Indiana Tribüne, Volume 14, Number 24, Indianapolis, Marion County, 12 October 1890 — Page 2

SründliH attgeülkr. . Som jüngsten Sängerfeste m Wie hexn das N. W. Tgbl. folgenden Mk zu berichten: War da ein Eangesbruder aus dem Lande des Bliemchenkaffees" im Vereine mit Zahlreichen Genossen in einem bekannten Leopoldstadtcr Hotel abgestiegen. Ter Gast hatte erst eine Nacht in dem prächtigen Logirhause zugebrach, als er schon vor dem Hotelier erschien und sich bitter über das entsetzZiche Äctt" beklagte,, welches er erhalten. Er sei wie zerbrochen, er spüre seine Knochen kaum, so furchtbar hart sei er gelegen. Ter dienstwillige Gastgcder, sich der Güte seiner Betten bewußt, konnte die traurige Mär nicht glauben imd beschloß, das beklagte Möbel einer Besichtigung zu unterziehen. Eine sosortige eigenhändige Unkersuchung ergab, daß nicht nur Polster'-ul Eecken, sM kern üdcnaschendcr Weise auch ein ansgewachsener Ü le!dcrsto'üilmehrtr Ftiefelzieher in dem Vettc vorhanden waren. Uiensilicn,, die, Zo' nuylich' sie euch find, doch zu anderen Zwecken bte nen, als zur Erziclung cineS.gcsnnden Schlafe?. . Die Störer der" nächtlichen' Rnhe wurden 'an dle,l!mcn gebührenden Plätze gebracht, und inerMstcn'Nacht lag unser Sagesbrude? gar wonnewohl in MorpheuZ Armen. Aber schon 25 Stunden später erschien er, mit eine? neuen, noch schwerer wiegenden Klage vor seinem Wirth. Denken Sie sich," jammerte er ganz betrübt, denken Sie sich mein Malheur. Mein guter, schöer Lodenrock, den ich erst vor vicr Zünf Jahren um 24 M. gekaust , habe, ist mir .gestohlen worden.!? Nicht möglich !" Es ist so. Nirgends die Spur von dem prächtigen 51'leidungsstück. ' Dabei blieb es auch. Alle Nachfor,'chungen nach der verschwundenen 'Hülle blieben erfolgslos. Der coulante' Hotelier,, her seinen Gast nicht Ln Schaden

luaiiutii , i'aiiv.w i iivvi iur Auuk i-r"" . m .11. i 'r? .,tJ i, j, 1.i?t,t urtTYf '. Avrti 1 : v ii H U nM niinltl niirtt t V j - fcifcV i Wt1.Vr 4--- ,'VVIftt-lVH den vollen Werth" des Rockes L4 2JiV Der Gast reiste ab. Etwa vierzehn Tage später erhielt der Hotelier, der an die Sache gar nicht mebr dachte, einen ciit 18 M. beschwerten' Gcldbrief, in velchem der Absender meldete: Denken Bit sich nur, Herr Hotelbesitzer, mein entwendeter Lodenrock ist' mir gestern vurch die Post zugekommen. Er ist -so weit noch ganz hübsch, nur die beiden Zlcrmel fehlen ihm leider. r Ich behalte mr von Ihrer Schadenssumme also' noch 6 M. zurück, um mir solche neu' achen zu laffen. Ich kann ,d,och nicht ohne Acrmel ansgehen." Der Hotelierhatte sich von scine:n heiteren Erstaunen, aoch nicht erholt, als ein zweites, diespial iiir 3 M. enthaltendes Schreiben eintraf, in welkem es hieß: Soeben Ist. mir zu meiner Freude der rechte Zlermel meines lieben Rockes zugckommcn,. sür welchen ich Ihnen anbei 3 M.. ntounlire . ..." Seit fast einer Woche' aber schweigt nun des Sanczcrs Höf lichkeit. Es scheint, daß die Veranstalter des ihm gespielten Schabernacks den letzten Act des Schwankes noch eine Weile hinausschieben wollen. Die restlichen 3 M. des Hoteliers und gewiß auch der restliche Aermcl" sind noch ausständig. Hoffentlich erscheinen sie bald, damit der liebe Rock" kein Torso -'it .;: I ( - "i .. ' bleibe. , . , , . tf11 m m m ' ; ZUie ?rinc?uttg an Äeneral Douay. ' fil ' ' - Afri j. ;, : . r: : " Ans de'ns?od des französischen 3cnv eaZs Abel Touaq bei Weißenburg, wirk ein Brief, zu dem das bekannte Bild Anton von Werners Kronprinz Friede rich Wilhelm an der Leiche des Generals Douay" ' ven Anstoß gegeben, ein ganz neues Licht. Die Nordd. Allg. Ztg." veröffentlich? ans dem Schreiben, in welches ihr, wie das Blatt sagt, von hochgeschäFter Seite Einsicht gewahrt worden, sollende Auszüge:' Abe! Douay 1 sie! durch die Hand eines seiner Ofsicire vom ö. vder,3. Turko -Regi-nie:;; " Diese Dhaisache wurde 'mir ver bürgt, scheint ab:r nickt bekannt zu sein. Ich war in Wörth. Mvrsbrunn u. s. w. um 7. m& 9. August 187. In der Nacht vom 0. August brachte ich einen Transport vIn siebzehn Wagen sran .Kvsischkr Verwundeter von Hagenau nach St-aßbnrg durch die deutschen Vorpoztm Znndnrch. Ich fuhr m eurem Wagen mit einem Tnrko - Ossicic? mit zerschmettertem Oberschenkel und brachte denselben . nach dem Hospital von Herrenschmidt am Wacken bei Straßbnrg ,Schil!ighim. Der Verwundete wci gerte sich, den Fuß ymputiren, zu lassen, und sprach von seincin baldigen Tode. Er ' vertraute mirnun an, daß sein Tod dadurch erschwert wurde, daß sein Freund vor seinen Augen seinen eigenen (Äencml ermordet habe! Soviel ich mich erinnern kann, kämpften die Turkos !in"dcn Weinbergen bei Weißenburg unweit eines Mcnnonitenhoscs. Sie ,TurkoZ waren unzufrieden, daß sie nichl vorstürmen dnrsteu. Als die Bayern vorrückten und Abel Tuaq den Befehl !zum Nnck,;nie gab, erhob ein Turkoossicker seinen Nevolvcr und schoß mit dcm Nlkse:, ,1'rr.itro, voi!s0ur lo!l" Abc! Tuan vom'Vscrdo und erzchoß sich dann selbst. Mein armer Verwundeter sprach die "lange Nacht, die wir von Hazenan nach Straßburg fuhren, von nichts Ariden:!!, als dieser Schande sür se'n Ncginleüt und für Frankreich. Er selbst stand neben seinem Freunds als dieser die That beging." Jn'Anknüpfnng an vorstehenden Bericht sei noch constatiri. daß der verstorbene lkaiscr Friedrich seinerzeit' in einem Gespräch über den Fall bei Generals Douay vor ,dem EmpZÜe? dc? oben mitaetheiltcn Schreibend, bemerkte, es habe schon am .Tage von Wcißcnbnrg den Kronprinzen .selbst und d:e dcutzch: Geacralttät über nascht, daß dcr französische , General an einem Punkte gefallen sei, bis zu welwem d!t Gezche aus dcutzchcn (z?emea , ren nnmoalich aetraaen ' werden konnicn. Man nahm deshalb an daß General Tonan ' von , einem verirrten

