Indiana Tribüne, Volume 14, Number 17, Indianapolis, Marion County, 5 October 1890 — Page 7

cr.sga

Kritische Neistbriefe. Cfrliart Tezkblk 7 Öv Kiel. steigt der Erdaeruch auf,1 ttizä) Wehrs vom See her, jeoca Nerv zur: Geiiuu und zu lebensfroher' EmofinduNI stimmend. Im kleinen Boot geht's slott dttMn MK'MangK! oer alte" wetterhart? Seemann ' rudert rüstig und erzählt unaushörl!ch; ich habe die große Statte des Kieler Hafens auf teil Knien ausgebreitet und vergleiche die Punkte, an deuen wir vorüberziehen. und lausche dem derb-drolligen Platt' meines seemännischen Jnsiructors. Das mag kerne leichte Aufgabe sein, eine naive Landratte wie mich über AlleZ aufzuklären. ' , . . , , Also, Kiel hat den deutbar besten Hafen, absölut sicher, GO' ,!, tief, und Schiffe jeder Größe und in jeder Zahl können unmittelbar an der Stadt anlegcn. Lebendig genug . geht' es her. Eilt prächtiges Hafcndild.' . ' " HocaV uns Vorortsdampfer kreuzen zahlreich die blaue Fläche; deutsche und. dänische Postdamvsschiffe nehmen ihren stolzen Lauf. Auf U; großen ' Germania - Werft liegt ein 400 langes Panzerschiff.5 ein imponirende? Eisenkoloß, der seiner' Vollendung entgegensieht; daneben ein unheimlichst Schiff, langgestreckt und nur wenig Fuß breit, der endlose Schnaöc! läuft in eine, znassive, ulesserscharfe Ramme aus ; ws dieses Riesenmesser hinschucidct, bx hilft kein Widerstand. Das ist der TorpedsJäger' Meteor", deffen zwei Maschinen, eine - Geschwür dizkeit von 2i Knoten, also nahezu SchncllzugSgeschwindigkeit gestatten. Drüben im Torpedo-Hafen der kaiserlichen Werst, an die man seit vor ehu gen Jahren ein Spionage-Äersuch emf gedeckt wurde nicht w.ehr heranfähren darr, liegen die kleinen Teufel, auf die Meteor" Jagd zu machen bestimmt ist, die Torpedo-Boote, alle schwarz wie die Hölle, der Nn:npf,.die, niederen Schorn-' steine, die angeräucherte Bedienung sznannschaft Alles kohlschwarz. . Hier der große . Tampfkrahn. der 00,000 Kilo hebt; daneben eine Reihe' kleiner Dampfte, die eben es ist sechs Nhr Abends von den aus der kaiferlichen Werft strömenden Arbeitern im Sturm genommen werden. Die Leute Ucttern über Geländer und hängen an Tauen, jeder Dampfer voll zuui Sinken. Sie fahren hinüber ins Stadtgebiet öder lunaus nach der Wik, die die Kieler gern inkorporircn möchten, wenn die Regie--rang ihre Genehmigung dazu nicht von der gleichzeitigen Jnkorporirung der jeuftitigen großen Arbeiter - Colonie Gaarden abhängig machte. Oah halt! Jetzt wären wir bei- ... ' t - Vrt .. & . Y uii iic Wy vfc;? ; uißvu .yvuu i angefahren, die direkt? vor dem! alten, freundlich blickenden Schloß : inmitten des Fahrwassers verankert ist. Der meerfrohe Prinz hat sein schmuckes Fahrzeug, die prächtige Irene", sonst immer hier festgelegt; jetzt liegt sie drü ben an den Docks , bei Wellingdorf, um frisch gestrichen zu werden zu den großen - Manövern. Oben aus den Masten blinken die RevolverkanonenZ das Schiff ist voll getakelt, wohl zur) Probe; ein herrlicher Anblick. Daneben liegt nie- ' lancholifch ein abgetakelter Rumpf, edel im Bau, aber alt und unscheinbar ge worden. Das ist die Hertha", auf der vor Jahren Prinz Heinrich seine Reise um die Welt gemacht; jetzt holt das Schiff Kohlen für die Torpedoboote heran sie transit gloria niuncü. Solche Schiffe mit glänzender Ver? gangenheit und prosaischer Gegenwärt liegen mehrere im Kieler Hasen. Da ist die alte Genon" 1849 bei'Eckern- . P r ij m Lförde den Dänen abgenommen. ; Du meine Güte, das war damals des stolzen Dänemarks bestes Schiff; heute, ein jämmerlicher Holzkasten eine still daliegende Trophäe. Was muß die Kunst des Schiffbaues in den letzten 20 Iah ren für Fortschritte gemacht .haben! Mit der alten Hansa", einst von Ham bürg und Lübeck .dem Norddeutschen Bund geschenkt und mit allem Kriegskomzort der damaligen Zeit ausgestat tet, ist heute auch kein Staat mehr zu machen, und daneben siegt ein altes Hafenschiff, der ehemals : stolze 'Prinz Adalbert" und das Kriegsschiff (5lii beth", das noch recht stattlich und dienstsähig in die Welt blickt, dasselbe, auf dem Kaiser Friedrich seine Serienreife vollführte muß jetzt sich als Schulschiff der , Maschinenleute an einem beschaulichen Hafen-Dasein genügen lasseil. ; . Hier rechts liegt Ellerbeck, das große Näucherdorf, wo , die Sprotten und Bücklinge, die weitberühmten frutti la rnare der Kieler Bucht, geräuchert wer den, und von links , grüßt die Universität, die Kriegsakademie und der herrliche Düsternbrook herüber, ein Vark, dem Bois de Boulogne vergleicybar. und ein Villenquartier von entzückenden , p , ' Äcezz. Und weiter geht's an der in AbstäN' den verankerten Kriegsflotte vorbei, ein utzenvItölze dränende Panzer, zwisch.'n denen, kleine, flinke Dampfpinassen hin und her eilen; die Marienhohe und das hochgelegene Hotel Bellevue ' senden laubrauschende , Grüße auf die blaue Wasserfläche ; zu , beiden Seiten treten gewaltige Strandbatteriett hervor; links ' biegt der Nordostsee - Kanal ! ab, das flroßc Zukunftswerk, und um . die Strandbautcn des stark befestigten fiskalischen Gutsbezirks Friedrichsorl schwirren in ' blendenden Zickzack Hunderte von silberglänzenden Mövcn. . Das ist der HafenÄn, Kiel? die Ein-, fahrt zur malerisch gelegenen Ostseestadt . am blauen Horn", ö zur , Haupt-, stadt von Holstein. Nicht im Politik schen Sinne, nicht de jure, aber de fau:to. . Regierungssitz und politische Hauptstadt der Provinz Schleswig-Hol-.stein ist ja Schleswig; aber das Herz der Provinz und der Sitz alles öffentVttbrn &ütäkitftnkhiriiitttä'&itti das seit seiner Auaehöriakeit zu PttU' ßeneine flotte, ruhige, lebmssnsche

