Indiana Tribüne, Volume 13, Number 337, Indianapolis, Marion County, 24 August 1890 — Page 4
efc.' iibämxääimJS' Indium Tribüne. TYaJL ..J-CT A h aIi a yuuiUQyw.Müijuvi; 0fScs L30O.ci7ardlanbvV. JndiMSPoliZ, Ind., 24. Augnft 1890. Kritische etsthrlefe (Terlw Tag-AaU.) C r e f e l d. Das deutsche Lyon, die Seiden- uni es rt i . c r . cnc ummelsiaor nom oes uu ufers, ist weder kurzweilig noch mit U sonderen Natmreizen ausgestattet, aber eine ebrenwerthe. industriekraftiae Stadt, die in den Büchern der Reichsdank Aar hoch und hehr verzeichnet steht. EZ giebt eöen aUerhand EAchtspunkte, unter U$ nen die Slädte eineZ Kulturreiches U trachtet fein wollen. Wer die Bedeutung Crej'elds kennen lernen will, der muß in den großen Settenhäusern Englands und Amerikas naÄsragen und in den dicken Büchern der Neichsbank den Buch ftaben 0 aufschlagen. Dort steht die rheinische Fabrikstadt mit ihren 107,000 Einwohnern mit dem gewaltigen Um schlag von jährlich einer halben Milli vd.. hf ft sann ' U V VWiViVVhi VHW " ( prompten Ausschluß geben: an Werth, sendungcn und Postanweisungen werde hier über hundert Millionen Mark jähr, lich umgesetzt, und daS Crefelder Haupt, steuera m paradirt euch mit einer sieben, zifniacu Einnabmefumme. Uns dann daS Wachsthum der Stadt. die noch um die Wende dieses Jahrhuw derts ein Oertchen mit 6,000 Einwoh' nern war. Im Jahre 1840 hatte sie fics auf 26,000 emporgearbeitet, 1664 aus! 43,000, im Jahre 1870 aus 57,000, w j Jahre 1380 aus 74.000. I Im Lustrum 1880 1835 hatte Cre: seid die procentual stärkste Bevolkerungs, zunähme im ganzen deutschen Reiche z? verzeichnen, nämlich 21.7 Procent, uni in den jüngsten 5 Jahren, in denen du Devolkerun von etwa 90,000 auf 107, 000 anwuchs, ist daS Steigerungsoer hallniß nahezu das gleiche geblieben. Solch unheimliches Wachsthum fuhrt beim Individuum wie bei einem Gemeiw wcZen Unzuträglich keiten und Beschwer den mit sich, die erst allmalig zum Aus gleich und zur Ueberwindung kommen. Ich glaube, in den achtziger Jahren iß der Stadtverwaltung ost recht angstlicl zu Muthe gewesen. Tausende und Tau! sende von Arbeitern zogen px, mindesten; zw:i Schulen jährlich mutzten neugeöam werden, das Armenbudget erreichte eim bedenkliche Hohe und die Communab steuern einen haarsträubenden Procent, say. Man kriegt Respect vor der Leistungssähigkeit der Crejelder, wenn mal bort, daß" z. B. noch im lausende Jahre, wo die Hochfluth des Zuzugi schon etwas eingedämmt oder abgeleite ist, erhoben werden: 412 Procem Com munalsteuer, 50 , Procent Zuschlag zm Grund, und Gebäudesteuer, nahezu 10( Prottnt Kirchensteuer, dazu eine Han delskammer- und andere Steuern, so daß summA snmmTrum gegen 000 Procew Zuschlag zur Staatsfleuer zu zahlen sind, Ich glaube, die Berliner ließen sich im die Haut abziehen, als daß sie 600 Pro cent Communalsteuer