Indiana Tribüne, Volume 13, Number 316, Indianapolis, Marion County, 3 August 1890 — Page 4

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Zndigna Tribune. SonntsaSbAusgabe. mUtu AIS D. LRarslanbgs. JndiamcholiS, Ind., 3. Augnft 1890. WuS den Werkstätten dtS e$msf goldeö. Loa Prozessor Zr. H. Herkner (Jredvrg i. Die goldenen Aepfcl und Nüsse foii die Goldflöckchen, die unter dem strahlen, den Weihnachlsbaume allenthalben glit: zerten, das waren meiner von des Ge dankens Blässe bereits etwas angekränkelten inderseele doch immer noch di glaubwürdigsten Beweisgründe für de transcendentalen Ursprung der Weihnachtsgäben. Solch' feines Gold könn, unmöglich Menfchenwcrk sein, das müsst aus dem Himmel stammen. Wie fehl erstaunte ich aber, als ich eines schöner Tages bei einem alten Buchbinder, de ich öfters heimzusuchen pflegte, anz ge: wältige Stöße von Papierbächlem auf, gestapelt fand, welche solch' überirdisches Eold in Hülle und Fülle bargen. De, Embryo des Nationalökonomen regte si$ in mir, und ich stellte eine schüchtern, Frage nach dem Preise. Und, s Seeligseit, es war zwar nicht .halb umsonsi und das Geld zurück, aber dock selbst meinen finanziellen Kräften, die wohl noch zarter, als mein Alter gewesen sei mögen, keineswegs unerreichbar. Ja, wie kann man denn das GoN so dünn machen?" .Das geschieht durch Hämmern, unl ein Ducaken läßt sich so ausdehnen, daß man damit Roß und Reiter vergolde kann." Also wurde ich von meinem alten 5& cherbindenden und schartekenverleihendtt Freunde belehrt. Allein ich danke ihm nicht dafür, sondern trollte beleidigt vor bannen. Der Mann macht sich offenbar einen plumpen Scherz mit meiner Jw gend und Unerfahrenheit. Ein Dukater und eine Neiterfigur damit vergolden! Und durch Hämmern soll man ss dünnes feines Gold herstellen können! Kaun mit den Fingerspitzen roat man es zu berühren, und das soll mit einem so un geschlachten Ding wie einem Hammer be-. arbeitet worden sein ! Indessen, ich weiß nicht wie es kam, ich habe dem Probleme nicht weiter nach: gespürt. Eines nur ist mir in Erinne: rung. Eine Art König MidaS vergol: dete ich eine Zeit lang Alles, was ran unter die Hände kam. Vor Kurzem siel mir ein Büchlein über Metallschlägerei von Dr. F. Mor. genstern in die Hand. Da tauchter plöylich jene langst entfchniundenen Tagt .der goldenen Kindheit" wieder in meu ner Seele auf. Wenn nämlich von fcci Kindheit .goldenen Tagen" die Red, geht, schleicht sich an die Schwelle meines Bewußtseins immer eine Vorstellung vou Schaumgold. Manchem der Leser dürste es ähnlich ergangen fein, wie mir. Manchem, hoffe ich, wird daher auch einige Auskunft über die irdischen Werkstätten des Schaumgoldes, von denen jenes Büchleiu handelt, nicht unwillkommen sein. Mit dem Hämmern hat es freilich sein, Nichtigkeit. Damit aber der Hammer, der 67 Kar. schwer ist, die feinen Goldblättchen nicht beschädige, erdeo die Blättchen zwifchen Pergament gelegt. Sind sie aber jchon arg dünn geworden, dann kommen sie noch in ganz besonders feine Pergamentblätter, zwischen die sogenannten .Goldschlagerhäutchen". Und wenn die Behauptung wohl ekwas übertrieben ist, man könne mit einem Dukaten Roß und Reiter vergolden, so läßt sich ein Gramm Gold doch immerhin auf 0,73 Qmtr. Fläche ausbreiten. Das Blättchen ist dann ungefähr 19900 Millimeter dick. Zu solcher Feinheit läßt sich freilich nur das echte Gold hSmmern. Es ist nicht Alles Gold, was glänzt. Dieser tiefe Satz gilt ganz besonders für unser Schaumgold, das