Indiana Tribüne, Volume 13, Number 330, Indianapolis, Marion County, 17 August 1890 — Page 2
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De.r verhirngnlszvolle Patz. Man schreibt aus Genf: ES lebt Hier ein a?ker unzarischrr Emigrant, der Achtnnitm rjiger Honoed-Oberst Figyelmessy, der einstige Adjutant KofsuchS. in sehr bei .i i?i? Verhäitnjss,. Oberst FigyelsNt s'.z r.z wczm seiner hfroorragenden öci.i.''.;!!pg ;m der Ntrooluiion zum Todc p"uu:eftt, hrrserkstügte jcdich mit CM: ehe Flucht und bald darauf sar es iti;i Dtrgijiint in i'oncon recht ionfceröstu- Dinze über feine eigene Perfon in der tirnrig zu !?f,n; zuerst oU gen? es Telcgra:n:n: .Pest, 1 :i. Mai (1 853) : Unsere? Gendarmerie ist es vr einigen Tagen lzelnnen, ?eder einen wichtigen Fang zu thun, indem ihr fundgeworöen. fcaij der bezüchligte Emissär Fiayelmcss zu Ha:van, einem zwischen Gödöllö und Gizöttgys liegenden Marktflecken, sich verborgen h.üze. Infolge einer verlaßlichcn Nachrseisung, ward er festgenom nie. Dieser Mensch hat in der Nebellenarmee eine höhere Charge begleitet, und war unter denen, die mit Koffuth nach der Türkei entflohen, wo cZ ihm qelang, mit falschen, Paß und unter falschem Namen nach Ungarn zurüctzukehren und den Auftrag Kosfnths an dessen Schwester, Frau Mejjlrna, in Pest zu überbringen, der den genau vorgeschriebcnen Plan enthielt, auf welche Ärt und Weife eine neue Schilderhebung der Magyaren einzuleiten und ins Werk zu sehen sei. Mehrere in diese Lerjchrvjnrng verwickelte Individuen sind angefangen und die am schwersten gra-
v,rken !z,r,gerlch!et worden." Ober stFkgyelmefsy ließ sofort durch die I Gekandlschast nach Hause depeschiren. fcafj ein schwerer Irrthum vorliege. Doch es war zu spät, denn am nächsten Morgen schon hsrte er hinter sich aus der Times" den knrzgcfaßtin teleravhischcn Bericht über die stattgehabte slrangulirunz deö Ncbellen Figyelmess vorlesen. Valo daraus kam auch ein Brief von errem Freunde, welcher weitere Aufklä VUNZ5N in der eerhZttqnißvollen Angele g'neit gab. An Slelle Figelmessys war ein gewisser Thurn aus geknüpft worden, ein schindelhaftcS Individuum, welches Figykimesiy sehr ahnlich sah und ein auf dessen Namen gefälschtes Papier Ui sich trug. Die Gendarmen singen ie.Z llnucklkchen bei Eödöllo ein, und t? betreun vergebens, daß er ein And,r.r sei. Der falsche Paß that in lurchter licher Weise seine Schuldigkeit. Vtu: zIigyelmessyI Kopf war ein hoher Pieis ge'eht, gleichtut!; ob der Vcrurifeetüe lebend oder lebt eingebracht sine. Dik Gendsirsicn sollten nun i'aic Sache sicher sein und ließen daher, kraft iijrer weitgehenden Vefugniß. den rmen Thurn durch einen Zigeuner cn de;i nciten Baum hängen. DeS war aao Daznsrzl eine ai:z krrecte Justi sik'isn in Ungarn, und seither haben fidj le Zeiten gewltiz verändert. Die vrrgk! !:.'', Zeitungsausschnitte aber und i,'Ue brirsi'chkn MiktZzeilungen über fein eigene Hinrichtung tragt Oberst Figelir;;s, ein st ammer Greis mit schneeweißem Har. deute noch unzercreanlich in jciuer ÄcicftZj'che bei sich. Viksfprüye üver Seu?i:tcr theilt die ,sioln. Volksztg." mit: 5 der Eisel tagt man: .Der Sandmann daßt Wenn es donnert über den grünen Ast." Man beobachtet, so schreiöiReinS. berg. oft sorgfältig die Richtung, welche daS Gewitter nimmt, weil man meint: Wohin das erste Gewitter zieht, da zie hm die übrigen hinterher und : .Aon vo im Frühjahr der erste Donner her kommt, von dort kommen den Sommer Zzindurch die gefährlichsten Wetter. jech:hal.) Das Gewit,er selbst sehen die Deutschen nur im Sommer gcrn, in dem sie erklären: Dni Sommer schZn der kein Donnerwetter. fürchten cS aber im Winter: Donner imWi'nZerczuartal Aring; Eiszapfen ohne Zahl. Bemrrkensmerlh sind die Vauernsprüche : .Wenn die Gartcnfchnecken k,änsiz auf den Berten und in Wegen herumkriechen, so deutel's auf Gewitterregen. .Wenn Strohdächer nach einem Gewitterregen start dampfen, so kommt noch mehr SJU (tn uud Gewitter. " Wenn der Donner dttl:Ä den Rädern auf der Straß? rollt, so soll das Gewitter start werden: Wenn das Wetter fortrollt, kommt Ge, i?:ttersturm." und für besonders schlimm hält man Gewitter am Morgen: .Mor .grngewikter ist ein großer Schaden für d-,s Feld." Zum Troste hat man die S?:üche: .