zahlten. Außev dem vermöchten sie es auch nicht zu leisten, und darum wohl den Creseldern, daß st es können! Vielleicht ist für die Stadtverwaltung kein Vorwarf aus diese Schwierigkeit herzuleiten, wenigstens für die derzeitig, Verwaltung nicht; frühe? soll mit all rdings nur pennjrvrise unb ponndr foohsh gewesen sein und, wenn mar kein Geld hatte, einfach stäbtisches Eigen, thum verkauft haben, das dann späte! unter Umständen um den fünffach Preis wieder zurückgekauft werden mußte. Die unverhaltnißmaßig bohen Ausgabe? für Schulen, die nothwendigen Auf, Wendungen für Canalifation, Wasser: Zeitung. Schlachthaus und Bad?anstal unb ein wenig glücklicher Verrrag mir einer GasgeseUschast, der der Stadt nock bis 190j die Hände bindet und der Ein führung des eielttifchen Lichtes fast uw unüberwindliche Schwierigkeiten ent' gezengestellt, haben in Verdindun mit den auZ den Zeiten einer irratisneller Jinnzge!arung übernommenen drücken den Verpstichtungen das 'stadtisch Budget so schwer belastet. Das sieht und spürt nun freilich nie der Einheimische ; wer als Fremdlinz die Stadt besucht, dem tritt ein behäbi' ges, wohlhabendes and wohlgeordnetei Gttneindewesen entgegen, eine Rhein stadt. die auf der joijm Kulturwarte de Weflprsomzen steht und in Haltung un Lebcnsgewöynung einen vornehmen An strich zeigt. Es liegt Rasse in diese, Nheinorovinzstädten und jteifnackigei Selbstbewußtsein, und ich bin rnchi sicher, daß nicht der eine der der andeo Crekelder, der diesen Artikel liest, ge ärgert ausruft: ,Was zum Henker ge-. hen diesen schriftstellerischen Windhunl unsere Steuern und Lasten an! Wb bezahlen sie, u?eil wir's können, und wu werden uns als reiche und stolze Stab: behaupten, eben eil wir Crefelder sind Braö so, das ist die Sprache des rotenten Mannes. Aber, mit Berlaub, ein Bischen dar sich die Außenwelt doch uch datum be kümmern, wie das Alles so gekommet ist, wie Crefeld groß und berühm rsurde in der Industriemelt, und roi, die Neuzeit ihm gar schwere Lasten auf: gehalst hat. Ganz interessant, die schichte Creselds in den jüngsten "Jahr, zehnten. Die Seidenfabrikatton ist ja schon älter; die haben bekanntlich die aus Holland Vertriebenen Mennonnen hierhei verpflanzt, ine Religionsgemeinde, der heute noch die angesehensten und reichste Familien der Stadt, die von der Aoyen.. de Geriff. v. Beckerath, Floh und am fette, angehören. D!e Seidensabrikatior zoav bis weit in die zweite Hälfte unsere Jahrhunderts hinein eigentlich ein Hand erk ; der Fabrikant halte keine Fabrik in unserem vinne, sondern nur Comp: toir. Lagerhaus und Lieferraum; e, nri mrt ni i"? nirnnfTTP tibtw ir n i rnnninri m V !C. k "... uyzviin uus oer iiacicii una icinereir Umgegend bis weit ins Holländische hiw ein. und diese Weber suhlten sich selbst wieder als kleine Meister, die sich Gesel lcn und SpuljunZm hielten.