11' Mi H't-" üt Ul U .Hinluii

' Stadt geworben und' feine Einwohnerzahl Zerdreisächt chat. NUnv. derMegsamkeit und' des Wachsthums ist kein Ende; ' vom, Jahre 1885 bis beute ist die Stadt ohne das Äororte lneorp rirt vorven waren) von' s. 1,000 ' auf nahezu 70,000 Einwohner gestiegen, und mik iem,'.ivas ringsum gebaut ist und über kurz oder lang doch meorpörirt werden muß) zahlt da) Stadtgebiet heute über 100,000 Seelen. ; Preußen ist es nicht schwer geworden, sich die Anhänglichkeit und Dankbarkeit Kiels zu , sichern. ' Anhänglich an Preußen war die durch und durch! deutsche Stadt schön zur dänischen Zeit, viel anhänglicher, als den Dänen lieb war, und zur Dankbarkeit hat die neue Regierung alle Veranlassung gegeben, und wenn auch die zahlreichen Bauten und staatlichen Neuschöpfungcn iix erster Linie der.Siche :ng des Erworbenen und, der Stärkung der Negierung dienten so kamen sie doch andererseits ebenso Zeh? der Stadt zu gute, die in wenig Jahrzehnten aus einem geknechteten und vernachlässigten Vemeinwesen zu einer energisch aufstrebenden, kraftvoll blühen - ben ' Großstadt sich entwickelt hat uud velter zu, entwickeln UÄ anschrckt. ' Die Judusrne ist in Kiel' erst im Werden. Bedeutend sind nur die großen Schiffswerften ;- sonst existiren .noch Mühlen Äöldleisten und Maschinen fabriken. anfstrebcnde Etablissements, denen mit dem Wachsthum der Stadt wohl bald andere folgen' werden. Der sehr bedeutende ' Erwerbszweig der Fb scheret Sprotten und Makrelen ist durch den zunehmenden SchiffSver kehr natürlich zurückgegangen, dagegen j-.l- . . f, . . , Kf.-,. XV i il j. l.i ijar ' icg ycr mporr von oau)en Fischen, namentlich von Korsör her, ge steigert; auch aus Norwegen .kommt frische Fischwaare, die dann hier geräuchert wird' und' zum' Versandt ge langt. Kiel' ist eine von der Natur, begüw stigte und durch äußere' Umstände zn hoher Bedeutung gelangte Stadt; und sie zeigt sich der Gunst würdig durch die Tüchtigkeit ihrer Bewohner. Ihre zwei bedeutendsten viebäude, das alte chlon und die neue Universität, der Sitz der Hohenzollern und der, Muscnsitz der deutschen Jugend, ragen schirmend über das weitgebrcitcte Hausergewirr, den Sitz bürglichcn Freisinns und bürg er llchcr Kraft) Möge die wackere Stadt blühen und gedeihen in multo3 anJ103J Xit Geschichte deö BeZeuchtungS- ' Wesens. : - r , i - Mit der Einführung deS elektrischen LichteS hat die künstliche Beleuchtung einen Höhepunkt erreicht, den sie auf absehbare Zelt hinaus nicht wird überschreiten können. Unter diesen VerHältnissen ' ist eS von Interesse, einen Blick rückwärts zu werfen .auf die Geschichte deSBeleuch!ungswesens,,die anßerdem in hohem Grade geeignet ist, den anfangs und sehr geraume Zeit hindurch langsam, dann zunehmend raschern Fortschritt der menschlichen Cultur vorzuführen: Wann der Mensch , zuerst dazu überging, die Dunkelheit durch das Licht einer Flamme vorübergehend zu erhellen, ist unbekannt, nnr so viel ist sicher, ' daß dies erst : geschehen konnte, nachdem die Kunst' der Feuerbereitung erfunden war. Diese letztere aber reicht tief in die vorgeschichtliche Zeit binein und war, wie Easpari wahrscheinlich gemachthat, offenbar anfangs eine Kunst, nämlich eine solche, die sich anlehnte an die Handgeschickllchkeit des ReibenS und BohrenS. l Es ist viel darüber gestritten worden, ob es zur Zeit der großen oceanischen Entdeckungen noch Volksstämme gegeben habe, denen daS Feuer unbekannt geblieben sei. Pater Gobian behauptet in seiner Geschichte der . Ladronen-Jn-seln, daß die dortigen Eingeborenen kein Feuer gekannt hätten, bis Mngelhan eins ihrer Dörfer niederbrennen ließ, um, sie wegen ihrer wiederholten- Dieb stähle zu bestrafen. ,'AlS die Wilden ihre Holzhütten in Rauch gehüllt sahen, hielten sie das: Feuer für ein holzfrcssendes Thier Und bemühten sich, dasselbe abzuwehren, wobei mehrere Eingeborcne.in den Flammen umkamen. Diese Erzählung ist' ebenso unbegriindct wie die Aceinung Lubbocks, 'die Eingeboren neu von Tasmanien hätten zur Zeit der Entdeckung dieser Insel kein Feuer gekännt. So weit historische Nachrichten reichen, finden wir ' auch die künstliche Beleuchtung, aber freilich auf niedriger Stufe, Die alten Aeaypter hatten be rcits Lampen, während die Griechen zu Homers Zeit Fackeln gebrauchten, ebenso mit Ocl getränkte Holzspäne und harziges Kienholz? Die Kienfackel und Kienspanlampe, welche noch m unsere Zeit hineinragt, ist sicherlich eine der ältesten' Beteuchtungsärten Äd "hat Staaten und Nationen . Überdauert. Wachs und, Erdpech wurden auch schon früh benutzt, und da diese Stoffe beigewohnlicher Temperatur fest wurden, so gelangte man, wie Große sehr richtig bemerkt, schon früh und ganz von selbst dazu) hohle Schilf und Binsengräser damit auszufüllen,- was die Vorläufer unWer Kerzen ! w Römer. Antike Lampen finden, sich bäüHff.7 '-bmentam' itteff 9rS6eirn;lßnl) freilich solche, die für den wirklichen Gebrauch nicht , geeignet erscheinen und

