Indiana Tribüne, Volume 13, Number 295, Indianapolis, Marion County, 13 July 1890 — Page 2

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V7UimHID,VlV dHiVHtV Vor dem Gericht in Tunis ist ein Theil des dichten Schleiers gelüftet worim, der den Harem eines Muselmannes nicht? weniger den neugierigen Blicken der Welt verschließt, als die m ihm Kausenden Schonen selbst. Auf dem Land- , sitze Toudoursouk, in der Nähe von Tunis hatte der bei dem B? sehr angesehene und reiche Li Hag Ahmed feinen Harem. Die fcrcj legitimen Frauen, elche er neben einem kleinen Heere von Odalisken bssah, hatten ungefähr feit Anfang dieses Jahres Freundschaft geschloffen mit einer Haremsdame, welche häfig nach Touboursouk kam, um Li Hag Ahmeds Gattinnen zu besuchen. Li Hag Ahmeds Mitleid roar für die Dame roachgernfen worden, als er sie einmal im, Frauengemach antraf und sie ihm nur durch Geberden antwortete. Die Aermste hatte, wie feine Gattinnen ihm mittheilten, vor Schreck während eines Wochenbettes die Sprache verloren. Wenn Ahmed in der Folge die unglücklichen Seyse wieder einmal in seinem Haufe traf, was übrigens nur äußerst selten sich ereignete, so begrüßte er sie doppelt huldvoll, wie der Koran es ja vorschreibt, besonders milde gegen Unglückliche zu fein. Ob Seyfe schön oder häßlich sei, wußte Li Hcq Ahmed natürlich nicht, da sie als sittsame Frau ihr Antlitz dicht verhüllt trug. Er erzahlte einem feiner Freunde eines Tages von diesem wunderbaren Freundschaftsverhaltniffe seiner Frauen zu der Swmmen. "'Dcx Freund lobte int Hinblick auf die bereits erwähnte Koransatzung dieses Verhältniß, konnte aber die neugierige Frage nicht unterdrücken, wie denn die Unterhaltung zwischen den vier Frauen geführt würde. Ahmed mußte bekennen, ' ' i. " n1' . . . r r I oan er oaran merrwurolgerwele nocy gar nicht gedacht habe, und er beschloß die l vier Frauen einmal zu belauschen. Zugleich erwachte in ihm, ihm selbst fast unerklärlich, ein gewisser Argwohn. Er richtete sich neben dem Haremlik, dem Frauengemach, einen Vcobachtungspoli sten ein, der in jedem Haremlik leicht zu sinden ist, da bei der Erbauung eines Frauengemaches gleich die Möglichkeit ins Auge gefaßt wird, daß der Gebieter des Harems selbst unbemerkt, feine Frauen bcob2chteu kann. Ahmed brauchte nicht lange zu warten. Die Stumme erschien, und Salcm Äleikum" tönte es ' von ihren Lippen. Das maßlose Erstaußnen Ahmeds wuchs jedoch zum unbändiWen Zorn, als die Erschienene ihrer Schleier sich entledigte, und er in das Gesicht eines hübschen jungen Tunesers blickte. Bald sielen auch die Freuen nieWer, und in der malerischen Tracht eines tückischen Notablen stand der junge Mann inmitten des Harems. Hier war er offenbar zu Hause, wie aus der lnstiSeen Konversation hervorging,' die schnell in flottesten Gang gekommen war. Im ersten Moment hatte Ahmed sich auf den Eindringling stürzen wollen, aber er hielt ; noch an sich, um zu sehen, wie weit der Fremde es mit feinen Frauen treiben würde. Aber als er erkannte, bis zu welchem Grade der Intimität der Junglinq es bei feinen Frauen gebracht, konnte er sich in feinem Versteck nicht mehr mriftern.Er stürmte nach derWassenkammer, Uwie sich eine solche in' jedem vornehmen tunesischen Hause befindet, ergriff einen haarscharfen 5)atagan und drang mit dieß sem in das Frauengemach. ', Ahmed, seiner Sinne nicht mehr mächD'g, stürzte auf den Verführer los, der jedoch durch eine geschickte Wendung dem ',furHtbaren Schlage zu entgehen und das Mreie zu gewinnen wußte. Als der Gatte den Verführer entkommen sah, warf er sich auf die vor Schreck völlig gelähmten Frauen, und ein entsetzliche's Älutbad begann. Ahmed rastete nicht eher, als bis auch die Letzte gräßlich verstümmelt den letzten Athemzug geß than. Dann durch stürmte er das Haus Mach dem treulosen Eunuchen, der in die Intrigue mit verwickelt sein mußte, und K als er ihn, zitternd und bebend in einem Winkel versteckt, entdeckt hatte, machte er mit einem einzigen Schlage auch diesem fccn Garaus. Nach diesem blutigen Werke kam Ahmed die Besinnung wieWer. Er reinigte sich von den Spuren seiner entsetzlichen Arbeit und stellte sich Melbst dem Gericht. Unlängst nun stand Wer vierfache Mörder vor seinen Nichtern. ßDie gesammte christliche und islamitische Welt war auf daZ Urtheil gespannt. Born frühesten Morgen an war das Gerichtsgebaude von großen Menschen Massen umlagert, dre mit aufrichtiger Genugthuung das Urtheil begrüßten, das nach etwa fünfstündiger Verhandlung gefällt wurde. Es lautete auf Freisprcchung. t Die Nichter hatten sich alle auf die Seite des in seinen heiligsten Gefühlen vttZetzien Ehemannes gestellt und den bisher des besten Leumundes sich erfreuenden Mann vor dem fchmachvollm Tode durch Henkershand oder ewigem Kerker bewahrt. i Ein altes Gesetz auf den Shetlands-Jnfeln bestimmt, daß der aus gestrandeten Walsischen erzielte Geroinn zu einem Drittel dem Eigenthümer des betreffenden Küstentheiles, der Rest den? betheiligten Fischern zukommt, Frauen aber bei der Theilung der Beute nicht berücksichtigt werden dürfen. Vor einigen Jahren nun begab es sich, daß eine: kleine Heerde Walsische in Sicht kam, wäbrend gerade die ganze männUche Bevölkerung auf Fischfana abwesend war. Kurz entschlossen bestiegen die Frauen die Boote, schnitten den Walen den Rückzug nach der offenen See ab und trieben sie in eine Bucht, wo sie auch glücklich zum Stranden gebracht wurden. Eine der Frauen hatte auf die Fahrt ihr Kind mitgenommen, das noch nicht lausen konnte , und für dies Kind wurde, da es ein Knabe und das einziae mannliche Wes.'ii war, das an dem Fischzugc thellgenommen hatte, der ganze nach Abzng des Herrendrittels verbleibende hohe Ertrag in Anspruch genommen, und kraft des Gesetzes auch erlangt. Ein rück sich tso o ller Junge. Tante: Nrni, Fritz, hast Du deute wieder Prügel in der Schule bekommen?" Fritz: Ja aber ich hab' e garnicht gespürt!" Tante: .Aber L 1 u " n t r . . r u r- t , ". m wemleji osH voryzn t" ; cy wollte dem alten Lehrer nur einen Ge sollen thun!" ,