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Da kös die nnenölich veroesierted mechanische:! Stühle, die mit Dump! betriebe!! wurden ; wirkliche Fabriketavlisicment! mtt Schorusteinen und großen Nebenzedäuden entstanden, die selbststan, diaen Weder ringsum gingen zu hun denen ein, an ihre Skelle traten Tamendi von Fabrikarbeitern, die in der Stadi selbst Wohnung nähme. Die Stadt wuchs beängstigend wurden doch i einem Jahre, ich glaube, 1835 war's. 23 Fabriken im Stadtgebiet errichtet uni dazu über 250 Wohnhäuser. Das wa, ein amerikanisches Wachsthum. WaS Wunder, dah da die städtischen Lasten stch hausten. ÄuS den selbstständkLen Webern wurden Proletarier, die Großer fraßen die Kleinen auf, wie das eben se geht. Auf die üSerstarke Centralisation bei ersten Halfre der 0er Jahre folgt jetzt ein gelinder Nückschlaz. Abgesehen von der mangelnden Stabilität cr Fabrikation, die neuesteas immer mehr hervor tritt, haben Zstlpoli?ik und Mode ei krafiiz Wörllein mitgesprochen. Del Minderöedarf an schmerer Waare, beson: ders an guter schwarzer Seide ist überaus fühlbar: 'Augenblicklich ist Sammet eavOgus. und die Sammetfabrikanten wissen kaum genug zu schassen, aber kein schweren, prächtigen Stosse, sondern billige, mir baumwollenem Einschlag. Und selbst davon läßt sich nicht auf Lag arbeiten ; denn was wird die Mode nach' stes Jabr verlangen? Da muß man einen würdigen Crefeb der Seidenherrn von altem Schrot und Eorn, wie sie an dem .Alten Herrenisch in ihrem Club, genannt ,Ver-tin-,beisammen sitzen, railonniren hören : Die neuen Desstns und die Mode, beide soll sie Der und Jener holen! Heute kin kostbares Stück, echt Sammet oder Vlüsch, nur für die oberen Zehntausend; morgen wird derselbe schon ein Bischen .-T .t r. A-rti.. nr.
zilnoerwerlyig acigcjicui; cuucjc rochen spater muß er auch für die Bürgers? ?rau in billiger Verfälschung zu haben sein, und nach Kurzem äfft das Dienstmädchen die Mode ebenfalls nach, und nun muß baumwollener Schund btlllgster Zlrt en rnaase fabricirt werden Das trifft nun leider nirgends so sehr zu, wie im lieben deutschen Vaterlande. Hier könnten wir wirklich vom Franzosen etwas lernen. Die Französtn der dienenden Klassen putzt sich gewiß gern und sieht im Werktagsputz immer adrett und fast immer auch ein bischen kokett aus. Aber sie fetzt einen Stolz darin, in ihrer Art niedlich auszusehen, und will nicht mit billigem Plunder ihrer Herrschaft nachäffen. Gehe man doch Sonntags in den Louvre und betrachte sich den ouvrier in seiner frisch gewaschenen Blouse, mit dem Schatz am Arm im Häubchen und der koketten Schürze. Das sind die appetitlichsten Krabben von der Welt, reinweg zum Anbeißen. Und unsere Feen vom Staublappen und Kochlöffel? Ein Schippenhut mit nickender Riesenfeder und ein Sammetjaquet für 7 Mark 50 und anderer nachgeäfster Plunder. Und der Herr Arbeiter? Der ist Sonntags Gentleman: Culinderhut und vielleicht auch Pincenez uns Glac6handschuhe daß Gott erbarm! ... Wohin man nicht mit solchen Raison nements geräth! Vom Rückschlag in der Fabrikation, glaube ich, und von der Ausgleichung gewisser Hypertrophien war die Rede. Die Fabrikanten kamen, veranlaßt durch die aus dem unverhältnißmäßigen Wachsthum keimenden Mißstände, zu dem Entschluß, die Stadt dadurch zu entlasten, daß sie ihre Etablissements auswärts errichteten und so entstand seit etwa zwei Jähren eine größere Zahl von Fabriken in den umliegenden übrigens