mit dem echten Gold gar nichts zuthun hat. Es wird aus einer Legirung von Kupfer und Zink hergestellt, dem sogenannten Gelbmetall. Und nicht mit dem vornehmen Blattgolde, fondern mit dem billigen, demokratischen Schaumgold wollen roh uns befassen. Wie charakteristisch, daß die echte Goldschlägerei, von Alters her in der stolzen Patrizierstadt Nürnberg heimisch, das Aufkommen der gewöhnlichen Metallschlagerei nicht dulden wollte! Allein ein Hochweiser Rath und eine ehrsame Zunft der Feingoldjch läger vermochten allerdings die Entwicklung der Metallschlage: in Nürnberg ;u verhindern. nicht aber die Entwicklung der Metallschläferet überhaupt. Diezelbe entfaltete sich vielmehr in d'.r minder aristokra tischen Schwesterftadt Fürth rasch zu ho her Blüthe. Anfangs als zünftiges Handwerk betrieben, nahm die Metallschlagerei im Laufe der Zeit mehr und tnehr die Formen der städtischen Hausindustrie att. Von einigen großen tat Vltalkrasttgen Verlegern nnrd den hausindustriellen Kleinmeistern das Nehmterial zur Verarbeitung überqeben. Ist diese erfolgt, übermittelt der Meister das Produkt wieder dem Verleger zum Ver triebe auf heimischen und auswärtigen Markten. Verleger gibt es in Fürth einige 30, Meister werden 90 'bis 95 gezahlt, denen 250260 Gesellen. 2 30 Lehrlinge und 240350 Einlege- . i- n rr" iinsen zu? eire jicyen. jt mmeqe, rinnen besorgen das Einlegen der Metallblättchen in die Pergamente und fers ner die Verpackung des Schaumgoldes in die Papierbüchlern. Für den Erpori kommen Namentlich Frankreich, England c : rt . r m . UNS' auq jjeiiemicg in Vekracyr. AlS Lieferant des Rohmaterials uni Abnehmer der Producte vermag der Ver leger den Meister leicht in ein vollständiges Abhängigkeitsverhältniß zu bringen Der Meister muß sich so z. B. ohneweitereS gefallen lasten, daß ihm der Verleger die Verpackung des Gelbmetalles auch als Metall anrechnet. Er mug für die Verpackung, die einen reellen Werth ,on höchstens drei Pfennigen besitzt, deun 77 bezahlen. Das bedeutet für einen Metallfchlägerbetrieb eine Belastung von 147 Mark im Jahre! Zu wiederholten Malen versuchten die Meister. ftä diese:

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drückenden Abhängigkeit durch Begrim düng von Associationen zu entziehen. Sie wurden dabei sogar von der Regie rung unterstützt. Dennoch gelang es der wirlhschaftlichen Macht und kauf, männifchen Erfahrung der Verleger stets, diese Plane ohne besondere Schwierigkeit vollständig zu durchkreuzen. Die Lag, der Meister ist daher keineswegs ein, beneidensnierthe. Konnte doch eine große Zahl von Mei stern den Jahresbeitrag zur Metallfchlä, gerinnung von 2.40 M. kaum aufbrins gen. Man mach'.e Theilzahlungen von 10 nnb 5 Pfennigen. Von den Gesel len scheidet sie eigentlich nichts als der Name. In wirthschastlicher Hinsicht erfreuen sich die Gesellen, die bei ständi ger Beschäftigung ,tw5 900 M. im Jahre Jerdienen, sogar einer besseren Stellung als die Meister. Ja, es ist vorgekommen, daß ein Meister den Betrieb ausgegeben hat und wiederum Geselle wurde, weil es ihm in dieser Stel, lung leichter erschien, Frau und Kinder, und deren hatte er zehn, zu ernähren Das Verhältniß der Meister und Gesellen zu einander ist überhaupt sehr merkwürdig. Die Arbeitseinstellungen der Gesellen sind mehrsach yon den Meistern angeregt worden, und die Meister haben nicht nur beim Generalrath des GewerkVereins der deutschen Maschinenbauer um Unterstützung der sinkenden Gesellen ersucht, sondern