Indiana Tribüne, Volume 13, Number 337, Indianapolis, Marion County, 24 August 1890 — Page 7
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Das Halsband der NisHa. Vou WolZgang Brachvogel. Auf dem Lloydbampfer zwischen Pt' räus und Constantinopel habe ich die erste Türkin gesehen, es mar die Frau eines Paschas, der mit feiner Familie und einem ziemlich großen männlichen Gefolge reiste. Sie hielt sich tagsübe? stels auf Deck auf; vollkommen in einen sackartigen Burnus von flteoenar bcnem AtlaZ, der keine Linie ihres Korxer? errathen ließ, eingchkllt und versch liiert, hsckte sie mit gekreuzten Beinen auf einem niedrigen Polster und rührte sich hausig Stunden lang nicht ; mehrere Male aber schlug sie den Burnus zurück, ordnete ihren Schleier und zeigte ihr Geficht, wsbei sie die AnW-senheit fremder Männer gar nicht zu geniren schien. Sie war sehr jung und von sel!ener Schon? heit; ich habe nie vorher so herrliche große Augen, nie ein so vollendetes ProNl, aber auch nie so leere, jeden geistigen JkchaltS baare Züge gesehen; mehr jedoch als'das Alles überraschte mich der Umstand, daß ich überhaupt das entblöße Antlitz einer veritablen Türkin zu sehen bekommen hatte, und dieses Gesüh! der Ueberraschung hat mich in den foltkerdcn Wochen meines Aufenthalts im Orient nicht verlassen, ja es vermehr? sich noch aus Schritt und Tritt in Constankinoxek, denn wenn auch das freie Benehmen jener Paschas frau auf dem Lloizddampfer als eine Ausnahme be zeichnet werden muß. so sind die bei uns länöläusigen Begriffe übe? den Orient fält durchweg falsch und am irrigsten sind die Ansichten, welche im ganzen Abendlande selbst in gebildeten Kreisen über daS intercssankeste Capitel orientalischen Wesens uns Lebens vorbei tct sind, über die Frauen und die Ehe. Tür?enthum und Vielweiberei sind für uns gcradezu identisch, und das ist ganz unrichtig, denn wenn die Polyzamie auch gesetzch gestattet ist, so ist sie doch keinesroegs so allgemein verbreitet, wie nur anuetiuen, ja Vambery, einer der besten Kenner des Orients, behauptet sogar, unter Tausenden von Familien werde höchster; eine gefunden, in'der man die legale Erlaubniß der Vielweiberei in Anspruch nimmt. Gegen die praktische Durchführung der letzteren sprechen schon rein ökonomische Gründe und die Bestimmung, daß ein Mann nicht mehr Frauen nehmen darf, als er standesgemäß erhalten kann, und das will etwas heiheu, denn die Frauen Werden nicht eiroa alle zusammen in einen Harem ge: fperrr, sondern eine jede von ihnen hat ihren eigenen Hausstand, ihren eigenen Harm, ist welchem sie die unumschränkte Herrin izt. Was nun aber die Erlaubniß anbetrifft, zu den vier legitimen Frauen beliebig viele Sklavinnen als Nebensrsuen zu nehmen, so kommt cS dabei osÄkommen darauf an, ob sich der betresfezide Mann eine so weitgehende Freiheit der Bewegung bewahrt hat, denn der Türke steht im Durchschnitt arg unter dein Pantosfel, und dies ist keinesroegS nur eine NedenSart, nein, der kleine, gold- und silbergestickte Pantoffel der Türkin, der so gar leicht vom Fuße zu ziehen ist, spielt in vielen Hausem eine bedeutsame Rolle. Viel schlimme? ist die Leichtigkeit der Scheidung; der Mann kann die Frau, wenn er ihren Vlautschätz herausgibt, einfach fortschicken, aber auch von diesem Rechte macht der Türke nur in den seltensten Fallen Gebrauch, roie der Umstand beweist, daß Ehescheidungen in der Türkei nicht häusiger sind, als bei uns ; sentimentale Erroägungen sind hierbei jedoch keineswegs maß gebend, vielmehr halten den Orientalen seine Begriffs von Anstand, die wir übrigens durchaus nicht immer theilen, ab, den Familienverband zu entroeihen. Die sociale Stellung der Türkin ist also nicht ganz so schlimm, wie wir glatt ben; sie unterscheidet sich überhaupt nur in den oberen Ständen von derjenigen unserer Frauen und da beruht der Untersckned vsrnchmlrch m der Absperrung vom öffemlichen Leben, in der Beschränkung auf Familie und Harem und in dem Maugel an jeglicher Geistesbildung.Nur wenige Türkinnen können lesen und schreiben, und selbst die schöne Sklavin, welche zur Gattin des Sultans auser? sehen ist, lernt nur etwas franzosisch sprechen, tanzen und Musik machen. Infolge dessen vertreiben sich die Frauen die Zeit mit Toilettiren, Naschen und Rauchen; Märchenerzähler, Musikanrinnen und die Ausfahrten nach den süßen Wassern und nach Kadiköj sind die Glanzpunkte ihres Lebens ist es nicht entsetzlich, daß man .nicht daran denkt, ihnen dasselbe ewas