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eine HoHzcit mit Hindernisse. Wn Bild as3 ttm vkeMrn!ch?n VoUZlebe. Ooa Henry Perl (33nciis).

Gheco und Santina haben sich geeisiigi, Mann und Frau zu werden, im Eknoerstandnisse mit ihrer beidcrfcltrgen zahlreichen Verwandtschaft. Gheco ist ein gutgeacteter Bursche von zwanzig Jahren und seines Zeichens Strohsesselsiechter. Eine freie Kunst ! Sein Werkzeug auf der Schulter durchzieht er Venedizs Gäßchen und Plätze mit dem Rufe: Careghe ! In Venedig sind die Strohstühle im Volke allgemein und stets reparaturbedürftig. Der Sesselsiicker erfreut sich demnach derselben Beliebtheit wie anderwärts der Drahtbinder. Gheco hat Tage, wo er ein paar Lire heim bringt, und solche, wo er leer ausgeht. mit Ändere aucö. die eine freie Kunst betreiben. Santina ist Perlfasserin, ein i ebenso poetisches als wenig emtragttcyes Gewerbe, das den Realisten unter den Malern viel Stoff zu Bildern gibt. Santina sitzt dey ganzen langen Tag vor ihrer Haüsthüre auf dem ländlichen Fondamenta dei Cereri und fädelt Mulden voll Glasperlen mittels eineö BüfchelS Drahtfäden auf Garn über. Bei großer Fingerfertigkeit kann sie durch acbtsiändige Arbeit fünfzig Eentesiml verdienen. Man springt nicht wett damit, aber wenn man sich liebt, ist auch das etwas. Glzeco ist groß und schlank, hat ein hübsches sonnaedräuntlS Gesicht und l CW. .. P !?5 rtl! eantee onniic viugcn, vcj ,.7 r r . - .Li in. ttlrt imlim iitttitvy en wenn man sie neben einander sah, und im Volke hat man für dergleichen das ricktiae Geiübl. Die Hochzeit würde zweifelsohne noch hinausgeschoben worden sein, aber Gyeco hat ras roos K?zogen und begründete Aussicht, seindre Jahre in Massaua abzudienen. Da ist . i k ? , es doc) ricyiiger, zuoo. jcmc aniina an sich zu ketten ; darüber sind sie Alle cinrg. Eine frische Bnse weht von dem nahen Crrnal della Marittirna her. der sieb wei ter draußen mit dem offenen Meere verbmdet. Santma lltzt vor lhrer Haustbüre und fädelt fleißig perlen auf. Gheco steht ihr gegenüber und unterhält sie von der bevorstebenden Sockzeitsfcier. Ein halb Dutzend älterer und jüngerer Nacbbarinnen lauscht der öffentlich geführten Unterhaltung. .Eine Öo&:ttt will iÄ baben. von der die Leute ein ahr lang reden sollen!" r-i (xtt. . -isjr. r.n- c?z ciuau ?es ciic!t. :r ijiuui klatscht fröhlich in die Hände. DieLungen unterdcnUmstehenden rufen freudig: tsallercino!" Das will ich meinen", bekräftigt der Bräutigam zuversichtlich. Ihr sollt Euch Alle außer Atl)?m tanzen!" IcKt erscheint die Mutter Santina's. rn:; einem ihrer jüngeren Kinder aus dem Arme, in der Thür. Und die Kleider, woher wollt ihr denn die nehmen, Santina hat nichts, als was sie auf dem Leibe trägt. Der Winter war zu hart und mit Versatzftfnrn fnvtrt rnrttt iiA lliÄt Kekleis V w-w -m dcnlSantina seufzt. Die Mädchen rufen im Ehorus theilnehmend : loverstta!" und bieten sich an, mit dem Wenigen, was sie selbst besitzen, auszuhelfen. Der Bräutigam, welchem zwar bei , näherer Neberleauna aucb nsck Stiefel. Rock und Beinkleid zur feierlichen Eeremonie feht. .jf.A.i. c f . on.t. fjf. :Xk icn, acgici cicjct itct)CHuucn irnu Wozu hätte man denn gute Freunde?!" Er zählt der Reihe nach diejeniqen auf, welche er in die Kirche und zur Tafel geladen wisien will. Nach langem Aufjubeln und Verwerfen habe er, Santina und der Strom Freunde, welcher von Minute zu Minute hoher um sie aufschwillt, zusammen die resp-ctable Ziffer von drciundsünfzig -Einzuladenden herherausgebracht. Mein Himmel!" ruft die Schwiegermutier in spe, mit dem zappelnden Kinde auf dem Arm, .wo sollen denn die Alle Plav haben?Der Sesselstechter begnügt sich ihr einen überlegencnSeitenbttct zuzuwerfen, der so viel besagt als: Das lasse nur mich machen." Ah, ehe bclcssa! ruft die Jugend des tondsMeuta, Vxt vielen Leute ! " lind dabei find welche," fährt Gheeo in seinen Auseinandersetzungen fort, die sich nicht spotten lassen. Vonifacio, der Fleischer allein, hat mir 8 Kilo Hammelfleisch versprochen." Pe? Baeco, rufen die Zuhörer lu wundernd durcheinander. Der Taufpathe Santina's, Sior Santolo. wird auch nicht mit leeren Handen kommen" wirst die Mutter der Braut, Siora Margherita, prahlerisch ein. Er ist zwar nur ein armer Weinbauer, aber er weiß, was sich geHort. Wenn Deine Tochter heirathet, so sollt Ihr eine Earrcltella (Fäßchen) Wem von mir haben. Das hat er mir schon hundert Mal wiederholt." Ja, ja, das ist es auch gar nicht, was die Leutchen beschäftigt, denn daß man zu einer Hochzeit mitbringt, was man verzehrt und noch etwas darüber, weiß in Venedig jedes Kind. Aber die Gewandung der Ärautteute yervei zu tchassen, das ist schon schwieriger ! Endlich ist der festliche Tag angebrochen. Santina wird eben von sechs blühenden Jungfrauen, streng nach Vorschuft, gleich einer Königstochter geschmückt, denn an seiner althergebrachten Etikette laßt Venedigs Volk nicht rütteln. Einen weißen Unterrock mit unzähligen Falbeln hat die Waschfrau geliehen, darüber wird die Braut ein roth und gelb geblümtes 'Eretonkleid tragen, in welchem eine ihrer Freundinnen vor Wochen ebenfalls zum Altar getreten ist. Ein paar neue Holzpantöffelchen hat ihr die Mutter gekauft. DaS bunt gestickte Umhängetuch mit Zsen langen Fransen borgt die Schneiderin von gegenüber her, weil sie auch gerne zu der großen Hoä)zeit geladen sein will. Den weißen Schleier, den die Landessitte vorschreibt, stellt die Mutter Gheco'S bei. Derselbe stammt noch von ihrer eigenen Hochzeit her und hat wiederholt bei Kindtaufen sigurirk, ein Umstand, welcher daS alte Erbstück nicht erthlofer macht. DaS Kränzlein endlich, aus weiitn künstlichen Blüthen, hat Santina

