Indiana Tribüne, Volume 13, Number 344, Indianapolis, Marion County, 31 August 1890 — Page 3
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Xal esca fiffnan asl tta Lrde der deulich: Ha!Natt vo, uguft Heffe. (4. Fortsetzung. Sein? Mienen veränderten sich plötzlich und drückten sichtbare Ueberraschung aus. In der bleichen Gestalt, die unbeweglich, einer schonen Statue gleich, das Antlitz halb von der Fluth der aufgelösten Haare verdeckt, vor ihm lag, erkannte er jeneZ junge Mädchen wieder, welches im September des vorigen Iah -res ini Museum seine Neugier und Theilnahme erregt hatte. Nein'and hatte sie seitdem nicht wieder gesehen. Seine Gange nach dem Museum, van ihr nachzuforschen, waren vergeblich gewesen. Um die eigene Existenz eifrig besorgt, hatte Reinland die flüchtige erste Begegnung bald wieder vergessen. Seine Statur war nicht für nachhaltige Eindrücke gestimmt, ein Haug zur Nomantik war ihm nicht eigen, daZ praktische Leben wenigstens hatte einen größeren Reiz für ihn. So war es gekommen, daß er das anmnthige Wesen, das ihm einen Augenblick durch die Reize der äußern Erscheinung angezogen, bald wieder vergessen hatte. Üm so größer war fein Erstaunen, als er Balesca jetzt auf unerwartete Weise und unter Umständen wiederfand, die seine ärztliche Theilnahme in Anspruch nahmen. Er beobachtete sie aufmerksam, legte seine Hand prüfczld auf Stirn und Herzgrube und fühlte nachdem Pulsschlage am Handgelenk. Kaum siebcnzchu Jahre' alt, sagte er. Hat sie früher schon an ähnlichen Zufallen gelltteil? Niemand wußte auf diese Frage Bescheid zu aeben. Sie bat zu viel gearbeitet, bemerkte Peter Kühne voller Theilnahme, mit der Nadel, mit der Maschine. Auch an heftigem Aerger hat es nicht geI".' m fit M I iwyi. o : ;rt r: itn r i. f . 'i. t A'tl - - Jk mii Spannung imo $mm f. f . L f. f 1 tVt '4 t fl?iJ'- C".B 'ÄSlMn'Ani nd faftt ,!ch übet des Antlitz der 2 ttegendeu. . grlechyen StT ATTtt 'cndes gereicht wird. Nch khe d.e Auordmmg des Arztes 9ttf "fnSfwhnmft Ahi4i litfSim Fnttt ihrem willenlosen Zustande Erwachte begrin, m welcher Umgebung sie sich befand, richtete sie sich gewaltsam auf. Ausdruck an. Fort von hier! rief sie slcbcud. O, welche Härte! Ich habe sie nicht verdient! Sie suchte sich Zu erheben und wollte, den ilir cntfallenen Hut vergessend, zur Thür wanken. Peter Kühne unterstützte sie sorgsam. AbÄt 1niriM tt fif mlrt,nn sn:d n?r irfitÄttistrhrneniVi hrr .u .vv fl !'v!ii;vu Frey, er öringt mich noch um Ehrend, vi f.-A tmTi- t- - 7 Ä ' Mittel, fazeutt. bemerkte er, als mt nd b? gtto it F-it trH 1'i-ff ju Liirien. I)! deu: Zu diesem Behufs , von Lazarstt mit größer BereitwAiZkeit angewie!men, wLylonrrywarmlen uompvor allem die ruhige und frmndliche a rv t m lyre? oynung zuruazuleuren, wo, ihrer Acufzerung nach, die Mutter sie uiit Besorgnis; erwarten werde. Reinland erbot sich zur Begleitung, er verlangte, das; w-mgstens cm Wagen her- , - , . e l wgehott werde. Balesca lehnte beides ft C 4 t. ? . I P
au vun uiu, Nicht doch, äußerte er. immer in der el. helfe, helfen noch - ich bm für alles ben verbindlichen Weise, unterlassen Sie gut - -:e so. en von mrr für alle Be- brJ mdn faulem. ES würde ein un-
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änqe Auqcnbiickc. wie n ihre Gedan. ' Beamte Auch ,chn vor. km z smnnicln, in schder Stellung, h m Thtn FY war ns a Ihr Gesicht gc!,nn ier Farbe, nahm derdacht.g der Wch,el,a,,ch,mg von einem aber einen finster,,, fast unlicimlichen ' "n.cr bezc.chuet. Auch
Nrin, Fräulein Berg, bat Lazaröki. ltli "" i" t Sie dürfen so nicht fort von hier. Sie es - e mu M uns rechtfertigen! sind noch schwach und Zu aufgeregt. Es cht em Seidensaien ift zuruckgeblieUr a :ft rfitk ti ln et uns ben. Wle können &u dcnkcu, dan wir
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uA) wiKUiit tnrUifti i:tfn lii4fi I . - . .
J."" , r v;vvv Z , Ir 9 So. w. aate der Beamte. Sie
BcmoaiROT die Feiertage über.
