Indiana Tribüne, Volume 14, Number 24, Indianapolis, Marion County, 12 October 1890 — Page 4

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Snbiona Tribüne. SonntagsnSgabs. OfS! 130 Q. cDvZabSr. JAduMSpoliS, Ind., 12. Oktober 1890. - Unsere Fehler. l BewtchlNng o Ludwig HAblchT. Wir wissen anderen VSNern manches schlimme nachzusagen und hatten unS lber ihre Fehler auf, die uns sehr iro mgenehm in die Augm gefallen sind; kein Wunder, das die Anderen unS Vleickes rait Gleichem vergelten, ja tzielleicht mit uns noch strenger inZ Gericht gehen, als wir mit ihnen. Der Deutsche hat noch immer geistige Beveglichkeit genug, die den anderen Völkern gerecht zu werden sucht, wir sind deshalb milder in unserem Urtheil, ja Wir lassen uns lichter von den guten Eigenschaften bestechen, die ein wenig blendend an die Oberfläche treten, aber die Anderen k sie stoßen sich nur zu gern und hart an unseren Fehlern und machen sich über unsere nationalen H genthümlichkeiten lustig, und wenn sie vnter nichts wissen, dann spotten sie venigstens über unsere besondere Schrift, über unsere Sprache, unsere langen Wortbildungen. Ich erinnere nur an Marc Twain, dessen tolle, yankeemaßigm Uebertreibungen von allen Leuten englisch redender Zunge mit dem scha denfrohesten Ergötzen erwähnt werden, sls Beweis, wie abgeschmackt und wunderlich eigentlich unsere deutsche Sprache ist, die zu erlernen, dem Fremden eine unübersteigliche Bergkette von Schwierigkeiten entgegenstellt. Marc Twain hat unsere Muttersprache sehr lächerlich gemacht, aber Allen, die sich daran belustigen wäre zu empfehlen, einmal zu lesen, welch satirisches Loblied Heinrich Heine der englischen Sprache singt; hier wird mit wett mehr Witz und Geist, als dem amerikanischen Humoristen nur je n Gebote stehen, jenes Ragout" aus allen Zungen geschildert, das man Englisch nennt, und das im Munde so lange' berumgequetscht wird, bis es ein für Fremde ungenießbarer Brei geworden. Wie wir nun vollends über die per sönliche Liebenswürdigkeit unserer Vettern jenseits des Canals denken, ist allgemein bekannt. Wir beklagen uns über ihre Kälte, ir steifes, unzugängliches Wesen, über ihre eckige Selbstsucht, mit der sie gern durch die Welt trampeln, als wäre dieses eigens nur für sie geschaffen. Es sind eben nicht immer die nornehmsren und ausgewähltesten Gäste, die uns Old-England herüber schickt. Die Söhne und Töchter Albions nehmen auf Reisen die besten Plätze ein, bei Tische die besten Bissen in Beschlag, und ße kümmern sich um ihren lieben Nebenmep scheu so wenig, wie ein Walsisch, der den Ocean durchschwimmt und für alle andern Fische in seiner Nähe das Wasser trübe und unsicher macht; sie kommen an die öffentliche Wirthstafel, ohne nur die Lippen zum Gmße zu öffnen, und sie gehen fort, so steif und schweigsam, wie sie erschienen sind, für sie war im Saal kein anderes menschliches Wesen varhanden, als der Kellner, htx ihnen die Schüssel reichte. Es ist t'icht Sitte in England, beim Besuch öffentlichen Wirthstafel die vorhandene Gäste zu grüßen, und mit ihrer unbeugsamen Änänzlichkeit an die alten Gewohuwiten bringen die Bewohner des stolzen Jnselreiches diese Gepflogenheit auch in die Fremde; aber hier nimmt man eine solch steife und frostige Zurückhaltung schrecklich übel, und besonders wir Deutsche sehen darin eine ganH protzige Unverschämtheit und UnHöflichkeit, die schon so viel dazu beigetrafen hat, das Verhältniß der im Auslande zusammentreffendenEngländer und Deutschen sogleich auf den Gefrierpunkt zubringen. Diese steifnackigen Insu.laner grüßen nicht einmal, folglich thun wir es auch nicht - und das gespannte Verhältniß ist fertig, man kommt endlich dazu, sich ganz redlich zu verabscheuen und zu