Indiana Tribüne, Volume 13, Number 337, Indianapolis, Marion County, 24 August 1890 — Page 3

P et I c s c a.

Stsntao ftui dem Leök der deutschen Hauptftatt bo Nugust Heffe. (3. Fortsetzung.) Valesca bemerkte, daß von diesen, Augenblick an eine Veränderung in dem Benehmen Fres vorging. Er fchiev seine bis dahin beobachtete Hattung röllig verloren zu haben. Er roar um ruhig, sein Blick unstet. Er bemühte sich, aufgeräumt und lustig zu erjcheu en. Da Sie selbst nicht tanzen roolleu, sagte er, so wollen roir die oberen Jiäume aufsuchen. Man tritt nach dem nächsten Tanze zu einer Quadrille Z. la cour an. Von einem erhöhten Standpunkte xstu den die Touren sich besser überblicken laßen. O gewiß, versetzte Frau Berg. Doch Möchten wir zuvorderst die übrigen Säli in Augenschein nehmen. Vier anstoßende Raume waren zu durchwandern, um zu der nach der Ga, lerie führenden Treppe zu gelangen. Die altdeutsche Stadt, so hieß von de, seltsamen Wandmalerei der nächste, seh, ausgedehnte Raum'. In prachtvolle, und getreuer Darstellung zauberten du Wandgemälde den Anblick von alter lhümlichen Holzbauten, Kirchen und Thürmen. Hinter der Kirche öffnet, sich eine Fernsicht auf einen überbrückten Fluß. Man glaubte sich einige Jahr: Hunderte zurück auf dem Marktplatz eine, kleinen Stadt versetzt. Die Täuschung dieses Panoramas urde noch dadurch verstärkt, daß einzelne der aus schweren Balken anscheinend gezimmerten Häufe, durch ihre Thüren den Eingang in bei sondere, hinter der Deeoration belegen, Zimmer gestatteten. .3Km goldenen Kranich" bezeichnete das Wirthshaus, fchild eines der Gebäude. Ich schlüpfe hinein ich muß einen Tropfen Wein aenießen hier in der altdeutschen Weinstube! Mit diesen Worten betrat Frey dieses Nebenzimmer, ahrend Ludooica und Valesca, von dem Wechsel der Scenen entzückt, ihren Nundaang um den künst. lichen Marktplatz fortsetzten und den Roland am Jiathhause sowie den wasfersprudelnden gothischen Brunnen, die sen nen Kähne auf dem spiegelnden Fluss; bewunderten. Als Frey aus dem goldenen Kranich wieder hervortrat, fani Frau Ludooica, daß er außergewöhnlich roth war und ohne Anlaß lachte. (El zahlte, daß er in aller Geschwindigkeit eine Flasche Ale mit Porter geleert habe. Der zweite Saal war zu einem Parl umgeschasien, der nach der Idee des Künstlers sich an die Mauern und Wälle der Stadt unmittelbar anschloß und alles, was an seltenen Bäumen und Blumkngruppen gedacht werden konnte, , c r f. t 'ii- 7n T emylclr. 12110119 cet uut cam, die sogenannte Eascadenhalle, rauschte von künstlichen Wasierfällen, welche sich über tannenumgurtete Felsen von allen Seiten hinwegstürzten, um inmitten , des Saales sich in einem weiten Becken zu sammeln, aus welchem ein bis zur Decke eujschänmender Springqucll emporstieg. Hinter einem dieser Felsen, am Rande eines abfließenden Wasserfalles, befand sich die eiserne Wendeltreppe, welche zu bem oberen Corridor und zu dem Ein gange in die Gallerte führte. Die letztere war in zahlreiche säulengctragene Prunkzimmer getheilt, iu deren breiten, den Einblick in den Saal eröffnenden Nundbozenfenstern das Geräusch von unten, die Stimmen der Menschen und die Klänge der Musik, empordrang. Die drei traten in eines dieser mit ans gesuchter Pracht geschmückten Zimmer ein. Persische Teppiche bedeckten den Fußboden und die an den Wänden siehendkn Ruhesitze. Ein runder Marmortisch Nahm die Mitte der Loge ein. Aus den Kryftallipiegeln der Wände strablten die Flammen der Kronleuchter und Gaskugeln roieder, welche in Form erotischer Blumen die Rotunde erleuchteten. Kaum war man eingetreten, als das Orchester eine neue und lockende Weise begann. Unten im Parterre entwickelte sich ein lebhaftes Durcheinander. Die Herren beeilten sich, die bereits zuvor aufgeforderten Damen in den weiten Räumen und in den Blumengrotten aufzusuchen. Man stellte sich gegenseitig ttm bereits erwählten visvis vor oder sucht? ein solches zu gewinnen. Der Tanz ordnet hatte Mühe, die einzelnen Paare in die richtige Earreform einzufügen. So dauerte es eine geraume, Weile, ehe unter Lachen und Scherzen die Quadrille sich gebildet hatte. Bei dem Beainn derselben näherten sich die oben in den Logen Versammelten der äußern Aiupung der Balcone und , beschauten von dort herab mit Operngläsern die unmuthigen Bewegungen des Tcn;cs. Dort drüben in der Loge, bemerkte Frey, der mit seinen beiden Begleiterinnen ebenfalls an die Balustrade getreten war, der Herr mit dem blauen Ordensband ist der Prinz Arthur. Neben ihm Mein Gott Excellenz, der Vorgesetzte r.:eines verstorbenen Mannes ! unterbrach Ludooica im Tone ehrerbietiger Ueberraschung. Und jene? junge Mann neben dem Prinzen, fuhr Freu fort, im einfachen Frück und weißer Binde ein junger Diplomat von großem Einfluß, der Baron von Bern-Ergestein. Man sagt, er wnde künftig eine bedeutende Rolle spielen. Und die Dame mit dem wunderbar schwarzen Haar und durch eine einzige Ro;e darin geschmückt sie scheint nicht schon von Gesicht, aber interessant? fragte Frau Ludovica. Die erste Sängerin unserer Oper, Fräulein d'Israeli, berichtete Frey. Welch' vornehme Gesellschaft'! sagte dze, Frau GeMmräthin, strahlend 'vot Wonne. Dann wandte man die Blicke wiede, auf das Parkett des Saales. Sie haben hohe Bekannte hier,äuLerte Valesca mit eisiger Kälte zu dem Buchbalter gewendet. Sie hatte, während Ludovica und Frey über der Brüstung der Loge lagen scharf beobachtet und abraenommen. da der im Saale unter den Tänzern besindliche Capitän viederholentllch Bertraultch ketten durch Hand