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toir erholte fich Baleöca m nia;t langer schleife, reich nn unbezahlten Wechseln, Zeit von ihrem Unfall wieder. Die Be- hie der Eapitäir Palefrcnier in Händen haglichkeit, die Stille des Raumes und Zelt. und ans denen nck das acfälscktc
uiHcnnining, welaze 'eimano, oer mx süchtig geworden ist. ihr allen:, blieb, anzuknüpfen verstand, , dieser Schurke, schrie -die Frail Gebeschleunigten die ganzliche Wiederkehr heimrätbin. Isis möglich! Wer batte der Kräfte. Valesca verlangte nach sieiem Menschen solche Schlcckiiakeit .m
vauZ vzr av. cy renne mmj, ,agie fie. der Lieutenant fort und beobachtete dabei die frische winterliche Luft wird den hie Wirkung seiner Worte, eö fehlen daNest des Kopfichmerzes beseitigen, der etwa sechsbundirt Mark. Kem
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Reinlapd bat um Mgqbs lhrex Woh 1 " ' jr" eit . p '.. NSNZ um verfpraai, nacy Mem esinden nächstens weitere Erkuiid ignn g cn einzuziehen. Als.. er nach Valesca . das Haus verließ, Wte er daß, .Lazarskl äußerte : Er trolle nicht, iap dem Fräu lein Vcrg loeitere llnannehmllchkeiten wüchsen, ttis solle 1 auf das Polizeidurcau eilen und alle Mettern,Maßregeln fölllen unterWbett. ' ' . Als Valetta ihr .bescheidenes Hnm gleich darauf, kurz nach einmaligem AnZlepfen, ein Herr in das Zimmer trat, 5er ihr, ohne daß sie es bemerkt hatte, aus der Nähe des Simon Lazarskischeu
mühsam wieder betrat, loste sich, noch Fran ' Ludoviea schien die verlangte ehe sie Bericht erstatten konnte, ihre Ent- eitere Nachweisung verweigern zu rüstung einen Thränenprom ans. wollen. Valesca erhob sich. Koinmen Sie trocknete die, Auaechäber, schnell, M Sie, mein Herr, Sie mögen alles genau
"OTaAi Geschäfts auf Schritt und Tritt gefolgt' war. Dieser Mann war kräftig und hoch von Gestalt, trug einen dunkelbraunen, fest zugemachte'i Pclzrock und hielt die feine Bibcrmütze in der Hand. Es war derselbe, den Valcsea schon auf dem Weihnachtsballe in Schillers Salon, wohin er ihr folgte, flüchtig bemerkt hatte. Er richtete nach kurzem Gruß seine kastanienbraunen Augen, die das Zimmer und den offenstehenden angrenzenden Raum durchmustert hatten, durchdringend auf Valesca nnd strich sich den Reif aus dem röthlichen Vollbarte. Um Verzeihung, sagte er in höflichstem Tone, ich hörte von dem Hauswirth, daß er die Wohnung, die Sie inne haben, zum nächsten Ersten zu kündigen beabsichtigt. Ich komme ungelegen, allein meine Zeit ist sehr beschränkt. Würden die Damen wohl die Güte haben, das Quartier, welches Sie bewohnen, mir vorzuzeigen, jeden, auch den kleinsten Raum ich beabsichtige, dasselbe zu miethen. Ich bin der Lieutenant von Strösack. Er überreichte dabei der Frau Geheimräthin seine Karte, welche die Freiherrnkroue über dem Namen Hans von Strösack trug. War Frau Ludoviea schon durch den plötzlichen Eintritt des Hern: von Strösack überrascht, so steigerte sich ihr Befremden bei der von ihm unerwartet überbrachten Mittheilung. ' Wir wissen nicht, entgegnete sie mit Heftigkeit, daß man vorhat, uns zu kündigen. Hm: Schulz, unser Wirth, ist bis jetzt mit mls Zufrieden gewesen. Wir zahlen pünktlich, leben still und ruhig, und Herr Schulz mag sehen, ob er bessere Miether bekommt. Nur einen kurzen Ueberblick aus alle Fälle , bat Herr von Strösack. Ich will dann nicht länger stören. . Geh doch, sagte Frau Ludoviea, die den Fremde:: mit Mißtrauen ansah, geh, Valesca, und ruse Herrn Schulz herber. Er ist zu Haufe, tch höre ihn die Clarinette spielen, sein Lieblingsin. I Tmtm?iif. in ipirtrm Mtrnttpr nicm nfhfit i ' ' j " I hm ii5rfrti 1 " ! IJ" Der fremde strick wieder seinen Start Aufsehen erregen. Ich hfiY fifittttitt Srtf iffi GZ Ti?srtftrfii Sof " V V V,lkHWUI. VIV VMHII tV Vk Whnu'.,qsauskündignnq getäuscht habe, Jch',gNte Ihnen ein 'Aergerniß erspa rm ss.; ; foFfrr fvt?i irsi fc --vrp yj v i juiuiiuuia yyii yit- liUliit Legitiu'.ation und komme in zweifacher I nt f r r e t r , )i m rn; feflBesitz noch Gedem Ge!rfo,?t hi'Ä CSi'rrtT Ort'rtr,3ft ficrftornntott I ivfl wjmn 141. v ib d l t.l.l4titittt. SlL, kn!,' i ., rrfnrM, nf, h,r Buchhalter Dagobert Irey bei Ihnen I . . - I V ' v' Verzeihen laut auf: dieser Frey! ie war einer Wüthenden gleich. 52 er Lieutenant von Strösack mußte sich einen Schritt zurückziehen. Ich felbst sah Sie in Schillers Salon, Fräulein Tochter war mit Ihnen. ValeZca fchlua die beiden Hände vcrzweiflungsvoll vor ihr Augesicht. Die Mutter deswegen auch nur mit einer Silbe anzuklagen, kam ihr nicht in den Sinn. Als Frau Ludoviea die Sprache wiedererlangt hatte, sagte sie zerknirscht: UWU ftmUCU JJlültll i'tl Ulla VCÜZTUCl r ... rn f. . .c ...r. ... ..s. .f. 5. . 1 , äwlulü lwa) VUSU tl"til nt ff ?r cht,chanenen und gebil- . Ich bitte wiederholt nni Vergebung. Es ist meine traurige Pflicht. Ich er :rL nm tu1 s!nflJSr X2n? I . waren nun irrtstii diinn fütittftt l?k t!tTilr iMfiTptt jp v -- WdV was sich am zweiten Feiertag ereignet hat. Sie wissen doch aber wohl, da r erste Buchhalter des Herrn La;arski mit -Hinterlassuna erheblicher Unter tziro des Herrn Simon Lazarski befand, I V 1 r dreiem Menschen solche SÄleckniakeit .mI ' ' ' ' ' ' " getraut! Peruhi:? dich Niemand ahnte so etasZ sagte Valesca leise uud küßte die Mutter.' Dann blickte sie bleich und gevankenlcer xn Boden. nndem ist die Easse,, erbrochen, fuhr I . t . 1 ' ' i sechs huttdcrt anderer als Dagobert Frey kann diesen Finbruch verübt haben, em. Frencher, r , , .. ',. .1. ' tm.p' . '... . 1 1 i ' yane AU oem .affcnlafien leinen Mirlir, Älückticherweise konnte, er uur m der kleinsten Tageskasse gcl.ngcil. der feucrfeste Geldschrank war dem Diebe ün.;uanglich. Allein ich sehe, hier ist alleS in Ordnimg, meine Bemühung war vcrzcülich,' man hattet unbegründeten' Ver dacht. Ohne Zweifel werden auch die übrigen Räume ciit gleiches' Ergebnis zewayrcn. durchforschen. Es sind nur wenig Räume, die wir innehaben ich will Ihnen alle unsere Schränke und Behältaisse aufschliemn.