hassen. Die Franzosen zeigen sich in der Fremde gern herrschsüchtig, eitel und selbstgefällig; mit ihren Sprachkenntnissen yapert es gewohnlich, sehr, und wenn sich die aus den verschiedensten Nationen zusammengesetzte Gesellschaft erlaubt, in einer onderen als in der sranzosichenSprache sich zu unterhalten, Stm VrnrK 1ir jrrrtfrnr Atrtfst" - " - , verdrießlich und verstimmt, ja er faßt eine solche Unterbaltung gewöhnlich als persönliche Beleidigung auf. Die Lust zu plaudern überwiegt bei ihm Alle, , sie ersetzt ihm beinahe jeden anderen Q5e , nuß, und wenn ihm diese Lust nicht ge- , gönnt, und erum Schweigen verurtheilt wird, ist eS ihm da zu verargen, daß er übellaunig wird und in Jedem einen ' rohen Barbaren sieht, der haßliche ; Laute von sich gibt, die ihm Unverstand lichsind? r Die Fehler des Italieners?! Nun, die spring ?n den Reisenden sehr scharf in die Augen; die Neigung, den Frem den zu überportheilen, zu prellen und gehörig' aüößubeuten, die große Unzu-, Verläßlichkeit, mt Vorliebe für Larm und Schmutz wer hat nicht schon da-, rüber geklagt, wenn er zum ersten Mal über d;e Alpen kommt und ,das Wunderland betritt?! Die Vorzüge dieser im Grunde doch sehr reich begabten. uni wirtlich liebenswürdigen Nation lerir pmn nur nach un nach . , Unsere slavischen Nachbarn, die Rus rn?? Ueber die ist wohl die ganze Welt einia. und wir wissen Alle, was torr tonn ihnm in finTtftt hctfim JYrr f . irirmw mmfwwm q wwww-wm j fj, gebildete Russe prunkt sogar gern mit fÜfif. ? Vs- it CT! Ci4-n J.4Vt ()l.iVVk, VV ItlbVVtV MUj) Volk dagegen ist von einer so großen ülmüthigkeit, daß es mit all seinen Mbrechen und Schwachen auszusöhne? vermag. . v Wie zeigt sich nun unser eigenes Bild im Splegel, den uns die anderen Völker jinhalien? Die Englander beklage

,,cy uver unzcre zu taute, gerauicyvoue Unterhaltung; sie behaupten, der Deutsche und manchmal sogar der ret gebib dete Deutsche lasse dm Andern mt ruhig aussprechen, er unterbreche ihn, ein Zeichen größter Unhöflichkeit, welches sich der Engländer nie zu Schulden kommen läßt ja, man sagt uns Deutscheu nach, es redeten bei uns immer vier und fünf zu gleicher Zeit, und um nur gehört zu werden, schreie nun Jeder so kräftig daraus los, wie es ihm seine Stimme irgend gestatte. Thun uns die lieben Vettern jenseits des Kanals mit diesem Vorwurf Unrecht oder verdienen wir ihn wirklich? Ich wage darauf keine entscheidende Antwort zu geben. Dann spottet der Engländer über unsere Titelwcht; geradezu albern und lacherlich findet er es, daß die Frauen die Titel ihrer Männer führen und daß es bei uns eine Frau Doctor" und eine Frau Hauptmann" giebt. Etwas Komischeres und Unsinnigeres kennt ihn der kühl verständige 33reite nicht ;für bleibt die Frau des Dr. Schmidt eine Mrs. Schmidt, und die Gemahlin eines Oberstlieutenant mit dem Titel ihres Gatten anzureden, würde ihm einfach wie eine Verspottung vorkom men. Haben unsere ' Vettern so Unrecht?, Ist das nicht wirklich ein Zopf, mit dem am Ende des 19. Jahrhunderts herumzulaufen, für uns Deutsche nicht mehr recht schicklich ist. Wir sie chen da allzusehr (jezen die andern Völker ab und geben ihnen ein Anrecht, sich über unsere fast krankhaft zu nennende Titelsucht gründlich lustig zu machen. Der ehrliche Name! ist der nicht Titel genng? Daß uns die Franzosen jetzt alles Schlechte nachreden und uuS gründlich hassen, dürfen wir ihnen nicht weiter übel nehmen ; aber selbst die Allergebildetsten unter .ihnen, die ihr nationales Vorurtheil und ihren politischen Groll unterdrücken, haben an uns Manches auszusetzen. Die Franzosen haben seit Jahrhunderten .Geist und guten Geschmack" in Erbpacht genommen,und daß darin alle anderen Völker, und besonders wir Deutsche, weit