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der Eigcnthümerin des Perlgeschäftes geschenkt, für welches , sie arbeitet. Eiflentlich war es eineni Standöilde der Madonna während der Mai-Andacht zugedacht gewesen, allein dies verschlägt nichts. Santina's Jugend und Liebreiz o.ehcn aus dieser bunten Zufammenwürselung dennoch als Siegerin hervor. Weniger gut machte sich der Bräutigam, dem der Rock lang, die Beinkleider zu kurz und die Stiefel zu knapp sind. Er empsindet aber nichts von diesen Unvollkommcnhe'tten, er strahlt vor Glück und Seeligkeit. Dem Häuschen gegenüber, in welchem Santina mit den Ihrigen wobnt, erhebt sich ein alter Palazzo, dessen Erdgeschoß bislang von einer Genueser Fabrik zur Marinirung frischer Aalsische benutzt worden war. Das Lokal hatte sich jedoch bald als zu klein erwiesen. Auch belästigte der scharfe Geruch die Nach

varschast. Dieser Geruch herrscht auch etzt noch vor, darum hat man auch den großen Saal mit den verwischten Fresken für bloße 5 Lire zu miethen bekommen. Vom frühen Morgen an schleppen die Eingeladenen Eßwaaren heran. Auch haben sie ihrerseits wieder andere wildfremde Leute aufgefordert, mitzukommen, damit die Versammlung nur ja eine recht zahlreiche werde. Die darauf eingegangen sind, haben ihr Scherflein vorausgeschickt. Der Raum ist ein Bild der Abundantia! Wie frugal man das ganze Jahr über auch fein muß, bei festlichen Anlässen schlägt diese Nüchternheit inS gerade Gegentheil um. Anfangs roar die Tafel eigentlich nicht so großartig geplant worden, und die Mutter Santina's hoffte, mit Hilfe einiger ihrer Bekannten, den Obliegen heiten der Küche gerecht zu werden. Erst bei dem Anblick so vieler Gaben Gottes drängt sich ihr die Ueberzeugung ans, daß es nicht möglich sei, ohne einen tüchtigen Koch zu Stande zu kommen, und diese Ueberzeugung ist gleichbedeutend mit der Ausgabe von n:cite?en ö Lire. Woher aber diese nehmen? Ihre Cassa ist bis auf den letzten Cemistmo erschöpft. Mit einer Thräne im Auge nimmt ste ihrem dreijährigen Töchterchen die gol denen Ringe aus dem Ohr und trägt sie ins nahe Leihamt. Schmerzlicher Gang, aber dafür wird sie, die das ganze Jahr mit Noth und Entbehrungen kämpft, die Genugthuung haben, am Hochzeitstag ihrer Erstgeborenen, einen Koch in weißer Mütze dreißig Hähnchen am Spieße drehen und duftende Kasserolen mit Schöpsen-.Nagout schütteln zu sehen. Der beste Freund Ghccos, ein Gondolier von großartiger Lebensauffassung, hat gleichfalls seine einzige Matratze geopfert, um für deren Erlös beim Conditor einen Berg von Erocanti (gebrannte, mit Zucker übergössen Mandeln) einzuhandeln, eine bei Hochzeiten beliebte Süßigkcit, welche in ihrem Innern einen lebendigen Vogel bergen muß, den die Braut beim Aufschneiden - nicht verletzen darf. Die Trauungsfeierlichkeit in der Kirche ist auf sechs Uhr Abends festgesetzt; dieser soll das Festessen und der Tanz folgen. Der alte Harmonikaspieler hatte sich auch rechtzeitig eingefunden und sitzt bereits in einer Ecke des. Saales unter einem großen Lorbeerstock, dessen Blätter noch vor Kurzem zur Würzung des Aales gedient hatten. Geschickte Frauenhände haben im Nu ein Dutzend farbiger Lampions aus Draht und buntem Papier zusammengekleistert, und so ist auch für eine phantastische Beleuchtung gesorgt. Der Bräutigam läßt seine Bücke zufrieden über den geschmückten Naum und die mit Leckereien aller Art reich besetzte Tafel geleiten. Und der Wein!" rust er plötzlich aus, denn erst jetzt fällt es ihm auf, daß das hauptsächlichste Erfordernis; fehlt : Wo "ist denn das Faß mit dem Wein, welches Euer Santolo von Fustna bringen sollte?" Die Frage ist an die Schwiegermutter gerichtet. 