Indiana Tribüne, Volume 13, Number 358, Indianapolis, Marion County, 14 September 1890 — Page 6
ist
AndersonviUe:
MnegrünNge Reminiscenz aus dem 'k!,NcbeülvnsHicge'Die Minhaudlungen und Leiden der gefangenen Unionssoldaten. Erzählt von einem der überlebenden Opfer. In der bekannten Monatsschrift Tha Century , welche sich von aller Sensationshascherci fern hält, nnd in der die besten historischen Arbeite .. Ühen den LZebellwnökricg erscheinen, finden ririi zwei länge Aufsätze über die Gräuel von Anderfonville, dem größten nnd bcrßchtigtsten Gefängniß der kriegsgefangenen UmonMmpfer. Die Schilderungen ' entstammen der Feder des Dr. Mann ans Massachusetts, dem wir jetzt, in möglichst getreuer deutscher Bearbeitung nacherzählen wollen: , Ich bin ein alter Soldat, körperlich hmPMg mch gebrochen durch die schreck--liehen Lezden,Me!' ich nebst vielen tausenden braver Kameraden in den entsetzliehen Gefängnissen des Südens habe erdulden müssen. Die Strapazen des Krieges sind nichts gegen diese Leiden., Glücklich zu preisen sind Diejenigen, welche von der Kugel in der Schlacht dahingerafft wurden und jetzt längst rotter dem kühlen Nasen schlummern. Wie aber wäre es möglich, die Leiden derjenigen Dulder Zu schildem, welche lange Monate hindurch, von trügerisch Hoffnung aus Erlösung hingehalten, endlich unter unsäglichen Qualen, dergessen, vernachlässigt, dem Hungertod nahe, nur. von rohen, entmenschten $r kerm ei steril umgeben, ihr Leben aus hauchten? Dem Himmel sei Dank, wein Gedachtniß ist frisch und ungeschwächt, Wenn auch meine Körperkraft gebrochen ist. Wieönnte ich auch jene furchtbare Zeit der Malen vergessen, die sich um auslöschlich dem Gedächtnisse zehes unserer Märtyrer emgeprägt haben? ES war am 20. Mai 1861, als ich als Freiwilliger in ditz Armee eintrat nnd bald darauf dem 18, Regiment der Massachusetts - Freiwillige unter Col. James Barnes zugetheilt wurde. Wäh rend des ganzen Krieges fochten wir in sämmtlichen Schlachten der PotomacArmee. Meine Dienstzeit dauerte drei Jahre? tu zweiundzwanzig blutigen Schlachten hielt ich im Kugelregen und Pulverdampf aus, und glaubte fast, daß ich mit allen Schrecken und Gräucln des Krieges vertraut sei. Ich sollte eines Besseren belehrt werden. Ich kannte noch nicht die Leiden der Gesav genschaft. Die Schlacht und die Gesang e n n a h rn e. Bald nachdem General Grant das Oberwmmando der Potomac - Armee übernommen hatte ' es war im April 1864 , begannen seine Operationen gegen Richmond. Am dritten Mai setzte unser Regiment sich in Marschbewegung. Zwei Tage später trafen wir auf den Feind, und das blutige Gefecht die Schlacht der Wildnis;" begann. Es war die Luvertüre der Canrpagne, für mich sollte es das letzte Gefecht sein. Wie das bei Schlachten herzugehen pflegt, hatten die heilnehmer, die Soldaten, keine Idee von d,em Ganzen des Kampfes. Für sie löst sich die Schlacht in eine Reihe,, vyu Einzelgefechten auf, MkMi:ieud öhue Zusammenhang. So ging'v auch bei uns,, Unsers Compagnie schwärmte als Schüheukettc aus, das Terrain war aher stark coupirk, byfchig nnd hügelig, und gewährte dem Feinde imsiiche Bung. Salve- aus, Salve warf uns schließlich zurück, und unsere Artlllcrie kennte wegen der guten Stcllung des Feindes und dem Mangel au erhöhten Positionen nicht viel wachen. Doch bald scholl das Commaudo Vor warts! und obwohl rechts und links die Kameraden unter dem mörderischen Feuer des Feindes sielen, drangen wir doch unsnfhaltfam vor, eigentlich ohne recht zu wissen, wohin. Der Pulverdampf lagerte in dicken, erstickenden Wollen ttbßp uns, die Sonneuhitzewar drückend uub kein Lüstchen regte sich. Ein Theil unserer Brigade war dort oben, wo ein kleines Wsilctfnm einen niedrigen Hügel beschattete, anscheinend in erbittertem Kau:vfe mit dem an Zahl und Stellung überlegenen Feinde kegr'kfen. ' Die llnsugen zu verstärken,' das war seht inner Bestreben. (Zs war inzwifcha viel Uhr Nachmittags geworden. Drei Stunden hatte d -t ilarnpf nnent schick.! hin und her gewogt, km 3llcil tatte einen Vortheil errangen. Eis rcriucsjlcit zu jenem Hügel vorznringen,, geriethen aber dabei anf sumpsiqcn odrn. Dies war unser,, Äerderden, denn der Ieiud .machte sich unsere , vcrlsgamte Bewegimg zu Nutze, und wir sahen uns in wenigen Minuten umZwgc!! und hilflos von den Unsrigen , filvifeittei!. li Vllcb uns keine, Wahl, als entwe i, der die Saijcii jn strecken, oder uns niederniekeln a:i lassen. ,, So ergaben wir unZ, nnd wurden von unseren Siegern , ncch der Älvantgai, esrortirt. Hier ," üb.lich mau Ux ,U'.licrem,, Schicksal, uns belondeWZ'"bc!vaVc!ö '"'Wir fctt'baröcu unsere verwundeten, reichten ; fcn Nasser und Erquickungen,'so gut fc;? tu unserer Lage möglich war. (!'" ,. . . :: illlfff I- " Nt., . j M'?,!'! z,, 4 13 Mi: - ttm :? a ta in c n t x c n c n ' rn 1 1 Ge n. ii c i Unser erstes Gelllj t;!i0 ,f ' ' amit begann die ersteh Phase nnser Gcfanaenschaft. Ich , mache zwei re ÄbZchuilte derselben? der erste menschlich und mitleidig, der zweite bestialisch und tcnstisch gransam. Ach, hätten wir dazuals nur gcahnt, welche Leiden nnserer erwarteten, wie hätten wir nicht dutzendfach' Gelegenheit gehabt,- uns unsern sorqloscu Wächtern durch die Flucht zu cutziehen, und lrästig, muihig, wie wir waren, uns durchgeschlagen, bis wir die Freunde wieder erreichten! Doch wir
waren ahnungslos und hoffuuugsreich. Wir waren Gefangene der berühmten StonewaÄ Brigade. Hier zum ersten Male und zum letzten sah ich General Robert E. Lee. Er faß in sorg loser Haltung, das graue Haupv und Barthaa? schlecht gepflegt, rauchend zu Pferde. Seine Worte klangen gütig und mitleidig. Thut mir leid, Jungens, euch so zu sehen, aber ihr müßt dem die beste Seite abgewinnen." So sprach er. Wir wurden nach dem Orange Court House abgeführt, ein Marsch von 25 Meilen.
