Indiana Tribüne, Volume 14, Number 24, Indianapolis, Marion County, 12 October 1890 — Page 3

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EUcan KLS hm Ztlxu der deutschen HatSt tsi uuft Hge. (10. Fortsetzung. Ha, das hübsche elegante DSmcken in fc kostbaren PclZjacke und dem Tirv' lcrhut, mit dem du dich einschlössest, rief Eelma von Hüter lebendiger im Ausdruck als sonst gewöhnlich, das Dämchen mit den feinen Häckcnstiefel chcn und den rothen Handschuhen icht versteh' ich dich. Alfred, und bitte Z S.:.4L. -ZZ-l: ji oi..., c I viu; vwuuuu) um -ücrgcüwig, wennoein Amt eS erforderte Schon gut. liebes Kind, wir werden vns immer besser verstehen lernen. Der Zimmethandschuh, die Flora Hegele. besitzt ein? Schwester mit Vornamen Jo sephine. Tiese Josephine. dem Aeußern nach eine höchst respectable Person, hatte sich mit ihrem Liebhaber, einem höchst verwegenen und gefährlichen Gesellen, der seit einem Jahre aus dem Zuchthaus Qusgcbrochcn ist, woselbst er eine zehnjährige Strasc zu verbüßen hat, überwarfen. , Glauben Sie wohl, meine Herrschaften, daß cS Mcnschenibt. die sich durch nichts, sag' ich. von dem gejährlichsten Raubthier unterscheiden? Nun wohl, solch ein Mensch ist der ehernalige Buchdrucker, den sie Drücker der Drucker nennen. Dieser Drücker in GemeinZchaft mit, andern hat den Ihnen allen bekannt gewordenen Ein druch in die Villa des verstorbenen Lazröli ausgeführt. Auch Dagobert Frey, der Erstochene, war bei dem Dicbstahlc thätig und. der Anstifter Frey, ein zweiter Don Juan, wußte sich der Joscphinc Hagele ebenfalls liebenZwürdig zu machen. t Josephine Hagele sah dicS, nicht un gern und war im Begriff, den Dagobert Frey in der Kellerwohnung ihrer Mut icr aufzusuchen, als unglücklichcrweis jener Drücker hinter ihnen herkam. Dicht an der Seite semer Geliebten stieß er rücksichtslos seinen Nebenbuhler, sei nen Genossen bei , dem nächtlichen Be suche in der Villa Lazarski. von -dem beide in jener Nacht soeben erst herkamen, nieder. Er hatte auch aus anderen Ursachen einen Haß auf jenen Frey geworfen. Frey benahm sich ihm gegenüber stolz und rücksichtslos; er verschmähte einen genauern Umgang mit Drücker. Drücker fürchtete von ihm Vcrrätherei und wußte, daß Frey eine nicht unbedeutende Summe Geldes bei sich trug, die später spurlos verschwunden ist. Dies Geld war ein Theil der eben erst gemeinschaftlich gewonnenen Beute. Drücker hatte es dem Todten geraubt. Unmittelbar nach dem Morde reiste Drücker mit der Ostbahn ab. Was er weiter gethan uud wo er sich monatelang aufgehalten, weiß niemand. Jetzt aber ist er zurückgekehrt. Er versuchte ferne alten Verbindungen in dem Kcllcrloeale der Wittwe Hagele und mit deren Tochter Josephine wieder anzuknüpfen. Die letztere aber, seitdem er den Eassirer an ihrer Seite erstochen, verabscheut ihn. Weg mit deiner Hand! rief sie ihm voll Ekel zu, als er sie dukch Handschlag begrüßen wollte. Die Folge dieser Unbedachtsamkeit war, daß Drücker ergrimmte und die entsetzlichsten Drohungen' gegen Joscphinc aussticß. DaS ' Mädchen fürchtete sich, sie wußte, das; ta Drohungen des Gefährlichen die That auf dem Fuc zu folgen pflegt. Sie klagte ihre Angst der Schwester, und diese, der Zu'.lmcthandzchuh. unternahm cs für die Sichuheit des bedrobtcn Lebens der Joscphine den Beistand der Behörde anzurufen. Dies der Grund, weshalb ftlcra sich mit ihrer Anzeige meldete, ihre ZLijsenschast von dem Tode des EommiS mag ihr auch sonst wohl schwer auf der Ecclc gelegen haben. Dem LtaatZauwalt haben wir die Cache seicht gemacht ; er darf nur die Anklage crbebw und dars die Gerichke nicht, erst mit weiteren Ermittelungen behelligen, . Tic rulMrcdige AuScinandersetzung tes PolizeiasscssorS iifcet die Gefangen nähme dcs SttntncrS Hüncsnest unterbrütftc bei den nächsten Gängen jedes andere abweichende Tischgespräch. Nu, Wolfgang war nicht' recht bei der Sache. Eeine Blicke ruhten unablässig auf seiner Tischnachbarin, Fräulein Vetly d'Jsraeli, und über seinem Geptauder mit dieser Freundin vernachläshgte er sogar, was sonst nie von ihm geschehen, die Sorgsmnkcit und Ausmerksamkcit auf die gehörige Ordnung und Bedienung seiner Gäste. , , , Ä . Erzählen Sie doch auch etwas näheres von dem Zimmcthanvlchuh, Herr Assessor, sagte der Rittmeister Latour. Frau Eelma von Hüter' wünscht jedenfalls noch eine genauere Beschreibung JhreS Zusammenseins -und alles dessen, was gesprochen und 'geschrieben würd. Auch wir nehmen begreiflicherweise cn allen schonen Lcrbrechcrinncn' besondern S2U . theil. ' Und schön war doch der ZimmetHandschuhs nicht' währ,' Herr Assessor? Selbstverständlich, bemerkte ' der Prosessor von Lcrbach wie. hätte er, sonst unsere liebenswürdige Frau Assessor, so bedenklich eusregen können. '' Zll Für ein Furioso hat Fräulein Selma Äerena 'nie besondere Anlage gezeigt) ,ueintc derProsenör, Dettlinger. aber r'''tiV::,ttifrtr'lt':- .- Das argüclto gelang lyr oczouoers, ein Staecato hab ich niemals von ihr ge öört. , k ..: ,AZM i fetit " " & u i Der .Assessor , lachte. Meine Frau treibt gär keine Musik mehr, ich bilde sie jetzt zu meinem Secretär' heran, und da- . . ' . ? 'L'i ' .1. .'"i k vc: wlro vi c wo in raw genug nnitcn, das; bei unsern, Verhandlungen, und Neststellunaen das Herz, ich Zage auch - das Gemüth und Gefühl aus dem diele bleiben muß... , ; . Diese varadore Vehaüptun rief all gemeinen Widerspruch, auf Seiten der Damen einen wahren Sturm der vnU Rüstung hervor. r... ., , ; ; Alfred, ich ; kenne dich , nicht wieder, tönte SelmaS Stimme dazwischen. Er ist ein Heuchler, er verstellt, sich, lch kenne - h sein Herz besser. r: 1 ' :;! 1 V !- rm ,iw .! 'r , Meinung ccr eyroen i)r, nq der ProfessorLerbach, daß jede gute und