'Sie scheint sie nicht zu horen. Sionx Margherita. Madoria!" kragt Gheco mit lauter Stimme von Neuem: Was ist's mit dem Fäßchen Wein?" und er stampft ungeduldig den Boden. Anirn rnia, ich weiß es nicht!" Per v!o! Was soll das heißen. 5 Ihr wißt es nicht? Sollen wir ohne 'vcin oujzeu airen 5Eure Freunde hätten ihn wohl auch bringen können." Meine Freunde?! Haben die etwa uicht genug gebracht?" Und der Bräutigam deutet mit ausgebreiteten Armen auf den Ucberfluß an Eßwaaren. Habt Ihr nicht gestern noch gesagt:' Euer Santolo wisse, was sich schickl, und ein Fäßchen vom Besten bringt er von Fusina her:!n." Beruhige Dich, Gheco", erwidert Siora Margherita in sichtlicher Verlegenhett, er 'war schon hier und er wird Nieder kommen!" Damit eilt sie zur Thür hinaus und lsuft in ihre über der Straße gelegene Behausung. An allen Gliedern zitternd, sinkt ste auf einen Stuhl und weint bitterlich. Die Arme würde freudig zehn Jahre ihres Lebens opfern, um ein Faß Wein zu erlangen. Und drüben steht Celare. der dicke Wirth, in der Tbüre, er, der Hunderte im Keller hct und auch nicht eines auf Kredit gibt, und sie, die sie sicher auf die Großmuth des Santolo gerechnet ! Ach, es ist zum Verzweifeln. Der ahnungslose Bräutigam verliert indessen die Geduld. Die Gesellschaft kann jeden Augenblick kommen. In einer Stunde heißt es in der Kirche sein, und tkoch ist der Wein nicht da bei Wein! . Wo zum Teufel war denn der San tolo mit dem Fasse hingerathen! Ei will selbst nachsehen, sagt er, und stürz auf die Straße hinaus. , Seine Braut, den Kranz und Schleier auf dem Haupte lauft ihm gerade in die Arme. Allein Gheco hat jetzt nur einen Gedanken: der Wein!.. Santina, dcnP Dir, Dein Tauft pathe ist mit dem Wein wieder fortge, fahren!" ' ' Santina schlägt die Angen zu Boden, sie wein bereits um den Vorfall. 5n diesem Augenblick kommt ibre Freundin Teresita, , welche man auf Kundschaft ausgeschickt hat, , außer Athem heranaef... ... .ii:.-;,;i,ii;:; f,,!?!' luni ,., CU. , :.' 'v,.. ... ' --liX,

Dein Santolo sieht draußen in Ea nal della Maritim sammt dem Faß!" Der Bräutigam jubelt. Santina aber flüsterte ihm zu: Laß mich vorerst mit ihm reden," und leichfüßig, ihres Puhes uneingedenk, läuft sie das Fonbamenta" entlang und bis auf den Kai hinaus, wo der Weinbauer mit seiner Bark angelegt bat. Gheco folgte ihr auf dem Fuße. Da siht der Alte an seinem Fahrzeug die EhioggiotensPfeife hänzt ihm im Munde. Meiner Seel', er ist eingeschlafen!" Gheco nützt den Augenblick, springt in das Boot, ladet daS Fsißchen auf 'seine starken Schultern und trägt es im Triumphe davon. Santina aber, welche mit dieseni Ge:oaltact nicht einverstanden ist, eilt zu dem Alten in die Barke, um ihn von dem Vorgefallenen zu unterrichten und milde zu stiinmen. Der Weinbauer erwacht, bemerk:, daß das Faß fort ist, und verwünscht Santina, die Hochzeit und ihren hinterlistigen Bräutigam. Eins, zwei, drei und er stößt vom Ufer ab. Santolo, um Gotteswillen, was thut Ihr? Ich muß zurück in die Kirche kehrt um haltet an!" Aber der starrsinnige Alte hörte nicht auf sie, erbittert schreite?: .Ah, Ihr wollt einen alten Mann um seinen Wein betrügen, wartet nur!" Sie werden Euch Alles zahlen", fleht die Braut händeringend, während die Barke, vom Winde beschleunigt, mit erschreckender Geschwindigkeit vorwärts treibt. .Nichts werden sie mir?ahlen!" zetert

