Indiana Tribüne, Volume 14, Number 10, Indianapolis, Marion County, 28 September 1890 — Page 6

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Wagehälse am Niagara. ubh .er, ;- ill" 'i Itllh Tollkühne, Seiltänzer. , : Ki l;' Schwindler und ProZeetenmaHer i . ' i:ir;,f-. ' 4 :-4 Es scheint, als .ob die' grandiosen Falle des Niagara aus tollkühne Narren eine ebenso geheimnlZzvolle, unw!derstehluhe AnziehÜMskraß ausüben, wie die Kerzenstamme auf die Mücken. Auch rrn geheimer. Drang, den Kampf mit er furchtbaren" Naturkraft auszunehRen, ihr mit der ErsindimFskrast' des Menschlichen Geistes einen' Triumph ab Kiringen, scheint bei Einzelnen als edlei res Motiv mit in's Spiel zu kommen. Alljährlich ereignen" sich 'mit gewisse? lRegelmänigkeit bei den Fällen eine Anzahl Unqlücksfälle. tetS sind es wagMlNge TollköM die den Halles zum Opzer fallen. Die' Presse nimmt lm Allgemeinen nnr lässig Notiz davon, weil das Interesse des großen Publikums daran zu erlahmen beginnt. Der berühmte Seiltänzer Blondin hat wohl k,den ersten Anstoß zu diesen Magestücken gegeben, unvbie -Mnnerung daran

wurde wrzliH durch den ähnlichen gmalieb aeluvamen Äerm'ch'des Vkotoara

phen Samuel I. Dixo aus Toronto eufgesrischt. welcher am 6. September aus einem f Zoll dicken und 923 Fuß langen Drahtseil unmeit der HangeBrücke über Wen tosenden Abgrund hinveaschriU. ' Dies istwohl das erste Mal seit Blondins kühner Thai, da st Jemand eine "Wiederholung ' derselben gewagt hat. Sonst aber ist die Zahl der NiagaraCranks" Legion, welche auf die eine ode? die andere Weise, mit mehr oder minder glücklichem Äusgange, ihr Leben ezegen die 'ungeheure, zerschmetternde Gewalt der Fälle aufs Spiel gesetzt baben und mit welcher Aussicht? In der Hoffnung auf dauernden Gewinn wohl kaum, sondern nur zur Besriedignng einer thörichten Eitelkeit, um 'des Ruhmes willen, ihren Namen in den Zeitungen neben denjenigen berühmter Rennpferde oder großer Billardspieler, Baseball-Werftr ü. s. w. aus einige Tage prangen zu sehen. Denn dei' der erwähnten (ÄkeichzüÜigkeit des Publikums steckt kein Geld mehr in der Geschichte. Damals, als 'Blondin vor etwa dreißig Jahren den Reigen eröffnete, war die Sache noch neu, nert$üt und die jedem Amerikaner im Blut steckende Wett- und Wagelust wurde gewältig ausgeregt. l ES war im März 1839, als der kühne Franzose, nur von seinem GeschästSführer Harrn Coleord begleitet, cn den Fällen anlangte, zunächst nur, um das Terrain zu reeognoseiren und die nöthige Vorbereitungen für das Wagstück zu treffen. ÄlS ' seine Absicht dekaunt wurde, erklärten ihn dieZeitungen lau! und öffentlich für verrückt. Die Anwohner protestirten entrüstet gegen das hirnverbrannte Projekt. Er lies; sich nicht beirre. Im Juni langte sein Drahtseil au. und er ließ eS nicht, wie nfänzlich beabsichtigt, von der Ziegeninsel nach dör eanädischett Seite hinüberspannen, sondern von Whites sogen, al tem Spielplatz. Viele Zuschauer sahen mir QtlzWloser Spannung zu, wie Blondin mit der Geschwindigteit einer Katze auf dem ausgespannten Seil hin und her lief, und bald hier, bald da die Seile, welche dem Tau mehr Stetigkeit und Festigkeit verliehen, anknüpfte und fest anzog. M Alondius Wagestück. , ' i;j!ilM.DsMnzwischeu waren Zuschauer in Unäffe uuS allen Welttheileu zu dem wt erhörten Schauspiel herbeigeströmt, das auf den 30. Juni angesetzt war. Auch der Prinz von Wales fehlte nicht. Wer leü auf das Gelingen und Nichtgelingen des WaaestuaS m kaum glaublicher .vohe wurden abanchlolien. Ein verrückter Engländer, der Blondin stets nachreiste, um selbst Zeuge zu sein, wenn der ZZranzoie denalS brechen sollte, machte sich besonders bemerklich. Heute rnht der iNlord längst in der kühlen Gruft uebeu seinen Ahnen, während der alte Älöndm noch leöt o neiund ist, wie ein Füch im Wässert Die Hotelbesitzer let yjachoanchaft sollten wfnucn ans Dankbarkeit dew, Blondin ein Denkmal in Erz oder Marmor, errichten. Der eoloffale Fremdenzndrang ist seitdem an im Fanen nie ' wieder erreicht worden. Für elende Tachkanirnern wurden die ladellattestcu Prcne - gefordert undIzablt. Ein wahrer Goldregen strömte auf die glücklichen Gastwirthc herab. . . . ":-.:'.!!iy': ' ,, j:' " .r h "ii "1 i!,' ' ' . f Tie Jllnstrationen schildcni einige der Kunststücke, welche Blondin, zum Besten gabH' - Blondins Debüt fand am Donnerstag , Zein ,Juni 1850 statt. Er schien Nerven von Stahl und Sehnen , von ; Eisen zu besitzen. T!e Valancirstange TJav für ihn. ein unbekannter Begriff. Er vollführte über den tosenden Schaumznasscn, deren Gebrüll selbst das rasende Beifallklatschen, der begeisterten Menge übertönte, die Halsbrechenosten apnof Zen; si strauchelte er anscheinend ein halb ' Dutzeno mal. nen uch am die öimee me der, drehte sich um, ließ ein Seil zu dem , 1 Mten haltenden Dampfer hernieder, zog , ein Fläschchen mit Wein herauf und leerte sichrere Gläser galant auf das" Wohl der Damen, von denen Viele bei dem