menschliche Handlung selbst das übn den Niedrigsten und Schlimmsten gesällte Urtheil, auS der 'Quelle geschöpft sein mutz, aus welcher im Anfange das ganze Gebilde deZ menschlichen Körpers hervorging, aus dem Herzen! Wir kommen aus dem Gebiete des Thatsächlichen auf philosophische llntep scheidungen, wohin ich allerdings nicht zu folgen vermag, vertheidigte sich der Ässessor von Hüter. Sie werden mir aber recht geben, daß der Stimme des Herzens allein gefolgt zu sein, in der Welt schoN'daS größte Unheil angerichtet hat. Wir in unserer, amtlichen Thätigkeit müssen uns gewöhnen, nicht nach dem Gefühl, sondern nach dem strengen Buchpaben deS Gesetzes zu verfahren. OdysseuS lieü schob der Professor ein. als die Sirenen lockten, sich an den ZZastbaum seines Schisses festbinden. Sind Sie diesem Beispiele gefolgt. Herr von Hüter, fragte der Rittmeister Latour. als der Zimmethand schuh bei Ihnen eintrat? Wenn ich auch nicht Odyssens bin. entgegncte der Gefragte, so weiß ich doch, daß die Klugheit die größte Vorsicht bei dem Verkehr Mit Personen gebietet, ge gen welche einschreiten zu müssen wir in die Lage kommen können. Ein zweiter Beamter ist daher regelmäßig an meiner Seite. Bei der Rücksprache mit der Flora Hagele war dies ebenso der Fall, liebe Selma. Dies war umso' mehr geboten, als ihre Aussage nicht blos den Drücker, deinen wir noch nicht habhaft sind, betraf.' sondern auch eint andere sehr bedenkliche Persönlichkeit, gegen welche die Flora Hagele nur Schritt vor Schritt mit ihren Bczichtigungen hervortrat, da dieselbe in nahen Beziehungen zu ihr selbst stand. Es wai daher erforderlich, den Nachweis des Mangels jeder gewaltthätigcnBcfragung sogleich zur Hand zu haben. DaS große Ergebniß dieser Befragung war denn auch die Festnahme jener Persönlichkeit. deS bereit erwähnten Rentners Hüner ucst sowie eine Durchsuchung der Wohnvng desselben, welche die bedentsamstcn Aufschlüsse über eine lange Reihe bishe: uncntdcckt gebliebene? Frevelthaten lieserte. Der Rittmeister Latour wandte sich zu der neben ihm sitzenden Dame, bei Frau deS ArchltecturmalerS Schirm. Dieser Mensch, der Assessor, ist unaus stchlich mit seinen Criminalgeschichten. Ich bin nicht musikalisch und aus dem letzten Coneertc der Selma Verena weg gelaufeu. weil meine Nerven Sie ha. den kein Vorrecht darauf, meine Gnä digste von dem Schwirren der Sai ten aufs äußerste angegriffen waren. Aber ich will lieber die Selma noch einmal hören, wenn dadurch ihr Mann zum Schweigen gebracht werden könnte.

Ich sinde das nicht, entgegncte die ame. - o, ich hvre dergleichen chauergcschichtcu gern! Mau schläft so schon danach und wenn man des Nachts einmal auswacht, furchtet man sich. Mein größter Wunsch ist immer gewe sen, einmal einer Schwurgerichtsver Handlung beiwohnen zu können, .allem man sagt, das wäre für Damen ! nicht recht schicklich. Eie haben es auch nicht mehr nöthig, erwiederte Latonr; wir sind heute hier ui voller Aktivität, weniger Baron Berns Gäste als Geschworene, die der Ässcssvi änrcdct. O, Herr v. Hütcr. wandte sich bis Dame, ihren Fache? 'senkeno. hinter bes sert Schutze die Zulcht gedachte, leise Kviesprache stattgehabt hatte, an den Assessor. Sie nannten den Namen Hüt nernest. Wird wohl gegen dtei.ni Mann öffentlich verhandelt werden, und dars man wohl der künftigen Verhandlung zuhören? ' Hünern cst. sagte der Nittmeister är gcrZich, ein seltener Name, der,, wie die ganze Geschichte zu unserer Unterhaltung wohl mir crstmden ist. Lleußerst scharfsinnig bemerkt, üiaZ den Namen anbelangt, vcmertte . der Assessors A Hünernest , Philip? Hüncr? ncstx so wurde er fälschlich bezeichnet; er selbst nannte sich so, sein wahrer 9!ame aber ist Philipp Berg. Er stammt aus ciuer recht achtbaren Familie, die,, noch in der Residenz durch Angehörige.welche von seiner Existenz nichts wusztcnveo treten ist.,, Er, ist ein Sohn des verstoo denen Gcheimrath) Berg, eines gt schalten Beamten und, , .verdienstvollen Latrioten., Schon vor vielen Jahren t er seinen .Eltern entlaufen. ,Ein, Völlig venozhrloster,. sittlich versunlenn Mensch, der Genosse jenes Frey, dn diesen erstach. ,, ! In diesem Augenblicke ließ Wolf gang, der dem Gespräche nur wenig Äufmcrkfamkeit efchenkt hatte, du Ehampaznerschalen von neuem füllen. Während er mit diesem Bescble sich an 'j in ... -ji.ri. 'ii-'jt: . Die 4JiPUttu;ai locnueir, nuging uji, daß Doctor Richard Neinland, bleich wie eine Leiche wurde und .von dem Stuhl kji 'li .i gesunken wäre, batte- er sich nicht mit beiden Händen noch an dem Sitz festhals ten können. rk:. Dieser ohnmachtähnliche Zustand, hervorgerufen durch die Mär-von dem Bru, der Valesea Bergs, dauerte indeß kanm eine Vicrtel-Teeunde. Reinland faßte sich schnell wieder und 'stürzte ein Glas voll des schweren Rheinweines berunter,' der zu dem Rehziemer auf die Tafel geseht worden war. ' Wolfgang "erhob sich,' und an seln Glas schlagend, sprach, er mit lauter Stimme. Viele' Neuigkeiten grauser Art sind hier erzählt worden, geeignet, unsern Wein zu trüben, geeignet, die von . Gerold gespendeten Austern , zu veranlassen, in 'ihre ' kaum ausgesperrt ten Schalen sich - wieder zu . verber- - gen, ie '!''ltz ,Hummer!'E bis zu'en Scheren erblassen' zu. 'machen. ,,s Es ist Pflicht .des Symposiarchen,' dem guten Geschmack aufzuhelfen durch erfreuliche, vielleicht nicht ganz unerwartete, aber von Ihnen darum doch ' gewiß 'mit Freuden begrüßte 'Botschaft. ' Mancher von Ihren hat gefürchtet, ich würde ein Opfer der Hai- nnd ' Sägesische in der Südsee bei' dem Abgang nach einer