der Varkenführer, mit dem Nuder rasch ausgreifend .dreißig Lire ist der Wein unter Brüdern werth, und ich wollte blos zehn darauf, weil ich morgen die Steuer zahlen muß, und die geben sie auch nicht her, das Lumpengesindel r .Santolo, Santolo! Sie werden Euch zahlen" fleht die Braut von Neuem kehrt nur um, bedenkt die Schande die vielen Menschen habt doch Erbarmen!" Wohl mit dem frechen Burschen, der das Faß aus meiner Barke fortgeschleppt hat Nichts da, zehn Lire, oder Du blelbjt bei mir!" Das ist mein Tod!" jammert Santina. Warum nicht gar. Bist schon qar oft bei uns IN vuNna gewclen und hast, Dir's gut geschehen lassen." Als santina sieht, dan ihr Bitten und Jammern nichts nützt, fängt sie aus vollcm Hat e zu schreien an, allein ihre Stimme verhallt im Winde. Mit weit aufgerissenen Augen steht sie in der Barke und starrt nach dem Ufer, von welchem sie abgestoßen sind. Die fcheidende Sonne beleuchtet ihre lichte Gestatt, während dort, wohin ihre Blicke unverwandt gerichtet sind, schon Alles in tiefem schatten liegt. Indem die bleichen Lippen zur Madonna sprechen: Santissima! Verdirb mir den schonsten Tag meines Lebens nicht!" beweat die Verzweifelte ihren weißen Schleier gleich emer yahne hm und her. Am Ufer taucht jetzt eine Gestalt auf, ihr folgt eine zweite, eine dritte, und noch eine, ein ganzer Menfchcnschwarm steht plötzlich da. Gewiß hat man ihr Noth, signal bemerkt, man wird ihr zu Hilfe kovlmen! Hoffnung zieht in ihre Brust ein. Santolo, da seht selbst, sie stehen Alle am Ufer, sie ollen Euch bezahlen, kehrt um!" Wer's glaubt, ich nicht", ruft der alte Starr'kopf. Immer schneller bewegt sich das Fahrzeug auf dem weiten, unabsehbaren Wasserspiegel vorwärts, nur noch Punkte sind die Gestalten am User, Punkte, die sich hin und her bewegen. Jetzt entschwinden auch diese Santinas Blicken, denn die Barke hat sich gedreht und steuert um ein Jn'selchen lerum. MuthloS läßt sie die Arme unken, ihre Füße tragen sie nicht mehr, sie läßt sich auf den Boden der Barke gleiten, und bedeckte das Gesicht mit den Handen. So ist der schone Tag verdorben! Santina glaubt, das Herz müsse ihr brechen vor Schmerz. . Ein Ruck, ein Stoß, zwei kräftige Arme umfassen sie, und sie sitzt in einer Gondel mit gehobenem Segel. Der Alte hat gut fluchen, er vermag sein Pfand nicht wiederzubekommen. )lale6etto nrHo ! brüllt der siegreiche Gondolier morgen zahlt man Dir Deinen Wein, und heute danke Gott, dah ich Dich nicht untergetaucht habe!" Es ist derselbe, welcher die Torte mit dem Vogel gespendet hat. Eine halbe Stunde später stehen Gheco und Santina vor dem Traualtar; jede Spur von überstaudener Angst ist aus den Zügen der 17jährigen Braut geschwunden. Seit Jahren hat man im Lcstiere von Santa Croce keine fröhlichere Hochzeit gesehen, und wenig Bräute können sich rühmen, mehr Hühnerköpfe auf ihrem Teller zu Haus' gelegt zu sehen. Zum Schlüsse wird eine Kollekte veranstaltet, um die zehn Lire für den Wein aufzubringen, der mild wie Milch und würzig wie Pfeffer ist. Leider aber sinden sich in den Taschen der zwejundsechzig Tafelnden nur siebenunddreißig Eentestmi Baareld vor. D er König hat eine Va, taille verloren, jetzt- ist Ruhe die erste Bürgerpflicht; ich bitte darum. Schulenbürg", so lautete die Verkündigung deS Berliner Gouverneurs am 13. Oktober 1806 als man die Unglücksnachricht von Jena erfahren hatte. Derselbe Graf Schulenburg flüchtete schon Tags darauf aus Berlin, fein Schwiegersohn Gras Hatzfeld übernahm das Civil Gouvernemenr und berief die Berliner Bürgeraarde zu den Waffen. Das war keine Elitetruppe. Wer irgend die Mittel erschwingen konnte, kaust? sich einen StellVertreter, um nicht selbst Dienst thun zu müssen. Dieser edlen Schaar Var bei Todesstrafe" vom Magistrat verboten worden, den anruckenden Franzozen irgend V nr't. t . fi u ' -w welkyen Zlllioerirano zu leinen, ms am ersten , Tage der Bewachung Berlins durch diese Garde ein Ojstcier die verschiedenen Posten revidirte, fand er einen Gardisten sehr gemüthlich in die Ecke deS Schilderhauses' gelehnt im ruhigsten Schlafe., Er rüttelte den Pflichtvergessenen auf und machte ihm heftige Vorwürfe. Der Aurger aber erwiderte, als

er sich ermuntert hatte: ,Na ja dsch Nuhe ist die erste Bürgervflicht!" 7 :; : .Iiii'in lliiiÄiiiliSAiSä: ,? ,s,lii f: !:: i A1 !:. t'ti7 ". i;

