Indiana Tribüne, Volume 13, Number 351, Indianapolis, Marion County, 7 September 1890 — Page 7
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Seim Leid nd Seelsorgee cdßi stian Kneipps VonOtloHStth.
Wörishofen, im August. Es Ware unverantwortlich gew??eZ von einem gewissenhaften Journalisten, so, nahe an Wörishofen vorübergefahre zu sein, ohne diesem neuesten und eizcw artigen Kurort einen Besuch abgestattet zu haben. Ich habe also auf der Rückreise von meiner Turoler Sommerfrische einen ?lbstechcr hierher gemacht und nun sitze ich da, um meine Eindrücke und Erfahrungen wohl erwogen erst zn Papier und dann in die Oesfcntlichkcit zu bringen. Schon in Memmmgcn spürt man die Nähe deK Kurorts. Die Zuge in der Richtung nach Buchloe sind stark beseht und man bemerkt unter den Passagieren viele 5l'ranke. Ich sah einen Mann, der seine furchtbar abgemagerte Frau wie eiu Kind auf dem Arme dahertrug und mit ihr in den Wagen stieg. Er geht natürlich nach Wörishofen. Im Wagen ii nur die Rede von Wörishofen und von Pfarrer Kneipp. Massen von fast wunderbaren Hellungsgcfchichten wer den erzählt und die Kranken machen .hoffnunsfrcudige Gesichter. , In Station , Türkhcim wird ausge stiegen., . Stellwagen, Landauer und .sonstige Fuhrwerke stehen bereit, um den Kurgast nach dem eine Stunde südlich davon liegenden Wonshofen zu bcförbern. Im 9cn sind die zahlreichen Wa gen besetzt und vorwärts geht's auf der staubigen und frisch beschotterten Vieinalstraße Wörishofen zu. Dort wird beim ersten Wirthshaufe, im Roßte", abgestiegen, xnid nun heißt es, nach einer Wohnung sich umsehen. Es sind vin Quartiermacher da, und einer ist auch schon zur Stelle. Aber es ist nicht ein einziges Zimmer zu haben. Alle5 ist besetzt", erklärte er; es find gegenwärtig nähe an 1200 Kurgaste hier." DaS will bei den 1100 Einwohnern, die Wörishofen zählt, etwas heißen. Eine oberflächliche Schätzung hat mich überzeugt, daß wirklich über tausend Kurgäste hier sind. Genau zu zählen sind sie nicht, denn es cxistirt tocdcr eine polizeiliche noch eine sonstige Fremdenliste. Im Hausgang des Pfarrhauses, der als Wartezimmer dient, liegt zw ein Fremdenbuch auf, in das Alle,, die den Rath des Herrn Pfarrers Ican spruchcn, sich einzeichnen sollen, aber sehr Viele thun es nicht. Ich blätterte das Buch durch; seine Nummern geben in diesem Jahre schon in die Tausende, und ich fand Namen aus allen Ständen und' Natiouen, von den Prinzen, Fürstcn und Grafen Solms, Lichtcnsteiu und Waldbnrg über Barone, Gutöbe' sitzer, Staatsbeamten aller Art, Bürger jeden Erwerbs bis zur Baucrndirne und zum einfachen Stallknecht. Ebenso bunt sind die Sprache!:, die man hört. Alle deutschen Dtalekte sind vertreten. Wienerisch und Schwäbisch. Allema:nsch und Fränkisch. Sachsisch und Berlin?Tisch, K ölnisch und Hamburgisch, Ostpreußisch und Mecklenburgisch. Tazwischen tönt Französische Englisch. Italienisch, Böhmisch, Ungarisch und Kroatisch. Ueber hundert Geistliche sind anwesend, darunter namentlich diele aus dem Elfan und aus Böhinen. Manche in ihren Ordenstrachten oder sonst besonderen Anzügen. Das feinste Weitbad kann kein, internationaleres Ge präge ausweisen, als diefcs bäuerifchö Wörishofen. Bäurisch aber ist Wörishofen durch und durch. Die Curort-Eigenschaft ist ihm über Nacht gekommen, aber es hat sich dadurch nicht irre machen lassen, weder in seinen Arbeiten, noch in seinen Gewohnheiten. Nicht einmal in den Preisen, die man für Essen, Trinken und Wohnen zahlt. In j&cr letzten Zeit sollen die Preise, etwas angezogen habm, ich fand sie mdeg noch lmmcc antzerordentlich billig. Jedenfalls kann Wörishofen keck die Wette eingehen, das; cl der billigste Kurort der Welt ist. Seine Ausgaben sind auch darnach, kein Kurhaus, kein Orchester, leine Fest?, keine Ausschmückung, keine Straszenreinigung, ja nicht einmal eine Beleucht tung ist da. Das erste Requisit. daS sich "ein Wörishofen Kurgast anschaffen raus;, ist eine Laterne, sonst riölirt er, Mcndö beim , Nachhausegehen in den Ct.aßensckNämm zu versinken oder gar in den Dorfbach zu gerathen, der selbstverständlich nirgends eingedämmt und noch weniger mit Schutzwehreu oder ordentlichen Brücken versehen ist. Ich habe mehrmals um Hilfe , rufen hören, meine Hilfsbereitschaft schwand aber, als ich erfuhr, ,, daß tS sich nur um ein mehx oder' minder tiefes ab nbZslM, unzeMhrliche Schlamm- oder Bch43ad handle. 