, Granatsplitter tödtlich getrossk wordcs ÄWUSMsÄÄBWsW

1 ,!' Swe ealtnrbwsrZsche Ct'mt von'Tr. O. Mchte. t , . , : . .-. Zu den Producten derjcwgen Pflan zen, welche die Menschen Ieiden oder nähren bezw. anregen und deshalb im Laufe der Jahrhunderte eine Wirthfchaftliche Bedeutung bekommen haben, die einer kurzen Besprechung? an-dipser Stelle würdig ist, gehört ohne Zweifel der Thee. Seine Cultur ist trotz zahlreicher Versuche doch, so gut wie ganz auf seine ursprüngliche Heimath beschränkt geblieben der Theehandel kettete in sehr kurzer Zeit den Verkehr aller civilisirten Völker dcr alten und neuen Welt an China, und unser Erdthcil wird noch lange feine Edelmetalle dorthin abströmen sehen müssen. Ter Gebranch des Thees in China und Japan ist sehr alt und reicht in die graue Vorzeit , hinauf. :Du? Sage erzählt: Ein frommer Priester kam von Indien; nach China, um seine buddhisti-scheu-Lehnn u.vexb?eiten. , Und um sich für diese leine' Thätigkeit würdig vorzubereiten, gelobte ?r sich, Tag und Nacht !n ununterbrochenm AndachtsÜbungen zuzubringen;? aber der Schlaf überwältigte ihn. Als er wieder exwacht war, schnitt er, böse auf sein eigenes schwaches Fleisch sich die Augen lider ab und warf sie zur Erde: aus ihnen aber erwuchs ein bislang unbekanntcs Gewächs, dessen Blätter er genoß und dem' Schlafe hinfort, besser widerstehen konnte. Er empfahl .seinen Schülern in gleicher ascetischcr Hinsicht diese Pflanze. Darma, so hieß der Priester, ist eine historische Person, dse nach chinesifchen Quellen im Jahre 495, nach japanischen im Jahre bin gestorben sein sott. Er ist der ach:undzwaw zigste Apostel der Vuddha-Rcligion und bei den Chinesen unter dem Namen Tamo wohl bekannt. - Der Theetrank, welchen er seinen Schülern als Befanftigungsmittel gegen alles Uebermaß hinterlassen hatte, fand Willige Aufnahme, und zum Jahre 782 sagen die chinesischen Annalen: Im ersten Monat dieses Jahres wurde vom Kaiser T.e-Tsing Zoll ans den Thee ge legt. Wie er in seiner Heimath hinfort beliebt wnrde, dazu sagt ein arabischer. Reisender anS dem Ende des H. Jahrhunderts : Der Kaiser der Ehi nefen erhält seine Abgaben von dem Salz und einem Gewächs, , dessen Vlätter sie mit Wasser abgekocht trinken und wovon in allen Städten in großen Mengen verkaust wird, was große Summenciubringt. Sie nennen es Sah. es ist ein Busch, noch reicher an Blättern als der Granatbaum, ihr Geruch ist angenehm, sie haben aber etwas .Bitteres. Man läßt as Wasser kochen, gießt es auf die Blätter, und dieses Getränk heilt mancherlei Uebel. Marco Polo,, dcr aus seinen Reisen im östlichen Asiai so ausgezeichnete Gelegenheit gefunden hatte, Sitten und Gebräuche kennen zu lernen, erwähnt aufsallmderweise dieses Getränkes nicht. Von spätern Reisenden ist es um die Mitte des 17. Jahrhunderts der Jesni tenpater Martin Martini, der den Thee trank rühmend erwähnt, indem er n. A. sagt: Ihm schreibe man zu, daß die Sineser nichts von Stein und Podagra Wüßten, daß er alle Un?erdaulichkeit des Magens-, wegnehme, dem Trunkenen 'Leichtigkeit bringe und neue . Kräfte, mehr als gewöhnlich zu trinken, r Er lasse alle Ungelegenheiten .der Vollere! verschwinden, er vertreibe auch' denen, die wachen wollen, die schlaffüchtigen Dämpfe und lasse die fleißigen Student tcn vom Schlafe nicht überfallen wer den.". Nach einem chinesischen Sprich, wort entfernt der Thee das Fett und laßt den Menschen nicht schlafen, d. h. er benimmt die Müdigkeit und ruft Be weglichkcit des Geistes hervor. Don einer ' Ausfuhr ist aber weder in der arabischen Quelle noch in der zuletzt ge- ' ' ' i "" m t . ' ' - " nanmen neu oie ncoe. r , :, Der Name Thee ist nur der durch Enropäer aus dcr Volkssprache der ProdinsJnkian ,s heutiger Haupthafen. Fut'., schen) aüfg?nommenc. wn Oas Pxoduct Tkä genannt ist sdaneben findet sich noch eine ganze SpihähnW. sWtender Namcn. welche K. Ritter in seiner Erd' lunde mitteilt. In Japan ist er nicht ZhcwHch .denn' die japanisch? gelehrte 'Sprache besaß" keinen " eillhcillichen Sprachcharaktcr.' Die Hcimath "des' Thees 'ist im süd lichcn gebirgigem China zn suchen und aus wc Brette von 27 Grad wls höchstens 31 Grad nordl. Br. bei einer mittlern Jahrestemperatur von 17 bis 20 Grad C: 1 beschränkt. Möchorfchat er sich weit über die engen Grenzen ausgedehnt. Er erreicht aber mit wenigen Ausnahmen nicht den tropischen Wende krels, sem Vorkommen it vielmehr rein subtropischer Art. Lie Chinesen stimnien darin überein, daß es , eigentlich nur eine Species des Theestrauchs gebe. Er wird aber seit undenklichen Zeiten jn zahllosen Varietäten gebaut, welche dort ebenso unterschieden werden, wie bei uns die Weinsorten., Ebenfalls wie der ÄZein liebt der Theestrauchs tm wandte? der Kamelien, Hauptsächlich die Vcrggelände, , wUche sich wegen ihrer Lage, zum Kornbau nickt eignen. Gt sch'c! und Sorgfalt in der Bestellung des Bodens wie in der Bereitung des ErZeugnisses sprechen, wensentlich bei dcr Güte des Thees mit; guter Thee ist von dcr Geschicklichkeit, und demaufgewandten Fleiß ' der Chinesen abhängig. In Japan sindet man ihn' auch längs der Grenzen der' Felder als eine Art Hecken zum eigenen Hausbedarf der Bewohner angebaut. Er hat wohlriechende weißeWlüthen , i?' l: : ' j ; . : ) Die Blätter des , immergrünen Strau,ch?S, der, wenn er sich selbst überlassen bleibt, eine Höhe von fast 4m erreichen kann, unter der Cultur alier im'allgemeinen nur 2m, ja, an mehreren Stellen !nur Im hoch' wird,, um die Blätter mit dcr Hand leichter zu erreichen, werden sie drei oder, vier Mal im Jahre gesammelte Die ,,, ersten, zartesten und ungerollten acben den besten Thee, den soacnannten Naiserthee. welcher nur sebr selten vu

