Indiana Tribüne, Volume 13, Number 358, Indianapolis, Marion County, 14 September 1890 — Page 3
Val
es ca. Mtvzan caS dem Leben der deutschen HeuvMtt tcr ugu Hesse. (G. Fortsetzung. Der ijvcinbe ruhte ein wenig. Ein finsteres Lächln entstellte sein aschfarbenes Antlitz noch mehr, als er eine ellenlange Schnur aus seiner Hosentasche zoH und die Schnur Zu einer Schlinge knetete. Er schaute rings um sich. Niemand war in der Nahe. Er klappte ein großes Messer -enf, faßte dasselbe am Griff und that den letzten Schrit bergan. Der Fremde stand jetzt dicht hinter. wärtZ, Zur Linken Valeseas. Er beugte sein finsteres Antlitz vor und flüsterte mit heiserer Stimme: Ich bin Pfenntg, den Sie aus den Blättern kennen werden. Geben Sie mir Ihr Geld heraus ! Entsetzt fuhr Wales ea aus. Sie bot, mit rascher Wendung in den am Graben lMlanfeuden Weg ein. Neinland ! Hilfe! kreischte sie. So schnell ihre Kraste gestatteten, rannte sie vorwärts. Der Schreck verlangsamte ihre Flucht. Sie riß in Fliehen ihr Portemonnaie hervor und warf es auf den Waldweg hin. Auf diese Weise hoffte sie, den ihr solgenden schrecklichen Menschen aufzuhalten. Der letztere schien keine Eile Zu haben. Seine Schritte waren lang, aber nicht hastig. Er wußte, dan fein Opfer nicht weit laufen würde. In einer Minute mußte er es ohne Anstrengung in seiner Gewalt haben. Als ValeZm ihr Geldtäschchen wegschleuderte, falz sie sich fluchtig rückwärts um. Der -Verfolger, der ihr Gesicht anstarrte, war nur noch wenige Schritte von ihr entfernt. Seltsamenveife blieb in diesem Augen-blicke-Pseunig wie angewurzelt stehen. Oh?, die blonde Vally! Valesea. welche fortwährend weiter strebte, hörte diese Worte ihres Verfolgers, dann ein wchnsinmgeS Lachen aber nicht mehr die Schritte ihres Feindes hinter sich. An der nächsten Biegung des Weges sich abermals scheu umblickend, gewahrte sie, daß Pfennig noch auf derselben Stelle und jetzt wohl üb fünfzig Schritte von ihr entfernt stillstand, ohne den Ort. wo sie das Portemonnaie weggeworfen, erreicht zu haben. Eie nahm ihre letzten 5träfte jufam wen. Bald war ihr Widersacher aus ihrem Gesichtskreise. Kein Zweifel, daß er wegen irgend eines ihm entgegengetreten? Hindernisses die Verfolgung aufgegeben hatte. Er kannte sie. Oder war es ein Trug ihrer erregten Sinne gewesen, daß sie ihren Namen in der verhaßten Bezeichnung, die ihm die Berliner und die Zeitungen beigelegt, aus seinem Munde vernommen hatte? Oho, die blonde Vally! Diese heisern Laute klanaen noch in ihren Obren. Ein unnennbares Gefühl von Bitterkeit und Haß durchzuckte ihre nach Athem ringende Brust. Gebraudmarkt war sie, wohin sie auch gehen mochte in den Straßen der Hauptstadt, in den Tannenwäldern des Gebirges. Einige hundert Schritte weiter begegnete Vally eine große Gesellschaft von Männern. Anscheinend hatten die geschärften Sinne Pfennigs das Geräusch dieser Nahenden bemerkt, er war stutzig geworden und hatte deswegen seinen Angriff uuterlaffen. Diese Männer waren zum Theil mit Knüppeln, zum Theil mit Gewehren bewaffnet. Zwei große Jagdhunde sprangen nebenher und suchten in den Büschen. Weiterhin tauchten die Gestalten von Iran Gehcimräthin und Richard Neinland auf. Valeska war erschöpft. Der Forstcaudivat im moosgrünen Anzüge, ihr gegenüber am Mittagstisch befand sich unter der herankommenden Schaar. Er stützte sie uild geleitete sie auf die nächste aus Tanueuästen ausgezimmerte J!uhebank. Ein älterer Forstbeamter mit Jagd tafche. die Auerhahnfeder am spitzen, grünen Hut, näherte sich ebenfalls. Ich yatte recht, als ich Suszerte, einen Hilferuf gehört zu haben, sagte er. Hier ist ein Frevel geschehen! Dann bat er Vafeca. einige Tropfen Rum ans seiner Feldflasche zn nehmen. Toctor Llcinland war der erste von VakesmZ früherer Begleitung zur Stelle. Muth, Valesca! rief ex der Erschöpst? und Erhitzten zu. Lehnen Sie sich zurück und suchen Sie tief und längs.'.::! zu athmen! Warum mußte mein Antrag Sie so sehr erregen! Er glaubte, daß dies der Fall sei. . :, Hinter ihm, kam ran Lndoviea fammerud an und umschlang ihre Töchter: Mein G:?tt. u?as ist geschehen? Rede, nein Kind! : 'r' ' ' ' Fört, sazte JZeinland, ergriff die Hand BaleS cas und wehrte der Mutter. Änr Ruhe ist ttLthwcndig. ' Vielleicht ist das Fräulein dem von uno gesuchten Verbrecher begegnet, ußerte der alte Förster, dessen Begleiter im HakblniftHiö Bank umstaHety,' Bsleöca, die keinen Augenblick' ihre Vesinuima verloren hatte, .nur von der heftigen cwezuug des Laufens sowie vor Schreck atdemlos geworden und noch sprachlos war, hkrte diese Worte nnd umte nnt'dNÄ uoHe. '' Aus den weiteren Gesprächen vioei in'.uaelcmmcncn (x beroor. daß ic ucr atntrchtdt; Memug fittyrt; m wotttngm anZyebro' chm ws?Md die WäPeroestwÄtthsdcs, Brockens unsicher machte, neucrdinaö von Bcrale:ncn craf der Chaussee reit (ilakltMf' iinffi waterbinler -Altenau gesehen worden war. Man hatte sich deshalb tn leiner Verfolauna vereiuiat. Von so viel t hei lne h:n enden M cn scheu umgeben, gewann mit dem Gefühl vollZoNimenner Sickerbeit Valesca ihre durch den Schreck gelähmten Kräfte binuen kuner Mnü wleo r - -.. ' :' 'V t . ia.) xm Slyen auf und siel der vor ihr rnieenoen V)cutte unter ausvrecucnoen , Tbränenumen'Bals.H!!,!S