nur , als Symbole den Verstorbenen mitgegeben wurden.., $m f 'Si iöci feierlichen Gelegenheiten bediente man sich der Fzckelbeleuctung, und daß .hierbei so wenig als bei den Oellampen eine rauchlose Verbrennung stattfand, ist klar und wird außerdem dadurch erwiesen, daß wir hören, wie beiden Alten Wände und Decken täglich' von den Sclaven abgewaschen werden mußten. Die i ersten Hängelampen scheinen nach Große von den , Christen zur Zeit j der Verfolgungen in den Katakomben benutzt worden zu sein. ApulejuS berichtet aus dem zweiten Hkahrhundertßu rechuung bereits über den Gebrauch von Wachs- und Talgkerzen bei den Ceremonieen der Christen. , : In einem Vor trag über die Geschickte des Beleucht ! 77 -As T ,. V Z.:ti j:!!:,:;; S ;;i Ir jL-Xi r : ,. ?. , -, ;., , . . ,k

tung?wesens, den züngst Herr Morgen, stern im württembergischenVezirks verein hielt, bemerkte derselbe, daß im vierten Jahrhundert . Kaiser) Corstantin der Große .an ben Weihnachtsabenden) die Stadt Bvzanz mit Lampen und Wachskerzen erleuchten ließ. ' i v k , Unter der türkischen Herrschaft ging die Methode der Kerzenvelcuchtung dagegen dort fast verloren. Beim Gottess dienst m den katholischen Kirchen wurde hauptsächlich seit dem 12. Jahrhundert die Beleuchtung durch gegossene Kerzen allgemein, nach der. Reformation auch bzi Festlichkeiten an IdenWurstmhSfcö. Die Beleuchtung machte im ganzen Mittelalter keinerlei Fortschritte und konnte dies auch nicht, da es keine Wissenschaft gab, um die physikalischen und chemisHen Bedingungen,, welche", die Entwicklung 2"' i' 7 fi ' "".'v ii "ft1 ' X t i' möglichster Leuchtkraft, erfordert, zu ermitteln. 1 Xit Lampendelcuchtung erhielt erst - 1789 , )' durch Ärgand eine wesentliche Verbesserung) " indem dieser, den Brenner mit doppeltem Luftzug .und die Regelung desselben durch den Cylinder, einführte. - Damit, war ein ungeheurer, Fortschritt erzielt ' und die Möglichkeit, , einen ") gemüthlichen Abend nach unseren Pegriffen, )zu ,verz, bringen. Die Argand'sche Lampe erhielt Verbesserungen von Lange und Carcel, eiue große Umwälzung schaffte dagegen erst die Einführung der Erdöle

in die BeleuchtnngspraxiZ. NachMorgensterns Ängabelt ist die erste Straßenbcleuchtung in Paris gegen Ende des 15. Jahrhunderts eingesührt')worden, anfangs in Gestalt von Pcchpfannen. 1667 als , ,,Laleraenbcleuchtung' . mit regelmäßiger Brennzeit. .,t . In Berlin führte der Große Kurfürst oie erste Straßenbeleuchtung , ein, , die dann von Friedrich dcmGroßen erheblich ausgedehnt wurde indem derielbe L470 Candelaber aufstellen ließ. In London wurden die. Straßen erst seit, 1736 beleuchtet. Die ersten Verzuche, Gas aus Torf 'und Steinkohlen Zu, erzeugen und dieses zum Brennen zu benutzen, machte nach der Mitte , dcS 17 Jahrhunderts der in jener Zeit höchbcrühmte ' Chemiker Becher, und sein philosophisches Licht" erregte damals großes Aufsehen. Indessen blieb es . dabei, und Mch du Wahrnehmungen von Clayton und HalcS. welche beim Erhitzen'von Stein kohlen em brennbares Gas elltweichen' sahen, hatten keinen praktischen Erfolg. Doch zciffte 177 der Bischof Landlasf. daß sich dieses Gas durch Röhren überall kinlcitcn lasse, und Professor Pickel in TZürzburg benutzte 1 78s cinausZtnochcn erzeugtes Gas zur