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dort-nen, erworbenen deutschen Station, werden. ES wird zu Ihrer Beruhigung ge. reichen, daß ich nicht nur, auf meine volitische Carriere, auf jede Anstellung im Staatsdienst, sondem auch auf jedes Vorrecht eines Junggesellen von heute ab verzichtet habe. Ich habe die Ehre, in Fräulein Vctty d'Jsraeli Ihnen meine heißgeliebte Braut die künftige Gefährtin meines. Lebens,' vorzustellen. Mein einziger, Beruf wird fortan sein, die Liebe der edlen und vornehmen Künstlerin zu lohnen. - Stoßen Sie an: Das neue Brautpaar soll leben! Dem anfänglichen Schweigen des Staunens und der Ucberraschung folgte nach diesem. Toaste, den Wolfgang, das GlaS in det einen Hand, die' andere um den Nacken der Geliebten gelegt, gesprochen hatte, ein nicht endcnwollender Jubel. Alles sprang von den Stühlen und umringte das Brantpaar mit herz lichen und lauten Glückwünschen. Änch Doctor Neinland, langsam und schwankend, nahic sich mit dem gefüllten Glase. Ha! rief mit , heller, das Gcwüh! durchdringender Stimme der Professor von Lerbach, ein begeisterter Verehrer der d'Jsraeli, der Baron Bern ist der glücklichste der Sterblichen! Auf ihm ruht fortan der ewige Glanz, der aus dem göttlichen Wesen unserer heimischen Kunst strahlt. Berühmt wie seine Gat tin wird unser Frennd schon dnrch das Band der Ehe sein, selbst wenn die vielen eigenen Verdienste, die er um deutsche Aöusik, Malerei und Poesie hat, ihm nicht schon den Kranz des Raumes auf die Stlm gedrückt hätten. Der Doctor Reinland senkte seinen Arm, dessen Hand den Champagnerkclch krampfhaft hielt. Berühmt berüchtigt!murmelte er vor sich hin. Schmerzlich empsand er den Gegensatz feines Schicksals zu dem des Freundes, indem er, seinen Glückwunsch zu stam mclit, an die vor Entzücken strahlende Betty d'Jsraeli herantrat. Ein Glanz lag über dem zu ihrem Verlobten hingewandten Antlitz,' der diesem letzteren einen nie geahnten Ausdruck, ihren un regelmäßigen Zügen den Schimmer von Hoheit und unaussprechlicher Seligkeit verlieh. AuS dem Angesicht Wolfs strahlte dieser Glanz zurück. Sie werden das Glück meines Freundes Zeit seines Lebens sein, sagte er, mit ihr anstoßend, bewegt. Ihr Name, dem seinen zugesellt, ist reinste Hanno nie. Dann wandte er sich ab und verließ unbemerkt und still den Kreis der immer stürmischer sich gestaltenden angeregt Gesellschaft. ' Zwanzig st es Capitel. Wenn der Zufall, oder sagen toh lieber die Vorsehung, der strafenden Gerechtigkeit " nicht jso häusig in dik Hände arbeitete, so würde die Letztere oftmals um ihre besten Erfolge gebracht. Die Mittheilungen, welche der Assessor von Hüter am Vcrlobungstage Wolf, gangs von Bcrn-Ergestedt gemacht, lieferten dafür Beweis genug. Tel Verrath des ZimmethandfchuhS brachte eineMeihe der schwersten Verbrechen an das Tageslicht, sie hellten das Dunkel, welches bisher über die Ermordung Dagoberi Freys gernht. sie 'führten zu, Entdeckung der Thäte? des Lazarski'schcn ' Einbruchs ' und" lieferten den Rentier Hüncrncst der irischeü Ver' geltung aus. , r Da der Name Hühncrnest. unter welchem der sogenannte Rentner lange Zeit' unerkannt' in dem Vororte gelebt hatte, ein angenommener sei, wurde gleich vermnthet. Nachkorschungell, die ihr Hamburg, wo Hühncrnest früher sich aufgehälten,' 'angestellt niurden, und bis Auskunft von London, welche das Auswärtige Amt erzielte,' führten zn bei Gewißheit, daß unte?' diesen? Namen der vor vielen Jahren entwichene Sühn des Geheimraths - Berg, jener Philip. der in seinem sechzehnten Lebensjahrk den Weg des Verbrechens betrat, sld& vermummt gehalten hatte. , Ph'.lipf Berg, :m die Enge durch die, schlagend stcn Beweise , getrieben, mußte dies selbst schließlich zugestehen. , Er wurde seiner Mutter, r .-.nxot seiner Schwester vorgestellt. Die jetz: lere vermochte ihn, da sie bei seine: Entfernung noch em llemes Kind , war. nicht' wieder zu erkennen, deij Muttc: aber war es nicht möglich, ihn abzu leugnen. Eine Thranenfluth entstürzte den Augen der Frau 'Ludovica. Sie warf sich auf -ihre Kniee,' umfaßte dik seinigen. . , , , ' O Philipp, Philipp, rief siHmüsseiz wir uns so wiedersehen! ; " " ' Diese Wiedcrerkennung wirkte au Valesea und die Mutter sehr verschie den. Valesea empfand die Last eme: neuen .Schmach': diese, Last, drückte ihre s Gemüthsstimmung zmmer tiefer und befestigte 7 sie in dem einmal " gefaßten rri.?t..?r ..'if-iW!lAf3'; isi t).J Entschlüsse umsomehr, als ' das Zer würfnis; mit der Mutter durch den Ge i gensatz der Empsindungcn ' noch klaffcni n . . :: VKi, O, wäre' er langst gestorben,' hätte das Meer doch "den Unseligen' im tiefsten Schoße begraben, ehe er zu uns zu rückkehren und das Andenken seines braden VaterS schänden konnte! So äußerte sie zu der Mütter auf dem Heimweg? aus dem Gefängnisses ,Die Mutter warf . v-' s ii ,!s ",'"t' i 4 Vi . ihr ernen zornesrunkelnden, vernichten den Blick zu. ! Dein Herz ist von Stein, rief sie. du hast es in jeder Lebens' läge bewiesen, als Hdu den ; Doctor Neinland und viele andere von dir stießest, die das Glück deiner Mutter zu machen imstande waren. ! Mag Philipp auch schlecht sein, wer weiß, welche Wege ihn zum Abgrunde geleitet haben.' Aber sein Herz ist nicht wie deines ich sah es an seinem Zittern, an der Thränseines ' Auges, als er meine Verzw?iflung bemerken mußte! 'ÄÄ :ft s Ja ein Stein Xoat daS Herz ValeZcas, aber .ein . Edelsteü;. .Was . nützt zene übertrie bene , mütterliche, blinde Zärtlichkeit, die.: so.. oft der .Anlaß, zum Verderben verzogener Kinder bietet.