zurückstehen, wird von ihnen als selbstverständlich vorausgesetzt; man wirft uns nicht allein den Mangel an kluger Sparsamkeit vor, die das französische Volk in so hohem Grade besitzt, man klagt uns auch der Ueberhebung und des Dünkels an. .Sie treten jetzt überall als die Sieger von Sedan au und werfen sich in bis Brust, als sei ihnen schon jetzt die Herrschast der Welt anheimgefallen. .Der Deutsche war von je plump und eckig und wußte sich wenig zn benehmen, die letzten' großen militärischen Erfolge sind ihm vollends zu Kopfe gestiegen. Die deutsche Nation hat nur noch die rohe Gewalt auf ihre Fahne geschrieben, sie ist für die großen Errungenschaften aus allen geistigen Gebieten nicht mehr, die Führerin, sondern die Sklavin, und ein

Volk, das keine idealen Ziele mehr verfolgt, ist nichts weiter, als eine rohe, zügellose Horde, die der Menschheit keinen wahren Dienst mehr zu leisten der mag." Deutschland züchtet nur noch Sol baten und Socialdemokraten", so lautet das strenge, abfällige Urtheil unserer Nachbarn jenseits des Rheins und gerade von denjenigeik Heuten, die un sere Zustände mit größerer Aufmerksamseit und Gründlichkeit beobachten uyd erforschen, als sie von dem gewöhnlichen Franzosen zu erlangen sind. Dagegen werden wir von unseren Nachbarn nur noch selten tetes carrees genannt. Der Italiener glaubt im Stillen, daß der Deutsche teste di legna habe; es laut auszusprechen, dazu ist er doch zu höflich und vollends jetzt, wo wir Verbündete geworden, bewahrt er lieber die Bezeichnung in seinem verschwiege aen Busen. Im Allgemeinen hat der gewöhnliche Italiener von den Deutschen die dunkelsten Vorstellungen. Die Tedeschi sind in Italien zu lange bitter gehaßt worden, als daß nun die Gesammtheit sich sogleich in den Unterschied zwischen Deutsche und Oesterreicher finden könnte. Wer in Italien sich noch heut populär machen und die blinde Menge mit sich fortreißen will, darf sich nur in den wildesten Haß gegen Oesterreich hineinreden, um sicher p sein, daß ihm der himlose Pöbel zumuchzt. Auf staatsmanische Weise machen die glühenden Jrridentssten nicht den mindesten . Anspruch; sie wollen einfach das verrückteste Zeug in die Welt hinausschreien, den Leidenschaften der Aermeren schmeicheln, und sie erreichen diesen Zweck am leichtesten, wenn sie von Oesterreich Trient und Triest fordern, aber vorsichtig darüber schweigen, welche weit , größere Rechnung sie mit dem mächtigen Frankreich auszugleichen haben. Tedasdii war für die heißblütigen Kinder des Südens ein beliebtes Schimpfwort; aber auch der gebildete Italiener, der deutsches Wesen und deutsche Zustände sorgfältig swdirt und kennen gelernt Hat, schüttelt zu so Man chem in unserem öffentlichen Leben den opf. ..Es sind noch die alten Germanen, .wie sie unS Taeitus , schildert", ihre Neigung zur Unmäßigkeit und Vollern ist dieselbe geblieben, ja der Durst der Deutschen scheint noch gewachsen zu sein. Jeder Nachkomme der alten Ger manen, setzt seinen ganzen Stolz darein, alltäglich so viel Seidel Bier zu trinken, bis sein Leib zu einer Tonne anschwillt. Der Deutsche verbringt all seine Erho lungsstunden im Bierhaus und glaubt damit eine nationale Pflicht zu erfüllen. Wer die ungeheuersten Mengen Bier vertilgen kann, gilt nicht als verächtlicher Säufer und heilloser Trunkenbold, sondern als rin Held, der allgemein bt - wundert wird. Dieser Mann irinkt 15 bis 20 Seidel in einem Niedersitzen, das wird mit ungeteiltem Erstaunen und als Nuhmesthat von einem-Wen-schen verkündet, der durch eine solche Völlerei zuletzt seine eigene Gesundheit und das Glück seiner Familie vernichtet. , Keine andere Nation, und am wenigsten wir Italiener, würden mit Stolz auf solche Männer blicken."