inhaltsreicher zu gestalten, sie für das, was ihnen inhumane Neligionssahungen rauben, zu emschädigen durch geistige Genüsse? Durch die UttAissenheit, !tt der sie erhalten werden, nicht durch die Absperrung sind diese Geschöpfe bebauernswerth ; freilich ist die Unwissenheit eine Folge der Absperrung, denn die Türken gehen von der sonderbaren Ansicht aus daß Wissen und Lernen nur Denen nöthig sei, die mit der Außenwelt in Verkehr treten". Interessant ist es nun nachzuforschen, wie es gekommen ist, daß hlt Frauen der Moslim ihrer Freiheit beraubt wurden es ist eine recht komische Geschichte, welche diese tragischen Folgen gehabt hat die Geschichte vom Halsbande hex Aischa. ' . ' ' Wer war Aifcha? Ja, da müssen wir weit zurückgreifen bis zur Entstehung des Islam. Der Prophet hatte sich, als er noch sehr jung war, von seiner Prinzipalin Chabldsche, die vorher fHön zweis mal verheirathet gewesen, freien lassen und war dadurch, in eine gute, Lage gekommen, die ihm später 'gestattete, sich ganz und gar seinem ,Beruf als Propöet zu widmen. So lange die Chadidsche lebte, dachte Mohamed auch nicht an die Vielweiberei, und erst als die gute Alte, mit der er übrigens trotz des Unterschieds der, Jahre sehr glücklich gelebt, die Augen geschlossen hatte, nahm er mehrere Frauen, unter denen dann Aischa, die Tochter Abu Vekr's, in halbes Kind noch, seine größte ZuNeigung besaß. Im Jahre 5 der Flucht,' nach unserer Zeitrechnung also 625, war Aischa vierzehn Jahre alt, schr schon und von einer nie versiegenden Heiterkeit,
welche aus den . alternden, oft von " ! w -w,- 6j, y , '
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schweren Sorgen bedrückten Propheten wohlthuender wirkte, als die Eifersucht der Hafza und die Sprodigkeit der Scineh. Als Mohamed nun damals gegen die Benu Moftalik zu Felde zog, mußten ihn von feinen Weibern Aischa und Omm Schalma begleiten; der kleine Stamm war schnell überwunden und daS anze Lager mit 2000 Kameelen, 500 Ziegen und 200 Weibern siel in des Propheten Hände, der sich für fein Theil mit der schönen DschuWelrija begnügte er heirathete sie auch und entließ ihr zu Liebe eine Menge Gefangener. Ax dem Rückmarsch wurde die letzte Nach nicht weit von Medina verbracht, weil wer Prophet bei Tage in seine Stadt einziehm wsUte. Aischa unternahm in der Abendkühle noch einen Spaziergang, auf welchem sie ein Halsband von südarabischen Muscheln, ein 'Geschenk ihres Gemahls, vzrlor; noch ehe am anderen Morgen die Sonne aufgegangen war, verließ sie daher ihre Sänfte und eilte davon, um Im Schmuck zu suchen als sie zurückkam, wer beschreibt ih-en Schrecken! Das Lager war abgebrochen, das Heer fort und mit demselben ihr Kameel, in dessen verschlossener Säntre man sie vermuthet hatte. Aischa blieb also an der Stelle am Wcae sitzen und wartete, ob nicht ein Nachzügler kommen wurde; ne brauchte wicht lange zuwarten, denn bald nahte ein Reiter, in welchem sie Ssafw'm Jbu El-Mo'üttal, ei: um Unterfeldherrn des Propheten, erkannte. Der junge Mann setzte sie, nchdem sie ihm ihr Mißgeschick erzählt hotte, aus sein Kameel und führte sie heim. In Medina aber erregte das spätere Eintreffen der Gattin Mohameds in Begleitung eines jungen, sehr hübscheu Ossiciers großes Aussehnr. Der Prophet hatte in der Gemeinde viele heimliche Gegner, Aischas Later Abu Bekr nicht minder, und Aischa felbst wurde von allen Weibern Medinas, sogar ton Fatima, der Tochter Mohameds um des Propheten Liebe beneidet, der Zwischen fall, der ja allerdings in der schlimmsten Weise ausgelegt werden konnte, kam daher Vielen sehr gele$ai und die dösen Zungen Medi? nas wurden nicht müde, über das pikante Abenteuer der Aischa zu reden. Auch dem Propheten wurde der boshafte Klatsch hinterbracht, und da an seinem Ehehimu'.el gerade die reizende Dschuwefrija als neue? Stern glänzte, vernach'.