(ts schlägt nicht immer ein, rveuu es blitzt. " Die Sonne verbirgt sich oft hinter dicken Wolken, und kommt doch wieder vor." .Nach dem Gewitter ioxnmt die Stille, sagen die Engländer, und mit ihr folgt nicht selten das Wetter, elches die Franzosen .Frauleinwetter" uennen: .Weder Regen, noch Wind, noch Sonne." Von den Gewittern im Monat August sagt man in der Pfalz: Stellen sich im Änfange Gewitter ein wird's "bis zum Ende so beschaffen sein", und ein etwas linkischer Neimfpruch tneldet: .Gewitter nach Sk. Vartholo mäs bringen Schaden und keinen Ge nuß. Gewitter im September deu tcn nach den Volkssprüchen auf reich lieben Schnee im Februar und März, und sollen, wenn sie in der zweiten Hälfte dieses MonatZ kommen, starke Winde bringen. .Gewitter im Oktober lassen ein unbkstänUgeS Wetter erwarten," fage die Deutschen, und die Polen stimmrn ihnen darin bei. Laß die Mode deS Frack, verleihens nicht erst im Z9. Jahrhundert aufgekommen ist, sondern schon im alten Babylon Sitte war, zeigt uns cin aus dem 14. Jahre NebukadnczarS 590 vor (5H?.) datirler Vertrag, der in einer getreu bewerkstelligten Uebersetzung jcigettdermaßen laute:: .Am 1. Adar (tun l'i. Monat) soll Sumukin den Mantel des Surukin, welchen früher Schott Nain emlehnt hatte, dem Surukin zurückoebrn. Wenn er ihn am 1. Adar nicht wiedergiebt, muß Sumukin 4 Eekel, den Preis des Mantels bezahl Icn." Da der Vertrag vom 23. Schebet (dem II. Monat) stammt, war der Mantel acht Tage verliehen. Ä a tfftn - SrN z." Wo dient htm Der Tochter in der Stadt? Bürgermeister : Mei Tochter dient nicht, die ksnditionirt beim Major Müller, Ui bei der Infanterie dient.
XU kleine Mama.
Wo Hermann Jupsut. Im himmelhohen. Manfardenstübchen, zwischen Schiefer- und Ziegeldächern und rauchenden Schornsteinen, da wohnt sie die kleine Mama. ' Die kleine Mama! die Nachbarn ha ben ihr diesen Namen, auf den sie stolz ist, gegeben. Eine junge, reine Men schenblüthe ist's, dem Sumpfboden des Proletariats entsprossen und doch so gut und so tapfer, kaum den Kinderschuhen entwachsen, und doch so heldenherzig und so wacker die Hände rührend; so sorglich die jüngeren Geschwister Lemutternd und auch den Vater, j Der Vater! Ein Arbeite? ist's, nicht besser und nicht schlechter, wie hundert: taufende seiner Genoffen. Der harte Dafeinskampf hat ihm frühe das Haar gebleicht und das Herz verbittert. Er ballt die Faust in der Tasche, wenn ihm der Glanz des Lebens vor die Augen tritt und tauscht sich ost über seine elende Lsge im Schnaps, diesem Lethetrank deS vierten Standes, hinweg. Früher, wie sein Weib noch lebte, war's anders. Da war er der nüchtern sten und arbeits frohsten einer, da glühte auch in seinem Herzen jener Prometheus funke, der auch dieölrmen und Niedrigen hoch hinaushebt über das Elend ihres Lebens. Aber sie starb, just als sie ihm das dritte Kind geboren. Uud all ihre Sorgen und all ihre Mühen vererbte sie auf ihre Erstgeborene. Und die trat die (Zrbschast an mu der Hossnungssreuvig' seit ihrer sechzehn Jahre. So wurde sie die kleine Mama. Mit hellen Augen lacht sie in das Leben hinein, als cmpsinde sie gar nicht die Schwere desselben. Sie singt mit dem Kanarienvogel um die Wette, und ihre Wangen blühen gleich den Blumen am Fenster. Der Kanarienvogel und die Blumen sind auch der einzige .Lurus", den sie sich gestattet, den sie, außer den Sorgen und Mühen, von der Mutter vererbt hat. Aber manchmal weint sie auch in der Stille der Nacht, wenn sie den polternden Schritt des Vaters auf der Treppe bort und et dann über die Schwelle stolpert, mit glasigen Augen und halbosfenem, branntweindunstendem Munde. Denn sie ist meist noch wack, über ihre Arbeit gebeugt; sie näht Trikottaillen, so weit ihr die Veforgniß der kleinen Wirthschaft und die Pflege der Geschwister Zeit dazu lassenr Kein Wort kommt über ihre Lippen und keine Thräne in ihre Augen, so lange der Trunkene im Zimmer hcrumwirthschaftet ; aber wenn dann seine schweren, unregelmäßigen Athemzüge aus der5?ammer zu ihr hereintonen, dann legt sie daö junge Gesicht in die Hände und weint sich daZ drückende Weh vom Herzen .... Und dann war's an einem Sonnübend im Mai. Die Dämmerung des langen Tagcö war in Dunkelheit übergegangen. Ein steruen funkelnder, mondstrahlender Himmel breitete sich über die 3!iesenstadt. Und die Luft war so blau. Die kleine Mama hatte sich auf die Fensterbank geschwungen und lehnte den braunhaarigen Kopf zurück an den Fensterrahmen. So still war alles, so stillt Nur aus der Tiefe heraus scholl gedämpft der