;, f snnnacqy
- - - ' :. c x: !? ri " . 'Jr ; . 'i .7i :': f
erzählte sie im Kreise der herzngekommenen Männer ihr Abenteuer. Vorwärts denn, ohne Säumen! Wir sind auf der richtigen Fährte, sagte der alte Förster. Tod oder lebend, er soll uns nicht entgehen. Er trieS Zum Aufbruch und nes den Hunden zu: Such, Hector! Such, Diana! Aber Diana, eine hellbraune Hlmdin mit gefleckter Brnst, war bereits früher
welter getrottet, die Nase auf der Erde haltend und mlt dem Schwänze wedelnd. Jetzt kam 'sie in großen Sätzen zurück und richtete mit den Vorverpfotcn sich an Valcsea auf. Mein Portemonnaie, sagte Valesca staunend und mit mattem Lächeln du bringst es der Eigcnthümcrin zurück. Sie liebkoste den Hund. Der schreckliche Mensch hat es nicht berührt, sügte sie, nachdem sie das von Diana rapportirte Geldtäschchen geöffnet und den Inhalt flüchtig überblickt hatte, hinzu. Seltsam! Vorwärts, Diana, vorwärt, Hector! rief der alte Förster kommt alle! Die Spur ist noch wann. Er kann nicht weit sein! Wahrend jene eifrig ihre Nachsuchung fortsetzten, nahm Valesca wieder auf der Bank Platz, neben ihr Frau Ludo vica .und ,der junge Arzt. Die Ruhe und die eintretende Stille wirkten wohlthuend. , Valesca, an der Schulter der Mutter lehnend', neigte sich zu schlum mern. Sprechen wir nicht, bat Reitts land, als Frau Ludovica noch mehr Einzelheiten des bedauerlichen Vorfalls erfragen wollte. Mit Ueberwindung fügte die Mutter sich dieser Bitte. ; So saßen die Drei wohl eine halbe Stunde lang schweigend zusammen. Da sielen in der Ferne kurz hinteremander mehrere Schüsse, die im Echo des Waldes widerhallten. ! Das hat ihm gegolten! meinte Frau Ludovica. m Valesca zinkte zusammen. O Gott! sprach sie langsam ein Menschcnleben! Die Gestalt schwebt mir noch immer vor Angen. Mir träumte, ich hätte sie schon früher gesehen. Doch meine Ennnening ist schwach, mein Kopf angegriffen. Was ich längst ge ahnt, geht nun bald seiner Ersülluug entgegen. Kurze Zeit hernach äußerte Valesca den Wrnitch, Zu gehen. mit wird wohler sein, wenn ich mich bewege! Man ging langsam und ohne zu sprechen den breiten Rasenweg am Garten entlang, der zur Rose" führt. Im Gehen erholte sich Valesca sichtlich. Sie wurde gesprächig und erzählte wieverholt, wie sie von jenem Landstreicher erschreckt worden fei. Was nur Onkel Gemkenthal sagen wird, wenn er hört, was mir heute Schreckliches begegnete! wiederholte sie mehrmals. ' Die Rose" ist ein von wcttcrgrauen Tannenbrettern errichtetes Häuschen am Waldrand c. ' Von den drei offenen Vorderseiten thut sich ein Blick auf das m entgegengczetzter Richtung an der Oker entlang streichende Gebirge, die näheren Waldungen und die von grauen Wiesen durchschnittenen Thalschluchten des Vordergrundes am. 55 n diesen Schluchten, fächerartig, doch .eng zufammengcniftet, zeigten sich die rotheu Dächer der Bergstadt", die, im Grünen, wie m Blattern gelagert, Iner m der Thst den Anblick einer anfbrechcnden Rose gewährt wovon der bezeichnete Pavillon f . ' ei i lerne Benennung aoieuet. Als man sich der Rose näherte, erscholl aus dem Brettcrhäuschen ein Iuvenaur. ein sroyilcy enkgegengeruzenes: Willkommen ! Willkommen ! re . . . l s' . Zur größten tteberrafchuna eilte aus dem Innern der Rose d:e Treppenituten htnab, den Ankommenden mlt aus gebreiteten Armen entgegen, Heinrich Gemlemkal. Valesca, wie neugeboren, flsa in seine '.'lrme nno yu:g an icmemae: Vu, r t . ' 2n Vma Heinrich, hier ich dachte alelch. daß du , kommen wurdest loelche f 1 " .. ? i c tfraiuc, wie qjün, wie enizuaeno : Ich hatte eine wahre Sehnsucht, cnch wiederzusehen. Es war auf meinem Orfif rrrfif ki Aftr ? frz-Mft-i 1tS fafa w) - i v (5 (iiiu f-v nur, was ich sogleich augerichtet habe! aus welchem nne Flasche Rothwein zwischen ..i r ; -f. .( ,u .ff . . ir jiüci iciiuiuj mu lauein iuzzcqnltt velegten kellern stand. , -Ich erfuhr da unten bei meiner Ankunft. fuhr Gemkenthal fort, daß ihr auf einem WakhspaZieraange bearinen wäret und über die Rose zurückkehren würbet. I st da Wirthschaft ? Nein ! Gut, t fo werde ich den Wirth machen. Ein kleiner Pochjunge hat den Korb mit Vcfperbrot hierher getragen. Nun, nochmals willkommen in meiner Wirth-fchaft?