älsigte Mohameb die Aischa. Einige Zeir hielt diese die Znrückietznngen aus, als bann jedoch die Äerleumdungen noch nicht verstummen wollten, bat sie den Propheten um die Erlaubniß, zu ihrem Vater zurückkehren zu dürfen. Die Erlaubnis; wurde ertheilt und es fehlte nur noch die formelle Verstoßung, die nach aller guten Freunde Ansicht nicht ausbleiben konnte. Um dem Propheten diesen Schritt zu erleichtern, siel nun die ganze Meu?e noch einmal über die unglückselige Aischa her und besonders Mohameds Lnbpoet Hassan Jbn Thabit, ein hochbegabter, aber ganz charaklerlofer Mensch, dessen sich der Prophet bediente, um die gegen ihn gerichteten Schmäh zedichte in gleicher Weise zn erwidern, bot feinen ganzen Witz anf, um die in Ungnade Gefallene endgiltig zu vernichten. Da geschah etwas ganz llnerwartetes: der Prophet hatte keinen Augenblick an der Unschuld seiner (Stet tin gezweifelt, aber gegen ihre zeitweilige Entsernung nich!S eingewendet, um sich ganz der Dschuweirija widmen zu können; jetzt sah 'er plötzlich mit Schrecken, welchen Umfang die Verfolgung seines Lieblings angenommen hatte, und da hier Wen schenkrast und Ansehen nichts mehr auszurichten vermochten, mußte sich Gott selbst in die Angelegenheit mifchen. Die Art, wie Mohamed seine persönlichen Wünsche und Gelüste stets durch eine göttliche Offenbarung zu rechtfertigen gewußt hat, ist von einer köstlichen Unbefangenheit, und man kann, wenn man die Entstehung so mancher Sure des Korans kennt, nur imm;r die Geduld der Anhanaer des Propheten bewundern, die sich solches bieten ueßen. In Sachen der Aischa kam cS zu mehrerenOssenbJrungen.die wir in der 24sten Sure deö Korans zusammengefaßt sin: den. Vor Allem wurde dir Unschuld Aischa'S erklärt und die Verleumdung als eine Prüfung und zur Erhöhung ihres Seelenheils beitragend dargestellt. Um aber solchem Klatsch ein- für alle mal vorzubeugen, wurde bei einer Strafe von 100 Geißelhieben verboten, ehren rührige Thatsachen von vcrhekrarheten grauen zu behaupten, wenn die Wahrheit der Anklage nicht durch vier Augenzeugen erhärtet werden kann. Durch eine weitere Offenbarung wurde den Frauen anbefohlen, sich in ihren Haufen: zu halten und in Gegenwart von Fremden zu verschleiern. Und so entstanden die Bestimmnngen, dmck welch? die Weiber der islamitischen Wel zu Hanmsgefangenen geworden' sind. Der gelehrte Historiograpb des Js kam, Professor Müller, bemerkt zu dies Haltzbandaffaire: Jch kenne in "bei ganzen Weltgeschichte keinen handgreifli' cheren Beweis für den vielangefochtenen Satz von den kleinen Ursachen und gro-ßen-Wirkungen, als daß noch im 19. Iahrbunderte über 200 Milliomn Menscheu von jedem sittlichen Einfluß edleren weiblichen Wesens ausgeschlofsen sind und immer ausgeschlossen bleiben -müs sen, weil im achre 023 ein fahriges vierzehnjähriges Ding von AraSerin ein Halsband nnWerthe von ein paar Mark verlor." Zum Theil ist das ja richtig, aber es liegt hier doch eine Verwechselung zwischen Ursache und Anstoß vor, das Halsband der Aischa hat nur den Anstoß gegeben für jene Bestimmungen, die meiner Ansicht nach in der ganzen Organisation des Staates und in der Vielweiberei selbst ihre tiefe Begründung haben und welche auch sicherlich gekommen waren ohne jenes Halsband aus südarabischen Muscheln. Ich habe wenig mehr hinzuzufügen. Da Mohamed dem neuen Gesetze gegen die Verläumder rückwirkende Kraft verliehen, wurden die schlimmsten Schreier, vor Allem der Leibpoet Hassan, mit Geißelhieben traktirt; übrigens soll Ssakwan Jbn Cl-Mo' altal den allzu diensteifrigen - Dichter noch privatim durchgeprügelt haben, wofür Mohamed den brauchbaren Mann jedoch insgeheim entfchadisle. Aicha.aber Loz. nachdem flfcoli1' ' rw- wßp&
ihre Hyre lo durcy gottliches Eingreifen wieder hergestellt war, im Triumph in das Haus des Propheten zurück. Sie war eine kluge Frau, die von Zeit zu Zeit auch ein Auge zuzudrücken verstand, sie erlangte nach ünd nach einen großen Einfluß über den alten Mohamed und blieb seine Lieblingsfrau bis an sein Ende. . ' . . Der odte Piepmatz. Ja, meine Herren," erzählte der alte Nenti:r Dufedann am Stammtisch, man kann hcutzutoge in Berlin gar nicht vorsichtig genug sein. Sie wissen doch. was Müllers voriges Jahr passirt ist? Wie sie von MiSdroy nach Hause kamen, fanden sie die Wohnung total ausgeplündert. Die Diebe mutzten wohl gewußt haben, daß das Quartier unbewohnt war und haben nach und nach Alles fortgetragen! Ich habe mir aus der Sache eine Lehre gezogen. Wie ich vor vier Wochen nach Heringsdorf reise, schließ' ich meine Wohnung mit drei Vorlegcschlössern und bring auch noch ein Patentschloß (gegen Diebftahl und Einbruch) an. Die Nouleaur und dieMarquifcn zog ich nicht herunter.wie es die unvorsichligeneme thun, damit Jeder merkt, daß Niemand zu Hause ist. Im Gegentheil: ich habe Alles so hergerichtet, als ob die Wohnung permanent benutzt würde. Ans Fenster häng' ich zwischen die Blumen ein Vogelbauer und in das Aauer setze ich-einen ausgestopften Kanarienvogel, den ich mir zu diesem Zwecke extra gekauft hatte. Das mußte doch die Diede abschrecken ich war auf meine Idee wirklich