was ' nutzt die Liebe' in Fällen, ws ernste, strenge Zucht geboten war? Und vor dem Bösen, welches den ganzen Menschen unrettbar vergiftet hat, muß auch die li:bcvollste Theilnahme weichen, will sie zum Mitschuldigen des von Gott und Menscheu verspottenden Frevlers sich nicht machen. Es gib: Thaten, entgeguete Valesea, welche die Vande des Blutes lösen! An demselben Tage, wo Frau Ludo vica und ValeZea diese Worte Wechsel ten, erhielt der Assessor von, Hüter einen neuen Äeleg.für die Bchauptung, daß dse Vorsehung sehr häufig das Richter, amt der Vergeltung übt. Der Drücker, der fluchwürdige Genosse Philipps, war seit d?m Morde Frey'S., spnrlos ver schmnuden.. Alle Nachforschungen nach ihm, die in der letzten Zeit mit erneutem Eifer angestellt wnxden, blieben fruchtlos. An dem erwähnten Tage aber meldeten sich, von namenloser Angst getrieben.. Flora und Josephine Hagele, abermals in dem Amtszimnzer. Ach, Herr Assessor, flehten sie beide abwechselnd retten Sie üns, schützen Sie uns, erlassen Sie, einen Hastbefehl ,gcgen uns, sperren Sie uns m Moabitz cin, in die sicherste Zelle, Er ist wieder hier, Druckes hat sich gezeigt. - Josephine soll um vier Uhran dex.Zlora im Thiergarten ' sein. , Er , will, i sie sprechen. Hier ist. nn Zettel, vyn, seiner Hand, geschrieben. Er schießt mich nieder zammcrtc , Josevhine, ich weiß eS, ich kenne ihn, und ich möchte , noch nicht sterbeu. ' . . . " Hüter suchte die beiden Mädchen zu beruhigen. Allem vergeblich. Sielennen ihn nicht, wiederholten beide, aber wir' kennen ihn., Es ist mein Tod! klagte Josephine. - ' Und doch sagte der Assessor endlich,' Joscphine muß. seiner Äufforderung Folge leisten. Sie müssen, schone stes! Kind, zu der bestimmten Zeit im Thiergarten bei der Flora sein. Es soll Ihnen nichts geschehen,, ich versichere Sie. Verlassen Sieisich auf mich. ' Sie sollen dergestalt gesichert sein, daß Jhneq nicht ein Härchen gekrümmt werden kann. Er ist geknebelt, ehe er die Hand rührt. Allein die beiden Mädchen, waren allen Vorstellungen, unzugänglich. - Der Assessor , war , in einer , . gelinden . Ver zweiflunz. Ein Mittel, . die Josephint Hagele zu zwingen, ans dem.Flyraplatze sich zu, zeigen, gab es nicht. D?r Assessor mußte .einen andern Plan, entwerfen. Nun gut, sagte er endlich, wenn Sie zu scige sind, die fünfhuudert Mark zu ver dienen, die auf seine Ergreifung ausgesetzt, sind, so muß ein anderer gehen. Lassen Sie Hut, Schleier, ilmhaug und Sonnenschirm hier, Josephiue. Ich gebe Ihnen, da Sie sich fürchten, einen Schützmann mit,' der Sie begleiten und von Ihnen nicht weichen Zoll, bis wir den Drücker gefangen haben. Sie sollen sehen, Punkt vier Ühr Nachmittags ist ei in unserer Gewalt. , Er klingelte und gab seine Befehle, die darauf hinausliefen,, daß ein Poln zeibeamter, dessen Figur Aehnlichkeit mit 'der 'Gestalt Josephinens hatte, in Weiberkleidern, mit Hut, Schleier, Umhang und Sonnenschirm Josephinens ausgerüstet, den Verbrecher an dem bezeichneten Orte erwarten und wohlbewaffnet und von zahlreichen, ebenfalls verkleideten versteckt aufgestellten Schutz leuten unterstützt, die Festnahme ausführen sollte. Voller Erwartung wurde dieser Plan in's , Werk gesetzt. Allein die ausgesandten Beamten kehrten nach Verlaus der ihnen bewilligten Zeit mit der Meldung zurück, daß nichts verdächtiges sich habe blicken lassen. Drücker war vielleicht gewarnt oder die beiden Schwestcrn Hagele waren das Opfer einer Mystisication geworden Um 3 Uhr Nachmittags schlenderte ein nachlässig gekleideter, 'wüst aus sehender Mensch auf dem Trottoir die Linden entlang nach dem Vrandenburer 'Thore zu. Dem schwankenden Gange, nach hielten die Perjonen, welche ihm begegneten, den Menschen für einen bctnmkenen Matrosen. - Damit stimmte sein freches und unverschämtes Gebaren. Er schlenkerte die langen Arme und spie auf das Pflaster. Er pich - keinem der ihm Begegnenden aus und holte, in der