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So geschah es. Nicht ohne Vewe
gung betrachtete der Beamte seine von Schmerz gebeugte uhrenn, rncht ohne Bewegung die sonstige Einrichtung des Haushalts, die von Dürftigkeit und ehemaligem Wohlstände beredtes Zeug iiß ablegte. Am Ende der ohne Erfolg gehaltenen Nachfuckiung wiederholte von Strösack seine Entschuldigungen, dann aber setzte er hinzu: Darf man wiffen. welches Gezchatt Sie während der Feiertage in GroßBeeren hatten? Gewiß, antwortete ValeZca. welche nur ihr Stolz nach so vielen und hefti gen Erschütterungen noch aufrecht hiel:. nie hielten uns vefuchswene bei dem Bruder meiner 'Mutter, dem Dr. Gemkcnthal auf. Ihr Argwohn, daß von dem Eigenthum des Herrn Simon La-. zarSki ein Stück oder wohl gar dessen elender Eafnrer dort verborgen fern könne, wird schwinden, wenn Sie die Ehre haben werden, urnncn lieben Onkel kennen zu lernen. O, welch ein Tag war dieser, rief Valesca, alö Strösack sich entfernt hatte. sann sank ic crfchopst und gänzlich kraftlos in den Lebnstuhl, welcher neben der verhängnißvollen Wilfon'schcn Ma schine stand, Zusammen. Siebentes Kapitel. Wenn Herr v. Strösack nicht so diensteifrig gewesen wäre, so würde ihn das Ersuchen Lazarsns, aue weiter schritte in der betrübenden Angelegenheit gegen die Familie Berg zu Utttexlafjen, vielleicht erreicht haben und dadurch der letzteren viel Kummer und Zloth erspart worden sen:. War Simon La.;arski durch die von ftrcn aeaen ibn verübten, init fcbr erbeb,!ichcr VermögenSbqchädigung verknüpften Verbrechen anfs Empsindlichste berührt worden und hatte dieser Mlßvrauch feines Vertrauens ihn m nbercilten AcußerunZen und Entschlüffen geführt, auch seine Gcsuiidheit geschädigt, so rief sie für die Folgezeit an'ch einen immer mehr gesteigerten Argwohn hervor, mit welchem Lazarskl alte Dmge um sich her, alle Personen, die ihm nahten, betrachtete. Diese Wirkunaen waren krankhafter Art. Ein gerechtfertigter und natlirlicker. fast aesnnd .u nennender Zorneseusbruch bemusterte dagegen den Leihvtbliothekar Gemrenthal, als aui iiachftm Tage der Polizcilieutcnant v. Strösack ihn in Groß-Becren aufsuchte und eine amtliche Durchsuchung der Wohnnngsräume . felbstverständlich ohne Erfolg bewirkte. Durch Strösack erfuhr Heinrich Gemkcntha! auch, daß scme a?wester und Balesca c;n gleiches Schicksal hatten erdulden müssen. Er konnte kaum den nächsten Tag erwarten, und fuhr mit dem ersten Bormittaas.uiae nach der Residem. Valesca. die von den Folgen der gehabten Anstrcngung s:ch roulsmmen erholt zu haben schieii, kam ihni freudig entgegen. Wir Hute, daß Onkel Heinrich heute kommen toürde ! rief sie, ihn begrüßcud. Es wäre besser gewesen, sagte die Frau Gcheimrathin, du wärest, lieber Heinrich, vorgestern an unserer Seite Ein Wetter soll allen Schurken über den Kopf kommen! äußerte Gemkenthal. Man hat bei mir Haussuchung gehalten; ich weiß nicht, iv'ic man dazu kommt, mich sür einen Spitzbuben zu halten. Bor. allen meinen Hausgenossen ist mir eine Schuiach wie dem gemeinsten Vcrbrecher augethan! Trotz aller Höflichkcit und Rücksicht des mit d Durchsuchung beauftragten Beamten, die ich anerkennen muß, ist mein Verbleiden in G?ob-B:eren dadurch unmöglich geworden. Und nun gar ihr, ihr bemitleibenswerthen, hilflosen Frauen da. mein Kind, Valesca, die alte Jsidora hat sich die Augen ausgeweint, als sie erfuhr, welchen Schimpf man dir Zugefügt hat! Das kommt von der Arbeit für fremde Leiite, vor der ich immer gewarnt. Hiinmel Element! Er ging aufgeregt im Zimmer auf und ab. Valesca suchte ihir zn beruhtgen. Was fang ich nun mit dem reichen Lazarski an? sragte Gemkenthal zomig. Nicht genug, daß er uns in den Verdacht schändlicher Verbrechen gebracht hat, er hat unser liebes Kind Valesca aufs schmählichste beleidigt durch die Unterstellung, das; sie mit dem Einbrecher und Fälscher Frey in Verbindung gcstanden babe. Herr La.;arski ist zu entschuldigen, entgegnete Valesca besänftigend. Du, Onkel Seinrich. ein starker und acsunder Mann, bist aufgeregt. Herr Lazarski ist krank mid alt. man