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grausigen Anblick in Zuckungen und Krämpfe verfielen. Er sehte .aber seinen 'Leistungen die Krone auf,. als er seinen Manager Coleord auf den Rücken nahm und gemüthlich mit dieser lebenden Last ans dem schwanken Seil nach der canadischen Seite hinüberspazierte. Allerdings soll sich hierbei zwischen Beiden eins hochdramatlsche Scene abgespielt Habeck- Eolcord eutsiel 'nämlich dei Muth auf der Mitte der Bahn, und er bat Blondin, doch um Himmelswillen wieder umzukehren. Es handelte sich um Tod und ' Leben. ' Doch 'Blondin verlor seine bewundernswcrthe Geistegegenwart auch : jetzt : ' üicht. Unikehr wäre sicherer Tod gewesene Er erklärte Eolcord einfach' er werde ihn unfehlbar hinabschlendcrn, wenn er noch ein einziges Wort spräche. ' Eolcord' fügte sich und Beide kainen wohlbehaltett drüben an, wo sie ein rasender Beifalls stürm der enthnsiasmirten Menge empsing. Am nächsten' Tage aber hatte Blondin einen neueU Manager" .... ' Damit hatte das Interesse des Pnblikums seinen Höhepunkt erreicht. Noch dreimal wagte der ' kühne Mann lächelnd' die unmöglich " scheinende That, jedesmal mit neuen Überraschungen ge paart. So schleppte er einen kleinen Bratosen aufs Seil und buk sich oben in schwindelndes Höhe mitten zwischen den beiden Ufern einen Eierkuchen. Er wandelte mit gefesselten 'Händen und Füßen, ja, mit Getreidesäcken übcrKops und Beine gestülpt hinüber und znrück. Nie verlieg ihn seine beispiellose, sast übermenschliche Kaltblütigkeit. Er hatte

die kühnsten Erwartungen seiner Be wunderer übertroffen. Nur Einer reiste mißmuthig und unzufrieden ab. Jener verrückte Mylord nämlich, der sich wieder in seiner Erwartung,' daß Blondin nun endlich einmal den Hals brechen werde, schmählich getäuscht sah. Er reiste dem Seiltänzer sofort nach, und folgte ihm, wie fein Schatten Blondin ist heute 60 Jahre alt, und lebt, snne Kunstreiten abgerechnet, m London. Blondins Voraänaer und Nachahmer. Wie man sich denken kann, ist über Vorgänger Blondins nicht viel zu be richten. Sam Patch, der Hoch- und Weitspringer, soll nach einer weitver breiteten Lesart über die Fälle gespnmgen sein. Das ist unwahr. Er ließ nämlich auf dem Fußsteig unter der Ziegen insel eine Leiter fast senkrecht aufstellen, welche mit Stricken an den Bauwen qm Ufer befestigt wurde; 97 Fuß über dem Wasser auf der Spitze der Leiter war eine kleine Plattform angebracht, und von hier sprang Patch zweimal m Gegenwart emer großen Zuschauermenge hinab. Er fand später seinen Tod bei Rochester, als er über die Falle des oberen Genciee hmaviprin gen wollte. In den alten Reisehandbüchern fmdct man noch mebrerc Eräblunaen über ähnliche" Kunststücke. Joel Robinson schiffte glücklich über den Strudel, doch bereits 1811 hatte em englischer Soldat auf einem Holzüamm sich nach dem Strudel treiben lassen, wo er mehrere Stunden lang mnhergcwirbett wurde. Schließlich iedock warf ibn der Strudel wohlbehalten an'S Ufer. In neuerer Zeit hak bekanntlich PottS, Hazlitt, Sadie Allen und Graham in Fässern dasselbe Kunststück ausgeführt. Während der letzten Jahre hat es an tollkühnen Wagehälsen keineswegs ge mangelt, welche sich den Niagara zum Tummelplatze auserkoren. Professor" Alfonso King setzte auf einem Art Wasser-Vclocivcd. dessen Rad mit Sckaufeln versehen war, über den Flnß, quer unterhalb der Fähre. Charles A. Percy, aus dem Städtchen Suspension Bridge, verdimte sich die Sporcz: mit einer kühnen That: er durchkreuzte nämlich die Stromschnellcn des Whirlpool" und' erreichte glücklich am 27. August 1887 das jenseitige Ufer. Dabei bediente er sich eines von ihm selbst erfundenen und construirten gkettungsboots, für welches er auf diese Art Rcclame machen wollte. Doch scheint er trotz des Gelingens mit seiner Ersindung lein besonderes Glück gehabt zn haben. Ein Jahr darauf unternahm ' es der Tollkopf Robert Flack ans Syraeusc, N. A, iu einem gewöhnlichen offenen ttahn durch den Whirlpool" zu rudern. Er wurde in die Fluthen auf .Nimmerwiedcrschcn hinabgerissen.' ' Das Eigene thümliche ist, daß die zerniallnendeb? rast der Wassermassen so ungeheuer sein mun, daß alles Lebendige, organisch Gestaltete, in mikroskopische Atome zcrschellt zu werden scheint, denn nie kommt auch nur die kleinste Faser der Verun glückten wieder zum Vorschein. Wird ein 'Balken oder Banmstamm in die Fälle hinabgerissen, so kommt es wohl ab und zu vor, daß , tief unterhalb einige dünne , Splitter auftauchen, das ist aber auch Alles. DaS Drahtseil, welches Tixon neulich benuhte, war kein 'Neuling, denn Stephen Pecre hatte' es schon vorher über den Niagarafluß gespannt und war allerdings niemals direct über den Fällen daraus auf und abgeschritten. Auch er fand ein trauriges Ende; er ertrank 1887 nahe der Hängebrücke. Eine mehr lächerliche Farce war die im Vosauneuton der Reklame anoekün-