't$ß ist noch nicht Vorgekommen, daü Einer dabei verunglückt ist; lso vmuchl inan sich darüber nicht uszurk gen. Jttt Gegentheil, Dergleichen gehört zu der hiesigen Kur. Also lassen mit Alles, wie es ist. Nur keine mo lernen Kurortcinrichtungen vom ÜnxU rector bis zu den italienischen Mchtcn, sonst ist der ganze unoüchsige. natur snsche. intensiv nach Landwirthschafi Hustende Reiz WöriShofens verloren: Es ist freilich nicht zu fürchten, daß der VcrschönernngS'Berein, der sich hur ans Bürgern und etlichen Kurgästen gebildet lzat. des Guten zu viel thun werde. Der Schöpfer des Kurortes Wsr!s hosen ist der hochwürdige Herr Pfarrer Sebastian Kneipp. ,, ,, Als armer Webersöhn geboren, vertauschte er erst im 21. Lebensjahre das Weberhandwcrk mit der Theologie, zu der , er Beruf in sich spürte, ab große Entbehrungen und Anstrengungen des Nachholens machten ihn so krank, daß man an seinem Aufkommen verzweifelte. ,, Als die Aerzte ihn aufgaben, beschloß er,' sich selbst zu helfen. Er verfuhr nach einem Buchlein über die damals aufkommende Wasserkur, aber es hals ihm nichts. Indeß bemerkte er. daß ihm die Wasserbchandlung auch nicht geschadet hatte, woraus er schloß, daß der Fehler nicht an dem System selbst, sondern nur an der 2Jte thod? liege. , Er versuchte daher audere
Methoden und schließlich fand er eine, die Erfolg hatte. Er wurde gesund, konnte Priester werden, und begann auch andern Leidenden die Wohlthat seines Heilverfahrens zn spenden. Die Eigenthümlichkeit der 5tneipp'schcn Methode besteht darin, daß er das Wasser nicht schroff, sonden: mild anwendet und der Individualitat der Kranken und der Kranlhcit Rechnung trägt. - Seine Beziehungen nnd Bäder dauern kaum eine Minute; der Aktion des kalten Wassers kann also unmittelbar die Aktion der Wärme von Innen folgen und sich entfalten. Wer das kalte Wasser oder die Begie ßungen und Bäder nicht ertragen kann, bekommt laues Wasser oder rasche Al" waschungm; für lokale Uebel werden auch Dämpfe oder Bader mit Zusätzen von Hcublumen, Zinnkraut u. s. w. v?rordnet. Vielfache Verwendung finden auch die Heilkräfte des Pflanzenreichs ; Armka, Hollunder, Vermuth, Zinnkraut Augentrost, Enzian u. s.. w. kommen Zu vollen Ehren. Alle Heilmittel hak Herr Kneipp durch viele Jahre an sich und an Andern erprobt und bewahrt. Da, neben dringt er auf naturgemäße Le bens- und NähnlNgsweise, auf Mäßig keit und Nüchternheit. Er ist namentlich ein Feind des Kaffees, dessen verhecrcnde Wirkungen beim weiblichen Geschlechte und bei' Kindern er mi" größter Entschiedenheit bekämpft. Er empsichlt die Krastsüppe aus Mehl, welche die fein zermahkene Kleie enthält, ebenso das aus diesem Mehl hergestellte Brod. Er venvirft das Tragen der Wolle am Leibe nnd empfiehlt dafür leinene Wafche, grobes Hanftuch oder Leinen sowie Leinen Tricot. Er selbst trägt diese Wäsche, wie überhaupt nur em-' psiehlt, was er selbst uach langer Prüfung als gut befunden hat. Endlich ist er ein großer Freund vom Barfußlau' sen,. vornehmlich im nassen Grase, wenus geregnet hat, oder Morgens, wenn Thau gefallen ist. Wer keine Gelegenheit dazu hat, der soll in seiner Badewanne bei einem Zoll hoch Wasser herumpatscheu. Hier in Wörishofen läuft Alles barfuß, von der Kuhmagd bis zur Salondame, vom Knecht bis zum Baron. Als ich zum Dorfe hereinfuhr, sah ich zwei modern gelleidete Fräulein aufgeschürzt und barfuß durch die Straße gehen. Im Anfang kommt dies Einem recht komisch vor, sieht man aber junge und alte Damen, Bauern und Herren barfuß gehen, so gewöhnt man sich daran, und schließlich, wenn man allgemein die gute Wirkung des Barfnßgehens rühmen hört, entschließt man sich, selbst die Probe zu machen. Man ist ja unter Barfüßern und riskirt nicht, wb etwa in Frankfurt, durch Barfußgehcn einen Aufkauf zu veranlassen oder gar wegen groben Unfugs verhaftet zu werden. Morgens früh ist Barfuß-Promenade ; von 5 Uhr ab spaziert man auf den ausgedehnten Wiesen im kurzen, weichen, nassen Grase. Schuhe und Strümpfe bindet man zusammen nnd hängt sie über die Schulter, oder man läßt sie zu Hause; man kann