Indiana Tribüne, Volume 14, Number 24, Indianapolis, Marion County, 12 October 1890 — Page 6
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p VsSeZeiZc vss LlrtKu, Wllex.TeSeVT !i Tante Sybine satz in der Garten täube und stickte trotz ihrer 0 Jahr,! ohne Brille, Dle .semstn, Seidenmnster.' T!e schmalen weißen Finger zogm we , Nadel so sicher und flink durch den, dich tenCanevasund gönnten nch keine Rast, als müssten,' sie sür's Geld arbeiten. Weiße Löckchen quollen aus der, B5nderhaube und uVrahmten das jeelen gute freundliche Gesicht, dessen rehbraune Augen so mild und sanft glänzten. Tcr alten Dame gegenüber, jenseits KeZ grünen GartentischeS auf der elegant geschweiftm.Bank. saß chre Nichte Magda. eine 1Azä.,?ige Blondine -mit einein Gewirr Feldblumen' inl,2chooße und wand einen Strauß,,. .Jetzt hob sie das halbfertige, Bouqmt und. hielt es i über den Tisch hin ; V!; Wird es nicht hübsch, Tante Sa bine?" i . ,!,'; Tie Angeredete sah auf. Recht hübsch mein Kind, aber die gelben Blumm laß fehlen, sie passen nicht neben das grelle Roth " ; Ob Leonhardt sich freuen wird, Tante'?" Wie sollte er nicht " , Oh, es wird prächtig, die ganze Ferien bleibt er diosmal hier, da wollen wir spazieren, bhtunisirm nni weißt Du Tante, auch wieder fechten" Aber Magda, damit sollte es vorbei sein. Du k ist das- kleine Mädchen Nicht mehr, das er vor zwei Jahren mitfei neu Napiren spielen ließ " . Spielen, Tante Sabine ? Oh. ich habe Papa'S Drahthaube ausgesetzt und f geschlagen, wie ein Student. Leonhardt : hat H mir selbst bezeugt, daß ich jedem Fechtbodm Ehre machen würde und ! wenn t) auch furchtbar erschrocken war, ? als ich ihn in's Kinn traf, so geschah es , ihm dch recht, was war er so eitel und ; seiner Ueberlegenheit sicher, daß er sich bloö auf seine Parade verlassen wolle" Tante Sabine lies? die Hände ruhen und sagte etwas bestimmter im Tone: ;. Im Ernst, liebe Magda. dergleichen muß ein Ende haben. Leonhardt ist 3 Jahre, Du bist 17, er ist Dein fetter, sogar nur ein recht entfernter Vet' tcr, und was schon vor zwei Jahren meinen Beifall nicht hatte, daß Du mit ihm bis in den späten Abend durch Wald und Feld streiftest, jetzt darfs keinesfalls mehr sein. Leonhardt steht vor dem Staatsexamen, er ist ein Mann geworden und möchte es selbst sehr sonde'bar finden, wenn sein envächsencö Eonsinchen noch immer nicht wüßte, daß es aus den Kinderschuhen heraus ist. Dein Vater hat ihn sich eingeladen,nicht Dir." , Das Gesicht des jungen 'Mädchens verzog sich zu entern elgenwllllgen Schmollen. Das ist pedantisch, Tante Sabine, Du bist immer pedantisch. Er kommt ja doch meinetwegen. Papa ist ein berühmtet Arzt und Leonhardt wird's Vielleicht auch dereinst, aber ich bin nun einmal so arrogant, anzunehmen, daß er sich jetzt mehr für mich, als für die aufzebcnerregendcn Magenoperationen des Papa oder dre Hellung compl cirter llnochenbrüche interessiren wird." fch Stunde kaun der Wagen hier sein. Wollen wir ibm an den Torstrug entgegcngchen ' Papa ist ja selbst zum Bahnhof gefahren. Auch habe ich noch nach dem Essen zu sehen." So soll ich allem gehen?" Nein, Magda, Du sollst fen." mir heb Magda stützte den Kopf in beide Hände und sah verdrießlich vor sich nieder. , .. ... . . - - Das wird ja aber schrecklich. Jetzt -freue ich mich garnicht mehr. Als ob's eine Sünde wäre, sich ans einen 24jährigen Vetter zn freuen, der hübsch, liebenswürdig und galant ist. Wenn Du alle Männer so aus meiner Nähe scheu chen willst, kann ich mich ja daraus gefaßt machen, auch eine alte Jungfer zu werdeu." Durch das blasse Gesicht der alten 'r, : n... if.i:sr -cuuii. ji4 ji hu ii uu$ uiuuiueu. Tu fciit wirklich noch ein Kind, Magda und manchmal ein recht irnaiiu ges. Bring' jeyt die Blumen in's Gastzimmer, und dann komm' in die Äüch? Sie rollte die Stickerei ein und ging in das Hau?, dem sie seit vielen Jahren, feit Magvas Mutler starb, vorstand.