Der'Thee

"i iZ ;. 'MV;.3 F 7 ::i ! " ' 11 Ausfuhr gelangt. Die Knospen und jungen , Blätter geben je- nach Boden, Klima, und Behandlung den schwarzen Pekothee und den grünen Perl- und Hysonthee. Die bereits weiter ansgebildeten aber doch noch jungen Blätter liefern den Pouchong, Souchong unter den schwarzen Thcesorten und dcnPoudre & Canon unter den grünen. " Alle übrigen Sorten sind weniger geschätzt, sie sind das Product gröberer älterer Blätter, oft auch gar mit andern Pflanzen gemischt Die gesammelten Blätter werden in kcchendes.Wasser getancht und auf heißen Eiscnplatten getrocknet; sie erhalten auch gewisse ' Farbstoffe imd aromatische Beimischungen. So porbcreitet werden die Thccblätter zumeist in wohlverschlosscnen Kisten verpackt, , damit sie ihr köstliches Aroma behalten. Die ersten Producenten verkaufen den Ertrag ihrer Ernten an Kleinhändler, diese wieder an die Großhändler in Schanghai, Kanton und den Grenzmarkt Kjachta, von welcher, Stadt er durch die Russen abgeholt wird, wah rcnd der Seehandcl mit diesem wichtigen Artikel fast ganz in den Händen der Engländer und Holländer ist: Mit dem Vordringen der Europäer in Hlntcrasien mußtat, sie auch den Thee zennen lernen, denn damals und bis aus den heutigen Tag ist er dort im allgemeinen Gebrauch, und ein Holländer der vormals vielvcrmögenden Ostindischen Handelscompagnie sagte einmal : Wer an großer Herren Höfen etwas zu vcrrichten hat, dem wird auch von Stund an, nachdem man ihn niederzusetzen genöthigt, eine, Tasse dieses Getränkes präsentirt.5 Aon dem ,17. Jahrhun? dert war er in Europa unbekannt, und noch .im Jahre 1664 glaubte die Englisch Ostindische Handelscompagnie dem Könia , von England mit , zwei

