich, ' die Zeugen der Geschichte werden Mitwisser der' Sage.' - 'V - . Still ist auch der Tajo. ' Schweigend aus der Ebene an dies Fclsplatean herangekommen, erblickt er Toledo und bekommt Stimme; mit Sang und Klang schneidet er aus dem Plateau, den .Dis kus-heraus, auf welchem ' die spanische Ritterheimath sich erhebt. Aber) bevor er noch seinen Kreis beschrieben . und. in die Ebene zurückgekehrt ti,t noch inmitten dieser hohen . Felsen weilend, saßt, er den unseligen Entschluß zu schweigen. Unselig denn sein Schweigen läßt es zu, daß ein .Mcnschenaugc, sci es drü: den von den Felsenkuppen oder hier von der , Burg des Gothenkönigs aus, ainflncrksam ' werden mußte, wenn es aus seiner Fläche sich regte,, sei es auch nur eine Hand oder ein Fuß Florindens Fuß , Dieses ist die Stelle. Unter dem Schutz dieses Thurmes pflegte sie mit den anderen Edeldamen zu baden. Die gothische i Grafentochter war indessen schon lange zur Spanierin geworden; und so siel es ihr denn eines Tages ein. zu behaupten, ihr Fuß sei kleiner, als oer oer anocren amcn. tzt women die Wahrheit erfahren; so verließen sie denn die schützenden Mauern des Thur mes, . eilten an den Strand hinab, stell ten die Füße nebeneinander' und 'verglichen. Oben aber, am Fenster seiner Burg, stand König Noderich. ' Gleichwie Flo'rinda Spanierin sc war auch Roderich längst Spanier ge worden. Ein. Frauensuß, auch wenn derfclhc au und für sich schon klein und schön ist, ?ersiv''mt doch, unten am User spielend 'und von der Höhe eines Pa lasteZ aus gesehen, nicht nur in der spaNischen Einbilduna noch kleine? und noch schöner. Noderich besaß das schönste Weib im Gothenreich, die blonde Cgllona dennoch versie! er Flormdas kleinem Fuß, und wenige Tage darauf siel Flonnda. Wenn den Völkern eine Episode in ix .Tjf.ijf.L. .-.i. ..: .i. x. iyrer vzirzu) mi'i ywiuiii uiuji yc nüat. toeil eine ihrem Charakter fernstehende, nach eigener Selbstsucht und eiaene? Leidcuschaft handelnde Personlichkcit dieselbe' in die Welt gesetzt hat, und ,sic sich darum in dieser Episode nicht wiederfinden können, so bilden sie dieselbe auf der Grundlage einer 'ihrer Lieblinasleidenschäften um unb schaffen die Sage. 'Die Llcblingslcidenschast der Spanier ist die Liebe. Mit dem Schlüssel, als welcher ihnen diese Leidenschast für alle Fälle dient,' in welchen sie sich nicht verstehen, fällt es nun zu-' fammen, daß der Untergang des ReiTt?rtl t S1 Tfirtf 'tt Vier VijCV VVV ivVi(iliV4Vl ti VV MIH tit VHk Kalten des Weites zu suchen, dan diezcs Walten geschichtlich ist.' -r-ir, Aber 'aus'' den 'Liebcsranken dreier träge und Langsam , sich hinspinncndcn 'Lrama machen ye, immer an oas pioyiiehe nnKprnx'vAhetr' (yinietien Und Rollf VV wm w f ---y " ., .! brlnaen der 'Leidenschaften - ihrer eZze nen Persönlichkeit denkend, ' eine KataT ' t ,-'. -'' t-' i 'V strophe, weuüe nur eine erunoe oauerie das Blinken von - Floridas kleinem - , rrr-r.fy -xp fJV f ,.,,,, .,., ' Daß die Araber nach Spanien' kamen, ist ihnen nicht die natürliche, längst vorbereitete, Folge des bereits dreihundert Jahre währenden und nun endlich reifen f . I . '!; il -i i .; .ji'-.l. ill .r- .,";! If , -T'i ;!( 9 ' . c '! 1 .rti -t rf" .j. V! ; Zerfalls oes ! olycnreicys ; ; ";;ncin' Graf Julian, der Vater des entehrten Mädchens, rief ans Rache die Araber 't-: W ' fii.-:.'" zrt .JJ'" f in oas ano, uo varum auein, mivvibereitet wie sie waren, fielen die Gothen Sie,' die' Ahnen der Spanier konnten nnr dnrch l ein Weid fallen,' denn durch ein Weib zu fallen gehört zum spanischen Wesen; ;' allen anderen Machten waren ., "'1 ; i . t...,i-f.h . in .., .Ä' . il ".y sie gewachsen gewesen. U)urcy cm Wen also ging Spanien verloren und nun später erweist die Geschichte dieser spanischcn DelbsichäraZtcri'lik den Gefallen, ohne daß sie es diesmal nöthig haben zn ihrer Bestätigung eine Sage, zu crsin''''.lU':..'!! f'i. ? fl . S. . r. ."l'if nen : 0ie vqa;ia)ic veweiii, vllfl Spanien oder vielnichr der, letzte Nest Spa niens dnrch ein Weib wieder an die Spanier zurückfiel. In der Stadt der Weztgotyen war es ein uemer ge wesen, in den Säulen , der Alhambra waren es die schönen Auaen Aorayas. welche Zwietracht säeten Zoraya , heißt Morgenstern, den Mauren GranadaS war sle'zumi'AbendsternIz ?s,Ms",,Äft.AHeit! tJJ-ii ! ' & ' ' "" r-f'-i, ä'M :'c kühlen, ponven xretocn icincr e schichtsschreiber und Gelehrten, der Ge dankengang dieses Volkes ,n allen seinen Schichten. Weit davon entfernt, Worte für sich zu finden oder überhaupt sich Recyenazt uver )tnt isrtjzenj aoiegen zu können, äußert sich' derselbe allein durch eine poetische Laune, durch die Sge. Wenn man sie üher die letztere befragt, so verstehen sie dieselbe nicht zu begründen; wenn man selber sie ihnen begründet, so , lächeln und leugnen sie uno glauben nicht, daß sie das Geschlecht der Gegenwart, in jener verschollenen Sage die eigentlichen handelnden Helden sind. WMMMW'A,H Hier und da handelt freilich Einer ., ' . ' ' , " '''