Um w mehr habe ich Acht zu geben." Der Strauß ist fettig jetzt bring' ihn auf sein Zimmer, in einer
l ch, .!;'. 'iZX1-- . J Einige Tage waren vergangen. Früh wie gewöhnlich lagen auf dem v I Kaffeetisch die Postsachen und als Magda nachsah, ob auch für sie ein Brief dabei ,'-!- r: f..jn... ,. , ,
liju i i, u.aj (ic ciiicii jtuujni zur ianic Sabine. Sie wollte ihn dieser bringen, ,1 als sie in der Thür ans Vetter LeonI jir '!'-j ' . . ; yaror nien. Der Letter hielt sein Eousinchen ohne diel Umstände fest, und gab ..ihm. einen i lzerzhaften Gutenmorgeniuß. Erfand - znerkwürdlgerwelse nicht ,den geringsten bt -lärm L'1!";. mi . .-iL. j'iL ' '' . . ' " v ä , ,lLernano uno uanoeue m.cagoas V freudigstem Einverftändniß, indem n einem eben störenden Dienstmädchen die f Weorgnng oeS AneZes übertrug. Freikllch, als dann nach sehr geraumer Zeit st des Papas wuchtmer schritt aus .der Treppe vernehmbar würde, mußte rnan sich stören lasien. vltm und Doch te? firnnlüfpn den sFintrftPtihpn hpr tl D M " ' , sehr ernst auSzay. Wir werden heute ,ohne Tante Sa $': J. Hii !iä jf ... - .uk i t.lJ: iL ' ' " jruijuuucn .t luij.c ct. Weshalb, Papa?" i Jr'z will allein sein, später mebr " t Ist sie krank ?" ,, ' 1 Nein, sie hat ,e!ne Nachricht erhalten, sfilt sie mit Schmerz und,, Betrübniß er-f-tollt; sie will allein se!n." ' ' Auch, ich darf nicht zu ihr,, sie nicht ' iWn? fragte Magda verwundert. . . . v.uv s'ürnrv f'r.-'--:ä.jrjs " Jifj'i if .si rti Dci wi aioruanai verveMoat.i: ich wollte Dich ihr senden.
iCn sollst ue im Hauiwesen vertreten." T St sts AVKljFMck verlier sebr einnlbia. W -'''''iMM':K''' : -iifcfc-'lMii'lil'' i
"'Magda ging in die Küche, währmb Onkel ,pnd Neue, sich pi.pt Speech stunde des Crfteriö ko'ch"ne Cigarre nahme:u - Unruhig und hastig gab' Magda ihre Auftrage" 'an öasKausmädche' zwe: Mal stieg siegle Trevve hznaui-biS'z TanreSabinenz Zimmer, itörnit1 aber kehrte sie wieder um. ' 1 1 , hr Besuch war auZdrücklkch.verboZen worden, der ihnge ausdrücklich, wre seltsam. fast kränkend. ' ' :- Aber sie ging zum dritten Mal Hinaul und lauschke' ander Thür. - . Drinnen blieb's' todtenstill. Magd befiel eine unerklärliche Angst. Konnte der Tarne nicht etwas zugestoßeN' seilt Und 1 sie war dann 'huslöö. ganz allem! iyas junge Mädchen' pochte, schüchtern und leise. Wieder' blieb's still. - Jefet wagte'sie stärker ' zu pochen. Da klang Tante Sabinens Stimme öerschlekert, 'müd und doch grell im .Tsne Wrr ist da?" -Ich, Magda, Tante " . - Was willst -Du Liebste Taktes darf ich' nicht p Dir " ..Was willst Du "
Ich habe solche Angst um Dich, lau' nnch zn Dir, bttte, bitte." Eine kleine Weile, dann rückte der Riegel und die Thür ging aus. Tante Sabine stand im Rahmen. So ruhig. I so freundlich uud gütig wie immer blick ten die Augen, aber sie waren roth umrandet. Das Erste, was Magda sonst sah. war ein aufgezogenes Fach deö alt' modischen Secretars und auf der Platte ein Pappkästchen, dessen abgehobener Teckel daneben lag. ' Du hast Angst um mich, gutet Kind", sagte die alte Dame mit dcrselden . verschleierten Stimme. Mir ist besser uns es thnt mir jetzt vielleicht wohl, daß Du kommst." ' Und Du wolltest mich, gerade mich nicht sehen. Tante", erwidert? Magda und schmiegte ihre rosige Wange an die bleiche der Greisin. Ueber das blasse Gesicht ging ein Hauch des Errölhens. Gerade Dich nicht, das hat Dir Dein Papa gesagt? Thöricht, aber ich konnte nicht anders im ersten Empfin den." ..Du hast schwere Betrübniß gehabt. Tante Sabine, durch den Brief aus Berlin? Ja. mein Kind, setze Dich her, ich will davon mit Dir sprechen." Tante Sabine schob einen Sessel nebe denjenigen vor dem Secretär und setzte sich zu Mazda'S Seite. Ohne Umschweift begann sie. Dieser Brief brachte eine Todesnachricht. In Berlin ist ein Mann gestor den, ein edler, braver Mann, den ich einst sehr lieb hatte, uud der mich auch liebte. Seit 35 Jahren sind wir uns fremd und heute habe ich doch geweint um ihn. Das ist eine schrecklich einfache Geschichte, Magda. wenn Du Dir blos vorstellen willst, das Deine alte Tante auch einmal jung war. Sie zähüe 23 Jahr, da starben ihre Eltern rnkd liegen sie allein mit zwei Brüdern von zehn und acht Jahren. Das Baargeld vor zehrte das Begräbniß, die Roth stant vor der Thür. Damals hatte sie seit Jhr und Tag jenen Mann kennen gelernt, der nun" mehr -die Augen für immer schloß, unk er bot ihr Hilfe an, mehr noch. Liebe. Auch er war arm, aber in geordneter Verhaltnissen, und sein Herz war gold echt, gut und treu. Memst Du nicht, da