sie auch am Nande der Wiese stehen lassen, ohne befürchten zu müssen, daß sie gestohlen werden. Die Barfnßpromenade dauert eine halbe bis eine Stunde, je nach Kraft oder Lust des Kurgastes. Als ich die anwesenden Aerzte munter mitlaufen sah, warf ich ebenfalls Schuhe und Socken weg uud lief mit, trotz des naßkalten, regnerischen Wetters. Das Er gebniß war, daß ich den ganzen Tag im Körper von unten heranf ein recht angeuehmes Gefühl der Warme uud Auffrischung verspürte. Seither wiedhole ich die Uebung jeden Morgen, und ich bedauere nur, daß ich sie in Frankfurt nicht wied fortfetzen könne. Machen wir nun dem Herrn Pfarr einen Besuch. Das ist indeß keine leichte Sache, denn er ist den ganzen Tag von
Krankn und..vultesuchenden umlagert. Seine Sprechstunde beginnt Morgens früh 7ö und dauert bis gegen 12 Uhr; r . . ii f fr . t . nacu oem culagezzen t wieoer isprecystunde von bis nach 3 Uhr. Das sind schzn mehr Sprechtage. Von 3 Uhr ab macht der Herr Pfarrer persönliche Anwendungen an Kranken in be sonders schwierigen Fällen. Um ö Uhr hält er bei gutem Wetter im Freien Vorträge; er steht dabei auf ein roh' gezimmerten Bühne nnd die Znhörer sitzen auf improvisirten Bänken oder auch auf dem Boden im Grase. Wer zu dem Herrn Pfarr will, der muß in die Sprechstunde kommen. Die Bormittgs-Sprechstunde ist im Pfarrhause, die spatere im Kloster. Wir bo treten das Pfarrhaus und finden den Hausgang, d als Vorzimmer dient, schon dicht besetzt. .Die früher Aufge standenen oder die Rücksichtsloseren ha ben sich us der Thüre aufgepflanzt, die In das Ordinationszimmer fuhrt. Sie werden truppweise e' und auch wieder Hinausgclassen, Scanner und Frauen getrennt. Nach langem Warten in einem Raume, dessen Stickluft zuweilen nur mit scharfer Zuglust abwechselt, drücken wir uus endlich mit ei rem Schub unt ellich Gefahr, drückt zu werden, in das ' Ordinationszimmer durch. . Das Zimmer ist einfach, nicht einmal tapeziert und ebenso einfach ausgestattet. Auf einem alten Sopha hinter dem Tische sitzt der Herr Pfarrer, umgeben von den Aerzten; vorn um den Tisch drängen sich die Kranken; die nun einer nachdem andern ihre Leiden zahlen uud absolvirt werden. ? Der Herr Pfarrer saßt Jeden schärft sn Auge, stellt Fragen, wo er es für nöthig findet, macht Bemerkungen, diktirt die Arnven düngen, die einer der Aerzte aufschreibt und dem Patienten übergibt. Er ist jetzt 70 Jahre alt. Eine kräftige, gedrungene, weißkopsige. von Gesundheit strotzende Figur. Das Gesicht zeigt ausdrucksvolle Züge und unter deu buschigen 'Augenbrauen blickt ein lebensvolles Auge, bald scharf, bald schelmisch hervor. Der He Pfarrer ist ein Humorist, freilich in der derberen Form, die seiner Umgebung angemessen ' ist. Aus dem Volke hervorgegangen und noch immer mit ihm vettachsen, kennt er das Volk und weiß mit ihm zureden.
im Ernst sowohl wielm Spaß.' Mancher heitere Zwifchenfall unterbricht die Trockenheit der Sprechstunde. Bitter sarkastisch wird der Herr Pfarrer, wenn eines der vielen Opfer der Schulmedizin sich vorstellt nnd von den Leiden zählt, die ihm diese Zugefügt k)at; ohne daß es besser wurde;' in der Regel, zähle!: sie, ist es immer schlimmer geworden. Dann wendet sich d Pfarrer an die anwesenden Aerzte und sagt: Das ist wieder einmal ein Beleg dafür, wie blind nnd verk-hrt- die medizinische Wissenschaft verfährt!" In kurzen Worten erläutert er danu die Unsinuigkeit und Schadlichkeit der angewendeten Mittel und begründet seine eigene Vorschriften. Er kann alle jtrankheiten heilen, nur die jenigen nicht, die bereits ein edles' Organ völlig oder nahezu zerstört haben. Darum ist er mzch vorsichtig bei Lungenund Herzkrankheiten. Stellen sich Patienten mit diesen Krankheiten cm. so weist sie zur nahereu Untersuchung au seinen wisseuschastlichen Kollegen Dr. Kleinschrod. Jeuach dem Befund dieser Untersuchung nimmt er den Kranken in Behandlung oder nicht. Der Herr Pfarrer hat mir bereitwillig die Erlaubniß theilt, seinen Sprechstunden beiznwohnen. Ueber das, was ich darin erlebt, gesehen nnd gehört habe, könnte ich einen ganze? Band schreiben; hier muß ich mich auf einiges EharacteristiZchc beschränken. Eine Bauersfrau stellt sich mit einem sechsjährigen Mädchen vor. Das Mädchen sieht frisch und munter ans, ist ab im Sprechen zurückgeblieben; es kann nur wenige Worte sagen. Das Gesichtchen ist unnatürlich geröthct, denn das lttnd trägt trotz der an.