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tvjvy, JfwJK?rt XiW :rr. t-tis tv5n w m y v . r.r&. ,-4 . ri.'j nmmm " V.v"ii? I (Ein Opfa vou Ävittsoasttle. Jch hatte Zeit genu über meine Lage nachzudenken, die nur damals kaum mehr als ärgerlich und unbequem erschien. Denn in wenigen Wochen lies meine Dienstzeit ab, und ich sehnte mich nach der Heimath und den Lieben da heim, die ich seit drei langen Jahren nicht gesehen. Aber man sagte uns, daß wir in wenigen Tagen über Rich moud und City Point ausgewechselt werden würden. Also nur Geduld! Geduld wenn V Herz auch bricht. Und bei dieser Gelegenheit kann ich mir nicht versagen, eine furchtbare Anklage gegen uusere südlichen Kerkermeister zu erheben. Nicht genug mit körperlichen Qualen, spannten sie auch unseren Geist auf die Folterbank trügerischer Ver heiuung. Auswechselung" das war die beständige Lüge, mit der wir hingehalten wurden. Auswechselung" so tönte eZ uus beständig in den Öhren. und während wir von Kerker zu Kerker geschleppt wurden, war es immer jener Sirenenklang, auf den wir erst freudig und hoffnungsvoll horchten, bis unser Muth jank, und dumpse Verzweiflung und trübsinnige Ergebung sich unsere? bemächtigte. Lügnerische Vorspiegelungen. Unsere Leiden auf ' dem Marsche. Unsere Wächter, selbst gediente und apfere Soldaten, ließen uns die De müthiauna der Gefaugenfchast uicht empfinden. Ein wackerer 5krieger ist n ahrg der klemuchenyrauNcl, hamtjcher Zchadensreude und grausamen Bosheit die wir an den home guards" kennen i"lm-. v:-f- rlfsi... ...fi cuicu juuicu ltC UUICII wit ouclll M Conrthanse kennen lernen. Man nahm uns hier alles Geld. Werthsachen und sonstlaen Belm ab: uamentllch Ut)ren, Geldtaschen und wollene Decken. Eln armer Schelm, der seine Decke aus Trotz in Streifen Zerschnitt, um sie nicht m me Hand des Femdes skllen zn lassen, erhielt von semem Wachter einen furchterlichen Hieb mit dem Säbel über den Kopf, woran er binnen einer Stunde verstarb. Das war, so zu fagen, der Vorgeschmack dessen, was unser wartete. Von hier ging's am nächsten Tage nach Gordonsville und Lhnchburg, und nachdem wir hier bei warmem, schönem Wettcrm einem Zeltlager eine Woche lang zugebracht hatten, ging's dann weiter nach Danvllle, sonderbarer Weise, obwohl unsere Wächter stets das Märchen von der nahe bevorstehenden Auswechslung" wiederholten. Zwei und :men halben Tag brauchten wir zu einer Eisenbahnfahrt von kaum ISO, Meilen. Jn Danvme, wo w:r ausgewechlelt" werden sollten, mußten wir, deren Zahl durch neuen Zuzug von Gefangenen inzwischen auf 3000 angeschwollen war, m ein enges Gefängniß wandern. Und hier, nachdem wir ununterbrochen 3t' Stunden gefastet hatten, erhielten wir unsere ersten Rationen, grobes Maisbrot, teigig und kaum gebacken, und fetten Speck. Die Lust im Gefängniß, wo man 250 Mann in jedem Stockwerk untetgebracht hatte, war so entsetzlich, daß ich es als Wohlthat begrüßte, als ich zum Wasserholen am Flusse commandirt wurde und so etwas frische Lust schöpfen konnte.Auf demWege dahin trafen wir andere, bereits längst vor uns eingetroffene Gefangene, deren bleiche, vsu Kummer und Entbehrungen abgehärmte Züge, ihr schlotteriges Aussehen unsere Hoffnungen merklich heraostimmten. Wir sahen wie im Spiegel das Bild unserer Zukunft vor Augen. Sie - jämmerliche Verpslö' gung. Plötzlich hieß es, Richmond sei als Ort der Auswechselung" als Au gefährlich n?egcn Grauts Bombardirnncz anst gegeben, und deshalb sei unsere Marschronte nach Charleston geändert worden. Zllso weiter ging's, wie gewöhnlich in Übersüllten Gitter und BiehtrausvortWaggons. Glücklich der, welcher an ver offenen Thür.stehend die frische Lnst des sonnigen Südens eiuathmcu konnte! Bald jedoch verließen wir den Bahnzug, überschritten die Grenze ,vou , NordCarolina und machten nach einem Marsche von 16 Meilen Nast in einer braäNlaen, luduclicn Land?chait. von Magnolienbäumeu umgeben, au einem klaren nnd lühlen Bache. , 1 Mit der Verpflegung war es rechl kärglich, bestellt. Auf den Mann kam gerade, ein Quart Maismehl. 'Wir improvisirten, so gut es ,, ging. Pfannen aus unserem oesecten itochgeichirr, ,,uud rösteten uns Maiskuchcn ohne Salz und Schmalz. Doch hat mir selten ein Mahlzeit so köstlich geschmeckt, als diese halbverbrannten mit stöhle und Aiche verunreinigten Maiskuchen. , So ging's durch Nord , Carolina, nach Charlotte, wo man uns großmüthiger 22cic Jng