u-rleuchtnng scu:cö Arbeitsraumes. Aehnliche Erpcrimente machte Lord Dundonald, allein den Grund zur Stcinkohlengas - Industrie . legte erst 17 92 der. Schotte Mnrdoch der an seinem Hause eine Gasflamme brennen ließ, um Jedermann von, der Thatzache daß auf diesem Wege ein brauchbares Ltcht erhalten werden könne, zu über' sCai zeugen, cnrooü) xiajtctc wgar iaion Gasbeleuchtung m mehreren Fabriken Englands ein, und sein Nachfolger Clcgg kann als eigentlicher Schöpser, der modernen ,, Gasbeleuchtung betrachtet werden. Nahe um dieselbe Zeit beschäftigte sich jn Frankreich Le Bon mit demselben Gegenstände, doch hatte er kein Glück und verlor sein Vermögen. Sein Ar beitcn regte jedoch Johann 'Winzler ans Znaim in Mahren an, auf demselben Gebiete zu wirken, und diesem gelang es, 180J in London eine ActiengeseÜschast mit S0,000 zu 'gründen, welche einen Theil von London mit Gas versorgen 'sollte. Däs Unternehmen hatte mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, doch erhob es sich nach und nach zu gewaltiger Blüthe. Von, 1815 ab ver, suchte man in Englänauch'üüs',thierischen Fetten Gas zu erzeugen, doch kam man damit nicht weit, und ebenso wenig hatte. Pettcnkofer. und' Niedinger '(seit 1850) mit Holzgasanstalten Glück. lGegen Ende der fünfziger Jahre wurde von Amerika aus das Petroleum in Europa eingeführt, wodurch Profe',sor Hirzel in Lcipug auf die Oclgasbereitung ,kam. . Noch ) heute sind in Deutschland gegen". 1000 'Oelgasanstallcn vorhanden, meist jedoch als kleine Betriebe, i ? Dieselben benutzen vorwiegend Parafsinöle) Rückstände von der Brannkohlendcstillation. h Die - ersten Kohlengas fabrlken wurden ' in Deutscht land 1825 in Hannover errichtet, 1823 folgte Dresden, 1830 Frankfurt a. M, 1837 Leipzig. Durch Einführung der elektrischen Beleuchtung", bemerkt Wtorgenstern, ist dem Gaslicht ein mächtiger Nebenbuhler erwachsen. Seine Einwirkung besteht in ' wesentlicher Erhöhung der Ansprüche' an das ' Beleuch tungswesen, welche bei der Gasindnstrie zunächst noch eine starke VerbrauchZsteigerung und die Construction von Brennern für große Lichtquellen bis zu mehreren tausend Kerzen Leuchtkraft zur Folge hatten. Dieses letztere Bestreben wurde -ansänglich dahin gerichtet, dem elektrischen Lichte die Spitze zu bieten; doch schon heute ist das Verhältniß w sofern geklärt, als man bei Gasbeleuch tung, wenn man auch mit stärkeren Lichtquellen arbeitet, die Erzeuger leuchtkräf? ttger großer Flammen doch dem elektrischen Lichtöufallend erklärt?' ,1 - m ' ' ' 1 . I n d'e r A5ü si e S'a h a r a. Erstes Kameel: Nun, was sagst du dazu? , Wir bekommen eme Elsendayn! Zweites Kameel f Wer will sie denn bauen? Drittes Kameel: Ein Pariser Consortium. .Die Leute reden sich ein, daß sie hier in der Wüste Geschäfte machen werden. Viertes Kameel: Sollte man es für möglich halten) daß es noch größere Kameele giebt, als wir sind?! -Schlagferti g. Vater: Kinder, ihr müßt nicht immer etwas haben wollen, wenn ihr artig gewesen seid. Hans: Dann mußt Du uns aber auch nicht immer gleich prügeln, wenn wir ungezogen gewesen sind. "MottSXiM Hast Du gehört, wie Fräulein Helene neulich sagte, die ganze Welt liege ihr zu Füßen. Glaubst Du dies? JcLU- Wieso? Nun, sie wohnt ja in der vierten Etage. , , ,