Jahrhuuderte, ' aus dem schleichenden Gift, welches das Mark des stolzen Volkcs nur ällmalin verzehrtes aus einem

der Sage gemäß und bildet ' sich später ein, daß das, ' was er bereits bei der

Geburt mit aus die Welt bekommen hat. ihm von dieser Sage in das Ohr ge flüstert wurde. 1 Als ich zum ersten Mal in Toledo war. mußte ich, dem Trängen meines damaligen Begleiters nachgebend, mich mit .demselben an den Fluß hinab begeden; es war ebenfalls Nachts Der Andere lieg Uch unter der Bogenpforte des gothischen Thurmeö nieder- und starrte in das dunkle Waner: ich dachte wie heute über die Sag? nach. Eine Viertelstunde verging, dann mahnte ich ..., .,.,...., ...T " "C zum Ausvrucy. cner yalle oeioe .pande vor : das Gericht gelegt und wemtc. . 1 .,. WaS hast Du?" 1 Tas geht Dich nichts an!" j Ich will wlssen, was, Dn hast f ,Du rcrstchst nichts davon!" ' ..Endlich lächelte er. Vor acht Tagen War ervonVälladölid hierhergekommen und ' gehörte " als , Fähnrich der Kriegs schule von Toledo an. ' Jn Lalladolid hatte er ein, Mädchen lieb, welches , ihn hinhielt und weder Ja noch Nein sagte. Vor einigen Tagen hatte er - an sie geschrieben und sie gefragt, ob sie. nicht endlich gnädig sein, und dieses Jä oder Nein . endlich sprechen wolle. Heute wär ' die' Antwort eingogangen sie schrieb, daß sie sich äußern werde wenn er wieder nach Valladolid Anrückgekehrt sei. .W!ehr"" 'sagte' er mir nicht: nicht, weshalb er durchaus in der Nacht in das Bad Florhida's hinäbgcwollt hatte, auch nickt, weshalb er nun hier weinte. Das Mädchen wußte, daß die Fahrn riche nur,cimna im Jahv wahrend des Sönimers H Urlaub . dclommcn.. Sie hoffte, daß dicze Liebe wahrend des lan aen Jahres., welches zwischen Trennnna und Wiedersehen laz. vergehen und später nicht mehr die Rede von ihr sein würde.' ' ';""! r';: -: ' ' ! V " Es ist bezeichnend: an dieser Stelle, an welcher' der Gothenkvnig um eines Mädchens willen sein Reich zu Grunde gerichtet hatte, an eben dieser Stelle ermuthigte sich 'dieser Spanier, gleichfalls eines Mädchens wegen, seine Carriere 'zu Grunde zu richten; am anderen Tage desertirte er.. Das Mädchen hatte ihm geschrieben, sie werde iljm bei seiner Rückkehr Llntwört, geben ; er konnte'cs nicht aushalten, er descrtirte, um diese Antwort schon heute Zu haben. Ich wiederhole es, - das ist bezeichnend, aber noch bezeichnender ist es, daß der Eo::imandeur der Kriegsschule, ein auch nach außerspanischeu Begriffen sehr strenger Herr, als er die Gründe der Desertion erfuhr, dieselbe tootzöwicg, und daß endlich der Vater des Verbrechers, seiber ein höherer Ossicicr, augenblicklich das Selbstverständliche der Angelegen heit einsaß den verlorenen Sohn ohne ein Wort der Rüge empfing und ihn im Hause behielt. Die Nacht war vorgeschritten; eö siel mir ein, daß Manolo mich im Eafe Suizo erwartete. Ich kletterte wieder die Böschung emvor; in der Stadt angelangt, kletterte