Indiana Tribüne, Volume 13, Number 358, Indianapolis, Marion County, 14 September 1890 — Page 7

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Natur und Vvlksbilder anö di Nheiugau. von Karl KsllbAch.

In Nszmannshausen bestiegen wir dc Dampfer, der uns nach Bingcn führen sollte. Bald rauschten die Rade? in der aufschäuMendcn Fluth. Rings verkündeten aufbrodelnde Kreise im Wasser die tiefen verborgenen Felsenriffe, übci denen der Etroni dahinzieht. Dann trat die trotzige Barre des Bingerlochz mit ihren dunklen Klippen aus der Man 'ken Wüssersikche hervor; und das Reu lehrn und Schäumen der eiugezwängten und in reißenden Garben hintosenden Fluthe übertönte laut das Geränsä unseres Dampfers, der ruhig durch die weit gHreMte Oeffnun an deK Oßseite t der Streu: schnelle 'chWcklZströbtö .Kinsr war hier ein gefahrvoller Ort. der man: chcm Fahrzeug und wauchem Schifft "den Untergang gebracht hat, eine un wegsauie Sperre zwischen dem obern und dem untern Rheingebiet. In der Vorzeit stürzte hier der reißende . Strom gls - . gewaltiger Katarakt 'in 'dlc von' ih:n selbst erwenerte uud vertteske iklust, d ihn durch die Bergrücken des Schiefen gebirges dem fernen . Tieflande und OeeäuMtgegenführt. Die spätern umfassenden Sprengungen unter der pxcu ßischen Neuerung haben die schlimmster Hindernde beseitigt.. Ein unscheinbares, auf gespreugtem und aus fce Tiefe gehobenem Gestein auf dem rechten ilfei errichtetes Denkmal ' " verkündet : bei Nachwelt das sür den rheinländischen Vertehr ss wichtige Ereignis. Heut, leitet ein breites Fahrwasser bequem Keraus; nur bei niedrigem Wasserstand ist für den Schiffer erhöhte Vorsicht ge boten; aber noch immer ist die SchnelZigkclr der reißend hindurch strönieude? Flntheu eine gewaltige, und noch täglich sieht man, wie bei den großen Schlepp' Dampfern von Slstiftanji fctl über das Biuaerloch hinaus ein1

Vsf.Ti -spann von zahlreichen Pierd:n tjM 4 W- - ." ' -- ' ' !, h t , tu, UM öte zooie gegen oc-n-neju' gen vstruüci oer aowatts laztegenoer Wogen langssm hinauf zu befördtrJ. S:un baten wir mit unserm Schifft die -schlimmste Stelle überwUudni Z::? Linken breitet sich der eiusörmigc hang des Niederwalds in feiner ganM Ausdehnung ans. Zur Ziechten, dichk neben uns, steht auf buschbewachfeaeu FetSciHntze der hohe Mäusethurm xii seinen en Schisfern weaweiseuden Siq nainaggen. dahinter spiegeln sich a:r MM der anmutbiaen Nebcnböben h weitem Halbkreise die blanken Hänse; von Biugen ünÄ,Oingcrbrück, hchDiU! .. - 4 4 V i1" W liM" me NayeMunonug mit yeuem Waneo spiegel Wttcrbricht. Vor uns aki . dehn: sich zwischen zurückweichendes MerMügm, deh Rhcingau zttst dem er. y -breitckten -Ströme wie nn breiter Mes resgolf in die Ferne. A diesem bevorzugtm wechselvolle: Punkte macht jeder Wanderer g?rni ?iast. und in dec That ist der Viick in die hier sich schließende enge Thalschluchj des Nhcu.es, in die gesegnete, seitwärts einmündende 9!ahe-Ebene und roi allein äufwärts in den fruchtbaren, wie ein Paradies ausgestatteten Rheinga unvergleichlich; und vollends übt di Fernnchk von i'en Hohen des Niederwalds und des w?i!er im Hunsrück lie gcnden Frau.;oseukopfZ einen inächtige Eindruck Bis zu der fernen imposanten Pcrphyrmasse des Donncrsbergs und den blaukchen Zügen des OdenWalds erschließt sich dem Besucher bei Niederwalds das umliegende Land. Wu ein Garten blickt der Rheingau mit seinen Städten und Dörfern, Weilern un! Villen. Nebmgärtm und Obsthainer herauf, und der Rhein fließt breit unt zögernd, von Inseln belebt, in gcwu'ndb ncm Laufe durch diese glücklichen Ge HAbDcröM unter uns in der enger Kluft Sei Gebirges verschwindet, auZ 'der sein leises Rauschen im Bingerloch und daS gedämpfte Geräusch der vorüberziehenden Schiffe und Bahnen cm porsch.illt. ' Und sonst überall bietet sick der Einblick en die Thäler und auf di Höhen des umliegenden Berglandes, bei , Taunns und Hunsrück. über die nur dii Hohen Wolken, Wanderluft erweckend dahinziehen. - r-, , . . - if -Ebenso heiter wie die Umgebung ist auch das Leben von Fingen mit seine, ! übersprudelnden Weinlaune und seinem forgenbrcchcnden Weinhumor, von deneu freilich der durchreisende Wanderer we nig verspürt. Wer aber Tage und Wo chen hier in Freundeskreisen zugebracht hixr,,,.haD mit leichten , Banden in den Zauberkrcis dieser , fröhlichen Mcn suchen qefcssc! ' und er trägt beim Abschied einen 'Schah .schöner Ennnernngen an kU:"' m -i-i: r r" 's ! i t'" i i f, I" ;l i irr "' ' vrldfi! 1 nvt Ynn ri.inrrftt Muts t4l tltV.lV VUtlttWlM itvl überhaupt im Rheingäu) steht nament-, - lieh auch in Bingen der Wein im Mit-, tclvünlte des ganzen Lebens Sein Geist uud seMFeuer hauten allem cine gesteigerte. , , Lebenslust ein, und? seine PflegezÄchandlung und fein .WerkauZ, drücken hier allen geschäftlichen und geMWstlichen Verhältnissen ihren StkW pel, auf. ,;. Winzer .und Weinhändlcr, UcheÄwlrthe und Küfer, Wein-Ugente J n r i Hi H . -'s und Vcrttc:gercr , spielen , hier eine be sondere Rolle. ' Und zu diesen ost schon recht typischen Personen treten noch an dere Eharaltergestalten hinzu, die wi, seltanie Trabanten das Geschenk dc M nrA ' , 3L M Trt i irii 'i-m n ! fip'trtfi t?fnrT US um ?cywarmen : i r lerne c :ncr. verbummelte Existenzen und verkommene Genies, die sich hier auf langen erlkürzereLcitk aufhalten und einem fast immerwährendenKneipleben sröhnc?. oder wie gcwcrosmapg von einer Welip '!! ,;n(i Jiife:!!. i " I i:,v v -i"' derstelgcruug zupLndern wallmtzun FlH.endMMyeWacvotenmGtättSöts ben laben. "Sie tragen allem seltsamer, Zügen und wunderlichen' Gewohnheiten re,'.Wn ft rf:v,i ' 4 , " f i' ü!it "'iif i e ol Q e n i & r c , j Ueb er a cn u n e ä ,i f sui Scheu, und die , kupfern glühende Nask ,redet w;e em Maßstab der vertilgter ' d li4'''",;i&i''' rr"'"" " 'iQi ' " !iancnii:aicn l'ISiif Dort obctt 1 der mannigfachen Ausübung religiösei Vslichten ein , ungezwungenes, lustiges Treiben. In luftigen Bretterfchenkn oder unter freiem Himmel wird redlick aeZecht i krachend vrodelu duftende Brap -: - 3ß. . -w. '! r"r!' f jdii , iii:';; ' '-vs'-