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s digte Vorstellung des Professors" & ,.,.,, , , ' "- -v,s.- . A.- ' - i:ia

E. dö Leon, der sich vermaß, das von Peere ' gespannte Seil- zu überschreitend Er kam auch wirklich 30 Fuß weit. Doch dann warf er einen Blick aus das fnrchtbar grandiose Schauspiel, welches sich zil seinen Füßen ausbreitete, und er zitterte. Glücklich besann er sich ans Falstaffs schönen Wahlspruch, daß Vorsicht der bessere Theil der Tapferkeit sei," und sein Entschluß war gesaßt. Schnell ließ er die Valancirstanze fallen, und mit beiden Handen an dem Drahtseil sich anklammernd, 'eilte er mit affenähnlicher Behendigkeit nach dem sickern Ufer zurück, wo er in den, dichten ' Gcbüsck verschwand. Seitdem hat die Welt von dem Professor" nichts mehr gehört. Die Brücken springer, Prahb Hänse und Schwindler. Natürlich konnte vor Erbauung der berühmten Hangebrücke, die auch dem genialen Deutschen Nobling ihre Er stenz verdankt, von derjenigen Klasse der Cranks", die man unter dem Namen Brückenspriuger zusammenfaßt, ' keine Rede sein. Doch aber dauerte es ziemlich lange, ehe das verrückte Project in einem närrischen Gehirn zur Reise gesieh. Larry Donovan war es, der am 7., November 188 vqn der kleineren Hängebrücke für Fußganger von einer Höhe von 200 Fuß hinab in den Fluß fprang. 'Er wollte auch den Sprung über die Genesecfälle wagen: aber die Behörden verboten es. Er ertrank beim Sprunge von der Hungerford-

Brücke in England. Steve Brodie, der Springer .' von der Brooklyner Hängebrücke, hat sich osters bereit er- ,?.-... ... ...r.:?...: t.it. ... liari, uoer ocn q)llscijensau uuilvrg gu hüpfen, sobald dle'Hotclvesitzer an den Fällen toOOO für ihn zusammenbringen würden. Das ist nicht geschehen, und Steve ist auch nicht gcspNiNgcn.' fondern läsn sich sem Bier m seiner Knnpe an der New ?)orkcr Bowery noch ganz gut m alle? Ruhe schmecken. Im Prahlen dürften es Steve Bro-, die denn doch uoch Viele glcichthun, ja, ihn wahrscheinlich sogar überbieten. In der letzten Zeit sind nicht wurig höchst anrüchige nnd ' verdächtig lautende Gcschichten aufgetaucht über alle möglichen anf, an. über oder in den Fallen verübten Heldenthaten. Doch sind die tu tirten Zeugen meist verdächtig, und auch viel zu wenig zahlreich, um ius Gewicht zu fallen. Da will der Polizist Kendall ans Boston durch den Strudel hin und zurück geschwommen sein durch nichts beglaubigt, also zweifellos höher Schwindel. Was mag wyhl ans dem ersindungSreichen jungen Mann geworden sein, der ein großartiges, nnfehlbares Prsject der staunenden Mitwelt Zur Uberwindung des stärksten Strudels und der furchtbaren Wirbel am Fuße des Falles ankündigte? Wollteer nicht, in einem zchnfüßigcn hohlen Gummiball von zehn Zoll Wanddicke eingeschlossen und sicher geborgen, hindurchtanzen? Hatte er nicht eine reizendeBeschreibung von dem vortrefflichen und reich gepolsterten Innern dieser Gnmmikngel gegeben, wo ihn auch nicht der geringste Stoß treffen könne? Und sollte nicht die große Vorsiellilny ganz bestimmt und unweigerlich am 1. Mai 1800 stattfinden?.. . . Der junge Manu ist nie erschienen, ebenso wenig sein Gnmmiball. Doch hübsch hörte sich die Idee an. Vielleicht nach netter, als Professor . Eampbclls Idee, mit eine? Flugmaschine die Fälle zu überfliegen. Was ist übrigens ans Eampbell geworden? , Auch der Kncipwirth Billy Richardson ans Syracuse hatte sich in die , Gummiball-Jdce ganz verliebt. Doch dabei ; blieb's ' Billys Liebe war rein platonisch. Er hielt sich in sehr gemessener Entfernung von dem Gummiball und folgeuweijc auch von den Fällen. Höchst verletzt muß stch ein junger Mann,- Lcaniens Arthur Stanley, durch die brüske Antwort gefühlt haben, vd chc ihm der Aufseher Welch von der Nia-gqra-Neservation zutheil , werden ließ. Stanley bat nämlich um die Erlaubniß, von der Reservation in einem Lnstbatton aufsteigen zu dürfen, um dann sanft über den Fällen - hinweg mittels eines Fallschirms aus's Trockene zn gleiten. Welch schlug ihm seine Bitte rundweg ab. .Stanley war untröstlich. Tie J!eservat!on war zn seinem Experirnent unentbehrlich. Kein anderer Fleck ringsum war geeignet. Er nahm nch die Sache so zu Herzen, daß er auf Ballon und Fallschirm aän:lick vernichtete. v , .j, - , .r , r. - ' .,31 . i C; Rüben Adams wollte in einem kleinen Boot dicht an die Fälle heranrudern. dann eine kleine 5l'anone abschießen, um dnrch den Rückschlag aus der gefährlichen Nahe.deS Sturzes getrieben zu werden, in diesem günstigen Moment einen Fallschirm aufspannen und dann leicht wie eine Feder in'S rnhige, Wasser schräg über die Fälle wegzuschweben. -Er hat nie den Fallschirm ausgespannt, auch nie seine kleine Kanone mit dem Kräftigen Rückschlag an der 5lante deö Falles abi, .:,, .., il:1!1::- ' , ' ''l - '!- gegossen. , ; , Verbürgt wird eine kühne That und damit wollen wir dieser Zluszählung menschlicher Thorheiten neu versöhnen den Abschluß , geben eines ,, gewissen John Atheh aus Ehieago. Derselbe hatte sich eine elastische Rolle aus festemAlumi nium-Blech angefertigt, welche er an der Hängebrücke , über den , Fällen befestigte und sich dann II.), Fuß tief, genau bis zur Wasseroberfläche bruiiten,' hinabließ. : Hier verblieb er , in hängender Positur, lange, genug, nm seine