Äuf Befehl deö Zaren.

iM' Line wä (.;; , ...V ' Vör'eiNlKn Jahren waren der Kai.er Wilhelm, der Fürst Kamillo Rohan und ein ehemaliger russischer Minister) Peter Aorissowitch Gradin, die ältesten Kurgäste in Wildbad - Gastein.. Jetzt sind alle Drei todt, Peter Borissowitch Gradin'hat nämlich auch vor, einigen Monden das Zeitliche gesegnet, und ich darf deshalb erzählen, wie er, o!Ke zu deirathen, zu einem Sohne gekommen ist, denn der große, schone Manns mit icrn stolzen, regelmäßigen Gesicht! und dem vollen, weißen Haar, der alljährlich, wenn die Kur des alten Herrn zu r, . . , irnoe ging, naaz aiein ram, nannte ihn Papa", und dieser sprach von! dem General Gradin-Maldsejeff nie anders als v?n seinem Sohne, und erinnerte sich vielleicht gar nicht mehr, daß er e thatsächlich nicht war. ,, Was ich erzählen will, ist historisch, nicht nur) weil es wirklich geschehen ist, sondern auch, weil es so weit zurückliegt. Peter Borijsowitsch war, als ihm die sonderbare Geschichte , passirt , izt. noch ein ganz junger Mann,- sogar ein sehr hübscher junger Mann und ungeheuer reich; von. seiner Begabung hielt man nicht viel) das binderte aber nicht, daß er ehrgeizig war, und deshalb war es sein, grvnter Schmerz, da seine Familie allerneuesten Datums war. Dieser Feh' l?r sollte aber reparirt werden, eine glänzende, übe? jeden Zweifel erhabene Heirath mußte ihn mit einem Schlage mitten in die Creme der Gesellschaft bringen, er war nur noch nicht : mit sich einig, ob er es mit einer V!aryschkin oder Bulgakosf. mit einer Demidoff oder Buturliu versuchen sollte. Eltern hatte er nicht mehr, man sagte, sie wären eigentlich absolut unmöglich" gewesen; darauf erinnerten sich aber "Wenige, und der junge Mann war recht commo il saut, sein Französisch war tadellos, sein Teutsch gut. Dabei gab es keinen diensteifrigeren Menschen, er wollte eben um jeden Preis Karriere machen, und da er wusste, bau da der TitclExcellenz"nicht nur am grü t t W . nen ljch, pnoern noch ichneuer aus vom Parket verdient werden kann, so kultivirte cr,das letzte: e mit peinlichster Gewisscnhaftigkeit. Der Minister, dessen Feste er arrangircn half, setzte ihn zur Belohnung dafür stets neben die schrecklichste und taubste Bojarin, die man sei nein Andern zumutheu konnte, und mit der er sich auf daS liebenswürdigste unterhielt er war. Gott sei Tank, nicht cmpsindlich und fehlte beim Jarolasch der alten Herreu ein Spieler, so schickte man nur nach den: jungen Gradin, der auch immer zu haben war. Ein solcher Mann mußte Carriere machen und doch sollte ein solches Jarolasch seinem ganzen spateren Leben eine andere Rich ' ':'( " . '! i.'!,!', . . ild1" , ''' tung geben. ' '! " f 4 U ' ''i ,"if- Jt f 'J f;! 'S-- "..,.! t . Nikolaus Pawlowitsch herrschte daals im weiten Rußland und stand auf oem Gipscl seincv Macht, .'so daß ein bckannte?, vornehmer Witzbold sagen konnte, der Zar brauche .nur zu niesen, damit die Hühner in Spanien eine halbe Stunde früher als gewöhnlich schlafen gingen., Nach dem Zaren j aber war Alexander Christophorowitsch Bencken' dorff, der Bruder der Fürstin Kevcn und Chef der dritten Abtheilung, -der mächtigste Mann, im Reiche, Die exiflirr) glaube ich noch heute, die dritte Abtheilung", ist jedoch kum mehr der Schatten von dem,tvas sie unter Benkkendorf und später unter Qrlosf und Dubbelt war. als selbst der loyalste Russe beim Anblick , des blauetti fsicrs"Susammettsch reckte ,un verstummte, atD )väre)ih:n das Haupt der Medusa gezeigt worden. Eine blaue Uniform ist doch nficl;c jc5,j;rf&jch und es Ilingt mich ftji barmloö - dritte Abtheilung" zIder volle Name lautet: Sr. kaiserlichen ÄaZcftatH'öchst eigencr Kanzellai dritte Abtheilung", und das wax die neben ?odcr besser über den Ministerien stehende geheime Polizei", eine Schöpfung , des Zaren Nikolaus, dazu bestimmt, die bis, dahin als freie Zagd betriebene geheime Beaufzzchttgung VHMnVi;l ;,v , 4I. ij-, ;. V ! reilemez.tö!näß:g zu besorgen. ' Zu die scm Zwecke h.itte die dritte Abtheilung feie,. ,svgenamtten blauen .Offizieres Leute, dic, sich in alle Gescllschaftcu drängten, die Nerall iM Verbindungen hatten, die jedes Wort, das in scheinbar geschlossenem . Kreise t siel, überwachter und liittterbrächten aber Alles.' was Aufm erksam seit ! erregte oder, verdiente, berichtete der blaue Offizier seinem Vorgesetzten, dem Chef der dritten Abtheilnng un) dieser war der oberste Beamte des Gleiches, der, erste , Vertrauensmann des Zaren, wenngleich er den Titel eines Ministers nicht sührte. ' 4 , Eines Abends nun sau Veter Borissowitsch im Klub und las, als 'General Miljutin' ihn fragen ließ, ob er den Grasen Lambert beim Jarolasch vertrelen wolle seine- Lectüre interessirte ihn zwar sehr, aber cr sprang doch sofort auf, sagte lächelnd mit Vergnügen" 'Siiibr iaiini-;'-;; FiÄvi? ?!llAm'anderiiMorg:n rissowitfch unsacht' Uhr. noch zn Bett, r ' j er war spat nach Haus gekommen, da klopfte eZ an der Thüre seines, Schlaf- , ' ' . . v.HIIIST1" t - , " Zimmers und er fuhr aus dem angenehmen Halbschlummer, der ihn umfing, auf; sein Diener trat mir erregter Miene ein txm :-ty- s", I. Nun?" .rti i Ein kaiserlicher Leibjäger " ,f l Peter Borissowitsch fuhr auf. 1 Zu mir?" fragte er überrascht. -Will den gnädigen Herrn sofcrt selbfflvrechenM Gleich, gleich," rief der junge Mann, auS dem Bette soringend und in seine Kleider fahrend, gleich, gleich, führ' ihn in's Rauchzimmer." Und in der Hast ergriff er stets die falschen Gegenstände beim Anziehen, während eS in seinem Hirn arbeitete und sein Herz pochte, daß er es bis in den Hals hinauf Nopfen fühlte. Er war ganz bleich