wurste über knisterndem Feuer, allerlei Bude und Volksbelustigungen bieten Zerstreuung sür jung und alt und selbsi Leute der höhera Stände werden unwiderstehlich in .die Wogen der allgemci ucn FcstlauneMueingezogen.. Hier sah ich vor etlichen Jahren mehrere Herren aus den sogenannten besseren Dreiser vor f versammelten Krieg svolk" cine? Wcttlauf, ein wahres Hindernißrenner üb?r, den, holprigen NäsenvONfue und nllcs jubelte ibnen zu und Mir kam es vor, als oh es eigentlich zedemgauz selbsiverUndlich,, erschiene. LZieIeichl hat W inzwischen auch hierin einiges geändert; schade war's immerhin; denr es war ein lustiges Leben dazumal iw schönen Binzen. Wepitalienisches. oder überhaupt süd' lSndZjchcs Atzlkölebcn aus' eigener Aö schauung kennt, findet hier etliche, verwandte Züge, bereits einen leisen An klang an jenes lebhaftere Treibe jenZ seits der Alpen. Dasselbe ist ' auch sichtlich der Natur der Fall, , und , hic: wird die Erklärung nicht schwer.,,, Äei ganze Nhcingau,- an dessen Nordeudi Ä:' Aösgaüg Bingen ' liegt. " ruht jvu ein weiter, nach Süden geöffneter Golj zwischen schirmenden Hohen, dem warwen Strahl der Sonne und dem Wehen der westlichen und südlichen Lustströmungcn bestens erschlossen. ; ; Die kalten Winde aber halten von Ostcu den Odenwald, Spcffart, Vogelsherg und, Paunus, von NoxdeMetztere Ind,,dey Hunsrück von den Gefilden ab,' Die, vom breit! Flusse, der großen Verkehrsader durchströmt und bewässert, in lieblichem Wechsel sich um die' Ränder der waldgekrönten Gebirge und städte belebten Äser des herrlichen Stromes schlingen. Schattige., Wälder der Edelkastanie rauschen hier, wie auf deu Vor bergen der italienischen Alxcn. um die südlichen Stnftnlandschaften des Tau nnsßän dcchRarten blühen, uW reisen 22cndeln, Aprikosen, Pfirsiche, und alle audM feintzr Vstarten; MDnolikn. TuMnbäume und seltene Nadelhölzer zaubern fremdländische Bilder in die Landschaft, der Wein erreicht hier südliche Süße und sonst unerreichtes Feuer? mancherlei fremde Kräuter, und Holzarteu bergen sich in den geschützten Thälern; in üppige? Entfaltung schlingen sich Neben, Gaisblatt und Waldrebe um die Stämme der Waldbäume und das Ephen umspinnt mit dunkel weLigcni Lüubschmuck und schenkcldicken Stämwen das alte Gemäuer der ehemaliger Ritterduraen.