-ic!lblick!iche.r Hitze einen großen modcrnen Strohhui. der mit Bändern, Spitzen nnd Blumen überladen ist. Wie heischt Dn denn?" frägt der Herr Pfarrer, der mit den'Bauersleuten im Dialekt spricht. Mna", kann das &'h:d sagen. Wer hat D'r denn den Huet 'kauft?" frägt der Herr Pfarr weit. ..Sag: D' Mannne", mahnt stolz die Mutter, als das Kind mit der Antwort stockt. Da bricht der Pfarrer los: W wird denn eine Kind so e Huet aussetze ? Jscht das nit e Sünd, un isch's c Wunder, wenn unser Herrgott so c Hochmuct mit Kranket tast? Vaurekindcr solle barhäuptig laufe, das isch das Gsüudescht sür sie!" Danu diktirt er. was mit dem Kinde zn geschehen habe, uud schliehZich fragt die Frau: Was bin ich schuldig?" Der Herr Pfarr erwidert: Ihr mücsfet Vermöge ha, snuscht hättet ihr dem K md nit den Huet kauft;, der hat g'wif; viel Geld loscht. Es wär' umesunscht g'scheh', jetzt aber koscht's e Mark." Die Mutter zieht den Beutel, der in der That feine Armuth ausweilt, bezahlt und geht. Der Herr Pfarr rnst ihr nach: Nix sür unguet; i niuef; halt d Wohret rede !" Bei .dies Gelegenheit sei bömerkt, daß der Herr Pfarrer Unvermögliche umsonst kurirt; Vermögliche bezahlen eine Kleinigkeit. Reichlichere Gaben werden mit Tank angenommen; sie sind in guten Händen und werden gemeinnützig verwendet. Aus eigenen Mitteln hat der Hcrr Pfarr die Wasscrleitung errichtet, die beiden Badetzäuser gebaut :c, was Alles wieder den Patienten zu Gute kommt. Und wie vielen armeu Patienten bezahlt der Herr Pfarrer die Kosten ihres Anfcnthalts! Noch ernster fällt die Strafpredigt aus in folgendem Falle: Der Mann, er stellt sich als Lehr vor, bringt eiu zwölfjähriges Mädchen.' Es ist im Wachsthum zurückgebliebe:!, sieht elend aus. hat nervöses Zittern, bekommt Krampfanfällc und trägt eine Brille. Seit fechs Jahren", erzählt der Vater, hat sich dieser Zustand herausgebildet, uud alle Aerzte, die wir konsultirtcn, haben nicht helfen können; es ist vielmehr immer schlimmer gewordcu." Ja, was gebt Ihr dcuu dem Kind zu esscu?" sragtc der Pfarrer. Es ißt nichts als Kaffee," ist die Antwort. Da
bricht der Pfarrer los: Ihr Nabenva. ter, habt Ihr denn gar keinen Verstand, da Ihr einem Kinde nichts als Kaffee gebt?" ES kann nichts anderes mehr vertragen, wendet der Batcr eiu. Natürlich", fährt d Pfarrer fort, Ihr habt den Magen des Kindes von srüh an davan gewöhnt, und nun tvill er nichts Anderes mehr! Aber denkt Ihr vmn gar nicht daran, daß Ihr das Kind durch eine solche Nahrung selber krank gemacht habt und sonnlich tödtet?" Der Mann schweigt verlegen, worauf der Pfarrer ordinirt: Vor Allem keinen Tropfen Kaffee mehr! Dann verspricht er baldige Heilung. Sonst kann sür Nichts stehen. Man begreift übrigens dm Eifer des .Herrn lueipp gegen den Kaffee recht gut, wenn man sieht, wie viele elenden, krüppelhaftcn, verwachsenen. nervösen und kurzsichtigen Kinder ihm gebracht werden, und wnl er die Mütter fragt, mit was denn die Kinder ernährt werden, erhalt er die Antwort: Fast nur mit Kaffee. , Als ob die Bau. ern keine Milch mehr hätten! Und daß der Kaffee die Schuld an manchem Kinderclend trägt, das steht dem Herrn Pfarr fest, denr sein Kampf gegen den Kaffee rettet vielen Kindern das Leben und gibt ilmen die Gesundheit wieder. Beispiele hierfür habe ich hier Massen. baft.aelkbk'n. Al'der r'f g e i ft l i ch e nn großen Gemeinde vorder Schule iorbeiging, kam " gerade die fröhliche Kinderjchaar heraus. Men Anderen )oran eilte ein niedliches Mädchen, die Schultasche ljnter dem Arm. Als die kleine den geistlichen Hrn blickte, nachte sie einen Knix, eilte auf ihn zu und küßte ihm die Hand. Wie heißt Du, mein Kind?" fragte der Prediger freundlich. Röschen Gellert", antwort die Kleine. Ei, das freut mich, daß Du ein so artiges Kind geworden bist; ich habe Dich getauft." Ach,, Hochwür)en", antwortete das Kind, treuherzig, ,ich hätte Sie beinahe nicht wiederer-' latm .,,;;::,;:;. ,,;r. ; Arge' C onsusl on. Lehrer: Las kannst Du mir von Columbus sa jen? Schüler: Ist das nicht der Mann, 1 die Eier entdeckt hat !
Merrimac und Monitor.