Pfund Thee ein - glänzendes Geschenk zu machen. . , , , 9!amentlich- scheinen aber anfangs ZZugcn und Holländer sich deZ Thcehandels angenommen zu,,, haben. Vian erzählt, daß eine russische Gcsändschast, welche in der Mongolei Thee für ihre Geschenke an Zobelfellen erhalten hatte, gegen eine so unnütze, , aufgedrängte Waare protestirt habe; als, sie dieselbe aber nach Moskau gebracht hatten, habe sie Beifall gefundeu. Wir ersehen hieraus, daß dieser Handelsartikel die Karawanen über die, Wüste Gobi ,ln bcständiger Wanderung erhalten haben muß.' Die chinesische Kaiser besoldeten wie erwiesen ist, ihre,mongolischen Trup-. pcn mit den Thectaseln hierbei wird der Thee in längliche, backsteinartige Formen gepreßt, welche durch Schaf und Ochscnblut'sestcr .gekittet sind und in Oefen getrocknet; daher auch Ziegeloder Backstein g mannt ; diese wurden unter den nomadischen, Völkern Nordasiens geradezu eme, Handelsmünze. . So hat nichts weiter als der Thee die Wüste allmählich in ein Land der Passage verwandelt, er ist eine allgemein geltende Münze gleich den Salztafeln Stcinsalzvlatten von Im Länge und 25cra Breite in der Wüste Sahara unter den Nomadenvölkern Africas geworden und hat ; den Norden mit dem - Süden , Asiens verknüpft. Im Laufe der Zeit' ist allerdings , der Thee den mongolischen Volkern zu etwas andercm ' geworden als zum eigentlichen .Theelrank, denn er wurde vo.n ihnen zusammcn mit Milch, Butter, Salz, Mehl, Reis, oder-wa , sonst an nährenden Zuthaten vorhanden, ist, gekocht. Von den Holländern wird erzählt, daß sie den Salbei, eine Pflanze, die früher außer? als Küchengewächs, als .Heilmittel " in großem ' Ansehen ' stände nach China -brachten und dafür Thee einzutauschen versuchten. Die Chinesen wurden jedoch des Salbeis bald überdrüssig. während der Thee in Holland immer mehr Verehrer fand. Die HolI . t . y. f "t- . . lanoer Dcrjua;icn auaj rnu rs?ig oen Anbau , aus , Java, und in der ersten Halste unseres ' Jahrhunderts brachten sie aus Java nach' den Niederlanden ungefähr den vierten . Theil des TheeVerbrauchs im eigenen Lande. Später xrzt führten ihn die Engländer m größern Mengen in ihrem Jnjekreiche ein. wo er zum unentbehrlichen Bedürfniß geworden ist, wie sich denn beobachten läßt, daß die erwärmende und mild anregende Kraft des Thees ' seinen Ge-! brauch besonders in allen Ländern mit feuchtem und kaltem 5ttima hat. stets ninehmcn lassen, während der Gebrauch des Kanees sich allmalig, hier und da auch nach vielfachen Anfeindungen, über biekganqe .Erde ausgedehnt hat. Araber und Perser, welche den h Kaffee ; schon kannten, haben deut Thee mehr 'ode? weV niger den Eingang gewehrt, die euro-. . vrr jr . ,,,, st. r ,,r 4 r-t: . v.-t-". ' paien ?erzl? empsayien oen oee oe: seinem Bekanntwerden. Der Thee wurde ein richtiges Mono ij- f!.:i!ii , . ..-,. .,: pol ocr anoelscompagnlen uno lenoem am 13., Decembers 1773 im Hafen zn Boston drei Schiffsladungen- Thee in das Meer geworfen waren, dem Signal zum Befreiungskriege der ! Nordamerikanischen Colonien i von der , britischen Oberhoheit, hat der Theeverbrauch jährlich allgemein zugenommen. Der An bau dieser Pflanzet ist für jene Länder von namenlos hoher Bedentung.c Man schätzt den eigenen jährlichen Verbrauch Chinas rnif 500 Millionen Pfund; die Menge, welche nach, dem Auslande gebt, ist ebenso wenig genau anzugeben. Groß' britannien führt , etwa. 140150 Millionen Pfund, die ! Vcr. Staaten Nord-, Amerikas über 40 Millionen Pfund aus Japan und China, ein; die Gesammtauöfuhr des Ostens , von Asien beträgt über LOO Millionen Pfund ?euS Ostiadien, dessen wir gleich , noch gedenken, kommen an 20 Millionen, aus Java über-L Millionen 'Pfund Thee. ' Und welche Mengen werden auf Karawanen wegen nach Rußland geführt! , Welche Unsummen bezieht dafür das chinesische Reich! Und doch sind nicht viel über hundert Jahre, vergangen) daß der Thee ,n Europa etwas allaemeiner bekannt geworden ist. Er hat seinen Weg zu i )ca Kalmücken und Kiraisen bis :ur

Wolga gefunden. Da er aber - nament lich in den südlicheren und mittleren Landschaften Chinas vorkommt, so ist er mehr auf dem Seewege verbreitet, als