U' enll man von Bingen aus, dem Laufe d:s Stromes entlang, nach Osten wandert, treten die umfassenden Gebirge bald in angenehme Weite. Der Rhein stießt in seichtem, breiten! Bettc durch die Ebene. Nur weitläuffge Strombautcn und beständige Baggernngen erhalten die schiffbare Fahrstraße. Häufig unterbrechen Wald bestandene Inseln malerisch die breite Wasserfläche. Der Fluß trägt hier bereits ganz den Charakter, welchen er von Basel abwärts durch die oberrheinische Tiefebene hindurch besitz!. Nur ist das anfangs so sinrNische. noch von den Stromschnellen und Fällen des Jura bewegte Wildwasser inzwischen ruhig geworden uud neigt zu veränderlichen Anfchwemulnngen und Neubildungen. Einst stanh über diesem gauzen Gebiete von Basel herab bis Bmqcn ein eimiger großer Binnensee. Eine üppige. Vegetation tpronte an snneu Ufern und em reiches Thierleben bevölkerte seine Gestade und Fluthen, bis das Wancr des Sees rckguansen war uns oer lym eutstromenoe Rhein, der ehemals über die Hochfläche des Schiefergcbirzcs hinweg floß, sein tiescs Bett durch das Bergland gcgraden hatte. Wie ein wundersamer Nach' klang Qn zene Werhältmjie der Vorzeit, reden noch heute dunkle Sagen von Ringen und lketten an den hohen Verz' wänden der Vogesen und des Schwarz Waldes, an denen cmst die Schlier ihre Fahrzeuge bnestiat hätten. Vev schwömmen? Ueber!le:erungen oder vcrständnlnvolle Naturbeobachtungcn : spie len hierbei vielleicht eine Rolle.' Den Anschwellungen des Flusses eni sprechet, trägt die Landschaft im Becken des Rheingaues mcht überall das G, Präge der sonstigen Fruchtbarkeit. Stellenweise breiten sich öde KiefernWaldungen über sandigen Bodenwellen aus. Aber das milde Klima wirkt auch hier veredelnd. Häufig steigt unter seinem Schuhe der Weinstock von den Hohen zur sandigen Ebene herab und wuchert fruchtreich im dürftigen Boden. den,' Rebenanpflanzungen vergleichbar, dre man m ; der lomoardischcn Ebene und au den inneren Dünenzüqen der portugiesischen Südküste beobachtet. In der Umgebung von Mainz aber hat dci Flnn des Menschen em herrliches Gar .tcnland aus , diesem Boden geschaffen. 5)ier überzieht der Spargel morgen große, Flächen, weite Strecken ' füllen Kappus und Stangenbohnen, uud zahl reiche Menschen ernährt die Pflege, di .Verarbeitung And der Versandt der eim gemachten Gemüse. ! :. i Und ' dazu kommen die sog. Strauß wirthschaften,' wo ein Hauswirth' dem andern freundnachdaruch den Wem ans trinken half.' Hatte irgend ein Hand werker ! oder kleiner Gewerbetreibender nebenbei einen kleinen Wingert",so holte er sich, wenn oer Weltt sirn und fertig,die Erlaubniß zum Verzapfen desselben ein, steckte ein Tannenbäumchen über die Hausthür, legte über etliche Tonnen oder Kisten ein ' paar Bretter als Sitze, stellte einen alten Tisch davor, und die Wirthschaft war fertig, und an Zuspruch von Nachbarn fehlte es nicht. Jn die ser Woche wars dieser, in der ' andern jener, der den ' besten" verzapfte, und kein echter Bürgerlich sich die gute Gelegenheit . entschlüpfen, ,, die Lorzügk jcdci: eitizcliicit Sorte; ü kostcnund zu; gleich seinem gefchätzten Mitbürger einen pflichtschuldigen Beweis seiner freundschaftlichen Gesinnung zu geben, wenn auch auf Kosten des Äeldbeutels und der Nüchternheit. Einen kleinen Imbiß,, ein Stück Wurst oder Käse in Papier ingeschlsLen, brachten : sich jnc

Gaste selbst'mit, Brot dazu lieferte der VirthBratis. ' Und bei diesen ZnsaW menHnften kreiste ein und dasseM große Glas unter den Zechern, und M MWHr ' den Anfang einige Ueberwinduiig dazu, den Trank, einen fchwe-

ren röthllchen Ruland, als Nachfol' ger nnes cyuauzvartlgen cachvars zum Munde zu führen. Ich dachte mir dann immer, vielleicht als Reisender in die Lage zu kommen, mit eine: nnsauberil Indianer d:e Friedenspseue rauchen zu s müssen, überwand den Ekel und trank desto kräftiger zu. Anch um die Weinlese, wenn hinter dem bekränzten, von einem kräftigen Rinderpaar gezogenen Leiterwagen junges Volk 2lrrai Arm singend ctuhec tanzt und oii den Bergen fröhliches Janchzeii ein liebliches Echo weckt wehl hier in der ' Umgebung "Äingens noch ein volksthüm! icher poetischer Hauch, der anderwärts meist bereits der Vroia und dem Ernste des LebeuS zum Opfer, fiel. - ' ' ;- Andere originelle Gebräuche lanap, rerflsssener ,Taze . schtaHeliHl .rst in neuerer 'Zeit.' Noch lÄr rveÄgmJah-, ren sah man hier in Bingen die Lehrer der höheren Schule bei festlichen Anlässen mit, hohem Ponapartshut und Degen aus der Bildlläche'erscheinen nn) bei Gelegenheit des Rochussestes