Indiana Tribüne, Volume 13, Number 344, Indianapolis, Marion County, 31 August 1890 — Page 6
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ic Chemie in der Küche. Hsmorekle von 28. SavalUae.
De? Chemiker Dr. Carl Winter wa, seit rund acht Tagen verheiratdet. Aus Hk... Pi f . . t '.. wtm ttui jQ ruMgen moenken yatti mch ein verhvißungsvoller Ehemann end wuppt. Sieben Tage hatten er und sein, Schmucke junge Frau Zn einer Hochzeits preise benutzt seit gestern befänden fii sich in dn wohlemgcrichteten eigene? kHcint, itt dem von der stilvollen" Einlrichtung' öes Salons bis zum letztes iQmrl in der Küche nichts fehlte, als ein Dienstmädchen ! Denn gegen das Engagement eines solchen wenigstens im ersten 'Halbjahre hatte Dr. Wiw ter energisch protestirt. Er wollte allein sein mit seine::: jungen Weibchen, irnfc Das diesem etwa an Erfahrung in der 'edlen Kunst des Kochens fehlte pah. Nvarun: hatte er acht Semester hindurch !Ehcmie fnifciri! Und trotz des Einspruches der Schmiß germama war's dabei geblieben. Dik junge Frau Doctorin hatte mit den, Sanftmut!?, welcher alle jungen Damen toor der Hochzeit auszeichnet, alle Wün jsche ihres Carl"-Zu erfüllen versprochen bind sie dachte es sich himmlisch", im Wereln mit ihm in der Küche zu schalten And zu walten. Die Mutter schüttelte dabei heftig den -Kopf. Von der Chemie in der Küche versprach sie sick nichts sonderliches. Der erste Worl.ittag im neuen Heime !war angebrochen. j Also, was kochen wir?" fragte Ernestinchen. j Einfach und gut!" entgegncte Dr. iWmter mit der Miene eines Mannes, sder schon die silberne Hochzeit gefeiert Hat. Weißt Du, solch eine echte und !rechte Hausmannskost, bei welcher der 'Körper gedeiht!" ' Nun", neckte Ern estinchen Dein 'Körper ist gut genug gediehen. Du hast lein Embcnpomt, wie er sich für Deine zeinunddreißig Jahre noch gar nicht schickt!" ' Hm!" lächelte der junge Chemiker mnd umfaßte dabei fein Frauchen, hast iDn nicht oft genug gesagt, die allzu haigeren Herren seien Dir ein Greuel! Hübsch stattlich müsse man aussehen, mm Deine. Neigung zn erringen?" Freilich !" vertheidigte die Frau Dok!torin sich eifrig. Hätte ich Dich sonst -genommen, Du Bär! Aber jetzt schnell: Was kochen wir?" ' Ich schlage einen anständigen KalbsDraten, grüne Bohnen und Salzkartofjfeln vor!" erklärte Dr. Winter mit der Miene eines Küchenchefs, der ein Menn für Allerhöchste Herrschaften zusammenstellen soll. K albs braten? Einverstanden ! Papa ß ihn sehr gern und ich verstehe eine Keule hübsch saftig auf den Tisch zu wringen. Aber grüne Bohnen und Salz Kartoffeln ohne Compot, nicht mal ein Pudding?" Leckermaulchen!" schalt der Chemi5er. Laß Dir sagen, daß diese Sützig. Zeiten vom chemischen Standpnnkte befrachtet, durchaus nicht ans den Tisch lgehören! Gesunde Hausmannskost denke lich für uns und unsere Kinder Nun hör' aber auf, Du Garstiger!" .-rief erröthend die junge Frau und eilte !in die Küche, wohin Dr. Winter ihr allerdings im Nu folgte. Zn den Vorbereitungen des MittagsMahles kam es indes; noch nicht. Er hatte zunächst die Pflicht, sein Frauchen zu küssen utffc da dieses ihn: nichts schuldig bleiben mochte, so ging eine gan.Zt Zeit über diese süße Tnrteltanbcnbe!schäftlgnng hin. Ernestine zog plötzlich die kleine goldene, ant Rande mit einem 5i ranze von Viubiuen besetzte Uhr hervor und stieß einen leisen Schrei aus: Carl, es ist schon elf Uhr. Wie föl Jen wir um ein Uhr mit dem Essen fertig .-sein! Ach und dn großer Gott! Mir fälst da eben ein, Mama wollte ja heute bei uns essen!" Die Mann!" wiederholte der junge Ehegatte, und es war ein recht merkwürdigcr Ton, in welchem dles Wort gesrockpn wurde. Ja, ja! Da heißt's eilig sein!" Zuln Glück ist die Markthalle ganz in der Nähe!" rief Ernestine. Schnell meinen ?Nantel und den Korb o, ich freue mich ans den Einkauf! Also: eine kleine Kalbskeule, ein paar Liter grüne Bohnen und Kartoffeln adieu, Carl! Hüte derweil gut das Haus!" Dr. Winter sah schmunzelnd seiner Fron nach, als diese leichtfüßig über die Straße hüpfte, bräunte sich dann eine CigaM an und harrte geduldig ihrer 1 Heimkehr. Aber diese verzögerte sich doch. Halb , thcAlos kam sie endlich mit trübseligem Slnnr. ' ; O Carl, es ist schon halb Zwölf vor- . über! Wie werden wir nur fertig , werden! Ich schäme mich so vor Mama, , wcnll sie am ersten Tage gleich warten '., mmla Da richtete sich Dr. Winter zn semer K vollen Höhe aufVerlegenheit!" Und er verschwand in seinem Arbeits- ! zimlner, um gleich- darauf mit zwei kleineu mit weißlichen Salzen gefüllten Büchsen zurückzukommen. So. uull putze nur Zu. Ich werde die' Speisen dann so prü'pariren, das; sie M:cC kuschen und' gar werden! Es lebe die C!:nnie?" Ernestine.. fchizttelte, den Kopf, aber sie sagte nichts! Sie hatte soviel Wunderdinge von, der Ehcmie gehört, weshalb sollte sie nicht Mittel besitzen, die ihre augenblickliche Verlegenheit bescitiatcn? Als sei er sein Leben hindurch nur m einer llüche praktisch beschäftigt geroczen,' onncte Dr. Wmter ems der Fla eons. erariss die Kalbskeule, bestreute sie stark mit deut Inhalte der Flacons und schob sie in dle Bratröhre. Als das Gemüse anaescht, wurdclund später die Martosfelnmeuate er reichlich aus den,
vorn )mt u zeyen, welchen Acann - . . m, i rf- M.