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Pl)oiegrax?:e aoneymen zu tauen. -'Ä?a rättf ließ er sich in ,, ein:, unier, ,ihm,haltendes Boot gleiten und ruderte davon. Das Aluminmmbaud war in, einer Art Trommel aufgerollt und ist zum Gebrauch als Feuerleiter bestimmt.

Hygienisches. ? Wie behandelt man Brandwunden? Eine eingehende Änlwori aus diese FraW finden wir in der Fundgrube". Sind dle Wnnden leichter Art, so behandelt man sie in der Weise, daß man sie mit irgend einem Oele (Leinöl, Sa-tat-oder Olivenöl), Vaseline öder Glycerin bcffre!cht, dann mit einer dicken Lage Bohnenmehl oder Holzkohlenpulver bestreut und mit einem leinenen Lappen oder mit Watte zudeckt.' Die Schmerzen lassen bei dieser Behandlung bald nach und ' die Blasenbildnng Hort auf. Waren bereits vorher Blasen cnt standen, so steche man dieselben, vorsichtig auf, reiße aber die Hautfetzen nicht üb. Sollten sich die Schmerzen noch einmal erneuern, so nehme man heu Verband ab' und bestreue die Wunde noch einmal mit Mehl, ohne, jedoch 'das bereits auf der Wunde liegende' Bohuenmehl zu entfernen. Ein? sehr wirksame Brandsalbe kann man sich aus 100 Gramm Leinöl, 100 Gramm Kalkwasser und I bis 5 Gramm Karbolsäure herstellen: Auch das alte Hausmittel, bestehend aus eiacr Mischung üngesalzencr Butter und Eigelb (anf einen Eßlöffel Butter ein Eidotter) ist Zehr zu empfehlen. Dagegen nicht genug -kann man davor wanieu, den verbrannten Nörpcrtheil in kaltes Waffer zu stecken oder ihn gar mit Petroleum oder Tinte zu bestrerchen, wie es leider immer noch so oft geschieht. Die Heiluug des Keuchhustens will Dr. Mohn' auf Grund der zufälligen Wahrnehmung erzielen, daß die Dcsinfcction des Krankenzimmers, in'wclchem sich die Keuchhusienkrankeu aushalten, durch schweflige Säure die Anfälle mit einer an das Wunderbare grenzenden Geschwindigkeit beseitigt. Man bringt die Kranken am Morgen in srischer Wasche nnd frischen 5Zleidern in ein aiideres Zimmer, in welchem sie sich den Tag über aufhalten. In dem verlassenen Krankmzimmer verbrennt man auf je einem - Kubikmeter Rauminhalt 25 Gramm Schwefel und läßt, nachdem man das Bettzeug, Kleider usw. zweckmäßig aufgehängt und. ausgebreitet hat, die schweflige Säure fünf Stnudcn einwirken. Von großer Wichtigkeit für Jeden, der sich e:ne Hausapotheke halt, tbit Fage, wie man an zweckmäßigsten Sublimat Verbandstosse aufbewahrt. Meyer hat dariiber eingehende Versuche angestellte Bekanntlich setzt sich das Sublimat in den damit getränkten Stossen regelmäßig bald in Quecksilberchloral um, und man hatte bisher uoch keine geeignete Packung, gefunden, um diese -Verbandstoff vor der Zersetzung zu schützen. Meyers , Untersuchungen haben nun ergeben, daß man die Verbandsstosse am besten in Gesäßen aufbewahrt, die mit Glasstöpseln versehen sind. Bei dieser Art der Aufbewahrn zeigte sich der geringste Verlust an Sublimat, nämlich 30, pEt. Diöse Art wird sich, jdwch in der Praxis bei großen Mengen von Verbandsstoffen kaum durchführen lassen, und so ist denn tfoch die zweitbeste AnfbewahrnngSweise zu empfehlen, bei welcher der Verlust an Sublimat aber bereits 51,2 pEt. beträgt. Man hüllt die Verbandsstoffe in Pergamentpapier und darauf noch in gewöhnliches Papieruud legt dann die Ballen in Holzkisten, 'die man vorher innen mit Papier ausgeklebt hat. ' ' Ueber die Geschichte des' Opiums, dessen Schädlichkeit bei fortgesetztem Gebrauch unsern Lesern genugsam bekannt sein dürfte, bnügt eine Broschüre von Dr. Edkins, welche von dem chinesischen maritimen Zollamt herausgegeben worden ist. einige interessante Einzelheiten. Die vielfach verbreitete Annahme, daß das Opium erst vor iiicht allzu langer Zeit ans Indien nach Ehina eingeführt worden sei, bezeichnet der Verfasser der Broschüre als irrig. Die Araber seien es gewesen, welche dieses Genußmittel bereits im achten Jahrhundert nach China brachten, als Cauton einen lebhaften Handel mit den Häfen am Rothen Meere und am Persischen Golse unterhielt. Schon im zchnten Jahrhundert werde das Odium in einem medizinischen Buche erwähnt, und es steht äußere Zweifel, daß man im ' 15. v i.f....it. n-.' . -.'::. aijiyuuym uhxu m i)ina splNM bereitete. Die Sitte des Opiumrauchens stammt Wohl gleichzeitig mit der des Tabalrauchens audcm IX Jahrhundert. Doch mau rauchte .nicht rci' nes Opium, sondern man mischte es mit Tabak und anderen Ingredienzen pi sammen. je nach der Landessitte. Zuerst kam es, auf Formosa nd bei Amoy in Gebranch. Die Mandschus versuchten den Genuß des .Opiums und' des Tabaks .gesetzlich zu- Untersagen. Doch ohne Ersotg. , Die Unsitte hatte bereits zu weitem 'sich gegriffen, und selbst, . .?;xriA.. .rei.i.v.ijs'. ' l uie -ijL'ujaii --uiuuuru(cr, ., gegen Die das Gesetz ohnmächtig war, übertraten eSwo und wann eS ihnen beliebte Nicht weniger, schlimme Folgen, als im fernen Osten die Opiumsucht, hat-, bei uns die gleichsalls unheimlich grajsirende Trunksucht. . : ; Eiu folgsamer Gattes Kellnerin: Sagen S' mir nur. Herr Süfsel, warum machen S' denn alleweil die Augen zu, iocnn S' trinken?" Süsscrl: Weißt, Schatzcrl, ' decs geschieht blos meiner Alten z'licb die mir jeden Tag sagt, i' . svll fci' i ja net tief in's Gtas 'nci'schaun!" ' ' 1 - ,!'' ' : -Hi ' '-."i. .-n -i . " i, ' ly!! Schwere ixMM$$i lein Helene, gestern sindzKieMirjkim! Traume erschienen und haben mir einen süßen uß gegeben! ! ,.Sie AbschcuM chcr! . .. Nun können Sie aber lange warten, ' bis ich JhnWßHledeyZ Traume eriQelnen werde!