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winken und Kopfnicken mit dem Buch Halter austauschte, ihm auch drohte. Nicht alle sind von gleichem Nange. Einzelne gehören zu unsern nähern Geschäftsfreunden. Sieh, da ist auch Herr Lazsrski! Ziehen wir uns zurück, es ist ich: nöthig, daß er unsere Änw:senhei: bemerkt. Wozu uns verbergen ? Wir thun nichts Unerlaubtes, entgeAnete Valesca und blieb an der Brüstung stehen. Kommen Sie. ich bitu, rief Frey, der in der Mitte der Loge an dem runden Marmortische Platz nahm. Ein Gläschen von diesem kalten Sect wird die Kräfte beleben un d zu Scherz und Froh nun stinrmen. Eis mutz Eis thauen, fügte er, von dem Ernst Valescas betroffen, hinzu. Er ließ die inzwischen in einem blink den Eiskühler seroirke Champagnerflaiche knallen Eine zweite wird nöthig sein, rief er dem allonirten Diener zu, der an der Portlöre der Eingangsthür mit befremdeten Blicken auf den ungewohnten Gast geachtet hatte, und warf dem Diener vornehm eine Doppclkrone auf die Marmorplatte. Valesca weigerte sich zu trinken. Frey schien verletzt. Er fuhr sich hausig durch lein künstlich gekräuseltes Haar, stürzte rasch hintereinander den Inhalt mehrerer Kelchgläser hinunter, stützte trotzig den Kopf und lachte dann wieöer hell auf. Seien wir lustig, heute lustig, rief er in aufgeregter Weise. Wer weiß, was der Tag morgen bringt! Ihr Wohl, Fräulein Valesca. Ich bin müde. Mein Kopf schmerzt mich. Wir wollen nach Hause, Mutter. Erst mit Tagesanbruch hat das Fest ein Ende, rief Frey, erst dann fahren die Droschken vor. Er schenkte sich von Neuem ein und osfnete die zweite Flasche. Wir wollen Sie nicht stören, sagte Valesca leise, aber sehr bestimmt. Ich und die Mutter bedauern, uns entfernen zu müssen. Sie stieß die Mutter an, welcher das aufgeregte Benehmen des Buchhalters jetzt ebenfalls Bedenken erregte. Auch Herr Simon Lazarslki scheint sich zurückzuziehen, sagte Frau Ludovica, halb entschlossen zu gehen, er drückt mit Bekannten zum Adschiev die Hand, Vielleicht, daß wir in seiner Begleitung Frey schlug mit der Faust auf den Tisch, daß die Glafer klirrten und Ludovica erschrocken zusammenfuhr. O, Fräulein Berg, rief Freu mit fast weinerlicher Stimme, Sie wollen mich verlassen? Das ist nicht schon von der blonden Vally. Ich hatte mich auf diesen letzten Abend so sehr gefreut ! Den letzten Abend? fragte Valesca, schon an der Logentbür stehend und ihre aronen Auaen aus den Buchhalter aenchtet. Glauben Sie nicht, daß wir Ihnen für Ihre Aufmerkfamkeir undankbar sind. Aber wir dürfen Sie nicht in übermäßige Unkosten versetzen und haben nne mci)e zu verwandten vor. Auch mein Kapfweh muß ich verschlafen. Mir scheint, uns aeysrten Nlcht hlerbcr. Sie zog die M utter am Arme nach sich. Frey sprena auf und wollte die sich Elllfernenden zurückhalten; aber die öhür war bereits geschlossen, die Por? tiere aesallen, und er kehrte fchwan kend aus seinen Platz zurück. Er ließ sich m den Almsetiel fallen. Verflucht ! rief er, warum hab' ich sie nicht früher gekannt. Vielleicht wäre Alles anders worden. !Qai nun aver juvlvauera! wir lzaöennoch tzston vor uns komm küsse mich ! Und er trank in vollem Zuge das gefüllte Becherglas leer. Ha, tch merke, riex er sodann und drohte unt der ztballten Faust nach der Ausgangsthüc hin, der Buchhalter ?fen t ihnen zu serwa! Stolz sind sie und dünken sich besser als Frey. Aber ihr Hochmuth soll bald gebeugt fern. Wir werden untemznder Rechnung machen. Während Freu Geheimräthin und Valesca rascben Schrittes über die lanzen, einförmigen Straßen nachtlicherDcile ihrer Wohnung zueilten, sagte LalcLca: Mit Herrn Frey geht etwas oor. Ich sürchte, er hat Schlimmes im vknne. Ach. mein Kind, entgegnete die Mutter, er grämt sich über dein ganz unverzntwortliches Benehmen. Der Kummer hat ibn veranlaßt, heute mehr als ant zu trinken. Er ist ja. doch sonst ein reeller ind wähl zu lelvender Mann. Sechstes Capitel. Die Weihnachtsfeiertage bei dem Doctor der Philosophie Gemkenthal in Vroß'-Veeren waren heiler und sehr ren anuat. Der Schnee lag draußen ellew hoch und siel noch immer in dicken Flocken. Die Straßen des Orts wan verlassen and ode. Menschen und Vchlttten körnt; en durch das tiefe Schneelast ihre Bahn noch nicht jtnden, ctc Bewohner taxtn von rer 'kraue avae perrr uno 1 s ' . t hauptsächlich auf den Verkehr mit den AZilbeVohnern ihrer Hauser angewiesen. ehr behaglich und wohlia war es bei dem Ohiim Gemkenthal. Er pries sich glücklich, daß Valesca und deren Mutter noch vor einer gänzlichen Stcckunz des Vahnverkchrs, der seiner Meinung nach nothwendig eintreten mußte, angelangt seien und döst er feine Einkäufe zum durch einige großartig versuchte Unter nebmungen, welche fehlschlugen, erhed; liche Verluste erlitten hatte. Er btschränkte sich auf ein Sortiment und kauste eine grofze Ltihhiöljothek an. Allein. au ch dicie Geschuske-iJaren wenig kintröglich und sagten ihm, njcht zu. Er knlschlötz'sich, die Handlung zu'vttpach' ten. und als er dies endlich bcwerkstelligt, blieb ihn: nur ssvieZ übrig, als zu dem bescheidensten Lebensunterhalte er forderlich war. Er verließ die Residenz und wählte an? SparsamkcitsrüZsichten den dörflichen Aufenthalt in Grop-Aee-ren. Er war zetzt lm 42, Lebenswahre, Jungaesell und voller Genugzamkelt Seine kleine Wohnun bestand aus Wohn? und Schlafstube nebst den allernothwendigsienWirthschaflsräumen. Seine Dienstagd. die alte Jsidora, ein von selnen Eltern überkommenes Jnven-