ich weiter. Ich kletterte. Denn die Bevölkerung, welche in Toledo ihre Wohnsitze aufschlug, war zugleich eine ' Besatzung. Diese Besatzung hatte so zahlreich wie möglich sein sollen; dazu bestand sie aus Edelleuten, von denen Jeder' ein HauS für sich allein beanspruchte! Der Raum, welcher, zu Gebot stand, war indessen nur klein, besaß nur fünf Minuten im Durchmesser; er erstreckt sich nicht über eine Fläche, sondern' über eine Halbkugcl, welche wiederum ihre eigenen Hügel und Schluchten besitzt. So galt es denn Häuser auf Kosten der Straßen zu bauen. Die letzteren haben natürlich darunter gelitten. Man hält den Stock, bald vor, , bald hinter sich, um nicht zu strauchelu; ein Spaziergang ist ein sortwährendes Stolpern und Springen. Mit eben demselben Stock erreicht ntän fast immer die gegenüberliegende Seite der Straße ; j oft aber ist sie auch so schmal, daß man beide Wände berührt, wenn man nur die Ellenbogen spreizt. Begegnet man einer. Frau, so ist man gezwungen, dieselbe an die Brust zu drükken; that man das nicht," so kann sie nicht vorbei und man beträgt sich ungalant.'" Wenn man am Eingang einer dieser Gassen, ' oder, . vielmehr Gange steht, so 7 scheut man sich, einzutreten. Denn er zcheint nicht für die Ocffcntlich keit bestimmt zu sein, sondern! als vcrboteneö Eigen thum zu den Häusern, zu gehören, welche ihn bilden. , Alles ist still; denn Wagen können hier nicht ergehen. : Nicht das Leben , der Straßen r vti-': L 2 ' f 1" f.'"!'.' !' ' . . "' ' .f ' laiaur in vie aujcr yineln, ivnoern oasLeben der Häuser 'in ) die Straßen ;z auch bei lausen aber ist man Entfernung weniger Schritte eine Wand, welche sie durchquert ; 1 erst, wenn man diese Wand berührt, weiß man. ob es ein plötzlicher Winkel der Straße oder die Fläche einer Querstraße oder ob dieses der Schluß einer Sackstraße ist. t4i- An dem vorausgesetzten Ende , dieser Gassen hörte ich stets ? das Echo meiner indiskreten deutschen , Schritte. , , Ich sagte es schon, Toledo besitzt in der Luftlinie nur fünf Minuten Durchmesser das Echo meiner Schritte war mir so peinlich, daß - ich oft auf .den Fußspitzen zu gehen versuchte und bei mir dachte; Himmel ganz Toledo muß es nun anhören, daß Du um diese Stunde hier spazieren gehst :, und wird sich wahrscheinlich darüber aufregen. 1 ffl ' i !:, " 'S ':.!! :.Ü ,!JI'S!i1 M ' ' " '" .'! W ' 1 V 1 . , Zn meinen Häupten Wappenschild an Wappenschild. Die Balkons dieser Seite manchmal die Balkons der gegenüberliegenden Seite berührend. Die Eisens siangen der Fenstergitter,' welche der Lust zur , Liebe Schranken setzen sollten oft nicht, wie es in ganz Spanien Gebrauch ist, rechtwinUich, sondern nach arabischem Brauch die Fenster in der Diagonale kreuzend. In diesem Jahr hundert hat man in Toledo keine sechs HZnfer gebaut; ebenso wenige im acht zehnten und im siebzehnten. Der dritte Theil sämmtlicher ü Häuser ist arabischen