durch eine Lokalbahn unter sich und mit der Stadt verbundenen Ortschasten. Naturgemäß wurde auch der Strom der Arbeiter dorthin abgeleitet,. und die Arbeitgeber suchten auch durch zw ermäßige Einrichtungen, den Bau oori Arbeiterwohnhäusern, gemeinsamen Speisesälen, Zugabe von etwas Gartenland u. f. w., den Arbeiter draußen anzusiedeln und festzuhalten. Bis jetzt mit Erfolg. Die Lebenshaltung auch der unteren Klassen ist rheinisch:bebäbig; die Steinlichkeit gemahnt uns an Holland. Jede Arbeiterwohnung ist blitzblank, die Dielen gescheuert und mit weißem Sand bestreut, und was hier namentlich zwischen Ostern und Psingsten an Hausputz geleistet wird (so nennt sich hier das Groß'Neinmachen) soll übermenschlich sem. Der U.kann wlrd tagelang oödachlos ; nicht blos die Gardinen werden abgenommen, sondern auch Fenster und Thüren werden ausgehoben und zum Brunnen gebracht. Das, glaube ich, würde die scheuerwüthiaste Berlinerin doch nicht zu Wege bringen. Gottlob ist der aus dem häuslichen Paradies vertriebene Ehemann um ein behagliches Unterkommen nicht in Verlegenheit: tresslichHotelS, l enommirte Weinstuben und legante Bierausschänke, darunter sogar ein Specialausschank deS gottgegebenen Münchener Hofbrau, wlnken dem HeiMlscheu wie dem Fremden. Es läßt sich schon leben in Crefeld. 0. . An einen Schauspieler und Feinschmecker. Ja, er ist reich begabt, Ein jedes-Stück beweist eö. Jedoch in einem Stück, Da leistet er sein Meistes, Das Gabelfrüh-Stück heißt es. Auf dem Balle. Müller zu seiner Tänzerin: ..Wie reizend Sie heute Abend sind, mein Fräulein!" Fräulein: Wirklich? Ei, wie die Männer doch schmeicheln können! Dasselbe hat mir eben auch Herr Schulze gesagt." Mül ler: Sie haben doch dem Lügner nicht geglaubt.?!" -Carriöre. Sehen Sie, pflegte der Beiselwirth zu sagen, unser verstorbener Schullehrer, der besaß einm merkwürdigen Scharfblick. Als meine beiden Söhne noch die Schule beZuchten. sagteer immer: Der Fritz wird nicht weit kommen, aber der Georg, der wird seinen Weg machen. Und richtig ist'S eingetroffen. Fritz ist jetzt Cerichtsrath in der nächsten Kreisstadt und Georg ist Briesbote.
!T.-VlCH Nuter ürnautifchen Mubttü. Der jüngst von arnautischen Räubern gefangen genommene Ingenieur Fel,x Ritter von Gerson sendet aus Klem- ; asien einen Brief an ein Budapester Journal, in welchem er seine Gefangen nähme und spätere Befreiung schildert, ... 5 L!.; . ..a C ........ . i ' Wir enrneymen vielem au jovmm I vom 20. Juli datirten Briefe Folgendes: Am 15. Juli um S Uhr 15 Minntm früh reiste ich im Wagen nach Karakani. Herr Mejor bar mich am Vorabend meiner Abreise nach Karakani, - mrch dorthin begleiten zu dürfen, worin ich auch elnwrlligte. Nachdem wrr 170 Kilometer gefahren und an der Stelle angelangt waren, wo die Straße das Defilöe zwischen den beiden Karakoly durchschneidet, tauchten plötzlich aus den Gebüschen an der Straße drei mit Flinten und Säbeln bewaffnete Männer vor uns auf, die sich auf unsere Pferde stürz, ten und uns ..Halt!" zuriefen. Ein Mann pflanzte siä) in der Entfernung von zehn Metern in der Straßenmitte auf, das Gewehr im Anschlag vor uns, indeß drei ebenfalls bis an die Zahne Bewaffnete sich hinter unseren Wagen stellten. Als mein Kutscher seinen Re volver gebrauchen wollte, verhinderte ihn daran einer der Briganten, worauf uns dieselben vom Wagen steigen hietzen. Ein Widerstand gegenüber dieser Uebermacht hätte für uns blos traurige