-Se$rchihr leid - trniidet' ' ich sehe es! . . Mehr als, das, bemerkte, Richard Reinland. , , . Ja, Doctor, hätt' ich ahnen können, sagte Gemkenthal, einen zweifelhaften und vtNvuuderten Seitenblick uj. Rein land lverfeild, ahueu. daß Sie hier wären, so halt' es einer zweiten Flasche bedurft. Es ist gut, daß Doctor Neinlaud znr Stell?, war als ! Valesca' so eleiid wUroe, erklärte die Mutter. -wi Das erschreckte den Leihbibliothekar dermaßen, - daß er bm zwischen Lcn.. iÄi: I..r!a cßaiime.Z 5 1 a fdje--. .u öffnen cergas; und sie auf. den Tisch zurücksetzte. Elend? ;p:wcin Herzcnökind? Ich dachte gleich, daß dieser Weg zn anstrengcud ein würde. 'Die Lust ' ist scharf und , rauh hier. - r, f ,ch?!chtKZ etwas viel' Schlimmeres! begann die Frau Gchcimrä!h!n. Und NUN begDsiFIlchhtte'Akckhalt an ein Erzählen des eben Erlebten, ein Erzahlen, was gar kein Ende nehmen wollte. Gemkenthal zitterte förmlich, als er erfuhr, in welcher Gefahr sein Liebling zqchwcbthdt O, eS ist nichts, betheuerte Valesca ind streichelte die Hand des Oheims ;s ist Alles vorüber. . Ich bin so frisch wie immer Kopfweh und Schwäche sind geschwunden. Wie schön, daß, du . . ' : "i.i - r. Jr"N i yzr:i ,..!. ommen ajnici vnricy uno wie
(rr deutete mit glnck,ellgem Lächeln
ven 'l,ch m dem Bretterhau,e. aur
du gleich gesorgt hast. Es ist zu ruhrend, zu lleb!. ,. , Bei diezen mit frische? .Stimme und
in heller Freude , geäußerten Wottm umwölkte Nch die 'ttrn des .Tottor Neinland. Er gönnte dem alten Mann den diesem von seiner jugendlichen Verwandten entgegengebrachten Ausdruck der LiebenZwürdigkeit nicht. ' Er selbst memte, viel weniger freundlich empiangen zu sein. Es lag etwas von Eifersucht in seiner Bemerkung: Die Ueberraschttttgen, welche Fräulein Berg heute erfahren muß, sind so Zahlreich, daß ich besorge, ihr Einfluß werde die guten Wirkungen der Harzluft wieder aufheben uud vernichten. C Um das Gegentheil zu beweisen, langte Valesca den von dem Oheim gespendeten Erfrischungen tapfer zu. war cme völlig veränderte Stunmung bei dem jungen .Mädchen seit der Ankunft Gcmkcnthals eingekehrt. Uud tme lange, Onkel Hemuch, wirst du uns deine liebe Gegenwart schenken? sragte Valesca. Ich haoe mich, entschlossen, so lange zn bleiben, wie euer Aufenthalt dauert. Oben am Berge bei einem Hüttenmann sinde ich ein kleines Stübchen mit reiniichem Bett. Leider will uns dagegen Herr Doctor Reinland schon heute Abend wieder verlauen, klagte FrauLndovlca unt ernstem Gesicht. Ja, vielbeichäftigte Leute haben nicht lange Zeit, ihren Privatneigungen nachzuleben, meinte Gemkenthal, der diese Nachricht mit Gleichmnth ansnahm. Ich ziehe wieder nach Berlin und muß meine Firma wieder übernehmen. Der Abschluß, den mein Pächter gemacht hat, ist ein 'so günstiger, baß er seinerseits die 'Absicht hat, sich in der Provinz selbständig zu machen. Gleichzeitig' ist mir von hoher Hand ein Vcrlagsunternehmen angeboten worden, bei welchem ein erheblicher Gewinn ganz sicher ist. Ich fange an, neu zu leben, ja, meine liebe Valesca, ich werde wieder jung! Die heitere, scherzhafte Lanne Gemkcuthals machte den Doetor Neinland fast mißmuthig. wenigstens ging er aus dem Rückwege aus dem Walde an der Seite der Frau Geheimräthin nachdenklich. Gemkenthal und Valesca waren in eifrigem Gespräch etwas vorausgeZangen. Wahrend Neinland aus dem Wege, über die grünen Matten, welche die Gipfel der nicht mit Forst bestandenen Berge schmückten, die Köpfe der rothen Disteln mit dem Stocke abschlug, hatte Baleöca seinen Antrag unterwegs dem Oheim unterbreitet. Was soll ich thun? fragte sie zn ihm aufblickend. Gemkenthal hatte sich verfärbt. Er blieb stehen. Ein schmerzliches Gefühl, welches sich regen wollte, wußte er zu linterdräckcn. Ja, Kind, sprach er im Weitergehen, das ist eine Frage des Herzens, die nur das dcinige beantworkcn kanil. Ich werde nicht mehr lange leben. Tr würde bald verwittwet sein. Thorheit! Du versündigst dich. Doe!or Reinland, fügte er bald daranf nicht ohne Ueberwindung hinzu, ist ein ge zchtetcr Mann. Er hat eine Zukunft oor sich. Man sagt, er sei jetzt in den besten Kreisen eingeführt. Du wirst cm sorgenfreies Leben an seiner Seite haben. Die Mutter würde bessere Tage scheu, sagte Valesca traurig; so meinst Dn und wir würden auf Deine Uuterstützuug nicht inehr anewiefen sein. Nein ! So mein' ich es nickzt. Am venigsten darfst Tu von Unterstützung sprechen. Du weißt nicht, was ich entbchren würde, sollte ich einst nicht mehr lewürdigt werden, Dir und Deiner Mutter eine kleine Freude dann und Vann zn bereiten. Dn liebst ihn? Ach. Onkel Heinrich ich weiß es stör. Glaube mir, wir sind ihm vielen Dank schuldig. 