auf dem Landwege: rnc westlichen Provinzen des weiten Reiches mögen den Thee für den Landhandel nach Tibet geliefert haben. In Chma selbst lernte, man die sinanciclle Bedeutung dieserThccblätter bald erkennen. Ter chinesische Kaiser Khien-long in der Mitte ' des vorigen Jahrhunderts hatte selbst! ern Gedicht über den Thee aus emem Jazdausfluge t i i ' . ? cm . gcoicmer; oazu ließ er rn zwei canusacturen eine neue Art Mrzellantassen mit diesem Gedicht beschreiben, welche J . m ' n I: i , einmal vm mym oes micra uno oann den Werth des edeln Krankes allen Vblkern seines himmlischen Äciches verkündigcn sollten. Der Theestrauch kann die Vervflanzung unter einen andern Himmel dertragen und bleibt Theestrauch, artet nicht grade aus aber das küstliche Aroma, dcr eigentliche Duft des chinesischen Thees, welcher durch die im Lande eintretende Wintertemperawr bedingt sein soll, wird mit wmigcn Ausnahmen eins gebüßt Bis zum Jahre 1826 hatte man den Theestrauch als ausschließlich chinesischen Ursprungs erachtet, da fand ihn Major Bruce in Assam. der 'von den Engländern- den Burmenen abgenommenen ' Provinz, dem Lande am Mittellauf des Brahmaputra, wild vor, und der Gedanke, Thee anzubauen in einem Lande, tvo er wahrscheinlich verwildert war, bahnte, sich rasch Bahw Die britisch - ostindische JlegicrUng nahm sich der Sache an, es entstanden sogenannte Thoe-Compagnieen im neu gewonnenen Lande und die erste Msfuhr erfolgte im Führe 1843 Aber erst in den folgenden Jahrzehnten ist von einem größeren Erfolge zu sprechen äuö Samen dcr einheimischen wie der chinefischen Pflanze. - Von Assam aus ging die junge Pflanze auf an die südlichen Abhänge des Hinialaya-Gebirges. Die Thce-Ausfuhr aus Indien mag die vom Jnselreich Japan überholt haben. Anßcr diesen Gegenden' Indiens' hat die' Theepflanze nur noch in Ceylon, dessen Ausfuhr gerade in den letzten Jahren sich riesig gesteigert hat, . und auf dem ebenfalls schon genannten Java eine dankbare zweite Hcimath gefun den. Der Thee von Japan Und Mamo mag der' echten chinesifchen Blume am nächsten stehen. Auch die Insel Bourbon, welche so manche Culturpflanze ausgenommen hat, wenn auch in bescheidenem Maße, den Thee gepflegt, weniger glücklich waren hingegen die in Brasilien angestellten Versuche. Für die gegenwärtige und wahrscheinlich auch zukünstige Bedeutung der chinesischen Theecultur spricht der entscheidende Umstand, daß bekanntlich nirgends Wohl billigere Arbeitskräfte zu haben sind als in China, und daß auch kein Volk den Chinesen an der nöthigen Sorgsamkeit in der Behandluug des Thees gleichkommt.' ; Vor rund hundert Jahren hat man den Thee auch in Porto in Portugal, das unter . gleicher Breite mit - Japan liegt, angepflanzt bis zur Blüthe, aber selten bis zur Frucht gezogen. ; :.. Weder Brasilien noch andere von-der Natur gesegnete Länder Amerikas haben sich der Theccultur mit pecuniärem Erfolg zuwenden können ; dafür aber haben einige Länder Südamerikas , ihren ,Pa-raguay-Theestrauch," der , in Paraguay heimisch zu sein scheint, aber auch in den Waldern Südamerikas zwllchen dem 20. und 30. Grad südl. Br. sich sindet. Auch von diesem unterscheidet man ' den im wilden Zustand und den besonders gepflegten und zweckmäßig behandelten, welcher ein besseres . Blatt gibt. ,Jn Südamerika gehen besonders drei Haupt? sortezr unter den, Namen:, Caa-cuys, Caa-miri und Caa-guaza. ,, Caa bedeutet bas Blatt selbst. Ter Paraguaq-Thee ist armer an ätherischen Oelen und wirkt daher nicht so ausregend. Er ist, den spanischen Crcolen ebenso unentbehrlich wieder chinesische jedem, Chinesen; die Bewohner Paraguays kennen .und ge? nießen ihn schon seit dem Ansang des 17. Jahrhunderts ; . er ersetzt ihnen auch den Kaffee. Er spielt aber eben. nur im wirthschaftlichcn Leben , jenes Länderg cz bietS eine Rolle, und,, alle Versuche,? Um auch in. Europa einzubürgern, blieben C f& , l, ' V vV"!i ':'", Vt,: ohne Erfolg, vermuthlich nahm. maNzdort auch Anstoß an , der Pulverform dieses. Thees i die nach ' dort eingewanderten Europäer haben sich jedoch rasch daraiz gewöhnt. ,, .'-v,; f ' :,:j.cfantfic& V:iiterliestttifsttfin 'VexnS zweite für den menschlichen G muß be stimmte Waare in gleichem Umfange der Fälschung wie der chinesische, Thee. ,,Die harmloseste Form, einer .solchen, ist die Aufmischung bereits abgesottener Blat ter mit frischen ? , manche Sorten chinesischen Thees sollen dagegen mit dem Theestrauche nur den Namen gemeinsam haben, im übrigens aber aus irgn-dwel! chm andern Blättern unter Anwendung eines künstlichen Wohlgeruchs) hergestellt' sein. Man hat daher auch daran ge dachte besonders' sür diejenigen, denen der Genuß des TheeS nur die diätetische Bedeutung deS Genusses von gekochtem Wasser als irgend einem Ausguß ist, ein dem chinesischen Thee im Geschmack ver wandtes Getränk aus ' Gewächsen' unse--res heimischen ' BodenS ' herzustellen. Außer einer Reihe anderer', machte vor licht langer Zeit -ein Botaniker welcher, Thina bereiste und daselbst der! Gcwin-! nung undHcrsiellung beziehungswsder! Fälschung des ,TheeS seine besondere Aufmerksamkeit widmete, die Mittheilung. daß die jungen' Brombeerblätter denselben Geschmack wle reiner, guter chinesischer Thee un einen, bessern als die meisten in Europa im Handel besindlichen Thcesorten besitzen sollen. ', ; ' Der Thee ist in seiner engern und weitern , Heimath c,in NationalgetrSnk im eigentlichsten Sinne des Wortes geworden. Ihn genießen alle Stande und bei allen Mahlzeiten, und zu jeder Ta geszcit; er wird auch aus Straßen und Wegen in Theeschenken überall ohne Ansah tcxlauft Jede Stadt rhn

Ausnahme hat ihren -Theegartm, neu öffentlichen Belustigungsort namentlich für die niedern Volksclassen, in denen es, wie z. B. in Schanghai, auch nicht an Wahrsagern. Sängern, Gauklern aller Art, an Bnmmlern, Dirnen und Spitzbuben, welche Gewinn suchen, fehlt. Thee gut zu bereiten und richtig zu ser viren ist in China eine besondere Kunst. Die sachknndigen Thectrinker des himm lischen Reichs können an 700 Sorten Thee unterscheiden, wie bei uns die echten Weinkenncr, sie sollen schmecken können, in welcher Art von Gefäßen dcr Thee bereitet, ja, was sür Holz zum Kochen des Wassers gebraucht ist. Der Thee ist auch für einen großen Theil Europas die Freude des Abends am häuslichen Herd, das elegante Binde Mittel der eleganten Gesellschaft: er ist auch zum Schibolcth dcr Mäßigkcits vereine erhoben.