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löirkuchcn flr AI Cents das Stück und Brei rrn Süßkartoffeln zu 25 Cents das Viertclpsuns verkaufte. Der erste Ott von Bedeutung in Süd-Caroliua, den wir passirten. war Chcsterville, wo wir. fast halb todt vor Hunger und Schlaflosigkeit, endlich nach vielen Stunden Wartens unsere Nätiouen bekamen, diesmal Zwar auch nur Maismehl, aber doch immerhin ein Quart auf den Mann. Doch da wir etwas Salz bekommen hatten, schmeckte das kunstlose Maismehlgebäck bedeutend besser, als ich erwartet hatte. Der weitere Verlauf un sercr. Reise war einförmig genug. Columbia war der einzige bedeutendere Ort, den wir berührten. Bis dahin wurde von nichts weiter gesprochen, als von unserer Auswechselung", natürlich über Charleston. Doch mußte schließlich auch der Gläubigste irre werden, denn es ging augenscheinlich eine Verändernng in uuferer Reiseroute vor. Wir fuhren nach Angnsta Zu, von Charleston keine Rede. Wieder gab es Ausflüchte; es hieß jetzt, wirvsollten in Savannah ausgewechselt werden. Jeht kamen wir inMacon Ga., an, und
hier mußte sich die Frage endlich ent scheiden. Nur Achselzucken war die Ant (jiivm. vjiv;im.vh. IWM ViV , wort aus unsere öngstlichm Fragen, und z '. . . ' . ' I WVll UU tl (.4.V UtlU lltViltii. nmilUI. M4iV I weiter g uq's wieder, einem unbckcmntcn J " I Ziel zu. Doch wir waren nicht mehr weit davon. DasGefängnißlager vonAw dersonville und unser K erk erme i st er. Es war am 0. Mai, als unser Zug mitten auf einer Lichtung in einem Nadelgchölz Halt machte. Was uuser wartete. wußten wir nur aus allgnneinen Andeutungen unserer Wächter. Nach einer Einzäunung und einem Lager auf einem Waldhügel," hieß es, uoch viel zu gut für ench Jankees!" Thor. psüWllldan nu) Wachithmm. ir hatten jetzt die Wirklichkeit vor ,' ans, uud nicht md Zert, uns aus Vermuthungen einzulasseu. Denn kaum war der Zug zum Stehen gekommen, als ein unterseyter, breitschultriger, keisender und schnnpsender Sttltee aus jmr -M Jt . I eurem emmmel den .ua entlang sprengte nnd uns unter Flüchen befahl, sofort auszusteigen. Es war unser künftiger Kerkermeister, Capitain Henry Wir.;, ein geborener Schweizer, spater Bürger von Louisiana, ein Mann, welcher die furchtbare Verantwortung für das unsägliche Elend vou 3ö,000 wehrlosen Gefangenen aus sich geladen hat. r- .... . . c . .. t r r uirz war von Beruf rzr, ayo Wvn an ich zur Milde und Barmherzigkeit verpflichtet. Sein Ende war schrecklich. Am 5. Angnst 1865 wurde er auf das oocjnmim nnes ötriegsgenaM oer lnion standrechtlich erschossen. Daß Gelaügenenlaaer, dessen ossicieller Name übrigens nicht Andersonvitte, sondern Cainp Sumpter" lautete, war von General I. H. Winder ausge wählt, welcher erst im April 1804 das ommaudo übernahm, aber seme Kreaur Wirz nach Willkür darüber schalten ieß. Welchen Ruf Winder im Süden geuon, rann man daraus ersehen, d der Nichmonder Examiner" bei seinem Abaancle nach Andwonville ausrief: Gott sei den armen KriegsgefangMcn, t . Jf .1 j f '" JL anavlg:" uuoverutleuleuaul vauoler m seinem Bericht vom 5. August IBGl über Camp sumpter,. der aynerordentich gemümgt gehalten ist, erklärte zum Schlüsse wörtlich: vtach alle Dem. muß rch ergebemt zu mcm Wechsel in der Person des Com tiandanteu von Camp Sumpter anrahen, und AU7 Ernnmung eines Ersatzes ür Brigadegeneral Winder. Man ollte dazu einen Mann ernennen, welcher Energie und treffendes Urtheil mit enichlkchem Gefühl vereinigt, Jemand, der nicht absichtlich und mit kaltblütiger Zraummkt die Lage der unglücklichen Gemugeuen llnveräiidert bestehen lät, damit die Sterblichleit. welche sie jetzt ans'S Furchtbarste dczinlirt, schliculich oon selbst ihre Anzahl so renuiudert, das; die durch Ueberssilung sowie nmugelhafte nnd schlechte Ernährung vou selbst verichivn:d:.:r." o lautete das llrtheil eines bl avenssiciers