Indiana Tribüne, Volume 14, Number 23, Indianapolis, Marion County, 11 October 1890 — Page 3
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Aixenblumen.
Von H. Herold. (Fortsezuna.H ' Es wird nn' hübscher Staub aufge wirbelt werden, wenn Sie die Gruppe ausstellen, es wird heißen, ich hätte Modell dazu gestanden." Ihre kleinen Zähne bissen sich in die Unterlippe ein, sie schwieg eine Weile, Trotzrg warf sie dann den Kopf hoch, ,hre Brust yov na, ein dämonisches Lächeln belebte das mar morbleiche stolze Antlitz, was thut's I" rief sie wild, vielleicht verschont man mich dann mit Heirathsanträgen, die doch nicht mir gelten!" Sle schenken mir mehr als mein Le ben!" rief Jaquard. Er war vor ihr aus die Kn:e ae funken und preßte ihre Hand an die Lip pen, . -i M . m f Bleyen aus!" velayt ue zorma. ,Jch könnte Sie fchadlos halten, doch! damit wäre Ihnen nicht gedient, es hlene, Ihnen d:e Palme des Sleges rauben. Bewerben Sie sich in Gottes Namen um den Prns ! Aber das bms ich mir aus : Ich bin der Käufer. Selbst verständlich zahle ich, was ein Anderer Ihnen bietet. Ich werde Ihnen durch meinen Notar 15,000 Franken schicken als Anzahlung. Ueber die Büste spre chen wir ein andermal. Das dort ist eine öffentliche Warnung" sie deutete auf das Kunstwerk privatim können Sie sich dieselbe ersparen, eher arni!M Ihre Lippen zuckten in verhaltenem Wemen, sie rante chr Klew zusammen und enteilte, ehe der Bildhauer, den ihre Worte wie em zweljchnndlges Schwert qetroffen, den Muth fand, sie zurückzu haltm. Taumelnd hielt er sich an der Leiter aufrecht und winkte Greaori, ihr zu folgen. Es hätte des Winkes nicht c i j rv .f.. em - . veoursr. )er cunrer ronnre rem zuse:o weinen sehen und sie am allerwenigstm. Er rannte, was ihm in den Weg kam. über den Hausen. Wie em gehetztes Wild floh die Marquise vor ihm her; im Augenblick, wo er sie zu ernichen wähnte, schwang ste jtch ohne zede Hnse auss Pserd. S:e wllten den Schimmel mcht re: ten!" flehte er angstvoll, ich werde einen Wagen besorgen." Wer welnt um mich, wenn lch stürze V gab sie schneidend zurück. Ich habe keine Verwandten, besitze keinen Freund und liebe auch Niemand, am allerwenigsten mich selbst. Em hestlaer Schlag mtt der Gerte traf das schnaubende Roß, es raste mit chr davon; Philipp konnte mcht folgen. Schweren Herzens sah Greavn ihr nach, bis sie seinen Blicken entschwunden, und ging dann Hut und Stock zu hokm. Jaquards Zerknirschung war in maßlosen Jubel umaeschlagen. Leeren wir den Rest auf ihr Wohl!" rief er ein schenkend. Beneidenswerther Mensch, der Sie sind! Das schöne Weib liebt sie! Sie wäre sonst nicht so zornig geworden. Hängen Sie doch nicht den Kopf, Sie Glückspilz! Die Frau denkt königlich! Uuf das, was wir lieben!" Gregori ließ das Glas unberührt auf dem Tische stehen. Wenn wir Freunde sein wollen. dann lassen Sie mich nicht wieder solch em Wort hören," saate er mit aufquellender Bitterkeit. Ich bin Frau v. Stainvme zu Dank verpflichtet, es wurde mir weh thun, wenn der leiseste Schatten auf sie pele, weil sie sich meiner angenommen. Wenn dem Manne die Ehre eines Weibes theuer ist, liebt er sie," neckte der Bildhauer. Sie haben, sie verrat then! Doch Spaß vn Seite! Sie gefallm mir! Wollen wir Freunde sein? Meine Fehler abgerechnet, bin ich ein auter