stölz, meine Herren ! Aber nun denken Sie sich, was mir vorgestern rassirte, als ich nach Hause komme. Das Entree zu meiner Wohnung steht trotz der drer Vorlegeschlösse? und des Patentschlosses angelweit offen es war mit Gewalt aufgesprengt worden! Und wie ich in meine Stube komme, da sind Schränke und Spinde aufgebrechen und vor dem Schreibsekrelar steht ein Kerl mit einer wahren Zucht? Hans-Visage. Neben ihm liegt ' eine Brechstange und ein Centrumbohrer. Wie er mich sieht, zieht er ganz ruhig einen Todtschlager aus der Tasche. Ju'n Tag Herr. Dusedann!" sagte der Kerl. Ne, det is jar nich schern von Sie, der Sie of so lange verreisen uns Ihren Piepmatz derwrilen verhungern lassen! Gehen Sie: ick jing jerade vorbei und da sehe ick ganz zufällig den armen Kanaricnoogel ans Fenster. Er war schon damals so schwach, daß er sich nich mehr bewegen konnte. Det Leiden von oem Thiere konnte ick nu nich mit ansehen, ick springe schnell ruff zu Ihnen und urach' die Dhür uff, weil ick ihm Wasser geben wollte. Aber et war zu spät, det Thierchen war fchen todt da liegt der arme Piepmatz! r Hi Hilfe!" will ich rufen, aber da har mich schon der Kerl an der Kehle und hebt den Todtfchläger. Schreien Sie nich so, Herr Düsedann!" sagte er, dem todten Piepmatz kann doch Keiner mehr helfen, Sie oller Thierqualer! Wenn ick nich mJemüthsmensch wär', daun würde ickJhnen dafor vermöbeln, oet SieJhr Lebtag keen Thier mehr verhungern lassen. Schämen Sie sich was und bessern Sie sich, olles Laster." Dabei giebt mir der Einbrecher einen Stoß vor den Magen, daß mir grün und blau vor den Augen wird. Wie ich aufwache, ist der Kerl fort und Alles, was nicht nict- und nagelfest ist, auch ! Das hat man von seiner Vorsicht und Schlaue!" (Berliner Humoristische Blätter.) """ ' "' '! "!. 1,11 J G r o ß e s A ü fls e h e n örregi in Amsterdam die Verhaftung der frühe: ren Gesanglehrerin an der Schauspieler: schule, Aaska Kuipers, einer Dame, welche einer angesehenen Familie ent: stammt und sich in allen Kreisen große, Achtung erfreute. Dieselbe steht im Verdacht, Fraulein Smissaert, bei der sn seit 1883 als Gesellschaftsdame wohnt und welche sie zur alleinigen Erbin ihreß fehr bedeutenden Vermögens einaefetzt
hatte, vergiftet zu haben. Niemand hatte zuerst irgend welchen Verdacht, als aber der Bruder der Verstorbenen voi einigen Wochen aus Amerika zurückkehrte, stieg diesem der Verdacht auf, obwohl der Arzt, derdie Verstorbene behandelt hatte, erne normale Todesursache angegeben hatte, weshalb auch der Bendigung kein gesetzliches Hinderniß im Wege stand. Das Gutachten zweier anderer Aerzte, denen der Verlaus der 5krankheit mitge: theilt wurde, scheint aber dem Gericht Veranlassung gegeben zu haben, ein, Ausgrabung der Leiche anzuordnen, in Folge deren erne chronische ZinkocrgistunZ festgestellt wurde. Fräulein Kuipers hatte nach dem Tode von Fräulein Smis saert Amsterdam verlassen und sich in Oosterbeck (Provinz Gelderland) nieder, gelassen, wo sie kürzlich am Sonntag in dem Augenblick, in welchem sie aus bei Kirche trat, verhaftet wurde. DetStaatss anwalt Looyen, der die Verhaftung per: sönlich leitete, ließ die Verdächtige nach Amsterdam bringen. Die Untersuchung, auf derenErgebniß man gespannt ist, witt geheim geführt, so daß alle in die Oef: sentlichkeit über den Vorfall bis jetzt gedrungenm Berichte werthlos sind. Es mag übrigens nicht verschwiegen werden, saß die Anzahl derer, welche von de, Unschuld von Fräulein Kuipers überzeug sind, sehr groß ist. Boshafte Kritik. Frl. Trampeltier war feit 16 Jahren erst, : 7? ? . r. tt . . crn Ji ... ganzen an oer Poiouyne in iüiunajcii. In ihrem 30. Lebensjahr wurde bit üppige Fülle ihres Fleisches phänomenaZ. allein die braven Bauern hatten sich an das Colossale ihrer Erscheinung gewöhnt und da sie nicht übel tanzte, so fand Frl. Trampeltier noch immer den gewohnten Beifall. Eines Abends aber sollte su im kurzen Mieder und Siöckchen ein junge Schäferin darstellen. Als sie nun in dieser knappen Bekleidung auf bei Scene erschien, rief ein munterer Berlin ner vom Olymp herab: Alle Wetter, da ist ja e!n.e Schäferin, die ihre Schaft verschluckt hat." -, : , . An diesem Abend tanzte Frl. Tram: peltier zum letzten Male auf der Statti lanMciaer Triumphe.
land und die Helgsländer. Das jetzt deutsch gewordene Helgoland' gibt den illustriern Blättern noch Immer Stoff. Wir bringen hier eines der besten Bilder zur Veranschaulichung der Nation naltrecht der Inselbewohner.