So' urtheilt der gevilveie, fern veooachtende Italiener über uns, wenn wu sein volles Vertrauen gewonnen Haber und er endlich sich aufknöpft" und sei. ner angeborenen, liebenswürdigen Höflichkeit den Abschied gibt. Wir Italiener sind ein mäßiges Volk, wo kämen wir auch hin,, wenn es bei uns anders wäre! Wir dürfen uns diesen Luxus altgermanischer Sitte nicht gestatten, und bei unserer Armuth und

unserem Klima sind wir auch zu dieser großen Mäßigkeit gezwungeu, wollen wir uns nicht in gesundheitlicher und pekuniärer Hinsicht zu Grunde 'richten. Selbst in unserem Lande des Weins begnügen wir uns mit so viel Gläem, wie der Deutsche Flaschen vertilgen würde. Für das deutsche Kneipenleben haben wir kein rechtes Verständniß, uns scheint auch, eS kommt nicht viel dabei heraus. Die Politik der Deutschen wird im Wirthshaus gemacht, die unsere auf der Straße und höchstens im Ease, sie kommt uns deshalb auch nicht so theuer zu stehen, denn sollte sich die Trunksucht noch steigern, dann dürfte dieses sonst so achtbare und schätzend werthe Vol? doch schließlich an übertriebenem Biergenutz zu Grunde gehen. Ueberschreitet doch schon der Bier- und Tabakconsum in Deutschland ihr Mili tärbudget um 160 Millionen Mark!" Ich gebe als treuer Berichterstatter diese Kassandrarufe einfach wieder, ohne daran nur .die mindesten Betrachtungen zu knüpfen. Zur Einkehr werden sie ja doch Niemand bringen ; aber schaden kann es nicht, wenn wir erfahren, wii man in der Welt über unS denkt. Darüber brauchen wir unS nickt zu täufchen, großer Sympathien erfreuen wir uns nirgends, und wenn es uns einmal schlecht gehen sollte, auf Mitleid dürfen wir nirgends rechnen. Wir sind das bestgehaßte" Volk der Erde. Die Russen hassen unS schön aus Jw stinkt, und gerade unsere Vorzüge sind ihnen ein Dorn im Äuge. Der Deutsche steht ihnen damit überall im Wege. Als man den Führer der Dresdener Barrikadenkämpfer, den Russen Bakunin fragte, warum er die Deutschen so hasse, soll er entgegnet haben: Weil wir uns nicht so viel waschen wollen wie Ihr," und in dieser Antwort steckt eine tiefe Weisheit ; je mehr wir darüber naohgrübeln, desto mehr gewinnen wir die Ueberzeugung, daß aller slavische Groll gegen uns Deutsche auS dieser Quelle entspringt. John Swart Mill hat freilich behauptet, er wisse nicht, wie ein Schriftsteller nützücher sich beschäftigen könne, als wenn er seium Landsleuten itre Fehler vorhält; aber ich fürcht diese Beschäftigung wird ewig eine sehr undankbare bleiben, und so bleibt es wohl daS Klügste, bei Zeiten auszuhören. Strafbart Fahrlässigkeit. Unter der furchtbaren Anklage, durch Fahrlässigkeit 43 Menschenleben vernichtet zu haben, trat jüngst vor die Strafkammer der Ueberfährknecht Franz Czogalla aus Tburze, Kreis Ratibor. Es handelte sich um das seiner Zeit geschilderte Unglück, das sich am 15. Juni auf der Oder bei Thurze, eine Meile unterhalb Ratibor, ereignete. 54 Personen, in den auf dem rechten Oderufer belegenen Dörfern Thurze, Siedlisk und Ruda wohnhaft, waren auf dem Rückwege von dem Nachmitwgsgottes" dienst in der Pfarrkirche zu Slawikau, welches auf dem linken Oderufer sich befindet, an den Qderstrom gekommen, um übergesetzt zu werden. Der Fährknecht Franz Czogalla hatte sämmtliche 54 Personen zum Besteigen des Kahnes aufgefordert mit der Bemerkung, daß er ein weiteres Mal nicht mehr übersetzen werde.