Kerl." Es laa so viel Herzlichkeit in seinen Worten, Gregori schlug in die gebotene Hand em. Stürmisch zog ihn Jaquard an seine Brust. Und nun sag' mir, mit welch' liebem Namen ich Dich nennen darf? Mein Taufname ist Emile." Der meine Guilio. Doch ich muß fort. Gib mir die Bürste, ich sehe schon aus. a Wer zu mir kommt, muß es sich gefallen lassen, daß ihm 'etwas weiß gemacht wird," lachte Jaquard. Bleib doch noch ein wenig. Du störst mich nicht." Der Musiker schüttelte leise den K opf. Der Bildhauer gab ihm das Geleit. Wie er hastet," sagte er, ihm Nachschau end, tt kann die Zeit nicht erwarten, zu ihr zu kommen." Kann ich jetzt aufräumen?" fragte Baptiste. Du hast mir eine schone Suppe eiw gebrockt!" fuhr ihn Jaquard an. Was habe ich D,r denn ein Zur allemal oe fohlen?" Baptiste kraute sich verlegen hinter den Ohren. Die Susanne hatt: zu rollen...." Dachte ich's , doch, daß sie wieber eine Beschäftigung für Dich hatte! Na, diesmal soll's Dir geschenkt sein! Deine Dummheit bat goldene Fruchte getra gen. Was ich Dir sage:, wollte: Wenn der Baron von Beausort kommt, ich bin ein- für allemal nicht zu Hause. Ich habe zu arbeiten, verstanden? Hat jetzt qroße Rosinen im Sack, der aufgeblasene Gauch ! Glaubt Hahn im Korbe zu sein bei der schönen Frau. Hahahar Sie sind ja recht lustig heute, Herr Jaquard," knurrte Baptiste, einen mit? trauischen Blick auf die leere Flasche werfend. Ich habe auch Ursache dazu!" Ja quard rieb .sich vergnügt die Hände. Wir werden bald ein großes, schönes Atelier miethen können, Baptiste. So sreue , Dich' doch!" , Mt schlug ihn so derb auf d:e Schulter, daß eine weiße Puderwölke aufstob und Beide einhüllte. Wäre der Butz vor dem , armen Burschen nie hergefahren, er hätte nicht erschrockener sein können. , Der Bildhauer lachte übermüthig. ' Jetzt sind wir quitt, Du Tropf.! Spule den. Schreck. hinunter!"
Er drückte ihm ein Geldstück m die Hand. Marsch ! marsch ! und sei bald wieder zurück. Es wird nichts so heiß gegessen, wie es ge!ocht wird." Das wohlthuende Gefühl, einen Freund gefunden zu haben, begleitete Gregori, der ellig seiner Wohnung zustrebte. Das brausende Treiben der Weltstadt hatte seine Schreckm für ihn verloren, er fühlte sich nicht mehr ganz verlassen. Allgemach verlangsamte er seine Schritte. Er blieb zuweilen vor
nnem Schaufenster stehen und betrach-, tete nachdenklich die mit künstlerischer Berechnung der Farben und Stoffe, mit muftergiltiger Bertheilung der Lichteffekte graziös geordneten, zum Verkauf ausgestellten Luxusgegenftande. Er wußte nicht, ob die Marquise zu Hause speisen würde oderausgebeten sei. Fürcht tend, auch sie könne ihm ins Herz Zeh scheute er eine Begegnung, ein tete-' lete. Die wachsende Neigung zu ihr drückte ihn wie eine Schuld. Durfte er die Augen zu der reichen vielumworbe nen Frau erheben ? Noch niemals hatte er sich so arm, so bettelarm gefühlt. Ich liebe Niemand, am allerwenigsten mich selbst," hatte sie erklärt. Der Ton, in welchem sie die Worte gesprochen, gellte ihm noch in den Ohren. Der Ad ler, den die Kugel des Jägers aus den Wolken herabbolt, stößt solchen durchdringenden Schrei aus. Sie hatte sich seiner erbarmt, und er fühlte Mitleid mit ihr, abgrundtiefes, erbarmendes Mitleid. Wie eine Mutter ihr kleines Kind, hätte er sie in die Arme