Mitte der Straße stehen bleibend, eine Cigarre und Streichhölzchen, aus der Westentasche hervor. Er zündete die Cigarre an, nachdem er das Strüchhölzchen an seinen Beinkleidern angestrichen hatte.' 'Das noch brennende Hölzchen warf er einer vornehmen Dame, die ihm begegnete, auf das Kleid, sodass diese schrockcn mit beiden Handen zufassen mußte, um nicht in Flammen zu gerathen. ' Der kräftige Griff eines Schutzman nes, welcher den frechen Menschen U obachtel hatte, .schleuderte ihn herum. Marsch, fort mit dir! herrschte der Beamte dem am .Kragen, Ergriffenen zu. In diescmAugcnblick 'zog der Letztere einen . Revolvern Der - Faustschlag eines zweiten Schutzmannes schlug die Waffe nieber..Mha! So meinst du'es sagte der ersterwähnte Beamte. Das ist kein gewöhnlicher Strolch. Halten wir ihn fest. . ' Ein kurzer Widerstand 1 war bald überwunden, und ohne großes Aussehen wurde der fremde Mensch in einer herbeibeorderten Droschke fortgeführt. -' i Die ausgespröchene Vermuthung'' t j JT ,r. .';-!. oan man es mir remem gewoyntlcyen Landstreicher zu thun habe,' bestätigte sich. Aus dem Wege nach dem Floraplatze wär Drücker der lange Zeit vergeblich gesuchte H Verbrecher, aus einem nicht eben im Straßenverkehr außergewöhnlichen, geringen AnlaffederObrigkeit in die Hände gefallen, und es erklärte sich, weshalb er bei dem geplanten Stelldichein an der Flora im Thiergarten nicht erscheinen konnte. 1 j 11 -,.;' ,: ': ' isV :.r .uf- . I ' ;,;!,, , , .1- tX.lKrU l ? -,. ' !, iE'1.!?;'!; "i. 1 - Mit Drückers Festnahme war der letzte Anstoß ? beseitigt, welcher der ErHebung de? Anklage gegen seme Genos sen, unter denen Philipp Hühnernest L;lA,"l.ä T1X ml JL mim i' JL ' !l? :L A i' ' "' üeuuciö jiu; uuciiucic, uuiy eilige gengettanoen yatie. , , - . . Der Proceß , gegen Hühnernefi reizte

die.Neugier des auk.Verb?cchen lüstc? nen Publikums umsomehr, alS" verlau-'