vor Erregung der Kaiser sandte nach ihm ,, . vielleicht,,',, .vielleicht ,.,.ja was?" ) Der , Lcibjäger brachte den Befehl, Peter Borissowitsch möge sich unverzüg lich im Wintcrpalais einsinden, derKai-l ser erwarte ihn. Vielleicht eine diplomatische Mission der Beginn einer Carriere einer glänzenden Carriere, die darüber hinausging) mit dem General .Miljutin Jarolasch zu spielen oder Frau Lwosf zu Tische zu fuhren. Ihn schwindelte. Noch nie hatte er so schnell Toilette gemacht.' , Dien paar .Minuten, . die seine Pferde bis' zum Winterpalais brauchten, Mnkten ihm Ewigkeiten, i 0, nnddaS Warten im Vorzimmer; er hätte den

Adjutanten ' gern gefragt, ob er nicht wunte, um was es sich handelte, aber nein, im Gegentheil, nur keine Vertraulichkeit,7Petcr. Borissowitsch sah den Offizier, sogar ein wenig) von Oben herab an. ." . ' . . . . Endlich stand er dor. dem Gewaltigen. ' ;: Der Zar sah ihn ernst an. Ich habe Sie rufen lassen." sagte A nach einer langen Paufc, während welcher es Gradin ganz schwüls wurde; er meinte, der Blick, zerdrücke ihn. m - Erzählen Sie mir kurz, was Sie gestern gclhan haben." .Bestürzt starrte Peter Borissowitsch den Zaren an, er vermochte kein Wort hervorzubringen. , ' Gestern Abends, meine ich,". ' sagte der -Zar. ., , . . , 'frS 56 - war ich war im Klub, berichtete der junge Ätann endlich, mit ,,jttt,,. , , " Ja, ja erzählen Sie nur." ,' , Wir haben gespielt." , Und dabei geplaudert?" Nur wenig.. General Miljutin mag das viele Reden, nicht während des Spiels." . , '.. ; Und doch, erinnern Sie , sich, wa? Sie gesprochen haben," bcsahl der Zar strenge. Peter Borissowitsch ; dachte längst nicht mehr an eine glänzende Carriere, cr wußte, daß es sich um, die Thätigkeit der dritten Abtheilung ijcm delte und. ihm wurde immer unbehag. lichcr zu Muthe. Da siel . ihm gar nicht ein, daß er von Sibirien gesprochen, aber er wußte, nicht, ob er etwas Verfängliches gesagt hatte ? t . Ich habe Sibirien erwähnt," stamwelte er kleinlaut und sah den Gewaltigen unsicher, an, er fühlte schou den eisigen Hauch ivom Kanschen Mxer herwchen. . Nein, nein, es ist die Rede von Perfönlichkeitm des Hofes gewesen." Gewiß nicht, Ew. Majestät v: ögen falsch berichtet sein," betheuerte Peter Borissowitsch, ein wenig' aufathmend, denn da n?ar er sich keiner Schuld devußt, cr sprach grundsätzlich ,l!e über )ic Mitglieder des kaiserlichen Hauses. Denken Sie nur nach, .FräuMalasejeff," half der Kaiser seinem Gedächtuisse nach. , - T. . : Halten zu Gnaden, Majestät, ,nur eine kleine Bemerkung,"! versicherte GraVin dem plötzlich einfiel, daß sich Frau Malafejcff vor Jahren der allerhöchsten Gunst crsreut habe. ' Nun, erzähleil Sie, wie, das gekommen ist," , v , - u .' , ,; Peter Borissowitsch dachte ; einige Lckuuden nach. ' General Miljutin," sagte cr dann, ließ mich fragen, ob ich den Grasen Lambert beim Jarolasch ersetzen. wolle; als ich ilis 'Spielzinlnter "kam) säßcr General schon am Spieltische und , ich fragte, mich setzend ? Wo steckt denn der Lambert heute, wahrscheinlich hat er sich wieder einmal bei Frau Malasejeff vergcssen " . t . Der Zar machte ein sehr ernstes Geficht und nickte mit dem Kopse. , , , Die' Anderen lachten, wir spielten nnd' ich hbe- au Frau 'Malasejesf bis. zu dieser Minute nicht mehr gedacht." ' - '. ' So, so." . incinte der Zar) ging znit großen .Schritten im Gcmache auf, und ab; endlich blieb cr vor Gradin stehen, sah .ihn.durchdringend a:l und fragte ; j -. Soll' ich Ihnen - die Geschichte zu Ende cr,;älilcu?", , -' .:.-,:,::!;.. , ) Majestät, sMflerte,Oe! witsch; . : ' . . ; i,f.,;i,f-:s" 1 Nun. so hören ,Sie, waS.'Slc durch Ihre - leicht finnige Bemerkung für ein Unglück angerichtet haben im Nebenca binct ist Herr Malasejesf mit den beiden Borusiosf's beim Spiel gesessen und hat jedes Ihrer Worte gehört." : ? 0 Gott Zu rief Peter Borissowitsch, entsetzt 'Zllrückfahrend. . t'im j (5r hat die Starten hingelegt und die Herren gebeten, ihn zu S bftgleiteu lambert war bei Frau Malafejest." s 1 ',,Dcr Zar schwieg eine Weile, dann setzte cr seine Promenade im Zimmer fort und sprach weiter: ).... Es hat noch in der Nacht ein Duell itva?, stattgesuliden. , .Sie wissen,. Lambert ist ein berühmter Schütze, Malafcjeff hat das auch , gewußt 'und war eine tztttndspater)em , ) , ' Todteub lcich. sta nd P ete r Borissowitsch da und, nur der.Rcspekt hielt iyn aufrecht, dazu kam eine ilamenlose Angst. Wfc3'd?rkZa?1:m ging ibn die Sche eigentlich an? Lambert hatte von rechtswe'gen' an scmet Stelle stehen müssen. Der Kaiser war ans Fcnstcr getreten und blickte hinaus, während der unglückliche Gradiu sajsungslos das große gestickte Adlerwappen ans dem Sessel vor dem Schreibtisch anstarrte. Plötzlich ! schrak er zusammen, der Zar hatte sich umgedreht und ' sprach wi eder i$zf&t& , Was denken Sie nun zn thun, um baö von Ihnen angerichtete Unheil wieder gut zu machen?" Majestät, ich ?" wagte - Peter .Bor. rissowitsch'zu'lerlvicdcrnK Die Sache ist freilich peinlich," meinte der Zar, ohne "den schüchternen Einwand zn beachten, ich kann Ihnen nicht zumuthen, daß Sie die Malasejeff hcirathen. obgleich das das einfachste wäre sie ist keine Heilige und leidet schlie ßlich nicht unverdient erm aßen llber da ist ein Knabe.

i-H iiKi 'Rilii' illif; ...ft. ,.'