Tu gcizcmuytt Wt! Wo?ur vln rcy iit miler? Warte nur, ich helfe Dir aus der
Inhalte des zweiten Glases bei m sagte, sein Weibchen auf die Schultern klopfend: Ja, ja, Ernestinchen Natron und Soda, wenn wir die nicht hätten!" Ernestine athmete etwas erleichtert auf. Natron und Sodas Das waren ja ganz unschädliche -Dinge. Soda kannte sie und Natron auch. Und das alte froh Lächeln auf den Lippen, eilte sie ab und zu, nachlegend und die Kochtöpfe auf der Maschine rückend, daß es eine Lust sür den Gatten war, der mit rerschränkten Annen am Küchentisch stand nnd mit behaglichem Schmunzeln dem Getriebe da zusah. Du -könntest übrigens auch etwas thun." Was? Soll ich Dir hier auch helseil?" Aber bist Du denn Koch? Ich denke. Dn bist Doctor der Chemie nnd Inhaber eines chemisch-phnsikalischen Laborato-
rinms! Willst' Du nicht noch bis Zum rr r . ? . , au ' in ein wenig aroenen f Hum! Wenn Du meinst!" Und gehorsam, wenn auch nicht eben sehr arbeitslustig, ging Dr. Winter in sein Arbeitszimmer. Aber die Arbeit fleckte nicht. Seine Gedanken waren weder bei dem Probirglasc noch bei der Berechnung. Alle Äugenblicke kam er unter irgend einem Vorwande in die Küche. Es geht heute nicht mit dem Arbiten!" erklärte er. Das ist natürlich, wenn ein starker Magnet uns anzieht. Und dieser Magnet bist Tu, Ernestine." Wieder ein Kuß! Großer Himmel, wie viel Kußlust junge Eheleutc zu haben pflegen. Und dann trieb sie ihn doch wieder davon mit unbewußter weiblicher Koketterie. Er ging auch wirklich. Aber er war so zerstreut, daß er die Salzsäure aus dem Glase rinnen ließ und sich nach einem Tuche umsah, um das letztere abAntrocknen. Ach, in der Küche fand er ja solche. Und froh, wieder dorthin gelangen zu können, eilte er hinein. Ernestine war nicht darin, sie deckte gerade den Tisch im Eßzimmer. Ohne weitere Prüfung langte Dr. Winter nach dem gestickten Paradchandtuche und wischte und wischte, völlig gedankenlos, denn sonst hätte er die großen Brandflecken bemerken müsfen. welche die scharfe Säure in das kostbare Handtuch fraß. In diesem Augenblicke kam Ernestine zurück und mit einem Schrei des Entteyens gewahrte sie sofort die Bcrnichtung an dem kostbaren Handtn'ch. Aber Carl, um Gotteswillcn mein theures Handtuch!" Oh !" meinte der Chemiker, daran habe ich nicht aedacht! Na. schlnnm ist der Schaden ja nicht ich kaufe Dir ein neues !" Aber es ist ein Andenken von mei ne? liebsten Freundin," erwiederte Ernestme nnd begann leise zu schluchzen. Da klingelte es an der Vorsaalthür. Das ist gewiß Mama schon!" rief die junge Frau, indeß Dr. Winter das vernichtete Handtuch zusammenrollte und m eine Ecke warf und sie flog zur Thür. Richtig, es war die Schwiegermama, die zu unterhalten dem jungen Ehemann zufiel, während Ernestine alles zum Austragen vorrichtete. Carl ist doch ein kluger Mann!" dachte sie, als sie die Bohnen stark zerkocht und die Kartoffeln weich fand. Der Braten nur will nicht recht braun werden, aber saftig ist er. O, wie uns das schmecken soll!" Erwartungsvoll und mit einer fast strengen Miene saß die Frau Schwiegermama am Tische. Dr. Winter frohlockte heimlich: Die sollte vor ihrer gemeinsamen Kochkunst Respect knegen! Alles wird aufgetrogen, Braten, Gemüfe. Die Frau Mama sah ziemlich erstaunt au? du Spesen. Abnr, Erucstme!" Laß nur, Mama, wir haben nach neuem Recept gekocht. Laß mich Dir vorlegen und koste zunächst, dann sollst Du sehen!" Wahrhaülg,' die Kalbskeule sah wunderschön aus, röthlich zart in der Mitte, schneeweiß am oberm Rande, saftig und ernladend. Die Mama war die erste, die ein Stuck chen davon in den Mund schob, aber kaum hatte sie es zwischen den Lippen. als chre strenge Mrene etwas medusenHaftes erhielt und das Stück aus dem Munde nehmend, n'ef sie aufspringend: Pful was ist denn das?" Ernestine erbebte, Carl sah groß Mpor. Aber, Mama!" Bebend kostete die junge Frau. Auch sie legte das Fleisch aus den Teller zurück. Carl hatte inzwischen das' Ge müse probiert und hustete stark und anhaltend. Aber Kinder, was habt ihr denn nur gemacht? Das schmeckt ja bitter und salzig!" Natron und Soda!" war das Einzige, was Carl hervorbringen konnte. , Und dzu ladet ihr mich noch ein!" entrüstete sich die Mama. Wer hat denn den vernlcktcn Plan gehabt?"Aber, Mama," rief Carl,, ich bitte Si?, die Chemie , . Ach so!" erwiderte jene mit einem ganz , malitiösen Tone, nun verstehe ich Alles! Komm', Ernestine, zieh' Dich an! . Wohin, Tcama?" Zur Gesindevennietherin.' Noch heute kömmt! eine Köchin in'S Haus!" Der Doctor der Chemie wagte nicht mehr zu pröicstiren! Ja so! Dame: Was würden Sie thun, Herr 'Müller-, wenn Sie 'Nachts plötzlich aufwachen würden und die Wahrnehmung machten, daß Ihre Frau durchgebranut sei. Müllcr:Jch wurde mich argem. Dame' Nicht währ, also gibt es doch auch noch gute Manner. Müller: Ja, wissen Sie, ich würde mich blos ärgern, daß ich aufgewacht fei!