Feste schon tncher hatte besorgen laii Heinrich Gemkethal war, gleich seier Schwester, ebenfalls nicht' in glau,

zenden Lerhältnist-n. Er war Verlags buchhändler gewesen, umßke von diese? Mriakeit aber sich zurückziehen, weit er

tar, die ihm an Lebensweisheit nichts nachgab, leitete, lenkte und behütete ihn, wenn Gemkenthals moralisches Gleich

gewlcht emmal in s schwanken gerathen und den früber aewobnten Freuden der Residenz sich zuneigen wollte. Jsidora hatte ibr Heim in einer Dachkammer. Im Giebel aber, in einem sehr gcraumf qen, eme weite Ansucht m die flache Landschaft gewährenden Zimmer hatte (Nemrenthzl eine Auswahl semer Ltedlingtzdichterwerke aus den besseren Zeiten selnes Buchverlaaes m einem qroszen Mahogonischranke aufgestellt. Dieses Zimmer mit dem angrenzenden Alkoven diente auch als Frcmdeniimmer und wurde setzt von Frau Geheimräthin Berg und von Valesca bewohnt. Für Valesca Berg empfand Heinrich Gemkenthal eine höchst eiaenthumlich? zarte Zuneigung. Wenn er sie ansah, olänUen seine Äuaen mild und aütia wie die eines Vaters, der die Tochter liebevoll anblickt. Bis zum Tode seines Schwagers Berg hatte Gemkenthal das Kind m t..ii.i str. m ?Q n.r ininn veacyker. zun VeJiaoniHicige zi ihm die wehmüthige und doch so liebliche Erscheinung zu erstenmal auf. Es war, als hätte sein Herz einen plötzliche Riß erhalten, so weh und schmerzlich war ihm zu Muth. Nicht der Tod des Schwagers, nicht der thränenfeuchte Blick der Schwester, aber das umflorte, schwermuthsvolle Auae des aeoeuaten, zarten Kindes, die stumme und gottergebene Trauer desselben preßten Thränen aus den Augen des Leihbibliothekars bei dem Gedanken, dan dieses Kind ln Vursiig'. kcit zurückgeblieben sei. Zaghaft drückte er das kleine Brüderchen. Sei still. tröstete er, ich will euch mcht verlassen so viel ich kann. Er hielt Wort. Daß er aber nicht besser konnte, war der Kumnzer Gemsenthals. Er wußte, als er sein Verspre chen gab, nach nicht, daß ihm nach ?luflösung seines Geschäfts nur ein Genuß an Pachtzins tm Betrage von etw ;echzehnhundeit Mark jährlich übrig blieb. Gleichwohl durfte .seine Beihülfe ntcht fehlen; er schränkte sich aufs gewissenhafteste ein. um jährlich fast fünfhundert Mark zu diesem Zweck zu erübrigen. Valeöca entwickelte sich lanasam aber desto anmuthiger. Sie ging der Mutter schon frühzeitig unt vcath und That m allen wirthschaftlichen Angelegenheiten zur Hand, üte bewies daber eine große Anstelligkeit, Fleiß und Gcschicklichkeit. Darüber vergaß sie, als sie größer wurde, daI nicht, was das Leben verschönt, die Kunst. Sie sang kleinere Lieder mit entzückend süßer, reiner Stimme, sie zeichnete und malte in ihren Mußestunden und vor allem: sie hatte ein vollendetes Verständniß, fajl eine qesahrliche Neigung für oets und Dichtkunst. Allem zur der letztere Umstand befestigte sie noch mehr in der bewundernden Theilnahme deS Oheims, der ganz heimlich und ohne sich gegen irgend jemand zu verrathen, dl höchsten Lebensgenuß empfand, wenn feine Seele sich dichterisch vertiefte. Mit den fortschreitenden Iahren wuchs diese Theilnahme Gemkenthals zu einer Art vr Schwärmerei. Er träumte von Valesca, ihr Bild schien neba ihm zu wandeln, mm er in den Kieferwaldunaen des neuen Wohnsitzes oder indem gelben Heidesand feine Spaziergänge ...t,.. T.- f.. t,.:.r: j. :.v ol muujiic. yi tcijic iiiu.itu jitui das, was er zu skiner Erquickung in dem Wtatlonsaebaude bestimmt hatte, zurück. ersparte die Ausgabe und erzählte doch jedesmal, um sein Fernbleiben von der Bahnhofsrestauration zu verdecken, der alten Jndora, daß die Zuge xunctllch und vorschriftsmäßig aus- und einxassirt seien, wie er bei seinem gewohnten Ausgange, um auf der Station eine Tasse Kassee zu nehmen, habe beobachten können. Daaeaen hütete er sich 'änastlich. auch nur den Namen Valesca auszusprechen. Er schämte sich des Antheils, den er nahm. Traf er mit Valesca zur t-x lammen, o vemuyte er pcü, seyr jtreng und gemessen, wie es einem Mann in reiferen Jahren gezieme, zu sein. Sie muß Nezpect und nur ceZxcct gegen mich haben, dachte er. Nur zuweilen konnte er ein gewisses sehnsüchtiges Verlangen, das jedoch, wie er überzeugt war, nichts anderes als die alte, von ihm geliebte Residenz betraf, nicht unterdrucken. Er wanderte dann mit umgehängter Reisetasche fchon vor Sonnenaufgang aus, immer den Bahn körper entlang, bis es das gewünschte Ziel, seine Vaterstadt Berlin, erreichte. Mit dem ersparten Perjonengeld konnte er dann irgend ein kleines Geschenk für Valesca einkaufen, glückliche Stunden in Valescas und de? Schwester Gesellschaft verleben und doch noch, ehe das Tagesgestirn zur Rüste ging, wieder in dem Tannenwald von GroßlBeeren rasten und die Bilder, welche lhm der belle Sonnenschein bei Tage gebracht, nochr- r.'t.-..liJt. r T (.1 maiö veicsaulico vor seinem meiste vors überziehen lassen. Ja wer nurdafür sorgen konnte, dau einst em junger, aber reicher und durchaus rechtschaffener Mann sie heimführte, ein w,ann, der sie au? Handen trüge! Denn sie ist so zart, so ji.? -tt , f f Stiftn ruasicyisoou, von o innern ntii uno so anmuthigem Wesen, daß man nur beten kann, der Himmel möge sie in Gnaden bewahren. Gemkenthal war mcht grade kirchlich gesinnt, aber wenn, in dem einsamen Walde, den die Abendsonne vergoldete, diese Gedanken kamen, dann schlug er die Augen zu den röthlich flammkneu Gipfeln aus und faltete unwillkürlich die Hand: zu einem heißen Gebet. Am Weihnachtsabend brannte im Wohnzimmer der EhristSanm. Kuchen und Aepfel lagen auf weißer Serviette zierlich ausgehreitet ; für Frau Geheimräthin hatte der Bruder eine warme Pelzjacke, sürdie Nichte einWmtercostum und eine goldene Bresche beschert. Er hatte zu diesen Gaben bereits seit Ostern iürückneleat. was erspart werden konnte. Desto Heller war seine Freude, als er im Schimmer der Weihnachtskerzen den beiden Geschenknehmern in die dankerfüllten, strählenden Augen sah. Aber auch Valesca' hatte des Oheims gedacht. , Derselbe besaß einen, altdeutschen Lehnstuhl, der seit seine? Anschaffung vor langen Jahren des Bezuges harrte. Valesca überreichte diesen, mehrere Ellen langen, fast eine Elle breiten Ueberzug in sauderer Stickerei. Heinrich drückte bewegt die fleißige Hand. O, deine Augen,