1 Gemkenthal nickte und wischte sich das Zluge. Dankbarkeit und Liebe sind $echwister oder nein, die Dankbarkeit lst die Mutter unserer Liebe. Wie würde es ihn verletzen, äußerte Lalc5ca leise vor sich hin, wcnil ich sagen müßte Sie stockte. 9! ein, sagte Gemkenthal. Du darsst ihn nicht zurückweisen. Um feine Rüh rung zu verbergen, drückte er ihre Hand nd nahm einen ' heftigen 0!l an. Dann bemühte er sich wieder zu scherzen nd setzte hinzu: Auch der Name blonde Lally w5rde verschwinden. ES würde in Zukunft heißen Frau Doctor Valesca Reiuland. .. Die letzte Wegstrecke legten sie schwei;end zurück. Tr - - - l Als sie nun unten im Thale angewaren, wo Frau Ludoviea und 'lietulaud sie erwarteten, reichte ValeSka )cm letzteren niit niedergeschlagenen Augen die Hand. Ich bin bereit, sagte "le. Ihren Wunsch zn erfüllen. ' , Zwölftes Capitel. Welche Freude, daß wir mm noch nchrere Tae in dem Altcnau zusamnen verleben können, sagte Valesca am iächstcn Morgen dem Oheim. M sie wr der VeranZa im Hotclgartcn Kaffee sanken. . - Der gestrige Schrecken ist spurlos an chr vorübergegangen, bemerkte die Mut itti Dai macht die Verlobung - und saß Heinrich bei derselben anwesend sein tatC. ' : : ' ' : t , :; In der That, ValeZca sah wie die frische. Rvsenluospe die: von dem hinter ilincn wachsenden Strauche neben zcm Gule des , Leihbibliotizekars .. zum Lorzchcin r kam uitd, ,tm Äcorgenwind : i Valcsea blickte den Oheim mit frende strahlenden Angen an. . Nun wollen wir in der freien Lcatur noch täglich wandern ind alles Schöne, was sich hier darbietet. doppelt genießen! Herr Pfennig wird wohl den Weg nach der Wolfswarte nicht mehr vcrbie '1 können, meinte Frau Ludovica. ön, schön, ' liebe . Schwester, doch
werden wir wenig Freude an Valesca 5 Gesellschaft haben. .., ,, ' ; O, wie hart und graufun on, bist! schmollte Valeöea. lr , ' ", ,; Nun. deine Gedanken werden nicht auf der Höhe, nicht im Thale, weikn. Du wirst den Duft der Tannen nicht spüren, die Felsen, die 'sprudelnden Wässer deines Blickes nicht würdig'cu. denn deine Gedanken weilen nicht hier, sie schweifen in die Ferne und r Ei. das wäre thöricht., Ich habe später Zeit, an WirthschaftösorgcN'ZU denken. Jetzt will ich mich Heiner AnWesenheit freuen. Du wirft meine Gedankeil und Empfindungen vollstäudig in Beschlag nehmen, zumal wenn du liest. Dn hast doch etwas zu lesen mitgebracht? O, wie schön du vorliest. Wenn Zvir an irgend einem lauschigen Punkte ausruhen . : . " ; : Nehmen wir aus dem Körbchen ciue kleine Erfrischung, für die ich sorgte, fuhr Iran Ludovica fort. , Dann aber mußt du vorlesen, lieber, bester Onkel. ; Doctor Gemkenthal war ein wenig Poet. Er hatte für Valesca frühe: einige Verse geleistet,, die sie nach, be kannten Kirschmann'fchen oder Abt'schen Melodien zum Clavier zu singen pflegte! Versteht sich, sagte Gcmkenthäl ; , ich habe für Lectüre gesorgt. Du sollst staunen. Doch still, das darf sich , erst bei passender Gelegenheit finden. Jetzt wollen wir überlegen, wohin wir heute pilgern. Nach Goslar, um für Valesca einen Hnt einzukaufen, schlug Frau Lndovica vor. Wir fahren mit der Post bis Romkerhall. ! Die Kaiscrworth seihen das lohn! der Mühe, meinte Heinrich Gemken-
thal. Nach dem Brocken meine Sehnsucht! ricth Valesca. Sehr muthia. aber keine Tagestour, die zu Fuß abzumachen wäre. Späte: cmmat. Nun, dann Polsterthal und Polstcp bcrgk Diezer Vonchlag fand VciM. Mar. rüstete sich und wanderte fröhlich die Platanenallce entlang, welche über ÜU Silberhütte zu dem rothen Bergt führt. Es war em , alückllchcr, durch nicht getrübter Tag, welchen die drei Ä?!enschen auf dem Polstcroerge verlebten. Auf dem Rückwege wurden Pläne zu der von Valesca gewünschten Brockenfahrt und zn wetteren Wanderungen geschmiedet. Diese Wanderungen, bei dem köstlichsten Wetter ausgeführt, füllten dit nächsten Wochen aus. Valesca, du Mutter und Gemkenthal hießen bald in Altenan die Unzertrennlichen. Niemand fühlte sich in ihrer Gegenwart so recht behaglich, weil zu besorgen war. ern störendes Element zu sein. Heinrich Gcnikcnthal, ein tüchtige: Fußgänger nnd Bergsteiger, unternahn auch mit Valcsea hausig allein die wei testen und beschwnlichsten Touren, an deneu Frau Ludovica ihrer zarten Gesnndheit wegen nicht theilnehmcn konnte. Gemkenthal war die Aufmerksamkeit selbst gegen Valesca. Du verwöhnst das Kind, sagte Frau Ludovica häusig. Er stützt? ValeSca, wenn sie ermüdete, er trug ihr Plaid und Shawl nach und verwahrte sie gegen jede Zuglnst. Mit Blumen und seltenen Steinen, an denen sie Gefallen fand, beschwerte er sich. Ihren Verlobten vermißte ValeSca bei dieser Sorgfalt kaum, sie erwähnte seiner nicht, denn sie bemerkte, daß Gemkenthal der dann und wann über dic schnelle Flucht der Zeit klagte bei der Erwähnung des Doctor