d?ritdarmco. r " t' . C A Jf 1 ITV i fc.4r.sA fc rt a. 9- i tAt yrf !7 v r . f " I, Ul?ltWllltllt;1Jitl ijiuuw, vuj luuui , uiuuu Uui vrM. tJ n. M. U,sl I Ml.VlH UIlMltl JfiU VVlCUillVtl find, Iptat kit jchaticit Sü'chcl W Leiden abgestumpft. Unsere ersinn Eindrücke. ir; also, naazoenl :ir oic aggrns oerlauen, sormirte uns zu zwei Eolvn icn, commansirle dann Marsch! iu:d so ging's demi in langem Zuge, den SchunmclrcUcr n der spitze, uach. dem Lager. ' Ein schweres Eiseltthor schloß sich mit dumpfem brachen, als der 1e)te Liaiül dei düsteren" Eingang '''pässirt hatte. ' Driuüeu waren bereit') . VAßOÖ unserer eidcusgefährteu internirt, kaum aoch als menschliche Wesen knintlich. Abgemagert ' zuni Skelett, vou Schmutz und Run starrend' hohlwangig 'und von Ungeziefer wimmelnd so traten uns öfcsc Unglücklichen entgegen. Mit i-chauder dachten wir daran daß auch 'ie einst uns geglichen hatten, und das Mischen Muth und Hoffnung, das noch in , unserer Brust lebte, , wich allmällg nner düsteren Reugnatwn. Als man uns wie Schafe m den inneren Umkrerö,
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der hohen Pallisadenumzäunung trieb, wurden wir bald' von den Gefangenen umringt, die in fieberhafter Hast Fragen an uns richteten. Daraus erfuhren wir, daß sie seit drei bis sechzehn Monaten im Camp schmachteten. Bald wurden
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ClZk Eckk tti Zklklazers. auch wir bestimmten Abtheilungen Zugewiesen, und ich wurde der Abtheilung 13, Schwadron 3, zugetheilt. , Wie unser Lager aus sah. Uuser Gefängniß hatte einen Flächen inhalt von fünfzehn Acker, dessen Grenze durch den obenerwähnten Pallisaden zaum gebildet wurde. Die Psahle vö staikden aus starkem, viereckig behauenen Fichtenholz vou fünfzehn Fuß Höhe . l'i f c und so dicht nebeneinander elngerammt, Srti Aitrti ittrtif nofm-iiltt Vtttftl ltT;fs r 1 t . r. . d gmngste. Fge ch VtAwt WlH.9hitllnt Mit Äh bar war. Ringsherum au? der'äunereu Peripherie waren in kurzen Entsernungen Schildhäuschenmitder Oeffnung nach dem Lager zu angebracht. Fünf zehn Fuß innerhalb der Umzäunung zog sich eine durch ein dünnes Seil hcrge stellte Ekufriedigltttg, die wgeuannte Todtenlittie" cntlana. Der Name war bezeichnend genug: Die Schildwachen hatten nämlich strenge Weisung, jeden Geianaeuen. der diese Greme überschreitet, sofort niederzuschießen. Diese Wachen waren ausschließlich halbtoncl sige Jungen von Zwölf bis sechszehn Jahre, welche namentlich deshalb diesem darbarischen Befehl aus's Püuklichste nachkamen, weil der Henker für die Er fchießung eines Gefangenen dreißig Tage Urlaub als Belohnung erhielt. Kaum ein Tag ging vorüber, ohne daS mindestens ml Gefangener aus mcse Welse er hon.cn wurde. Auf zwei Seiten der Umzännuna etwa in Zwei- bis vierhundert Ellen Enternung, erhoben sich zwel Erdwaue jeder mit vie'r geladenen jlanoneu be ietzt, me chre schwarzen Schlunde nach dem Lager zu richteten bereit, bei einem Zeichen' von Aufruhr sofort Tod und Äerderben in die .eltreiben binaburschleudern. Innerhalb der Umzäunung laaeu .uvei Qüael: an in einer tbal. artigen Einsenkung fließeuder schmaler, schmutziger Bach theilte das eingefriedete Land in zwei sast gleiche Häksten. Etwa drei Acker des Thales- bildete emen Mn?endm umvk dr ricktiaer Schlammteich, der unter der Sonnenhitze sast brodelte nnd mephitische Fieberdünste aushauchte. Ütiglaublich aber w-hr: Die Feldküche, wo alles Brod gebacken und das Fleisch gekocht wurden stand an diesem Bach oberhalb der Umzäuuung, sodaß aller Küchenabsall, Blut und schmutziges Wasser sich mit den Ge- ' . ' ... wässern des Baches mischte, mit demseb ben Wasser, welches unsere einnae Trinkwasserqnelle abgabl Die Zelte unserer Wächter waren so angelegt, daß der ganze Schmutz von dort m emem ekeln Strom sich durch unser Lager schlangelte, um dann sich mit dem Schlamm jenes stinkenden Sumpfes zu , jXZfzS? .. c. i.ftr,y, rra piiH - Plan m Äikrsovil!e. vermuten. Von Schatten oder Küh l " 'Tfcv Wll4VU W r , t nurn ivaqrcno oer agesyive war qar I . j leme Redc'. .Denn es waren, I .-...