spielt, sich uoch alljährlich, jyie zu Goethes - Zeiten, mi urwüchsiges VoMrezbttMb. Mit südländischem Uoöp'MewegWch die Proeefsiou durch die Straßelt und zwischen den hohen Weinbergsmauern hindurry der auf rageudeA Btrghttgel'wittkuiVen Eapelle zu. eitmm saiwanren die auf ranzten getragenen hohen Bildsäulen der Hcillgen zwischen den bunten wehenden Äsw uern und Fahnen, ein Schwärm uicdlil weingeZlecheker Mädchen Mit Fähn chen uMShmbölen begleitet-das Aller heiligste und , seltsam fremdländisch schimmern durch die heiteren,, Lauöae winde der Reben das laute Farben:- uud Lichterfpiel und die bläulich aufsteigtw en, duftenden Wölkchen des Well? Die im Rheingan' so zahlreichen Lp fentlichen r SSfmucrsteincrunacttf sind der Sammelpunkt solcher Personen, sür den Maler - wahre Ausstellungen cngi ncltcr Typen, die auf jenen hubscheL Genrebildchen siguriren, die inimer wieder von neuem den Beschauer mit dem ganzen Humor diei.es WemlebenS c:r wüthen. Und in der -That' ist es gar ;u hübzch, diefeii Manipulationen zuzn- ' . ' I f . . f a . iqanen, wie yier einer mir arsem Blick im hellen Krystallglase die schimmernde Farbe mustert, dort ein anderer mit vorgestreckter, schnüffelnder Nase daS ferne Aroma einsangt, während ein dritter eben mit schnalzenden Tönen ode? feltmmen 5rehllauten und halbgeiazlonei:en Augen den Wein in kleinen Schluckchen über-Zunge und Gaumen gleiten läut. Dazu dieze Gestalten, diefe Pylp siognomieen, diese Äcienen, Werze und schlagenden Bemerkungen, dieses Ansfpnen des gekosteten Weines von den llügern und ersahrenen Käufern und drum herum das seltsame Halbduukel zwischen den hohen, von grünen Algen umwobenen Stück- und Standwliem, dies alles 'enthält freilich genug der derb malerischen Züge! Seinen gaiizen Zauber entfaltet der Rheingan freilich nicht in der Ebene, sondern an den Abhängen der Berge, oornehmltch des Taunus. Nicht genug. dag hier das mildeste Klima herrscht, auf'den Höhen prachtvolle Walder, siehen, in den Thälern und auf den sausten Vorhvhen herrliche Wiesen, Obsthüine, Weingärten und Ackersturen sich ausbreiten und ein reiches Volksleben sich an diese Culturen fesselt hier läßt zum Ueberslusi die Natur auch noch ihre kostttchsten Heilquellen sprudeln, in ihrer verschiedenartigen chemischen Zusammensetznng ein werthvolles Geschenk sür Leidende aller Llrt und zugleich den Orten ihres Hervorbkechens eine Quelle leicht zuströmenden Reichthums. Und neben der Pflege des llörpers entfaltet sich hier in Wiesbaden, Soden, Schlangenbad, Schwalbach und den anderen gepriesenen Bädern des Taunns ein den sonstigen Städten dieses Landstrichs fremder Lurus. dem die hier weilenden Gäste ans aller Herren Ländern ein seltsam internanonnes Eeprage verlerhen. Glücklicherweise ist mit der AufHebung 'der Spielsale seit Jahrzehnten ?iii soliderer Geist in dieses glänzende und anzpruchsvolle Badeleben gedrunzen. '"' - ' ; ; Prächtige Bergwanderungen führen von 'all diesen Orten zu hochgelegenen Puncten, des Gebirges, das mit seinen stolzen Gipfeln weithin zu den Ebenen des Rheins und MaiuZ herüber, grüßt. Die : umfassendste Fernsicht bietet der hohe Feldberg, zu dem bequeme Pfade vom Bade 'Köuigstein durch "schattige Kastanien- und Buchcnwaldungen . cmporsühren. ' Oben auf dem waldfreien 'sm ii ""'. .: -'-r f .I-.''jtJ Gipfel, erfeutteizr ncn, ein ,.enizuacnvi: Panorama über das Gebirge und den zu Füßen gegen den ' fcnien Horizont ,. Ai , ,:'',",i'.ir1 !J !; S: ' V t c rl.J aNnclgenoen nyelngau, roeicoen ole ,erlten blauen' Beraüge des Odcnwaldcs und der Hardt umsäumen.' ' Wie mat Flecken 'im grünen Tcppich der Fluren T-.C"' e&x'.i.Vy.y.. ":i L Ä t i ?:frSi.A nno naiver, fcyauen an ocn gmnzencn Silberbändern , der Flüsse die 'aronen Städte Main; und ??rnkfurt erauf. : ''r Ja so! Zu einer Dame kam einst ein anncs Mädchen und bat um Mittagbrot für die erkrankte Mutter. Dies wurde ihr auch gegeben und zugleich die Erlaubniß ertheilt, so lange die Frau bettlägerig sei, das Essen sür .Atfi:"1' 'W. !:, t, v ". ' ic aozuyoien. iL vergingen nun mc, rcre Wochen, da fragte die Dame l denn die Mutter immer noch krank sei. weil das Mittagbrot noch mit gleicher ri J::rr r'i tt:k .Winti1 icgeioiauigieu augegou ivurvc i ,i; wsau nee, Madamche," antwortete das Äcao " i 1 1, '" & r r " t - ' i? Y ,ai, ,;! f i chen, krank ls se n:ch mehr aber essen h-,t St Dom nnm , , P"S n B,::"" zs mr" w. Mi tg$wf. Prophetisch. Verzeihen Sie, sind Sie nicht ans Hannover? , Nein, ans Köln. O, meine Ahnung; also dock HMlgrgendyHtM.',