Folgen haben können. Hinter uns kamen ungesahr fünfzig Fuhrwagen aus der Gegend herangerollt, welchen von den Briganten anbefohlen wurde, sich eine halbe Stunde nicht vom Platze zu rühren. Kein einziger Kutscher wagte, entgegen zu handeln oder uns zu helsen. Wir wurden hinter diese lange Wagen reihe eskortlrt und uns dort bedeutet, daß wir 3000 türkische Pfund Lösegeld würden zu zahlen haben. Bis dahin sollten wir in den Bergen g?sangen gehalten werden, und für den Fall, daß wir daran dachten, uns mit Gewalt befreien zu wollen, drohte man, uns in Stücke zu hauen. Die Räuber, welche von arnautischer Abstammung sind, sprechen nur schlecht türkisch und blos einer unter ihnen et was bester griechisch. Herr Mejor war der griechische Dolmetscher für uns Beide. Wir wurden von zwei Brigan ten huckepack aus die Schulter genom men und so auf ein 300 Meter hohes Plateau abseits der Straße getragen. Hier rußten wir einen Brief, in welchem wir 3000 türkische Pfund Lösegeld erbaten, aufsetze, und diesen übergab man meinem Kutscher, den indeß zwei Räuder überwacht hatten. Als die Abgesandten mit dem Brief zumckkehrten, waren ' indeß die Zapthies (türkische Gendarmen) vom kaum 1000 Meter entfernten Karakols erschienen und be gannen auf die Brisanten zu schießen. Die Kugeln hörten wir an unseren Ohren dicht vorbe' pfeifen. Die mit Winchester- und Martini-Flinten (die ersteren Repetirgewehre) bewaffneten Räuber erwiderten energisch das Feuer. Nach einem halben Dutzend Schüssen zogen sich die Zaptiehs zurück, und wir setzten unseren Weg zwei Stunden lang sott. Dann wurde Nath gehalten. Nach langen Berathungen unter sich gaben die Räuber mir zu verstehen, daß sie Herrn Mejor absenden würden, um 1000 Pfund zu holen, und daß sie sich mit diesem Betrag begnügen wollten, salls er binnen zwei Tagen in ihren Händen sei. Nachdem ich sodann Herrn Mejor die geforderte zweite Depesche eingehändigt hatte, mußten wir Beide schmoren, den Aufenthaltsort der Räuber nicht zu verrathen. So durfte nun Herr Mejor um 11 Uhr Vormittags sich nach Biledjik aufmachen, wo er Abends anlangte. Es war verabredet, daß er in Begleitung nur noch einez ManneZ das Geld am nächsten Tage auf die Straße zwischen Kara-Keni und Bazardjik bringen werde und zwar ganz in Weiß geNerdet, hoch zu Roß, damit er in der Ferne sichtbar ;ei. Die Räuber brachen mit mir indeß wieder um 11 Uhr 15 Minuten Vormittags aus, und wir marschirten mit kleinen Ruhepausen bis 9 Uhr Abends über dichtbcwaldete Berge und Hügel. Wiederholt gab ich den Räubern zu wis sen, daß die Compagnie für ihre Ange stellten nichts zahle werde, daß ich auch noch viel zu kurze Zeit in ihrem Dienste stehe u. s. w. Mau antwortete mir stets : vorlot vereäsenek pir die Regierung, der Sultan wird das Geld erlegen, wir wissen es sehr wohl, daß dies so sein mnß. Die Briganten verfügten über 1300 türkische Pfund, trugen sechs Golduhren mit Ketten, besaßen ausgezeichnete Wassen und sind besser organisirt als die regulären Truppen des Sultans. Wir verbrachten die Nacht in sehr wilder Waldaeaend. Mit dem dammernden Morgen ging der Hauprmann, begleitet von zwei Genossen, zur Einho lung Herrn Mejors und des Geldes aus. Die Uebrigm zogen mit mir weiter in's Gebirge, und wir marschirten bis il Uhr Nachts, als wir den Hauptmann mit seinen Leuten trafen. Er erzählte, daß er Herm Mejor zurück kommen sah, Zaptiehs und Koldis s Finanzwachleute) hätten cber in großer