- ... ' 6ci Seite iit ?4atft desselben wurde in m ultiQ'Uistt .H 1 W jjiw riClUt. icncii Sumpf ie schasst, ttllg tu eieicni sttntmkn sollen j..r... iiu.Lf.si... c; je. i - . ff .... das Lager dnrchschwämtm. . , D i c Schreck e n d e r G e f a u g e n schaft. Was dieie entsebllcheu Zustande Sin Folgen in Betraf der Gesundheit der esangenen yauen, rann man staj niigc fähr vorstellen. Die 13,000 Gesänge- . '- ........ j ' . ji1!!'" .i :." - . j ,i n - . T-.irf neu. weicye vereus vor, uns Monate lang hier campirt hatten," hatten bereits jde Hoffnung ausgegeben, jemals auswechselt zu werden und die Heimath wiederzusehen.,' Sie legten sich nur mit dem Gedanken nieder, zu sterben. Fast jede , halbe Stunde, Tag und Nacht, starb einer der Gefangenen'". Anfänglich schien " unsere : ', Ankauft einen besseren Geist unter ihnen zu erwecken und einen Hosjr.ungsjchimmer einzuflößen. Und
f c H ," ' ' ffr . ,TCKtS. c , Q3i ' k ' J 1 ' I, artijuic l ' H. ' V jC-1 . o citicioaaI -- I Ut ' ' ' -' y ß I Hr 1 - j ; ; " 5 . S' s ws z , : t r y j " . "3 ; p j 2 Vt": t9A ?Ta'. 5 J ''W MMktofiS' ! -" ,M , 7' mr i W . i v -1 ' BWm0 KÄ-irfte !tPH - : ' i . , - -1 ' HOr0ttStn t 5 , n ; 2 5 V' P k""' ' 5 JfäkWi" jft : ? , ' f V f.. . 4, 1 lot ' . P"S 5 4-1
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die erschreckend große SterHlichkeitsziffer nahm wirtlich ab. Doch aU die Hitze immerfort stieg und die ZM her auf den 15 Ackern zufammeugcpferchteii Gefangenen schließlich auf 36,000 anwuchs, damehrten sich auch wieder die Todesfalle, und jeden Morgen wurden durchschnittlich hundert Todte aus der Umzäuuung herausgeschafft. An einem Augusttage stieg die Zahl der Todten aus zweihundertundzwölf l Dabei mangelte es uns an jeder Lectüre, an jeder Möglichkeit, die Gedanken von dem entschlichen Einerlei, den Schrecken des Todes abzuziehen. Weder Bücher noch Schreibmaterialien waren zu haben. Nur wenige Bibeln hatten sich in das Lager verirrt und wurden mit Begier gelesen, ja, so abgegriffen, daß sie mürbe wie Zunder uud unleserlich wurden. So überließ man sich meist düsterem Hinbrüten und den schwärzesten Gedanken über die Zukunft, welche gleich bei unserer Ankunft durch den traurigen Anblick unserer 13,000 Leidensgefährten die Oberhand gewonnen. Dem Hungertode nahe. Die Verpflegung war die denkbar ärmlichste, die man sich, denken kann. Gewöhnlich gegen 4 Uhr Nachmittags begann der Proviant in Wagmladungen hereinZukommen, welche dann unter die Sergeanten nach Abtheilungen von je SO Mann vertheilt wurden. Der Ser geant theilte dann die Rationen für seine Leute ein, und wenn er damit fertkg war, fiel mir gewöhnlich das Amt zu, mit dem Rücken dem Sergeant? Zugekehrt, aufs Geradewohl die Empfänyr i P i
ger zu vezcichneu. Waourcy siel zeoer Schein der Bevorzugung fort, denn die ls Säumen, Speck und grobem Bkvt bestehenden Rationen fielen oft in der Eue der Theilung recht lmgrnch aus. Ich habe mit drei Wassenaemhrten Lowell, Williams und Wilmarth ein Zelt gebaut, in welchen! wir uns gemeinschaftlich' mit uuseren Vorräthen aushalfen, uud häufig wehmüthige Erinnerungen ans der Heimath austausche m.. Am ersten Ina verloren wir Wilmarth drnch den Tod. An scmer Stelle nahmen wir einen gewissen Thomas Brown, eine alte englische Theerkacke, tu unsere Gemeulichaft auf. ?xrüer ern nnverbeiierlicher Trunkenbold und unbrauchbar für die Gesellschaft, wurde Brown unter dem Zwange der Mäßigkeit denn an Spintuosen war natürlich nicht zu denken ein trefflicher Kamerad, der uns nicht nur durch seine Unterhaltung sgabe über manche trübselige Stunde hinweghalf, sondern auch viel praktischen Rath ertheilte. Nur Wenige von uns brachten es so weit, sich mit einem Marketender in Verbindung zu setzen, ver außerhalb des Lagcrs seine Vorräthe für kaum glaubliche Preise feilhielt. Er hatte Mehl, Soda, Salz, Pfener, Süßkartoffel und andere Leckerbissen zu verkaufen z. Salz für einen Dol lar die PiniV ebensoviel für ein Quart Mehl,.zehn Cents für ewe kleine Zwiebel, vier bis zehn Dollars für ein Pfund Tabak u. L tv. im eutsprecheuden Ver hältniß. Viele von uns legten sich auf den Tauschhandel und machten gute Geschäfte bis zum Betrage von mehreren hundert Dollars, wem sie mit dem ge- . . J- .M V machten Gewruu m mm&U lmmer wieder vergrößerten. Fluchtversuche. Trotz der anscheinenden Hoffnung loslgkeit jeden Fluchtversuchs stachelte doch, gerade diese anscheinende Unmöglichkeit den Scharssinn und die Erfindungsgabe der Gefangene, auss Aeußcrste an, um so mehr, als Jeder sich j f -ff. r. ; Zlls'S !