W Vi ? Kir..MhJ . mwju imk M&L jr S t.t v wv.i jr mrr-m a t ? -iun A tefM&w 7t E-'V-!'M I Ä.iJ frr M JC v ßAnidl N, , UiW J.f l-JA-V Ji öW M i i i M MiWvv K.Xwr i h i ii .i- & f .-v.w vr 'i w r&i&srA i .l. IV. ,.H j 7i1 ' , "Zjt pz.Das folgende Vild eigt die bcrühmti Treppe, wrlche vom Strande nach dirr Obcrlaude sührt. IQ '- r Jt .i . , rv,'K' s Xil)t Täusch ZNg. I. f t-.y f-'Wf M) '&Jl -3-AA ' .'4 Mm$ß rr ' V Src v f sjvCJs äv;l'JCSALv-iV gfrr -m2!fiT&& -l ( M i! W. C fS 'j&x. . m. ZiOh ,r'3bU:; X&M II. Nealistlfche DarsteNung. jru ct Ms? J' -ys MSmmJm &'K4tm s F Ein alter Bauernsitz. Hänschen: Du. Vater, habm Brombeeren ooch Veene? Vater: Nee. mein unae. Hänschen: Na, dann habe ick eoen 'n Mlstkader zezeen! Ein harmloser D r u ck k e b l e r ereianete sick neulkck aeleaentlich eines ComponistemJubllaums. In eine? Biographie des Gefeierten war zu lesen: Seine Waisen sind 'über den ganzen Erdball verbreitet und nicht zu zählen." , Scb la u. Ein Äauer beaeanete einem andern aus dem Rückwege vom Jahrmarkt. .Sieh, Karl," rief er ihm Zu, hab' mir1 Hut für fünf Gulden gekauft - kannst rathen, wieviel er kmir
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Der Kaiser ,md seine fünfJungen. Fünf Kinder hat der deutsche Kaiser, lauter Jungen. Der älteste ist etwas über acht Jahre alt. Es heißt, daß der Vater besonderen Befehl gegeben habe, dem Kronprinzen nicht mitzutheilen, daß derselbe einen höheren Rang besitzt, als seine vier Brüder, aber der zukünftige Kronentrager hat seine bevorzugte Stellung doch langst erkannt. Man merkt .s an seinem Benehmen.
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Thatsache ist, daß die Prinzen sehr streng erzogen werden, namentlich in militärischer Hinsicht. Der Drillmeister hat dieselbe Gewalt über seine jugcnslichen Rekruten, wie über-andere Soldaten. Die jungen Hohenzollern werden übrigens viel zn früh und viel zu lange qedrmt. Zu Bett müssen sämmtliche fünf Prinzen um 6 Uhr Abends und bei Sonnenauxaanq müssen sie, mrt Aus nähme des jüngsten, wieder aus den Federn heraus. Auch das kaiserliche Ehepaar qehort zu den Frühaufstehern. Frau Auguste ist um 0 Uhr stets bei der Hand und ihren Gatten kann man oft son ebenso früh vx Sattel finden. Die Kinder des deutschen Kaiserpaares werden recht einfach erzogen. Manche Aankierssamilien. m Berlln kleiden z. B. ihre Kinder besser, als die Prinzen geklttTet werden. Es hernt, dan dre Kaiserin in neuerer Seit sehr viel mit Schreibereien sich beschäftigt, und daß sie in vielen Sachen der beste Privatsekrelär ist, welchen ihr Mann besitzt. Daö Jubiläum der VriUe Den vielen Jubiläen, über welche die Zeitungen Jahr für Jahr berichten, kann m diesem Jahre das 00zahnae Jubi läum einer der größten Wohlchätermnen der Menschheit zu gereiht werden, welche die unentbehrliche Haussrcundin des Fürsten wie des Taglöhners, der alters schwachen Greisin wie des rothwangigcn Schulmaochens, des bezopften Chinesen wie des olulhauglaen Jtalleners gewor den ist: rvir meinen daS Jubiläum der Brllle. In der That blickt dleses un scheinbare Instrument, wie wir aus einem kleinen, leftnöwerthen Büchlein Die Anue" von Jozc? Nodenztock ln München ersehen, aus einen 00jährigen SiegeSzug durch die ganze Welt zurück. Der Ge brauch, die Augen mit Gläsern zu be wnssnen, um damit das Sehen zu vrr; bessern, laßt sich in -Europa zwar schon bis über '2000 Jahre nachweisen, und schon Nero, welcher rurzZlchttg war, be nutzte concav geschlissene AuaenasSfer. um die Gladiatorenlpiele genauer be.trachten zu können. Ars zum 13. Jahr hundert waren nur Einelgläser in der Form der heuttgcn Lesegläzer m Gebrauch. Die Ertinduna der beutten. aus zwei Gläsern bestehenden Brille fand um das Jahr 1290 statt. In einer Grabschrift zu Floren; wird ein Salvino regn Armatt als der Erfinder aenannt. von Anderen wird die Ersiudung aber dem in vielen Künsten erfahrenen und geschickten Mönche Alerander von Spina zugeschrieben. Jm 14. Jahrhundert waren die Brillen schon ziemlich im Gebrauche und galten als kojtbare Stücke. über welche sogar in Testamenten verfügt wurde. . Der heilige Antonius von Padua. welcher den Fischen predigte, als ihn die V t . " 'ceniazen taji hören wouxen, yat, nach der regende, nicht al!e,n selne Kleider. sondern sogar seine Brille an Bedürftige verschenkt. In älteren Zeiten wurre nicht teilen statt Glas eine Art Sma ragd, welche sich