mein Schatz, rief er ein über bss andere Mal, an deine Augen hast du nicht gedacht. Es ist unrecht, sehr unrecht, Vally. Wodurch hab' ich alter Junggesell in so kostbares Geschenk verdient Ich begreife nicht, warf Frau Ludooica ein, woher Vally die Zeit zu der Arbeit genommen hat ; sie war mit Nähen für Herrn Lazarski vollauf beschäftigt. Ja. Mütterchen, erklärte Vally lächelnd, ich habe nicht einen so festen Schlaf als andere Leute. Wenn du im Schlummer lagst, verließ ich mein Bett, wieder, zündete die Lampe nochmals an und habe einige Stunden bis Mitternacht dem Onkel Heinrich zuliebe auf diese Stickerei verwendet. Doppelt zu tadeln, doppelt zu tadeln, du liebe, kleine Blumenfee, schalt der Onkel und küßte die gestickten Rosen des Bezugs. Die Nähterei bei dem reichen Fabricanten' dem Lazarski. muß aufhören, fetzte er nach einer Weile Nachdenkens streng hinzu. Er soll von dem Schweiß und Blut unseres lieben Kindes, nicht noch reicher werden. Wie wäre eZ, wenn ihr zu mir zöget? Hier am Orte lebt sichs billig, und wenn ihr eure kleine Pension mit meiner geringen Rente verbindet Nichts davon! unterbrach Ludovica. Da müßten wir ja jede andere Lebens? Hoffnung aufgeben, Heinrich. Valesca ist noch viel zu jung, um sich hier zu vergraben. Sie kann heirathen, und eine gute Partie wird sie machen, wenn sie nur den Willen dazu hat. Freilich, freilich! sagte Gemkenthal niedergeschlagen. t Valesca schwieg, um dieses ihr miß liebige Gespräch in Gegenwart der Mutter, und noch dazu am heiligen Christabend nicht weiter auszuspinnen. Als sie aber am 2. Weihnachtsfeiertage mit dem Oheim einen erfrischenden Spaziergang auf dem von Schnee reinzefeg ten Perron der Eisenbahnstation auf uns ab unternahm, während die Mutter im Bücherzimmer ein Mittagsschläfchen bielt, sagte Valesca zu dem Oheim:

Die Mutter will mich gern los sein. Ich werde aber niemals einem Manne, und wäre es der reichste, die Hand geben, zu dem ich nicht mit Achtung und Vertrauen so wie zu dir aufblicken kann Jtede du init der Mutter, die auf meine Vorstellungen nicht hört und mir einen Menschen aufschwatzen möchte, der mir zuwider ist. Setze ihr auseinander, daß sie mich vergeblich quält und daß ich gern in aller Bescheidenheit fortlebe, wenn ich mir nun selbst treu bleibe. Onkel Heinrich, welchem nach diesem Eingange Valesca die näheren Umstände ihres Kummers mittheilte, empfand bei der bestimmten, fast trotzigen Weigerung Valcöcas, mit Dagobert Frey jemalö wieder zusammenzutreffen, eine gewisse Befriedigung und eine Art ihm selbst unklaren Behagens. Doch eröffnete er in gemessener Weise seiner Begleiterin, er könne auf ihre einfeitige Ablehnung nichts entscheiden, er wolle sobald als möglich nach Berlin kommen und mit eigenen Augen sehen, mit eigenen Ohren hören, wie die Sachläge sei. Diese Antwort schien Valesca nicht zu befriedigen. Sie hatte vielleicht eine andere, und daß Onkel Heinrich eifriger ohne weiteres Partei für sie nehmen werde, erwartet. Aber sie zeigte keine Verstimmung; nur eine demüthigeUnterwcrsung unler den Willen ihres Ver wandten kkana aus dem Tone ibrer Antwort. Du wirst sehen, dan ich recht habe. Am Siloesteiabend bestieaen Frau Ludovica und Valesca den Eisebahnzng, der sie nach Berlin zurückführen follte. Wir niaren glücklich, fast zu glücklich bei dir, Onkel Heinrich, sagte Valesca und reichte dem Oheim die Hand zum Abschiede aus dem Abtheil. Ihre Stimme zitterte vor Wehmuth und fand kein andcres Wort des Dankes. Das schwarze Ungeheuer, die Maschine, fauchte und stieß ihren keuchenden Athem aus. Als das Triebrad sich hercits in Bewegung zu fetzen begann, rief Gemkenthal den Abreisenden noch nach : Nach Neujahr komme ich sicherlich herüber. Habt tausend Dank für euren lieben Besuch, und du, mein lieber wUj chelm, für die gestickten Rosen und m eilchen! Ersah dem Zuqe nach, so lange derselbe auf der blendend weißen Säincefläche noch zu erkennen war. Am zweiten Tage des Neusahrs kam Frflu Ludooica ganz alhemlos und aufgeregt auö dem Lazarskischen Geschäfte zurück. Denke dir, rief sie. Mantel und Hut rücksichtslos aus d'e Thurlehne wertend. denke dir, wir bekommen bei Lazarski keine Arbeit mehr. ist etwas aezcheben ! Und hier ! Ich habe mit Herrn Simon Lazavski nicht felbst gesprochen hier ist erne nrone Ncchnuna von ihm Er foidert noch von uns eine unerschwingliche Summe. Wir sollen zu viel Lohn erhalten, ihn geschädigt, nicht alles abgeliefert haben was weiß ich. Es ! . i ... ? . r k 5 . t i- t mm svuen lvsse icaicn, oie nacy ven ÄUk chern uns anvertraut worden. Man sagte mir, es werde augenblickliche Erstattung verlangt, sonst könne die Sache dem taatZanwalt uvergeden werden o zu beruhiaen. wie nahm die überreichle Rechnung und überblickte dieselbe. Es waren darinnen verschiedene Tuch- und Seidenstoffe aufgeführt, die nicht zurückgeliefert feien. Die gefertigten Waaren waren den ausgezeichnetenPreifen gegenübrrgesctzt. Daraus ergab sich, 'daß eine erhebliche Summe an gezahlten Lohnen überhoben sein mußte. Kleiüere Posten be: rasen zu erstattende Prcife für )u hast Alles selbst besoratMutter alles zurügeliesett,, Du weißt, elchei Ausstellungen gemacht worden sind, daß wir keine' der berechneten Vorschüsse erhalten und an LöM nicht mehrempfan-l gen haben, als Uns gebührt." , , Natürlich. daS kannst du denkend Ich will selbst gehen. Man muß mit Herrn Lazarski in' Person sprechen. DaS hilft nichts. Man hat mir seine Bücher vorgsiea.'' Alles haaikltinHA darin geschrieben. Kannst du dagegen etwaschevttisen?-'' 3 9

Valesca erschrak der dieser Nachricht.

cd mnt u ich und suchte die Mutter

jehler-zast und unvoUcemmen gelieferte Kleidungsfincke; eine größere Anzahl angeblich gezahlter Vorschusse war ange-, schrieben. , ,, , . ,

Ich habe nur die Beträge sufgeschrieben. die du als gezahlt mir .angegeben hast. Siehst du. siechst du, das hilft zumichts. O, wir sind unglücklich. Herr Simon Lazarski wird mir fein Lettrauen nicht entziehen. Mein Wort muß ihm genügen. Valesca nahm Mantel und Hut und wanderte den weiten Weg bis zu dem Geschäftshaus des Herrn Lazarski. Sie fand die Fenster der Verkaufsräume verhangen. Ein großer Anschlagzettel über jeder der Eingangöthüren verkündete: Das Geschäft bleibt noihwenöiger Inventur wegen auf drei Tage ge schlössen. In den Verkaufsräumen herrscht nicht die sonst gewohnte Ordnung. Einige der Gascandelaber waren angezündet. Eine zahlreiche Schaar der Angestellten, nicht in Frack wie sonst, sondern in Ar? beitsrocke gekleidet, beschäftigte sich. Waarenpakete aus den Fächern, fertige Eostäme aus den Glasfä hern hervorzuholen, auf den Ladentischen auszubreiten öder diese Gegenstände wieder an dem gehörigen Orte unterzubringen. An den Pulten standen Buchsührer, welche das als vorhanden Nachgewiesene ausschrie ben. Dazwischen kamen und gingen Packenträger, 'welche Stoffe aus den Lagerräumen herbeifchafften oder auf kleinen Handkarren in die Niederlagen zurückfchafsikn. Das alles ging nicht ohne Geräusch, ohne laute Zurufe und auf letztere ertheilte Erwiderungen ab. Im zwerttn Saale hinter einem vergitlerten Pulte, dem Arbeitsplatze des ersten Buchhalters und Eassirers, stand auf einem herbeigeschafften hölzernen Auftrittbretle der kleine und unscheinbare Herr, der diese große Bewegung verautaßt hatte. Herr Lazarski, unter Beihilfe zweier Eommls. roar über die großen Foliobücher der Handlung gebeugt und rech: nete und notirte eifrig. Er fah noch krankhafter als gewöhnlich, fast braungelb in dem Gesichte aus. Die Falten