ö?eyNllcype aus vieler .vue inwegsehnte. Die einzige Art, einen Ausgang aus dem scharf bewachten Lager m finden, war- auf unterirdischem Wege. nm giiNUlgnen oazu agen nawiuu) vic gelte unweit der Umzäunung. Von w . . ,n ? c if. ul.i..uf!XA!. hier mußte mau erst einen Schacht und dann einen Stollen bis wert über die Schilderhäuser hiualls graben, also etwa 80 bis 100 Fuß lang. Doch da die ganze Nacht Fackeln an der Umzäunung die Gegend dahinter hell erleuchteten, war es sehr schmierig, die Erde hinwegAnschaffen. Einer der Zeltbesitzer an der Umzäunung, ein gewisser William Moore, erklärte sich mit Freuden zu einem derartigen Complott bereit. Am 1. Juli begann die Manlwurfsarbeit, welche besonders dadurch begünstigt wurde, daß das Zelt innerhalb des 30 bis 40 Fug laugen tiefschwarzen Schat-tcnS-der Umzäunung belegen und für die Schildwachen also unsichtbar war. (Em weiterer Artikel folgt.) Jn einem Städtchen Likauens hat sich vor einigen Tagen' ein recht heiterer Vorfall zugetragen. Ein Zunqer Gutsbesitzer, der kürzlich die Ztasfe des Sekondelicutnantö erklommcn betritt eine Aestauratiou, in welcher der Ortsgeudarm nach Beendigung des, schweren- Marktdienstes sein Mittagvrod verzehrt nnd ein Glas Bier lrmkt. Da er sich durch daZ Eintreteki des Gutsbesiderö natürlich nicht weiter stvnn läßt, der Herr Lieutenant in Civil ihn, ob er, der Gendarm nicht loisse, daß er vor ihm ansjttstchen habe. Ans die vettvanderte Verneinung erfolgt die Ankündigung, daß' es ihm bewiesen werden solle und eilends begaben sich der Herr Lieutenant in Civil zum nachsie 'Vorgesetzten des Gcudarius, dem Krciswachtmcister, welcher' jedoch' selzr bedauern ' mußte, der, Beschwerde uicht Folrse geben Zu tonnen, da der Gendarm' im Recht gewesen. Ueber dru ; Erfolg, Der weiteren Schritte des Herrn Lieutenants ist uoch nichts bekannt,', doch gibt der, Vorfall sowohl bei Eivil als Militär Anlaß zu bcdentcndcr Heiterkeit, zumal der Herr Lieutenant rn der Hitze des Gefechts es sogar übersehen, daß er seine erste Beschwerde , bei einem im Range unter ihm stehenden , Militär angebracht. ' , Wirthswitz.- Herr Wirth, die Wurst riecht. Das ist unmöglich! Wieso? Weil die Wurst keine Nase iriiiilPÄ ls .!,?; ,,,! ; . - -,:. Imi- - ':- 'S.- Äijefcto i. ,;, i üi! 'Jsf,'T. ;: !! !
Liebe und Polim.
Man schreibt aus H.Mburg: Mk oft Ctaatsaktioneu in das FamilZettglüS eingreifen, beweist ueuerdiugZ ein Fall, welcher hier lebhaft besprochen wird und iti'?t'n sPiwf ' tnirfii"trt IttiH Vrr Vf.' Vlljktlltltl VVHy V"' Dezember des vorigen Jahres starb in Frankfurt a. M. der alte Rohcisenagent M., ein sehr vermögender Hetr und setzte seinen Neffen, den Kaufmann 2n& wig S. um Universalerben ein. Der alte' M. galt als MmschensciNÄ. Nc meutlich gegen die Engländer und alles. was englisch hieß,' hegle er nneu unrerzohulicheu Haß, der sich wohl aus dem Umstände hcrschneb,. daß er früher ein mal in Birmingham, wo er ansäßig geWesen, von dem Frümervolk" gründlich Äbcrs Ohr gehauen worden war und 'stch-geschäftlich rumlrt hatte. Seme britische Antipathie ging so weit, daß er ans dem Sterbcbsttc seinem Neffeii und zukünftigen Erben das eidliche Wersvre chen abnahm, sich niemals mit einer Engländerin Zu verheirathen. Der junge L. konnte diesen von einer krankhaften Laune diktirtcn Schwur um so leichteren Herzens leisten, als er damals auf dem Punkte stand, sich mit der Tochter, des Berliner Fabrikbesitzers G. in der Potsdamerstraße zu verleben. Kurze Zeit darauf starb der alle M. und hinterließ seinem Neffen das gesammte Vermögen. Als 'dieser mm Schritte that, um dem Ziel eines eigenen Hausstaudes naher zu kommen, machte ihm der' Tod einen dicken Strich durch die Rechnung. Anfang Januar nämlich wurde die Verlobte des Herrn L, von