Straßenlärm zu ihr herauf. Die .Kleinen" schliefen bereits im lichtlosen Stübchen, anch der Kana' rienvogel hockte, den Kopf tief in das aufgeblasene Gesieder versteckt, schlafend auf seiner Stange. Mit silbernem Schimmer überrieselte das Mondlicht die Dächer, und die gigantischen Niesenfchatten der Schornsteine zeichneten sich darauf ab. Und so still war es, so still! Das Madchen schlief nicht, aber es träumte. Wovon? Vielleicht von dem, wovon andere junge Mädchen in dieser wonnigen Mainacht träumten. Vielleicht von.emer Zukunft, d:e um fo glücklicher sein wird, j? trübseliger die Gegenwart ist, die Vergangenheit es war. Da schrickt sie leicht zusammen. Mit vorgebeugtem Leibe und halboffenem Munde lauscht sie in das Zimmer hinein. lind dann fliegt eS wie Sonnenschein über ihr Gesicht. Des Vaters Schritt auf der Treppe! Kaum je an Sonnabenden war er so srüh heimgekommen. Da ist cr schon an der Thür. Sie öffnet sie hastig und hebt die Arme, den Eintretenden zu umschlingen dann laßt sie sie wieder sinken und tritt bei eite: wohl war cr früher gekommen, jonst aber so, wie schon so ost betrunken! Er schiebt sich schwerfällig vcrwärts. .Noch fo sinster? Man sieht ja die Hand vor Augen nich .... na laß man jetzt waö ich Dir zu sagen habe, 5annst Du ja euch im Dustern hören . . ja. das kannst Du . . . . Dem Mädchen legt sich's, wie em eiserner, einpressender Ring um's Herz. Ein unerklärliches Bangen be mächtigt sich ihrer. Sie preßt die schmalen Finger in einander. Sie weiß nicht, wie es kommt: zum ersten Mal fürchtet sie sich vordem Vater! Und wieder die heisere, kurzathmige Stimme: .Wo bist Du denn eigentlich . . man sieht ja gar nich, wohin man red t " .Hier bin ich, lieber Vater." .Ach so. ...na ja. . . .siehste, ich bin ämlich gekommen, um gleich wieder zu gehen. Versteht sich, daß ich gleich wieder gehen muß. Was sagste?" .Gar nichts, lieber Vater." .Hast auch nichts zu sagen, verstehste? Aber ich will Dir was sagen. .. .nämlich " .Das Folgende erstirbt in einem undeutlichen Murmeln. Das Mädchen athmet tief und schwer. Und dann ein rasch hervorgestoßenes Wort: .Geld!" Sie führt die zitternde Hand nach der Stirn: Geld? Was ist denn das? Der Vater hat doch seinen Wochenlohn.,.. Und sie sagt es ihm. Er lachte auf. Aber dieses Lachen klmat erschreckend. .Weg ist er futsch! Erst haben ' itr! jl . r m: Lf.ii wir ganz grmuiqiiaj untr oinoiau gekielt der Rothe und der lange Albert
und.. . .na, und dann sing eine? so'n verfluchtes Ding meine Tante, deine
. . . .und dann. . . .hol mlr der. . . .Getd will ich l Geld muß ich haben. Geld!" Er zischt das Wort durch die zufammenepreßten Zähne hervor. So trun ken ist er nicht, um nicht seinen Verlust zu erkennen einen ganzen Wochenlohn! Sechs Tage geschunden und geschuftet, und dieser sechs TaZe Lohn in einer Viertelstunde in die Taschen anderer gewandert. Zurück w.uß er ihn ha ben, zurück! Aber dazu gehört Geld, und er hat nichts! Er verjucht m seine Stimme emen überredenden, schmeichelnden Klang zu legen. .Set vernünftig, Made! . . . . wo ltt denn Deine Hand ...siehste, Du mußt vernünftig sein was man verloren hat, kann man ja auch wiedergewinnen ....man muß blos Geld zum Zweyen haben.... und Du Du mußt mir was geben!" .Ich habe mchtS", sagte jie mit thränendurchsetzter, leiser, aber sester Stimme. .Was? Du hast nichts.... mach' mir nicht wild. . . .ich sage Dir, mach mir nich... .hast nichts! Lüge!.... Wohl nich heute Arbeit abgelkesert, wohl nich, was?" lvie schluckt tapser die Thränen hinunter. .Ja. Vater, das hab' ich ! Und ... . auch Geld. Aber ich darf es Dir nicht geben. Du würdest es auch verlieren.', und dann müßten wir hungern. .. .die Kleinen und auch Du . . . .und die Woche lstsolang!' Ach. dan tte chn daran erinnert! Wte lang die Woche ist und wie viel Arbeitsstunden ne umfaßt! Und die Wuth über das verlorene Getd, die Wuih aus die, die ihm die Mittel, es wieder zu erlangen, verweigert ihm, dem Vater! ernüchtert ihn fast. (3 steigt roth in seinen Angen aus, er umspannt mit seiner arteitsharten Hand eine Stuhllehne er muß irgend was Zerbrechliches zwischen seinen Fingern haben. Wie das hauchen eines heißhungrigen Naubthieres kommt es aus seinem Munde: .Du Wurm, Du elendiglicher Du. . . . Du willst mir trotzen.... ich sage Dir, ich weiß nicht, was ich...." Da ist jie bet ihm und hangt an seinem Halse mit ihren dünnen Armen und