ich vielleicht sehr, sehr glücklich qp worden wäre, wenn ich es gcdursi hätte? Ich durste es nicht; für uns alle Drei zu sorgen, wollte tch ihm nicht aufbürden, und in's Waisenhaus , sollten die Kleinen nicht, so was ich ihn ab und er hat mir herb gegrollt, weil ich ihm den wahren Anlaß Zu sagen mich schämte. ES that mir weh, daß er so ungerecht und kurzsichtig wär ....Vielleicht habe ich im Stillen gehofft, das; er die Lage der Dinge errathen, überschauen werde, und daß er nnn um so bestimmter sich erklären würde. . ..Vielleicht auch war da zuviel verlangt gleichviel, lieb habe ich ihn behalten bis heute, auch da er längst einer Anderen gehörte, glücklich war und mich vergessen hatte. Ich konnte ja nicht anders. Erst ljabe ich gestickt und genäht für mich und die Brüder. dann halfen mir reuude meines Vaters ci Pensionat einzurichten, ich hatte ja Wohnnng und Möbel dazn. und unter bitterer Sorge ward's doch unmer beer. In .er zärtlichen Dankbarkeit Deines Vaters uud Onkel fand ich vielen, vielen Ersal;, ste sind Beide tumtlge Männer aeworden und ich meine liebe Magda, ich wuröe eine alte Jungier!" Wie ein Messerschnitt ging dies Wort dnrch Magdas Herz. Sie warf sich mit enzlühten Wangen vor Tante Sa bine nieder und barg den Kops in deren Schooß. Die alte Tante streichelte 'die blonoen Locken der Schluchzenden. Jetzt weint Du erst," sagte sie leise, daß Tu mir weh gethan ' hast, nicht wahr? Und daß' Du es eben damals nicht wijzen konntest, hat Dlch entschul digt bei' mm Aber daS Herz , ist ein wunderlich Ding. AlS' Dein Vater. der vor einer stunde hier mit mrr ge trauert hat um einen Mann, den er nie mal kannte, ging, rebellirte in 'mir etwas wider Dich, armes Kind, und ich bat ihn,' Dich nicht zu schicken. Du bist doch gekommen und das thut' mlr, un sagbar, wohl." ,s ,, s Magda weinte noch, als Tante Sa bine sie zu sich emporzog und,, küsste; durch die Thränen hindurch sah sie, wie die schlanken weißen Finger, ein paar geprente , Blumen, ein , Bild und ,, dünnes -, Päckchen Briefe wieder in dei Pappkasten . legten und diesen in den Seeretar einschlosten. ! ,: ..Bist Tu mir wirklich nicht mehr böse. Taute Sabine, wegen des häßllchei schlechlen Wortes?" "" ' , ' Häßlich, schlecht? Thörichtes Kind
eS ist em'.Wort andere 5 auch" M wessen wir uns nicht zu schämen brauchen, sollte uns jeder sagen dürfen., Du freilich denkst über dieö böse Wor:,a
Mit? drÄr im Kummer 5:ndr.rck rerfchönn das milöe. sanfte Lächelt die, Züge der Alten. .Ich habe za ' Augen ! Papa und ich wissen, wie helmlich und ichlau Ihr, Leonhar's und Du. zu sein glaubt. Alles Du -ZÄagda wirst .keine, alte Jungie:.. ;' Nun. da meM'müdO,,Mz.,so viel Gluck um sich her blühen und wach sen sieh:, müßte eS undankbar sein.' wenn es sich nicht selbst gliMÄ fühlte., ynh so bist Du. grraöe Du. pie beste Trösterin gewesen. Mir ist nur noch leise weh um's Herz, aber nicht mehr bitter nicht in ehr verzagt.- , . Jante Sabine stand auf., Mild. sried llch und mnst glänztelt wieder die guten Aiigen. auf ihres Glückes Grad blühten die'Blumen fre:nden Glückes. Piroska's erste Lüge. . HuVor?i!e von Adslpk, &Ut. Endlich war Piroska angekommen. Wer das wohl ist? Nun denn, es ist das sehnsüchtigst erwartete junge Mädchen., dessen Unver fc. f - . ta, L 1k. oorvcnyett, itrcue uno i'iuumigieti oem leuvermähiteii PZrchen all den Aerger md Mijzmuth ersparen sollte, den das heutige .banptstädtische Dienstgesinde ihr'm Herrschasten so vottrefflich zu bereiten versteht. , Von Piroska war das, nicht -zu be ürchtcn. Das Kind armer und rechtschaffener Landleute, war sie kanm dem fünfzehnten Jahre entwachsen,' ohne. Falsch und Eigennutz, mit einem Wort, ein unschuldiges, harmloses. Kind, daß niemals über das Weichbild ihres laiidltchen Geburtöortes hiuausgekommen war, em Wesen, vcn dem der greife Herr Pfarre? mit herzhafter Freude lagen und schreiben konnte, daß es, sei es auch wo immer, ein frommes und tüchtiges Hausmädchen werde abgeben können; diese gewichtige Empfehlung erwarb ihr zchon zuin Voraus die Sympathien ihrer ersten Dienstherrschaft, sonstware sie bei ihrer Ankunft schwerlich Mit so n gekünstelter Herzlichkeit empfangen worden. In der That war Piroska auch ganz dazu angethan, dem jungen Ehepaar die Flitternwchen zn versüßen. Schon ihre äußere Erscheinung war von gewinnendem Liebrei',. Wie sie dastand, die tiefblauen, kindlichen Augen sprechend aus mr neues Derrenpaar gerichtet, dieses frische, ausdrucksvolle Gesichtchcn. das. von einem bnntgeblümtm, baumwollö' nen 5l