Dergfeuer.

:T?r 5' Sne Ckdanknnernz von . Xilnluk ' '"' , ,. " 1 . -.?",, .!; ,;if Ueber dem tief eingefchluchtetcn Wald thale senkten sich leise die, ersten Abendschatten nieder. Aus den Bergspalten und .Klüften schienen sie herborzuhu schcn, und während die Fichten, auf den Höhen noch im letzten. Sonncnglanze warm erglühen, wob die hereinbrechende Dämmerung über Bach, Wiesen und die Hütten eines an der Berglehne sich dreitcnden Dorfes immer dichtere Schleier. Ein frischer, heller Tag lag zurück, so recht wie zum Feiern geschaffen Und Feiertag war's auch heute! Galt es doch, die erste Jahreswende jener gewaltigcn Schlacht festlich zu begehen, welche ein übermüthiges Kaiserreich zu Boden geschmettert und seinen Herrfcher in deutsche Hände überliefert hatte, Scdantag Z . DaS Feuer der Begeistcrnng, welches damals ganz Deutschland aufflammen ließ, wär noch nicht , erloschen. Der erste Jahrestag hatte es wieder aufs Neue angefacht ; von der jungen Kaiserstadt ausgehend, leuchtete und lohte es von Stadt zu Stadt, von Dorf zu'Dors und wieviel der Thränen auch'noch im-, wer zu trocknen waren, wieviel Jammer un) Verzweiflung ;u stillen blieb? heute schien alles verweht, vergessen vor der mächtig aufbrausenden Fluth nat:ona' ler Begeisterung. . ; . Auch die Fahne, welche vom'Kirch thnrm an der Berglehne lustig nieder wehte, verkündete, daß das" stille Wald dors die Siegesfeier beging.' Am Morgen war der Kriegerverein nebst den Helden des letzten Krieges mit Musik im fticrlichen Zuge zur Kirche hmange schritten, dort die Festpredigt mit anzu hören. Nachmittags hatten' BelM qungen im nahen Walde stattgefunden, während für den Abend Bergfeuer aus den Hohen angeordnet warnt;' denen dann in der TorfschcnZe ein heiterer Tanz folgen sollte. Aber während die Natur draußen in Wald und Feld sich zur Ruhe anschickt entfaltete sich auf der holperigen Dorfstraße ein immer geräuschvolleres Treiben. Kinder sangen vor den Thüren oder blickten dann wieder für einen Augenblick gespannt hinüber nach den Bergen, ob nicht die Flammen - 'maulen bald r auflohten. Schmucke Dirnen schritten in langen Rahen kichernd lachend entlang, wenn ein derber oder verliebter Scherz sie traf. Dazwischen knallte es von Böl lerschüsscn durch das aufhorchende Thal, uud hiu und wieder schoß eine Rakete zischend iu die dunkelnde Abendluft, von Beifallsnifen, Johlen und patriotischen Weisen der angeregten Dorfbevölkerung begrüßt. Was uicht auf. deü Bcineu war in der Straße oder vor der Schenke sich tummelte, aus die Höhen mit hinangestiegen war, das saß vor den Hütten auf den Steinstuseu oder den grünangcstrichenen Bänken und srcnte sich des Fe Nur in einer Hütte, etwas seitwärts des Torfes, sah es dunkel und glanzlos ans. Es war ein hübsches Anwesen, stattlich und von einer gewissen Wohl? habenhlt zeugend. Trotz der bereits, eingetretenen Dämmerung hantirte noch ein Mann auf den: angrenzenden Hofe, indem er gesammeltes Reisig ist Wellen znsqmmenjchnürte und dann .