schließen, ihr tröstend zureden und sie fragen mögen: Was fehlt Dir? Hatte sie den Gra fen geliebt, der sich erschossen? Schwerlich. Sie war Herrin ihrer Hand, der Graf hatte um sie angehalten, und wenn er auch sein Erbe aufgezehrt hatte, wie der Baron behauptete, sie war ja so reich, brauchte nicht zum zweiten Male des Geldes wegen zu heirathen. Hatte sie deZ Geldes wegen geheirathet? und warum liebte sie Niemand, nicht einmal sich selbst? Drückte sie eine Schuld? So mit quälenden Fragen, für welche keine Antwort fand, beschäftigt, kam er 'an der Place Boildieu vorüber. Er las den Theaterzettel. In der Komischen Oper wurde Aubers Stumme von Portici gegeben. Gern wäre er in das Theater gegangen, doch er besaß kem Geld. All die Tage her hatte er nicht daran gedacht, jetzt siel eS ihm ein. Es brannte ihn wie Feuer, daß er ganz auf die Güte der Frau angewiesen sei, die er liebte. Das mußte anders wer den! Er wollte frei sein in dieser Beziehnng. Pläne schmiedend und Lust schlösse? bauend trieb er sich in den rra ßen umher. Der feine Sprühregen, den er anfangs Nicht beachtete, wurde zu nem rechtschaffenen Landregen und trieb ihn heim. Die Gnädige hat Sie zu Tisch erwap tet, sie war ungehaltm darüber, daß Sie nicht kamen," empsing ihn Marion. Da ist ein Billet für Sie, Sie sollen in die Oper kommen. Ich bm gezwungen, eme Soiree zu besuchen, in der ich mich höchst wahrschemllch lanaweilm werde " las Greaorr. tz?oute es Zynen moaucy inn. r . a tm rft it m in die Oper zu kommen die Patti singt gegen 10 Uhr treffen Sie mich in meiner Loge. Die Herren erscheinen im Frack und weißer Kravatte. Es Ware mir lieb, wenn Sie kamen." Es war die Glanz- und Blutheznt der Pariser Theater, Louis Napoleon huldigte dem Grundsatz des antiken Casansmus, dem Volk vansm et cir censes zu geben. Die Große Oper, welche ihre Stätte in der Rue Lepeletier hatte, nahm das allgemeine Interesse m Anspruch, weil sich hier, wenn auch nicht immer die bedeutendsten Kunstleiftungen, so doch meist die glänzendsten Schaustellungen des kaiserlichen Hofes und der ersten Gesellschaft zeigten. Die Patti sang?" Gregon wäre kein Musiker ge Wesen, hätte er gezaudert, dem höflichen Befehl der Marquise nachzukommen. Hastig aß er einige Bissen und stürzte sich in den vorschriftsmäßigen Frack. Der Logenichuener war auf sem kom men vorbereitet. Die gnädige Frau wartet schon lange auf Sie. Treten Sie nur em, der Akt wird gleich zu Ende fci," flüsterte er ihm zu, gerausch los die Thür öffnend. Mehrere Damen saßen in der Loge und ein Herr, der sich bei Gregons Erscheinen mißgelaunt er hob. Es war der Baron von Beau fort, er hatte den Platz des Musikers okkupirt. Gregori winkte ihm, er möge sitzen bleiben, und blieb n Hintergründe stehen. Das Haus bot einen Anblick dar, wie man ihn in anderen Hauptstädten nur bei einer exclusiven Gala vorstelluna findet. Es war Usus, we nigstens in den Logen des ersten und zweiten Ranaes und im Parket in großer Gesellschaftstoilette zu erscheinen. fr . ii , . . c . wmm weneiserim unier einanoer, die geschmackvollsten Roben und die schon sten Edelsteine zur Schau zu stellen. Was Frankri ?ch an Notabilitäten unter den gurten, Diplomaten, Gelehrttn, Künstlern und schönen Frauen besaß. schien sich ein Rendezvous im Theater gegeben zu haben. Das