der Influenza ergriffen, bekam in an oen folgen vlezer ynmrucrkyelr Krankheit, an einer AmstMnNzü! dung. Der ruuac L. war von diesem Werluste auf das Schmerzlichste betroffen. denn kr hatte seme Braut auUlchtia ge liebt, und man konnte es für njto als ein. Gluck betrachten, daß me vielen gezchäftlichen Nse die er zu machen hatte,, dem Kummer seines Herzens ein heilsames Glcichaelvicht boten. Eine dieser Reisen führte ihn im April dieses Iahres iiach Hamburg. Hier sollte er endlich Heilung finden. Er wurde von einem Geschäftsfreunde in eine Familie ein geführt, wo er die Bekanntschaft einer außerordentlich anziehenden jungem Dame machte, welcher se iii er. verstorben ew Braut überraschend ähnlich, sah. Jenny M. hatte vor zwei Jahren beide Eltern verloren und lebte seitdem,, im Besitz eines kleinen Vermögens, als Familie: Mitglied bei den Hamburger Freunden. Hpr? L. kam oft und öfter., bis schließ. Üch die schönen, lebensvollm Züge Jen Ms das Bild der Verlorenen mehr und mehr erblassen machten. Dia neue Net gung faßte tieft Wurzel in seinem Her zen, und da er jetzt wußte, was der Verlust eiuer theuren Person zu bedeuten hatte, klammerte er sich um so fester an diese zweite Liebe. Er erklärte sich der hingen Dame und fand Erböruna. Die Verlobung wurde publizirt,. nicht lange darauf sollte die Hochzeit sein:. Äls der Bräutigam eines 'Tages zum Zweck der standesamtlichen Anmeldung die Papiere. seiner Verlobten durchsah, fielen seine Blicke auf das Tauszeugniß und seine Augen starrte auf ein. Dokument in englischer Sprache. Jenny war nicht in Hamburg geb? reu, wenn sie dort auch, bereits längereJahre lebte sie war ihrer Geburt nach Engländerin, ein Umstand, den sie selbst vorher für zu unwichtig gehet ien hatte, um da: o i zu erzählen. Herr. L. war durch diese Laune des. Schicksals vollkommen niedergeschmettert. Erdachte an den Schwur, den. er. geleistet,, und sah keinen Ausweg, diesem schreckli chen Dilemma zu entgehm,' wenn anderser vor seinem eigenen Gewisse, bestehenwollte. Endlich faßte er. eine- Entschluß. Jenny mußte alles wissen.. Ereilte zu ihr uud schilderte ihr die Thatfache, die ihu zur Verzweiflung brachte. Die junge Dame, welche sofort die ganze Tragweite der Situation begrlD.bmch in Tränen aus. Am ihrer Nationalitat war so wenig etwas zu andern, als an den Eibesworten, die ihr Verlobter einst dem Sterbenden miv ins Grab gegeben Sie war- Engländerin und gerade eine Engländerin dnrfte er nicht zur Frau nehmen. Die beiden Liebenden sahen keinen Ausweg. So schlichen düstere, nebelgraue Wochen, dahin. Da sitzen die Zwei vor mehreren Wochen wieder einmal beisammen, bekümmert und hoffnungslos, als das Abendblatt ins Zimmer gereicht wurde. Herr L. wirft einen flüchtigen Blick darauf, bald aber liest er aufmerksamerer liest noch einmal uud noch einmal,, dann sprmgt ..r 'c rj.s! i . .v i v -e fc. er aus irnu icjueßt seine zraur jndciiuj. in die Arme. WaS war geschehen?' - Ein großarti' ßer politischer Akt hatte sich vollzogen,. ein Akt, der mit einem Schlage den? Knoten loste, den die beiden jungen Leute nicht ' eutwirreu konnten, - Hel goland war deutsch geworden ' ind Jenny, deren . Vater vor seiner Uebersiedlung nach Hamburg' als Klein Kaufmann auf Helgoland' anfäfsig ge Wesen, war- foinit keine Engländer! mehr, sondern eine Deutsche.- Am 10. August, einen Tag, nachdem die Insel feierlich übergeben wordcu, beqiug das überglückliche junge Paar., in Hamburg das Fest der Vereinigung. i Jetzt befinden , sich Herr und Fruu', L. auf d Hocyzeitsrclze in Heigoland. "' . . , , -i , . .,. , -., Keine Kun st. Erster Studeut: Donnerwetter gestern, wäre ich beim Vaden ' bald ertrimken, ich hatte schon drei Liter Wasser geschluckt. Zweiter Student: Pan! Das ist 'noch' gar nichts! , Ich hab' gestern Abend mindestens zwölf Liter geschluckt! Erster Stu deut: Unsinn! Soviel Waffer kaun, ja kaum ' ein!, 5? ameel , trinken! " Zweiter Student: Waffer war eS auch nicht, sondern Bier! Erster Studeut: Ja, das ist HM!U!WnVAW ' " :: -f ":i ' -
Folge eines verz ruhten Äusgauges einen Rückfall und starb' räch wenigen Tagen
Tle Gunherger Höhle.