opstüchclchen umrahmt, so Wohls thnend anmuthete, die tvohlgepffegten, üppigen, m .Zwtt Zopfe, geflochtenen, azchblondcn Haare, die etwas geröthe ten, aber durchaus, nicht unschönen Hände, dke ihre ganze .Habseligkeit, ein mäßig großes,, vielfarbiges, stark ver fchnürtes Bündel, wie krampfhast fest hielten, knrz, das ganze .niedliche Perwnchen schien so einnehmend, dan es wahrhaftig kein .Wunder war., wenn die m den ersten Stunden des rosigen Eheglückes schwelgenden . Neuvermahlte dem befangen und bedrückt um sich blickenden Mädchen mehr Wohlwollen und Herzlichkeit entgegenbrachten, als tl das alltägliche Verhältniß von Dienstlelstuug und Entschädigung kennt. Da es schon ziemlich spät am Abenl war, hatte Piroska nichts mehr zu thun, als ihre Habseligliten anszupackcn und das eigens für sie,! eingerichtete Zimmcl neben der Küche zu , beziehen. De Morgenkanee sollte alw ihre nti Dienstleistung werden und dieser gelang ihr auch ganz vorzüglich. Der jung? Ehemann konnte m seiner Begeisterung kaum genug , Worte des Lobes fluden, ja. er ging in seinem Eifer sogar bis zu dem Anssprnch : es sei , das von , Piroskc hergestellte Frühstücksaetränk überhaupt das beste, das er während seiner Ehe genossen habe allerdings war er erst den zweiten Tag vcrhe'irathet, wobe: er am ersteii mit dem Kastee- und Mittagkochen in höchsteigener Person ver unglückte. Nun rückte auch das zweite Mittag essen heran uud dies Mal gab es soga, zwei Gaste. Der junge Rath -dcsaf allerdings einige 5euntnissc in dei JunggcjellcnkoÄkunst, seine , Gemahlit gar ' keine und Plroska, mit manchen hausmännischcn Kochrecept vertraut. liatte, es,, als Landmadchen, .räum vev möcht,, den Ansprüchen der kleinen Hev rcngesellfchast zu genügen. Nach lau gem Sinnen i kam der i jungen, Frau? de, wirklich erlozende Gedanke aus dcir Hotel ein kaltes Diner . zn bestellen wo mit der Herr Gemabl sich auch eiuver standen etMrte. h , Er selbst unternahm es auch, die Be steuung zu beiorgen uud durch einen Zu fall kam 'er sogar in die angenehme Lage. , das Diner wenigstens mit! einem Gang Zu krönen, der gelbst leinen ziem lich ' verioöhnten Freunden imponiren mute. tln Hummer war's, von ieltener Gröjze, und dieser sollte 'die pieea cko rssisran? bilden aber der Mensch denkte und Piroska lenkt! -'--'Hll?' i : . i - - Als das riesige Krustenthier ans dem .-.J5. i-Ti. - - .. c . icuuciiiijuc iug, cinüTano Pirosla ei! ganz uniagbareS Geluhl von Bangigkei und Scheu;. hatte sie doch noch nie in Leben solch ein abscheuliches , Thier ae sehen. , Trotzdem der , Hummer, schon todt war. schien es ihr doch, als ob er seine häßlichen, brännlich-grünen Scheeren, Füße und Fühler nach ihr ausstreckte üud mit.nicht wenig Beklemmung dachte ie an den nahen rlugenolick. wo sie das entsetzliche Thier, , auf Anord nung der Frau, in den großen, mit sie dendem Wasser gefüllten Kessel werde werfen müssen und in welchem es dann in acht Minuten. y& kochen hätte. Einen Bissen davon zu essen hatte ,sie sich fchon laugst 'verschworen und in der Dhat hätte sie Niemand dau vermocb'
uno wurde Man styrMniGalleriediUet'Ä den Circus geschenkt, haben. Während sie noch mit der Herstellung' des Kochwasserz 'beschäftig: war. trat
h? Herr m die Küche. Piroska wurde. feuerroth bei. seinem Anblick; venn bis her hatte sie ihm noch, kaum ordentlich ns Gench: blicken können. Ihre Berle genheit bemerkend nahm er sie freundlich achelnd beim z?mn: .Nur immer hübsch sefaßt bleiben. Piroska, ich will nur- unsere Küche be cl)en sehr hübsch sehr nett ' und da liegt ja noch unser Hum mer ." . . Piroska wurde allmälig gefaßter. , Kannst Du ihn auch kochen?" setzte! er lachend fort. Gewiß, gnad'ger Herr die Gnädige hat's mir ja erklärt ächt Minuten!" . Na. schön, daß er aber nicht vcrbrüht wird, dmn ohne Hummer sind wir heute bis auf die Knochen blamirt!" Mit diesen Worten wollte er nach der Thüre, doch ehe er noch einen Schritt machte, bezann er nch emes mg Besseren, blieb, blickte abwechselnd den Hummer an und das Mädchen, als ob lhn em auf Beide bezügllcher Gedauke beschäftigte. Piroska," ne; er ihr lachend zu, komme doch ein klein wenig näher." Piroska erröthele und that, wie ihr befohlen. Hat Dir auch meine Frau gemgt, wie der Hummer im Kochen wird hm?" Nlchtö, als dan er acht Mlnutcn kochen muß, gnäd'ger Herr !" gab sie befangen wieder. Gut, so blicr mx recht lest irl Auge!" Piroska that das fast willenlos. Schwöre, daß Du nicht lügen wirst " Piroska fpielte vor Erregung alle Farben, endlich brach sie stoßweise hervor: Ich fage