Berill nannte, zu Bril len verwendet, und vielfach wird der Name Brille" hiervon abgeleitet, viel m w . . wahrscheinlicher ist es tedoch, dan der selbe von dein mittelalterlichen Worte .parilium" zulammengeboriges Paar abstammt. Die anfanglich sehr kostfpkeligen Brillen wurden zuerst ut Jta lien verfertigt, später zu Middleburg in Holland, bald aber auch in Deutschland. Schon im Jahre 1642 werden Brillenmachk? zn Nürnberg erwähnt, und in unserer marki chen Helmatb be hauptet bekanntlich das friedliche Rathelrfirt ieli 11rti?f' Diirn Vn 1IT. "w v ivmv, nini UH iHUyiUj eine bedeutende Brillen stadt zu sein. Die Brille blieb lanae Zeit ihrer ur sprünglichen Bestimmung getreu, eine Helferin der leidenden Menschheit ' zu sein, bis sie in Spanien zu einem Gegen stand der Mode gemacht wurde und die spanischen Stutzer das Tragen einer :ri:rr V t.tJL-n. rrt . . .... r . 'ouuc jui üic yoz)iz melken. Seitdem sich die Brille in die Form des Kneifers- umgewandelt hat, ;,hd. es auch bei uns für das Zeichen der Schneidigkeit gehalten, die Nase mit dem Glase zu belasten, ein Monocle kuustvoll in's Auge zn jtcaen. oder wie ekn't Helmerk ding sang: ,Den Scharbe! in das Aug' zu klemmen, den Scheitel bis hinten hin z.u kämmen". Diese Modethorbeiten können den Nuhm der alten guten Brille nich! schmälern, denn sie bleibt, was sie ist und einst wart die Erretterin der Menschheit, welche HunderUausende vo. Gelehrten, Künstlern, Handwerkern. Beamten erst in die Lage velsetzt, ihren Beruf zu erfüllen und sich des Lebens zu treue.
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Die SHreibmafchlne.
Jm Mittelalter aebSrte das Schon schreiben zu den Künsten. Die in Zier lchrtkt ausaesührten Bibeln und alten Bücher mit ihren Schmuckmalereien, welche aus jener Zeit erhalten geblieben, werden von den Bibliotheken, wo sie ausbewahrt sind, als Schatze gehütet, denn sie sind wahre Wunder der Schreibkunst, ganz besonders die aus den Klöstern hervorgeFangenen. Schon damals existirten große Berlaashäuser, gerade wie im alten Athen und in Rom, doch wurden die Bücher nicht stapelweise, nicht ,n hunderttauenden von Exemplaren an gefertigt, fondern nur nach Bedan. und zwar aus folgende Weise: Em VerlagsHaus beschäftigte etwa ein Dutzend Schreiber. Diese arbeiteten alle in einem Zimmer. Ein Vorlese? las das Manuscript mit klarer, vernehmlicher Stimme ab und die Schreiber schrieben das Gelesen ebensoschnell nieder. Durch die Erfindung der beweglichen Lettern und der Druckkunst verloren die Scribenten ihre einträgliche Beschäftigung, aber die Schreiökunst theilte nicht das Schicksal der verlorenen Künste, im Gegentheil, sie wurde bald Allgemeingut der Menschheit. . . . . . Jetzt droht auch ihr Gefahr. Es ,fl in der That wohl nur eine Frage der Zert, daß sie von der Vchreibmaichine verdrängt wird. Je mehr die letztere vervollkommnet und je billiger sie wird, desto rascher wird sie die mühsame und zeltraubende Arbeit der Feder ersetzen. Es ist erstaunlich, welche Fertigkeit der Typcnschretber aus semem Instrument erlanat. Die Typenschrift ist viel leserlicher und auf einem Bogen laßt sich in Lettern drermcu mehr schreiben, als mu der Feder. Man spart in einem Jahr an Federn, Tinte, Papier. Couverts und Porto soviel, als eine Schreibmaschine kostet. Außerdem braucht der Brief nicht ceplrt zu werden, denn aus der Schreib Maschine wird mit dem Original auch gleich d:e uopie hergestellt. Jetzt ist die Schreibmaschine fast aus schließlich auf das Bureau und Comp toir beschränkt und der Verkauf derselben auf die größ ren Städte, auch ist der Preis noch so hoch, daß sie fast nur von professionellen wchrelbem gebraucht werden kann, nicht vom ganzen schreibenden Publikum. Auf dem Lande hat sie fast noch aar Nicht Einaana aesunden. Aber die Concurrenz wird auch hier bald Abhilfe schJfftn, sobald das Patent ab aelaufen ist. Die Maschinen, welche jetzt HZZ bis Kw0 kosten, werden dann für Hl oder $15 zu kaufen sem, und mcht lange wird es dauern, so wird man eine in jedem Hause finden. Dann wird sich auch im Schul- und Erziehungswesm eine große Revolution vollziehen. In erster Linie wnd der Vchrelbunterncht wcqfallen. Anstatt des Schreibens wird man den Kindern den Gebrauch der Schreibma schine lehren. Und sie werden damit auch zualeich die Buchstaben und das Luchstabiren lernen, dem Schulmeister v,cle Muhe und sich manche Prügel