Die Portlandvase. ' " 1,1 ' ' Hl Doy Emil äNs?.

' Am-.7:-'Febnttr des Jahres 1845 ging durch die Abeudbläticr Englands ei einziger Schrei der Entrüstung. Die weltberühmte Portlandvase, cine der herrlichsten Zierden des' britischen MuscülnW lag' Drütumetn. ; ''Das, Museum war-an jenem Tags wie gewöhn,. tich'lem''PMirüM'geSffnit ; ' kurz - vor vier Uhr hotten, die PersoneE. wcW iui-HamiftoftW fce trachteten,' AUs einmal r ein starkes Krachen sie eilkin dem Schalle nach die vielbewnndcrte Base lag zerschmettcrt -am Boden. Die Bestürzung war allgemein. Jeder fürchtete, der Vcrdacht, diesen Vündalismus begangen zu haben, könne uca aus ihn lenken. Auf ein Commaudowort des Aufsehers wurden alle Thüren' geschlossen und bis Anwesenden inqmnrt. Ein bleicher znnger Menich. dem Typus ' nach ein Südläüder, Spanier oder- Italiener, staud zunächst - dem Tbatort, er hatte vw Hände am dem Rücken gefaltet uud sah stier vor sich hin. ' " s v; r Der war's, der war's!" nnen Meh röre, die Zeugen seiner Unthat gewesen und der Aufseher, M. Hawkins, cü. ebenso ' besonnener als gerechter Manu, tradauf dcn Dunkelhaarigen- zu mit der rage: 'Haben Sie die Vase herabgestoßen?" Mttt mochte einen Auaenblick atauben er würde, wie ös natürlich schien, leugnen und trat allgemein naher, se:n Nein" uniLOno zurüuzuwclicn, er aber hob - die! schwarzen Augen vom Boden und sagte mit einer Stimme, die auch tausend Risse zu haben schien : Ja, ich that es." . Taun sind Sie hiermit verhastet!" Der junge Mann verbeugte sich mit dem Anstand eines güt erzogenen Menscheu und l:ep ih willig nach der Vow-Street-Polic Station bringen. Er beantwortete auch hier di: Frage, ob er die Vase zertnimmert' habe, mit Ja", und dasselbe ..Ja" auf eine zweite 4.VlkljlllKlf i -iUJ UU liUC anderen Fragen nach Namen, Geburtsort und Jahr, schwieg er hartnäckig, . m(,;:An;Ao cwf. e rrund seine Personalien festzustellen wäre in einer Rlttcvstadt wie London vielleicht unmöglich gewesen, , wenn ein Zufall nicht , jede gewünschte Auskunft gegeben , Am Tage nach der That, wo alle Blätter Zter schrieen und dieses Verbrechen ,krankhaste Bosheit oder Sucht nach DerulMtheit,, hcrostratischen Grosenwahn, schalten,, kam eine tief verschlcicrtc Dame auf die Bow-Strect-Station-und, wünschte den Lieutenant du jour zu sprechen. Nachdem sie demselben ein paar Worte zugeflüstert, erhob , er sich, mit lebhaftem Interesse und führte die Verhüllte ln icin Sprech Zimmer, welches ein iero-a-tew gestattete., Mehr als . eine Viertelstunde blieb diese Unterhaltung, im Flüsterton . geführt, dann verabschiedete die Dame sich am Abend wußte mau, der Vandalist heiße William Lloyd, sei DeeoraNonsmaler am Eonventgardeutheater und aus Dublin gebürtig. Noch einen zweiten Tag erregte Lloyd Sensation. , Das war, als ihm sein Urtheil verkündet wurde. So unersetzlich der Verlust auch für die Kunstwelt war, das Gesetz tonnte als höchstes Strafmaß für boshafte Sachbeschädigung nur fünf Psund Geldbuße oder drei Monate Gefängniß dieiiren, ' Nicht mehr?" fragte Lloyd mit eine:n Ausdruck der Enttäuschung, daNn wähle ich Gefängniß." , Als er uach dr?i Monaten das öiefängniß verließ, war er schon vergessen die ewig wechselnde Woge der Seuigkciten hatte schon andere Ereignisse hoch gehoben und wiek-e? fortgespült Lloyd mochte Leudon verlassen oder seinen Näwen gewechselt, haben er war sür die Melt ejn'tvdtcr MÄM., In er Society of Antiquaries kam diese Vühcrei u och cinnial zur Sprache, welche eines, der schönsten Denkmäler autiker Kunst zerstört hat. Diese Herrliche Vase wurde mn die Mitte des 16. brbuuderts sxon Meilen von Rom mt ut f itSt.? , fA ,?t VA vHi(jt. wxf (jiiusmn, tu vu des Kaisers Alcrander Scvcrns und seiner Mütter Wammäa gesunden, eingeschlossen in einem marmornen Sarkophug., Das, prächtige Kunstwerk ' ' . " '-! i " W. " . . ' r ' William Oamil ton und würde ion diesem an die Herzogw vonSortlaud verkauft. , 5rm Kahie 1810 schenkte der Herzog von Portland sie dem Britischen Museum. Die nowlnale Schätzung tm Inventar der Anstalt sixirt ihren Werth auf 100Y Pfund Sterling, doch ist er bei Weitem höher gewesen. DäGezaz hatte die gewöhnliche MZcnkoM-.äilßerst zierlich in den ,Linien,und Verhältnissen,, war sie zehn Zell hoch und bestand aus einem lapislazuliartigen,, dunkleu Glasfluß, über welchen. eine, weiße undurchsichtige Glasblauem Grund als erhabene Arbeit, aber ,rm , ftrenMn Miesstil standen. Die Schönheit, der Zeichnung, .die Vollkommcnhclt der Formen, die ,Aumuth der Vewegüngei;, liesi mchts zn wünschen übrig. So sagte der öerühmte Antiquar II üdus in vbeuIeuanntcr Society, und Kgkc hmzyHfl, 'an lcÄestanratien der,,, Vase , leider nicht ,zn denken, sei. glücklicher Aeise aber habe man genaue Kopien uach dem , Oriainal aeicriiat. Original , gefertigt. Der ühmte Gewmcnschncider Vichlc: lu Rom, von ; ihrer Schönheit ergriffen, formte sie nach. , -Seine Form kam in die Hände' eines Herrn Tassie ; ml ! -I' 1 , , i U t .'!'' ' ' " ' I I wurde, nachdem einige Abgüsse genom , ,nt "N; r ti, M.Tj jörrxr mm worden, vcrniäct , sie sind : Besitze des Herrn Windus, des Marqms von Excter und eines .Herrn Dellat, daS letzte Abguß-Excmplar ist im Be s en! tritt

mci)r geWmoizcn war. !)each Art der Camecn. waren die Figuren aus dieser Glasschicht n?schnit:en. so dak sie au?

nun an Stelle des ,! gemordeten Örigi-nals.-schloß Herr Windus seinen Bericht. j ' f Herr Windus war ein Gelehrter und vußte unendlich viel aber doch nicht alles. Es giebt ' noch ' ein weiteres Exemplar im Bondoir einer einst vergvttcrten 1 Echausplelerin' der schönsten Frau ihrer Zeit. Sie eine vcrwittwete Mondaine, denn ein hoher Herr hatte sie heimgeführt, aber sie liebt noch im mer die Theatcrjugend und ihren heißen Parfum von Kraft, Grazie und Leichtlcbigkeit. ' ' l So kam es, daß eine schlanke Weiße Mädchenhand i eines Tages neugierigdreist im intimen Boudoir , der alten Mäcena, einen schwarzen, Sammetvorhang zurückzog und staunend die Kopie der Portlandvase entdeckte, auf, dem Marmorsoäel, der sie" trug, . lag 'ein Jmmortellenkranz, der halb die Zahl 7. Febr. 184S" bedeckte.,,,,,,,,, '"i DaS sieht ja aus wie eiu ,,Privatgrab", lachte die junge Besücherin unbefangen, aber die Matrone zog leise den schwarzen Sammet wieder vor die Vase und sagte ernst: Es ist cin'Grab mein Kind, ein Menschen - Dasein liegt hie? bestattet." Jugend ist immer ueugierig und Poesie, die tragisch endet, zieht sie unwiderstehlich an halb erpreßt, halberschmeichelt, , zum Theil auch wohl nur errathen wurde ein Komuu-tar zu dem schwarzen Traucr-Vorhang uud Immortellenkranz : Eine bildschöne, vergötterte, überwüthige Künstlerin ein armer, Wahnsinnig verliebter Decörationsmaler desselben Theaters ! Er schmückt die Decke ihres Bondoirs mit Elfenköpfcn und sieht bewundernd' die schone Kopie der herrlichen Vase sie meint lächelnd, die Kopie habe wenig Werth, so lange das Original cxistircein Wort so bedacht, so, leichtsinnig geäußert als wisse sie nicht, daß , in den Adern des verliebten Thoren da vor ihr, von Mutkerscite hcißcZ Kreoleublut slW Sie fürchtet sich vor seineii lodernden Blicken, denen ebenso heftige Worte folgen, Nasereien der Liebe, die dennoch zu dcmü-