der reine Athem ihres Mundes vermischt sich mit dem Fuseldust aus dem seinigen. .Lieber, lieber Väterlich gehorche Dir nicht, weil ich nicht darf lieber, lieber .... ach, ich darf ja nicht ! " Vielleicht, dag der Klang threr Stimme Eindruck auf ihn machte, wenn ihn die Wuth nicht taub gemacht hätte, vielleicht, daß der angstvolle Blick der klaren, thränenfeuchten Madchenaugen ihn rührte. . wenn er ihn fähe ; aber die Dunkelheit ist sein Bundesgenosse. Er chnttelt die leichte Gestalt von sich ab und packt mit eisernem Griff ihre Handknöchel. .Das Geld gib mir das Geld !" Wie der letzte Hauch einer Sterbenden kommt es über ihre Lippen: .Ich darf nicht!" Der lchrille Wuthlchrer eines Rasenben und der Angstschrei des Mädchens ertönen fast gleichzeitig im selben Moment ein dumpser Fall. Der Trun? kene hat das Mädchen jählings von sich geschleudert. Und nun ist es wieder still, ganz still! Nicht viel weniger babe ich zu erzah len von der kleinen Mama. Sie war in dem, was sie that, dieselbe geblieben, die sie früher gewesen und in dem, wie sie es that, eine andere geworden. Ihre Hände waren immer fleißig wie sonst, aber der glückliche Vrohstnn war von ihr geschwunden. Stundenlang konnte t nun oft rn die Leere starren, mit einem seltsam entgeisterten Blick. Die Rosen aus ihren Wangen waren abgeblüht, wie es die Blumen am Fenster waren, seitdem sie sie nicht mehr pflegte. Und eines Moraens lag auch der Kanarienvogel todt im äZauer, er hatte seit Tage keine Nahrung de kommen. Mu dem Vater war seit jenem Abend eine seltsame Veränderung vorgegangen:
7tus nem alternden war er ein atker Mann geworden. Er trank auch nicht mehr. "Es schien, als habe er eine ehrsürchtige Scheu vor ' seinem Kinde. Nie war jenes Abends zwischen ihnen Erwähnung gethan worden. Er sah sie immer 'tiller bleicher werden, und das nagte an 'hm. Wenn sie doch nur einmal das Vort an ihn gerichtet hätte! 9!ur einmal wieder ein Liedchen trällern wollte! ö!ur einmal wieder lachen würde ! Und der Sommer kam und ging; der herbst zog ins Land und die welken Blatter sanken von den Bäumen. Die kleine Mama lag auf dem Krankenbett, so still und so weiß auch ein welkes Blatt vom Baume des Lebens. Der Doktor war dagewesen und hatte sie un tersucht und den Kopf geschüttelt und wieder untersucht und dann den Alten vor die Thür genommen. .Eine räthselhafte Erscheinung das, mit Ihrem Mädchen; man weiß nicht recht Sagen Sie 'mal hat sie vielleicht vor.längerer oder kürzerer Zeit einen schweren Fall gethan .... Mann, was ist Ihnen?!" Der lehnte mit aschfarbenem Gesicht n der Wand und holte angstvoll den Athem heraus, gerade so, wie ein Ersiikkender. .Lassen Sie nur ... . Herr Doktor ... .es geht schon vorüber. . . .und mein Kind?" Der Doktor zog die Schultern !n die Höhe und schüttelte ihm dann plötzlich so warm und herzlich die Hand. Dann ging er. Und auch der andere. In seine Kammer, wo er sich mit dem Gesicht auf sein Bett warf und sich verfluchte. Und endlich fand er Thränen ; er weinte weinte wie ein Kind. ... Drei Tage darauf. Er kniet vor dem Krar.kenbett und hält mit seinen Armen die darin liegende, fast zu einem Schemen abgemagerte Gestalt umschlungen. Die Kleinen hat er zu der gutherzigen Nachbarin gebrachte Was wissen sie vom Sterben l Aber er. er weiß eS l Wenn man mit Kem Herzblut wieder gut machen möchte. ' ' : ', ' :?, ': ' ',; ' : i '' : ' ! .'' i " : " " : ' tlf : '"lH!, i : ,;:':! : :!!: i !li!vi j -M t ' . K 'feg 3.Ä U k?
was man in sinnloser Leidenschaft ver schuldet, und nun eine eisige Hand dazwischen greift und einen verdammt, mit den herznagenden Gewisiensqualen ein elendes Leben weiter zu leben! Und auf seinem grauen, wirren Scheitel ruht eine kinderleichte, abgemagerte, durchsichtige Hand. Nur Haut und Knochen noch. Ader sie lastet schwer auf ihm. diese Hand ! Und über zitternde, wachsbleiche Lip xen, drängen sich leite, erbarmende, verzeihende Worte: Aber jedes derselben zerreißt ihm das Her,. .Du wirst leben. Vater. ... Du muß, leben.... Du weißt.... für wen.... und Du wirst sie gut und brav machen." Am Spätnachmittage umgoldeten der sinkenden Herbstsonne Strahlen ein glückseliges, junges Todtengesicht. Zwischen endlosen Gräberreihen ein schlichter Hügel. Keine Marmortafel, kein prunkender Gedenkstein ziert denselben. Aber im Frühling und Som mer, da schmücken duftende Blumen das Grab der kleinen Mama.