Die englische Frau. Eine nicht allzu schmeichelhafte, aber anscheinend sehr treue Schilderung der englischen Frau gibt Dr. Maximilian Mayer in einer englischen Zuständen gewidmeten Reihe von Artikeln, die e, der N. Fr. Pr." liefert. Die Spielt der Mädchen, selbst die Sports, wie Rudern, Radfahren, Reiten. Tennis, find dieselben wie die der Jünglinge, nur leider ohne auf die Entwickelung ihrer Gliedmaßen ähnlich zu wirken. Ihre Haltung, ihr Gang, ihr Händeschütteln, selbst Schuhzeug, Hüte nnd Kragen. Alles stellt den Gentleman in Unterröcken dar und strebt von dem specifisch Weiblichen noch weiter fort, als Natur und Erziehung ihnen schon ohnehin erlaubt. Was nützt es, wenn man spinnen, sticken, kochen. lieben kann, aber nicht gelernt hat, steif aufgerichtet, mit rechtwinkelig anliegenden
Armen dazusitzen zznd die Theetasst zu 'halten, die starren Augen blitzschnell hln nnd her ,zu werfen, die Mund:mnke! bisweilen zu einem Thank you oder anderen bedeutenden Aeußerungen eine? wohllrainirten Knlturseele zu verzerren. Der bedenkliche Ueberschnß an Töch lern, mit denen die meisten Familien gesegnet sind in keinem Lande ist das numerische Mißverhältniß der Gcschlechter so groß bevölkert bereits die Uni vcrsitäien, Bank- und Post schalte?; und diese Emancipation, die sich bereits zu dem Ruf nach politischem Slimmrecht versteigt, paßt vortrefflich zu der schon vorhandene:? Schncidigkeit und Gefühlskälte. Natürlich muß auch hier oft ein süßlicher Hostnt und offectirte Lebhaftigkeit den eisigen Kern überzuckern Selbst braune, indische Genomen, die doch froh sein sollten, ihre väterlichenRn' pien mit 40 Procent Kursverlust anZ den: Grund nnd Boden ihrer Ucberwuv der verzehren zu dürfen, gestehen, un dankbar genug, aaß die äntzcrcn und inneren Reize des weiblichen Albion sich nicht so siegreich erweisen, wie die Bajonncttc' und Pfunde Sterlinge, mit deneu man ihre widerstrebenden Rajahs kitzelte. Ein hindostanischer. allerdings noch ungetanster Aristokrat gestand, daß feine Raffe nicht so alt werde, um zu warten, bis eine Engländerin sich erWärme. ES war wohl nur asiatischer Geschmack, wenn derselbe Heide die kins cOTnplexion (den schönen Teint ) bei Gesichter nicht voll würdigte und bemerkte, wahre Schönheit dürfe auck braun angestrichen oder in Bronze Nichts verlieren. Wenn die englische Fran ans der EU fcnbahn' Station von ihrem Gatten Abschied nimmt, so schütteln sich Beide die Hände, wie Ccllegeu. wie Kriegskameraden. f)ütc ich beinahe gesagt; good bye" ( Asien) heißt es von dieser, Qol bye, dear" von der anderen Seite nnd sort gebt's. Aehnlich geht es zwischen Geschwistern, Kindern und Eltern zn. Daß man sich geküßt hatte, habe ich auch im Hause kaum gesehen der Anstand ist störier als die Liebe. Die. englische Frau ist kühler, aber auch. wie man sagt, friedsertsger als jede andere, und begnügt sich mit einer rein dekorativen Ehrenstellnng, in Wirklichseit mit der zweiten Rolle im pauie. Ter Mann tranchirt bei Tische und k sorgt einen Tlieil der Einkäufe; erkennt s?gar die Marktpreise sehr genau. Tie Fran )t wunderbar onivrnchstos. wie namentlich ihre Kleidung bewndet. Wenn sie nicht küßt, so wem! .sie übrigcns auch nicht ; nicht einmal zum Schein : cö würde ihr auch wenig nützen. Einmal, das muß ich doch bemerken. babe ich englische Frauen weinen sehen nnd zwar ziemlich allgemein; das waz bei der Todtcnfeier um Kaiser Friedrich; natürlich nicht nm Den lichten Herosdeutscher Scelengröße. den Sieger von Königgrätz und Werth, das war länqsi vergessen und vergeben, sondern um das Glied der englilchcn Konlgssamilie. den Gatten der princes royai, in dem man mit Vorliebe das Ebenbild des Prinzen Albert, des allgeliebten Gatten der regierenden Dame zah. Das weibliche Geschlecht in England ist durchschnittlich reich begabt, in Höhe--rcm Grade vielleicht als das männliche Und da hier das Princip herrscht, jedeö Talit zu entwickeln, es mögen deren noch so viele in einer Person vereinigtsein, so findet man in der That auch' unter solchen Mädchen nnd Frauen, die es" nicht nöthig haben," eine demer kcnswerth große. Anzahl, die in wirklich mehr als dilettautenhaftcr Weise zciaV nen, ätzen und aqnarelliren, singen, Orgel oder S treichinstrumente spielen: IT dies ohne jenen Anflug von verschroben nein oder blaustrumfartigem