Ausland lzatte seine Stellvertreter gesandt. Allerdings waren auch die yervonaaendsten Reprasentanttnncn der Halbwelt, erschienen. Die Demlmonde war einenpeaelle Aus eeburt des zweiten Kaiserreiches, dessen wirkliche Gesellschaft za , auch manche zweifelhaften Elemente,, in sich schloß. "Ces darnes", das, mußte ,man ihnen lassen, ahmten in Allem die Manieren der , vornehmen Welt , nach, ? ja dienten ihnen leider nur zu ' öft zum Vorbild. Sie zeigten den einfachsten und feinsten Geschma; der glänzende Luxus, welchen sie entwickelten, war so echt und gebiegen, wie man ihn in den Kreisen der höchsten Aristokratie nur immer finden konnte, ihre Diamanten gaben' dem Familien schmuck der ältesten und berühmtesten Häuser nichts nach. Der , weite, vom strahlenden Licht der Kronen , und Kandelaber, erhellte Zuschauerraum zog GregoriS Aufmerksamkeit von der auf der Bühne spielenden Schlußscene des Aktes ab. , Im Schatten der Hofloae
saß der Mann, auf 'den die Augen von ganz Europa gerichtet waren. Dorthin flog neugierig fein Blick. Das also war der 5 aiser!" er hatte ihn sich anders vorgestellt. Der Vorhang siel. Sind Sie doch gekommen?" rief sich umwendend die Marquise, ich hatte die Hoff" nung schon aufgegeben, und es that mir leid für Sie. Ich habe die Patti wiederholt singen hören und bin, offengestanden, mcht ihretwegen in die Oper gegangen.' Kommen Sie, ich mochte den langen Zwischenakt nicht in der Loge
verbnnqen. Beiuche empfangen und er wieder. Die Persönlichkeiten, deren Bekanntschaft zu machen von Nutzen fü: Sie ist, treffen wir im Foyer." Baron von Beaufort öffnete die Logenthür, offenbar in der Absicht, sie anzureden. Ehe er noch dazu kam, nahm die Marquise Gregoris Arm und schritt an ihm vorüber. Ein unmerkliches Neigen des Hauptes war das einzige Zeichen, daß sie Notiz von ihm genommen. w verieyenoen Worte. welche der Baron in seinen Bart murmelte, hörte der Italiener nicht, die schöne Frau zog ihn formlich mit sich fort und wurde ungeduldig, weil die aus den Logen Tretenden sie am raschen Vorwärtskommen .verhinderten. Die Foyers waren mcht so überfüllt, wie in Anbetracht des ausverkauften Hau ses zu vermuthen stand, Em Theil des Publikums zog es vor, auf den Boulevards zu flarnren, dort eine Ei garette zu rauchen, einen pstit noir oder ein Glas Punsch zu trinken un gelegentlich em Abendblatt zu lesen, em Theil hielt in den Logen Cercle, wie der Kaiser und die Kaiserin, die gleichwlls m den Zwischenakten empfingen und bei einer solchen zufällig scheinenden Entrevue zuweilen mit einem der fremden Diplomaten die Ereignisse der Weltbühne besprachen und ihm eine diskrete Mission ertheilten. Die Theater-Habi-tues eilten, die Sängerinnen zu begrüßen, und der kleine Burger, welcher sich das kostspielige Vergnügen erlaubte. seine bessere Hälfte in die Oper zu führen, amüsirte sich in den langen Pausen ebenso gut wie wahrend des Stuckes. Er verzehrte die Berge von Apfelsinen und Bonbons, mit denen er sich verprovmntirt hatte, bernttelte das Stuck mit seinem Nachbar und fand anziehenden Stoff zur Unterhaltung an den in den Logen Zurückbleibenden. Wie auf einem Hoffeste bewegte sich it elegante Welt im Foyer. Einer Libelle gleich flatterte die Marquise hier hin und dorthin, ihren Protege vorstellend und empfehlend. Sie hatte