bat ihn bestohlcn und bctroaen. Wenn er in feiner Angst und Verwirrung vielleicht ein Wort zn viel gesagt hat, wenn er verkehrte Wege einschlug, so ist das wohl Zn erklären nnd zn entschuldigen. Das schlimmste bei der aanzc Änaeleaenheit ist -nur. das; der Name Simon Lazarski und der meinlge wie ein Flugfeuer dnrcy die vi& sidcnz geht, wogar hier, m dieser end legcne Straße, hat sich bereits das Ge rückt von dem Geschehenen verbreitet Man nennt mich die ' blonde Vally nnd sagt, ich sei von einem Eommis des Herrn Lazarski tovttlch verwunoer wor den. Bildltä, nenommeil icfetc ttc seufzend hinzu ist dies ja auch nicht unwahr! Und da Zoll manrubm bleiben! eihtic Gemkentbal. 5ch will bin m Herrn Larzmstj i:nd will ihn sprechen l Er ergriff seinen dicken !elfeftoa uns schickte sich an zu gehen. -Beide Tranen vertraten ihm den Weg. Du bist im Eiser, Heinrich sagte Frau Berg, du wnzt die Sache nur ver scklimmern Uns unglücklich machen, fehle Valesca bittend lnn:u. emkentbal wark den Stock in die tZcke. Aber so kann die, Sache' nicht bleiben, erklärte er, als er eine yrane !n Nalescas Auaen sah. ruhiger. Ich werde vertont, daß er eine Ehrener-
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klänmg abgibt, und wenn er sie weigert ich bin nicht umsonst Eorpsstudent gewesen und bin Nescrveofsicier. Ihn fordcni, Heinrich? bedenke doch! mahnte die Gehcimräthin voll Entseyen bedenke das Ende! Es wäre auch nicht rühmlich, äutzertk Valesca. Herr Lazarski ist einatler. schwacher Mann, des Waffenhandwerks nicht kundig. Du hast, wie immer. Recht, Valesca. erwiderte GemkciUhal. O. es ist zum Verzweifeln! Hingehenlassen darf man die Sachk nichr, erklärte Frau Geheimräthin, dafür bin auch ich. Allein wozu find die Gerichte? Heinrich Gemkenthal wurde nachdeutlich. Valesca bemerkte dies. Wenn Herrn Lazarski überhaupt eine Schuld trifft, sagte sie, ich spreche ihn von einei solchen frei, so hat er sie durch sein Vcr halten gegen mich gesühnt. Er hat mi: selbstlos geholfen er hat mich fm meine Arbeit reichlich gelohnt er hat. als ich vorgestern krank und elend war. in der zartesten und rücksichtsvollsten Weise für mich Sorge getragen. Du bist zu gut für diefe Welt, enb gegncte der Oheim, ich folge Teinet Meinung in allen Dingen nnd bin überzengt, das Rechte zu treffen, hin aber, in diesem Falle, trete ich auf die Seite deiner Mutter. Ich will wenig' stens mit einem Rcchtsverstäiidigcn überlegen, was weiter in dieser Angelegcw heit zu thun sei. Gegen Mittag verließ GcmkenthÄ die Wohnung der beiden Frauen uni begab sich in die Behausung des Rechts anwalts Pcrikles, der ihm schon in f r& heren Fällen zur Seite gestanden. D Letztere, cm tanger, yagerer und zu' Scherzen anfgclegtcr Acann grufzte ihn als einen alten Bekannten und lud ihn ein, ein Glas Rheinwein, der auf dem Tische stand, mit ihm zu trinken. In vino veritas! saate er. nur da rum liebe ich ihn. Er schließt das Herz auf, macht die Zunge beweglicher. Schenk ein den Wein, den holden singt Storm wir wollen uns den grauen Tag vergolden! Perikles hatte auf Gemkenthals Stirn finstere Wolken gesehen. Gemkenthal lehnte nicht ab, ginc aber unruhig im Zimmer auf und nieder. Als er erwähnt, weshalb, er ge kommen, und die ihn bedrückende Angelegenheit zur Sprache gebracht hatte, äußerte Perikles: Ich dachte mir sogleich, als ich Ihre Stirn sab, dafz etwas Unangenehmes zn verhandeln s?i. Entwischte Worte sind, beleidigte Vertraute, bätte ku La:a?ski in Schiller nachlesen können. Üebrigens ist die ganze Angelegenheit bereits ein öffentliches Geheimniß. Leichter läßt sich cinc glühende Kohle auf der Zunge halten, als ein Geheimniß, sagte schon zu einem Vorfahren von mir sem Zeitgenossk Sokrates. Sie müssen übrigens wissen, das; ich seit kurzem in der Lage bin, wirklich nachzuweisen, daß meine Familie ans Griechenland stammt. Bis jetzt konnt' ich dafür mir meinen äuhcrsj langen Kops, die breite Stirn und das spitze Km, die mein Haupt wirklich einer Meerzwiebel ähnlich machen, als Beweisstück anführen. Gemkenthal, bei diesen Worten nn willkürlich