Eine Verwechslung und ihre Folgen. Im Bezirke Alsergrund in Wien bilbet zur Zeit folgende wahre Geschichte den heiteren Gesprächsstoff. Besteht da in den .drenteren Gründen" ein humanitärer Geselligkeitsoerein,' wie es ihrer unter Leuten, die noch einen guten Trunk und einen harmlosen Spaß zu würdigen wiffdn, in Wien so viele gibt. Bärgersleute, jüngere uud ältere, sind seine Mitglieder; im Winter gibt eS die übliche Anzahl von Bällen, über den Sommer hilst man sich mit wöchentlichen Zu: sammenkünsten in einer gemüthlichen Kneipe und mit einem gelegentlichen Ulk hinweg. Zu einem solchen bot nun dieser Taae dem Vereinsobmann ein willkommener Anlaß. Er traf in der Wipp-. lingerstraße mit zwei Verelnsmitguedern zusammen, die, aus dem Heimwege begriffen, eben in einem Geschäfte der inneren Stadt Einkäufe gemacht hatten. Die Begegnung mußte durch einen Gelegenheilstrunk gefeiert werden, denn der Obmann ist eine allzeit durstige Seele und die Hitze war so groß ! Nichtig saßen die Drei bald in einem Gasthausgarten. Von ungefähr kam die Sprache auch aus den Inhalt der beiden sich ähnlich sehenden Päckchen, welche die Mitglieder aus der Stadt mitgebracht hatten, und da erfuhr der Obmann, daß Huber. der auf Freiers süßen ging, für seine Braut den Stoff sür ein crömefarbiges Sommerkleid eingekauft hatte. .Und Du, Steininger?" fragte er den Andern. .Kindswasch'" und fast wie znr Entschuldigung setzte der Gefragte hinzu: .wirds bald brauchen, mei'Alte!" .Prost, sollst leben!" Und der Obmann stieß mit seinen .Leutcn" an, aber schon brütete er unter der freundschaftlichen Maske einen teuflischeu Plan aus. Die Gelegenheit, die beiden Pakete zu vertauschen, bot sich ihm mehrfach, denn man blieb ziemlich lange sitzen und trank immer noch Eins. Als die Drei spät Abends heimwärts schritten, trug der Ehemattn das Cremekleid und der Bräutigam die Kinds wäfche. Huber sorgte noch am Abend für die Expedition feines Geschenks und als Junggeselle wählte er dazu den Nächstliegenden Weg: er übergab das .Packer!" der Hausmeisterin, damit diese es andern Tags zeitig seiner Braut zustellen möge. Steminger seinerseits. der eine Gardinenpredigt fürchtete, überantwortete sein Packerl sofort bet der Heimkehr der etwas reschen Gattin und sinq dann mit einiger Beschleunigung zu schnarchen an. .Aber das ist wirklich lieb von Dir," belobte ihn andern Tages beim Frühstückskasfe wider alles ' i !'" ? erwarten oie rau. .sur o aufmerriam hatt' ich meinen Alten gar nicht g'halten." Der Belobte konnte dies übersprudelnde Gesühl der Dankbarkeit zwar nicht recht begreisen, ließ es sich ober mit Wurde gefallen. .Weißt," fuhr die Gattin fort. .daS muß mir aber die Schneiderin fefch machen." .Machen?" stagte der Mann und die Sache wurde ihm immer unHeimlicher, .sie is ja sir, un fertig. Kindswasch' kaust man ja am besten fertig " .Kindswäsch'? Mann, hast Du noch immer Deinen Schwammer?" Das Packer! wurde aus dem Schubkasten geholt und darin lag der Stoss zu einem Crömekleid. . . .Bei der Braut deS Hrn. Huber gab es am Nachmittag desselben Tages eine ernste Scene. Frisch und unternehmend wie immer war der Bräutigam erschienen, bereit, den Dank für fein, dem stillen Wunsche der Braut so fein nachempfundenes Geschenk entgegenzunehmen. Statt zärtlicher Dankbarkeit aber fand er schneidende Kälte, verbiffenes Schluchzen Verachtung. Es kollere viel Mühe und Selbstüberwindung, bis das brave Mädchen mit der Sprache herausrückte: .Eine Kindswäsch' das is schlechtvon Dir geh', i will nir mehr wiffenk Geh!" Kindswäsch'? Kruzitürken! Franz Huber verlor sein ganzes Selbstbewußtsein, denn er kannte ja die Eulenspiegeleien seines Vereinsobmannes nur zu gut und der Zusammenhang der Intrigue wurde ihm mit einem Schlage klar. Abermals kostete es Viele Mühe und SelbstüberWindung, bis der beleidigten Braut gleichfalls der Zusammenhang, klar wurde und eine Versöhnung sich anbahnte. Während diese aber noch im Stadium des Waffenstillstandes sich defand, traf Steminger ein, wüthend, jchwitzend. pustend wie eine Locomotive. .Da habt's !" Und er warf das Crsmekleid auf den Tisch. .Wär' schon eher mit dem verslirten Packerl' kommen, war aber im Geschäft bis jetzt ang'hängt. Na wart', dem Vereinsoorstand w rd'n Huder in's Gesprach. Sirt jetzt, daß inir dafor kann.- Geh', gib jetzt dem Steininger Uc KindSwäsch' z' ruck l " E!n Lächeln der Schadenfreude überflog ResiS Gesichtchen. .Die KindSwasch'?" sagte sie dann. .WaS geht mi die Kindswasch an. hab' 1 denkt und hab' s' der Hausmeisterin g'schenkt, die kann sie just fV1f fft U. VlWMUffc'. f.