Mit grobem Gepränge ist in der lcy tm Woche die 'Leiche Ericssons nach Schweden überführt worden, aber alles dieses vermag nicht den ganzen Werth des Todten wiederzugeben, insbefondere sind es seine Verdienste zu einer höchst kritischen Zeit des Bürgerkrieges, für die leine Worte gefunden werden können. Nicht daß Ericsson erst hier zu Nuhm und Ansehen gekommen wäre, er hatte in England mit Locomotiven .Triumphe gefeiert, hatte für die Vereinigten Staaten den Princeton" baut, das erste Kriegs schifi nach dem heute allgemein angewendeten System, welches die fortbewegenden Dampfmaschinen unter der Wasserlinie, außer dem Bereiche der feindlichen Geschosse an bringt ; gerade bei diesem Schiffe von Ericsson gemachte zahlreiche kleinere, aber höchst bemerkenswerte Erfindungen, dann ab auch seine unterseeische Kanone zur Küstenvertheidigung, -sein Sonnenmotor, das alles sind nur die hauptsächlichsten Früchte seines Fleißes und seiner Erfindungsgabe, denen zahllose unbedeutendere . anzureihen wären. Auch auf naturwissenschaftlichem Gebiete leistete dieser Mann hervorragendes, was hiermit kurz envähnt sei. Encbfsu. Was ab?r dem Namen EricZsonS namentlich die Unsterblichkeit verliehen hat, das ist sein Monitor", der auch die Hauptursache der. Gcdächtnißfeier bilder. Wenn man 28 Jahre zurücksieht auf das berühutte Seegefecht in Hamptou Noads, so muß man zugeben, daß dessen Wichtigkeit nicht üdertrieben worden ist. Die denkwürdige Seeschlacht fand am 8. März 1862 in Hampton Roads. statt. Die nördlichen Streitkräste hatten Norfolk im Jahre vorher geräumt und vor dem Abmarsch eine Anzahl Schiffe der Südlichen verbraunt, unter den letzteren die Fregatte Merrimae mit 40 Gefchüt zcn. Als die Confödcrirten von Nörfolk wieder Besitz ergriffen, wurde der Meimae gehoben und in ein gepanzertes Widderschlff umgewandelt, ein nach französischem Muster zum Rammen gebautes Fahrzeug, dessen Hauptwaffe ein Sporn bildete. Das Ungcthüm war flachgchend. stark gebaut und stark gepanzert. Der ..Merrimac" konnte jeden Hafen anlaufe und Städte und Meu scheu waren in seiner Macht. Zu jener Zeit lag in Hampton Roads ein ausschließlich aus hölzerncu Schiffen bestehendes Geschwader, die Fregatten St. Lawrence, Roanoke nnd Minnesota aus der Rhehe und die Schiffe Congreß" und ..Cumbcrland" auf der Höhe von ?!ewport News und Old Poiut Comfort. Der Eumberland" lag Nichmond am nächsten und tvurde zuerst angegriffen. Er hatte dreißig Geschütze und eröffnete aus seinen Dreh' bafsen das Feuer, in welches bald der Eongres;" und die Uferbattien einfielen Der ..Merrimac" kümmerte sich gar nicht darum. Er ging so slach. das; die 5kugeln ihm wenig oder gar nichts anhaben konnten, hingegen dcmolirte er mehrere Geschütze des ..Eongreß" un bohrte danu seinen Sporn so tief in die Seite des ..Eumberland". dast derselbe sich füllte und mit wehender Flagge zu Grunde ging. Mittlerweile war der Congres;" auf Vüchseuschußzveite herangedampst und seuerte Schusi auf Schuf; "auf den Merriniac" ab, wel6)?r auch mehrmals empsindliaz getroffen winde. Jetzt ab legte sich das Wdderschiff dicht neben den Gegner und unterhielt eine Stunde lang rn so woh!g?zicltes wirksames Feuer aus de:elben. das; er fast alle des' sen Eefchüe demontirt und der größte Theil der Mannschaft kampfunfähig gemacht wurde Es war bereils spat am Nachmittag, als die anderen Schiffe des Buudesge? schwäders aus dem Kampfplatz erschicixen. ' !!nd dann hatten dcr',.Noauokr" und der ..St. Lawrence" noch das Pech. bei dem niedere Wafscrstand stehen zu blötben. und dem Mmnesota" pajznte r - m .V rc mmm V M4i 'r - VV -s hm IHM. mm Lil'XO Xlrnlrntc B il. ,
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dasselbe Unglück, als bereits in die Gefechtslinie getreten war. Wäre es nicht so spät am Tage gewesen, so hätte das letztere Schiff, und vielleicht auch die t " t ? , ..i