thig ist, um mehr als einen Kuß zu sor--L 1 l .r. n1". ?!', vernl uuo sie tieoennulmge wgr: cweifen Sie mir Ihre Liebe 'dufch cm große That, Und ich wA hnen glauben und mit cincurKuß bankea." Drei Monate spater licß er sich bei ihr melden sie schauderte, wollte ihn nicht empfangen aber da stand er' schon aus der Schwelle, und als sie ihn sah, so bleich, so elend, den Stempel des Todes ans den eingefallenen Gangen, da konnte sie, nicht sagen, wie sie gewollt, Du hast nur eine schlechte, keine große That für mich gethan." Da sah sie, daß er doch eine große That vollbracht und ihr sein Leben geopfert hatte. Und sie sank an seine Brust und küßte ihn viele Male und Zagte : Du armer Mensch, Du rru:cs,Hcrz." Er ist dann fortgegangen , und in irgend einem Winkel der Welt, verachtct, vergessen, verflucht wohl auch, gestorben. , Eine aber gibt eZ die flucht seinem Namen nicht sie ist trotz ihrer siebenzig 5ahrc noch immer mehr Weltkiud als ttonne. Dennoch betet sie zuweilen ganz innig vor dem schwarzen Vorhang, und die rosigen Lauschcriunenohrcn haben deutlich gehört, wie sie saczte: Und vcrzieb auch dem armen Willy, feiner großen Liebe willen, guter Gott!" Wer aber dicftr Willy war und , tozl&z schlechte That er vollbracht, hat sie uif mit Worten gesagt. . -t Moltke und die Pommern bei Gravclotte am !L. August Der heiße Tag von Gravelöttc neigte ich seinem Ende zu. Das ,7. und 3. Armeekorps, das ' gegen- die sestuugsihnlichen, steil emporsteigenden HöhenPositionen terZM , an stürmte, hatte ungeheute ÄerWe' erlitten und war mehrfach zurückgeschlagen. Die französischen Heerhanscn untcrnahmen gegen ? Uhr einen gewaltigen Vor stoß, wodurch die preußischen Trnppen, m immer bedenklicherer Weisc zurückznweichen begannen: Mit schmerzlicher Ungeduld hatte Moltke die zur Vollständigkeit des Sieges so "nothwendigen Tagesstnnden gezählt und sein, erregter Blick nach Südostcn, woher das zweite ZlrmeekorPZ, kommen, mußte, wurde immer gespannter. Endlich, im raschesten Tempo, , aber nicht einen Augenblick zu früh, erschienen die .Pommern, und Moltke ging ihnen so fvrt entgegen. Als ?r bei ihnen anlangte und dieVorderstcn, bas aller Welt bekannte Gesicht erkcnuend, feinen Namen weitergaben, zog er rasch den Degens rief kurze Wor!e in die Ncihen hinein und sprengte daun . hoch zu Roß weit voraus den Höhen zu.-. Eine unbeschreibliche Begeisterung cch' füllte die wackeren ; Leute. ,? Durch 'die tiesen Kolonnen s hindurch zoc; .sich' ein' tausendstimmiges, Hurrah. , Der Chef, deS Gencralstabs der, Armee im Handgewenge!" hieß eH uutcr ,d?n Ofsicic-, ren. Man riUe ahm nach, der Sturnischritt der Pommern ! wurde zumWcttlauf und so wurde t der Ta?z entschieden. Als es den Adjutanten gelang, ihren Chef aus dem Feuer herauszubringen, war der Sturm unter persmiliHeVHM rung des Generals v. Franfecky im Wegütlichen " vollbracht und . gemessenen Schrittes ritt General v. Moltke der Stelle zn, wo er den König vermuthen mußte: :,MaZestät, der Siez ist unsers ht Feind zieht sich zurück!" Die Pommcrsche Zähigkeit, todesvcrachtend dem MÄ! baren ''Mü Stand OhalteMarHs, leytcn 'Anstrcngungcu gescheitert Hären Z lmter den einschlagenden Granaten rückten die fcstgcschlossenen Kolonnen vor, um das ! Geschick des vcrhängnißvollen Tages durch die muthigen Schläge ihrer Gewehrkolben W jcheibcn. ;? 's H ES ist viel leichter, der Wahrheit in'S Geficht zu schlagen, als ihr in' lcht zu MM. .