immer die Wahrheit. DaS ist brav! Sage mir alw, ob Du stets tugendhaft gewesen " Wte mit zugeschnürter Kehle stöhnte sie: Immer, gnäd'ger Herr! - Wohl aber pocht Dein mnacs Den chen schon für irqend einen schmucken Burschen, nicht wahr, Piroska?" Wenn man Eisen an Prroskas Wan gen hingehalten hätte, es wäre glühend geworden. Ich weiß nicht hauchte ne fast tonlos, gewch nichts gnädiger Herr!" Pirosko hatte zum ersten Mal gelogen, aber sie war rein wie frisch gefallener Schnee. Nie hatte Sünde oder Eitelkeiten ihr. kindliches Herz befleckt, aber dem hübschen, schwarzäugigen Pista, Marczi Bacsis Jüngstem, war sie herzlich gut, war es doch auch. schließlich der Wunsch der Eltern und des Herrn, Pfarrers, daß. die Beiden, einmal ein Paar würden das aber konnte sie doch keinem wildfremden. Manne sagen; sie wäre ja vor Scham in die Erde gesund ken. Nach einigen Augenblicken nahm der sichtlich gutgelaunte Herr das Wort. Piroska, ich glaube Dir aufs Wort," und muthwillrg lächelnd sügte er dann hinzu: Weil Du mich gar nickt belügen kannst ! Ich habe ein Mittel, die Wahrheit Zu erfahren!" Piroska erblaßte, aber sie hätte lieber gleich sterben . mögen, als ihre Neigung gestehen. Siehst Du, fuhr er dann fort, dieser Hummer, wird Dich verrathen, wenn Du nicht die Wahrheit gesprochen hast !" , Mit Entsetzen blickte sie auf den Hummer. . - Blick' ihn nur an." begann, er in feierlichem Tone, er besitzt die göttliche Wunderkrast. den. Mädchen bis in's Hcrz zu blicken. So wiö er zu kochen anfängt, wird er allwissend und entdeckt er in der kleinsten Hcrzensfalte auch das mindeste Ständchen, so.wird er recht traurig, wechselt, vor Gram die Farbe und auf dieses abscheuliche Schwärzgrün senkt sich die glühende Schamröthe : sei. uc? beleidigten Seele." ?r , Piroska stand da. wie leblos. 4 Hast Dn gelogen, so ' wird er Dich, wie alle Sündenirneu; bei Tische ver rathen! ; 1 1 1 Noch erze das bebende Madchen zu sich kommen kvuute, hatte sich der jung Herr cntserut. Die Angst des Mädchcns gar nicht ahnend, freute , er sich über den gelungenen Scherz und "dessen Wiedergabe, als Nachtisch, Piroska war allein. Der Gedanke, daß das abschcu. liche: Thier die '5?rast. besitzt ihre uw schuldige Neigung zn Pista zu verratheir, machte sie sehr uuglücklich Wenn loenigstens die junge Frau danach gefragt hättet da würde, sie es ja auch eingestan den haben, aber einem Manne nie! Der ersten Lüge wegen fühlte sie sich deswegen anch weniger unglücklich, viel' mehr fürchtete, sie, von' dem Hummer verrathen zu werden.!'' In ihrer Kind-' heit nahm sie sich vor, Sonntags recht andächtig zu beteu ---i- ; Es schlug ein Uhr Jeht mußte der Hummer in sein kochend Grab. ' Aeng strich faßte sie ihn mit der schürze an und schwapp, ' da lag "' er auch 1 im. dampfenden Kessel. ' Wie "festgebannt blieb sie stehen. " Die erste lange, bange' Minnte verstreicht das arme gcäng-, ftlgte Mädchen athmet leichter auf.. Jetzt rothete! die Freude , ihre Wangen, sie fühlte sich sündenfrei, denn auch die zweite und dritte 'Minnte 'verstrich, ohne daß des Thieres beleidigte Seele vor Gram, zu ' errvthen ' Grund hatte wer war glücklicher als PiroZka! ! Doch sieh's da! Wird da nicht elne Scheerenspitze Heller und Heller? Zu Tode erschreckt, weicht Piroska einen Schritt zurück. : Als sie dann wieder in den bräiisenden Kessel blickt, welch' ein Entsetzen .: faßt s sie an! Ihre erste Lüge hatte sich bitter gerächt! Die beleidigte Seeledes gegrämten Hummers färbt die Schalen roth und röther und wenig fehlte, da hätte sie es aus Ver zmeiflung unterlassen, den überkochten Hummer aus dem Kessel fischen. . ,
AlS er wieder auf demMüchentische s
lag. konnte sie. Angepchts der Purpurfärbe ' die Thränen uimmermehr zurück-, halten.'' Wie Mbende Kohlen, fühlte sie die Scham aus ihren Wangen,, bren. nett undde? fürchterliche Gedanke, vor der , ganzen Tifchgesellschaft so tief be, schämt, zn werden, wollte ihr schier das Herz zetreißen. , , Was thun? Kein Mittel! Kein Ausweg! Dabei hörte sie, wie sich die Gäste schon, zu Tische setzten. Jeden Aü'jwblick. konnte! die Klmgch ertörten ANd ''.7 und . erbsendicke Thratien 'peritknem geängstigtenMädHen gber die Wangen auf den wild fliegenden Busen. ' ' . .' . Plötzlich klingelt es ist es du Frau? Gott fei Dank noch nicht ! Beim Nachbar war es. . Bald aber mußte ja das Unvermeidliche eintreffen! ' Hui! Da was steht denn da? Das ist ein Gcdgnke, den, ihr der liebe Gott geschickt jetzt istsie gcreb Im Speisesaal hatte man sich schon zu Tische gesetzt. Das . junge Ehepaar,! und zwei Jugendfreunde des Haus. Herrn. Nach einer pikanten Vorspeise klingelte es in der suche. Die junge Frau gab damit das Zeichen, das; der Hummer auszutregen sei, der Pracht Hummer, mit den: man die beiden Gäste schon seit geraumer Zeit in Spannung hielt. ., Piroska trat in den Speisesaal. Hoch über dm Kopf trug sie eine sein tiselirte Silberptatte, auf, der das. Prachtstück mit Blunien und Blättern verziert lag. Die beiden Leckermäuler waren gerade beim besten Appetit. Sie stellte die Platte in die Mitte des Tisches, nicht ohne ihrem Dlenstherrn einen Blick stolzen Selbstbewußtseins zuzuweisen; darauf trat sie bescheiden und unauffällig in die Thürnische zurück. Die Wirkung war ganz verhlsinend. Man blickte sich gegenseitig sprachlos an. denn das so viel gepriesene Stück er? alämte in unappetitlichstem, mattem Schwarz. Ehe die Neuvermählten zu Worte kommen konnten, ließen die beiden Gourmands den schlechten Witzen den wettezten Spielraum. ' Piroska hätte alledem ganz , ruhig zugesehen, obschon ihr die nervöse .Unruhe m den Zügen ihrer Fran nicht entgehen konnte: wirklich herrschte sie das Mad chen in ganz ungewohnter Weise an: Was haben Sie denn mit dem Hummer aethan. Sie " Ihr. Gatte, den unglücklichen Ausgang seines so prächtig ersonnen geglanbten Scherzes' ahnend, stand rasch auf und versiegelte mit einem herzhasten Kun die Lippen semer erregten Gcmah lin, darauf ging er auf Piroska zu, die an allen Gliedern zitterte. "Oulpä mea maxima est rief er, ,;ich allein bin der Schuldige! Komm' her, Piroska, ohne Furcht, erzähle Alles was hast Tu mit dem Hummer ge than?" ' ' ' ' Unter Thränen bekannte sie, daß ' es ihre erste Lüge war und damit der roth gewordene Hummer sie nicht verrathe habe sie zur Schuhwichse gegris c " " " Piroska fand Gnade bei Allen, aber dem Ehemann wurden von maßgebender Seite derartigExperimente in der iiüchf unterzagt. '. Die LZerlovttttg Napoleons ÜU Die . neu erscheinenden jfnnvftnirn blistOrinues", welche vornehmlich nnver-! össentlichte Briefe, der Kaiserin Eugenik mittheilen, haben jetzt den Zeitpnnkt. der Verlobung von Mademonelle de v)lmv 1 ttjo mit Napoleon III. erreicht. . Ein Brief der Madame,'Montijo, an ihren galten Freund, den franzonschen Gezandten ln Berlin,, wonn sie ihm ;; jenes Er eigniß , mittheilt, ist voll mütterlicher Dorge: Ich weiß nicht", schreibt sie, ob ich glücklich, sein oder ob ich weinen soll. Wie viele , Mütter, die mich jetzt ' beneiden, würden eS nicht . verstehen, wenn sie die Thränen in meinen Augen sahen. Eugenie soll Königin in ,Jhrem Frankreich werden. Ich denke, daß in Ihrem Lande die Königinnen,, nur . wenig Glück baben. Ich kann . mir nicht 'hcUeit. Der Gedanke an Marie An toinette verfolgt mich und ich frage mich selbst mit Angst, ob nicht mein Kind, ihr Sanckial theilen werde." ' Vor ihrer Verlobung mußtedas junge Mädchen die Abneigung , jener Hofdamen fühlen, welche durch die vssen bare Bewunderung des Kaisers für sie hervoraernien wurde. Der Herausgeber der Souvenirs" bürgt für , die Wahrheit verfolgenden Geschichte: Die Damen an Napoleons Hose waren , diefer Verbindung stark,! entgegen., ,.Sie behandelten Mademoiselle Montijo mit auffallender Kälte und Geringschätzung. Eines Tageö, im Park von Eompiegne, angesichts ihrer Freundinnen.. beschwer sich das gereizte Mädchen .dem Kaiser 'gegenüber über jene Behandlung. ' Als sie geendet hatte, schnitt er einen, Zwerg von. einem Busch, wand . ihn in ,, Form eines Llranzes. und. setzte ihn auf Euget -- ' ' "' t1"1" ,.'':!!' v' : 1 !!" l.tf t '' V": "i. i " jL " mcns Daupr, inocin cr laui mnzuiepre, daß es gehört werden mußte: In Er- . t ia m t! wanung emes anoern. Ävn oiesem Augenblicke, an behandelten die Damen rmJ wi . ;pv"';"' .". . . f '. . . 1 . I ivcue. conlljo ms ryre illnsilge.örai-igii'-'rigj r ' M, 1 . '!':' .;...,,: wgß-p ' ', i -!''' K- "ij, ' j f: -(;., ,i !i' ,!';,;-(, " . Menia. lriter Arckäoloae Nun, . Herr Professor, haben Sie auf 5bren Wanderunaen durcb die Lünebur ger Haide etwas gefunden? Zweiter ÜffJUlZ a i. CD.!, i Axvmii4i(3: im iA ilU)UUlVlJC. ijuiiuvi, uy,fc iuj Ihnen, : nicht einmal einen Pferdcknochen, von dem man sich einen Augenblick einreden konnte, er stamme von einem vorst'intfluthlichen Thiere her. . , Gast (ruft die K.ellne ri n) : Resi, noch einen Krug Resi Pok Klement. das Mädel bort nickt Resi, sind Sie dmn ganz vernarrt in das Semmelgesicht da drüben? Sie lasse ja kein Aug' von ihm?" Stimmt! Sonst brennt der Lump mir wieder mit dcrecti' durch!"