Wesen, der bei uns von solchen Allotriis unzertrennbar scheint. Denn der Engländer betreibt alles, waö ihn überhaupt interessirt. mit großer Ernsthaftigkeit und ohne damit zu prunken. Was wären die Mnsikleistnngen der englischen Kirche ohne d?e wohlgesckulten Eng?isstimmen der ( glücklicherweise nu sichtbaren ) Dilettaut innen ! Ein so , gediegencs Streb: und Können geht hatt nnd nnveNnitte"t neben jener blasirten Unwissenheit auf rein geistigem Geriete einher. , ES scheint, daß die Kunst gegen die dialektische Bildung, gegen die Geisteswissen schasteü überhaupt bei ihnen im Vorsprung ist. Ihre schwache Seite ist das Häusliche. Im Mtzemeinen kann man der Engländerin' eher!n Buch, Noten oder Kupferstiche anvertrauen, als di. Fürsorg? für eine knopslose Weste oder einö tfoH unMlchbqre Suppe. .: 'Die souamltrn hanslichen TnM den, außer der Tugend im Singular werden leicht genommen nnd ' meist bet Dienstboten überlassen, zn denen auch die (Zovernes Gouvernante) zahlt ... t Y V i!" . 1 t VMii--V . If., beiten auf höhere Kenntnisse und Ae strebungen zu schließen. Findet sich zu. sälliacrwcise eme deutsche, Wirth schafteru, im Hause.' so wird vor jedem Nnverdor., 1- . U,.. J7J. At.$ 2 'Wi' ' vencu Veooaazrer reue im stinnluw
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nie ermattende Gewissenhaftigkeit und, last not least, der durch die schlichte Hülle brechende Schein emer goldigen Weiblichkeit alle , Musikmappen. Palet, ten und Reitpferde der Herrinnen glorreich aus dem Felde schlagen. Die Mädchen der unteren, sagen wir der arbeitenden. Stände, hie auf dem Kontinente ihrer Herrschast eine so gefährliche Konkurrenz machen, find dort häßlich, grenzenlos ungebildet und in den untersten Schichten nnglaublich roh. Die Verkommenheit jener nach Taufenden zählenden Geschöpfe. die dort in jeder größeren Stadt arbeitS- und obdachlos in den Straßen und Bierhäu sern herumlungern, tvird nur Übertrost fen von ihrer körperlichen Verkümnierung und Häßlichkeit, so weit man aus der Distanz unter der Schmutzkruste erkennen kann. Diese jugendlichen Megären, die gleich den Gräcn alt aus die Welt zu kommen scheinen, die stets taumclnd jeden Vorübergehenden um einen Trunk angehen, lasten sich auch, ohne daß der Mörder den Muth des Wahn'siuns besitzt, mit Leichtigkeit niedermetzeln, ohne in ihrer Bewußtlosigkeit auch nur einen Schrei von sich zu geben. Ueber eßbare Schw albennester macht laut .,'Leipz. T." Prof William Marshall, der bekannte Leipziger Zoologe folgende Mittheilung : Die eßbaren Schwalbennester stammen von den sog. Salanganen, Verwandten unseres Mauerseglers, also keinen echten Schwalben. Mit den Nestem andere? Vogel lassen sich die Schwalbennester nicht vergleichen, eher noch mit dem 5?okon einer Seidenraupe, denn die Nestsubstanz ist wie die Seide nichts Anderes, als ein an der'Luft erstarrtes Abscheidnngsprodnkt von Munddrüsen, also mit anderen Worten verhärteter Speichel. Den beiden Geschlechtern der Salanganen schwellen zur Nistzeit die Muuddrüscn. insbesondere die Unterzungendrüsen, sehr u. und die Vögel kleben den Speichel zunächst in Gestalt einer halbmondförmigen Leiste, die dann weiter gebaut wird, an die glatte Felswand. Die Zubereitung der Schwalbennester ist eine sehr verschiedene. Die Japaner kochen sie zu einem schleimigen Brei,- der Nachts in's Freie gestellt, mit Zucker vermmgt wird und dann als seh? kühlend gilt: deshalb wird er namentlich auch a-?n als Krankenkost bei hitzigen Fiebern, aber auch direct als Medikament gegen rauhen Hals nnd Heiserkeit benutzt. Die Chinesen, welche die Hauptmasse der Schwalbennester an sich bringen, kochen sie 24 Stuuden lang mit Geflügel uud schreiben diesem Gerichte aphrodisiatische Wirkungen zu. Der Merth der Neftercrnte im ganzen indischen Archipel mag sich auf ungefähr si Millionen Mark beziffern. Indeß sind die eßbaren Schwalbennester nicht d:e einzigen Vogelncstcr. welche mcdicinische Verwerthung finden. Die südrussischen Bauern benutzen die wolligen Nester der Bcutelmcise zur Räuchcrnng. Der sich dabei entwickelnde kräftige Gestank soll gegen allerlei Krankheiten und Gebrechen an Mensch und Vieh, bcson ders gegen das kalie Fieber wirksam fein. In Kasan werden ganze Wageniadnngen dieses absonderlichen Rauchermittels gehandelt. Aus schönen