t. I i -V il l!

NrsvrungS und. bewahrt heute noch sem Gesicht von damals ; ein düsterer, verschlössen Ziegclbau. welcher kein Ant litz besitz:.- sondern nur einen unschönen Rücken, und denselben der Straße zu' lehn. Beinah: zwei Drittel der Häuser aber besieht aus den zweistöckigen, mit g??

ßem Stcinwavpcn versehenen. m lltpxi rade Platz ' war für ' den Don, die Donna und die Suinorita des Hauses. Da wohnten ' also diese kastilischen Damen, sür welche man das stolze Wort Donna" erfand ich' kann c5 mir denken daß sie in diesen engen Häusern und versteckten Straßen' sich in i ihrem Element befunden - haben. Denn damals wie heute würden' sie ganz zu frieden gewesen sein, 'wenn man sie nur ruhig Ränke spinnen ließ Zum Ränke spinnen aber eignen sich nicht die großen Säle, sondern die lauschigen Winkel, die Verstecke; und Toledo tiezitzt detcn ja so viele, da'es, fursik emSäradicgewe sen sein muß. -Wie mögen sie von Valkon zu Ballon gezischelt haben, um sich Blätter vom Baum der Erkenntniß , zu verschaffen; was mögen sie hier für Verschwörungen gegen " leichtgläubige Eltern und ' tölpelhafte Ehemänner ein gefädelt hben z auf was für Ausflüchte, inftX tsir 5?nrhiS! InÄ fftr MniU ro-w w m v p .... . I ,',Vf,l'-T h taten wogen ne nicht m dem inzpinren'' den Halbdunkel diese? kleinen Zimmer in der discrcten Verlassenheit dieser m gen Straßen gekommen sem! fSr-i.. ..!,?.. , j, ,' 'il ' : '!!.: -V .... , iZei zyun wir . 02s , u:a)i 1 Trtciir sagte mir nach meiner Rückkehr von To lcdo nach Madrid eine schöne junge Freundin, deren Familie srüher in dem ersteren anzaszig gewezen war, und wcl chcr ich gelegentlich meine in Toledo ge habtcn Gedanken mittheilte. Heute also tbutt sie das nickt mcbr " , .- Seit der denkwürdi gen Episode der Madame Angot befanden sich die Damen der Pariser Hallen nicht in solcher Ausregung , wie eben jetzt! Man ' denke .nur, . was passirt: Eine Dame aus jener Welt, in der man sich mnüsirt,einc viclbckannte Schone, hat einen Stand in den Hallen gekaust, den sie höchst eigenhändig versieht! Man erfasse die Endrüstung der .ehrsamen Hallendamen ob dieser unberufenen Nachbarschaft!' Die neue Eoncurrentin ..: t , . r csf i . ....... nimmr uongens inr nmr zeyr genau, täglich steigt sie von ihren Departements. um Uhr Morgens zum Hallenpavillio:: nieder, den Einkauf Zu leiten, dann be dient sie bis gegen 11 Uhr Vormittags selbst die Kunden, um später von einer glänzenden Equipage abgeholt Zu wer den, die sie auf ihr Landgut bringt. Natürlich hat Madame eine eigene Hallentoilette componirt, die aus thaüfn schcn Perealinerobcn besteht, welche? Schürzen aus echten Valenciennesspitzen zugesellt sind. Da man sich dem Berufe zu Liebe nicht die weißen Hände rmnircn muß, trägt die neueste Hallendame stets lange, bis zum Ellenbogen reichende Sarah Bernhardt - Handschuhe, und die kunstvolle Modefrisur verbirgt sie unter Häubchen, die. von einer ersten Modistin stammend, enlschiedcn oft mehr kosten. alS' das' ganze