W!e der Nothmann civillsirt wird. Am 1. November 1670 wurde die Indianerschule in Carliöle, Pa., mit 76 Dakotakindern und 5l Kindern aus Stammen vom Indianer - Territorium gegründet. Jetzt aber erhalten dort 8 :0 rothhäulige Knaben und Mädchen von über sünszig verschiedenen Slämmen Schulunter-richt und 53 derselben sind in diesem Jahre als vollständig und gründlich auszebitdet entlassen worden. In

der Flegel .vervleidt das noianerklnd, welches in die Schule von Eartisle einhaben einige Gelchichts- und GeographieKenntnisse und sind ungefähr soweit vorgeschritten, wie die weisten Kinder beim Austritt aus den Landschulen. Tarlino. lBeim Eultrttt l die Schuk.) Die Bilder stellen einen Navajo-Kna ben Namens Tom Taclino dar, beim Eintritt in die Schule und nach dreijährigem Besuch derselben. Schmutzig, buschig, wild und oftmals halb verthiert kommen die Kinde? in die Anstalt, aber schon nach einiger Zeit zeigt es sich, daß die wilden Triebe gebändigt worden stnd, daß die Kinder die Wohlthaten eines geregelten Lebens selbst erkennen, daß sie gehorsam und sich in die Disciplin ein? schmiegen lernen und den Wald, die Felscnheimath und den Wigwam verzessen lernen. Der Unterricht zielt daraus ab. diese echten Amerikaner erst an die Lkbensweise der Werken zu gewöhnen, ihnen die Ansangsgründe des Englischen beizubringen und sie zu stetiger Arbeit und zu? Reinlichkeit anzuhalten. Darüber vergehen Jahre und eist nachdem das Kind einigermaßen civilistrt ist, kann an eine systematische und gründliche Schulaus i bildung gedacht werden. 6r wäre natürlich verkehrt, den Kindern blos Unterricht in den trockenen Elementorwissenschaftcn zu geben. Hauptzweck muß bleiben, sie zur Arbeit zu erzieben, st- zu luchtigen und Geschickten Ackerbauern und Handwerkern zu machen, damit ste nach Äbsolvirunq der Schulzeit ihren Platz in dcr civilistrten Gesellschaft einnehmen und behaupten können. 1 -mm i - Ai S-lV m MM i'irir JSLJJJ-JS iV mwttM Wä'ViV? MMM Tom Carlina. (Nach dreijährigem Schulbesuch.) So werden die Knaben als Farmer, Hufschmiede, Holzarbeiter u. f. w. ausgebildet und besonders wird darauf gesehen, daß der Naturtrieb zu einem nomadistrenden Leben gebändigt wird. Die Mädchen lehrt man Hauöhaltungs- und Handarbeit. Die besten Schüler werden weiter ausgebildet, um später als Lehrer in der Anstalt thätig zu fein. Denn man hat gesunden, daß das Beispiel eines wirklich civilislrtenJndianers aus die jungen ungeschlachten Knaden und Mädchen, welche alljährlich neu aufgenommen werden, außerordentlich wohlthätig wirkt. Die Resultate, welche man bis jetzt erzielt hat, stnd recht befriedigend. Der Indianer ist bei gleichmäßiger, nicht zu strenger, aber auch nicht allzu milder Behandluna lenksam und gutmüthig. In der Intelligenz steht er durchaus niot so sehr hinter dem Durchschnitt der weißen Bevölkerung zurück, als man bisher geglaubt hat. Die Thatsache, daß die von den Jndianerkindern bewirthschaftete große Farm im lehtenJahre einen Neinertrag von 812,000 lieferte, spricht sehr günstig für den Fleiß und die Anstellig-, keit dieser rothen Kinder der Wüste und des Urwaldes. Zweierlei rbeit Meine Frau thut immer gerade das Gegentheil von dem, was Ich thue. Ich kehre gern ein und sie kehrt gern aus! , i ; ..u - . - - - 1 1 Trinkerspruch. Tresfaciiint collegiurn - Die Lehre ist fürwahr nicht dummMMM Doch fehlen Dir daran die Zwei i. 1 - . , - k t-imm Cn.! I

tritt, zehn Jahre daselbst, und nach Absolvirung dieses Eursus Üönnen alle Schüler lesen, schreiben und rechnen.