Reinland still nnd nachdenkt i wurde. Das Fräulem aus Lübeck, welches eine wollene Decke auf dem Schoße, ein Buch in der Hand, während der Ab Wesenheit beider im Garten des Gasthofs der Iran Geheimräthin meistens Gesellschaft leistete, änßerte in Bezug - aus Gemkeuthal: Er ist eiu ernster, gcbildcter Mann, der uns allen sehr wohl gefällt. Wenn jcuer Arzt aus Berlin nicht, so ist er wohl der Verlobte von Fränlein Tochter. Sie sollten die beiden nicht so oft allein lassen. Frau Ludovica lächelte. Warum nicht? Er lst sa ihr Onkel. Valesca ist die Braut des Doctor IZeinland, den Sie hier flüchtig gelernt haben. In der That? sagte das Fräulein. Herr GcmZcnthal sieht fast noch jünger aus, wie jener finstere Doctor Neinland. Das scheint nur so. Mein Bruder ist in reifern Jahren. Sehr gut conservirt! Sehr gut! : Die Zeit heiteren Zusammculebcns, wie alles Glück auf Erden,, ging im Fluge vorüber. Die Trennnngsstunde kam rascher als erwünscht. Gcmkcnthal, im Interesse seines nen eröffneten Geschäfts, mußte einige Tage frühe: abreisen, als Frau Berg und deren Töchter. Er traf Beide, nachdem e: seinen Koffer geordnet, verabredctermaßen am letzten Abend auf dem Schwarzcu berge. Vergangene Freuden klangen ln eincw Accorde der Wehmnth nach. Jeder Ab- - schied wird schwer, am schwersten der. welü?er aus cme rttihe heiteren Genaues herrlicher Natur in Gesellschaft zhcnrcr Menschen folgt. Valesca. die fast ta lich Briefe ihres Verlobten cmpsiug. las auch den hnite ethaltenenww sie' stets gepflegt der Mutter uM dem OWm vor. ; TocterRciuland drWMblzÄftcr a!Ssust.scÜ!eSö sich der baZdienledeMr)' ' : ' ; " ' llnd lvie es mir cr-ehcn wird., fügte GemkenHa!,'MH.N ich.oilch nicht ' täglich sehen kann daran denkt er nicht. ! ' 1 K ie Sonne versank hinter den HöhenZügen, hie als Fortftyung dem Brockengcbirae. ,sich anschließen.: Ihre letzten Strahlen fielen auf,, die grünen .Bergwiesen soweit dic violetten Schatten der ' . '-.l X:'-:-YA-f:-L jen ol? e man deckten. ie Dächer des unter den Beschauern liegenden Städtchens flammten so roth auf. als ieicn die Ziegel erst heute aus dem Ofen
gekommen, die heimkehreV i cien i:n, l?ruXltcn sirii pori :e;n abseits des Kirchleins auf ,dem Kirckberge ,stehenMHölMnenKlockenthnrm -ertönte das Abeudgelan:. Morgen durchwandere ich das Oker thal allein. Mein Koffer folgt mjt der Post. iagte Gemkenthal. Wir Zehen uns uuter so anmuthigen Umgebungen nicht wieder. Damit ihr meiner inzwischen nicht ganz vergeß:, lass ich Euch dies Andenken. , Er überreichte Valesca ein in Maroquin gebundenes, mit Goldschnitt versehenes 7 Büchlein. Es ist mein erster neuer Verlagsartikel, setzte er .hinzu. Das ist jedenfalls nierkwürdig und verdient,, daß '.. Ihr Enre, Augen darauf richtet., Er pflegte stets, Muttermund Tochter zugleich, selten, die ; letztere, nur allein anzureden. :. ' ' l , i , , . . '' Schön ausgestattet'., bewunderte Frau Ludovica den Einband. , h Välcscä schlug den Titel auf. Die Lieder seines alten Mannes", lautete er. Gott sei .Tank! sprach sie lächelnd, also nicht .die deinigen. Onkel Gemkenthal.' Aber , wir werden sicherlich des Verlegers dankbar gedenken, so' oft wis in dieses geschmückt Buch uns vertiefen." , 1 .Valesca und Frau Ludovica beredeten. heimlich miteinander, daß sie am nächsten Tage dem Obeim noch das, ,Geleit eine Strecke weit bis nach dem. Was! serfall von Romkerhall geben wollten. Sie dachten am Abend, als sie, sich, vou Gcmkenthäl trennten, nicht, daß .sein Gute Nacht gleichzeitig sein Lebewohl bedeuten würde.' . , Dem seltsamen Manne ließ es keine Ruhe, als Mutter und Tochter sich zurückgezogen hatten. Er stieg nochmals
auf den Schwarzenberg und suchte , im Moudlicht das Haus, unter dessen Dache Frau, Ludovica und Valesca nun der nächtlichen Rnhe pflegten. Vom Schwarzenberg stieg Gemken. thal wieder herab , und umkreiste Haus und Garten langsam mit übervollem Herzen. Es war ihm, als würde er beide Frauen im Leben nicht wiedersehen. Erst spät zog er sich Zurück und Mndcrte bereits rüstig : und schnellen Schrittes um 4 Uhr des nächsten Morgcns über das Hüttenwerk, dem Okerthale , zu, während Ludovica und Valesca noch in süßem Schlummer ruhten. " Die Frauen, als sie den stummen Abschied, (ruh morgens in den Garten tretend, erfuhren, waren überrascht. Es ging ihnen nahe. Sie fühlten sich nicht verletzt, aber plötzlich vereinsamt. Valesca insonderheit war ein wenig verstimmt. Sie grübelte dem Grunde nach, ans welchem Gemkenthal so heimlich sich entfernt hatte. Sie suchte sich ein einsames Platzchen auf dem Schwarzcnberge. dasselbe, wo sie gestern zuletzt gesessen hatten, und nahm die Gedichtsammlung mit, welche Gemkeuthal als Geschenk zurückgelassen hatte. Als sie das Buch