ersparen. Für das Kind ist die Maschine ein amüsantes Spielzeug. Es macht ihm unendlichen Spasz, den eigenen Namen und den seiner Freunde schreiben zu konnen. Und seiner Entwickelung wnd da durch ein ungeheurer Vorschub geleistet. Ja es wird behauptet, daß bie Schreib Maschine der Menschheit und der Bildung noch größere Dienste leisten wird, als die Drnck.'rpresse. und daß ihre irsmdung mit der der Buchdruckerkunst in die gleiche Arche gestellt werden wud. Ter Koma einer Artksiin. Als sie das Haus ihres Gatten ver,ieß, um dem Verjührer in die Fremde nl solqcn. war ue bereits Mutler von jech Kindern. . eb;r noch immer eine au? sauende Schönheit und als Gom nastiknin bewundert. Mehr als zehn Jahre war sie mit ibrem Manne vertunden gewesen, eine Ehe. wie tausend anire ein ititfrä f i H-. trher fi iA mit I r s Vtl f l V j , .v -V f loses Nebeneinanderleben. Ein unaari scher Eircusdirector, der vom Tag in den Ta.q hineinlebt, der nicht weiß, ob er in nächster Zukunft für sich und die Seinen Brot haben werde, war ihr Gatte. Und da kam dr Tag. an welchem m die Gesellschaft ihres Mannes ein neues Mitglied eintrat, ein junge? Athlet; drei Tqe spater und d:e Gattin des Circus directors war mit dem jungen Manne entflöhen. Beide waren vor einizen lochen rn e-.ne Geftuschaft geirrte, welche zur,Zert ,n der garischen Pro vinzstadt Jaszbcreny gastirte; sie galten als Mann und Frau und bald war es bekannt, dan die Frau an ihrem ver meintlichen Gatten mit abgZttischer Liebe hange. Vor wenigen Tagen stieg in einem Gasthof in Jaszberenn . ein Mann mit zwei Kindern ab. der sich sofort zum Cirkus begab. Es war der Bruder des wirklichen Gatten der Ungetreuen. Der Mann, den jene verlassen hatte, war plötzlich gestorbi, feiner Kinder, die er hitslos zurückgelassen hatte, wollte sich der Bruder annehmen. Aber für zwei derselben sollte die Mutter sorgen, um die große Last des Schwagers wenigstens theilweise zn erleichtern. Kurz und kalt ward das Verlangen abgeschlagen. Ein Wortwechsel entstand, der Geliebte der Artistin mischt sich in den Streit, ein Moment, da ertönt ein furchtbarer. Schrei, die beiden riefenstarken Männer sind mit blanken Messern auf 'einander gestürzt. Man versucht vergebens, die Kämpsenden auseinanderzubringen. Es gelingt nicht früher, als bis Beide todtlich verletzt, aus zahlreichen Wunden blutend, zu Boden gestürzt sind. Ueber den blutenden 5Lörxer des Geliebten stürzt sich die schöne Grzmnastikerin .... Die ungarischen Blätter, welche von diesem Nomaue aus dem Circus zu er zahlen wisieu, sügen hinzu, daß der Athlet seinen Wunden unrettbar erliegen dürste, und daß auch sein Widersacher so erhebliche Verletzungen erhalten hätte, daß an seinem Auskommen gezweifelt wird. GutmSthZ g. : .Aber Mannchen, hast Du Dir denn wirklich keinen einzigen Preis in Berlin erschossen? 'Weißt Du, Frau, ich wollte keinen Anderen darum dringen!
Berliner erichköscene.
Auf der Vrautführt. .Die Geschichte scheint mir auf einen ganz gewöhnlichen Heirat hsschw:n?el maus;ulauskn äußerte der Dorntzenve des SchSffkNgerkchts zu dem 4Sj5hrige Arbeiter Paul L., nachdem dieser erklärt hatte, daß er sich des ihm zu? Last gelegten Vergehens des Betruges nickt schulzq suhle. WorZ,: Wke konnten wie nur eine solche Annonce einrücken lassen, hören Sie blos, es ist ja der reine Hum bug. Cin junger Mann in den besten Jahren wünscht die Bekanntschaft c.nes soliden Mädchens zu mHr, welche sich mit ctwüs Vermögen für ein - Westourationsgefchäst eignet." Die Annsnee ist och von Ihnen nnqerust, mcht wahr? Angell.: Ja, ick habe ihr so unjejahr usjescht. aber da steht doch von Heirathen keen Atom nicht drinne. Ick hübe ssn; eelle Absichten aehavt. Vors.: Aber Wann ! Sie haben keinen ganzen Rock auf dem Leibe, sind mehrfach wegen Arbeitsschen bestraft und lassen eine derartige Annonce los ? Was sollte sich denn eine Reslektantin dabei denken? Ich meine so ne, dre Lust hatte, Zlch m mel den? Angekl. : Die kennte ja denken, v x .. rt-rn, is iir . r " r l r .. U- . t. ver sie Ävirivicyasierin smo soure uno wenn vielleichte un sie je siel Mir. wer kann wissen, ob ick nich mit nach't Standesame jejangen wäre. Ick wollte eme vom Lande haben un möglich konnte et ja doch sind, det sie 'ne Berliner Restaurateurs srau jeworden wäre, wo sie denn natürlich schccne raus jcwefcn wäre. Vorsitzender: Man weiß wirklich nicht, ob man Sie für grenzenlos