auch das lustige, duftige, schimmernde Aussehen dieser fliegenden Blumen. Das seidene Kleid, welches in einer langen Schleppe hinter ihr herrieselte, war von zartester wasserblauer Färbung. Die Fluth ihrer goldenen Locken wurde von einer doppeltm Schnur mattglänzender Perlen zusammengehalten. Perlen um wanden den Hals und die feingeformten Handgelenke. Ihre lichte Schönheit fand eine vortreffliche Folie an ihrem Begleiter, dessen blauschwarzes Haar, südlicher Temt und dusterlodernde Au gen den strikten Gegensatz zu ihrer Er- , -f f , rm . ' m icoeinuna vuoeien. war em aur fallendes Paar und mußte nothgedrm ae Äufseben erreaeii. Graf Delatour hat sich ihretwegen erschossen," zischten neidische' Nattern. Die schöne Frau mußte eS vernommen haben, sie stützte sich schwer auf den Arm ihres Begleiters, Gregori fühlte, daß ein Schauder ihren Körper schüttelte. i " ' r . 41 . iöieicy daraus lamme t mit bleichen Lippen ein pikantes Bonmot, welches hellstimmigel Gelächter hervorrief und lachend weitergegeben wurde. Svra delnd von Witz, Geist und übermuthi ger Laune, unterhielt sie ihre Be kannten. Der Graf hatte sich ihretwegen erschössen," erzählten sich die jungen Lebemänner. Nur dieses blutige Piedeftal hatte der Schönheit noch gefehlt, nun sie auf ihm thronte, waren sie Alle, ohne Ausnahme, ihre Sklaven. Der überreichte ihr einen Veilchmstrauß, Jener fiel beinah mit dem Fächer , zur Erde, welcher spielend ihren Händen entglitt, um ihn ihr überreichen zu dürfen. 7 Es ist recht heiß hier!" äußerte Frau von Stainville, sich Kühlung zufächelnd. Der Prinz von .... stürzte, nach dem Büffet und brachte ihr höchst eigenhändig em Glas m Eis gekühlten- Cham pagner, den man für ihn reservirt hatte. Sie trank die Schaumperlen weg und gab das Glas dankend zurück. Einen triumphirenden Blick auf die Rivalen werfend, leerte Seine Hoheit das Kelch glas. Wie ihr Schatten verfolgte sie der Baron von Beaufort. , Scheinbar absichtslos wich sie ihm aus und befand sich auch schon am entgegengesetzten Ende des Saales, wenn er sich glücklich bis zu ihr herangeschlängelt hatte. Er be griff endlich, daß er , sich dem Fluch des 1 1 -. i "l ä Jr M. Ä neuern auszeyre, rrar wutyenv an das Büffet und trank ein Glas Ab ynth. Die halbstündige Pause war noch nicht verflossen, so hatte Gregori mehrere vornehme Schüler gefunden, denen . JT . f wk v-m m. es icymerucy M : war, mmt zu m Viren, denen nur daran lag, durch ihn t- . . ' ' inner Gvnnerm nayer zu treten. , Wer Pnnz von Z. hatte sich zu seinem Pro tektor aufgeworfen und sich erboten, bei Pleyel und Herz em Concert , in en triren. Ich habe das Meimge gethan wandte sich die Marquise au ihren Günstling, ich werde nach Hause sahren. Sie bleiben und gehen im nächsten Zwischenakte nach dem Foyer der Kunst ler. Dort treffen Sie die vornebmtten Journalisten und Kritiker. Morgen .werde ich mit Ihnen zu Frau Vieux. temps fahren und sie ersuchen, in Ihrem .Concert mitzuwirken, es sichert Jhuen ein volles, Haus, und das , ist die Grundbedingung eines Erfolges." Gregori bot ihr feine Begleitung an. ., Ein ander Mal! Sie haben die Patti noch nicht 1 gehört, und ich bin müde, mehr als müde. Amüfirm Sie sich gut, und wenn Sie nach dem Foyer kommen, sagen Sie, ich hätte Sie geiomdt." M-MHZWMKW Mertsttung folgt.)