vorhandene, aus Obst und feinen Gemüsen bestehende Waaren-,, laaer. Wenn, die freunde . Madame fragen, ob sie in dem Hallen - Unternchwen vielleicht eine Altersversorgung seh?, pflegt sie entschieden abzuwehren und ernsthaft .zu behaupten, daß sie i Jtv i " w i ife it ii . uuiui otiLjuujjui (uivu jiuiuuiu; i iji Madame in den Hallen boycottirt, was sie mit anuna ertrZat. Die emvörten MM , rM..,G M,, ,.:! SAaal - AiM ,,. Nachbarinnen denken jetzt an eine be' hordliche Eingabe, von der sie sich aber wenig Erfolg versprechen, da selbst die strengsten unter ihnen zugestehen müssen, daß das geschäftliche Worgehen 'der' neuesten Eoncurrentin ' völlig ' tadellos gchalten ist. . Das Picnic im Walde. Ausgezeichnet gespielt haben wir und keinen Pfennig ausgegeben!' Wir hatten den Weg verfehlt,' da wußte ich' die Suppe ausesscn.' Das war mir Wurst. Der Förster schenkte uns klaren Wein ein., daß weit und breit kein Wirthshaus sei. Da lag der Hase im Pfeffer. Nun gab's gesalzene Reden. Zum Trost sagten wir Uns allerlei Süßigkeiten und zogen einander' Speckschwärteck durch" den Mund. Wenn schließlich die Nedac tion der Jagdzeitung ' diese 'Notiz3 aus. .y-'k- : r.. m l. rz- i-ft-ln licyuitu luuii'i, iviuiii. a vuuuuji noch einige Enten hinzufügen, so daß unsere Mahlzeit eine ganz ansehnliche . . M ' I "j '! , : "ü. '., iii- 'I I'!'". mrr-m ., i . , .. , - .... , . ,a t.i W Gesparte Hundesteuer. Welt, nicht mehr entbehren! i Frau Re fekc.,: Äck,,Hunde Anschaffen?,, Nee. die Hundesteuer können wir sparen : . i r r- 'ri ' ": : incin; iütann annai ia icu icocn l'u f'' "' " 11 ''b"n' "'L-Jl' l',M ' I: I-.1ÜH- - Ii -: .I,,-!. .1- ,, Aoend e,nen Spitz uit nach Hanse! . - - - :; ' -: ß c täuscht e H offnunge n. , Rutscher:' .eut' sabr' i' UrA Kavalier , ., 4 ,tr'- fmf - ' i ' fc. ,-. ... oa muy r recht stott fahren nach T 'M-i.r. :. rn.i.h.il.N'(i k.. . eine Viertelstunde gefahren W das macht m Die Gattin des S 0 N II taqöiSgcrs. Frau (zum Wildprethänd. v f jfui 4vyu f kvv .in. Um '' t . !'' rVlrt :..,. t ' P t .y. ,!i sCiüt 1 mein enn. oer cut d cc : r c ii tv ist, noch kommen, so sagen Sie ihm: ic!: ,hätt? .den'asenscho 'Jt .."!' jl. , ... '' :! ,vn ' V'1'1!1"1 .;; 0ä Bf l C l I l C PY0I0graph ( zu einem Herrn, der seinen Hund photozraphiren läßt) :J .Bitte, mein Herr, reden Sie mit Ihrem Hunde von einer Wurst damit er recht, freundlich dreinschaut !I W? Wchs. ; , i. - . .. ' !;,.,,:. , ? i"!,-'.. ! ßi ' ' -. - , ""ijf1- ' ' ' ij. i,:,:;.-' i,; ;; !!'lrlS ra g e'AWärVN''!tn man amtliche Rügen Nasen? Weil damit eiv ergeycn geroezen werven ou.

ge,: schmucklosen Edelmannshäuzern des 13. und 14. Jahrhunderts, in welchen , f . mt'.. h . ifi,..'11 neben geringem VedieNkenaclan ''ge

tiu u y Luvseite; , jiuiuti. Das ist z'wenig! Ich bin doch so schnell g'kahr'n!1' Aässag

läut Tarif 50 Pfennig'!. KutfHcrfür sich ) : Sacra wenn inWangW r '"Jr-'m ... . ... '".I,:

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