veioen anoeren, oas cyiami - oes Cumbcrland" und Congreö" chellcn müssen, ab die einbrechende Nach: machte dem Kampfe ein Ende, und d Merrimac" zog llch nach S.cwalls ZZomt zurück, um seine Venvundeten an's Land zu setzen und zwei demolirte Geschütze durch andere zu setzen, damit :r am nächsten Tage den Kamps wieder nlfnehmen könne. Wirklich erschien er am nächsten Tage auch wieder auf dem Platz, um sein Zcr storuugswcrk zu vollenden. Dieses Mal hatte ab die Rechnung ohne den Wirth, den kleinen Ericsson'schen Monitor. gemacht. Letzterer war in aller Stille gebaut worden. Begonnen wurde er. als die Ver. Staaten ManneBehörden von dem Bau deö Wioderschiffes , Kenntniß hielten. Als er in der Flußbiegung schien, kam es den'Zufchauern auf den Wällen der Forts vor. als ob eine Pmenbor auf ein Käscschachtel einherschwämme. und man sagte sich, daß das kleine Ding doch nichts gegen das bespornte Ungeheuer ausrichten könne. Aber es entwickelte sich bald ein ganz merkwürdiges Schauspiel. Der Monitor legte sich zwischen den Merrimac und den Minnesota und öffnete den Kampf auf den Feind. Er lag tiefer wie der Merrimac nd feuerte mit einer solchen Treffsicherheit, daß der Mrnimae" bald nichts anderes zu thun hatte, als zn manövriren, um den Schliffen des Monitors zu eutgehen. Mehrmals machte er den Versuch, dem Monitor mit seinem Sporn den Todes stoß zu geben, allein das kleine Ding wich immer flink und geschickt aus. daß der Merrimae" dicht vor seine Geschütze zu liegen kam und aus ' nächster Nähe ein paarHundcrtpfünder in seinen Schornstein bekam. Der Kampf hatte mehrere Stunden gedauert, da traf ein Schuß den Mvnitor voll in den Thurm. - Lieutenant Worden, welcher den Monitor bcfehligte nnd auf den Tod verwundet wurde, glaubte, daß der Steucr-Apparat demo--lirt sei. und gab Ordre zum Rückzug Als Lieutenant Green den Irrthum seines Vorgesetzten gewahrte und den Kampf emeuern wollte, hatte der Merrimac schon das Weite gesucht. Man hat ihn später nicht mehr zu fürchten braucheu. während der Monitor nock manchen guten Dienst geleistet, und als Modell für eine Menge anderer gedient hat. Er liegt jetzt auf dem Grunde dn See. 70 Meilen von East Hatteras entfcrut, wo er im Sturm untergegangen ist. Er wurde das Opfer der Elemente, nicht des Feindes. Cöurm cs Monitor. 'Welche Vedentung der Kampf zwi fchen Monitor und Meimac auf der Rhcde von Hampton Roads hatte, gehl aus dem Urtheil eines englischen Blattes hervor, welches erklärte, daß England vor demselben 149 stolze Kriegsschiffe hatte, uach demselben . aber' nur zwei, nämlich die damals gerade gebauten Panzer Eolosse. Die anderen würden vor dem Monitor wie Pcrpierschiffe zu Grunde gegangen sein. Eine heitere Verhas tungsgeschichte macht in Raab von sich reden. Der Esicscer Grundbesitzer Duc de Sarban-Pontcves wollte den OrientExpreßzug zu meiner Reise nach Paris, benutzen und langte zu diesem Zwecke vor Kurzem , an einem Dienstag in Raab an. Nun verkehren aber die Orient.Expreßzüge blos am Mittwoch und Samstag, und so war der Duc de Sarbän genöthlgt, bis Mittwoch in Raab zu bleiben. Indessen vertrieb er ; sich den Tag so gut er konnte'und nahm uch aus lauter Langeweile einen Theil der Nacht dazu. Bei seinem Nundgange in früher Morgenstunde hatte das schön gelegene Bischofsschloß offenbar ' das ; Wohl, gefallen des Herzogs von 'Sarban erregh und da er ein leidenschaftlicher Zeichner ist. stellte er sich inmitten -der Raabbrücke auf und warf vom thurmgekrönten Bischofsschloß sammt Um gebung ein flüchtiges Eroqms in sein Tagebuch. Ein schlaftrunkener Söldling d heiligen Hermandad bemerkte, dies, und da er schon etwas von zeichnenden Spionen gehört haben bürste, verfiel er auf, die Joee. eine vaterlandsrettcnde Heldenthat auszuführen., Er sorderte den Herzog zur Ausweisleistung, auf, und da sich dieser,' weil er , der ungarischeu Sprache 'nicht mächtig ist, ' mit dem Polizisten : nicht verständigen konnte, mußte er sich in's Rathhaus begeben nnd,, dsrt das Erscheinen des Polizeichefs abwarten, vor dem es ihm gelang, sich als leibhaftigen Duc n. s. w. auszuWeisen, f woraus selbstverständlich so--fort in Freiheit i gefetzt" wurde. Wenn der Herzog in Raab künftighin wieder öffentlich wird zeichnen wollen, wird er wohl seinen Paß mit sich nehmen, i Hofsentlich zählt er in Paris seinen Landsleuten, welch' unangenehmen Eindruck die Spioncnriccherei macht. 7' ' 1' LJn-f' ir ,,,,, . t,,!,ss,'t,, -fast Du bist fortgegangen um dir em Korsett zu kaufen, und kommst mit einem halben Dutzend Taschentüch znrück? Tochter : , Ja. sieh Mama.in dem Laden, m dem ich das Korsett , kaufen wollte, war gerade ein Herr anwesend, da konnte ich doch unmöglich' meinen Wunsch är ßern!