- Daraufhin hatten alle Personen, zum größten Theile Mädchen, sich indem Kahn zusammengedrängt und fo eine Ueberlastuna des!Zaheuaes berbeiaesükrt. Kurz vor dem jenseitigen Ufer war der Kahn plötzlich gekentert und sämmtliche Jnaen waren m's Wasser gestürzt. 43 von ihnen waren ertrunken, während 11 Personen, hierunter der Fährknecht, sich selbst retteten, theils gerettet wur den. Der Angeklagte, welcher 3 Jahre bei den Pionieren in Neisse gedient hat und bereits 16 Jahre lang die Oblie genheiten eineS Fährknechts ersüllte, wußte zu seiner Vertheidigung nur anzuführen, daß er bereits' vorher sehr oft schon mehr Menschen übergesetzt habe, als in diesem Falle. Die Beweisaufnahme ergab auch, daß der Angeklagte vor den Mädchen 65 Knaben über den Strom gefahren habe. Ferner wurde festgestellt, daß die wasserfreie Pordhohe, welche 20 Centim. mindestens betragen muß und am Kahn durch : vier weiße Leisten markirt jst, höchstens acht Ccntimeter während der Ueberfahrt der Mädchen betragen hat. Nach Aussage des Sachverständigen, WasserbauinspectorS Borchers von hier, welcher den Angeklagten als einen kräfiigen, umsichtbaren und energischen Mann schilderte, der sehr wohl die Fähigkeit besitzt, ein Schiff zu dingiren, hätte der Angeklagte entschieden wissen und darauf achten müssen, duh jeder Ueberfüllung des Kahnes vorgebeugt werde' zumal die Oder Wachswasser an diesem Tage getrieben hat. Der Pegel zeigt in Ratibor 1,75 in. Die Ursache des plötzlichen Umschlages des Kahnes ist mit Genauigkeit nicht festgestellt worden. Doch ist als wahrscheinlich anzunehmen, daß der Kahn auf einem Pfahl, welcher durch das Wachswasser verdeckt war und für den Betrieb dee Fähre benutzt wurde,, aufstieß und in Folge dessen umschlug. Der GerichtsHof erkannte, wie der OberfchL Anzeiger" berichtet, mit Rücksicht auf die frevelhafte Fahrlässigkeit des Angeklag. ten, welcher ein so beklag enswerthes Uebel 'angerichtet, gemäß dem Antraae des StaatsanwaltS auf das höchste Strafmaß, und zwar auf fünf Jahre Gefängniß. DaS Schloß Nohnstolk. dieses imschlesischen Kreise Volkenhain gelegene Schloß, in welchem

l?aiser Franz Joseph und Z?atsek,WU

Helm ihre Zusammenkunft hatten, wird der Kol.-Ztg. Folgendes geschrieben: In ! L. jhw ' iw 1 ?iezem tzsHlo)je hatte vor ver omrwurvigen Schlacht von Hohenfriedberg der Oberfeldherr der mit den Oesterreichem verbündeten sächsischen Truppen, der Herzog von Weißenfels, sein Hauptquartier, Friedrich der Groe, der nach ' der Schlacht von Hohenfriedberg m dem gastlichen Schlosse des Grafen Hochberg sein Nachtquartier nahm, ist nachher bei teder thunlichen Gelegenheit nach Rohn stock zurückgekehrt und hat dort oftmals mehrere Tage hindurch, so vom 24. März bis zum 4. April 1759, gewohnt. Der ältere Theil des Schlosses stamm! noch aus jener fridericiattischer Zeit. Seinem gegenwärtiger Besitzer verdankt es seine jetzige Gestalt. Graf Bolko Hochberg der jüngste Sohn des im Jahre 1856 verstorbenen Fürsten von Pleß hat Schloß Rohnstock kunstsin. nig und in den edelsten Formen der Renaissance umgebaut. Eine Fülle von Kunstschätzen ist hin zusammengetragen. Die Zimmer, zumeist mit alten, französischen Gobelins geziert, sind in Renaissance gehalten, und zwar sowohl diejenigen, welche Kaiser Wilhelm im Erdgeschoß bewohnen wird, als die im ersten Stock, welche für den Kaiser Franz Josef hergerichtet sinb. Dre Zahl der letzteren beträgt fünf. An das mit künstlerisch werth, vollen , Wandgemälden an-: gestattete Wohnzimmer, in welchem besonders die