' Jch weiß. ' sagte "Grädin, wieder, Hoffnung ' schöpfend; als der Allmächtige schwieg. : ' ' :' ' -' Das Kind hat durch Sie seinen Vaker verloren " . " Nun. da der Zar es absolut will, soll es so sein, resignirte sich Peter Borisso witsch und, senkte das Haupt. " Vermögen ist nicht vorhanden, wie malt, mir meldet, aber, Sie. sind reich, Lle werden den Knaben adopttren." ' Wie ' Majestät befehlen,- flüsterte Gradin mit ersterbender Stimme. , Aber das Vermögen muß dem Knaden ungeschmälert zukommen ich' mache die Bedingung, daß Sie unverheira lhet blewen." Bestürzt blickte Peter Borissowitsch den Zaren au. er dachte wohl einen Augenblick, daß Nikolaus Pawlowitsch scherze, als er aber den finsteren Aus druck des schönen Gesichts gewahrte, wußte er, , daß ' es Alles . blutiger Ernst war und machte sich die Situation schnell klar wenn er Widerstand leistete) war :r , unmöglich und in St. Petersburg würde' der Name' Peter Borissowitsch Gradin nie wieder ausgesprochen. ,Er verbeugte sich also nur sehr tief. - Habe 'ich in dieser Beziehung Ihr Ehrenwort?" ' ,Zu Befehl, Majestät haben , mein Ehrenwort." , Es freut mich, daß Sie so verständig sind" das waren die letzten Worte, auf die sich Peter Borissowitsch erinnern konnte, als er tvieder im Vorzimmer war. Der Adjutant schien ihm spöttisch zuzulächeln. " ' War Väterchen nicht gnädig?" 0 ja, sehr gnädig, zu gnädig," sagte Gradin und lachte gezwungen. Wenige Tage darauf adoptirte Peter Borissowitsch den kleinen Alexiy Malasejesf und ganz Petersburg schüttelte über diese sonderbare Laune des sonst gar nicht als excentrisch bekanntenjungen Mannes den Kopf., ' Auch den an deren The'l seines Versprechens hat Gradin gehalten, er hat keine Demidoff nnd keine Auturlin geheirathct) aber auch ' ohnv sie Carriere gemach:. In seinen letzten Lebensjahren mag es dem Zaren Nikolaus wohl cingcsalle:! sxin, daß er gar zu selbstherrlich und rauh in das Schicksal dieses Mannes eingerissen habe, und cr verabsäumte nie, ihm einen Beweis seiner besonderen Gnade zu ge ben,indem er ihn mit Vorliebe zu feinem Zzöchstcigcncn Jarolasch einlud. Dem kleinen Petrcwitsch Gradin-Malasejesf aber gehörten alle zärtlichen Regungen oon Gradin's Herzen, die Welt hatte cs sehr schnell vergessen, daß dersclbc uicht Pe:er Bonffswitsch''A Sohn iyar, und ich b:n überzeugt, der. alte Herr selbst wußte das nicht mehr ganz genau. ' Wo l sg an g Brach v v g i L ine edcnso liebllche wie merkwürdige Tfticrgefchi,te on einer .jungen Berlinerin infolg? ihrer Thierfreundlichkeit erleht, war kürzlich von zuverlässiger Seite, dem Thitrntalcr Herrn, Heinrich Lcutcmann in Leipzig, mitgetheilt uud verdient auch, einem größeren Kreise des Public küms" bekann: zu werden. In' Liebau (Schlesien) nebst einer jüngeren Schwe stcr zur Sommerfrische sich aufhaltend, hörte die fünfzehnjährige Elli Zeutzytzki aus Berlin, als sie' auf ' eine? Wicfe Blumen pstückte, eine klägliche Vogelstimnle. Sie ging dem Laute nach'und fand eine Schwalbe, deren einer Flügel blutete. Das Thierchen mit sich nehmend, wusch sie demselben zunächst am nahen Bache das Blut ad, bereitete ihm dann zu Haus im Holzstall in einem mit Watte ausgelegten Körbchen ein Lager und pflegte es, indem sie ihm täglich dreimal frische Leinwand mit Zinksalbe auf den wunden Flüge! legte und die Schwalbe mit Fliegen fütterte. Das Auffinden geschah im Sonnabend, den 12. Juli, und als; die . jugendliche Samaritcrin' am) folgenden " Dienstag Abend,, die, Schwalbe) im Holzst all t u melsliegend fand, gab sie. ihr am Mitt woch die Freiheit. , .. .: V Muß sicli Jeder von Herzen freuen über diese Theilnahme für ein leidendes Thier und . über die , richtige Weise der Btthätigung Zieser Theilnahme, so Zaiid aber in ebeüsö erfreulicher Weise dieselbe ihren L ohn durch eine liebliche Erinnerung für das ganze Leben, denn als am Tage nach der Freigebung der geheilten Schwalbe' dcrcik Retterin. 1 mit cirer Handarbeit im 1 Garten saß kam 'Zlnerwartet die Schwalbe' geflogen, setzte sich erst ans den Tisch und dann sogar ihrer Freundin auf die Schulter, und nachdem fie-dann wieder fortgeflogen, wiederholte sie diesen Taukbesuch noch an den beiden folgenden Tagen, sich dabei gleich ans dieSchulter ihrer Retterin niederlassend. Envagt man) daß die Schwalben, wenn sie auch) durch die größere Fliegenmenge veranlaßt, ihre Nester gern in der Näh? menschlicher, besonders ländlicher Woh nungen anlegen, doch dabei sehr scheue Vögel sind. 1 so ö ist dieser Zug von dankender, vertraulicher Anhänglichkeit - in Folge ein pfan gener W ohlthat ein i n der That rührender und rechtsertigt. daher, ganz abgesehen von dem Interesse, wel cheö diese Geschichte für , den Zoologen haben' kann) die den Schwalben , gewidmete Zuueiaung in thatsächlichster Weise , ' : ' 'V,., :,!,, r- ii',6V::'!:,.:F,:..i:- A !'.: Lst-' " ' ft-'llilii'l ; Wunsch und SrfüUnng. 'Il JlÜit'i" ' .- ''i''ll':1r'"l''!'!'il1' ' i!: in ': irni "i 1 0 könnt' ich fliegen durch die Lüste, 1. So rasch als wie der Vogel schwtbt, 0pniU!)i;tlin;l'D Vom warmen Haucy des Wind's bet$i . : ' ,;vi lebt 5. -. : I So sprach der Jüngling, und des Ki!; j r ?i!,:jilü!i',, ' " ' ' , lit1 : ' ' .XT '' ' t ''J : '' ' " ; . i-.-rrt, , , - Wunsches Nullung blieb Nicht lange aus --,, Da er die Zech nicht konnt befahlen. " Z er gar bald zur Thur hinaus. ' ' ! Aden. .': iäh; . , ,,, m.. iii'.iiir;,' -..'5 .m-1 :!;! wi" ", , : , ; l'lf:V;a SShnchen:),Papa yfrilcinlOT zeben. Papa Nicht möglich ! Nun. behalt' es als Lohn sü? Deine Ehrlich.ÄtMKWMWMMMSWM