Der Reichste der Reichen. Der Mammon der reichen Leute wird gewöhnlich überschätzt. Man wirft da mit Millionen um sich, als ob es Kieselsteine wären. Jan Gould's Vermögen soll aber thatsächlich noch viel größer sein, als immer angenommen wurde. Russell Sage, der mit den Gütern dieser Welt auch ganz leidlich ausgestattet ist und der in Goulds Portemonnaie vermuthlich besserHeHeid weiß, als ir gend ein Anderer, hat neulich einem Re-
porter Wunderdinge . über Gould's Reichthum erzählt. Nach seinen Angaden besitzt Gould mehr Securttaten als i irgend ein anderer Sterblicher. Sein Einkommen an Dividenden allein beäust sich aus die Kleinigkeit von tzä,000,000 per Jahr. Kommt er aber damit nicht aus, jo werden wohl die vetteren zehn bis zwölf Millionen, die noch jedes Jahr in seinen Säckcl fließen, genügen, ihn, wenn er sich nur euliqermanen einzurichten weiß, über Wajjer zu halte. Sage hält Gould für den reichsten Mann der Welt. Wenn man von bic sen riesigen Zahlen hört, wird man fast selbst zum Socialisten, denn mit einem solcken Nabob zu theilen, das wäre wi k ich gar kein so übles Ding. Freilich klebt cer schweiß der Armen und das Blut vieler Tausenden von Un glücklichen an Gould S Millionen, allem er denkt "non olet", man sieht'S js Vfl,. rUalX wtr&f tt Mi flttr'frttrttrtl '(111 ViVIVV HU Hlf V V VV4MU. Deutsche Lokal Nachrichten. Proviuz Posen. Auf dem Kirste'schen Grundstück an der Striesewitzer Chaussee in Lissa. neben dem Bahnkörper der Bres lauerBahn, soll em Kreisstandedaus errichtet werden. In Lagow ist der pensionirte Kantor Schulz aus Wmelde zum Bürgermeiuer gewählt worden. Unter den Bewerbern um diese Stelle, die ein jährliches Einkommen von aanen 300 M. hat, befand sich u. A. auch ein Hauptmann a. D. und ein Schuhmacher meifter. f In Wronke der letzte Geistliche und Vorsteher unseres früheren Reformatorenllosters, Guardian Mw sollf. Nachdem s. Zt. das K loster ausgelöst war, , legte M. die Kutte ab und blieb hier zur Verwaltung des ziemlich großen Grundbesitzes zurück. Der Halbbauer Stabray von Schussebze bei Altkloster hat sich aus Lebensüberdruß erhängt, die Ehefrau des Korbmachers Rud. Höbt auS Tirfchtiegel hat sich, we 5 5? . i Js .... . . gen eyeucycn Zwlmgreiien, mi cyrvm saurem Kali vergiftet. Der Müller meifter- Strecker von Kobylin wurde durch Selbstentladung eines Gewehres getodtet. Provinz Sachsen. Wegen fahrlässiger Tödtuna und Körperverletzung wurde der Hilfsbahn warter Paul Baumgarten von Peißen, welcher durch "Nichtschließen der Barriere im Juli d. I. eine Katastrovhe herbeigeführt hatte, durch welche der Gutsbesitzer Thiellcke aus Pnßen um's Leben kam und der pens. Bahnwärter Frömmig ebendaher schwer