aufschlug, sielen ihr zufällig folgende, inmitten anderer stehende Verse in die Augen: Du bist so schön und jung an Jahren, Gott möge dir dein Glück bewahren! Doch ich bin alt, im Bann der Pflichten, Flicht hoffen darf ich nur verzichten. Ja) habe deinen Pfab gemieden Wn scheidenziehe du in Frieden! Ihn tödten heißt es, wollt' ich spreche: Wir scheiden und mein Herz will bn. chen. - 5in Winterschnee in Lenzeswonnen Ist kaum gefallen, schon zerronnen, Verwandelt sind die weißen Flocken Zu Thränen in den BlüthenAocken. Thau, ans dem Schooß der Nacht ge sunken, Wird von der Sonne weggetrunken -Doch hat er frifchcn Duft und Leben Der srühlingsheitern Flur gegeben. Sie . überlas dies Gedicht nachdenklich wiederholt. Ihre Hand sank mit dem Buch in den Schooß und sie sann lange Zeit träumerisch vor sich hin, ohne den dünnen, in seinen Tropfen stäubenden Nebel zu cmpsindcn, der über das Landfchastsbild, auf dem ,hre Augen ruhten, einen duftigen Schleier wob. v Dreizehntes Capitel. War das nicht dieselbe junge Dame, welche du vor etwa sechs Wochen nach dem Bahnhof geleitetest? fragte Wolfgang von Bern Ergestedt den Doctor Reinland einige Zeit später, nachdem Frau Geheimräthin Berg mit ihrerTochter aus der Sommerfrische im Harz zurückgekehrt war Beide Universitätsfreunde trafen im Thiergarten 'zusammen. Der künftige Diplomat parirte eine goldbraune Trakehnerstute, die er ritt, und zwang sie, neben dem geschmackvollen Einspänner, welchen Reinland sich angeschafft hatte, zu courbcttircn. Die Prophezeiung Wolfgangs, der, seiner eigenen Sk Häuptling znsolge, alle künftigen Ereigniste in der politischen Welt vorher an-, zukündig cn die Gabe,, befaß, hatte sich auch hier bezüglich des eleganten &p.c. torconpes bewahrheitet. ,.r : : : Eiu stattliches Paar! fuhr er fort. Als , ihr dic Leipziger Straße entlang ginget, erregtet, ihr Llnsincrksamkcit. Mali sah euch nach. Reizende Person famose Achnlichkcit mit den Porträts 'der blonden Vally 'aN den Schaufenstern. Ich denke, ich muß diese Vally schon' früb,Wmalgeseheii'haben wahrhastig, es ' kaun sein, in Schillers Salon, vergangenen Winter. : ÄöctörHReittland Wir ein ' ' haben unsere V cweaarüde. noch zu bewahren es - ist meine Braut ! sagic er. Ihr'Aame? 5 ; Wird Dir bekannt werden, wenn die zedruckten Anzeigen umhergehen ' und vröffentWt'jverden, A Wois iacyle sröytlcy. mn 10 geheimnißvolles Liebchen kann auch nur ein behandelnder Arzt entdecken. Sie litt u '-iiiirf '" ' .rt'l'iH hi.ir: . ! 0 ' ': !! ! ,ni
wohl;:''Mn::Httze : -iivji,',: ,,!!,, -.. 5 Ji i ,(!:, , lii Si:,,,-, 1 ':; ;
. Die frivolen Scherze - des Freundes, zumal die ' Erwähnung der . blonden Vally, erregten den -Zom des jungen Arztes, , Er kanitte die Art seines Freundes, der trotz seines treuen und braven Gemüths eine sarkastische Rezung zu unterdrücken nicht gelernt hatte. Neinland beherrschte sich deher und entgcguete : Wir haben eine Anzeige unseres Verlöbnisses unterlassen, weil Familicnangelcgenheitcn noch , im Wege stehen., Mein Vater ist schwerkrank. Äcvor dessen Zustimmung eintrifft, kann noch eine geraume Zeit vergehen.
Meiner Verlobten widerstrebt es, früher das Verhältniß bekannt zu geben. Unscre beiderseitigen Wohnungen sind zur Zeit noch zu beschränkt, um fremden Lesuch zn empfangen. Leere Glückwünsche, sind überhaupt nicht willkomfisi ' . t.. men. . paier wlrzr aucy ou. ... O, schon jetzt, lieber Freund.' Re:zeiid, bildschön! Nur das Eostüm etwas veraltet, du mußt ihr bessere Kleider schaffen! . ' ' Richards Geduld war am Ende. Er ballte die Faust, feine Augen sprühten, nnd er war im Begriff, den unverbesserlichen Freund durch eine scharfe BemcrKing iu die gebührenden Schranken Zu weisen, als von der Sicgesallee .her eine fürstliche Equipage in raschester Gangart sich näherte. .Wolsgang erkannte die, darin sitzende hohe Persönlichkeit und sprengte, den Hut tief abziehend, an den Schlag des Wagens. Inzwischen war der Kutscher des Neinland'fchen GefährtS rechts ringebogen. Als Wolfgang nach kurzerZwiesprache mit seinem fürstlichen Gönner zu dem Coupe des Universitätsfrcundes sich zurückwenden wollte, war letzteres bereits außer Sicht. Wolf warf sein Pferd herum und ritt durch das Brandenburg zer Thor zurück. Er wollte frühstücken und hatte seinen Diener bestellt, ihm das Pferd vor dem DrcsseVschen Locale abzunehnicn. . ' Vom Pferde gestiegen, klopfte er den Hals desselben und war im Begriff ein- . zutreten, als eme zunge Dame an ihm vorüberging, die seine Aufmerksamkeit erregte. . Das ist sie Richards Angebetete. Entzückende Gangart. Haar wie mein Fuchs. Er wandte sich an seinen Diener, der im Begriff war, das Pferd fortzuführen. He, Friedrich, setz' Dich auf! Siehst Äu jenes Mädchen mit dem Rem brandthut und der blauen f t dMk S , y.