mächtigen Marmorkamine ins Auge fallen, grenzt das Arbeitszimmer des Grafen Hochberg, das dem österreichi schen Kaiser als Arbeitszimmer dienen wird. An dasselbe schließt sich direct das Schlafzimmer an, in welchem ein kleines Gemälde von Nafael, die Ver kündigung Mariä darstellend, das Auge des KennerS fesselt. Ein mit einer reichhaltigen Sammlung kostbarer Por cellane ausgestattetes Frühstückszimmer und ein durch besonders farbenprächtige Gobelins hervorragendes Gesellschafts zimmer bilden den Beschluß der Wohn räume des Kaisers Franz Josef. NahrungsmttielverfSlschuns in Berlin. Aus den neuesten Mittheilungen deS Chemikers C. Bischoff über die Nah-rungsmittel-Untersuchung in Berlin ist zu entnehmen, daß im Laboratorium des -Herrn Bischoff in der letzten Zeit monatlich etwa 300 bis 350 von der Marktpolizei gelieferte Proben untersucht wurden. Hinsichtlich einiger Hauptnahrungsmittel wird bemerkt, daß im Allgemeinen Mehlverfälschungen nicht vorgekommen sind und daß" auch beim Brod, abgesehm von solchem, das, auS dumpsigem Mehl gebacken, dumpsig roch und schmeckte, und von zufälligerer stärkerer Verunreinigung durch Sand und Kalkstaub (es war Wandputz beim Kneten in den Teig gefallen) abnorme Zustände nicht vorgekommen sind. Eigentliche Verfälschungen kamen ebenfalls nicht vor. Gebräunter Kaffee enthielt bisweilen, so lautet der Bericht,gebrannten Mais mit Lupinen in ganzen Körnern. Der Rohkaffee ist besonders in dem billigen, sogenannten Santoskaffee oft außerordentlich schlecht und enthielt verdorbene Bohnen, Holztheile, kleine Steine u. s. w. Eine große Rolle spielte der sog. Havarie - Kaffee. , Im Thee wurden von Beimischungen fremder Blätter nur eine Weidenart, Kaffeebaumblätter, Rosenblätter beobachtet. Glasirte Thees, meist Kugelthee, sind häusig mit Talkum oder Thon in unge höriger Menge bestäubt. ' In der Chocolade wurde von fremden Fetten Kocosnusbutter, auch Resamöl und Palmkemöl gefunden. Der gewohnliche Kartoffelstärkezucker wird in Berlin mit den verschiedensten Essenzen verfetzt und mit Farbstoffen, insbesondere Eisenocker, oft nicht unerheblich vermischt und unter hochtönenden Namm, wie Birnzucker, Chocoladefruchtzucker. Himbeerfruchtzucker" in den Han del gebracht. Im Pflaumenmus wurde zwar metallisches Kupfer gefunden, doch nicht gelöstes Kupfer in größeren Mengen, welche es begründet hätten, den Genuß von solchem Pflaumenmus als schädlich zu erklären. In den grünen Conserven wurde Kupfer in gelöster Form verhältnißmäßig häusig angetroffen; dasselbe rührte in den meisten Fällen von der Zubereitung dieser Conserven in kupfernen-Kesseln her. In einzelnen Fällen wurde Zusatz von Kupfervitriol beim Einmachen ermittelt. Muskatblüthe wird häusig . mit Maismehl, Reismehl und geriebener Semmel verfälscht. Zur Verfälschung des SafranS dienen Kochsalz, feiner Sand, Ringelblumen u. s. w. Beim Mostrich sind Verfälschungen selten, ebenso ist die Herstellung von Fruchtsäften nicht' zu beanstanden. Dagegen wird der Essig in unverantwortlicher Weise, verdünnt, so daß bei der Prüfung sich Efsigproben mit noch nicht zwei v. Essigsäure zeigten. Unter den Bezeichnungen Weinessig. Bieressig, Obstessig, werden Arten in den Handel gebracht, welche weder mit Wein, Bier noch Obst etwas gemein haben. Traum. , Von Diesem staunend wird beachtet Als riesengroß. Was jener Andere verachtet Als bodenlos; . , ' . lind sieh'! 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