des letztern traten noch mehr hervor, das Haar erschien plötzlich ergraut. Die Bewegunqen des Handelsherrn waren .. .! .f l 1. . i f f. " 1 i rascy uno ya,i,g, eine anoe zitterten. Er achtete kaum darauf, als der xxt sige Portier Kühne ihm meldete, daß raulein Berg ihn zu sprechen wünsche. sausende, Tausende stnd verloren, rief er was nutzt das Sprechen. Ich will keinen Pfennig einbüßen, ich werde alle Mittel in Bewegung setzen, um das mtu nige zurückzuerhalten. Kühne wendete sich zurück an das junge Mädchen und sagte leise zu ihr: Lassen Sie den Alten jetzt m Ruhe, mein Fräulein. Er ist wegen der großen Verluste süßer sich, sehr gereizt, eine Rücksprache wird Ihnen kaum etwas nützen. Lassen Sie mich, ich muß mit dem Herrn Lazarski sprechen. Seine uns zugestellte Rechnung ist unrichtig. Kühne zuckte die Achseln und machte Platz. ValeSca trat zu dem Pulte, an welchem Lazarski befchäfligt war. Sie war die ch vor Erregung. Ich komme. Herr Lazarski, um Ihnen die Versicherung zu lieben, daß Ihre Rechnung, die nur die Mutter überbrachte, auf einem Irrthum beruht und Ihre Ansprüche grundlos sind. Rechnung, zeigen Sie her. Grundlos, uo warum grade bei Ihnen? Herr Gicse, die Rechnung ist von Ihnen aufzejtellt sie stimmt doch genau mit den Büchern? Der neben Herrn Lazarski beschäftigte Buchhalter Giese nahm die Skechnung, überblickte sie und nickte: Stimmt genau mit den Buchungen. . Aber, mein Gott, Herr Lazarski, Sie inüssen ja selbst wissen, daß außer dem mir im September gezahlten Vorschüsse von zweihundert Mark niemals ein Vorschuß von mir begehrt oder an mich gezahlt worden ist. Und hier in der Rechnung stehen zweitausend Mark! Sehr richtig, bemerkte Eiese, das stassabuch aufblätternd, aber im Credit ist eine Rückzahlung von 260 Mark notirt, die sichln der Rechnung ebenfalls sindet. Im Arbeiterconto zinden sich auch noch für vierhundertfünfzig Mark Seidendamast ; den Stoff hat Fräulein Berg noch hinter sich, der Betrag ist ebenfalls in Ztechnung gestellt und wird nach geschehener Rücklieferung gestrichen werden. Seidendamast? Unmöglich! Nie ist ein solcher Stoff in meine Hände gekommen. Valesca legte bebend beide Hände auf ihre Brust. Die Buchungen beweisen gegen Sie, Fräulein Berg, meinte Herr Giese, wir. können Ihnen nur rathen, die Sache bald zu erledigen ; ich habe bereits nach Ihrer Wohnung geschickt, um den Damast zuruckzusordern. Ihre Veröindung mit unserem Hause ist eine rechtlebhafte gewesen auch die Wechselbe-k träge, die Ihre Frau Mutter ter in kleinen summen accepnrt hat, sind doch bis nahe an ZZ.-o Mark herangewachsen, Spesen sind nie berechnet. Wechsel? Meine Mutter? O, mein Herr, weder die Mutter nach ich haben je in unserem Leben einen Wechsel gesehen. Die Wechsel sind in unserm Depot, 'ntgegnete, Giese, auch im Wechseicontobuch gehörig beachtet. ; Die Bücher, wer hat sie geführt ? Herr Dagobert Frey, wie Ihnen ohne Zweifel bekannt sein muß. So sind die Bücher falsch ! rief Valesca banderingend. An alledem, was darin steht, ist kein wahres Wort. Lassen Sie den Herrn Buchhalter Frey kommen. . Simon , Lazarski drehte sich hastig zu her Butstellerin um. - , ; W war zn bemerken, daß er sich bemübte.' die in ihm herrschende Ausregung t bewältigen. Doch gelang ihm dies dicht, r, Er nahm den. goldenen Kneifer ,b und wischte mit seinem seidenen Tuche ie. Gläser. Et r cetera, et , cetera! begann.,, Wer ;, hätte das geglaubt? hab' ich nicht das größte Vertrauen in zräulein Berg gesetzt ? Bin ich ihr nicht: freundlich ,.. entgegengekommen? Wer kann" sagen, daß ,,S imon Lazarski nur kinen einzigen Irrthum bei einer Rechung hat durchschlüpfen, lassen ?, Mm so schändlicher ist es, wenn man mlH fälsch , mich hintergeht. I, Wer. hatte das Vö? y i'li; .; V M -m i! ii i, " Ihnen erwartet! " 1 ' '