Zahl um ihn geschwärmt. Der Hauptmann befahl mir, neuerdings zur Feder zu greisen, Herrn Meior ein Billet zu schreiben, daß er sich die unge bührliche Gefolgschaft von Zaptiehs strengstens verbitten möge. Tags daraus (Donnerstag) früh um 3 Uhr, brach der Hauptmann neuerdings mit einem Genossen auf, indem er vorher einem bei mir zurückbleibenden Burschen den Befehl gegeben hatte, das erwähnte Billet zu bestellen. Allein eben im sel. den Augenblick, als dieser Bursche mit dem Brief abgehen wollte, näherten sich zwei Zaptiehs unserem Unterschlüpfe; wir sahen sie hinter einem niedrigen Hügel zu unseren Füßen plötzlich auftauchen. - Die Räuber feuerten aus sie. Die nicht getroffenen Zaptiehs flüchteten sich. Won der Absendung des ' Boten yurde aber iedt. wett. ,fö
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l tn größerer Zahl in ver Nähe äufhal ten konnten und. weu sich die mnU an Zahl nicht schwachen wollte, abgesehen. Der Freitag verging, und lch erhielt J- L f , V noch immer nicht die mit Banqen er wartete Antwort. Die Räuber drohten mir unzählige Male, daß. falls in drei Tagen das Geld nicht herbeigeschafft sei, sie mir den Schädel spalten würden. r v ' . Ajitt erncyerunqen, veatener von zor bereitungen zur Hinrichtung, wie da waren das Schleifen des Handschars und das Befühlen meines Kopses und Nackens mit demselben, trugen selbst, redend nicht sehr viel zur Verbesserung meines gräßlichen Seelenzustandes bei. Der Mangel jedweder Nachricht, die Furcht vor einnn Scharmützel der Räu. ber mit den Zaptiehs, wo stets Gestalten am Waldesrand austauchten, der llxiv stand, daß ich seit Montag nichts gegessen hatte als trockenes saures Brot, nichts getrunken als schlechtes Wasser, all' das brachte mich an den Rand der Verzweiflung. Drei Tage hatte ich unter freiem Himmel auf Steinen schlasen müssen, kein Wort reden und nur an den Tod denken dürfen. Zum Ueberfluß th-ilte man mir noch mit, daß, falls die drei auswärts weilenden Räuber aefangen würden, ich dies mit dem Leben bezahlen mußte. Endlich, endlich es war Sonn abend, Abends gegen 7 Uhr 30 Minu. ten, hörte ich Schritte. Schon glaubte der Hauptmann, es seien die Zaptiehs, und alle Leute griffen zu ihren Geweh ren. Gott w Dank! Das Loiegelö war da, ein Räuber brachte es. Ich war freudetrunken, als man auf mein Besra gen sagte, die Direktion habe- für mich gezahlt, tch sei frei! Allem die Herausgabe meines Ringes und anderer Werthgegenstände, die ich bei mir getragen, verweigerte man mir. Die Räuber leisteten den bei ihnen sonst üblichen Schwur, daß sie mich nie wieder behellu gen würden, nicht. Mich führte derjenige Räuber, welcher das Gld gebracht, in eine Entfernung von 600 Metern, wo mich Herr Mejor und mein Kutscher erwarteten. Der Viceräuberhauptmann und zwei seiner Spießgesellen hatten sie uns entgegengeführt. Nach zweistündigem Marsch, gegen 11 Uhr Abends, langten wir in Bonzyonk an. Nach zwei Tagen konnte ich meinen Dienst wieder antreten, doch die schreckliche Seelenmarter, die ich erdulden mußte, bat mich weit mehr niedergedrückt, als die erlittenen körperlichen Qualen. Rette Pflanzen. Man schreibt ass Sydney, in Auftragen, vom 30. Juli: Lady Munro, nS Noncriesse und Schwester der Gräsin Dudley, ist am Freitag vor acht Tagen sus dem Gefängniß Crozza Crozza, wo sie eine sechsmonatliche Haft wegm Landstreicherei u. s. w. verbäßt hat, mtlasseu worden. Die Strafe war ihr in Alburg zudictirt