Mlr's schon zeigen. Na, zetzt gebt's her die Kindswäsch', mei Alte iS fpringgiftl." .Na. Nest, firt?" mischte sich jetzt
Drei Schrauben-Dampfer. In Marinekreisen erregt das von der italienischen Regierung angestellte Erperiment, Dampfer mit drei Schrauben zu bauen, um eine größere Schnelligkeit zu erzielen, ein gan außergewöhnliches Jnterffe. Dampfer mit Doppelchrauben, hinken und vorn, gibt es schon seit längerer Zit. Die größten sind die Ocean: Vasiagier-Dampfer w(iiii) of Pariö und .Teutonic".
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Hwtea. Jetzt hat die italienische Marine Verwaltung auch einen Torpedodampser. den Tripolis, baken lassen, der von drei Propellern bewegt wird Dieselben wurden einer nach dem andern eingesetzt. Mit der ersten Schraube machte das Schiff 14.55 Knoten die Stunde, mit der zweiten 18.33 Knoten und mit der dritten 19.8 Knoten. Wie die Schrauben placirt sind, ersieht man aus den Bildern. 4 Skiten-Zvsichk. Jetzt ist die franzosische Regierung dem Beispiel der italienischen gefolgt und läßt ebenfalls ein Schiff mit drei Schrauben bauen, den Kreuzer .Duxuy de Lcme". mit 6.296 Tonnen Deplacement, von welchem man sich eine ungeheure Ge schwindigkeit verspricht. 51 r-r ri tvgaya rm-4 u Ir yk L UQl; l5jaawjt 3LL LJ Ion oben gksthev. Sollte das Experiment sich erfolgreich erweisen, dann werden wir bald große Ocean - Passagier - Dampfer mit drei Schrauben im Verkehr finden, und die Verheißung, daß die Reise von Liverpool nach New )ork und umgekehrt in vier Tagen gemacht werde, wäre ersüllt. Jin b'ttarakter der Nolle. fh ff ä Der berühmte Charakterdarsteller Wurzenhuber tritt an einem. Provinzial? theaker als Gast im .Kaufmann von Venedig- auf. Er spielt den Shylock meisterhast, so daß das Publikum von der naturgetreuen Wiedergabe des alten Juden ganz entzückt ist. Shylock hat gerade seine große sanatische Rede vor dem Dogen gehalten, da drängt sich ein Edler von Venedig zu weit vor und tritt Wurzenhuber aus Versehen auf die Hühneraugen. .O Jesus. IesuS!" schreit Shylock, .Heiliger Joses is dös a dalketer Kerl!" W i l ki n s: Wer mein Schwiegerfohn werden will, der darf keinen Saluhn besuchen. S n i p k i n s : Und wer mein Schale gervater werden will, ebensowenig. Für'S Geschäft. JoneS: WaS zum Teufel machst du da; Arown? B r oo n: Lieber Junge. Ich will ins PerucherungSgeschäft gehen und harte jetzt meine Stirn mit dem Sandsack. . Zur Trachte nk unde. Muh ter: .Aber Elfe, mst dem Hut auf dem Kops willst Du zu Bett gehen?" Elje: .Gewiß, Mama, wenn ich dann morgen ausstehe, habe, ich mir die schönste neu: Hutsason herauögeVU. : .
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Saö Mädchen mit den yunderttau send Gulden.
lMve Wuner Grschichke.Z Vor wenigen Wochen ging durch die Blätter die Nachricht von dem verzweiselten Ende, das sich ein junger, hoff nungsvoller Mann durch einen Neool verfchuß bereitet, trotzdem ihm das Schicksal alle Vorbedingungen eines glücklichen Daseins geschenkt hatte. Die Motive des Selbstmordes waren unergründlich und, wie immer in solchen Fällen, gab man der Vermuthung Raum, daß die traurige That in einem Anfalle von Geistesstörung geschehen sei. Im engen Kreise der Angehörigen aber kannte man aus einem letzten ruhrenden Schreiben des Unglücklichen die Beweggründe, die den Armen in Verzweiflung getrieben. Sie sind so edler Natur, ein Zeugniß der zarten, idealen Gesinnung des Geschiedenen, daß eine Wiedergabe des wahren Sachverhaltes nur tiefes Mitgefühl erwecken und seinem Charakter ein ehrenvolles Andenken sichern kann. Paul war der Sohn vermögender angesehener Eltern aus den besten Kreisen Wiens. Unter zärtlichste? Pflege und Sorgfalt in dem vornehm bürgerlichen Hause seines Vaters, umgeben von der Liebe seiner Eltern und Geschwister em porgediehen zu einem prächtignr jungen Manne, wählte er die juridische Carriere. Wohl war er ein stiller Charakter, eine ideal angelegte Natur, die ihre Lieblingserholung im Studium suchte, doch weit entfernt von krankhafter Centimentalität, eine gesunde, lebensfrohe Seele. Vor zwei Jahren hatte er sein Doctoreramen, kaum 23 Jahre alt, glanzend bestanden und sah nun als Praktikant eines Staatsamtes einer glücklichen Zukunft entgegen. Zu den Freunden seines Hauses zählte ein reicher Kaufmann," dessen Familie aus der Gattin, einer Tochter und zwei, noch im Knabenalter stehenden Söhnen bestand. Derselbe führte ein großes Haus, gab öste:s Gesellschaften und Bälle, bei denen Paul und dessen Angehörige stets willkommene Gaste waren. Zum Unglücke unseres Paul verliebte er sich ernstlich in die schöne Tochter des Kaufmannes. Je öfter er diese sah, desto inniger wurde seine Neigung, die bald auch Erwiderung fand. "Den Eltern Emmas waren die Gefühle Pauls kein Geheimniß geblieben, sie schätzten ihn hoch genug, um ihn als Schwiegersöhn willkommen zu heißen. Doch sollte Emma ganz unbeeinflußt dem Zuge des eigenen Herzens folgen so hatten es die liebevollen Eltern beschlossen. Zur Feier des 18. Geburtstages Em mas veranstaltete ihr Vater einen Ball. Die stille Hoffnung, es werde die gehv' bene Stimmung