- . VQ)ieise aus oer cyuitcr weite im Schritt ihr nach, sich zu, wo sie eintritt, wo sie wohnt. Ich will wissen, wer sie ist. Wenn Du dann die Hero in den stall gebracht hast, kannst Du die Pferdebahn bis zu den Linden nehmen. Ich erwarte Dich mit Nachricht hier im Restaurant. Zu Befehl, gnädiger Herr! Eine Anzahl von Bekannten fand der knngc Diplomat, der seinen Freund Keinland mit dem Ergebnisse der angezrdncten Erkundigungen als ein Trmm phator überraschen wollte, im Salon zufällig anwesend.,. Bctty d'Jsrael: und die Geigenspielerin Selma Verena vildetm den Mittelpunkt des Krenes von jungen Männern, der sich um beide Brr lhntthelten versammelt hatte. Die d'Jsraeli war nicht mehr jung, anch Nicht schon von Gesicht, aber ihr Körper von der edelsten uud idealsten Form, ihre schlanke nnd vtegsame Ge statt von Mittelgröße. Während die d'Jstaeli sich einfach, aber geschmackvoll und elegant trug, tvar Selma Verena etwas auffallend nach nltdeutschcr Mode gekleidet. Tie Facke.mit oben bauschigen Äeruielu war im Rücken kreuzweis zugeschnürt. Der volle Unterarm ragte aus den Brabantcr Spitzen, die um, den Ellenbogen flatterten, hervor. 2!uf der Achsel trua. sie den Orden eines kleinen fremdläudischen Fürsten. Eine Brillantorosche lenkte den Blick auf ihren etwas übermäßig vollen Busen. Das Gesicht hätte- man fast schön nennen können, wäre die Form nicht zn abgerundet geWesen und ein Zng von geistiger Beschränktheit zn offen hervorgetreten. In chrcn Concerten erschien sie noch als jugcndliches Kind in kurzen Kleidern, stolz auf ihre zierlichen Füße und 1'enfant frisirt. Sie fand einst viel Scifall und Besuch meistens von Männern, die sich bei geringen musikaMischen Anforderungen durch' den Reiz der äußeren Erscheinung bestechen lie,pen und, wenn Sclina Verena nach BeAndizung ihres Spiels den Bogen senkte und die Augen schmachtend Zur Decke Znffchlug,,, rasenden Beifall klatschten. :. Fräutcin d'Jsrael i winkte dem Herrn von Beni Ergestcdt. Alle Welt verlobt sich, sprach sie. Ihr Freund, Doctor öicinland, der mich heute Morgen besuchte, deutete an, daß er nächstens eine FamitZcnwohnung bczichcn werde ich wär heiser und hatte ihn um ein Mittel dagegen gebeten. Er zeigte mir die Photographie eines zunacn Madchens. 'Aber ich glaube, ' er hat' mich hinter's ichl führen wollend Ich kann mir ncht denken, daß er eine solche Wahl zttroficn hat. ' Sein Mittel war gut; ich laf.yc recht herzlich uud die Heiserkeit ., ' WH. T; 'I. f ",. , ' . :;.! var aciazwunocn! i Ha! Jetzt verstehe ich! Auch mir hat :r ein Märchen nusbindcn wollen! '. " 1 Das Bildniß der jnngen Dame hat cr m irgend einer !,lttnsthaudlung gekanst,' .i:n damit Epoche zn machen eö ist bic blonde Vally. 7 ' .: ' Während Fräulein, d'Jsraeli ' dies sprach crhMeeittMKM VU1'!; -it:''' c ''!is- V, ,.: r ßngc. ,, , ,, : ..; :.. .5. ., , ;:: Ja, sürwahr! Das mag seiü. stimmte fafr ; !:' :: : f-, yi y ' , . . ' ? :. ,. Wolsgang ZU, ohne genau aui dieWorte )er d'Jsraeti zu achten, desto mehr entju&AberJB SuÄ'öIip -.j. 4 "i'-k -J '!'.VK'-"'L'J. :Uj'"':, t ",- i . u-:.:rirt 4 - ungencht rerzcvonte. ' , !-: lgczu ' !' 1 iiliiiJS" (Fortsetzung solgt.)'. ;, .r Ein O p t i ,n i st. , Sie: , ;,Jes 'j d ühjcr 113 in ni erb) e rr Jtjf Jt n vX)..:!' r c 3 ä;1 brannt und nichts Hat er Hinterlassen als den Hemdkragen da!" Er: Run etwas Schamgefühl hat er halt docb noch g habt!"
Ss!äiiiife
Eln merrwürdlgeS Pferds
Pferde,, die im Alter von : ' m i Jabrcn noch dienstsähig sind, gehören. ZU den Ausnahmen.' ' Um s ö überraschen der ist daher ein von Belgien berichteter Fall, wo eine Stute ein Alter von 28 Jahren erreicht hat und ihrem Bcutzer noch immer nützlich ist. Dieselbe stammt von einer ..einheimischen Rasse, ist rcthbraun, untersetzt, wohl prcportlonirt und hat eine tadellose Haltung. Fast alle gewöhnlichen Merkmale eines hohen Alters - fehlen bei ihr und nur' vsA-t jporadlsche wclzze Haar? aus derttn?, am. Schweife und an den Vordcrglicdcrn fowie eine starke Abnutzung der Zähne, besonders' der Schneidezähne, weisen auf ihre große Bejahrthcit hin. Trotz vem verzehrt mt alte Stute chr uttcr ebenso gut als ihre Stallnachbarn. Bis , zum heutigen Tage wurde sie zu ' allen Arbeiten des Gutes verwandt, sogar zu solchen, welche eine gewisse Schnclligkeit der Bewegungen erfordern, wie das Ziehen der Mähmaschine, und es bedarf nur einer geringen Anspornung, um sie in den Trab zu - versetzen. Von den dreißig Füllen die sie geworfen bat, datirt das letzte vom 29. Mai AL885.es ist ein schöner Fuchs, der, dank der kräf- ' tigcn Nahrung, die er erhält, ein gutes und starkes Pferd, zu werden verspricht. Vasielhe erhalt lagliß) cme gute