Recension nen bringt das Stuttg. Neue Tagcbl." folgende Blumenlese: Der verstorbene berühmte Berliner Kritiker Dr. Mundt ließ sich anlaßlich des Berliner Gast-. spiels der gefeierten Tänzerin: Taglioni folgende Phrase entschlüpfen: ,Die Füße der DcmniseUe Taglioni haben einen andächtigen und sinnreichen Inhalt." Jii dem Nachruf, den die Wiener Neue Freie Presse" seiner Zeit dem in Pension gehenden Schauspieler Ficht' ner widmete, sigurirte der Passus: Fichwer ränmte durch sein nawrwahres Spiel dem Zuschauer stets die Coulissen aus den Äugend Der Kritikus eines Danziger Blattes schreibt an läßlich einer Vorstellung von JieSco" während der Wintcrsai'son von im jugendlichen Überschwang: .Da wird plötzlich Verina zum Finger der Vorsehung, über welchen der ruhmsüchtige Fuß Fieseo's straucheln muß."' Wahrend Dr. Otto Devrient in Erfurt gastirte, und den von ihm als Trilogie eingerichteten Funst zur Aufführung brachte, schrieb darüber die Thürunger Post" il. a. buchstäblich: . .Dreima llger H i n au s w u r f lohnte den Mattiaturgen , nd Darsteller Dr. Otto Devrient. Gedanken e i.n e s P a v i e r iorb s. Unter diesem Titel veröffent. licht P. K. Rosegger in seiner trefflichen Zeitschrift Heimgorn" folgende guten Einfälle: Wenn Dir ein Gedanke gar zu ungereimt kommt, st reime ihn. Der gute Witz hat kee Haare dornst man ihn an denselben mcht herbeiziehe. Die Unerbittlichkeit gegen sich selbst ist das sicherste Anz7ichcn des Talents; nur der Stümper ist vollkommen. Auch in det Schriftstellerei gibt es Jndividuen denen man nur deshalb für die Töne ihre? Leierkastens etwas gibt, hamit sie weiterziehen. (5in Hunrorist ist ein Mensch, welcher mindestens zwölf Jahrgänge ' der Fliegenden Blätter" besitzt. Wenn ein' Lyriker und ein Sathrike? einer schonen Frau bcacanen. so blickt ihr ersterer in die Augen, der Zweite aus we Tournüre. Die Begelsternng manches Dichters .von heult heißt Honorare Crnie schneidige Jede: 17 ' ff ! or.. ?.,., er;. iji imv u;i iuiui au'.-u.ua fui eine gute Scheere". ' '' i . Ein Postkuriosum w ird in bayerischen Blättern . aus Schwabach m Bayern mitgetheilt. , Das dortige Jntelligcnzblatt" schreibt in gesperrter 'r, s-" r . . r r . 7 ' tocnnn : ,,a,ivaoa5Z. öKf. Uii. X)a morgen, am o. Mis.. das Poiterpe ditionslokal ( natürlich das einzige der ,Stadt Schwadach) getüncht wird, stellt matt das ergeoenne Ersuchen, die Am gäbe der Postsendungen , auf , das Noth, 'tn?? in tMtr?ittt wnivinit a wvnfni.
sgsrgrgiaa
Napoleon !. als Woriersindee. Es ist bekannt, wie sorafältia die Franzosen ihre Sprach? behandeln : die Grammatiker nnd die Lexikographen begrüßen freudig jedes neue Wort, das ein bewahrter Schriftsteller oder ZZedner erfindet, oder das infolge neuer Erstndüngen und Entdeck-igen inden Sprachschätz übergeht. Ein solches Wort wird kritisch beleuchtet, und wenn es die Feuerprobe der Kritik besteht, in neue Wörterbücher ausgenommen, aus welchen es dann in die nächste neue Ausgabt des Dictionnaire dcr Akademie übergeht. Einer der gelehrteiten und stöißigzten Lexikographen war im Anfange dieses Jahrhunderts der durch seinen "Dietioiinaire (lo la lanuo franoaise" und andere gediegene Arbeiten bekannte Peter Elande Äietor Boiste (gest. 1824). Bald nachdem Napoleon Bonapartk Kaiser geworden war, hatte der fleißige Philolog die letzte Hand an sein Wvrterbnch aelegk. Eiz:'s Abends, nachdem er dit. lete Eorreetur beendet hatte, be. gab er sich mit dem süßen Bttvußtsein emes vollbrachten schwierigen Werkes znr Ruhe. Am folgenden Tage sollte der Verkauf der Anflüge beginnen. Als er aber erwachte, standen zwei Geudarmm vor seinem Belte. Sie irren sich wahrscheinlich, meine Herren", sagte er, ich bin Boiste, kaiserllcher Grammatiker und Lexuograpy." Ganz richtig Sie stnd saion der rechte", antwortete der Eine. Hier ist der Verhastsbefehl." Gegen ein solches ArgnnZent ließ sichnichts einwenden ; der Philologe mußte sich ankleiden und mit den Gensdarmen in einem Fiaker Plat nehmen. JmGefängniß angekommen, hoffte der arm? fllrtTtfi Tiiifi Srtä r.iÄlr n? nhrtrFif Mc firtrti. v jv j 4.