verletzt wurde, von der Straflammer zu 3 Iah ren Gefängniß verurtheilt, Der Sohn des Stellmachers Löttke von Bandel wurde in einem Eichengeholz ersihossen aufgefunden. Der Kaiser übernahm bei dem siebenten Sohn deS Hauptsteuer amtsassistenteu in Nordhausen Pathenstelle. Der seit einiger Zeit flüchtige RechtSconsulent Ernst von Osterwieck wurde verhastet. , Infolge zahlreicher Dammbruche, so zwischen Werdau und Graditz, bei Ammelgoßwitz, Köttlitz und Kamitz u. a. O. war das Terrain in der Nachbarschaft von Dorgau durch die Hochfluthen auf viele Meilen weit über' schwemmt. Bei Mühlhausen ertranken sechs Ulanen und em Pserd beim Ueberschen über die starr angeschwollene Elbe. Provinz Hannover. f Der Major a. D. Ed. Wesselhöft und der Bürgermeister Bernhard Lampe . jrvf- rv?c r.-'ri in annover. ajiz löjangc ugnne . rr" l ziceumann gen. von zwnloyeim m Wvs lar wurde zu 3 Monaten Gefängniß perurtheilt, weil sie den Waldarbeiter Heinrich Kunstein beider Polizeibehörde eines an ihr begangenen MMlichkettS Verbrechens fälschlich, bezichtigt hatte. In Wülsten ist em Soldat vom 92. Infanterieregiment auf dem Heimwege rn's Quartier von mehreren zungen Burschen überfallen und durch Messer stiche getödtet ; worden. Differenzen beim Kartenspiele sollen Anlaß gewesen sein. 5 Der Kamm erkommissär Julius Kirchner in Wandsbeck. Der 15jährige Sohn des Tischlers Edmund Lampe von Wiedelay hat beim Scheibmschie ßen mit einem Teschin einen polui schen Bergarbeiter, welcher bei Lampe logirte, aus Unvorsichtigkeit erschossen. Pastor Schlüter in Nortmoor beging seil soiähriges Amtsjubiläum : Fabri kant T. I. Heddinga in Norden nebst Ehefrau feierten die diamantene, das Ehepaar Schuhmachermeister , H. F. Gischer sen. in Stade die goldene Hochzeit. Durch tödtlichen Sturz kamen ' t . " M " .i. - - v !" !!'" um: der anowirry penneae von Burgstemmen, der " StellenbesißerWinnch Badenhoope von - Hinter-Hönisch b. Norden; der Schneider , Follmer "von Oppeln b. Cadenberge ertrank in einem Wassergraben. Rhein Provinz. (Die große Maschinenhalle in der Ausstellung für Kriegskunst und Armee 'bedarf in Köln ist .niedergebrannt. l ä. r. .f r if ry x . Vie i5irnia oo. eyenryat, 'aoai uno Ciaarrenfabrik in Coblenz, beqmq daS Fest ihres 100jährigen Bestehens. Die Pilger von Utrecht wallfahren in diesem Jahre zum 2S0. Male nach Kevelaer. Zur Feier dieser Thatsache wer den der gesammte Clerus der Diöcese Utrecht, mit , dem Erzbischof an der Spitze, sowie 1 etwa 4000 Pilger in Kevelaer eintreffen. Am Sedantage ' i. , ?.. . emif muroe in ueruuigcn oas caxcr zxu , belm-Deukmal, welches Stadtverordne- ! ter Heinrich Mauritz und Frau Emilie, geb Picke, aestistet haben, enthüllt.