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Aber. Mann." sagt die Frau Maie? ungehalten, alö sie ihren Gemahl ein mal in's Wirthshans begleitet, jetzt fitzen wir kaum eine Viertestunde da und Du läßt Dir schon die dritte Halb? bringen!" Aber ich bitt' Dich. Kind.- antwortet der Ehegatte, wozu bezahlt man denn das theure Trinkgeld, wenn man die Bedienung gar nicht in Anspruch nimmt?!", : ,,Ter Graf von Regatta". Wenn eine Dame in Berlin allein aus 0er Straße promcnirt, so hat sie manchmal allerlei Abenteuer zu bestehen. Fräulein Hulda 5l'opp in Berlin kann davon eine Geschichte erzählen. Frl, Kopp ist eine Schneiderin mit blonden Zöpfen und blauen Augen, eine Gretchmgestalt in modernem Kostüm, eine jener jugendlichen Schönheiten, von denen man zu sagen pstcgt: Ihre rothen Lippen sind Korallenklippen, wo auch die gcscheidtcrn Schiffer manchmal schcilern." In dem Gefühle ihr Unwiderstehlichkeit lustwandelte Fräulein Hulda eines Tages Unter den Linden, als sich ein jnug, elegant gekleideter Mann näherte und ihr galant seine Begleitung anbot. Das moderne Gretckzeu besas; nicht die Harmlosigkeit, dem Verführe? zu antworten: Bin weder Fräulein, noch bin ich schon." sie hielt sich vielmehr für Beides und schob deshalb ohne laugeZ Besinnen ihre Hand unter den Arm des Fremdlings. Dieser war so recht ein Mann nach dem Herzen des jungen Mädchen: eine elegante Erscheinung, ecgaute Kleidung, ein Monccle m ' echten Auge, ein Ehatelaine aus der linken Westentasche Hera ushänzend. Uud wie röthcte das Mädchen, als sich der Herr als der Graf von Regatta vorstellte, ihr die Abenteuer Zei:?es Freundes, des Barons v. Wintcrfeld. erzählte und ihr vsprach. sie demnächst mit seinem Freunde, dem Grafen Blücher, Hsannt zn machen. Einen solchen clegantcn Begleiter muß man sich warm halten, dachte Fräulein Kopp, und sie gestattete demselben nicht nur, sie bis. an ihre Wohnungsthür zn begleiten, sondern sagte auch zu. daß sie ihn am nachstcn Nachmittage zu einer Tasse Kaffee empfangen wolle. Das Plauderftünd chen bei der Tasse Kaffee verlief im Fluge; Fräuleins, hatte einen Mocca gebraut, wie er dem verwöhnten Gaumen eines so hohen Gastes entsprach, auf dem Tische prangte ein. altdeutscher Rapskncheu. und unter dem Zeichen desselben klangen die Bctheuerungen der innigsten persönlichen Zuneigung, welche der Gras v. Regatta dem beglückten Mädchen gab, noch süßer und zärtlicher. Sie gestattete ihm sogar, zwei ihrer Ringclein an seinen kleinen Finger zu stecken nnd konnte es schwerlich vcrmuthen. daß in dem Augenblicke, wo sie auf kurze Zeit das Zimmer verlassen hatte, der Herr Graf an ihre Kommode eilte und mit einem kühnen Griff aus derselbeu einen Gegenstand in seine Tasche beförderte. Fraulein K. hatte sich um gekleidet, um auf den Wunsch ihres An beters eine kleine, Luftkur im Grünewald zu unternehmen. Als man aus dem Bahnhofe Friedrichsstraße ankam, war der freundliche Mann plötzlich verschwunden und die jnnge Dame rermochte knne Spur mehr von ihm : entdecken. Von schlimmen Ahnuu. gepeiuigt, eilte sie nach ihrer Wohnung und konnte dort bald feststellen, daß aus der Kommode ichr Portemonnaie mit recht erklecklichem Inhalte ebenso spurlos verschwunden war. Das Geld verschmerzte die Dame weit eher, als die beiden Ringclein, welche der Spitzbube Als nn Pfand der Treue" ihr abgenommcn hatte und , das mit frischem Rosenduft besprengte Svitzentaschentuch, welches er, nachdem er innige Küsse darauf gedrückt, in seine Rocktasche geschob?n hatte. Alle Versuche, den Grafen Regatta zu ermitteln, bliebenerfolglos. bis eines Tages das Portemonnaie dem Mädchen wieder zugestellt wurde. T galante Gras hatte ein Brieflcin beigelegt und darin die Versicherung gegeben, daß er das Geld ganz nottwendig gebrauchte, das Portemonnaie selbst aber nicht verwenden könne. Der böse Mensch, hatte, sogar noch . seinen Spott getrieben und in einem Postscriptum hinzugefügt: Zweifle - an der Sonne Klarheit, zweifle an der Sterne Licht nnr an meiner Liebe nicht!" Ds Brief wurde dem Spitzbuben zum Verräther. Nach Betrachtung der Schristzüge war es der Polizei ganz klar, daß kein Anderer den Streich ausgeführt, als der übel beleumundete Schreiber Emil Erwin Winter, welcher schon mehrfach mit dem Gefängniß Bekanntschaft aemacht hat. Er war und .blieb, verschwunden und seine Spur wurde erst wieder aufgefunden, als er Ende v. $, in Landsberg wegen Betruges, Tiebstahls und Unterschlagung zu zwei , Jahren Zuchthaus urtheilt wurde, welche er setzt im Zellcngcfängniß in Berlin verbüßt. Als er dem Frl. Kopp. welche sich aus diesem festlichcn Anlaß in ihren Sonntags-Nach-mittags'Ausgangsstaat wars, vor der Fcricnstra flamm am Landgericht 1, entgegentrat, hätte er wieder seinen eleganten Anzug angelegt; an seiner Seite befand , sich aber kein blondes Gtctchctt, sondern ein ernst dreinschauender Schutz männ,er Gras von . Regatta war durchaus geständig und da er hoch und heilig sich zu bessern versprach, verur theilte ihn der Gerichtshof nur zu einer Zusatzsttafe von vier ' Monaten Zuchthaus.