-tp r v v" y v vwvv Näckige Schweigen aushorm werde. Er fragte also, seine Unschuld betheuernd, um die Ursache seiner Verhaftung. Aus Sicherheitsrücksichten," antwortete der anweiendo Beamte kalt. nachdem er den Verhaftbefehl durchgelesen. Dem unglncUlchen Philologen wurde nun ein mit dicken Eisenstabcn verwahrZmnner angewiesen. Dann zerbrach er sich zwei Monate lang den Kopf, wie ein Mann, der nur französische Wörter zum Gegenstande seines Studiums machte, die öffentliche Sicherheil gefährden könne. Er schrieb an alle einflußreichen Personen, denen er bekannt ivar z aber alle seine Briefe blieben nnbeantwortet. Indessen kam doch ein Brief des unglücklichen Gefangenen in die Hände des Universttäts-Eurators-Louis Marccllin de Fontanes (.nachmaligcr Staatsmimstcr), der den Gran! matlker Boiste persönlich kannte undschätzte. Fontanes nahn: sich des Uwglücklichen an und stellte dem Kaiser desten Günitlmg er war, die Sache vor. Napoleon ließ den Polizciniinister Fouche rufen; dm er aber wnpte ebenso wenig wie die Anderen etwas von der Ursache der Verhastung und war im höchsten Grade erstaunt; er hatte den Verhaftsbcsehl wie so viele wahr scheinlich ungelesen unterzeichnet. Der Polizeimrnister schickte zum Präfckten, dieser wußte ebenfalls von der ganzen Sache nichts und ließ seinen DivisionsChef rufen; dieser schob die Sache auf seinen Bureau - Chef, welcyer lebtere' endlich nach langem Suchen die Akte fand. Da ergab sich nun, daß Boiste demAllgewaltigen in , seinem Wörterbuche' inen Beinamen gegeben hatte, der ge wiß strafbar war, denn er nannte ihn Spoliateux (Räuber, Plünderer). Sonst war in den Akten nichts Näheres enthalten. Ich halte Böiste emes solchen Uw rechtes nicht fähig," sagte Napoleon, überhaupt." fuhr er fort, hat in einem; Wörterbuchs eme solche Aeußerung uu nen Smnl Da muß etwas Andere dahinter stecken. Ich will, daß der Angeklagte selbst darüber vernommen werde:" , Am folgenden Morgen wurde Boiste. zn Fonche geführt. Auch Fontanes war anwesend. Sie sind eines Attentats gegen um seren Monarchen angeklagt," sagte der Polizeiminister zu dem Lexikographen. Ich? Eines Attentats angeklagt'?"' ner Boiste erstaunt. Das werden doch Eure Excellenz nicht glauben! Wtentat kommt her von tentare ad oder contra aliquem. Ich bitte uur der. Herrn Kurator der Universität zu fragn, und ich kenne die Wichtigkeit eines Wortes zu gut " Lesen Sie!" unterbrach ihn Fonw nes, indem er ihm die Anklage reichte, .Ach, ist's weiter nichts? riefBoiste, nachdem er das Aktenstück gelesen hatte: Weiter nichts!", wiederholte Fonche entrüstet., Und das halten Sie nicht fftr genug? Ich hoffe, um Ihretwillen, daß., die Sache aus einem Jrrihum bericht" , Im Gegentheil, e ist diereiw Wahrheit!" Die, Wahrheit?" Allerdings, ich wollte dem Helden die ihm gebührende Ehrenbezeugung erweisen." Sie sprechen ' in Räthseln." , - Ja, ich wollte zeigen, daß er ebeno gut das Wort, wie das Schwert zu fühun versteh:." , , ' , , ' Erklären Sie nch . etwas deutliX " h ' 1 ' ' ' V'.U ' 1 ' " chC , , , . ... Der Lexuogravy naym nn Exemplar Anfang des verhängnißvollen Artikels, welcher lautete : iSPOLIlTEüK Bo, )-. -'si ' .,- iB jji '; li..1';-. i -i na 1 ören Sie", riefen Fouche und Fon laues entrüstet was: hat Sie zu 'ei. ner solchen Vermefsenheit bewogen?" , Es ist nichts weniger als Vermes. senheit," erwiderte Boiste. , , Die Herren wissen, doch,, daß man gewöhnlich den Namen desjenigen, welcher das Wort erfunden oder zuerst angewendet
seines Wörterbuches. d.'.s ans dem Tische des Ministers, lag, ' schlng das Wor! ' LpollÄsur" auf nnd deutete auf den
WAHUMw-i-'iui , rv.'iwn
hat, gleich daneben setzt, und so stellte ich den Namen des Kaisers neben das Wort öpoliatonr", weil General Bonsparte der Erste war, der sich auf der Rednerbühns dieses Ausdrucks bediente; weil er alo dieies Wort, das man vor ih:n nirgends in der französischen Sprache findet, geschaffen hat." Fouche und FontaneS sahen einander verblüfft an. Voisie wurde sofort in Freiheit gesetzt, aber er mußte die Stell? in seinem Wörterbnche abandern und auf eigene Kosten umdrucken lasse::. Ein College deö Sängers Ni5ottni. Z, oit Signor Nikolini, dem Gatten der Adelina Patti, hatte man sich vor mehreren Jahren rn allen Kreisen der Gesellschaft gar ost lebhast unterhalten und über seine romantische Heirath mit der italienischen Primadonna die wnnderlich'sten Geschichten erzählt. Heutzntage ist dieser Tenorist, dessen HauptVorzug darin bestand, der Mann einer weltberühmten Sängerin gewesen zu sein, beinahe