tete daß Hühnernest aus einer angcsc henen Beamtenlamille stammte und der Bruder der bekannten blonden Vally sei. ' ' An dem Taae, an welchem ValeZca Berg die Vorladung zu einer Zeugen Vernehmung- vor dem Untersuchung richte? erh:elt,i verließ sie ' unmittelbar oaranf nach einem kurzen und bewegten Abschied von der Mutter die gemeinschaftliche Wohnung. ' '' ' Valesea hatte lhre kleinen Schmuckfachen V röche 'und Ringe, sämmtlich heute abgelegt. In- dem Bcikästchen oer Commodc befänden sich einige Tha lcr, die sie eripart und eunge sllbenie Schaumünzen, Andenken an ihren verstorbenen Vater. Sie überreichte die Schlüssel der Mütter, die sie gedankenlos hinnahm. Dann ging sie Die Mutter' fragte nicht einmal, wohin? Einundzwanz ig stes Kapitel. Es wird spät; wohin nur Valesea gegangen sein mag ? srazte Frau Ludovica sich selbst. Ich wiöt inzwischen den Thee bereite. Sie muß doch bald kommen. Während ihre Mntter auf diese Weise ihre Besorgniß um das Längere Ausblelben der Tochter zu vechw:chtlgen versuchte und soeben die Lampe auV gezündet hatte, wurden hastige Schritte auf der Treppe hörbar.' Dann erklaug Kl rrJL.fr. : n. uic uzeue lauicr ais Gleich darauf trat un unerwarteter Besuch in das Zimmer der Geheimrathin. ' ' Willkommen und herzlich gegrüßt, liebe Ludovica, rief in freudiger Erregung eintretend der Doctor Heinrich Gemkenthal. ' Er umarmte und kuzzte die Gehennräthin. Du, Hemnch? Welch em Wunder! Wie lange hast Du Dich nicht blicken lasten. Aber es izt Dir sn der Zwi schenzeit, wo wir uns nicht sahcn gut ergangen. Du siehst so frisch, jugcndlich und untenzehmend aus! Wir glaub ten. Du hättest uns vergessen. Die frnche eelust, die mmz anqcweht, maz mir wohl gethan haben und 9 y : ' r .w , r mir karoe venenzen. vsxt mix ta;ron, glücklich wicdcö angelangt zu sein. Tu warst verrelzt und lange Zeu, Wochen- und monatelang? ' Tu fragst das nimmt mich Wnn. der. Ist denn mein Brief ans New Aork nicht bei Euch angelangt? Ein Brief in der That, nein ! Und aus New gork? Tn hast nicht nöthig. Deinen Scherz mit uns zu trcibeu. Scherz? Ich verstehe dich nicht. Sollte der Brief verloren gegangen sein? Er enthielt eine kleine Summe Gelhes. Doch das nebenbei. Du weisst also wirklich nicht, daß ich drüben in Amerika war? Es handelte sich um Einrichtung eines überseeischen Zweiggeschäfts. Mein erster Commis hat dort? ein Verlags-Comptoir eröffnet, verbuuden mit einer deutschen Lesehalle. Er verlangte meinen Beistand, rechnete auf meine Theilnahme und mcüke Mittel. Ich mußte seinem Wunsch entsprechend selbst hinüberkommcn. Ich reiste, ohne Berlin zu berühren, unmittelbar von Stuttgart, wo ich ebenfalls Geschäfte )attif über Havre, Eine angestrengte, ungewohnte Thätigkeit. Ich habe einige Wochen dafür büßen müssen, die ich krank, dem Tode nahe, in New Dort verbrachte. Gott hat geholfen. Nun bin ich wieder gestählt und freue mich der wledergewonncnen Heimath nnd meiner Lieben. Erst heute angekommen, ist mein erster Weg zu euch. . . , Er sah sich in dem Gemache um, wie als suche er etwas.' Dann nahm seine Miene das Gepräge der Traurigkeit an.Ach, sagte er, ich vergaß. Ich dachte, es Wäre noch wie ehedem., Doch ich finde unsere liebe, süße Valesea nicht mehr hier. Sie ist gewiß inzwischen dem Gatten gefolgt und die glückliche kleine Frau des Doctor Reinland. . Frau Ludovica 'seufzte und verstummte. , , Du ängstigst mich. , Ist Valesea nicht glücklich? . ; , Ach, lieber Heinrich, dn hast doch gewiß erfahren, dajz Doctor Reinland sie stockte. . , ' ,. Nun, Reinland? Aus der Partie ist nichts geworden. Reinland hat gebrochen und die Gschenke zurückgeschickt. ;i. ; Diese Nachricht welche Ludovica umständlich nnd unter 'Thränen ' wieder holte, machte auf Gemkenthal keines-vr.rLv-jiJ'i -..Li! t '- lvegs ven nicvcriagenoen ; morucr, welchen' Ludovica erwartet hatte. . Nun tröste dich, das ist kein Unglück meinte Gemkenthal. vielleicht " sind dem lieben Kinde viele Kümmernisse erspart. - Sie Wird dich nicht' haben verlassen wollen. Sicherlich ist die Auflösung des Verhältnisses - durch sie' 'selbst gewünscht worden. ' --"Vwiu-A-i Ei,- dn böser Mensch ! Wenn es nach dem - Kopfe ' eines r alttn Junaacsellcn ginge so käme kein Mädchen unter die SSh N ij'- ' k ' " " ' ' ' i -" 4 5 ' ' ' '' ' Doch wo 'ist Valesea? warum läßt sie sich nicht sehen? :M ' Sie ist seit heute 'früh. 'von Hause fort.' Ach lieber Heinrichs wir haben recht viele Schlajqle gehabt, settdem du dich von uns fern hieltest. ,' Setze Dich nur. 'Valesea , bleibt länger als ae- '' ' ij jl' j. ' i. '" ! t t ,.'"' 'Ii Jl'lll'i.J "ll'ijul mk ! . t""m e t . .Ü1 wohnlich aus. Wüßte 1$ daß du hier toarcsfi loiltoürbJeW'pbenieit;' 'i,r!i i ( ,:"''' 'l'.i. ii :ji'.f fi lfmL ' mm f'!:,' :!! I ilif ii.lii, Ntmm einstweilen ' nne Tasse Thee an. Wir haben nickts besseres zu bieten. Doch halt! Vielleicht ein Glas Wein. Es war für emen andern bestimmt, der :s nicht' MehmmWMM' '. I ., '..! t-m W -Hw ?i 4 ft'iPFü'i'ni Jnr'iiSJ'-ua. 'wm. i , " i i ' Gemkenthal war unruhig. Ich mochte unsere Valesea , so gern wiedersehen. sagte er. Sie, bleibt auffallend lange '" "i '!' i W ' 4 ii IÜ!-' ' Äf : i ! ' t ' ' ' h WKl'y Ja! Si? ist auch in der letzten geit recht mißmuthig gewesen. . Es hat vielerlei Unannehmlichkeiten gegeben. setze dich nur, ich kann nicht sehen, daß du länger stehst. Ich will dir alles erzählen. ; Denke . Dir: Philipp, mein

amer.Philipv ist wieder zum Vorschei, 'gekommen. ' ' ' ' ' Zum Vorschein, sagst du. Wo ist er? Nicht bei dir du weinst? -Ach, Heinrich.- keine Freude wird uns ungetrübt zutheil. Man beschuldet den Philipp schwerer Vergehungen. Gewiß, zum größten Theil mit Unrecht. Er ist er ist im Gefängniß. ' Gemkenthal lehnte sich erschrocken sn dem Armsessel zurück, auf dem er Platz genommen hatte, und horte mit krampt haft . gefalteten Händen die weitere Erzählung der Geheimräthin über die Ge fängennahme Philipps, über die An klage seiner Genossen und dessen, was Philipp selbst verschuldet haben sollte, an. Mein Gott! sagte er, ich , habe von Philipp Hünernest, von dem getödteten Frey und seinem Mörder so vielerlei in den Zeltungen gelesen. Es ist entsetzlich, und dieser ö!äme Hünernest ist ein anie nommener, hinter' dem dein Söhn Phl lipp sich verbarg ?'O. wäre der Unseligs doch nie wieder zum Vorschein gekommen und hätte in dem Weltmeer, das ihn gttragen, sein wohlverdientes kaltes Grab gesunden! j ' 5 Die Gehumräthin starrte ihn an. 'Tu und Valescarief sie leidenschaftlich, seid einerlei Meinung. - Valesea hat mich durch dieselben Worte gekränkt. Edle Seelen finden einander. 'Es gelang der gütigen Zuspräche Gemkcnthals, ihren Zorn zu bcsänftigen. Wohl, ich begreife, schlou er, daß das Herz einer Mutter, immerhin noch eine kleine Entschnldiaüng findet. :