sogar aus ihren kärglichen Mitteln selbst Einiges zur Unterstützung aufgebracht. Die Gesellen werden von den Meistern eben als Sturmböcke gegen die Verleger benutzt. Die Gesellen stnd von frischem belebendem Solidaritätsge: fühl durchdrungen,wahrend den Meisten Stumpfsinn und Interesselosigkeit vor, geworfen wird. Im langen Kampfe un ein unserer Kultur entsprechendes Daseil hat sich die Energie der größten Zahl dei Meister erschöpft. .Selbst der direkt, Verkehr des Meisters mit dem Verlege, ist häusia verschwunden. In vielen Fällen besorgt die Frau ausschließlich du Abrechnung mit dem Verleger. Sri allein besitzt noch einige Initiative. Eir solcher Weiberrneister" arbeitet vom frühen Morgen bis zum späten Abend mit unermüdlichem Fleiße. Er ist zu, frieden, wenn ihm die Frau Geld gibt, um wenigstens am Samstag Abend ein Glas Bier zu trinken." Unddasuenni sich Meister! ' Wie sieht eö nun in den Werkstätten der Metallfchlager aus, deren Arbeit ihren Mitmenschen so viel Freude bringt? D ganze Arbeitsraum ist mit Perssnen und Werkzeug angefüllt. Da - hält eS schwer, sich hindurchzuwinden, ohne von dem weit ausholenden Schläger mit einem Nippenstoße bedacht zu werden. Die Atmosphäre ist dumpf, drückend in nicht geringem Maße mit feinen Metall-pulver-und Fasergups-Stäubchcn ver unreinigt, welche bei jedem Schlage den Formen entquellen." Die Temperatur ist in Folge der großen Menschenzahl auf kleinem Raume, auf einen Arbeiter enisallen nur etwa C Kubikmeter Luftraum sowie der heißen Pressen eine hohe. Die Fenster sind meist ge; schlössen. Nur an indstillen Tagen können sie geöffnet werden. Schon der geringste Luftzug würde ja die fertig ge, schlagenen, mehr als federleichten Metallblättchen auf Nimmerwiedersehen ent führen. Einen sehr üblen Eindruck macht daS körperliche Besinden der Arbeitenden. Der Körper der Metallfchlager ist bei nahe trostlos mager. Nur die Arme sind voll und muskulös. Das Antlitz fleischlos und auffallend blaß. DaS Auge von unheimlich fieberhaftem Glänze." Die weibliche Arbeiterschaft zeigt ei wesentlich anderes Ausfehen. Dort führt die Arbeitsweise, das vielstündigl ruhige Sitzen zu ost erstaunlicher irnqc sunder Fülle. Aber die fahle Blässe deö Antlitzes ist ihnen mit den Männern gemeinsam." Die Arbeitszeit währt im Allgemeinen zehn Stunden. Sie ist also vergleichst weise kurz. Allein die Arbeit ist auch ungemein anstrengend. Führt der Mr tallschlager doch 66,000 bis 70,005 Hammcrschläge im Tage aus. Außer dem birgt die Arbeit auch besondere Gefahren für die Athmungsorgane in sich. Der hastige Athemzug de arbeitenden Schlägels saugt die Metalltheilchen, die den Formen entquellen, in die Lunge. Trotzdem die Fürther Bevölkerung schon eine erschreckende Verbreitung der Tuberkulose aufweist, fordert dieselbe bei den Metallschlägern noch um die Hälfte meh, Opfer, als bei der übrigen Bevölkerung Auch von Rheumatismen, besonders Ge lenkrheumatismus, werden die Metallschlage? vielfach heimgesucht. Du Schlagarbeit ist mit heftiger Bewegung des Oberkörpers verbunden. Man siebt die Leute stets in Hemdärmeln, in Schweiß gebadet, arbeiten. Ein kalter Trunk und hierzu werden die Leute in diesen trockenheißen Räumen, welche permanentes brennendes Durstgefühl erzeugen, leicht getrieben wirft sie rasch aufs Krankenlager. Oder der erhitzte Ardeiter verläßt für einen Augenblick die Werkstätte um vor der Hausthür küh lere Luft zu schöpfen. DaS erklärt leichi die Häufigkeit langwieriger, fchmerzhaf, ter