worden, was die Dame nichtsdestoweniger veranlaßte, sich am nächsten Morgen dort sehen zu lassen. Leider dauerte die Freude nicht lange-; Lady Munro betrank sich, brüllte Zotenlieder in den Gassen, insultirte die Passanten und wurde schon nach ein paar Stunden wieder eingesteckt. Am Montag hatte sie sich abermals vor dem Polizeirichter zu verantworten, der sich aber damit begnügte, sie per Schub aus der Stadt bringen zu lassen. Lady Munro wird somit wohl nächstens wieder in Sidney auftauchen, unstreitig nur um nach ein paar Tagen wieder hinter Schloß und Riegel zu sitzen. Welche Ziffer die Zahl ihrer Ver urtheilung aufweist, das weiß überhaupt kein Mensch genau zu sagen. Faktum ist nur, daß sie in den zehn bis fünfzehn Jahren ihres hiesigen Aufenthalts 100 und etliche Male mit der-Gastfreund-schast der Königin Victoria vorlicb zu nehmen hatte. Von Zeit zu Zeit erhalt das unglückselige Geschöpf Geld und Kleider auö England ; dann geht es ein vaar Tage hoch her. Lady Biunro, von deren einstiger Schönheit keine Spur mehr zurückgeblieben ist, stolzirt als rRnäe äms am Arnie irgend eines Louis durch die Straßen, alles nur, um acht Tage später in verwahrlostem Zustände im Rinnstein aufgelesen zu werden. Ein einziges Mal hatte sie es mit der Heilsarmee versucht. .Als sie aber auf die Sündesbank geführt wurde und öffentlich von der ihr widerfahrenen Gnade Zeugniß ablegm sollte, saug sie statt Bußpsalms Zotenlieder. Seitdem hat auch die Heilsarmee sie aufgegeben. Eine Schwester, die seit 1875 von ihrem Manne geschiedene Lady Mordaunt, treibt es in Tasmanien nicht viel besser. Der Herr MarauiS of Bath soll deshalb auch nichts weniger als erbaut gewesen sein, als kürzlich sein Sohn und Erbe, Discount Weymouth, Lady Mordaunt's Tochter heim rührte. Eine Tragödie in London. Am 1. Aug. Abends wurde in einem Schlafzimmer in dem Hause No. 14 ßark Road, in N-w Croß, einer.südöstlichen Vorstadt Londons, die Leiche einer grau, der Gattin des Dr. K. Tvwnsend, und diejenige eines als Dr. De la Motte bekannten Mannes gesunden. Wie es scheint, lebte Dr. Tvwnsend, ein schöner, robust aussehender Mann, mit seiner Frau und zw-i Kindern, einem 9 und einem 11 Jahre alten Knaben, in einer naheliegenden Straße, in uten VerhäUnissen. Erhalte eine gute Praxis nd War seiner gesellschaftlichen Ägenschaften wegen allgemein beliebt. Ein häusiger Gast in seinem Hause war Dr. De la Motte, ein junger Mann mit blondem Schnunbart, der in Commerkial Road eine Praxis hatte. Er war kin intimer Freund des Dr. Tvwnsend und häufig in seiner Gesellschaft, auch bei den wei Knaben war er sehr belieht. Vor einlgen Wochen entschloß sich Dr. Tvwnsend, nach Amerika mit seiner Familie auszuwandern. Dr. Ezard übernahm seine Praxis und sein Haus, und bis zur Absahrt nach Amerika miethete vr. Tvwnsend unter der obigen Adresse NN Loais. . !t De? Daurvfer sollte am 2. AuauK abp "-ff)
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Pensionen I Neue Gehr, neue Regel. Jeder Soldat oder jede Eoldateuwittwe sollte zu ter seit Jahren itablirten Peusim.Agetnr don P. H. FltzZkral, schicken uud sein 12 Seiten eut. baltkude Pamphlet über Kriegspensionen nebst Copie des neue Gestzes erhalten. Wird fui per Post zugesandt. P. H. Fctzczersld, 63z Oft Marketflr.. Indianapolis, Ind. DsS mne PensionSKtz don pmsiet durch velchek alle invaliden Soldaten, alle auf Hilfe aug;w:efenen So datenwittkom und Waisen, und alle auf sich ielbst angewiesenen Vä'er und Mütter do' Soldaten welche unverheirllthkt starben, zu Pension berechtigt sind. Wenn Sie einen Pensioosanspruch habev, so wenden Sie sich .