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Der Kastellan ves kgl. Gymnapums, Franz Düts in Coblenz, feierte sein 50jähriges Amts-, der Pastor von St. Mauritius, Dechant und Ehrendomherr Thomas in Köln, sein ööjähriges Priesterjubiläum. Der Sohn des BrückenwärterS Thür in Chrmbreitstein und der Sohn des Eisenbahnbeamten Grünscheid in Troisdorf sind im Rhein ertrunken; der Bahnwärter Lonbin von Neußerfürth und Frau Rech von Pfaffendorf wurden durch Ueberfahren getödtet; der Nentmeister Kohl auf Schloß Mayland bei Cleve wurde von einem wüthenden Stier getodtet ; der Landwirth Ahn von Hallony bei Eupen rannte sich im Fallen den Hebel der Bremsvorrichtung an seinem Wagen in den Leib und erlitt tödtliche Verletzungen; der Sohn des Fabrikbesitzers Jul. v. Hövel von B.-Gladbach stürzte beim Reiten und wurde, im Bügel hängen bleibend, zu Tode geschleift. Provinz Hessen-Nassau. Der Einwohner Pfesdorf in Floh zog sich bnm Bedienen der Dreschmaschüle eine unbedeutend scheinende Verletzung am Daumen zu, welche eine Genickstarre Mit todtlichem Ausgange zur Folge hatte. Der frühere Braukellermeister Gottsried Heinrich Hahn in Frankfurt a. M.. schlich sich Nachts in die Keller der VereinigtenBrauereien von I. H.Brauer jr., Gräff Seeger, ließ durch Lösung der Zapfen einen Theil des lagernden Bieres ablaufen, steckte dann die Brauerei in Brand und erhing sich an einem Bierwagen. Rache wegen seiner vor Jahresfrist erfolgten Entlassung soll dasMolw gewesen sein. Ter Privatier Seckel von daselbst steckte in geistesgestörtem Zustande verschiedene Effecten seiner Behausung in Brand und suchte sich dann durch Oeffnen der Pulsader zu entleiben, ß. ist in eine Jrrenan Italt verbracht worden 55n Tfiafnii hat die geistcsbeschränkte Ehefrau Ihrig ,yr drei Wochen altes uio getodtet. Auf Anzeige eines von ihm entlassenen Bediensteten wurde der Dr. med. KappHengst !n Wiesbaden, der Inhaber eines Sanatoriums, gefänglich eingezogen. Er soll einen geisteskranken Patienten so mihhandelt hüben,' daß derselbe eine schwere innere Verletzung davontrug und infolge dessen einer Operation unterzogen wurde, die einen tödtlichen Ausgang,, hatte. Dr.' K. wurde naH stattgehabtem, Verhör zwar wieder freigelassen, kurze Zeit darauf indessen wie der in Haft genommen. ,,,,,, - -y- - : -' : ". .... . - H essen-D armstadt. , ' ,:- ;:;rv:-: "; " l. ; i : ,,. , ? . ' j.ii,,,,,.: ,,;; ,. f Der Redakteur der Darmstädte? Zeitung", der, bekannte Kunsthistoriker und Archäologe, Rechtsanwalt ,, Ernst Wörmer, und der Hofgarten-Jnspektor Dittmann. In Lindeufels fand die Enthülluna des Kaiser-Denkmals statt. f In Michelstadt Bürgermeister Krebel, der die Stadt auch im hessischen Landtag vertrat. Die Gemeinde Weiterstadt feierte ihrWjiMges Kirchen ban-Jubiläum ",,, ' T " ," 7"
. mein Kind, fo traurig hier? xmir doch, was fehlet Dir?. ' , 'S ist ein GrauS: Im ganzen HauS, ,
JnaLcnEckcn,NurSchmuhu.FreSen!" solltest Du aber ganz fröhlich sein, Santa ClsuS Ckife macht Alles rein! .
6Claus Seife, Nur fstbrijlfi von
. , ' V"f 1 HG 1 & CO.. CHICAGO.' SWWLWWWZWÄI -Anker!
('ZMatttcnrn in tl,yrn!T??'ll!?mm'mm'm'''mmm
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