stehen bleibend und den alter Geschäftsfreund anblickend, fand die st Pefchrelbnng bejtävgt. Zn derselben stimmte auch das wirre, an den Schläfen aufgewühlte lopfhaar, der banne Backenbart, nnd dazn die riesig Brille anf der spitzen, kleinen Rase. Gemkenthal mußte lächeln, und dieses Lächeln war das erste Zeichen, dasz d alte, gleichmäßige Gcmüthsstiknmunc. wiederkehrte. Nun wohl, lieber Herr Geniknthal. sagte Perikte?, daß Herr Lazarski anfs cwpfinollchste betrogen und bcstohlen ist, blieb nicht unbekannt. Gegen den trenlosen Buchhalter werden Steckbriefe erlafscn werden und bezüglich der ihm auf gebürdeten Verbrechen wird und mug die gerichtliche Untersuchung ihren Gang nehmen. ie wird Ihnen und Ihren Angehörigen volle Genugthuung verschaffen. Dabei, dächte ich, könne man es bewenden lasse'.;. Unglück, das wird nicht verschuldet, wird leicht erduldet nur Wunden, die wir selbst uns geschlagen, find schwer zu tragen. Genlkenthal sann nach. Meinetwegen möchte das wohl angehen wer käm mcrt sich noch um mich! Aber die Ehre der Frauen steht auf dem Spiele. Hier muß etwas geschehen, um die ihnen Zu gefügte Kränkung zu sühnen. Das kann die Oeffentlichkelt am beftc. Ich laö heute schon einen Artikel tn den Zeitnuaczi, der den Fall Dagobcrt Frey bespricht und auch den unbe.gründeten Verdacht erwä hnt, der durch Frey ant schuldlose Personen aewälZt ist. Ja. man gibt darin zn verstehen, daß jener Frey geflissentlich Arbcitcriw neu aus dem Geschäfte Lazarskis duretj falsche Buchungen compromütirt bade. weil sie geZcllfchaftlichen Verkehr mit ihm anzuknüpfen sich geweigert und ihn dadurch verletzt hätten. . Arbeiterinnen! Gesellschaftlichen Veo kehr! rief Gemkenthal aufbransend. Das eben ist eö! Dieser schmerzliche Ausruf verfehlte des Eindrucks auf den jovialen Rechts kundigen nicht. Ja. lieber Gemkenthal, ich möchte gern . behilflich sein. Abtt rk.... ; .1.. t..:r.-..if : js. ztrjf.j. i".... jaiui c, vm? wiiiciuimjL laLiujc iui fchnldlgnng liegt höchstens gegen, den Eommis Ire vor. damit ist also n:chts zn machen. Im Uebrigen ist Herr S u 111 on. Lazarski einer unserer qeehrtesten Mitbürger. ir ist bei allen Wohlthat ttakeltSvereulenz: och ' betiiciiiqt. : &i manchen armen Arbeiter hat er ans! der .Noth geholfen. -h Seine Vergangenheit spricht durchaus zu semcn Gunftcn. Und doch hat er sich zu ehrenkranken? den Antragen gegen mich, aeaen weine Schwester und unser uebes Nind, 11 zu wörtlichen Kränkungen des letzteren htm reifzcn lassen. . -v, Him-i. " .(ShirpntPTt lauen i. da5 wäre das äußerste, was wir ihm zur Last legen konnten. EZ ware wohl denkbar,', daß
eine Beleidigungsklage, hentzntage heißt es HZrivatklage, von Erfolg sein könnte. Allein das ist ans u:neren Gründen eine sehr zweifelhafte Sache. Freilich: hast du ein Wort ausgesprochen, so beherrscht es dich, vorher beherrschtest du das Wort diesen arabischen Spruch hat er nicht im Gedächtniß gehabt. Uud dieser Mangel an Sclbstbeherrschung sollte straflos sein? Ich kann es nimmermehr glauben. Man könnte den Versuch einer Privatklage wagen indes selbst bei güw stigem Ausgange würde diese zu eiuer Geldstrafe führen. Das ist ja nebensächlich. Die Luft wird rein, das ist die Hauptsache. Sie kennen den Gang dieser Processe. Gesetzt, wir erheben Privatklage, so wird Herr Lazarski sich eines Vertheidigers bedienen. Man wird auf Zcngcnvernehmung bestehen. Die Sache ist nicht so einfach wie andere. Termine werden anberaumt und verlegt werden. Daß vor sechs Monaten ein erstes Urtheil ergeht, ist kaum anzunehmen. . Es scheint, daß an meinem Mandate Ihnen nichts gelegen ist. O. behüte, mein alter, lieber Freunb und Kriegskamerad. Aber es ist meine Pflicht, Ihnen vorzuhalten, waS Ihrem Verlangen entgegensteht. Dann bitt' ich, daß Sie meinem Wunfchc stattgeben. Der Rechtsanwalt erhob sich, schenkte im Vorbeigehen feinem Clienten noch ein Glas Wein ein, öffnete die Thür zu dein nebenanliegeliden Bureau und rief hinein : Alcibiades ! Es ist der Name meines ersten Sckretärs, ein Grieche wie ich selbst, doch können Sie deutsch mit ihm sprechen.