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mxttv LuftstdisffahrtS Apparat. Die Versuche, sich die Luft dienstb zu machen, stuv so alt wie die Welt. Schon die Mytbe vom Bellorophon ;eigt, daß die Alten sich mit der Luftschiffahrt befaßt haben, und von den Zeiten der dunklen Sage bis auf den heutigen Tag ist die Menschheit nicht müde geworden, über das Problem nachzusinnen, wii ste die Luft ebenso beherrschen könne, wie die Erde und daö Wasser. Zeugniß davon leen die Hunderte von Modellen ab, welche in einer bestimmten Kammer des Patentamtes in Washington ausgestapelt sind. DaS Neueste auf dem Gebitte bet LuftschiffahrtS-Technik ist ein von Dr. David Thave? in Boston erfundener und patentirte? Apparat .um die Luft zu durchschiffen und Fahrzenae und Gefährte über Land und durch Wasser fortzube: wegen." Der Erfinder nennt den Ap parat eine Lusteisenbahn. Letzterer besteht aus einer Anzahl aneinander befestizter Drachen mit Ballons, wie man ste"im Bilde sieht, die durch Stricke an den Wagen, das Boot oder daö Flvsz befe stigt sind. Die treibende Kraft ist die Lust, welche stch in die Drachen seht. Herrscht Windstille, fo tragen die Bal-. lons den Apparat. Gesteuert wird derselbe von der Gondel aus, welche daran befestigt ist, und zwar mittelst der Stricke in der Weise, daß mehr oder weniger Flache dem Winde zugekehrt wird. Aus dieselbe Weise wird auch die Flügge-

schwlndigkett des Apparates geregelt. 1 mmm m XjrrTy y SMWN Jf wsmA SZ is "yy x Szzr W Unsere Illustration aibt eine Sföt von der Art, wie der Erfinder das Problem der Luftschiffahrt zu lösen ce denkt. Hat einer unserer Leser Lust, es Nttt dem Apparat zn verzuchen. so kann er ja mitLeichtigfar einen solchen construiren. Nur 'vchten wir 'hm rathen, es vorerst nicht auf dem offenen Meere m riskiren. aucb nickt aus den Seen. sondern ein weniger gefährliches Versuchsseld zu wählen, wo er bald wieder Bodin unter den Füßen hat, falls daS Ding nicht ganz nach Wunsch arbeiten sollte. Am Gescheutesten tlut man wohl, w warten, bis Dr. David Thäler die Sache selbst durchprobirt hat. Zudem hat dcr Herr ja das Patent und da mit auch die obrigkeitliche Erlaubniß, sich den Hals zu brechen. Passtrt ihm das, so hat er mindestens den Nuhm, ein Opfer der Wissenschaft geworden zu sein, greift der Lefer ihm aber vor, so wird man ihn höchstens einen Narre? schelten. Auch eine Theilnahme. Ein Herr badet im See und schwimmt mr Hütte hinaus. Die Schifferleute sehen ihm zu. Plötzlich verschwindet derselbe und kommt nicht mehr zum Vorschein, weil er erst in der Hütte wieder auftaucht. Endlich kommt er angeklei---ivV' JiS rfX.Kf ;H m Äa m 1 m MTBM EL a . v n v 1 11 1 :r Jil k h x , s,S det heraus. Schiffer: Jessas, da sind S' ja, jetzt hab'n wir 'glaubt, Sie satt. ertrunken!" Herr: .So? Nun, und Ihr hattet gar nichts zu meiner Rettung unternommen als Schiffer mit! dem Boot?" Schiffer: .Freili', srelli , wir hab n alleweil g'schaugt alleweil hab'n ma' geschaugt!" B e gründe t. Kausrnann (zu einem Lehrling) Sagen Sie Ihrem Vrincival. er dabe sich in der mir übersandten Rechnung um 60 Mark geirrt! Lehrling : Nicht möglich!' Kaufmann: Warum nicht möglich ? Irren ist menschlich! Lehrling: Schon recht, aber meiv '.; Y ...'i I ;;'i::lJ,J,!-''' 's Pnncipat i r ein unmen : Kl H .!,!. jl h l!,::,:' Slfl ! j !!?; ' A-. 2

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?rSttlein Panline Levy'S Noumn. Manschreibtaus Sydney: NächsteSender trsaifÄer Vorfall, dem in newif-