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WerWmre Eset. Vom Meister Äangohr hat Naaele ln dir DD. t KoManztg. f ansprechende Einzelheiten zusammengetragen. , Neben den vielen ; .dummen und : namenlosen Eseln gibt' esauch gescheite und be? i't i-ijL. - ruymie. xzm mtx wax jener, cex lm März desJahres 1870 auf der Fregatte Jstcr" in Gibraltar einge schipt wurde,um serpen Herrn nachMalta ... er z: nt.tt:i U.VCllUiiCU. . , -OCl UCl ViUl)iyC liCUtil aber .das möchtiae Sckiss auf eine Sandbank, und um. es wieder flott Zu machen, mußte, aller entbehrliche Ballast über Bord .Dazu wurde auch der fette mel gerechnet. Der bczah sich die Sandbank, und da, sie ibm allm dün uud trockeu aussah, kehrte er,, ihr den Rücken und ruderte, man weiß nicht. unter , welchen Abcntencrn, dem Fest' lande zu. Kurzem gut, emtgo Tage spater zog der . Eser durch die Thore Gibraltars ein und zum Stalle des Meisters Weet, wo er vordem längere n.'i t.w.rL .jt.il. .... ... . - Zerr gcijaujr, uauzvem er mjm egroei ser einen . Marsch von reichlich 50 Stunden über Berg und Strom, Stoä ...... -.'.. .,......,..,1. . . . uno icui zuruffgelegi ijaue. Mir das arabische Pferd, sieht auch der oxa bische Esel unter seinen Genozzen obenan und gilt als ein vornehmes Thier Schlichte Lannokren mit aranem VkU und schwarzem Kreuz zeichnen ihn aus; am . vorneymnen aoer enchelnr der weiße, leichtfüßige, Esel des Nedsched. der neben de braunen oder schwanen. kräftigen Eseln des 5lurdistan sich wie em Arlstokrat auöLnnmt. - Der edle rasseechte, weiße Esel ha! eine Höhe Gestalt, stärke nervige Beine, einen großen, fetten Halskamm und eine seine empfindliche Haut mit glatten, fei nen Haaren von blendender Weiße. Am meisten haben znr Werthschätzung des Esels die abyssinischnl Christen gethan. die nicht nur den Bileam, sondern auch seine kluge Eielm ln die Zahl der Hev ligeN ausgenommen haben. Weniger entzückt als die Araber und Abyssinier lst aber permann Vambern, der be rühmte Reisende, der hinsichtlich deZ Esels als Reitthier folgendes Urtheil abgibt: Die kurzen, scharfen Schritte des. kleinen Thieres bleiben nicht ohne Emflnn auf das Nerveniystcm seines Reiters. Dabei geräth er vor jeder Pfütze und jedem Wasser in Todesangst. Da Peitsche und Stachel nur m den ersten Tagen des Marsches auf daThier einen Einflun auszuüben vermo so ermüdet das ewig nothwendige Antreiben Hänvd und Füße des Reiters fr.? ebenfo, als hätte er den Weg zu Fuß Zurückgelegt. Und was soll ich erst von dem ohrenzerreißenden J-A-en sagen? Der europäische Elel rst, waS Um fang und Colorit seiner'Stimme betrifft, em Stümper gegenüber felnem anatl schen Bruder. Pie gewaltigsten Schreier sind die von Buchara und Chokand, nach ihnen kommt der egyptische Esel, dem die von Dezd und .Kirman folgen. Die bescheldensten 'Ezel aber bte tm kenne, ri . , - . , . , nno jene oes nevilgen vriiiicyen Reichs." Eine vierzehnjährige Giftmi ' ' scherin. Es ist gewiß ein ' seltener Fall, daß ein erst vierzehnjähriges Mädchen wegen versuchten Mordes ans der Anklagebank sitzte Eelma -Brucksch aus Ta'nkwitz, Kreis Nimpisch,' war von ' ihrcii Eltern zu den ' Lanterbachschen Eh'elc'uten in Tomitz als K iudermädchcn in den Dienst gegeben. Es gesicl ihr dort nicht, und sie faßte den Entschluß, das sechs Mo nate alte Kind; welches ihrer Obhut au vertraut war, aus der Welt' zu schaffen, um ihres Dienst's ledig zu'werden. Am 19. Mai stopfte sie zunächst-dem kleinen Wesen' mit 'Gewalt eine Handvoll Gänsefutter, bestehend ans klcingcschnid tenen Brennnesseln und Kleien, in den Mund. ' Frau Lauterbach kam zufällig hinzu und bewahrte das Kind vor dem Erstickungstvde. Acht Tage später war Selma,. BrncksÄ mit" dem Kinde von ihrer Tleustherrin zu der Schwester der letzteren, ebenfalls in Tomitz wohnhaft, geschickt worden. Das Kind fing hier bald jämmerlich an zu schreien, und als die ' Hausfrau zusah, fand sie Zu ihrem Entseyen, daß das Kind mehrere Streichholzköpfe mit Phosphor im Muw de hatte. ' Da Mädchen leugnete, dieselben dem Kinde in den Mund gesteckt zu Habens . ' . Am, nächsten ' Tage, t als sich Frau Lautcrbäch auf einige Augenblicke in's Nebenzimmer, entfernt hatte, stellte Selma , Brucksch dem Kinde abermal Phosphor-Streichhölzer in den Mund. Als, Fran Laüterbach zurückkam, fiel ihr das plötzlich eingetretene Unwohlsein des ,, Kindes, auf. Sie bemerkte, daß sowohl die Zunge, wie, der Mnnd des Kindes entzündet waren; zugleich schlug ihr .elu penetranter Phosphorgeruch aus dem Mnnde des , Landes entgegen. Mehrerein der Stube, liegende, abgeleckt' aussehende Streichhölzer belehrten die Mntter bald daß hier wiederum ein verbrecherischer, Anschlag auf das Leben des Kindes vorliege. , Sie schloß das Mädchen, welches die That leugnete, in der Stllbe ein, um Zeugen für das Gefchehcne , herbeizuholen. ', Als., sie mit diesen zurückkehrte, ,, war die Selma Brucksch .verschwunden;, sie' hatte 1 den Weg durch's , Fenster , genommen und war zu ihren Eltern gelaufene ,, Sofort angewandte ' Gegenmittel . wendeten schlimme Folgen von dem Kinde, ab. Selma Brucksch wnrde aber wegen versuchten Mordes angeklagt. Vor Gericht bekannte sie sich des ihr zur Last gelegten Verbrechens schuldig, bestritt aber die Absicht der Tödtung des Kindes. Sie will nur versucht haben, dasselbe krank zu machen, weil sie hoffte, dann als überflüssig . entlassen zu werden. Der Gerichtshof in Schweidnitz billigte der Angeklagten mit Rücksicht auf ihre Jugend sowie darauf, daß ein besonderer Nachtheil für das Kind nicht cingetreten ist, mildernde Umstände zu und erkannte auf ein Iabr Geiünonin. -
Hoppelpsppcl.