ii II ' ' !" i 'iZM,,.'s,,,,, , ,,. mjl-MtäSKßSSSS

WaS bei einem angebrochc::?:: , Wormlttsge herauökommcy . ' ' .' " ka::n. .' ine sogenannte bewinfeae Gechichte", welche eS an Originalität ,mit dem lnstigstcn Stndcntenstrciche ansveh? men kann, beschästigke jüngst das Sech liner' Schffsfengmcht. Vor demselben standen zwei 17- und ILjähnge Lehrliuge, deren Armcnsüudcrmicucu nicht darauf hindeuteten, daß sie eines so tol len nächtlichen Ulks fähig wären, Wie sie itzn in einer schönen Juni-F!acht thatsächlich verübt haben. Beide Angeklagten haben trosz ihrer Jugend? offenbar schon ein großes Kneiptalent denn sie waren häufig Gäste in einem Restan rant,- welches in der, Gegend des Kottbuscr Platzes mit,, Hülfe Zarter Damen durstigen Seelen Bier uud, Wein kredcnzt. , Am , 8. Juni,, sahen,' die hczden Schwärmer hsldex,Meiblich!eit jänHlnd, und ' kosend in seyen: Lokal, ' Zhe "Äürst schien unersüttlkch'Di 'sein, uns ' erst des Wirthes cucrgisaH StiNWe,' welche. Feierabend geboth verscheuchte sie anö den gastlichen' Räumen. Die Berathung, was man uun mit dem angerissenen Vormittags anfangen solle, zeitigte den Beschluß, mit den pikanten Viermamsells noch eine kleinere oder größere Bierreise zu unternehmen. Und so ge 1a . Man pilgerte noch in verschiedene Restanrants .und Eafes, goß etliche Gratzer und Piccolos hinter die Halsbinde, und als die Jünglinge die Tonnas cudlsch am Cotthuserplatz perließen, da war die. sechste Morgenstunde herangelomn:en und sie befanden sich : in jenem wunderbaren Zustande, wo man den Hnnmel sür eine Bäßgeitze anznsehen pflegt. Als sie aber wieder vor dem ersten Bierlokale vorbeikamen, da erwachte der bierselige Schalk in ihnen, und sie beschlossen, den Wirth zu trecken und. bei ihn: eiuc lustige Aorgcnsprache abzubaltcn. . Der Lockacsaug ltomm' hera Wadouna Theresa hatte leinen Erfolg, man ifS.x deshalb mit . dem Schirm ans Fenster, und da dasselbe nur angelehnt war. sprang es aus, und diezer Zufall, annnirte die MchtschssMr. zu weiteren Tollheiten. Der eine ziemlich lang gerathene Kneipbruder nahm seinen Freund auf die Schulter, und dieser war mit einem kühnen Schwünge bald im Innern des LokaN Er reichte dem Freunde einen Such! hinans, und mit Hülse desselben kletterte auch der Andere zum Fenster hinein.' Dieser, musikalisch veranlagt, setzte sich ans Klavier und prä!udirte. so gut er es verstand, während sein Freund nach Bier forschte. Solches war nicht vorHanden, dagegen winkte vom Busse! eine jener wcißköpsigen Flaschen, in deren jede bekanntlich einer. der qOCMXK) Teufel gesperrt ist. Die Flasche wurde aus das Woll der Damen geleert, eine zweite, die gleichfalls dem Untergänge gewidmet war, entglitt aber den Hauden, und das köstliche perlende Naß ergoß sich auf den Fußboden. Die Stosfvergendnng schien aber den fünf Tipssignren an den Wänden doch zu viel zu fein. Diese Gipsfiguren stellten die Schrchgnsier des' Lokals dar, und als die beiden AneAagten ihren Blick znsüllig auf diese Puppen warfen, da schienen diefelbm ihr Antlitz zu einem ,'chadensrvh?tt Grinsen zu verziehen., Sie hatten damit ihr Todcsnrtheil besiegelt, denn, im nächsten Augenblick lage. die fünf weiblichen Schutzgeister unter laute'm Gepolter an 'bet Erbe, und ihre zerbrocheneu Gliedmaßen bedeckten weithin das Schlöchlfeld. Die den Jünglinge waren ab:r Gemüth Zm?nschcn und bauten sämmtliche Stühle und Tische des Leeals zu Pyramide! anseinander, -ceorutcn sie mit allen vorge-i fundenen Tüchern und stellten so d:c Denksteine für die gefallenen Größen hex. Dann hielten sie ihre Aufgabe für vollendet und verließen auf demselben Wege, auf welchem sie gekommen waren, das Lccal. , Die auS dem Fenster kletternden Renschen' waren , jedoch, von einem Paskanieu'ZMeT Mrden, mnd dieser t-tz inlHte Ihke 'Festnahme in einem benachKarten Barbiergeschäst. M ' Sache ian ansanglich, sehr traurig für die beiden luftigen Brüder, denn über ihrem Haupte schwebte ' das Damoklesschwert nner1 AnklagZ wegen schweren Diebftahls, . Hausfriedensbruchs, ttZchtlicher Mhestorün Sachbeschädigung :e. Jüngst standen sie nur noch wegen gtncinschastlichniHMSfriedenbrucheZ'Und önchbezchädigung unter, Anklage und der Staatsanwalt .heantragte Z,,Woche bez." f Tage Gefängniß und , je LÜ Mark Geldbuße' ' Der' Vertheidiger erbat dagegen die Frcistrechung ,, der ' beiden Angettagteit. i: Jweifellps händ'e!te,,rs sich uur ura einen imitirtcn Studentenstreichnuü ein Ueöerschäumeu der frohlichen Zecherlaune. ' Der gemeinschaft--liche HauSsriedensbruch liege nicht vor,,, weil die ÄngcZlagten in dem' Augen-, blicke, als sie in S Fenster stiegen, nur die,. Absicht hatten, den Wirth zu wecken, die vormdl'.che. Sachbc-.chdigung aber fei nicht .,, wahrfcheili! stcr durch i KntFalleekomNlczt richtshof ließ,' indem ' er sich dieser Auf- , s ,: , , j ,,,, .,, ym, -Cü crTy I1. l' : , W sajung anzauotZ, cic iingcucgicn noz eiumal mit blaüem LlHöbäMkömnien der ' Vorsitzende führte lhneü'aberein driugttchlAwGemüt'da Damenbedienung kein geeigneter AnsenthallMANjWgeScüteIsezch auch sonst manche gute Lehre' mit auf bäf!;.jÖrgVl aus welcher die Weisheit MiU. S:ban?s . hcransklanz: Trink',, nie 'cÄAeölo üntr nie, gefühllos :ke aaz Dich mcht allzu groß--ist ..niVuii jrii'j iii'iji 4,,,,, :, ,'. '-'k'-i I liVir..n ,rtt Nlchtzu, tiLsverjmke!. ,!hifiij ; 11! ;,! m i1'!;, "in 3!i,.,' Ge istli ch er (zum Hubcrbau. der Zchwrr erkrankt ist): Nun, lieser Huberbauer, habt Ihr noch einen Wunsch auf dem Herzen,' so sprecht!" Huberbauer: Ja, Hochwürden, g'sund kMeyWMMjZW'M

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lich, das , die fuuf SÄutzgeiune unwillkürliche Berübruna