Seit eiuigeu Monaten pilgern tagaus iageiu Naturfreuudo, Touristen und Ausflügler in stattlicher Zahl nach dem kleinen Dorfe Guteubcrg im Lenniugcr Tbal, einem kleinen Torfe im schönen Schwabeulande, zwei deutsche Meilen von der Bahnstation Kirchhcim unter Teck mtfernt. Die vom Pfarrer Gusp man daselbst entdeckte und som Höhlcnverci" freigelegte Tropsstcinhöhw lockt immer mehr fremde und mit Siecht, dc?n sie ist, wenn auch nicht die größte unö weiteste, doch ohn z Zweifel die schönste Höhle des Schwabcn?audö. Jn keiner' änderen Höhle triff! man: solch wunder Zame Farbe, 'so vidgestal tijte, zarte Forme:?. -Seit Eröffnung der Höhle im Frühsommer hab dieGut?nbergcr bereits tmo Mm! Gk trittsgeld von den Besuchern eingcnom' meu. Kein Wunder, daß die arme NachbarGcmeinde Schvpsloch. wcche EigemhnmSrccht au' einnn Theil der Höhle zu haben glaubt, m?t Ansprüchen an den Gewinn hervorgetreten ist. Nach dem das Ulmer Landgericht in einer: vorläusigeu Entschekduncs. die Ansprücheder Schopslochcr ' für berechtigt aner--kannte, haben die Gutenberger sich dazm verstanden künftig die Beute aus dem; Fremdenbesuch mit den Schopstochern zu; theilen und lcvtercn noch aus- dem seitherigen Erträgniß 450 Mark auszubezahlen. J:r Folge dieses Zugeständnisses ist der Friede zwischen Guienberg, uud Cchopsloch wiederhergestcllt, und die aufgeregten Gemüther iir beiden Dorfgemeinden haben sich' beruhigt. Von Gntmbreg ans führt n hüb scher WaldweFden Besucher in'ttwa 25 Acinuten nach dem Eingang den'Höhle. Diesen bildet das schon früher delannte soJmannte H?ppcnloch." Hier.' harrt der Führer, erhebt seinen Obolus fürd'e Eintrittskarte, vcrsleht die Besuckcr mit exnsTo. Lichte nnd sich mit einer MagnesimuFackcl. Der nächste Höblenraum ist die Fundstätte vieler versteinerter Thierreste. Gefunden wurde u.,. A. SiaZhorn (?), Höhlenbär, UrochA, ver schiedeue Hirschartm. Wie die vielen Neste dieser Thiere in die Höhle hinein' kamen,, wo sie kunterbunt und mit ge schlageuen Feuerueincn, gemischt unter 00" Fuß hohem Lehm in felseuharter Berste! urrnng daluzcu, darüber gehen, die Urtheile noch sehr auscinaudcr. Weitaus iutercffautcr im Anblick ist bie sich anschließende gvihifchc i'xoltc". NciustcnuEise gleich glihert und fchimwert lner das milchiveiße Gestein an den Wänden uud hängt in Zapfen verschicd,enstcr Größe von der Höhe herab. Noch schöner ist die' fslgeude maurische' Halles, ein: kapellcu artiger Raum mit herrlichen Tropsstungebilden in der Form von Säulen und Nöhrcheu, Ha tarakten nnd Nischem Weitere Ueber raschung bietet derLwergpalaft" mit seinen vielen durchsichtige Skulchen, eine Märchenwelt aus Taufend und Eine Nacht. Ihren vorläusigen Ab schluß siudcu die Höhiengäuge mil der romantischen Klaurm. Wie.im:Gugan Zur Unterwelt thu! sich, da unten auf und gewaltig,, hcch gebirgsmäßig. klafft darüber das Ee virge in schnialer schaurig hoher Spalte auseinander.. Auch hier noch, wo die Verhältnisse. ins Große gewachsen sind, schaut das Auge allerorts zarte, blcndcude Bildungen, die- sich au die dunkel aufragenden Felswände angeschmiegt babsn vder,.'wenta!cn kleinen Wasserfallen von. der, Höhe hcrabzichen. Von der öllamm, in d! hinabzustrigm namentlich wolzlbelcibtezr Besuchern ciniae Mühe macht, geht es auf dem gleichen Wege durch die. Höhlengängc wieder zurück nach dem Heppe:iloch, wo uns da6' Tageslicht wieder begrüßt. Abzcsonderk, amFuße der Felsm liegt noch die ..Wolsschlucht eine kleine aber auch sehr. iNteressaute-Höhlc mit vom Boden cm porjchießcndenTropjstcinen, alle schnee weiß, einer.' über A!annesgröße, au?ere pilzförmig sich ausbreitend oder pyramidcuförmig, emporstrebend; die Deckeist mit den wunderlichsten Gebilden geziert. Sehr wahrscheinlich sind in der Guteubcrgen Gegmd noch weitere Höh lenwuuder vorhanden. Ter .Höhlenverein" ist eifrig, darauf bedacht,' sie.zn. entdecken und- freizulegen. Ein klerner Mein s'lA. Lcr Studiosus Henning war von sciucnu Professor zu einem Täßchen 5tc.sfce. eingeladen worden, uud sich der hohem Ehre, die ihm dadurch widerfuhr,, vcl laus bewußt, ging er stolzen Schrittes , nach-der reizend gelegenen Villa des ge strengen. Herrn. Er hatte noch nicht fein Ziel erreicht, als plötzlich zismlich, unsanft ein großer Gummiball f4fjic:i seht wohl srisittcS Haupt flog, üihciid' sah er sich um, aber der ihm schou auf bt Lippe schwebende, lräsilI. Fluch? iuurde schnell untcrdrüät, denn 'üir einem Fliedergcbüsch lam die-Bae?-ftrin, eine liebliche Blondin wie sie pcrlning nie schöner gesehen hat.io. znnr Vorschein. Sem Aiüßchm lü'tcnd überrelchie it. Ihr "'cni Paar veitinS-' liehe Worte stammelnd den Ent sprungeneu" und bald war er -tt'.i tevx schönen Basisch in so angenehme? lln iprs'rttfitnft1 rtf fr rrtS R?asinf II ,HKl , v.i, . . . z einer Willa 'kommenden öderr.z ro-' fessors nicht 'einmal bemerkte' 4 f;M iiitger Freund," rief ihn der (?! tv,r:e schließlich au, da sind Sie ja ich.-u'." Erschreckt und Wtteeöv'K'lWiM kkrwürdigm Professor in Damengez.'ll schalt aeironeu' u werden.' Kamme!!'' ?cr zttnge,:'.'iann kurz nnd er.!n:ir-e:i: ..iid Kabc " die Eore. 'SStvx ou hz, tw-j y jf i..M. r1 'i:,.!- "irr : ... - .n : . r - Ihnen hier meine Schwester vrr,:ftelW - So?" sagte der alte H.'rr mit n Gesicht. Na., dann komm' in PkMPstc: meine Arme,!, lieber Seh:i, , denn Deine Schwester dort ist mein? Tochter!" U u nöthige Bcf u r ch t u n st. Jn einer so ' wunderbar, reifenden und herrlichen Gebirgsgegend ,mu dom den Leuten das Sterben recht schwer fallen. Ab'r meinen S denn " ctn?a, gnä' Frau, daß wir hier goar keine Aerzte hau? , ; p-' . ' 'f ' vj