miO(A$

7

.. Sie NeblauSkrAnchei ' - I die alljährlich ,MSeingeöleteg be? 'Rheins wicdcrletzrk. i hat die Äumerksamkeit der Behörden auf -die) zur Be kämpfung, derselben geeigneten MaßreD geln . gelenkt. sowie aufdie Frage nsM dem Ursprung ' der Infektionen und fceit mtsprechcnden Vorkebrungcn, um die) Verbreitung derselben zu verhindern. Lange ist man der Ansicht gewesen, daß die Krankheit durch die geflügelte Ret laus weiter getragen würdet Neuere? Beobachtungen, von denen namentlich der Obcrleitcr der linksrheinischen Rcblausuntersuchungen, Dr. v. Hcyden, b richtet bat, haben dagegen es als wahr scheinlich hingestellt, daß 'die Krankheit meistenthcils durch Verschleppung verM breitet wird. Herr v. Hcyden theilt Mit, daß. als vom Jahre 1883 art linksrheinisch immer mehr Herde, biS'D zu Ende des vorigen Jahres 157 RcbH laushcrde gesunden waren, eS demjemH gen, der mit dem AbZchätzungsverZahren stets - zu thun hatte, auffallen . mußte, daß fort und fort dieselben Namen der Eigenthümer von infizirtcn Rebparzellen vorkamen. Die Verschleppung kanu dadnrch geschehen, daß Erdklumpen mit) losgerissenen infizirtcn Tagwürzclcheu oder auch einzelne lebende Thiere knt-i!, weder an den Werkzeugen oder an dc? ? Fußbekleidung haften bleiben und dann, wenn nicht der Schmutz! vorher entfernt wird, was kaum je geschieh!, .direkt in den nachher bearbeiteten Weinberg übertragen werden.' Diese Vermuthung istz! durch die Erfahrung vielfach bestätigt worden. t So hak sich 5 B. ergeben) daß die meisten Infektionen an den Fußpfaden liegen, die dnrch die Weinberge führen, ! und die infizirtcn Stöcke da stehen, wo je nach der steileren 'Lage, der Ardeiter gezwungen lst oben oder unten, mit dcrZ Arbeit zu beginnen. - Es ist doch nichr anzunehmen, daß die geflügelte Reblaus sich meist in der Nähe der Fußpfade niederließ vdtrFaufhiclt. Ebenso deh nn sich ganze Herdcomplexe von oben nach unten über den ganzen Berg, von?!! oben der Waldgrenze bis unten an die :, Landstraße aus. Hier haben offenbar in dem steilen Terrain die Regengüsse) und daS Schnccwasser dazu beizetrageu, inficirte Erde von oben nach unten zu führen. Wenn auch eine Verbreitung der Krankheit durch die geflügelte Form) des Jnfettö nicht aLögcMssen.ist, fs) will von Hcyden derselben ' doch für die nördlichen Theile Deutschlands nur eine) geringe Wichtigkeit beimesseu. ' ÄirZ! richten, meint er, n5 immer noch zu. sehr! nach den Beodachtungeu in südlichen Ländern; cs sei überhaupt noch fraglich, ob das geflügelte. Insekt bei uns in namhafter Menge zur Entwickc tung gelangt. Sollte sich die Theorie des Berichterstatters bewähren, so", würde gewiß ein wichtiger Fingergeiz für die Belämvfung der Krankheit gege! ben fein, denn der mechanischen Vcrbreitung derselben wird durch Anwendung der erforderlichen Vorsicht entgegentrete werden können. ) ,: 'i E in besonder S d e u t l i ' ches und unverhülltcs Bild von .dem 1 Etikettezwang am Hose Ludwig XVI. geben die Änkleideregeln, welchen die) Königin sich zu fügen hatte. Wenn Marie Antoinette in den Tagen ihre? Größe nach dem Bade Morgens inmit len ihres Schlajgemachs stand, den erste Gegenstand ihrer Bekleidung envartend, so wurde dieser ihr von der Ehrendame prüsenlirt",. oder über ihre königlichen Schultern geworfen. Jn demselben Augenblick trat eine Prinzessin, von Ge blut in das Zimmer denn sranzSsische Königianen speisten öffentlich und klnI dclen uch oncntlich an m das cigent liche .Recht. : das erste Gewand I hrer Aftll M. ' 'f J:. mf Al?..' .!!':.'" .viuW4,ui u;i.uiiiti, iuiu iii, vti iiii' zcsfin zn. Allein es konnte ' ihr nicht von der Ehrendaink übertragen werden; ' ;: f ' i " V !i . ' 4 . " '. dleze mußte die chera:so ,lo la JCeina im Herabgleitcn über "den königlichen Rücken; aufhalten, . geschickt wieder abstreifen und zunächst der ersten Dame einhändigen, und erst diese edle Dame) übergab. eS der Prinzessin von Geblüt. Eines Tages hatte die . berühmte Madame Campan besagtes Gewand der Herzogin von Orleans .übergeben, welche, ttachdeM'sie eS seicrlichst übernommen, eben im Begriff staud, es der Königin über den Äepf Zu chcrscnajK)' sich ein Kratzen Anklopfen war gezcn die Etikette : an der Thür dcS Zim mcrs vernehmen ließ. Gleich darauf trat die, Gräsin von Provence ein, und da diese dem Throne nähe? stand, als ' die Herzogin, so' übertrug ,! ihr Letztere die wichtige Dienstleistung. ,. Mittlerweile aber stand Marie Antoinette vor Kälte zitternd da, denn es war mitte im Winter) Äic Gräfin ) unterzog sich nun dem ihr gewordenen Geschäft,' benahm sich aber dabei so Im lisch, daß sie den Kopfputz der Königm, besser. Aufbau drei Stunden erfordert OMch!WM,,MM' .f E in Eis enba h n-U n glü c?. A ,: ..Hast Du es schon gelesen? Bei ' hr l?i?firtfrn fvnrtTr?Ct?Tt.v ist 11 i W . ji.W i" ? '' , " j!;"'':' zentlich gar nichts geschehen eS wer lm Glück Alles nur blinder Lärm!" I.: Freund, ntich bat aber diese fatale Eisenbahn-Geschichte schmerer .getroffen. slS Du ahnst. . Meine Schwiegermutter will jetzt aus lauter Angst gar nicht nbttisro!",, ' - F ü r Jurist e n. Im Kurorte : Gastein ist auf einer Warnungstafel Folgendes zu lesen: Das Trabfahrc auf sämmtlicbcn Brücken Gasteins wi? mit fünf Gulden bestraft," Gesetzt nun, es fährt Jemand, ini Trabe über -einige Brücken Gasteins. Frage: Hat ;, er den entsprechenden aliquoten Thci der fünf Gulden zu zahlen oder geht en srci aus, da cr nicht sämmtliche Brücke r ' 7 -!j !" !'.." .1,. f ,1;-. 11, - '"' trf: ;:!.;.. :'v nnrr V;'1-,.!,:".,:. ;,- vm-z- i,;:.... .s-it:,.!!:' . ..s- . vvii ü . w!wT.'. ImSXtitix i nn i a. 5a'.:Sfran: TiLtft Tf'''f I" h''l j ?ilt. i""."" '1 - uij,i.'iiii::,.uiw Vüii4n, jyii, j,ni k ;,; ich muß sagen, cs thut mir wirklich . leid ) aber freilich, wcnn Tu Dich verbes l. fenilkänt .DaS uicht. Madam' . ich hciratbeN im. Prtli lliil'Ma'i! wvt , ,

4;. --'

i..I