Ein krampfhaftes Schluchzn wollte

6ti UtUn Vorwürfen den Hals des jungen Mädchens zufchnuren. Sie fuchte den Krampf, welcher sich meldete, zurückzudrängen, und mit beiden vorgehaltenen Händen bat sie: Ich undankbar? Sie wissen nicht, wie oft wir, die Mutter und ich, Sie gesegnet haben wegen der Güte, die Sie uns erwiesen haben.' Nur Ihre Bücher sollen gegen mich Zeugen. Ich murd tt l txir DdiiAni Ta - Dagobert Frey die Bücher geführt hat,' wo bleibt er? Lassen Sie mir Herrn Freu kommen und mir gegenüöertreten! Diese Worte Valescas waren fo beweglich, daß der riesengroße Peter Kühne sich mit dem Nockarmel dieÄuaen wischen mußte. Der Spitzbube, der Frey lif Äff f-&fW f Im UM U j IMUilUtMW 11 IU den Bart ich habe Herrn Lazarski immer vor dem sauberen Patron gewarnt. Niemand hat aber auf mich geT.2..4. t!a Ca . fcr.-.t. c. .in 1,'uu, vl oas ucce leno a Schwelgen Sie. Kühne, faqte Latarski. Und Sie, Fräulein Berg, Sie wünschen Frey zu sprechen. Nun wohl ! Lassen Sie ihn kommen. Es soll mir lieb sein, ,hn zu Zehen, obwohl er hier ,n diesem Brief gedroht hat, mich zu erschießen. Lassen Sie ihn kommen, denn Sie wissen gewiß besser als ich, wo er sich befindet. . , r . ' ' weiser ars e i Er hat die Casse mitaenommen und ist auf und davon. Vielleicht hat er noch vorher von Ihnen Abschied genommen et cetera I Ein häßliches Lachen entstellte bei diesen Worten die krankhaft verzerrten Züge des Großlaufmanns. Sie thun mir leid, Fräulein Bera. Vielleicht haben Sie den Dagobert 'Frey nicht so genau gekannt, als Sie seine Freundschaft erwaroent Freundschaft? Wer wagt eine solche Schmähung gegen mich? Ich habe den Herrn Frey nur wenig gesehen, und wenn dies geschah, so klang dse Warnung vor ihm, welche Herr Peter Kühne bei unserm ersten Zusammentreffen an mich ergehen ließ, stets in meinen Ohren wieder. Herr Frey hat sich häusia damit erühmt, bemerkte Giefe, von dem Cassa..jc. ...rrj'. c c . tt .. . v üiuyc uufkaueno, oessen einzelne xouen er gegen das Licht hielt, daß er eine vornehme Heirath machen würde, er hoffe die Tochter eines Geheimraths im Ministerium zu ehelichen, deren Zuneigung ihn verfolge. Er nannte sie feine liebe blonde Vally. Ja. schob Lazarski ein, ich habe dem Menschen ohne Rückhalt vertraut ; jetzt erhalte ich für meinen Unverstand den Lohn! . Ei, sieh, rief plötzlich Herr Giefe, hier ist eine Rasur, dort eine andere auf Folio 142 und hier bei dem Vorschusse der 2000 aus dem letzten September ist die letzle Null mit Alizarin-Tinte hinzugesetzt. Offenbar ist erst und ganz neuerdings aus der Zahl 200 die Ziffer 2000 gemacht woaden. Er schob das Buch Herrn Lazarski zu. In diesem Augenblick ertönte ein lauter Weheruf. Valesca Berg, die ihn ausstieß, wäre zu Boden gefunken, hätte der neben ihr stehende Portier sie nicht Aufgefangen und den leblosen Körper, an welchem die Arme schlaff herabhingen, auf einer in der Nähe befindlichen Bank niedergelegt. Lazarski stolperte erschrocken von dem Trittbrett, auf dem er stand. Gerechter Himmel! rief er mit bebenden Lippen. Vor meinen sichtlichen Augen sich das Leben zu nehmen! Es ist entsetzlich! Auch das noch ! , Herr Lazarski, in der Meinung, es fei ein Selbstmord gefchehen, mußte nun seinerseits die Unterstützung Peter Kühnes sich gefallen lassen, um sich aufrecht zu erhalten; der Schreck war ihm in die Glieder gefahren. Beruhigen Sie sich, Herr Lazarski! sagte der . Portier. Es wird wobl nur eine Ohnmacht sein. Das arme Mädchen! Wie ist ihr aber auch zugesetzt worden. Herr Lazarski fand seine Fassung wieder. Er beugte sich auf Valesca nieder; :r netzte sein seideues Tuch mit Wasser und kühlte damit ihre Schläfe, nachdem er sich überzeugt, daß weder an der Stirn noch an der Brust irgend eine Verwundung sichtbar war. Aber sie stirbt geiß, jammerte er, sie ist so eiskalt, und öann werden die Leute sagen, Simon Lazarski ist schuld an ihrem Tode, er ist hart mit ihr verfahren. Das ist nicht der Fall, sagte der alte weißköpsige Giese, wir alle sind Zeuge, saH nur die eigene Erregung des Fräu:eius Veranlassung wär. Was stehst du da wie eine Bildsaule, fuhr Lazarski den kleinen Hausburschen in, der ein stummer und neugieriger Zuichaucr des ganzen Auftritts gewesen, stell, mach dich auf die Fiße. Der :rfte beste Arzt, den du fmdest, soll kommen! War der Hausburscbe, ein behender u"d ausgeweckter Vursche. war wie em X '"lerslrayi vraunen aus oer lrasze. Dem ersten besten Schutzmann, der ihm -ufstieß, hielt er an und rief ihm mit heller Stimme zu: Ach, Herr Wschtmeiuer, nur geschwind, emen Arzt für die dlonde Vally! ie liegt im Verfcheiden drinnen in dem Atelier von Herrn Lazarski! , Die Vorübergehenden vernahmen diese seutliche Ansprache. Soaleich bildete stch ein Kreis Neugieriger um hen Mann des Gesetzes im blauen Necke und im silbernbeschlagenen Helm, sowie um den Knaben. Ein Arzt ist nöthig, ein Arzt l tönte es von zahlreichen Lippen. Führe mich hin, Kleiner, sprach herantretend ein junger, etwas erschöpft aussehender Mann, ich bin der Doctor Reinland ivid gern zu helfen erbötig, wenn hlse moqlich tst. Gleich darauf erschien Richard Nein land in dem Geschäftsräume des Großkaufmanns. Nach kurzem Gruße an sie Anwesenden trat er der Polsteröank naher, auf welcher Valesca regungslos lag. (Fortsetzung folgt.) Aus der Jnstructionsst u n d e Feldwebel (zum Infanteristen upke) : , Warum sindet die Ernte im Sommer statt? (Dupke schweigt verlegen.) m f Kerls, und da sagt so Einer, daß er auf dem Lande geboren und krzogen wurde ! . ... Damit die Felder lur die Herbjtmanöoe? frer werden !

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wcrren, un Die nleoerzcyrilien von Ibrer Hand wären. Aber, wenn Qerr

H MichelS Wochakareuder.