Rheumatismen und von Lungenentzündungen." Quetschwunden entstehen nicht selten dadurch, daß der ermüdete MetallschlSger unachtsamer Weise den Hammer statt auf das kleine Metallpacket, auf die dasselbe haltende Hand fallen läßt. Die Sterblschkeitsverhältnisse faßt nn, sehr Gewährsmann dahin zusammen, daß die gestorbenen männlichen Metallschläger von über IS Jahren ein durchschnittliches Alter besaßen, daS. um nahezu 17 Jahre kürzer ist, als haS Durchschnittsalter der im Jahre 1832 in Bauern über IS Jahre alten männ? lichen Gestorbenen. Bei den weiblichen Metallschlägern ist das Verhältniß sogar noch ungünstiger. Indeß, nicht nur die Arbeiter dieser Industrie tragen das Zeichen des Unter ganqes an der Stirne, auch die Industrie selbst ist ihrem Ende nahe. Die fabrikmäßia mit Maschinen betriebene Bromefarbenerzeugung wird sie verdrängen. ! trjt nur aus die Abfälle der Metallschlagerei angewiesen, auf die sogenannte Schawine, hat sich die Bronzefarbenfabrikation. nachdem es ihr in den bOger Jahren gelungen war, sich unaibänaia von der Metallschläaerei daö

Rohmaterial zu verschaffen, immer mäch, tiger auf Kosten der Metallschlägerei entwickelt. Es ist ein begabter, junger Nationalokonom, dem wtr diese Aufschlüsse über die Werkstätten deö Schaumgoldes verdanken. Das Buch, in dem er sie uns mittheilt, ist eine hochgelahrte' Untersuchuvq, hervorgegangen aus dem staatswissenschaftlichen Seminar der Universität Basel, eine Doctorarbeit. Ich verrathe das heimtückischer Weise erst zum Schlüsse. Wer hätte auch von esnem Referate über die Doctorarbeit eines Nationalökonomen etwas wissen wollen! Können Doctorarbeiten anders als langweilig sein, und haben die Nationalökonomen nicht eine so abscheuliche Erfindung auf dem Gewissen wie die sociale Frage? Nnturwissenschastliche Plauderei. Oft schon habe ich mir gedacht, warum die Dichter mit so großer Begeisterung die Sonne besingen,' als ob jedes Geschöpf für dieselbe gar so besonders eingenommen wäre. Rachteulen und Maulwürfe fliehen sie wie der Hund die Peitsche; schöne Blumen össnen ihren Blüthenkranz erst, wenn sie untergegangen, die Spenderiu des LichteS und der Wärme" ; alle empfindlichen Augen und meine WeitsichtigkEit schwelgen angesichts eines bewölkten Himmels, weil sie dann ohne Zwinkern und ohne Kopfschmerzen die Lider erheben können. Sogar die Astronomen sehen die Sonne am liebsten, wenn sie einen Schleier vor dem Gesichte hat. Die haben allerdings bes,nde?e Gründe dazu, weil, wie ja der Leser gewiß gut weiß, bei Finsternissen Beobachtungen gemacht werden können, durch welche wir Ausschlüsse über die auf dem Sonnenkörper sich abspielenden Vorgänge erhalten. Es sind dies freilich Schlüsse, bei denen die Phantasie stark beschäftigt ist, wie immer, wenn es sich um Dinge handelt, die der Mensch nicht direkt erreichen, sondern nur an den Spinnefäden, welche sein Gehirn ausreift, ein wenig näher zu ziehen vermag. Einige haben schon allen Ernstes behauptet, daß die Sonne eine riesige Dynamomaschine sei, wonach dann unsere Erde gewissermaßen als eine elektrische Bahn zu betrachten wäre, auf welcher gegenwärtig übn 1400 Millionen Menschen durch den Weltraum spazieren fahren. Ein Funken von Wahrheit steckt allerdings in diefer abenteuerlichen Ansicht, denn es ist kein Zweifel, daß die Elektricität auf dem Sonnenball eine große Rolle spielt und daß sie von da weit in den Welträum hinein ihre Wirkung ausübt. Eine neue Bestätigung dessen liefert jetzt das Studium