euer die letzte Begegnung zwischen Danton und Rpbespierre, welche von Freunden der Beiden herbei geführt wnrde, um sie mit einander auszusöhnen, finden wir in einem vor Kurzem veröffentlichten Werke, das sich mit dem Ersteren als Staatsmann beschästigt die Schilderung eines Augenzeugen, Namens Daubigny, abgedruckt. Dieser schrieb über jeneBegegnung in einer Broschüre, die er bald daraus veröffentlichte: Ich muß hier ein Ereigniß aufzcichnen, daß sich vierzehn Tage vor dem Tode Danton's zwischen diesem und Robespicrre abspielte und besser als eine lange Rede geeignet sein wird die Charaktere dieser beiden Männer kennen zu lernen und, abzuschätzen. Danton und Robespierre waren seit einiger Zeit entzweit: der Umstand betrübte mich, da er nur den Interessen der.Republik schädlich sein konnte. Ich theilte meine Befürchtungen 'in dieser Beziehung mehreren Patrioten mit, und da sie über jene Entzweiung wie ich dachten, so beriethen wir über das wirksamste Mittel, derselben em Ende zu machen. : Ein gemeinsames Mittagsmahl erschien uns als die günstigste Ge lcgenheit dazu, und Humbert, Bureau chef im Auswärtigen Amt, der wegen seiner glühenden Liebe für die Freiheit und die Republik bekannt war, über nahm es, die Beiden einzuladen. Am festgesetzten Tage begaben wir uns zu ihm. Es war am Ende des Ventose im zweiten Jahre dcr Republik (März 1794 ). Robcspierre und Daw ton waren schon dort. Ich war bcauf tragt worden, ihnen die Gründe aus' einanderzusetzcn, welche uns bewogen hatten, sie zusammenzuführen, und so ließ ich sie denn wissen, wie sehr ihr Zerwlirfniß die wahren Freunde des Vater landes in Erstaunen halte. Nur ibre Eigenliebe, oder Eifersucht, oder vcr letzter Stolz könnte die, Ursache ihr Entzweiung sein, ünd ich fände es seit sam, daß sie mehr ihrer persönlichen Empfindlichkeit, als' der Stimme des LZatcrlandeö hörten, der sie, wie wir. alle Neigungen zum Opfer bringen müßten. Tann nahm Danton das Wort und äußerte sich folgendermaßen: Der Haß ist immer meinem Herzen fremd gewesen, ich habe niemals diese schmerzliche Qual schwacher Seelen 'im pfunden. Diejenigen, welche ich nicht liebe, lasse ich unbeachtet, aber weder Kasse ich sie, noch verfolge ich sie,. Ich weiß nicht, weshalb Robespierre, der stets an ,der Spitze der Vaterlands, freunde sein sollte,, sich fast immer., ab seits hält ;.Iych,ZMZge, kenne , ich die t Ursache der sehr deutlichen Glcichgiltigkeit, die, er seit einiger Zeit mir gegen, über an den . Tag legt und die ich nur ; den Intriguen ' und dem Haß zuschreiben kann, den mehrere Mitglieder des Wohlfahrtsausschüsses, besonders Saint-Just und Villaud-Barenne mir geschworen haben: Dieser, weil er es mir nicht verzeiben kann, dan ich ibn und seine rau im Unglück verpflichtet habe; Jener, well ich ihm , mein , Erstaunen nicht darüber verhehlt habe, oatz .er in mm Alter so blumigen .Grundsätzen huldige. Ich glaube aber auch, daß das Geschwätz der Klatschbaseü und Dummkopfe, die, ihn Robespierre ist natürlich gemeint umgeben, nicht wenig dabei mit im Spiel ist, indem, sie nicht aufhören, seine ir: li v ' . . v yanillzie nnl luunv .pirngeipinnnen zu füllen, ihm die Ohren fortwährend !von, Verschwörungen ' y ' 1 i '"' r i n .ihm . einen. pJlltljchen Horizont ,: poll Gift und . Dolchen vor die Einbildung iif,1'' '2.'m' '- - "; ' ' ' !:i s bringen." r , ,., , ,.r ; ,Ja",fuhr Danton dann fort, indem er sich an Robespierre selbst wandte, da die mstaNdees'mlr machen. Dir in Gegenwart' vön'Patriotdn, die wie wir Veteranen' der Revolution sind, zu sagen, was ich denke, so wiederhole ich, daß das. nach meiner Ansicht die Ursachen Deines, Verhaltens gegen mich sind. Ich habe mich nie, über die, lächer? lichen Verleumdungen . beklagt,, welche man über mich verbreitet hat; weder über, diejenigen, welche, sich auf, meine Missionen nach Belgien beziehen noch über diejenigen in Bezug auf das Vermögen, . das ich erworben habe'i soll Ich Kabe mich niemals. um ZZcrsönliches gekümmert, und Jedermann weiß, daß ich mein mäßiges Vermögen nicht allein nicht verwehrt, sondern einen Theil des selben geopfert habe. . I . Höre auf mich.' !obespierre: schüttle die Intriguen von Dir ab,!, vereinige Dich mit den Vaterlandsfreunden, , laßt uns Alle als,, ehrliche Männer .auf dasselbe Ziel los schreiten; vergessen wir unseren Groll, damit wir das Vaterland mit seinen Bedürfnissen und Gefahren allein im Auge '-?aben können; ahmen wir unseren Wa'f,'cnbrüdern nach, . die an der' Grenze kämpfen zu schließen itove uns eng zusamt mcn, und unsere äußeren Feinde werden bald besiegt sein. Was die inneren feinde' anbetrifft, so sind sie nicht zahlreich , genug, um , so gefährlich zu sein, wie gewisse Leute uns glauben machen wollen.- Bestrafen wir die - Schuldigen, die Führer, aber laßt uns dem Irrthum verzeihen, und Du wirst sehen, daß die Republik, triumphirrnd und geachtet

nach. Außen, im Innern bald . auch von Denen geliebt sein wird, die sich bisher als ihre Feinde gczeiat haben". Aber