' Philipp, armer Philipp, schluchzte Ludovica. Das böse. Wort Valescas über dich ist wie ein zweischneidiges Schwert zwischen Tochter und MlUter gefahren. Valesea und ich haben seit dem nicht mehr friedlich miteiucuid'cr gelebt. , Das darf nicht sein, darf nicht sein, zwischen Mutter und ToÄter, äußerte Gemckcnthal, den diese Aeußerung Ludovieaö offenbar bcsorglich machte. Valcsca, unser liebes Nind. hat sicherlich Dich nicht kränken wollen. Und sie ist in Unmuth von Dir geschieden? Es ist spät. . Wann ging sie fort? . Eine wachsende Unruhe machte sich bei Gemkenthal, als er so fragte, bemerlllch. Er sprang auf und maß i:w hastigen Schritten das Zimmer. Ich habe sie heranwachsen sehen, diese zarte, bescheidene Menschcnblüthe. Als Kind trug und schaukelte sie mnxi Arm. Niemals, uein, lliemalö hab' ich eine Regung von Haß, von verhaltener Bitter keit au ihr bemerkt. Si liebte die Wahrheit, die Tugend, als sie sich licb lichc? als alle ihre Gespielen entfaltete. Mit treuer Sorge opfert" sie ihren nächtlichen schlaf der sleinigen Arbeit sür den Unterhalt der Mutter. Das Leid, welches böse MmsÄen über sie brachten, trug sie mit. Sanftmut!) Nnd ohne Hau. - Er hielt plöklich nach diesen Worten !nne und blieb vor der auch ihrerseits' nachdenklich gewordenen Ludovica - steheu. Wann verließ sie Dich? fragte er mit scharfen! Tone, in welchem Anlaß, und ist sie jemals so lange als heule fern von Dir geblieben?. Seit heute Vormitwg. Sie ging nicht im Zorn. Sie nahm zärtlichen Abschied von ' mir. Sie lies; mir den Schlüssel zu ihren kleinen Ersparnissen znrückwcnu ich vou deiisclbcu in ihrer Abwesenheit J etwa Gebrauch machen müßten-meinte -sie. ' . ' ' . Gemlcmhal 'sah nach der Uhr. Die, nennte Stunde! ticj er. Und Dn bist unbesorgt? O, mich überfällt Angst, wenn ich daS. was Dn gesagt, näher bedenke. Gewiß, es ist ihr ein Unglück widerfahren ' ' Eolltc sie wie Philipp uns verlassen haben? Gemken'hal schüttelte heftig den Kopf. Nenne, ich bitte Dich, die beiden Kinder nicht neben einander. Wo ist der Coinmodeuschlüsscl? ' 'Hier! ' - i ' Gemkenilzäl nahm hanill den dargtt reichten Schlüssel unÄ öffnete da? (5oinmobcnfüch. Ihre Ringe, ihre Brosche, die sie täglich trug - ich kenne sie! rief er zurücksahrcnd und erbleichend. - Und da ein nicht, versiegelter Brief an mich. .An meine Mutter! .' : !' i ' I i Daneben eine Ladung des Eriminalgerichts als Zeugin! rief Gemkcnlhal und cntris; mit ziiternderHand den Um schlag des Briefes der Gcheimräthln. Ex überflog den Inhalt, öein Athem keuchte als cr las: Ich -weif;, daß ich Dich oftmals gekränkt habe, liebe S)h:U ter, datz ich oft Deinen Willen entgegen war. 'Ich bitte Dich in dieser Abschiedsstunde recht herzlich um Vergebung. Gedenke meiner, wenn Tu diese Zeilen liest,' Und ich nicht mehr an Deiner Seite weile, in aller Liebe. Alle Menschen wenden sich von der blonden Valli), der Schwester, ,PHillipp ' : Hünern ests , mit Spott .uud, Verachtung ab. Ich weiß, dah ich durch meinen Ruf den-Doctor Ncinland ebenfalls unglücklich gemacht habe .Zch war .bereit ' Deinetwegen ; seinem Wunsche Folge zn geben; er hat dicHand -'der berüchtigten blonden Äally Zurückgestoßen die sie nach ihm ausstreckte. ' Ach, selbst Heinrich Ge:nkenthal hat uns verlassen, wie ich glaube aus demselben Grunde k ::M:..Miifir.? ... . I , ... JljV ... , J , 1 ', ' ' H ißgWL ' '! r i K" mji- ) . l Mißverst ändn'i ": Verfcjtvl :S :.' i! - -t. t in' 'i " e , - rti thcidigcr (bei fernern Elienten im Gefängniß): Ja, ich würde Sie, schon leicht vom Tebstahl losbringcn, würden nicht die Jndieien. noch an Sie zum Verrä ther. Dieb: Hm, hätt' ich das ähnen i 1 . i: if i ? - ? - ' :s! c ; j-:. lonncn, ij;9ac iaj gicicn oic noieien , -i . r f .,3, -I'1!. : - r ! i. " : 02 N-V er rann t. Hanptmann (zum Feldwebel): Hören' Sie. 'Feldwebe! schwarz, schon wieder ist ein ' Mann über den Zapfenstreich - ausgeblieben ; hatten Sie esihmviellnchrF erlaubt ? Feldwebel -. Nein! Ich werde doch nicht so dumm sein, ich bin ja- kein Compag ÄiCl.efMÄ!--' : 'J-Xv-

TU Geisterhand.