Nehmen i?, Alcibiades die Anträge und die Informationen dieses Herrn zu Protokoll nnd legen Sie das Schriftstück mir morgen zur "Verfügung vor. Inzwischen cmpfehl' ich lich, lieber Gemkenthal. Sie müssen entschuldigen, ich habe noch ein paar Wechsel zu Protest! reu. Ehe Gemkenthal die Rückreise nach Groß-Veeren antrat, kehrte er noch einmal bei seiner Schwester ein und berichtete über das Ergebniß der Confcrenz mit Perikles. Iran Berg nahm diese Mittheilung mit sichtlicher Freude auf: Bo ist es recht, rief sie triumphircnd. Hoffentlich wird den Vcrlcnmder eine recht harte Strafe treffen ! Valesca war kleinlaut. Dn mußt es besser verstehen als wir, Onkel Heinrich, sprach sie Zaghaft. Es wäre vielleicht gut gewesen, wir wären über die haßlichc Angelegenheit mit Stillschweigen hinweggegangen. Als Gemkenthal im Eisenbahnwagen saß, sielen ihm diefe Worte Valescas wieder ein. Erst jetzt dachte er daran, daß anch Valesca vermuthlich werde Iengniß ablegen müssen und daß ihr dies lästig fallen werde. Er legte die Hand nachsinnend au die Stirn. Viel-' leicht läßt sich vermeiden, daß dies geschicht und ihre Ruhe dnrch neue Aufrcgungen gestört wird. Sie muß. sich zewöhneu, stark nnd muthig im Leben ;u , fkeyen. Verliert Die (sonne an Zilam. wenn sie in die verrnfenftcö Jinlelgassen scheint? Achtes Capitel. Die Vorgängern dem Lazarskischcn, Geschäft nahmen das öffentliche Intereffe in den nächsten Wochen vollauf in Beschlag. In der Handelswelt berechriete man me Verluste, die das Haus nothwendigenveise erlitten haben mußte, stritt für und wider und bemerkte doch, baß alle Angaben übertrieben waren. Ich der Glanz des Hauses erhöhte sich noch, der Zuspruch ward noch reicher, und die von auswärts eingehenden Beftcllungcn waren so massenhaft daß sie kaum bewältigt werden konnten. Nitr der Chef des Haufcs wurde weniger ztbar, der gegen ihn verübte Vertraueusbruch schien von, ihm nicht überivnndcn werden zu können. Lazarski wurde grämlicher nnd hinfälliger. Es nagte etwas an seinem Herzen. Vielleicht legte er auf die von Frey bei dessen Fortgange gegen chn ausgestoßenen Drohungen zn viel Gewicht. Der Doctor Richard Rnnland bchanbclte ihn und gewann dadurch an Bekannlschaft. Andererseits hatte die Untersuchung gegen den flüchtigen und spurlos gewordenen Dagobert Frey ihren Fortgang. Enieute . Steckbriefe gegen ihn hielten das öffentliche Interesse wach. Zahlreiche Vernehmungen erfolgten. Herr Lazarski selbst, sein Personal, Herr Giese, Peter Kühne und der Hanöburfche Mar wurden verhört. Seltsamertveise behauptete der letztere, dem Dagobert Frey vor einigm Tagen in Berlin .begegnet und von ihm, da erdenselben erkannte, freundlich begrüßt wor den zu fern. Auch Gemkenthal, Frau Ludoviea nd Valesca mußten Zeugniß eblegcir. Sie hatten deshalb haustge Gange .sowohl w das Polizeiburcan als nach dem Criminalgcricht. Es ergab sich dabei zwar die ANNmstößZiche. Gewißheit, daß die drei Genannten ' vollkommen vorwurfsfrei waren und daß die Frauen lediglich als Opfer der Frechheit und Rache von Frey, ausersehen worden wami. Immer hatten diese ewigen Rückfragen viel Aufregendes und Qualvolles. ' Rührend war es, zn sehen, wie Gemcnihal für die Schwester und seinen Liebjing Valesca Syrge trug, uw ihnen die Wirkungen dieser wiederkehrenden Aufregungcn weniger fühlbar , zn nlachcn. Seine Besuche wurden .häusiger.,, Er suchte den Ä!echtsanwalt Perikles ' auf und beADe W daß dieser mit so gerinzer Energie ! an der Ehrenrettung 'der Frauen arbeite, ' daß der Beleidlgungsvroceß sich in die Länge ziehe und nach der bestimmten Versicherung von Perik les vor September oder August Nicht zur Entscheidung reif ser. Nie kam.Gemkenthal in dieser schweren Zeit, ohne irzend eine freundliche Gabe der Erheiteruna zu bringen. Er sorgte für Leckerdigen von Kranzler und Schilling, n
kaufte bei Rex stärkenden Wein und brachte sogar Einlaßkarten zu dem Deutschen Theater, die Valesca hartnäckig von der Hand weisen wollte, und deren Benutzung sie erst zugab, als Gemkenthat beweglich versicherte, wenn sie ihn nicht begleiten würde, nähme er an, daß in ihrem Herzen auch nicht ein Winkelchen für ihn übrig geblieben wäre. Zu ihrem großen Kummer bemerkte Valesca, daß das Exemplar der Photographie, welches die Mutter jenem Kunsthändler mit dem von Valeöca zum Verkauf gestellten Oelbilde übergeben hatte, in zahlreichen, theils größeren, theils kleineren Vervielfältigungen jetzt in den meisten Schaukästen zur Ansicht ausgestellt war. Das ausgcbotene Oelbild wa? verkauft, als Valesca aber bei Auszahlung des ziemlich erheblichen Erlöses bat, jene Lichtbilder zurückznziehen, versicherte der Verkäufer achsclzuckend, das siäude nicht mehr in feiner Macht. Die tiefe Tranrigkeit, die sich wegen aller dieser Erfahrungen des jungen Mädchens bemächtigt hatte, wich nur so lange, als Gemkenthals Einfluß reichte. War er abwesend, so stellte ihr Trübsinn sich wieder ein. In den Verhören wnrde sie von dem