der hundertjährigen Beobachtungen, die über den Encke'schen Kometen vorliegen. Der Astronom, welcher sich in diese Aufzeichnungen früherer Beobachter vertiefte, stand schließlich vorder merkwürdigen Thatsache, daß das Licht des Kometen bald, zu bald abnimmt, ebenso wie das Nordlicht, und daß die Perioden des Zu- und Abnehmens gleichen Schritt halten mit dem Zu- und Abnehmen der Häufigkeit und Stärke der Sonnenflecken. Da nun das Nordlicht zweiselloS eine elek trische Erscheinung ,st. die mit den Flecken der Sonne wechselt, so dürfen wir jetzt wohl auch das Gleiche von dem Kometenlicht behaupten. Dasselbe win also kein selbständiges Glühen, sondv eine Art Luminesciren, wie dS Leuchten der Geißlerlchen Röhren. Die Sach, hat noch eine sehr schöne praktische Be deutung. Denn da bekanntlich auch Sonnenflecke und Weinernten in einew Verhältniß stehen und nun. die Kometen als die dritten im Bunde aufgenommer sind, so scheinen die Alten, wenn sie vom Kometenwein" sprachen, doch nicht s thöricht gewesen zu sein, wie unser eingenes Interesse gern glauben möchte. Aul diesem Gebiete übrigens alle Achtunz vor der Sonne! Ihre weinfreundlichen Wärme- unl Lichtstrahlen wären der einzige Rapport, in welchem der Himmel mit uns stünde, wenn es dem letzteren nicht gefiele, uni auch noch durch andere Boten feine Posten zu schicken: Sternschnuppen, welche in unsere Luftschichten einbrechen, und Me: teorsteine, welche zum Glück so selten und vereinzelt fallen, daß sie auch selten einen Kopf treffen, der dann immer den Kürzeren zieht. Eine dritte Art von Botschaft des Himmels hat bekanntlich der Polarforscher Nordenskjold vermm thet, einen Weltstaub, der durchaus nicht aus der Luft gegriffen ist, sondern wirklich aus dcw Weltraum stammt. Ein neue Probe solch' geheimnißoollen Stau: des, welche Nordenskjöld zur genaueren Prüfung zugesandt erhielt, bestätigt dii Vermuthung des Forschers in auffallen: der Weise. Auf der Wasserscheide von Chile und Argentina war in einer Höh von 11,000 Fuß ein Schnee gefalle, der sich bei vollständiger Windstille an seiner Oberfläche roth zu färben begann, was sich sofort wiederholte, wenn man etwa die gefärbte Schicht entfernte. Das Phänomen dauerte eine halbe Stunde. Nach der Untersuchung besteht

nun der Staub aus Körperchen von st tf r rm tv winziger temyeu iois zu u.uuu wimu meter Durchmesser). Die chemische An: lose entdeckte in denselben vorwiegend Eisenoxyd und Kieselsäure nebst geringen Mengen anderer Metalle und Säuren. Da während das Phänomen sich ah: spielte, gänzliche 'Windstille herrschte. konnte der Staub nicht wohl von einem anderen Orte der Erde dahingetragen worden fern und feine Provenienz aus dem Weltraum ist also sehr wahrzcheiw lich vielleicht die kleinen Reste eines zertrümmerten Körpers Brosamen von der Tafel eines Meteontenschw.armS oder dgl. .Fluthen im Bach strudeln dem Sonnenwanderer nach".... Niraends verweilt unsere lüsterne Phantasie lieber, als zn den unermeßlichen Wetten des allgemeinen ZiaumeS und mit ! einigem Widerreillen wird sie uns folgen, wenn rsn sie zwingen, ihren Anker zu lichten und sich in die Niederungen herabzulassen, in welchen mt so glaubt wenigstens Je: der besser zu Hause sind. Sobald wir wieder auf den Strömun. gen der heimischen Atmosphäre hingleiten. hört der poetische Traum des Unendlichen auf und eine sich entladende, Hagel wersende Wolke kann uns mit einemmaledie nüchterne irdische Wirklichkeit deutlich fühlbar machen. Wäre dies aber der.