Unlängst ereignete sich in der FamNie des Geheimen Kommerzienraths L. ei Vorfall so lesen wir im Berliner Kleinen Jounial", welcher noch ein. mal die in den letztm Wochen abgchan' delte spiritualistlsche Gespenst ersurchi wachzumfen bestimmt war, und den deshalb zu Nutz und. Frommen unsern Leser hier mittheilen. Fritz, der drei zehnjährige Sohn des Geheimraths, ein frühreifer, begabter Junge, der es , nicht unterließ, mit Aufmerksamkeit die lokalen, Spalten der Tageszeitungen zu studiren.. hatte naturgemäß jenen erschütterndes und unheimlichen Vorgängen in den Mädchenschulen sein höchstes Interesse zugewendet. Er hatte, der Sohn eines klar denkenden Vaters, in dessen Fa milie jene Vorfälle als Unfug gebrand. markt wurden,-sehr, eingehend über dit Entstehungsgründe der an den Schul' tafeln sichtbaren Geisterschristen nachge dacht und seine, Ansichten mit gleich ge stimmten' .Kameraden ausgetauscht. Ob wohl diese jugendliche, von dem hoff' nunzsvollen Fritz sirleitete Kritik, weit entsernt davon, an 'überirdische Ursachen zN glauben, sich durchäuK auf realisti' schem Boden' bewegte, so kamen dennoch elueZ schönen' Tages in dem Hause des Kommexzienraths selbst Dinge zum Vor schein, die sich mcht erklären liefen, unli die. so merkwürdig, und gespenstcrhasl aussahen, daß sie die Familie in nicht geringe Aufregung versetzten. UcbcraZZ nämlich, wo irgend ein dunkler Unter gründ sich darbot, zeigten sich weiße, offenbar mit einer krcideariigen Masst hergestellte Tcdtcnköpfe. . Auf den Sammetmöbeln, ans den Ta peten. auf ' den Platten der Holztische, an Wänden, kurz an allen mögliche und unmöglichen Orten waren oh entsetzlichen Zeichnungen sichtbar. Und öas Wunderbare bei der Sache war, daß . diese Zeichnungen nicht mit markirten Strichen auf der Fläche erschienen, wie sie ein menschliches , Wesen denn doch ohne Zweifel angeseriigt haben würde, sondern mit halb verwischten, schattew artigen Konturen, deren Wesen auf et wis Seltenes und Unbegreifliches ,'hin deutete. Die Gemüther der Hanshal' tung wurden allmählich in eine begreisi liche Erregung versetzt. Das seinen Stubenmädchen" bekam Weinkrämpsq ' die ltöchin versalzte, alle Suppen, di, F-an Gcheimrath wurde nervös, de, Gemahl schwor dem ünentdecktcn Urhc' ber di-ser Allotria sürchtcrlichc Rache und Fritz stellte in Gegenwart seiner Eltern nnd Dienstpersonals in jugend lichem Eiscr. Untersuchungen an, ohne dem Thäter auf die Spnr .zu lom mm. Jüngst nun kam in Folc;k eines erneuten Geisterang rssss Licht in , die Finsterniß. Die Frau Gcheimrath war gegen Abend im Begriff inö Thcatc, . . zu fahren. Sie hatte bereits ihre Toilette been-, det nnd begab sich in's Familienzimmer. um ihrem Frih, der dort seine Schul.

arbeiten anfertigte. Adieu zu sagen. Die Dame legte 'ihren schwarZgcgrundc ten Fächer auf den Tisch und trat dann, sich die Handschuhe abstreifend, einen , Augenblick an's Fenster, um nach dem Wetter zn schauen. Als sie sich um wandte, wünschte sie ihrem Jungen Le bewohl, nahm den Fächcr-und ging ,znr Thür bi'naus. "" TrcivZcrlc! Stunden späte? wurde ws Hans Z?es sZeheimraihs durch eineSchreckensbvtWft alarmirt. Die gnädige Frau war im Thcalcr ohn mächtig aewordeu und lehrte in Zehr angegriffenem Zustande zurück. AlZ sie in der Loge ,hrcn nachcr entfaltete, hatte ihr .v?n dem schwarzen Grunde desselben cm.. weißer Todtenkopf eutge gengcgrinst. Der Gcheimrath wa, auöcr sich. Man , schickte nach dem Hausarzt, dem in der Potödamxchraße wohnhaften Sanitätsrath Dr. A. Die ser verschrieb' zunächst sür die leidende ' , Dame ein bcnchinsnws Mitte! und lieg , ,

sich dann den FaU vortragen. Schließ- , lich bat der ersahmie Äcdicincr In , ': Gcbeimca!!) nm die Erlaubnis die Sache rücksichtslos Ulücmücn zu diirftn, WO' ' bei er mit einem scharfen Blick den m wcscndcn Fng streifte. Herr , L. . rr theilte mit Freuden feine Genehmigung. Aber zu seinem grössten Erstaunen sah cr. wie der alte Arzt aus Monsicu? vritz zuschritt, .ihn ohne Weiteres an der lln. ; kcn Hand packle und dieselbe so drehte, " daß die Innenfläche nach außen kam. . ; Hier zeigte sich die einfache Lösunz des Ääthsels. Ans, der Handfläche a. rcn. nvch deutlich , Von 'rcidcstriche Spuren sich: bar, welche die Form eines. , Todtcnkopses trugen. Der erfindungS. ' "iy reiche Junge pflegte also den gespenstcr hasten Schädel mit dicken Mnchm .n I seine Linkern zeichnen und brauchte d!e, se! be dann nur auf beliebiger Fläche lost aufzulegenmn einen oder mcbrere sencr, , Abdrucke zu erhalten, äderen schaitenZaj, Z 'teZ verwischtes Aussehen sich nun fcsii t , . selbst - erklärte. .Nachdem Fritz' unter Thränen, sciue . Gcständuisie gemääl hatte, da Leugnen Zwecklos gcmlseu j wäre, ereilte ihn die Nemesis. Tei . Pqpa, weit entfernt davon, den mit' dernden Umstand anzuerkennen, dasi sei j , h offnung s v olle S SS hnch en sich die Z!. , strömungen so gut zu Nutze zu machen . verstand, faßte die Sache. vom, rciu er' l zichlichen Standpunkte a'.if nnd cxthäUl :; ' :; j seinem, Stammhalter mit dem Krhr"'' il .., " ''''. "'W "'r' .L..:'J::tt'

noayen eine cmpnyouaie x'eaicn, iucrti auf die sünhafte Geisterhand und dann auf ' j enen Körpertbeit, der durch , Erlasse der ;wohllöblicken Schuldeputa' tion betreffs pädasogischerStrafc:Zum '

ausschließlichen Empfang von Schlüge ' -.-i'i ' r r. t - . ;S

.zanillonirz ereinl.' - Bos hafte A n twort. T?l. , f tor: Man mutz, wenn man kraul wrd. nie dcn'llopf verlieren. Was würden Sie also, wenn Sie eine Lirankbeit be. 7 fi5lk inzwisHcn'Maen,''' ehelich lär.:c Jg Herr: Mein Testament, Herr Doktor. s Wen n ma n di e Gesichte? der Menschen bei einem Lchenuge beobä: tet.: so machen die. meisten dcnZ Eindruck, l als wenn an. sie niemals die Nei I ' :' !,: )l. I ::,(: i käme. -. .

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