mit Deinen Grundsätzen und Deiner Moral wurde es ja Niemals Schuldige zu bestrafen geben", bemerkte dmauf Robespierre, der bis dahin das kälteste Stillschweigen beobachtet hatte. Würdest Du darüber böse sein, wenn es keine Schuldigen mehr zu bestrafen gäbe?nahm Danton dann wieder das Wort .mit jenem Herzenston, den wir an ihm gewohnt waren. Wer Du auch seist, Leser, lege die Hand aufs Herz und sage mir, sür welchen von diesen beiden Atännern die Thränen fließen, die ich an Deinem Gesicht herabrollcn sehe. Die Worte Robespierre flößten mir Entsetzen ein, und ebenso Denjenigen, die sie wie ich hörten. Sein aanzer Charakter spiegelte sich in ihnen wieder, wie deil Charakter Danton's in seiner Llntwort. Die Versöhnung schien jedoch eine voll' kommene zn sein: die Beiden umarmten sich. Danton war mit seine: ganzen Seele dabc! und tiefbewegt. Auch wir waren gerührt, und wie hätten wir es nicht sein sollen! Wir dachten nur pn das Vaterland, an die Freiheit, ait die Republik: Robespierre allein blieb kalt wie Marmor". Vierzehn Tage später rollt- Danton's Haupt in den Sand. Und sem Tod war Nobespierrc 's Wert. C.W. Mexikanische Hofschaufvieler. Im Nordosten der Aztekenchaupt' stadt liegen eine große Anzahl aus Lehmncaeln erbauter niederer Mleths kascmen, in denen der ärmste und clen dezte Theil der Bevölkerung eng zuzam menwohnt Die kastcnartigen Gcbände haben eine Form, die wohl der Baukunst der Azteken entspringt. Jedes hat in der Mitte einen schmalen Hof und, aus diesem erscheinen sehrost Künstler, du von Hof zu Hof ziehend Centavos seine Kupfermünze im Werth von 4 Pf.) sammelm Ueber diese mcxikanischei, Hofschanspielcr wird folgendes gcschrie den: ' Wie ich so im Hofe einer Miethska serne tief gerührt über das elende Dasein der Insassen nachdachte, erschien durch den schmalen Eingang im Gänsemarsch eine lustige Cefellschast, die so gleich meine Aufmerksamkeit erregte. Zuerst traten drei braune Musikanten in schmutzig weißem Anzüge auf, mit zerrisscncm Palmenftrohhutc. Der cim hielt eine Guitarre, der andere eine Harse und der dritte eine Geige. Hinter ihnen schritt in schäbiger europäischer Kleidung, aber mit, heiterer Miene und einer Glocke in der Hand, ein kleiner be hcndcr und schon ziemlich bejahrter Mann, in dem ich sofort deu Künsd lcr", den berühmten Hoskomiler erkannte. An seiner Seite trabte eine behäbige Frau von ersichtlich weniger heitcrer Gemüthsanlage und den Schluß bildete ein zerlumpter Gefclle, der einen Kasten auf den; Rücken trug das ist der oftbeatergarderobicr. Der Künstler ließ sein Glöckchen erschallen, rief dem Orchester Musica" zu und begann nun den üblichen Prolog herzusagen, worin er der glücklichen Nachbarschaft" dn frohe Botschaft machte, daß er gekommen sei, hier einige, ganz neue und äußerst spaßhafte Vortrage zu halten, wenn man ihn dafür mit einigen Gaben belohnen wolle. Acht Centavos bekommt jeder Muss kant! Der Rest ist für mich 1 ruft er bedeutungsvoll. Der Hof bevölkert sich nach und nach und auch von der. Straße treten Neugierige herzu, vorübergehende Wasser, träger.' Dicnstmänner, Dienstmädchen u. s. w. Viele von ihnen drücken dem Künstler einen Centavo oder gar einen Medio in die Hand und auch von oben kommt der SeM M regen. - " " " ' ' Mcht Centavos jeder Musiker!" wie. derholt der Hofkünstler in seiner Eigeni schaft als Impresario und überzahlt häusig die kleine Münzsammlung : Nün sind es endlich 2V. Stolz und windevoll tritt er zu den Musikanten und zählt mit lauter Stimme einem jeden acht Cen tavos in die Hand. ' ' " . ' Jetzt sür mich, sür den armen Witzbold!" wendet sich der Mime wieder an die Versammlung mit schelmischer Ge. berde. Er begleitet auch das Einsam mein mit kleinen Spaßen, um ' sein Pu blikum in guter Laune und bei-. Geduld zu erhalten. p ' Endlich sind etwa zwei Reales (eine Mark) zusammen und die Freigebigkeit scheint erschöpft. Der Künstler zählt dieMünzcn seiner mißgestimmten Begleitcrin zn die Hand und verkündet durch ein neues Glockenzeichen den, Am fang der Vorstellung: Der Gardero vier" nimmt aus der Kiste einen phantastischen Lederanzug und eine lange Petrücke, die sich der Künstler überstreift, und erscheint nun als Circus-Wilder vor uns. Er heult, schneidet gräßliche Gri massen. hopst und geberdet sich so wild, daß sich stlbst ein echter .Wildert davor entsetzen würde. , ' k ,. , Klinglingling ! Zweiter Austritt ! Der Hofkomödiant entblößt seinen . Oberkörper und sührt den mexikanischen Volks, tanz Farabe". auf, wobei er mit seinen Muskeln : gegen die Rippen klatscht ein Akrobatenkunststück., i kl m n l Den dritten , Austritt bildet ein ,Mn sittunststück. Der vielseitige , Künstler spielt verkehrt auf dcr Harfe und.singt dazu ein lustiges Liedlein. A, l Zum Schlüsse stellt sich der , Wunders mann als humoristischer Dichter vors Er ' imprvvisirt in , Versen' allerhand zwei oder vielmehr eindeutige Scherze mit den Umständen, welche allgemeine Heiterkeit erreaen, besonders , aber bei dem zarten Geschlechte. Dann bedankt er sich sür die gute Aufnahme, wünfcht Groß und Klein gute Gefundheit und langes Leben, und verspricht, bald wie er zu kommen. :I;.:P M Hn ; : Auf dem li chten W eg e zn? Wahrbeit steht oft als Hinderniß die Nacht des Wahnsinns.