übereinan-, der schichtet:. Hin Und wieder hielt er inne und blicke in schweren Gedanken steif hinüber zn den Bergen, wo soeben die scharfe Mondsichel ausstieg. Da ging er hin und dort ist er gc blieben!" mnrmclten die Lippen.' Unc ich trage diö Schuld auf mir," setzte c, hinzu. Als jetzt' von der Straße hcrauj erneute Hurrahrufe uud dann von hellen Kinderstimmen eine vaterlandische Weise an sein Ohr schlug, da zuckte der alte Mann zusammen und wandte sich wieder hastig seiner Arbeit zu ' , Aber auch drinnen in der niederen Stube haderte eine Seele mit dem Gcschick. Tie Stirn gegen das kleine Schnbsenstcr gepreßt, stand eine 'Frau und lauschte den Tönen' des herüberdringenden Festjubels, während ihr die Thränen langsam über die durchfurchten freundlichen Züge liefen.' , Da singen sie und toben", flüsterte sie, aber was' da drinnen saut im Schmerz aufschreit, das können sie nicht todt machen. Sie sagen, fürs Vaterland sterben ist schön und groß. Wer jedoch das Opfer bWgmMutztHZännS nicht verwinden, Verstoßen vom Vater, auf fremder Erde Wen, ist aM ein doppclter Schmerz. Herr Gott, da droben! Du. gabst ihn mir. T u nahm st. ihn, , mir, und mit ihm ging meines Lebens Seligkeit dahin !" ' ' Heiße Thränen entrollten aufs Neue den Augen dcr Klagenden. ..:;j-L,,t., Da störten sie schwerfällige Schritte vom Hofe her anf. Sie führ' sich mit der Hand übe? das Gesicht, wandte sich dann zum schwarzen Kachelofen,' wo ' sie nicderkaucne und ' die gesunkene Gluth durch fnsch zugilegke Holchc!te mHU fachte. ' Der Alte war eingetreten. '7 Er schien in dem dämmernden Gemach zuerst die Gestatt seines Weibes zu suchen. Als er dasselbe vor dem Ofen , hockend erkannte,' ließ er sich auf der Wandbank daselbst nieder Äff Frau hatta. sich sacht erhoben und daneben Aus' einen niederen Schemel gesetzt , Keiner sprach ein Wort ' Das Feuer im Ofen , malte huschende Gestalten auf die Diele. Eintönig tickte ' die 'alte Wanduhr. Da klang von Neuem stürmisches Tosen von der Straße. Als die Frau, dies vernahm, verlor sie' ' Ut: Fassun Sie schlug mit dem Köpft gegen den Ofen schluchzte laut. V Mutter!" stieß , der Alte hervor, nicht noch das ! Ich trag's schwer gem&l" y:' 1 $tf-'-laJchla rnerte ne - ; ; "fii! '1 i:i;''l!::jf:'!!!: . rS'ef Er schlug sich mit den Fäusten vor die Brust. Sieh hinein, wie's hier frißt und brennt und immer wilder, heißer, u mehr ich es still hinuntcrwürgen '.' t . 'W'f'di'ii''''' Ifi'j - vr'-liSltcw mocvie. vrr iconiic!lk!!vie!??,rme.!

.Geh ich hinaus Keiner sagt ein Wort, aber vor Ihren Blicken lauf ich Spießruthcn! Komm ich heim, schnürt mir Da; Schweigen die Kehle zu. Es 'ist im Leben, das ich verfluchen möcht', trüg' ich nicht selbst die Schuld. Daß es auch mein Sohn war. danach fragt Keiner! DaS mein Haus mein Alter einsam geworden , ' Du selbst sticß'st ihn von Haus wx Hof!" ' Weil er die Hand gegen mich hob! Soll ein Vater Er war gut lind brav und wollte sein Wort haltcii. Du aber hast ihn wie einen Buben behandelt. Und dann dann erst laß es! Die Todten stehen nicht wieder auf!" Der' Alte war zusammengebrochen.