Am Sonntig im RZßle, ,y 4Ä. ' Vlm Mo'tlg im chlöle, Am Zai'stig in der Docka, Am Mittz' in der Glocka, , Am Do'rstig im Steara, , Am Freitig im Väara. Am Samstig in der Linda Bi'Woch'sürWoch'iK'smda. ; 1 ') Von Ihr. 4t mn Briefchen schriebst Du heute mix Es war das zum Entzücken : Es konnten Fehler und die Schrift s, - tu. ; ' jt. i j üU03 V2?iuu Mir nicyk enlruacn, Denn Ortho- und Kaligraphie War'n niemals Deine Stärke, Doch ist das Briefchm lieber mir . Als Goethes sämmtliche Werke. Darum! . ' Es gebt gar vielen Mädchen Wie Controleurs Marie: Sie machte mdt .Partien", D'rum machte sie keine .Parue- k AusGießen schreibt man: Drollig klingen die Aeußerungen, die man oor dem Liebigdenkmal von alten (Ytffcprtm TmriiUffprt itXAfrtr T,7rrt V? MWMHII MMMh V kann, von Greisen, die noch aus den Zeiten stammen, wo die Bürger der damals vorwieaend Ackerbau treibenden Lahnstadl nur nach ihrem Besitz an .Hehmll und ahndstücker" (Hämmeln uno Grundstücken) ins Gewicht sielen. .Vchon ,st das Denkmal", heiszt es. aber verdient Hat'S der Mann nicht ! Und wenn man nach der Begründung dieses absonderlichen Urtheils fragt, fo erfolgt die ebenso apodiktisch abgegebene Behauptung: Mer maa saqe, was mer will, awwer der Mann hatt' kein Ehai ... . . Jl JV rt'. I ' . railer neu" erzummung, oie aus derartigen Aeußerungen der intraNsigen ten Aulochthouen tpncht, hat aber fol-. yenden Anlaß : Als Liebig auf dem Zenlty seines Liuhmes stand und sich besonders mit Feststellung der Bedeutung der organischen Substanz im Boden ber x v. titf . . . ' t . . im . ficuasllgie, iym oie Wiaor ilkLen . .... .. n i V t iVn r . . Ja M zur 'uizreuung meiner ersucye ein lucr Wald an der Grünberaer Straße, das der berühmte Chemiker dann auöroden ließ und in Benutzung nahm, und das heute noch, wo eine besuchte Gastwirthschast darauf betneben wird, den Namen .LiebigshZhk" führt. Bei seiner Bernfung nach München nun im Jahre 1852 verkaufte Liebig das Grundstück zu billigem Preis n feinen Knecht und seine Magd, deren Nachkommen dasselbe txüfy im Besitz haben : und das haben ihm die Alt'.Gießener, wie man fuhr, bis heute nicht vergeben können. Wenn it billig dächten, müßten ste aber doch den .Gewinn in Betracht ziehen, den die Bürger . ff C 5 . . . wayreno rer ianaen lccner cyrlyaiig keit Liebias von "den aus aller Herren Ländern zahlreich herbeiströmenden Ehemlebestiszenen hatten. W e n i ne d ü r f t e n m i f s e n. welches Vorgehen gegen Petroleumfeuer am sichersten wirkt, daher es hier am Platze sein mag, einen Fall, der sich vor. Kurzem zugetragen hat, zu erwähnen. Bei einer Familie warf ein Dienstmädchen aus Unvorsichtigkeit eine brennende Petroleumlampe um. Man versuchte alles Mögliche, um das Feuer zu loschen bis endlich, als aar nichts helfen wollte ' das Dienstmädchen einen Topf mit Milch ergriff und ihn über die Flamme aus goß, welche sofort erlosch. Eine Freun bin, der ich dieses Mittel empfohlen r i. er r . . rn.f 4. X.1 alle, zcyrieo mir,: ei einem ourg verbrechen einer Petroleumlampe entstan denen Brande hat sich das empfohlene Mittel ausgezeichnet bewahrt. Alle anderen Versuche, das Feuer zu löschend blieben erfolglos: die Milch aber erwieZi r f r. if r l ... Pi . ..t. jrf.ncy als ein cnlsqleoen zicgeres uno con wirksames Mittels f Durch die Blume. Ach, mein Fräulein, wenn ich Ihnen nun Herz und Hand antrüge und Sie bäte,: mein zu werden für ewig würden Sie Min" sagen ? 0 . . . . Nein dursten wir schon als kleine Madchen im Insiitut niemals sagen daS gehört sich nicht!" Ordnung muß sein. Nichter (zu" einem Ehepaar, daS arretiri wurde, weil eS sich auf der Straße geprügelt hatte) : Schämt Ihr Euch nichts auf öffentlicher Straße mit einender zu raufen!? Ordentliche Leute thun f etwas zu Hause! ' Renornmage. A szu seinem Freund, als sie sich zu Bett legen): .Du hältst mich wohl für einen Spitzbuben, weil Du Dein Portemonnaie unter'S Kopfkiffen legst?" Lieutenant: .O nein aber ich schlafe nicht gern so nie-drig!-Vom Regen indie Traufe Bäuerin: Sie, trag'n S' mal deeö da 'nauf zur grau Baronin!" Baron: .Wie! Sehe ich etwa uS wie ein Bediemer?" Bäuerin! .Na, a' Bedienta san 'S' net der schaut schon nobler aus wie Sie!" Vereinfachung. Gast: .Herr Wirth, das Essen und der Wein ist nicht zu genießen. ... !" Kellner: .Sie, war ten S noch a' bisi'l mit 'm. Schimpfend Glejch bekommen S' die Rechnung, dann geht die Sach' in einem hin!" Bedingung. . Hausbalterin: .....Ihr Schimpfen. Herr Schwammerl, l)ab i'jetzt dick! Wenn 'S mich ferneryln noch schimpfen wollen, dann müssen 'S mich schon heirathen!" , ! - .Kommst Du in i t in'S Wirthshaus, Süsscl?" .Nein, bei dem Hundewetter kann man doch nichts Ver-, nünstigeS ansaugen da werd' , ich 'jA Hause bleiben und studiren!" , , -; G ei st rei ch. ' .Pardon, mein) Fräulein -heißen Sie nicht Louise?" .Wie kommen Sie, auf diese Idee, mein Herr?-.Jch, dachte nur,, weil blaß aussehen!" , , . Mm- - Sud ective Anschauung., t . , irwr ' - 1 t Michel (aus der Gallene, M xwm netenhauses nach einer großen Rede) r r- . ' i -..L TS .4,

lMkneisacrs! , mup mii' Durscht hab'n!" .. Kasernen h o fb lü lu W' 'rv ' ' r " ' ' . Felowebel : , .Wenn ich commanol : iW.AtlTAAittt ttiiinf!t Eü tP5tro6F5nfe ii

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