sem Sinne allerdings such die komische Seite nicht mangelt, Hat die Gemüther der guten Melbourne? augenblicklich in gewaltige Aufregung rersetzt. Akn 23. Äpril wurde nämlich im dortigen Hasen nahe bei der Vorstadt St Nilda die Leiche eines jungen Mädchens aufgesuu den. D Csrvner hielt in der Fele die vorgeschriebene Untersuchung ab, die biederen Geschworenen gaben ihren Wahrspruch ab: lounä drowned, r trunken aufgefunden", und da sich keine Menschenfeete meldete, um die Todte zu reklamiren, wurde der Leichnam am nächsten Tage zur Erde bestattet. Eine Wsche war vergangen, d stellte stch eines Tages ein Herr auf der Morgue ein und verlangte den Ausstchtsbeamten zu sprechen. Diez'er erschien denn auch, worauf derHerr stch ihm als ein Deutscher Namens Louis Lichtmsnn vorstellte und die beider erwähnten Frauensperson vorgefundenen Schmuckgegenstände zu sehen" wünschte. k?aum hatte er aber einen Blick auf, die Gegenstände geworfen, als er dem Beanitcn unterThränen mittheilte, erkenne stenur zu guthatten sie doch seiner Braut, Pauline Leon, gehört, die erst vor wen!zen Wochen mit dem englischen Postdamofer Jbeiia in Melbourne eingetroffen. aber seit dem 29. März, an welchem age die Hschzeit stattsinden sollte, spurlos verschwunden sei. Lichtmann holte Senn auch noch eine Frau Breßler herbei. bei welcher Paullne Levv gewohnt hnte. Die gute Frau erklärte anfänglich euch sehr bestimmt, die vorgelegten 'Gegenstände als das Eigenthum der Verschwuudenen wiederzuerkennen, dann aber kamen ihr Bedenken. Jedenfalls hatte Leon ihres WilsenS kein solches Kleid besessen wie daSieniae, mildem die Todte bekleidet gefunden worden war. Kurz und zut, Frau Breßler meinte schließlich, die odte wäre shl am Ende gar nicht die oennite Pauline. Nunmehr wurde die Geheimpolizei in Bewegung gesetzt, der :s auch gelang, eine Anzahl Passagiere er Jberia" ausfindig zumachen. Man ersuchte dieselben, nach der- Morgue zu konimcn, was euch geschah. Dle? aber ertttten ste einstimmig. Ander und Schmucksachen des ertmnketttn Mädchens seien zwar denen, welche -ZZauline Lcvn zu tragen pflegte, ähnlich, sie aber als Eigenthum der Vermißten zu idcntisiciren, daS vermöchten sie denn Zoch nicht. So vergingen wieder mehrere age, wahrend deren allerdings htt Polizei nicht ganz müßig geblieben zu sein scheint. Denn eines Abends ist bei der iNclbourner Pollicr-Direction die überraschende Nachricht eingelaufen, dajz Frl. Lev? sich im besten Wotztsein in cttdura lufhalte mit ihrem Gatten. Die junge Dame hatte auf der Jderia" die öekanntschaft eines jungen englischen Herrn Namens Reid gemacht und war iin 2ü. maxi anstatt um errn mm öichtmann, mit jenem vor dem Standesbeamken erschienen. Allerdings ist die -unge Frau noch nicht uolljährig, fo datz ,uf einen Strafantrag der Verwandten . f L t t . . tT. t. zin eventt. oeyorotlcy gegen cas paar nnaeschritten werden müßte. Qo aber )iejer Schritt dem cnnen Lichtmann, der !ür die Unzetreue obendrein die Ueber;..rt frtlt TiftTin fftss ni,s Fif t nirS Ht WJHtl I V, . ,as ist eine andere Frage. Zärtliche Ehegatten. Ein rumänisches, der Opposition njehörendes Blatt veröffentlicht einige Lriefe aus dem ehelichen Leben eines sehr zekannten rumänischen Deputirten, dessen Gattin vor einigen LZochcn nach e.'ner ,ierzehnjährigen Ehe ihren Wehasttz in öukarest mit dem fenthalt in einem österreichischen Badeorte vertauscht hatte. ttv Brief der Gattin lautet: .Mein cheurer Mann ! Ich habe Dir vor meiier Abreise erklärt, dak es nur eine uniberwlndliche Abneigung ist, die mich ,on Dir treibt.' ES ist die lautere lJabrheit ! Ich verabscheue Dich, mein Kind, und Dein goldenes Herz wird mir ies nicht einmal verübeln. Wir haben ange genug so glücklich mit einander geibt, daß bei der Fortdauer unserer Beiiebungen eine Steigerung nicht möglich, in? wir nun fern von emastver.noy glücklicher werden können. Die Ueberinstimmung unserer Ansichten geht sa veit, daß Du den Eklat vermeiden mochest, und ich genau dasselbe will. Ich nn gern bereit, Dir und Papa den Zcheidungsprocetz zu ersparen) wenn Deine Herzensgüte mir eine Nevenue ,?n 12,000 Frcs. Du weißt, ich hatte stets eine kleine schwäche für runde Summen, nicht itAaat. 5s ist dies nickt i viel kür eine illeinstehendende Frau, zumal in Zeiten licht, wo derBäckerstrikedaS Frühstücks- - . t t (v rr!.. "r . . . ' & !: zeoacr unoole ,5ruyzlusroner!en immens ,ertheuert.' Das siehst Du doch ein? enzl: ?2ireioe miv ao r ricoi saio lnd denke Dir, daß ich Dich herzlich um-, lrme. . . : . . . P S. Denken wirst "Du Dir das später auch, noch dürfen Der orc :v t cx rir--nt t err nogeoronele jcyic (i nauj Empfang dieses liebenswürdigen Briefhens anden Schreibtisch und antwortete : V?ine (9ct iftmir uttnrttfrtthni Vt VMNt t m f. W j W j f Bit mich verabscheuen, , allein ich hoffe,, richt daran zu sterben, ie glauben zlücklicher zu werben, wenn S:e nicht nehr mit mir, sondern, da Sie von mir :ine Nevenue fördern, .von mir leben. Ob auch ich die angedeutete Steigetung des Glückes sinde, das vermögen Sie, Madame, nicht zu beurtheilen, da ir blos vierzehn Jahre verehelicht wa:en. Allein, ich will f" SieZ glücklicher 3i ch en, und in ei n goldenes ! H erz . od er. 'agen wir herziges Gold, gewährt Ihnen 'ine Apanage von 800 Frcs. Sie werden sinden, das; Ihn Faible fürAundungen bei LV0, wesentlich besser fährt, als bei :ckigen 12,000, und mein Gewissen ist ruhig, da ich weiß, daß auch die von mir zebotene Nevenue eö Ihnen erlauben wird, " sämmtliche Bäcker Bukarests zu IkkachtmWäSieMrkhft2ckS;Toilet- , ' -i. k i ' ken betrifft, z s bm ich Kavalier genug, dieselbe .zuzulegen". 5 Es , mutz ja doch wenigstens ei Bnd geben) welches nicht, geschiedene Eheleute aneinander knüpft, 'ei es denn die Rechnung für die Früh stücks-Toilette. Ich habedie Ehre, Jh, nen die Fingerspitze n z u küssen und denke keinen Augenblick daran, daß Sie raiH armenM" VM

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