Es ist bekannt, wie gewaltig Navoleon. h durch die Mach: -inner Rede vor Allem- -.auf seine Soldaren zu wirken wußte. ' Er sprach nie viel, aber in wemgen öZortm - sagte er. Alles.' waer wollte. Bon der Äwtnr mir einem Zehr klangvollen Organ begabt, hatte er m früheren Jahren,,, lerne Ahnung davon, es richtig zn' benntzen, . bis der Zroße Tragiker Talina eines Tages, da Via poleon, damals noch erster Kenzul, ihn fragte: tßhm, wie gesiel dir meine gestrige Rede?" die Kühnheit hatte, zu äußern: Ich begreife nickst, Bürger Eonsul, wie man mit einem solchen r gan so schlecht deklamiren kann." , Also habe ich schlecht detXamkt? versetzte Napoleon lächelnd. Mag sein, du mußt mich .jetzt diese Kunst lehren." Für die Folge hielt Napoleon in der That leine Rede mehr,wclche lüchtTalma ihm vorher sorgfältig ewstndirt hatte. Eines TageS, es war kurz vor dem Ausbruche des .verhangnißvollen Krie-' geö mit Rußland, war TalmA Zum ltaifer herufen - worden, um mit ihm. eine Rede einAustudiren. Zwei Stunden lang ' mühten sich Beide vergeblich ab. Es geht nicht!" rief endlich der Künstler. Deine Schuld, du bist h?nw nicht bei guter Laune!" entgegnete Napo. leon. Im gentheil, aber Majestät sind nicht bei Stimme. Si? sind hei ser." .Im Ernst? Das wäre verwünZch!. ich muß morgen reden " Talma zuckte die Achseln. . Napoleon schellte heftig, ein Timer trat ein. Meinen Leibarzt.!" - Der Arzt kam. Ich bin heiser, wie?" Ein Katarrh, Sire, hat nichts zu s.a. gen, in einigen Tagen werden Eure Majestät vollkotamen hergestellt sein.In einigen Tagen? Sie sollen mich ugenbliZlich kuriren V1 Unmöglich. Sirel" Unmöglich? Sind Sie ein Arzt? ttXS es m schmeichle mir." Ohne Schmeichelei, wenn Sie mich nicht auf der Stelle Innren, so, so : adim. Ami Herr!" Napoleon ' Mächte -sein? en?rgische Handbcwegung, und diesem Zeichen der Entlastung wagte Niemand etwas zu entgegnen. Nüpvkeon schritt erregt durch das Gemach und' blieb plötzlich nur verschränkten Armen dicht vor Talma stehen. Weißt du kein Mittel, alter Freund ? Du leidest doch ' auch, zu Zeiten an Heiserkeit, und nie hindert sie dich Zu spielenz wer ist dein Arg fu Monsieur Goldenbogen, der Friseur unseres Theaters, ein einfacher Tern scher, den wir ans Weimar nlilbraZp ten. vielleicht erinnern sich Eure Majestät." Nein, aber thut nichts, glaubst du, daß tx mir helfen kann?" ' - Ich' verbärge mich- dafür, doch ist das Mittel, das' er anwendet, etwas drastisch." Immerhin, wenn rö nur hilft, schaffe mir deinen Friseur.- : Nach einer Viertelstunde trat, auer ordentlich befangen und mit cintM wnßen Taschentuche den Angstschweiß Von der Stirne trockaend, Vlonstenr Goldenbogen vor den Kaiser. - Whne'UWstSnde'MonsieurGoldcn bogen! Talma hat Sie mir empfohlen; Sie hören, daß ich von einer verwünsch ten Heiserkeit befallen bin. Ich will, schnell kurirt-seink" - - Eure Majestät Sire allergnädigster Kaiser . Sie haben ia ein Mitte! hV Freilich. Sire Hoppelpohpel.' . Oppopppel, , ldrivftr Name! Aber her damit!" Goldenbogen bat, sich in de Kaiser, lichc Küche begeben zu dürfen., Wsrlbst angelangt, nahm er ein Trinlas. fülltc es mit den 'Dottern von vier frischen Eiern, warf zwei Loth feingeztoßenen weißen Candiszucker hinein quirlte Alles tüchtig durcheinander und goß un 'ter fortwährendem .Quirlen ein .halbes Seidel des stärksten Jamaicarums hin. Zu. 'Nachdem er die Wttschnng gekostet und wohl befunden hatte, brachte er sie dem Kaiser und ersuchte ihn, sie auszntrinken. Napoleon warf einen duraV dringenden Blick ans den Trankbereiter. der ganz unbefangen dastand., that einen Zug, und das Glas rasch absetzend, rief er: i .ii.. ' i: ! Tas brennt za wie die Hölle Muß auch brennen, Sire., sagte Goldenbogen, muß auch brennen, sonst hilft es nicht!" Wenn es nicht hilft, laß ich Sie auf. hängen!" erwiderte Napoleon and leerte das GlaS. I Schon nach einer Stunde verspürte der Naiser bedeutende Linderung uud schlief in der Nacht vortrefflich., andern Morgen war die Heiserleit vcrschwanden und er ließ Goldenbogen zu 51jL',.Zäft . i. '- - V' '!. '..'-v., ' ."itiiliif'' ich . !picni! .. : . ,m 'Machen Sie mir noch ein Glas ven Oppel opp pel, oder wie Ihr Tenfelstrank heißt, recht kräftig.", ' " Freudig vollzog Goldenbogen den Vk' fehl: Napoleon leerte das Glas und hielt nach einer Stunde auf dem MarSfelde eine Ncde, die auf das Heer die gewaltigste Wirkung ausübte. Monsieur Goldenbogen wurde zum dritten Male zum Kaiser berufen, der ihm hundert Napoleonsd'ör schenkte. ' AlS Talma den Kaiser wiedersah, rief er: Sire, Sie haben gesprochen wie ein Gott!" . Ich war etwas begeistert", erwiderte Napoleon, doch werde ich nicht so bald wieder zu Eurem Opp pop? pel grn fen Noch heute wird dieses Mittel gegen Heiserkeit in Frankreich viel gebraucht, man nennt es aber, da die . Franzosen die ursprüngliche, ihnen barbarisch schei. nende Benennung nicht auösprechen kön nen, den Napoleonstrank. - - v.