Personal Lazarskis nicht selten als die blonde Vally bezeichnet. Da diese Name anch in der Residenz bekannt geworden war, erfuhr sie im Februar, als sie, von Moabit kommend, die Linden entlang ging. Sie hörte, daß zwei vor einem Kunstladm stehende junge Mädchen. welche die dortigen Aushänge betrachteten, ihre Bemerkungen austaufchtchen ilnd daß eine derselben äußerte: Sieh, das ist die unglückliche blonde Vally. Wie schön sie ist! Außer sich . über diese Bemerkung langte Valesca in ihrer Wohnung an. ie fand dort glücklicherweise den Oheim Heinrich, dem sie, während Iran Geheimräthin darüber lachte und spottete, ihr Leid klagte. Gemkenthal, der ihr Seelcnlcid dem jungen Mädchen ansah, nahm die Sache ernster. Er sprach ihr begütigend zn nnd meinte, daß man sich dem Gerede der Menschen anf keine Weise entziehen könne, man inöge ihnen Böses oder Gutes thiin, daß man die Meinungen anderer nicht zu hoch achten, nur dem eigenen Gewissen Rechnung tra gen nnd felbstständig leinen Weg durchs Leben gehen müsse. Valesca versuchte zn lächeln. Ich darf keine Zeitung mehr zur Hand nehmen, seufzte -sie, überall starrt nur die vionve Bauy entgegen. Schlimmer als über das Modell des Professors Graf zieht man über mich Zlermste her! Valeöca wagte sich kaum noch in. izrcle. ygr roysinn, Hre petterrclr uaren dahin. Jetzt stellte sich als Folge davon ein Widerwille gegen die täglich nothwendigen leiblichen Gcnußmittel in. Die Vtimmc wnrde verschleiert, an manchen Abenden machte ein leichtes Fieber sich bemerkbar. Emen Arzt zuzuziehen weigerte sich Valesca; sie wollte die Ausgaben sür denselben nnd für die Apotheke der Mntter ersparen. Der Leihöibliothekar griff streng durch uud sandte ihr den Doctor Richard Zkeniland mit der gemessensten Wnig, den Widerstand des zungen Madchenö gegen ärztlichen Beistand zu bre5)LN. Doctor Richard Nernland umerzog sich dieser Aufgabe mit großer Gewissenyaftigkeit. - Es ivar vielleicht die erste veibliche Watmum aus besseren Sirenen, welche dem jungen Arzte zugeführt wnrde. Er hatte bereits durch die früHern Begegnungen sür sie ein Interesse zcwonnen. Den Sitz des Uebels, den örmld der Krankheit zn crforschm, sarauf nahm der jugendliche Helfer freiliÄ nicht Bedacht. Er fand ihn in ttebcranstrcngung bei der Arbeit, im Mangel nothwendiger körperlicher Pflege ünd einer Erkältung durch den Aufcnthalt iii zn heißen Räumen. Ein Seelenleiden anzunehmen, war leme Veranlassung. Aus Dankbarkeit für die Empfehlung Gemkenthals verdoppelte ReRland seine Vesnche nnd überwachte die ZluSführung seiner Verordnungen in zielen Fällen persönlich. Solche Sorgfalt hat etwas Ruhren)es. sowohl sür den, der sie aufwendet, iU für den. welchem Ire zu Theil wird. Frau Geheimräthin Berg, vorschnell wie aumer in ihren Urtheilen, war ganz entzückt von dem Wesen des jnngen Arztes, ctfi. trt tn'nin sHi? ffrfrnfinftt et f fi fptn ;untn jvuii vyv-vi.fkjv, K enntnisse, von denen sie freilich wenig zerstand, seine Bescheidenheit und seine schlanke Gestatt, und feine Gesichtsbilzzmg ausfallende Persönlichkeit. Anderseits toar Reinland für die ge' -tigen und körperlichen Vorzüge seiner Patientin nicht gleichgültig. Ihr sanf:eS, ergebenes Wesen, ihre trotz hervorragender Taleiite bewahrte Anspruchswsigkeit, die von ihr auch in ihrem leienoen Zustande der Mntter gewidmete vinacbuna und nnermüdlichc SorgsamZeit übten einen geheimen Zaflbtr.' Die gestalt des jungen Mädchens hob sich Ulf dein trüben Hintergründe der Sorge und Entbehrung nur in nm so wirknngsvollerer Schönheit ab, wie das Meisterll?er! des Bildners hinter einem zartdurchsichtigen Schleier oder beschattet oon gebrochenem Lichte nur um so magischer und verführerischer erscheint. War ks der zweckentsprechenden Behandlung öcs Doctor Reinland Zuzuschreiben, oder wir?te die freundliche 'Zuspräche Gemkenthals wohlthuend mit der Wiederkehr des Fruyzayrs hoben die gesmlkcncn Kräfte Valescas, die Gefahr der sie bedrohenden schweren . Krankheit schwand' das Ange' wurde wieder !lär,' die Farbe der Wangen rosiger und t i . t jr. 3T':i ''., l tlt:.... Die aui ourcuficylig wie cucorm. . Fortsekuna so ' V r äutiaam: Run, mein süßeS Liebchen, was macht deine Kochkunst bist .dn schon bald selbststSudig ?' ' i . . ,,, '. tr' ram: ? ttwm uever Paul, 0 zcn Zreue mich ganz unendlich auf die Zeit, kvo ich für dich kochen darf häuptachlich wenn du 'mal magenkrank wirst, dafür kenne ich ganz besondere Recepte!"