Der alte Bauern feld". Von der Persönlichkeit des alte? Bauernfeld" entwirft Schlesing in dcq N. Fr. Pr." ein lebenvollcs BM Baucrnseld war eine stark gesellige Natur; er lebte und webte in der Ge scllschaft. Er machte auch ganz nahe de Achtzig noch immer irgend einer schonen? Dame den Hof, größtenteils aber ! mehreren gleichzeitig. Und sonst ss ganz und gar keine diplomatische Natur,' wußte er ttes so schlau zu mcSNrcn, daß jede, seiner vielen . erklärten Lieblinge"' glaubte, sie allein ' sei im Besitze dc5 echten Ringes-. So zahlreich aber auch seine Lieblinge waren, so hatte der platonische Ton Juan dpch nur eine ernste, wahre, langjährige Liebe. Es war' dies eine schöne Badneriff. Aber trotz seiner gewöhnlichen Hast und Eile überlegte er sich die Sacke" so ernstlich, reiflich und lange, bis die schöne, nicht sehr geistreiche, aber heitere und Herzens gnte Earolinc" von einem, Grasen G. heimgeführt wurde. Sie starb früh in der Blüthe ihrer Jahre. Bauernfeld war allezeit ein Raison neur" uud Malcontenter", trotzdem all' sein Leben lang wenig Ursache dazu hatte, denn führte, namentlichen den späteren Jahren, ein heiteres,, sorgen loses Leben. ; Er sah seinen dichterischen Nuhm nie welken, ihm wurden Ehren und Aus Zeichnungen jeglicher Art Zn Theil, e? hatte stets mehr Geld, als braucht wurde fast unausgesetzt gefeiert, mit' poetischen und prosaischen Geschmken überhäuft, uud pokulirte. sabutirte und raisonnirte auch überaus viel und gern. Nur Wenige werden c wissen, daß Bauernfeld seinerzeit ein leidenschaftlicher Tänzer, nnd zwar bis' an die Grenze des äußersten Tanzaltcrs war. Er tanzte mit drei Ecnerationen, mit der Mutter und Großmutter, der reifen, uch überreifen Tochter. Jahre lang erklärte er: Wenn die Fanny Elßler Zu tanzen aufhört, höre ich auch auf. uud entweder ich tanze die ganze Nacht durch oder ich rühre keinen Fuß. So eiu ..Ehrcntanzcr!" mit der Haus frai', mit nu jungen verhätschcltm Baltkönigin oder einer alten aufgeblasen mn Honorutiorm" dazu bin ich zu gescheit und zu faul." Näthsclhaft mußte der geringe Einfluß erscheinen, welchen der häufige Verlehr mit so v:'e lcn gebildeten, geistreichen und vornehm wen Damen auf Bauenlseld's Umgangs formen und Manieren hatte. Der Bauernfeld im Jahre 1880 war ganz derselbe wie der im Jahre 1842. In diätetischer Beziehung" war ein bcneidenSlverthcs Unikum. Noch im hohen Greisenalt aß er jeden Tag iu ein anderen Familie, stets zu, einer andern Stunde und stets eine andere Küche, aber sein Magen vertrug die stärkste Zumuthungen. Er aß viel und' trank noch mehr, uud es bekam ihm diese stets wechselnde und überreiche Sost tro aller Bedenken der Aerzte ungemeiu guU Freilich verstand es, sich selbst 'das Mahl aups Angenehmste vorzubrnten und zu würzen. Er wählte sich nicht nur die Tage, sondern auch die Speisen und die Mitspeisendcn. Diesen oder jenen Gast, diese oder jene Speise konnt er durchaus nicht vertragen. Am lieb sten stellte sich die Gäste und das' Menu selb zusammen. Und in Alles willigten Me. Die Geduld alter rö
lungcr Freundinnen beschSmgte und fo fürwortete seine kleinen Schwächen. Rücksicht auf die Anwesenden, Rücksicht auf Zeit- und Ortsrerhältniffe, Rücksicht auf Familie und Umgebung,- dergleichen störte ihn selten. Er brachte durch die uaivc Gradhcit und undiplomatisch Offenherzigkeit seines Urtheils manche Hausfrau, manchen Haushcrm in Pein liche Äerlcgenhcch ab trotzdem blieb er der stets gebetene, stets willkommene Gast. Wußte doch die ganze Gesell schaft, in der sich bewegte, daß er es nicht so arg meine", daß er iu seinem Urtheil leicht über die Schnur haue." Ein Fall von Engelma cherci, wie er selbst in Frankreich in sol chcm'Umsang und solcher Ungeheuerlich keit noch nicht an ine Ocffcutlichkeit ge kommen, dürste nach den Ferien die Pa riser Gerichte beschäftigen. Im Jum wurde die im Außcnricrtel Batignolles wohnende Heöeamme Tcrrier wegen ver brecherisch Operationen vcrhastct. Wer der zugleich vorgenommenen Haussu chung janden sich nngemein zahlreiche Briefe: nicht weniger als Vierhunderd junge Frauen und Mädchen halten sich innerhalb sechs Monaten in Geschäfts angelegenhciten" an die Hcdeamme gewandt. Armen Madchch nahm Frau Terrier 100 Franken ab, reiche Dirnen und Frauen mußten selbst einige Tau send zahlen. Gewöhnlich wurde da Geschäft schnell abgeschlossen, denn die Mädchen und Frauen mochten sich , nicht noch an eine zweite Hcbeamme wenden) wodurch die Verschwiegenheit wenig sicher geworden wäre. Sobald sie sich an Frau Terrier gewandt hatten, waren sie in deren Hand. Bis jetzt sind sieb zig Personen verhastet, an welchen diese Hebeamme ihre schreckliche Kttnst geübt hat. Weitere werden folgen. Taba spielt sich das ungeheuerliche Weibsbild noch als Wohlthäterin aus! Sie ist lei der, wie der Voff. Ztg. geschrieben wird, nicht allein in Paris. Jüngsten Sonn abend starb im Krankenhaus Ehariice eine junge Frau an den Folgen einek Verbrechens wider das keimende Leben, wegen dessen sofort eine Untersuchung eröffnet wurde. ' : . ' L!as er fand. , Neulich nachte ich meine erste größere ReiseWd rathe 'mal, was ich ha gleich vttbe ersten Tage fand? Nun, etwa eine volle Brieftasche? Nein, daß ' daö? Reisen viel Geld kostctl ' z ' , , , ,MIS W. Seine Ke nntn s se. Ver stehen Sie 'was 'von 'Russisch ?''J etwas. Sprechen vielleicht? Nein. Schreiben also? Nein. Auch nicht? Was denn? Russischen Kavi eilen!
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