Portion Hafer und kommt daher seinem Herrn theuer zu stehen; dieser aber geht von dem richtigen Grundsatz aus, daß ohne gutes Futter eiuc ratlonclle.Pferdezucht unmöglich ist. Tasaufaewaudte Geld kommt mit reichlichen Zinsen wieder. Dcbei ist aber zu bemerken, , daß der genannte Grundsatz nicht in allen Laydern streyg e Anwendung findet. So bekommt das sirahische Pferd z. nie Hafer und ist d ennoch mindestens ebenso kräftig und, abgehärtet für , die Arbeit, wie irgend ein anderes. Aus dem Gesagten geht hervor, daß das merkwürdig hohe Alter der belgischen Zuchtstutc der guten Pflege uud Mx schonenden VcHandlung zuzuschreiben ist, welche dieselbe erfuhr, Bedingungen, gegen welche oft' gesündigt,,, , wird, indem, man die Pferde ncht selten durch denMißbräuch ihrer Arbcits- und Erzcugungskräste frühzeitig umbringt. - Wenn : man nach den letzten Fällen urteilcy daiW ,wa ren alle Erzeugnisse -dieser Stille gut. Diese Thatsache bestätigt die von vielen Pferdeüchtern aufgestellte Bchzuptung. daß bei der Erzeugung der Häusthiere der weiblich? Antheil vorwiegend . ilnd die Wahl der Stuten folglich noch wichtiger nls die der Hengste ist. , , Pferdefreund.) Tle indischen Tcheitcrhaufctt, über die. wenn ihnen auch die Englän der durch das Verbot der Wittwenvcrbrennnng den Zauber der höchsten Romantik geraubt haben, noch immer viel gefabelt wird,, beschreibt Hugo Zöller mit grausauicr Naturtreue in einer Studie über Venares, welche die K. Z." veröffentlicht. Als ich nach mehrständigem Umhcrgondeln auf dem Gan-, ges so erzählt der Verfasser an's Land stieg und mn Ufer, entlang spazirte,. traf ich an drei verschiedenen Stellen zahlreiche brennende ScheiterHaufen, in denen ohne jedwede Feierlich keit menschliche Leichen in Asche vcrwandelt, oder zumeist nur tüchtig angebraten wurden, um in dtesem Zustande in beir Fluß geworfen zu werden. Gewohnlick stellt man sich bei uns die Leichen aU oben ans dem Scheiterhaufen liegend' vor, und in dieser Weise pflegen auch von unseren Malen: Bestatwngssccnen , dargestellt zu werden. Dies ist aber iu Wahrheit wenigstens für Indien nicht zutreffend. Tietcnigen Leichen, deren Verbrennung ich zuschaute, lagen auf verhältnißmüßig kleinen, sparsam hergestellten Holzstößen und waren über und über unt Holzscheiten und Reisig bedeckt. Tg an den Seiten Zipfel von weißen Gewändern, oder gar, wie das bei sorglosem Aufbau des Scheiterhau fens des öfteren zn beobachten war, menschliche Glieder henmterhlna.cn, so erweckte diese Todtcnbestattung im Verein mit dem widerwärtigen Geruch verbrannten Fleisches einen schauerlichem Eindruck. - - Besonders verletzend wirkt 'auf unser Gefühl die geschäftsmäßige Rücksichtslosigkeit, womit die verkohlten oder nur angebratenen Theile derselben in den heiligen Strom geworfen, werden, so lld der Scheiterhausen ausgebrannt ist. Bisweilen , schwimmen unversehrte und angebrannte menschliche Körper zu Dutzenden und Hunderten im Flusse und gerathen in die Schraube der'Dampfschiffe. Da es nämlich für besonders,, fromm gilt, die sterblichen Reste seiner Verwandten dem Ganges anzuvertrauen,' so findet ousLanz.JnÄm,,tmL starker Leickcntransport nach BcnareS statt. An den Stellen des Ufers, wo die Leichen verbrannt werden, erinnert eine . Anzahl mit. den rohen Reliesbildern eines Mannes und einer Frau geschmückt ter kleiner Steine an die Sütrisoder,!'. aattcntreücn Wittwen, welche chier in, ' V .- ., : .!;::;', . f i 1 i " . :;i ' u d,, , ! . zruacren Zeilen einen reilgivzen qeiven itL.i ri.it-'ljsi-'iJr'LjL ' ä'f!i:.; J-'" m o.gcnvrven nno. . . . . :'.-v; ii: p. i'iU Di e , Mut t er 'i -m. ht , a u U tt : Stube und ',!!!Mtet, -zuvor hiekEnZ Mahnung an ähr Tochterchen : Lieschcn,Z daß Du Dir nicht einfallen läßt,! eine Birne aus dem U orb zu nehmen, .wennZ ich fort bin. , Wenn ich Dich nicht sehe. soichiWich;,: die Mutter fort ist, .wirfticIcheLeincnl Blick aufic Birnew wann einen Blick nach oben und sagt , bittenden Tones: LlebeGGoihbreh,' SZmM 'tlM ? 'tn san g -e tk rVAkSA! N o v e ll e. ' ' Rächt war's.' Schweigend lagen dic Andächtigen in dc:n magisch erleuchteten Dem aus den Knieen. Gra beKstille. ringsum" -mMMV,, feinste seidene Taschentuch stehlen HSren k0NNeN.. ' ' . ; ., G e n a u genommen. Herr Wirth., der Braten riecht. 1 Umgekehrt. f?ti rtr.f jn : ::,r' . :: .: ; ' "d! 'm ' i.,fS:,:- . ..(
' ' 'll
i i i :V 1 j : I t 4 ?t i 1 1 i 1 5 ' I i I . i i $ ' t J t -I m I I si Wsf k-n ! $m täki, m &M
i, :' W'ä ': '( Ji i s'WMW , V " ' '&mK 'li&Mllfe Sff'lilti.i'jjff'Ri-IHI iiti'UHBi pi:3ii;l! E-.: ItiitlS"!? sl!:::" :-" vli! ;i!!-!ffi: fo!" " ! 'iiji,;",E i''0:'ü !.fr,4f:! Pl t iij ! ! B;!! MM '"li ',," ,,, n :';l;':i;!-:S:!!;IS ifeiffjNiiiSilKifeSl;1'!,
,'Kv'H5K