Vrh hirtv fit st, a. mijfit .iiHfi ) WUl Ijiyilj- UUUi lUUilUUH u tt-i) UYM vvi harte wteme malen nicht gut, Blut von meinem Blute! Was hing er sich an das Mädchen. Er wußte, daß ich dagegen war. Sauer genug HabMM wir werden lassen, nicht aber, um dänn ein solch' fahrig Bcttclkind in uwin nmcen zu veiommen." ' .Dortchen ist besser als alle Mädel im Dorsc. Sie hat's nicht überwunden und hat abgeschlagen, als ihr neulich des reichen Messings ' Franz die Hand anbot. ' Auch ihr ist das Leben vergällt Änch ihr!" Die alte Frau nickte weh . wüthig Und i schwieg . dann. Eine kurze Pauc entstand. Vas Feuer knisterte übermüthig und in dem kleinen Baum am Fenster regte sich im Araume leise zirpend eiu Vogel. Nun "erhob sich die Frau, Zündete eine Leuchte an und hina ste an den ynrpfosten, Dann saßen sie Beide wieder nieder in dem matt erhellten Raum. ' Der Llltö seufzte schwer. Es schien ihm heute Bedürfniß, alles das, was ihn bedrückt von seiner Seele abzuschütteln, wie oft er auch schon damit die' alte:l Wunden aufs Neucaufgerisfcn hatte. Heute vor emem Jahre ha, ha! ue mttn m heute dnien Festtag - auch ich!, und alle Jahre wird's st lein iL da starb er. Eisner's Kar! sah ihn fallen, aber er mußte weiter, unt so hat er keinen Gruß mehr mitbringen konncli." Er stand auf. Fürs Vater land ist er gestorben. Freiwillig folgt er der yahne, weil ihm der eigene Vatc, über die Schwelle den Weg gewiesen. Wär's nicht dies, ich würd's crtragezz lernen ! sähtt so aber so !" Schüsse uud Jubelgeschrei drang echoweckend von der Thalwaud 'herüber. Hort rnii1 schrie der Alte. Ihr zerreißt mir da? Herz!" Er ' taumelte zum Fenster. Da da Bcrgsencr überall, den großen Tag zu feiern. Und hier drinnen o Gott! O Gott!" Er wankte zu. ruck und faßte die eine Hand der leis weinenden Frau. Wenn ich gefehlt hastete er unter Schluchzen heraus, id büße jetzt jeden Tag auss Neue doppelt die Schnld !" Er sank auf die Oscn dank Znrück und vergrub das Zuckends Antlitz in den knochigen Händen. Sc säßen sie Zange. Ein wiederholtes , leises Klopfen hat' ten sie überhört. Hetzt ging sacht die Thür auf. Die Gestalt eines blassen bräunzöpfigen Madcheus stand auf . dn Schwelle und blickte bewegt aus die trauernde Gmppe der einsamen Alteu am Ofen. ' Nnn schlug es den blauen Doppelmantcl etwas zurück, ging ein paar Schritte vor uud rührte die alte Frau still an der Schulter. Mutter' Weidner!" sagte es warr? mit leise bebender Stimme. 1 Bei dem Klänge dieses Tones hober die Beiden erschrocken die 5?öpfe. Dei Alte starrte wie verloren auf das Mädchen, die Frau aber war aufgestanden und hing uun weinend am Hälfe des Zaum selbst der Thränen sich mehr wehrcndcn Mädchens. ' . ' 'Tortchen!" sagte endlich die Frau und streichelte zärtlich deren schmale Wangen. ..Was führt Dich hierher ir. das Haus der Verlassenen?" - Seil ich meine, heute gehören wir zusammen. Es trägt sich dann leichter, und ich hoffe, heute wird man mich wenigstcns hier dulden wollen." Sie umschlang mit beiden Armen die zitternde Frau und barg dann ihr Haupt an deren Schulter. 1 ' " Der Alte war ausgestanden. ' 'Tore!" hustete er. , Wenn Tu gekommen' bist,' mich anzuklagen, immerzu! Aber ich sag' Dir schlimmer als ich mich selbst kannst Du mich nicht verdämmen." " ' Die Angeredete hatte ihr Haupt wieder ausgerichtet ' Ich komme nicht um zu Nagen. Wenn ich einst auf Euch zuritte Gott hat entschieden! Gott hat gerichtet! Weun's Euch leichter macht, Vater Weidner: ich hab' Euch vergeben um Unseres Todten willen. Mög' auch Gott Euch gnädig sein. Vergönnt mir ein Stündchen heut' hier Rast. ' Mein Herz trieb mich her. Mich hat bcdünkt, als könnt' dies seiner Mutter Freude machend" '"Jet, das thut's auch, Dortchen, , das Hüt auch !" flüsterte die alte Frau und zog das Mädchen an ihre Seite. r ; " .Sitz nieder Dortchen ! Wir wollen denken, er käme wieder und' alles war mir ' ein schwerer r Traum.- ' So, Deine Hand! Ach, ach!"' ' r : Der Alte wollte jetzt reden, aber die Stimme schien ihm zu versagen. ' Ein heißer Blick ! des Dankes war auf das Mädchen'"- gefallen dann aber 'sank' der Mann erschöpst auf seinen Sitz zurück MWinWäum ? l" "MurMte'erWie Erde gibt die Todten nicht wieder!" 'ii:'!;li;!L'.i'' ,; VS ''i'ji-L: !, " :''!.r:''! '''T ''! 4 ' -"' '" !' i.'W ' .' ,4 , Das Feuer pranelte im Ofen, die Wanduhr tickte; aber ob es auch jetzt Drei waren, welche hier das Leid zu sammengeführt, es blieb doch still im ! . i f ' , ,!.- - it.;: ' ' ..iiJ.ii-.iIm-? . : ... , .:JV;" Smochen. . Die alte Frau hielt die Hand des Mädchens fest, als wollte sie dieselbe nicht mehr lassen. Durch die dunkle Nacht lohten die Flammenzeichen von deniiHohett,Ä dröhnte , von den Bergwänden wider. Hätten die Trauernden jetzt einmal äufgeschautgsieZwürdenLe rückgebebt sein. Durch das Weinblätter-