vergeffm. Ursprünglich hieß der Mann der Ade lina Nikolas, was freilich nicht so schön klingt, wie Nikolini. Die Sänger und Sängerinnen liebten es von jeher, ihrem Namen italienische oder doch fremdklittgende Wendangen beizufügm. So hieß die gute denlsche Sophie Ernvel, welche später an die große Oper in Paris käm, von da ab stets nur Signora Crüvelli. Der Gatte der Sängeein Emma SanreZ, Namens Facr, nannte sich Fabiani, und der Ruhm der Patti veranlaßte eine andere Sängerin, sich Signora Pattini zu nennm kurz die m'i's" sind von jeher in Deutschland so zahlreich wie Sand am Meere zewesen. Aber in der Mitte des- vorigen JahrHunderts hat es wirklich einen unversalschten italienischen Sänger Namens Nikolini, an dem Dresdner Hof-Opern-theater gegeben, der freilich nicht wegen seines hohen C" berühmt war, dennoch zber die AufmerZslimkeit Aller auf sich lenkte nnd den Gegenstand der Be- oder besser gesagt, Verwunderung von ganz Europa bildete. Unser Nikolini war nämlich der dickste Mensch der damaligen Welt. Der modcme Nauke war ein Waisenknabe im Vergleich zu ibm. Während die Länge seines Körpers nicht mehr als drei Ellen vier und einen halben Zoll betrug, war-ftin Leibcsnmfang 3 Elle, die Dicke seines Urmes eine Elle 4j Joll und die seines Halses eine Elle 1goll. Zn der Zeit, wo er am ksrpn lcntesten war, wocs er 5 Centner und (Q ZZfund : er branche 14 Ellen von dem dreitesten Tch nnd 25 Ellen Seiden ;eng zu einem Kleide. Ein solcher .Vnnde, zumal cr sehr viel ruf Toilette hielt, konnte einen Schneidcrmeistcr beständig mit Arbeit versehen! Nan erzählt, daß ein kleiner Mann, der aus dem Nikolinischen Nachlaß ein Paar- Tuchhosen erstanden, sich daraus zinen vollständigen Anzug habe machen lassen. Ohne Hilfe eines Anderen konnte unser Maestro Nikolini nicht essen. Wenn er Suppe aß, so sah es ans den ersten Augenblick aus, als ließe er sich mm Rasiren einseifen, weil derjenige, welcher ihn fütterte, allemal unter dem Kinn ansetzt um nicht bei jedem Löffel Suppe' den Fanden Bauch umsegeln zu müssen Auf-die Bequemlichkeit der Sänften und Wagen mußte cr ein für allemal Verzicht leisten. Zu keiner Thür konnte ?r aus-und eingehen, wenn nicht beide Flügel geöffnet waren. Vor vielen mußte er daher wieder umkehren. Am liebsten ging er der Kühle und Sicherheit wegen in neugebaute Häuser und hütete sich vor alten baufälligen und be-sonders-vor hölzernen Treppen. . Wenrn er dort, kw dergleichen waren, Geschäfte hatte, so bat er diejenigen, mit denen er. m thnn hatte, herunterzukommen und sprach mit ihnen im Hofe. Als seine Stärke den äußersten Graderreichte, hatte er au? dem Theater ernen Vertrauten darzustellen und seine Rolle brachte es mit sich, einen Fußfall zu thun. Es wurde ihm zwar schr sauer, ms der Unke zu fallen, über unmöglich, wieder auf die Beine zu kommen Da lass er seinem Gebieter zu Füßen. Verzeblich rief dieser ihm ein über das anvere mal zu: tzsletze am!" erblieL liegen und mußte weggeschafft. werden. So beschloß er seine sehr, schwerfällige,, theatralische Laufbahn, denn. nie betrat, er nach diesem Gorfall die Bühne ime der. Er starb in- Dresden: in einM Alter von 54 Jahren. Seinarg warvon ungeheurer Große. Als er begraben werden sollte, konnte man denselben in keinen Wagen der Längs nach hinein? schieben; man mußte ihn also auf einen der stärksten Frachtwagen in die- Quere fetzen und sa hinanösahrem Er war ein guter GesÄlschafter wenn auch ein mittelmäßiger Sänger. Sem größter Aufwand bestand- tn Westenknovxen, die er nicht schön gcnuz finden konnte. ' Zum Unterschied von unsere hcuti gen Signor Aikolini. welcher sehr viel Glück . bei ' Frauen hatte, mieden den dicken Nikolini die Damen, und so starb denn der unglückliche Fallstaff in zweiter, vermehrter und verbesserter Aussage un beweibt. Einen solchen umfangreichcn Tenor hat, seitdem die Welt nicht wieder gesehen. z N n g l ä u b i g. Gigrl: Könna S kci'.5l lasier .Holz brauchen?" Kaufmann: . Kann schon sein! ' Werde gleich 'mal meinen Geschäftsführer sragen! (Spricht, in's Telephon.) (Zum Gigrl): Thut mir leid lmein Geschäftsführer sagte Mir soeben, daß wir noch Vorrath haben!" -(Äigrl: Wmn. i' aa' net so g'scheidti'bin.wie Sie, für so dumm müssen Mmi'aber do' net halt'n, daß i' glaudaß Eahna Herr,, G'schäftsführcr indem Kastl k.' d'rin hockt!"