dumm oder frech halten soll, wie kommen Sie auf den Gedanken, Restaurateur werden zu wollen? Sie nennen sich Arbeiter", wo haben Sie zuletzt geardeitet? Angekl.: In die Tegeler "Forst, ick habe da Vome cm jcthcert, det die Naupen nich rinkommen. Vors.: So, und nun wollten Sie den Gastwirths stand um Ihre werthe Person bereichern? Angekl.: Ja. ick, dachte, dazu dhäte ick am besten passe, n zu die Vudikerei hgbe ick noch am merichken Lust. Dct is en Jeschäft, wat immer noch feinen Mann ernährt, all det Andere :s belemmert. Verf. : Hetim Sie denn ein Geschäft in Aussicht, vielleicht Zu pachten oder dergleichen ? Angell. : Ja, ick wußte eene Baubude, da dachte ick um die Concession einzukommen. Vdrs.t Das Projekt lag ja nsch im weiten Felde und da suchten Sie eine Wirthfchafterm? Wozu sollte sie denn Vermögen besitzen, wie S!e verlangten? Angekl.. Na, zum Wirthschaften. Ick werde doch mich ' wildfremde Person so bei mir ufnehmen un ihr AlleaS anvertrauen.. Vors.: Sie besaßen ja garnichts. Angekl.: Ja, det sollte ja jerade erst von ihr Jeld an. geschasst wer'tt. Vors. : TaZ versteht kein Mensch. An gekl.: Herr Jerichtshof, det i doch junz einfach. Sehen Sie, wenn sie nn kam un sie hz.dde so'ne dreihundert Daler, denn wenijer durste dct schon nich sind, UN wir had'den wat Passendes je fünde, denn hädden wir uns von det Jeld injericht un denn wäre ick für Allens ufjekommen. Ick hätte ihr en Schuldschein jejeben u hadde ihr det verzinst un det sie sonst man nicht zu kurz jekommen wäre, det liegt nu mal nich in meine Natur. Kann so'n Mächen det denn besser haben? Ick kann Ihnen sagen, da lecken sich manche die Fingern nach. Ua denn, wie jesagt. man is ja immer noch in die besten Jahre un wer roeeß, wie det noch je kommen wäre. Vors. : Na, es ist nur ein Glück, dsß das arme Mädchen, das auf den Leim geganAen ist, sofort die Situation durchschaute. Angekl.: Mein Unjlück is et jewesen. Ick kriegte jcwissermaßen jleich so'n aöneijenden Instinkt, als ick die oüe Schandnudel von'n BahnHof abholte, det war mir jlnch so, als wenn mir eener fogde: Paul, jieb Achtung ! Un richtig, sie hat mir ja hierher jebrecht. Vors.: Sie ist von Fürstenwalde gekommen, nachdem sie Ihnen geschrieben haste Schon nach der ersten halben Stunde hatte sie genug von Jhnen; wie sie hörte, daß sie das Geld hergeben scllle zum Ankaufe eines Geschäfts, hat sie gleich Kehrt gemacht und ist wieder nach Hause gefahren. Sie ist aber inimerhin um das Reisegeld und um einige kleine Auk gaben geschädigt wor den. Sie haben sich schon dadurch emeZ Betruges schuldig gemacht, weil Sie die Angabe in der Äanos nicht machten, daß Sie mitttSos waren. Das Ntthcil lautete auf eine Woche Gefängniß. Jm .Watin" schildert Aurölien Scholl die Veränderungen, welche die französische Gesellschaft unter der dritten Republik mitgemacht hat. .Aristokratie. Burgcrthum, Wett und Halbwelt", schreibt er, sir.d Werte, die heutzutage keinen Sinn mehr haben, und nur noch Klassen bezeichnen, die in eine unentwirrbare Masse verschmolzen sind. Nur das Wort Million" übt noch seinen alten Zauber aus. Die Modemagazine haben ihren Antheil an dieser allgemein nen Verwischung aller Unterschiede. Der Abkömmling eineS Kellners oder Herrschaftsdiencrs Zst heute schwer aus ffuter Gefellfchast heraus zu erkennen. ' icibc wetten beim Nennen und treffen sich in Clubs. Früher konnte man die verschiedenen Gesellschasisklasfen nach ihrer Sprache unterscheiden. Aber auch die Sprache hat sich, wie alles Andere, de:n Vroce der demokratischen Gleichmaß chung unterwerfen müssen. Währenddie Ladcngehilsen, die Angestellten und Geschäslsagentcn sich die Sprache der feinen Welt aneignen, gilt unter den Zungen Leuten der guten GejeUfcbaft die Skalliprache für ,se?ecfc. Bald wird zwischen dem Kamelot und dem Botchafksattachee kein merkticker lln:er schied mehr sein. Unter den Maklern der Halleii sindcn sich einige, die Abends den Kotillon im Hotcl Continental" anfüh ren. Ich hö;te kürzlich einen Dienstmann an einer Straßenecke sagen: Jch will noch etwas Toilette machen, da ich um 8 Uhr in den Club muß.MilderungSgrund Präsident zum Angeklagten):,, .Sie sind gestandig, den Einbruch ,m , die Nent; amlSkasse verübt zu haben. Haben Sie, noch etwas vorzubringen?" Ängeklag-, ter: .Ich bitte um mildernde Umstände,' weil ich von dem gestohlenen Gelde meine, rükstSnd!gen.Steuern bezahlt habe!"