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ine ''Nelseeplsode tzranz KNsiS. Auf. seiner ersten Kunstreise nach tcrkburg, welche Franz' L!s;t, da die Schienenwege damals noch fehlten, m den meist sehr Ursprünglichezs oder vcr t nachlässigten russischen Landstraßen im schwer bepackten Reisetagen mit Secre tar und'KüMMerdiener zurücklegte, U gcgnete ihm das Malheur, daß dicht vor dem Provinzialstädtchen P....Y",, die Achse nebst dem Äorderrade brachen. Die angestellten Untersuchungen crga ben, daß die Reparaturen mindestens zwei Tage in Anspruch nehmen wür den, wodurch der Künstler aezwunecn war, in einem Gasthofe abzusteigen, welcher dem Verwöhnten weder ent sprechende Bequemlichkeit ' noch irgend welche Unterhaltung zu bieten vcre. Liszt befand sich damals aus hu oh? seines , an Triumphen so , reichen künstlcrlzchm' VirtUösemhümS, wo in Lebenslust und Lebensfreude die In goldenen Halmen MangeMeHrntc von HAKMißen Äurde. Auf einen sol :' chen Künstler mußte daher diuüZrei' willige Ruhe rn dem rijsslMnSttste und die tödtllchste Üangeweil wahrhast erdrückend wirken. Uutcr diesen Um ständen war, es ein gtücklichcr. Ge danke, der dem Secrctär beim Lesen eineö ' Gedichtes von ' Alfred Musset iu den Sinn kaut. Der Dichter sagt darin: m "La remedie a melanolique'' Cest la inusiue." Liszt lag gähnend am Kaminseuer in einem Fauteuil , und vertrieb sich die Zeit damit, , die blauen, gleichsörmigen Wolken einer Havanna in kleinen, kunst. vollen Ltingeln langZam zum Plasond aufsteigen zu lassen, als der SccretäT eintrat und ihm den Vorschlag machte, die Zeit den unfreiwilligen Muße zu einigen Concerten zn benutzen. Lediglich ,indr Hoffnung,, dadurch Ab. wechslnng und Zerstreuung zn haben, ging Liszt lachend darauf ein. , Nasch wurden die nöthigen Anordnungen ge troffen, und so solltöÄeitF'Mkachftm Abend im' Saale des, Gasthzses das Concert stattsinden" r-- '' Ob nun des Küiisilers Name noch nicht bis hierher gedrungen war, ,oder ob man die Echtheit seiner Person be zweifelte, genug, als ,.,das Podium betrat, gähnte ihm eine 5! last vonFeeren Stühlen entgegen.. Etwa 15 Perscnm waren anweftud. "',,,, " ... Lächelnd bcträchtctc er sich' die Haudschuhe , abstrelsen,K'M .Aeine Schaar der Getrcucii, dann trat er vor . ,c ;.:!, ?! ,:,!:! . . und w:e,m. zcincr luhcRKwurhigen, scherzhaften V!anicr zu PlKAera,Mauj hm, daß es hier unten im Saale recht kalt und unbehaglich sei, während es oben in seinem Salon warm und ge müthlich wäre. Er erlaube sich daer, die verehrten Anwesenden einzuladen, ihm zil folge'.: uud ein kleines Abcndczsen bei ihm-, ciuzuuchmcu. Damit reichte er einer ihm zunächst sihcudcn jungen Dame den Arm, und den Zug eröffnend, verließ er mit ihr deu Saal, während die übrige Gesellschaft, :frm fangs verwundert und zögernd, doch aber äußerst neugierig! den "Beiden folgte. :ä Mit Hilfe seines SerrclärZund UMmerdicners richtete Liszt wirklich rin Essen ein und bewirthete-' seine' istr mit ChanlpJIncr. WtM machte (t h bedeutendster Weife ten WirW irmw thigte die ,Schüchtcrnett''burch ein Scherzwort, zuzugreifen, leerte fein Glas auf das Weh! der Damen und schte sich unankßksgrdertR. KZsvier, ' N'ni dicscr gcmischlcn GeMsehH einige gecigne!e,uÄuent!rH natkönale MZsik stSöe vörznsMen, die n:aÄ We7M deklatschte." . if 'r J: ll'i , Km,z,NM,-c,sbwür ein.außsrst NtMJg .sicherÄbeadIr dZWs mehrsabcr itych DrMz Nuth, ber scmn öckretar in heiterster Stimmung dnlbar die Hand schätZe'te. " '. - M m ' Am nächsten Abend'- ftnb 'das-tzweite Concert statt und. der Sael warKber füllt. Ob die Hoffnung, abeMNlöMue Einladung Zum Essen .i erhal!en,der wirkliches ' KunstmtereFe das LuhMum in selchen Schaarkn ZjzrbeesühriHHte, ist schwer Zn MsHelhen." Ar war lachend geneigt, is" Erstere anzunch men. - Ucbrigcns erhielt er an diesem Abend volle, glänzende Genugthuung, denn aus den vordersten,, S,tühlenhatte die gesammte Aristokratie des ; Umgegend, di? Träger glänzender ,Nau:en, Platz genommen " die den " bcrühm ten , Künstler 'türchM begrüßten , und ihn mit Bewunderung' und Bcifall " überhäuften. Nach dem Eonccri bestürmte man ihn mit Äittcn, doch noch langer zu bleiben und ; überhäufte ihn in so ausgc;cichuttcr Weise mit Einladungen, daß sich s der Aufenthalt auf acht Tage ausdehnte.' ' ' Liszt rechnete diese Neise-Epiode zu den, heitersten, Erinnerungen seincZ tt.-...7tsss,' " 'x" '" ' , a: H ' ,;: Nun tlerleveno. r ri, , 'i ,r iii"' ,: i ''lisiiipi, ,f il t lslU ÄiBmiiiltl M öj'-at in M. n:"et 1' sellschast Pfänder gespielt'. ?Fräü!cm Laura muß sich huldigeu , laszn ;i?,z diesem Zweck ist durch Schemel to, rasch ein: Estrade gebildet, auf,,,dU die junge Dame Platz nimmt, worauf die te,.:'m ,,;,' . A T . 'ii,,, t. ' ,, .h 4 HerrW an ihr vOrubexzlehen-und Hand küssen dürsen. Einige sind schon vorbei da komm: auch ein schüchterner . Jüngling aV die Neihe, dcn b.'iin Nie f l i"1' '"1 !M;,'U'H. ."ll; l! ,,!!- I! : .;.! derkntecn nn umkippende Schemcs'' z:r Falle bringt, , so daß tfffi0fflittttT$$ gerade gen Himmel st reckt)! tm0MÜxx .wetteralle?lchtung5 bemerkt, daraus ! Lieutenant Satelskst, Kda,ommt.,soar?nIn.lipzdh' um Jhn.n - zuHuMenHm IniM kai MS "-iliin'it'f; i ,, H- :i. J""'!,,'11!1:'.!. Fritz H cn s Wi h f el. Fritz : Papa, rath' nnma('Ohal.zeH ementzlangcll.kl,SchwanMlnd.pinMst tflioäM -nicht rathen. -Fritz: Papa,dasH"ettk Sterch! Vater: Aber so sieht doch kein Storch au?. Fritz: Nein, Papa, ich wollte eS Dk''M.Ät,k'L!jKeä schwer w.achen !,'. . :

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