Chinesische Vegräbnißfelertlqi reiten. rrjw irf s? niv jiehen kann, macht mir die ganze Leiche ' keinen Spaß!" antwortete bekanntlich jener Bauernjunge, dessen Mutter ihm befahl, sich zur Beerdigung seines Va-. ters schwarz zu kleiden. Unwillkürlich wird' ' einem diese Schnurre einfallen, wenn man Gelegenheit hat. "' -uge einer chinesischm Bcgrübmßseiei ,.kit zn sein. Ein gutes europäisches Hochzcitsgclage bleibt mit seinen Schmausercien nnd seinem Trubel weit hinter einem chinesischen Begräbnis; zurück. Wer zn dem Werstorbcnen auch nur in leisester Beziehung gestanden hat, muß dazu mit seiner ganzen Familie eingeladen werden. Oft reicht das eigene Haus zur Aufnahme der pflichtschuldigst geladenen Gäste nicht aus, so daß man nicht selten gezwungen ist. Freund Nachbar zu bitten, sein Haus für den Tag der Festlichkeit mit herzugeben. An langen Tafeln Werden den Gästen die kostbarsten Spei,,WV4H IW. VIX. bawiUb iw tl U.K" sen aufgetragen, welchen diese, unter außerordentlich lebhasten! Geplander und lantcm Lärmen zusprechen, während vor und hinter dem Hause, sowie in der ganzen Nachbarschaft ein lebhaftes Feuerwerk dnrch Abbrennen von Schwärmern und Kanonenschlägen unterhalten wird. Die Vorliebe für dieses geräuschvolle Schauspiel ist zwar auf jeder Festlichkeit, vorzugsweise aber bei Begräbnis sen bemerkbar, bei welchen das Abbren-
nen von FeuerwerkskörpeN: felbst. auf dem Wege nach dem. Begräbnißplatz : fortgesetzt wird nnd erst angesichts des geschlossenen Grabes endet. Diese Vcr : anstaltung ist durch einen eigenartigen, nicht auszurottenden Aberglauben her ' .H vorgerufen, so daß sie selbst von den, H nach den Ver. Staaten Amerikas ausgewanderten Chinesen in ihrer neuen Hei 'S math in voller Ursprünglichkeit fcstgehalten wird. Die Chinesen glauben
namuch, dan die Dämonen unausgesetzt für menschliche Seelen auf der Lauer liegen, vorzugsweise sich aber, sobald Jemand stirbt, in die Nachbarschaft drängen. Da man nun aber weiß, daß die dummen Teufel Furcht vor Schwärmem und Kanonenschlägen haben, ss sendet man zur Sicherheit anch dem Leichenzuge Knaben voran, welche in bestimmten Zwischenräumen die Straße mit diesen Feuerwcrkskörpcrn belegen und dieselben anzündeil müssen, sobald, der Zug-sich nähert. Ebenso wird sogar der Sarg mit FenerwerZZlörpern belegt, die man heimlich anzündet. Für den Fall aber, daß diese Vorsichtsmaß- " r 1 e -mri . r . , . regeln incgt genügen fouien,- ;iia;i raun den dummen Teufeln noch auf andere unbedingt sichere Weise ein Schnippchen ... r . ! ... ;u fU)iagen. Die chinesischen Teufel sind nämlich ebenso, wie das Krokodil! gezwungen, immer in gerader Linie fortzulaufen und bennögeii nur mit außerordentlicher vchwierlgkelt zu wenden. Der Trauer;ng nimmt deshalb beim Verlassen des Hauses einen wahren Sturmschritt an? bei der nächsten Ecke angelangt, scheinen die Leichentrazer an dieser in dem angekommenen Schritt vorkbereelen zu tvollen, plötzlich aber biegen sie dann doch in die Querstraße ein, während die Teufel in wilder Hast hintm an dem arqe vorüber in gerader drlchtnng fort schießen. Der größeren Sicherheit wczeu Vird sofort der Eingang der cingcüogcen Straße dicht mit Kanonenschlägen ünd Schwärmern belegt, deren lebhaftes Feuer den geprellten Teufeln die wei tere Verfolgung verleidet. Ob nun die Dummheit der chinesischen Teufel wirklich größer ist, als der Aberglaube des chinesischen Volkes, haben tvir nicht er Mitteln können, das aber steht fest, daß die chinesischen Pfaffen, welche diesen
Aberalaubeki nähren. Mit den Feuer- 11
Verksfabrikanten auf sehr freundschaftli" jj chem Fuße stehen, oft oder durchgängig '4 stille Theilhaber" an deren Geschäften .Z sind. . - 4
E in S t u d e tt t e n l k. Eine Ltation pardon ! ein Haltepunkt irr kt Nahe Berlins. Der" Zug braust mi. Eine Minute Aufenthalt!" Die Minute ist fast vorüber, da stürzt eine Schaar Stiidenten aus dem Wartesaal. .Zngführer! Zugführer! Der Gestrenge naht. Zugführer, es gibt keine BillctS . . . , . , r jta mehr! können wir rrooem umfayrenNein, geht nicht, ist gegen das Reglement !" Der Zug will sich schon,, in Belveguug setzen. Hinein, Hin- , ein?" wid die Studenten springen in das Coupe. Der Zugführer läßt wieder halten und stürzt ihnen nach. Meine Herren, was soll das, was fallt Jhnr ein? Sie alle bezahlen Haben kein Geld!" kont es energisch zurück. Dann geben Sie mir Ihre Starten, öder nennen wir Ihre Namen." Dies geschieht. So, und nun steigen Sie wieder aus und warten anf den nächsten , gug. Fällt uns gar nicht eint" ;r Meine Herren, Sie verlassen sofort den Wagen, Sie haben keine Billets!" Da ziehen die Studenten fröhlich ihren ,
Dampfzettcl aus der Tasche: Nun,,,,z, ..
Bmets gm's Änlich nicht mehr;, ma-'i haben wir uns eben eine Fahrkarte ge- -, löst." .- '4u.i$ :, Der gute M ann. A.: Wie,
Lerr Müller. Sie haben sich enWossen nochmals zu heirathen, trotz der schlim men Erfahrungelh die Sie in der ersten Ehe gemacht? Müller: Sehen Sie, wirS hatten, so lange ich mit -wcineö'rrsten'iD 'Frau -, vcrhcirathet . war, : im GanzenH,,; siebenundvlerzig Köchinnen, die sämmb. lich von der Seligen' ganz miserabel ; behandelt , wurden, nuu,hcirathe ich hält eine davon, um an dieser wcZiigstenS einen Theil des von meiner ersten Frau begangenen MrDM'gutMu' Furchtbare Dro hun g. Rei. smder: LAlso'Sie? wollen iir tvirklich nichts abkaufe:!, Herr Müller? Nun gut, warten Sie nur anf weine Coumr reuz, die schmiert Ihnen noch ganz waA Ulidres
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