des Festes dem jungen Manne Muth verleihen, sich auszusxrechen, und dieser Tag zu einem doppelten Freudenfeste für die Familie werden, veranlaßte ihn, Herrn Paul in verbindlichster Weise zur Feier zu laden. Es war knapp vor Schluß des Festes, da trat Paul zu Emma heran, die allein in einer Fensternische faß und richtete mit bewegter Stimme folgende Worte an sie: .Sie kennen die Gefühle meines Herzens, Emma. Sie wissen, wie sehr ich Sie liebe, daß daö Glück meines Lebens in Ihrer Macht liegt. Ich bin entschlossen, heute noch bei Ihrem Vater um Ihre Hand zu bitten, wenn Sie mir durch ein beglückendes Wort erlauben, den entscheidenden Schritt zu wagen." .Lieber Paul," erwiderte Emma, .Sie überckschen mich. Meine Antwort kann ich mit einem Worte nicht geben. Lassen Sie mir Zeit bis morgen. Ich werde Ihnen schreiben." So schloß das Fest ohne die erhoffte Verlobung. Paul verabfchiedete sich, das Herz voll Ungewißheit und banger Zweifel. Der nächste Mittag brachte ihm das ersehnte, gesürchtete Schreiben. Er zog sich zurück in sein Zimmer und wurde lbend von seinen Angehörigen nicht mehr gesehen. Man hatte ihn bis zum Abend nicht vermißt. Erst als er zum gemeinschaftlichen Souper nicht erschien, siel dies auf. Man fuchte ihn in seinem Zimmer. Ihn fand man nicht, aber ein Packet auf dem Schreibtisch, adressirt an seinen Bruder Heinrich. Das Packet enthielt folgende drei Briese: Paul an Heinrich. .Lieber Heinrich! Lebe Wohl, lebet slle wohl, meine geliebten, theuren Angehörigen, ich scheide von euch m:t $ rissenem Herzen, um nimmer wicderzukehren. Verzeiht mir den Schmerz, den ich euch bereite, mein Herz ist gebrochen, mein Glück zertrümmert, ich kann nicht mehr leben. Inliegend sende ich Dir den Brief, den mir Emma auf meine gestrige Anfrage geschrieben. Auch meine Antwort lege ich bei! Du hast meine Liebe zu Emma gekannt, und weißt, was sie mir gewesen! Tröste die armen Eltern, lieber Heinrich, so gut Du vermagst. Ich küsse euch Alle in Liebe und Dankbarkeit. Lebt wohl auf ewig. Paul." Emma an Paul. .Lieber Herr Paul ! Es wird mir seh, schwer, Ihre gestrige Frage so zu beant warten, wie ich nicht anders kann, ohne Gefahr für das Glück unseres Lebens. Ich hatte gehofft, den schonen Traum unserer Liebe fortträumen zu dürfen. Nun führt Ihre Frage, die ich beantwarten muß, zu jähem Erwachen und nöthigt mir eine dsfene Erklärung ab, der tch gerne ausgewichen wäre.' Ich war glücklich in dnn Bewußtsein unserer Liebe; aber die Verhaltnisse und daö Ler ben bestimmen den Menschen und nehmen keine Rücksicht auf die Wünsche der Her zen. Es steht nicht in unserer Macht, lieder Paul, die Verhältnisse zn ändern. Sie rennen meine Lage genau so, wie ich die Ihre. Sie wissen, daß mem a:er für benFall meiner Verheiratung mir einmal hunderttausend Gulden bestimmt hat. Diese Summe bringt eine Rente von viertausend bis fünftausend Gulden und dasreicht nicht aus, um die mannig, fachen Bedürfnisse eines angenehmen Hausstandes so zu bestreiten. wie ich eS gewohnt bin. Sie selbst besitzen heute noch kein Vermögen, nur Ihre Stellung kapn erst nach Jahren ein nennenswerthes Einkommen bringen. Ich würde mir, wollte , ich heute nur den Eingebungen meiner Liebe, folgen, allerhand Sorgen
und Entbehrungen auferlegen, die ich nicht ertragen könnte. Wir müßten die schönsten ahre unserer Jugend in engen Verhältnissen verkümmern und unzlücklich werden, weil wir der Stimme der Vernunft kein Gehör geschenkt. Erst mit dem Ableben unserer Eltern könnten sich die Verhältnisse befriedigend qestal tcn. Es ist dies aber ein zu häßlicher Gedanke, um ihm ernstlich Raum zu schenken. Verzeihen Sie, lieber Paul, daß ich nicht anders sprechen kann. Wenn Sie meine Erwägungen ruhig überlegen, werden Sie finden, daß sie nur der Sorge um unser beiderseitiges Glück entspringen. Glauben Sie mir, lieber Paul, es fällt mir fo schwer, wie Ihnen, unsere Liebe zu begraben und seien Sie fest überzeugt, daß bei dem schmerzlichen Entschlüsse Ihr Glück mir ebenso am Herzen liegt, wie meines. Emma." Neben EmmaS Brief lag noch ein kleines Blatt, das deutlich die Spuren der Thränen trug, die das bitterste Herz leid dem Schreiber erpreßt. Es enthielt die Antwort Pauls an Emma: .Mein Fräulein! Verzeihen Sie mir, verzeihen Sie es dem Wahnsinn meiner Liebe, daß ich Ihnen eine unangenehme Stunde bereitet., Seien Sie reich und glücklich durch ein langes ungetrübtes Leben und vergessen Sie mich das ist mein einziger, mein letzter Wunsch. Paul." Nachdem Heinrich mit immer steigen, dem Entsetzen die Briefe gelesen, stürzn er fort, f den unglücklichen Bruder zu suchen. 'Sein erster Gang galt der Po lizci-Direktion, um Alles in Bewegung zu setzen, die Spuren des Unglücklichen zu finden. Dort erfuhr er, daß vor wenigen Stunden die Meldung ringelausen war, es habe sich in einem Hotel ein unbekannter junger Mann erschossen. Die Beschreibung des Todten ließ die Ahnung zur Gewißheit werden. Hern rich eilte, den Leichnam des Entseelten zu besichtigen. Es war Paul. Die Kugel hatte mit schrecklicher Sicherheit sein Herz durchbohrt. Sttchelreden und Stachelverse. Ven Juli Weih.