gewirr au demeZnen Fenster hatte sich

eiNdbartigesÄMannergesicht Bahn ge brochen und blickte nun voll tiefer Bewegrng hinein in das Stubchen. Mutter! Dore !" stammeUm die Lippen r und preßten sich heiß gegen hie Scheibe. Die Brust des Mannes heb stürmisch ; mit Mühe nur schien er einen Laut der Freude zuruckzudammen. Im nächsten Augenblick ward die Stubenthür hastig aufgepvßen. Auf der Schwelle stand ein Kneger. Eine tieft rothe Narbe lief ihm über die Stirn. Dem Antlitz sah mau noch die Spuren kaum überstandener Leiden an, aber aus den Augen funkelte es in herzbewegende: Seligkeit. Darf ich eintreten?" rief tr. Ein dreifacher Aufschrei ließ den llci nen Raun: erzittern. Fritz! Fritz!" Das Mädchen war emporgeschnellt. Zwei zitternde Mu:. teranne hoben sich dem Sohne entgegen. Aber der Mann aus der Schwelle rührte sich uicht. - Darf ich eintreten?" wiederholte er uoch einmal. Da wankte der' Alte aus der Osencck? hervor, dem Heim gekehrten entgegen. Vergieb mir vergiß!" Er kam nicht weiter. Aus tiefer Seele rang sich Schluchzen und Jubel durcheinander. Dann hielt er den Sohn umsanken u?;d zog ihn herein iu die Stube. O, Gott Das hab ich nicht verdient! Mutter, d haben wir ihn wieder und alles !v:r Wieder gut." Nun lag die -alte Fran auch au der Brust des Neugeschei'.ktcu. Stumm und noch um eilten Schein blässer stand das Mädchen noch immer am Ofen. Da ergriff der Alte die Hand der Einsamen. Junge", sagte er. um ihretwillen schieden wir uns, jetzt komme ich selbst als Brautwerber. Willst Du ihn noch, Dorc?" Sie enthob ihn jeder weiteren Rede, denn schon laz sie in stummer Freude an der Brust dcGeliebten gebettet. , So war's doch nur ein Traum. Mutter", sagte der Alte und zog die Frau an sich. Ja. ja. ein Traum!" mckte sie. Em schwerer, böser!" schloß der Krieger. Ein Jahr ist's heute, daß man mich für todt auf dem Schlachtfclde liegen ließ. Aber schließlich habe iS doch .dem Gevatter Klapperbein ein Schnippchen geschlagen. Es war ei:? harter Kampf um Leben und Tod. Wer drei Tagen erst bin ich als völlig ge heitt entlassen worden. Da hielt's mich nicht länger. Als ich die Bergfeuer über unserem Thale brennen sah. war's mir ein Gruß, den die Heimath dem Wiederkehrenden bot. Und nun woll: wär Sieges- und Fried ens fest feiern !" Von Berg zu Berg lohctcn dieFlam mcn durch die Septemberuacht. Sie Züngelten strahlend zum gestirnten Himmel auf und tauchten Wald und Thal in ein M eer von Licht und Freud?. Ein warmer Strahl von wicdergekehrtem Licht nnd Glück hatte sich auch üin die Herzen derer gebreitet, die jetzt aus den Fenstern eines stillen Hauses dank, bewegt empor zu den Bergfcucrn blick ten, , . . Ein Nomankapitel. Mau könnte es ein effektvolles Schluß' kapitel eineZ Romans nennen, was sich vor wenigen Tagen in eine? Sommer frische an , der steicrmarkischen Grenze Zutrug. Eine wohlhabende Wiener Bürgers frau hatte mit ihrer Familie dort . Sommerauscuthalt genommen. Der Gatte der Dame kam nur jeden Sonntag zu , feiner Familie, da er in seiner Fabrik während her Woche thätig sein mußte., In das Dörfchen war eine lkomödianien-Truppe Zu kurzem Aufenthalte eingezogen, die ihre Vorstellungen in der dürstigsten Weise, die Jedermanns Mitleid erweckte und Zu milden Gaben aufforderte, gab. , Ein altes Mütterchen trug alltäglich .die gelierten Theaterzeti tel zu den hohen Herrschasten" aus und erhielt bei der Fabrikante:: fran stets eine Mahlzeit und einige llrcuzcr. Frau N., welche heute im 'Gkute lebt, ist nämlich, wie das N. V. Tgbl. erzählt, die Tochter einer Schauspielerin, hatte, jedoch ihre Mutter im Leben niemals gesehen; sie war von einer Verwandte der Komödiantm en Kindes' statt angenommen, gut erzcgm worden und fand schließlich einen reichen Gc mahl, mit dem sie "in glücklichster Ehe lebt. " ,' ""- ,. Der Anblick bt$ DorslomödiantenElends crinnerte Frau N. an ihre ver- ' schollene Miüttt, und sie dachte, ob nicht vielleicht, ein grausames Geschick Yicc Arme auch iu eine solche traurige, Lebenslage versetztHa'be Die alte Zettels austrägerin humpelte Tag für Tag einher und erhielt ihre kleinen Gaben eines Vormittags blieb, sie ans, Sie war gestorben, und die Truppe sammelts Geld ein für das bescheidene Lcichenbe ' gängniß. Auch zu Frau N. kamen die Eollectcmacher, und e würd- der Nam? der Verstorbenen genannt und erzählt, daß . dieselbe , in einem hinterlassenen Briefe erwähnte. daß sie , eine Tochter, , Namens , Ludovica habe, die sie einer Verwandten , ,; gänzlich , ' zur Erziehung überlassen, und der sie sich nur darum . nicht genähert habc weil sie als herabgekommene ÄorssomManlm angp schcne Wiener Familie durch ihren Be such nicht hatte compromittiren ' tvollen. Die, Fabrikantenfrau begann zu fchluch zcn und ; eilte " an die : Bahre i hrer Mutter,: sie sah dieselbe zum ersten -W!ale als Leiche. Die arme Zcttelaus' , trägerin bekani ein würdiges Lcichenbe-,, gängniß ! und ihr, , eigenes Grab; HkH' mochte einen ; NomanttlcbMaben.:Iic entsagende Mutter, und hatte sicher nicht 'geat,;t)ö& nen. Tochter Almosen empfangen. -j h- -i ' , - ! ? K M 's : j'" ' ;;

::! .'I ;! ff i ' , B einah e verschn ap p t.!! , SieutenaNzumEomcr senthal, , der WÄ?ö!l1äl err?E fnff'mjn;i; doch , überall. Sie wandern ja wahrDK r A I' "' l . C . ':':-: 'taM M ""!' Vl " ' l:' "' " "': "in il;

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