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Eine Erius an Düppel. , Das Kaisermanover in Schleswig so wird dcr Bcrl. Morge'nztg.- ge schrieben hat mich, einen alten Mitkämpfet von 1864, an eine damals bei unserer Compagnie stattgehabte Episode wieder lebhaft erinnert; keine Helden that, deren sind genug erzählt, aber doch vielleicht ebenso viel werth. Wir waren damals, das Branden burgische Füsilier Regiment No. 35, eine flotte, muntere Truppe, fast lauter Berliner Kinder. Nur die Minderheit, , besonders die eingezogenen Reservisten und Wehrleute, waren Dörfler und Kleinstädter. Bei unserer ö. Compaq nie hatten wir ein solches Torfkind mit dem seltenen Namen Schultzc, ein herzcnsgutes, liebes Kerlchcn, den Jeder 'gernchatteHSchultze hatte sich, einige Zeit bevor der Krieg ausbrach, vcrheirathet und erhielt nun eines Tages die Nachricht, seine junge Frau habe ihn mit einem hübschen Jungen beschcnkt.Schultze war fast närrisch vog? Freude, aber dann überkam ihn auf einmal eine böse Ah nung. Den werd' ich wohl nicht zu st heil bekommen", waren seine Worte, und eine Thräne stahl sich dabei aus seinem Auge. Wir hatten vor- den Schanzen schon verschiedene Gefechte glücklich bestanden, und die verhängnißvolle Entscheidungsstunde rückte ' immer näher; da, am 17. Abend spät, außergewöhnliche Befehle, stiller Aufbruch beim , Morgengrauen, und um neun Uhr standen wir zuu, Sturm . bereit. Punkt 10 Uhr als Schlußäkkord des furchtbaren Kanonen donners um uns her eine Geschützsalve von der, Gammclmark-Battcne, einen Augenblick Todtenstille, und dann blitzet und dann donnert's gewalttg übers Feld." Ich war als linker MüaelunteroMcier Äkebenmann von unserrn kleinen Schultze. Vorwärts!" I hieß es, aus Schanze 2!" Doch da gebot uns ein qucrgespannter Drahtzäun einen kurzen Halt. Jn diesem Augenblick ertönt neben mir ein Aufschrei, Schultzc taumelt und bricht zu sammcn; Vorwärts ! ertönt die Stimme unseres Hauptmanns. Das Hinderniß war mit Beilen und Seitengewehren zusammengeschlagen, aber unser braver Echultze Lann Dir die Hand nicht geben, geh' Du zum ewigen Leben, mein guter Kamerad." Wir hatten am nächsten Tage unsere lieben gefallenen Kamcradcn aus dem Kirchhofe zu Broalcr mit militärischen Ehren Zur lctztcnRuhestättc gebettet und kehrten still und wcbmüthig in unser Kantonnemcnt znrück; kurz vor dem Dorfe ließ unser Hauptmann die Corc pagnie zumKrcize schwenken. Wir tv kannten aus seinen Mienen und Vewe gungen: Jetzt kommt etwas, denn er war ein sehr strenzcr, aber gerechter und edler Vorgesetzter, der ein Herz für seine Untergebenen hatte. Pohle war sein Name; der brave Mann hat im letzten Fcldzuge auch den Heldentod gefunden! , Unser Hauptmann sprach zuerst seine Zufriedenheit mit der Compagnie aus und dann, sagte er, läge noch die trau nge PKh.Är, die Angehörigen der Gefallenen zu benachrichtigen. Am meisten zu bedauern wäres das Schicksal der armen jungen ' Frau Schultze. Er Würde einen kleinen Betrag spenden, die Herren Ossiciere der Compagnie würden,,, auch ctwa-5 beisteuern, und" fuhr er fort, es sind noch 40 Thaler in der Compagniekasse;, die sind für Verpflegnng und Erfrischung bewilligt, sie haben Euch aber, wie Ihr wißt, noch nicht bezahlt werden, können. Das Geld gehört Euch, Ihr haM darüber zu bestimmen ; wenn Ihr der armen Frau Eures braven Kameraden Schultze et. was davon. ,, vielleicht, sünf Thaler mit übersenden lassen wollt, dann wollcn'wir das zusammen mit einem tröstendenBricj absenden; - seid Ihr . damit ein ver st an den?- , Einen - Augenblick lautlose Stille, dann erscholl es wie aus einem Munde f von,,, den,,, bravcn Füsilieren: - 'i'iK'jisf iiü, r Win1, i t. " Das 1 ganze Geld, ycrr Hauptmann, das Ganze!- Unserem braven Haupt mann muß wohl irgend ein Stäubchcn ins, Auge gekommen ,,seln, er wischte mir dem Finger mehrcremal , über die Au gen, und über die bärtigen Füsilierge siebter sah ich einige verstohlene Thra nen heradrinnen. . ... rt , r V on d e n D e v r e ein erK öniqstagen werden im Nemzct" einige hübsche Episoden berichtet: So - unter anderm, daß zur Hoztafcauch ein . rci eher Bauer Namens 'Iambor geladen worden warZ Beim. Cercle redete der König auch diesen an. . Wie geht JhncnKZM ji.Miiiiiehil l gut. Majestät, und wie gehts Ew. Ma jestüt? erwiderte Jambor und reichte dem König die Hand. Allgemeine Betroffenheit . und theilweise Heiterkeit. Der König lächelte wohlwollend. Ich habe fuhr der Bauer fort-Ew. Ma jestat schon in Jhrer,Iugcnd gekannt: als Sie vor 33 Jahren hier zu sein be liebten, machte ich. auch meine Aufwartung. Die amüsante Geschichte war bald in der ganzm Stadt bekannt und zum Aerger der Debreczmer wärmten? die anwesenden Großwardeiner eine alte Anekdote aus, zu deren Helden ,sie die Debreczincr machten. Em Gemeinde, richte? hatte nämlich , dem König eine Deputation vorgeführt; man' hatte den Richter unterwiesen, , , ,nach der S3e grüßungSansprache die Mitglieder vor zustellen. AIS n zur äußersten Grenz menschlichen Lebens- gelangt war,' be gann er: Grundbesitzer und Vorstands ' Mitglied , Ferdinand L elepcsenv , , voii KelpcSeny Se. kaiserl. und apostolisch konigl. Majestät Franz , Josef I.Der5tönig sah 'erstaunt drein und der Richtersetzte fort: Bendelin Kropacsak Se. Majestät Franz Josef I.- Der König lächelte. Regalienpächter Monz 5?ohn, Franz .... Der König fiel ihm 1 in'S Wort: :, Lassen Sie doch, lieber Freund, meinen Namen, die übrigen Herren tverden bereits toij sen wer ich bin.- - ; ;

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