Fall, dann hätten wir die schönste Ge legenheit, eine bisher nicht bekannte merkwürdige Erscheinung kennen zu lernen, deren Entdeckung sich an den Namen eines russischen Forscher, Dr. Fontin, knüpft. AlS dieser Gelehrte nämlich Thaumasser des Hagels untersuchte, demerkte er zu seinem großen Erstaunen eine Menge von Bakterien in demsel ben. Er verfolgte die Sache weit.r und fand einmal in einem Kubikcentiweter Hagelwasser nicht weniger als 729 Bakterien und darjn neun verschiedeneArten und unter diesen wiederum eine, die, wie man bestimme weiß, aus dem Erdboden stammt. Die Sache ist auch gar nicht harmlos. Denn wenn Bakterien, welche Krankheiten erzeugen, von der Erd us-, in atmosphärische Niederschlagt übergehen können, dann erhebt fich auch der Gedanke, . daß eine Durchnässuna durch Regen oder Schnee direkt zur Er" Werbung einer Infektionskrankheit süh, ren kann. - Wir sind eben, was man immer sagen mag, thatsächlich von Bakterien umringt und müßten in ewiger Angst leben, wenn uns nicht Gewohnheit abhärten und wei. ters die Erwägung trösten würde, daß glücklicherweise nur die wenigsten Bakterien, so viel wir bis heute wissen, direct Krankheiten zu erzeugen im Stande sind. Die Mehrzahl der Menschen hält diese Wesen immer noch für Thiere, trotzdem e$ feit langer Zeit feststeht, daß sie einer Pflanzenfamilie, und zwar den Spaltpilzen angehören. Was keine Blätter und Blüthen trägt, will das Volk nicht als Pflanze ansehen. Freilich, Salat kann man aus Bakterien nicht machen, aber Pflanzen sind sie dennoch. Dies weiß man ganz gut. Ja, neuerlich hat man sogar ihren feineren Bau untersucht und gefunden, daß sie aus einem dunklen Körper bestehen, welcher selbst wieder in einer dünnen, hellen Schale steckt, ähnlich wie der vom Eiweiß umgebene Dotter. Natürlich sieht man dies nur mtt dem Mikroskope bei stärkster Vergrößerung Wodurch die Bakterien, von denen einige die Währung des Weines und Bieres besorgen, andere den Tvphus und die Eholera erzeugen, eigentlich ihn verheerenden Wirkungen hervorrufen, ist noch immer nicht klar. ES bricht sich jetzt die Vermutdung Bahn, daß nicht sit als folche das Gift sind, sondern daß si, erst gewisse Gifte, die manTorine nennt, erzeugen. Die letzteren werden dann von dem Bakterienherd aus in den Blutstren !,ineingerissen. können so an den ver: chiedensten Stellen des Körpers abge: lagert werden und dort ihre verderbliche Wirkunzen ausüben. Zum Schlüsse noch etwas von dem Phonographen, dessen Anwendung nack amerikanischen Berichteitvorläusig darir ihren Gipfelpunkt erreicht haben dürfte, daß der Apparat die Sprachen absterbender Jndianerstämme aufzeichnet. Diei kommt jenem Papagei schon sehr nahe, der ein ganzes Jndianeroolk überlebte, so daß Niemand mehr verstand, was t sprach. Fern von solcher Reklame, ha: L. Hermann ernste Studien über dak Verhalten der Vocale am neuen Edison'schen Phonographen angestellt. Bei ge: wohnlicher Umlaufsgeschwindigkeit bei Walze wurden die Vocale in unübertrefflicher Schönheit und Sauberkeit reproducirt. Sobald aber die Drehung nur etwas schneller erfolgte, näherte siä das L bereits dem I und das V dem 0 war aber noch gut zu erkennen. Be noch schnellerer Drehung waren sie nich? mehr zu unterscheiden alle Vocal, gaben nun einen Laut, der zmi schen & und o liegt, also den Laut unge sähr, welches das Blöcken der Schafe st anmuthig macht. Am längsten behiel A seinen Toncharakter. Im Uebrigel beginnt der Begeisterungsrausch, der anfangs durch den Phonographen erzeug worden, etwas zu verfliegen.' Schließlich werden sich die überspannten Erwartun' gen, welche sowohl Praxis als selbst di, Wissenschaft daran knüpfen, in die Erkenntniß umwandeln, daß man es da mi einem recht artigen, interessanten Spiel zeug für kleine und große Kinder zr thun habe. Rob. Franceschini. Ninchen Herzlieb'S LSjähriger Todestag ist in Görlitz. wo Goethe'S Geliebte ruht, nicht unbemerkt vorübergegangen. Ihr Grad auf dem dortigen evangelischen Friedhofe war am 10. Juli mit zahlreichen Blumen und Kränzen geschmückt. Minchen oder Wilhelmine Herzlieb, am 22. Mai 17LS zu Zöllichau als Tochter des Superintendenten Herzlieb geboren, kam als neunjähriges Kind nach Jena in das Haus des Buchhändlers Zvrömman. wo sie Goetbe. der dort viel

verkehrte, heranwachsen sah und lieb gewann. ;n ven ayren von 1806 bis 1803 empfand der damals fast 60jährige Dichter eine glühende Leidenschaft für das ebenso schöne wie seltsam geartete Mädchen, mit dem eigenthümlich ver-schlossenen,traumerisch-sentimentalenWe-sen, dem er später in seinen 17 LiebeSsonetten und in den Wahloermandschaf: im die Ottilie ist das getreue Abbild von Minchen Herzlieb- ein unvergängljches literarisches Denkmal gesetzt hat. Das von Goethe geliebte Mädchen, um seines Seelenfriedens willen von den besorgten Pflegeeltern aus Jena entfernt und nach Züllichau gebracht, verlobte sich später vier Mal und jedes Mal löste sich das Verhältniß, bis Minchen Herzlieb im Alter von 32 Jahren dem Jenaer DieraxpellationSgerichtS - Rath Profef-. ior Walch die Hand reichte. Die Ehr aestaltete sich bei jeglichem Mangel an Liebe zu , ihrem sie verehrenden Gatten und bei der krankhaften Abneigung gegee das Wesen der Ehe zu einer außerordent lich unglücklichen. Wilhelmine lebte fast immer getrennt von ihrem Gatten, nacb dessen im Jahre 1853 erfolgten Tode sie in unheilbaren Wahnsinn versiel. Und m der Dr. Kuhlbaum'fchen. früher Nnmann'fchen, Heilanstalt zu Gorlitz ist sie auch heute vor 25 Jahren (10. Juli ' ves) gestorben. Ihr Grab wurde vom Görlitzer Magistrat im vorigen Jahre anläßlich ihres 100. Geburtstages mit einer Tafel geschmückt die folgende Jw schrift trägt: .Goethe'S Liebe verklärte Dir einst die glückliche Jugend,. Oeethe-L!ebe,. sie schmückt Dir das erlö. sende Grab."

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