Wenn mir ein Mann erzahlt, wie oft er geliebt wurde, so glaube ich nur die Hälfte. Wenn mir aber e;ne Frau AehnlicheS beichtet, so glaube ich imme? daS Doppelte. Ein moderner Cato. Er poltert erst unbillig. Doch später wird er still. Der Mann ist nur unwillig, So lang er etwas will. . Der Ball wird nachgerade für jeden . Jüngling zu einem Tanze vor der Bundeslade des zukünftigen Schwiegervaters. . Einem Parvenu. Wenn Du meist stolz vor blödem Pack Auf Deinen Geldfack schlägst, wie glücklich scheinst Du, Du armer Tropf, Du schlägst deu Sack, Jedoch den Esel meinst Du. . Arme Männer, die in der Gattin eine Fortuna erblicken, welche Füllhörner Haus bringt, während sie in Wirklichkeit nur eine Hörnersülle beschecrt. Die Liebe ist wie der Spargel. AnfangS süß, zum Schluß bitter. Wer durchaus anbeiße will, gehe wenigstens nicht zu weit. fr 9 Die Mehrheit siegt. . Der klügste Mann muß unterliegen. Bleibt er mit seiner Ansicht aanz ttei;
i Die Mehrheit siegt und wird stets siege.
Venn viele Trcpse hohlen den Stem. ' m m t Gleich RobeSpierre und anderen machtigen Volkssührern war bckanntlich auch Cromwell ein selbstherrlicher Tyrann, der jeden Widerspruch blutig zu bestrafen pflegte. Wenige nur . r rrr t f: t .
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ö i 5 ivvy -t-uniiLji ti. tuiut. i? straflos. Zu Letzteren geHorte der berühmte, wegen seines Charakters wie seiner Gelehrsamkeit gleich hochgeschätzte schottische Rechtskenner Burnet. De? Lord-Protertor wußte, daß Burnet koniglich gesinnt war; er wollte ihn un, schädlich machen und für sich gewinnen und ließ ihm durch einen Vertrauensmann ein hohes Amt anbieten. Der Unterhändler überbrachte die Wünsche des Gebieters, welche für Jedermann fönst Befehle waren, dem gelehrten Juristen. Jener aber erwiderte ihm mit folgender launiger Weigerung: .Geht zurück zu Cromwell und sage ihm, ich hätte Dir diese Geschichte erzählt. In einem katholischen Lande kam auf einer Reise ein frommer Mann zu einem Kloster, in welchem man nur den heiligen Kilmaclot fehr eifrig verehrte. Die Mönche verlangten nun, daß er ihrem Heiligen seine Achtung bezeigen sollte. Der Pilgrim entschuldigte sich damit, er wisse von diesem Heiligen nichts, da dessen Name nicht in feinem Gebetbuche verkomme, aber die Mönche bestanden darauf, denn ihr Heiliger sei ein großer -Heiliger.' .Nun denn rief der Pilger aus, .0 du heiliger Kilmaclot, ob ich , dich gleich zur Zeit noch rseniz kenne,, so bitte ich Dich doch nur um dieses Eine: Kannst du mir auch nichts Gutes er ei, ' sen, so thue mir wenigsten kein Leid an!" Der Unterhändler erzählte -; Cromwell AlleS getreulich wieder. Da lachte der Protector Und ließ den klugen Juristen in Frieden aus seinem Landsitz ' eilen. Ein neuer Begriff. Erster Kneipant: Na, alte Pochhofe, nun komm nur, wir wollen jetzt autbrechen. Unsere Frauen werden wohl wieder schon auf uns warten! Zweiter Kneipant:Ach, bleibe doch noch ein bischen bamir, mir ist gar so traurig zu Muthe. Ich leide heute Abend so furchtbar im Anti Heimweh ! ' ' '
Ein militärischer Schrift steller. .Hörst' eMterS wen'' -schreibst denn?" .An die Meinige." '.Du kannst an die Meinige auch glei an jBriaf! schreib'." .WaS soll i denn schreiben?" .Na halt daS, waS Du der Deinigen schreibst." "
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