öndl'ch oder schriftlich an die Pevsions.Zlnkalte Meore & Thorvton Ti Oft Market Str. Zimmer Ro. 8, zweiter Stock. Indianapolis, Ind. Alr to Tliorntoni, Holz und Slate Die schönste Auswahl in der Stadt. Billigste Preise. WSmtcW, vabsteine ud Monumente. AUGUST Bildhauer. No 233 Oft WasbluqtonSr. Zac.MetzgerMo., 80 und 32 Ost Marykaud Str., offerirea folgendeWeine in Waschen Importtrte fhwäne : KSdesheimer Vischoföberg. Oppenheiee. Niersteiner. Ober Jngelheimer. Französische Rothwkine: Pzntet Canet, Marganz und St. Jnlian Superie. Californifchss Weine : Zinfandel No. 1, Burgnuder, Riesling, Sntedel, Sherrh, Angeliea, süßen Mußkateller Ferner: reinen Catawba. 1lI,im 4 7. tST" Bestellungen werden nach allen Tbei len der Stadt prompt abgeliefert. seqeln, und Dc. TownZend hatte i:cy Nachmittags nach den Docks begeben und die Knaben mitgenomnlen. Die Frau sollte die Absendung des Gepäcks über wachen und heute. an Bord gehen. Eine Ftunde etwa nachdem der Doctor das Logis in Park Road Verlässen hatte, fuhr ein W.zgen dort vor, Zwei Männer stiegen ans, um im Auftrage des Arztes das Gepäck abzuholen. Die beiden Man ncr wurden sofort eingelassen und sahen beim Eintritt in das Schlafzimmer die Frau anJekleidet der Länge nach auf dem Bett liegend, wahrend der Mann n Fußende des BetteZ ans dem Boden lag. Die beiden Lastträger berührten die Körper und entdeckten zu ihrem Entsetzen, daß sie todt waren. Dr. Town send's Nachfolger, Ezard. wurde sofort herbeigeholt und constatirte, daß Beide an Gift, vermuthlich Blausäure, gestorben lvaren. Am 2. August erst hat Dr. Tvwnsend. der seine Frau auf dem Dampfer erwartete, von der schrecklichen Tragödie Kenntniß erhalten. Er war von der Nachricht gänzlich niederge schmettert und kann sich keinen Grund denken, weswegen seine Frau und der Doctor De la Motte stch das Leben nehwen sollten. , Er hatte nie den gering sten Argwohn gegen seine Frau. An Greisen über hundert Jahre wurden in Preußen bei der letzten Volkszählung 91 gezählt. EZ waren 24 Männer und 67 Frauen. Die höchste Zahl dieser Veteranen hatte die Provinz Posen aufzuweisen, nämlich 28, es folgen Westpreußen mit 26, Schlesien mit 14, Ostpreußen mit 13, SchleswigHolstein, Pommern,' Westfalen und Hessen-Nassan mit je 2, Rheinland und Brandenburg mit je 1. Berlin selbst zählte keinen Greis über 100 Jahre. Von den 24 Mmmern waren 3 vcrhnrathet, 20 vcnvittwet und 1 ledig, von den 67 Frauen waren 5 Verheirathot, 56 verwittwet und 6 ledig. Daß auch Möbel ihren Stammbaum haben, dürfte zu den Errungenschasten der Neuzeit gehören. In einer Zeitung lesen wir indessen wörtlich folgende Anzeige: Alterthum! Wegen Wohnungsveränderung sofort zu verkausen: einen schonen, mächtigen, zweithü rigen, eichenen Kleiderschrank, gräflicher Abstammung. Adresse in der Exped. ds. Blts. zu erfragen." Es fehlt nur noch die sofortige Angabe, um wieviej der Preis des Kleiderschrankes durch seine gräfliche Abstammung erhöht wird. Der Gewohnheitslügner. jlnwalt: Anwalt: Ich bitte den Zeuzen, der soeben verhört wurde, Nachtrag, lich zu vereidigen.- Präsident: Wa rum? Zweifeln Sie an der Wahrheit liebe desselben? Ja!" halb?" - Weü der Zeuge Jäger ist ?5 i ttiom ji utceir, ':'
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