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Der Fluch des ZnhausebleibenS. Eine esoge1chichte. der rAiAl im Wezk Let. ?SrU:ch tmx zu ia. Wer sich bedeutend Wgcr benommen' zu haben glaubte, als die meisten anderen Berliner, das war ohne Frage der Rentier Volzenhagen mit seiner Fran Eharlotte. geb. von Grcifenbcrg. Als grundsätzlicher Gegner des Vcr reisenZ'zu einer Zeit, wo Alles in du Bader und Sommerfrischen strömt, war er nämlich mit den Seinigen zn Hanse geblieben. Aber er hatte den Fluch nicht geahnt, der darauf ruht, weitn der Mensch der allgemeinen Strömn-. g zum Trotz, seine Eigenart bewahren will, O, wirn cr doch an Sokrates, Glilaei, Hnß und andere Märtyrer gedacht hätte! Bolzenhagen war von Narnr mit einem weichen Gemüth angethan. Das wußten alle seine Freunde. Ferdinand," weil er so hieß hatte unter allen zuerst der Rath Stol . zing zu ihm gesagt, ich stehe bereits mit einem Fuß in Ahlbeck. Willst Tu, wäh. rend ich verreift bin, von Zeit zn Zeit einmal nach meiner gänzlich uubeauf' sichtigten Wohnung ant Kurfürst eudam?n gecn, um nachzusehen, ob da Al'es in Ordnung ist?' Ich werde Dir's auch danken." Und: Ferdinand," hatten seine übn. gen Freunde gejagt, der Professor lt ier nnd der Doktor Schnörkel nnd der Baumeister Schieslchncr und der Rentier Scheenncisel und der Fabrilbefitzn Tunkemal und der Bildhauer Lemke, die nach Heringsdorf, Misdroy. Swiue münde, Binz, Zinnowih, und Dicrmonz reisten, willst Dn Wohl mal bei uns zu Hanse nach dem Rechten schnr Wn Werden's Dir dankeu." Bolzenhagen versprach feierlich, das Seinigc zu thun und er hat als brave: Mann sein Wort gehalten. Acht Tage waren vergangen. Eben saß er, mit der Geborenen am sauber gedeckten Tisch beim zweiten Frühstück, da klingelte es. Er ging ins Entree nnd kam bald darauf vergnügt lächelnd zu rück, ein Packet in der Hand haltend. Sie!,' einmal," sagte er, das-ist doch hübsch von StolzinJs! Sie schicken uns hier einen Korb ganz frisch geräucherter Flundern." Die Geborene: aber sägte verstiurmt-. Es ist dumm, daß die gerade heute lom inen ; ich habe für diesen Abend bereiZZ ein halbes Schock Krebse gekauft Na,, dann ess?n wir sie morgen."' Am nächsten Tage gab es also Zirz zweiten Frühstück Flundern, und zum Abendessen wieder. Und weil der Vrnr rath hsernlit noch nicht erschöpst :?:nr. 'as; man auch am dritten Tage noch zweimal Flundeni. Am vierten kam der Postbote aökr mals und brachte einen ümb Flundern. Diesmal waren, Reglers die Absender. Offen gestanden," sagte Herr zu Frau Volzenhagen, ich möchze heut nicht schon wieder Flundern essen; aber da habe ich eine brillante Idee: Wir wollen die Fische hinunter zn unserm Hanswirth schicken und ihm: damit-eine-Aufmerksamkeit, erweisen.? ' Gedacht, gethan. .- Gott fei Dank, daß wir sie los' sind!! Aber. nach wenigen-Minnten kam das hinabgesandte.'Dienstmädchett mit leider, nicht leere Händen zurück. Der Herr Wirth lassen vielmals danken, aber sie hätten selbst Flundern geschickt, bckominen. Fatal?, sagte Volzenhagen, aber. da hilft nun nichts, wir. müssende .sei ber csseil." ' Mit Todesverachtung machte er sich ans' Werk, aber nicht ohne sich! inr Clib len- zu geloben, in den nächsten, drei 5)!onatcn jegliches Flundcrthier mii Verachtung Zu strafen. Noch hatte cr das Gelöbnis;. nicht, bis zu 'Ende abgelegt, da klingeltc. es,. und Herrin kam der P ostmensch und) brachte fünf Körbe, zehn Körbe,.zwanzigüörbe, und. allemit Flundcrm Die Freunde an. der Ostsee mußten ganz und gar das Meer entstunden den, soviel schickten sie ihm. Und, Alles ans- Dankbarkeit, Na, ich danket; stöhnte BlMrha gm,.nachdem er- sich vom. ersten: Schreck erholt hatte. Plötzlich, aber faßte er sich ' Hier, lieber Freund sagte er zu dem orangekragigen Beamten, tthmn Sie von mir diesen Korb delikatester Flundern als Trinkgeld." Dieser aber entgegnete, indem er mit der Hand Schippen, winkte: Nee doch, ick habe ja von meine Mutter, die mit Bankier Sauers als Kinderfrau in Misdroy is, schon selber , drei Körbe voll von das Zeugs abgekriegt." Armer, höchst bedauernswerter Ferdinand! Er schickte zehn Körbe Flun. dern als Geschenk auf die Schutzmanns' . waches, sie. .kamen Zurück, weil jeder Schulmann bereits von irgend,- einem -an ht See beurlaubten Cvllegen mit dieser Delikatesse reichlich bedacht worden, war - - Er schickte sie in das nächstge!egens " Hyspital. Sie kamen umgehend Zmü lveil die Kranken sie sich schon LbekdrWO 'r- ' .rr s.tii... """ W gegMM ijaimu Wo sie schließlich geblieben, Pnb . if . . rt r: nVi v!!"!,!i! ::'ä ' Wer lyeiß es ? Als nach emigen Ta gen die Sendboten von der Müllobsuhr kanien, um den ,: Inhalt jeues l)!cf anie n verschwiegenen Kastens mn Hofe aus ihren Wagen zu schütter hielten sie sich schandenid die Nase zu , und sagten
cann?" Bolzenhagen und, die Geborene aber begaben sich an ein unbegrenztes Post' kartcnschreibcn, utx ihren ' sämmtlichen an der Ostsee wcilenden Freunden mit i zutheilen, daß sie selbst soeben Berlin: für längere Zeit verlassen hätten. Sik waren der Gewalt' gewichen., ' "' Ulk" V '!!'' m W ,;; f r..;;1
i M V .IV l I m. V's? i M "!! !! i ..' ,!,' &:H w'S wM$ l fai4'jlt t &:.:;'!:-3!jii liif'iM li, rtiiif i W'0WfP h,m viK':":':.!;'''5;: lll k L ":';!! I: f y$&Wr 1
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