Indiana Tribüne, Volume 13, Number 288, Indianapolis, Marion County, 6 July 1890 — Page 3

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Isnbel. l Tru:mesieS LcbenZbW ve Toris Freu, vsn SpLttgen. (3. Fortsetzung.) Hsite das schöne, von ihm vergöttert Mädchen bisher in schmachvollster Weise mit ihm nur gespielt, indem sie jetzt den alteren Bruder, dessen Vermögen freilich auf einige Millionen zu schätzen mx, vorzog, oder hatte er selbst all jene süßen Blicke, Worte, Verheißungen, die er vor dem holden Angesicht abgesehen, in seiner blinden Thsrhei! und Einbildung sich ' ltUUUi-.il i Vor diesem Räthsel stand eines TageZ Wilhelm völlig niedergeschmettert; denn kaum eine Woche nach Felir" Eintreffen in Wien . hielt er die Verlobungsanzeigk deZ, VruderS mit Baronesse Alma Preßbqrg.K den zitternden Händen. Gleich ei nent,Ua senden stürmte der erregte junge Mann hm und her, in vclcher er bis jetzt die edelste, reinste aller Frauengestalten erblickt hatte. Ohne Fassung noch Neberlegung sprudelte AlleZ, was er bisher scheu und schüchtern im Busen verschlossen; ruckhaltslos über seine Lixx?n: daß er sie geliebt habe seit Monaten mit den wahrsten, treuesten Gesühlcn, baß er auf Gegenliebe gerechnet und selbst nur noch nicht den Muth gehabt habe, mit seinen heißesten Wünschen vor sie hiuzutreten. Der Bruder sei ein VerrSther, ein Dieb, der ihm sein LcbenSglück gestohlen. Jetzt müse sie ihm ehrlich sagen und anerkennen, wen von Beiden sie am meisten liebe ! Da scholl des schönen Mädchens übermüthiges Sitberlachen ihm entgegen, sr unbefangen, so ausgelajsen fröhlich, als ob er ihr den kostlichsten Witz soeben erzahlt hatte. Sie hatte ihn geliebt! ihm Hoffnungen gemacht ? Nein, bei Gott, das sei ihr .niemals in den Sinn gekommen Z Ihr Herz habe erst gejxrschen, als sie die BekaMschast seines Bruders Felix gemacht habe. Als Schwager würde er ihr stets willkommen sein; er solle sich nur jene thörichten Cinbildüngen und Schwärmereien aus dem Kopse schlagen! Wie ein Schlafwandelnder wankte Wilhelm aus dem Zimmer und noch nach Jahren verjolgte ihn jenes schrille, frb vole Lachen. Auch zwischen den Brüdern kam es zu heftigen Anseinandersetzungen, durch welche die völlige Verschiedenheit ihrer Charaktere erst recht zu Tage trat. Felir, von Natur kalt und berechnend, lachte r.u? höhnisch zu Un wilden Zorn- und Schrncrzenöausbrüchen des Betrogenen. .Wer das Glück hat. führt die Braut heim!" DI war seine Antwort, wobei er noch darauf hinwies, Wilhelm möge doch Alma sragen, ob sie nicht frei gervähU habe. .Ja, Alma, Du falsches, treuloses Geschöps! so rief es tausendmal in Wilhelm'S Seele. Seine heiligsten Gefühle waren mit Füßen getreten; die XX" ... &t t .ii .5 eirr Wiziui Etagen qatitn gezogen, javer er schwor sich, diese unselige Leidenschaft mit der Wurzel au5 seinem blutenden Herzen herauszureißen; ja, er vcrwünschte den Glauben an reine, wahre grauen, reoc. Bon Stunde ab warf er sich kopfüber in den wildesten Vergnügungsstrudel der Residenz, erklärte mit bitterstem Spotte, sein Bruder würde fortan von ihm zu hören bekommen. Unsummen erurden von ihm vergeudet, und ganz Wien sprach lange Zeit von nichts Andercm, als von dem tollen Wilhelm van der Capellm, welcher Tausende in einer Nacht verspielte und durch seinen kolossalen Aufwand alles in Erstaunen setzte. Ein wilder Rausch schien den bisher soliden, besonnenen Menschen ersaßt 'zu haben. Die Hochzeit des Bruders war längst gefeiert worden. Aber was kümmerte tWilhelm das setzt noch. Das, was vor jenem niederschmetternden Ereigniffe aewesen, es war für ihn erstorben. Die Biüa in x , das Datcrhaus, floh er, und eus Tante Ncsi's herzerreißende Bitten, welche in rdrcr Angst zu ibm eilte und ihn beschwor, dieses schreckliche, ihn xyVpjch und morallsch vernrchtende Da? fein aufzugebenHatte er nurein ähnliches Lachen zur Antwort, wie es ihn selkst noch immer in den Ohren klang. Unaufhaltsam ging es so mehrer! Jahre lanq in gleicher Weise fort, bis der letzte Rest deS väterlichen Vermögens langst in Rauch aufaeganqen war und 'k Gläubiger schon ansingen, seine Wohnung zu umlagern. 'Cer Brnecr mu z bersylen um der Ehre des Namens willen !" Das war der Lockvogel, der troy alledem dem Bethorten immer neuen Kredit erössne:e. Allem das Unglaubliche trat ein. Die Wechsel kamen zurück, Felir van den Capellen zahlte sie nicht. Aun erst begann es Wilhelm nach und nach wie Schuppen von den Augen zu fallen. Noch jetzt in der Erinnerung an all' das glänzende Elend, an die lm wahnwitzigen 'Uebermuthe vcrgeuditen Jahr durch rieselte einSchaudcr seineGlieder. Von falschen Freunden und früheren Genossen fchmZHUch verlassen als ein Abgestoßener machte er mit feina bisherigen Leben rasch die Rechnung und verließ 'Europa. Der Erlös einiger ihm übrig gebliebenen Werthsachen reichte noch zur Ueber fahrt nach Amerika. Mit nur wemiZen Gulden in der Tasche langte er in Empire City an. - Und dennoch hatte eine seltsame Um Wandlung sich an ihm vollzogen. Von dem Augenblicke an, wp seine Füße den fremden 'Wetttheil'' knührk batten, wo er angechts'erMiesenstadt ein Leben voll schwererArbcit vor Augen salzda erwachtcn auch Vorsätze und feste Entschlüffe in feinem Herzen, von denen er sich bewußt wurde, daß sie wahr gemeint seien und die ihm beglückende EMeckung klar legten, daß noch nicht alles Gute in ihm zu Grunde gegangen sei, daß vielmehr Ehrqekühl und Stolz noch tief in seinem Henen schlummerten. Jugendthorheiten und'dc? fast an Raserei grenzende Uebermuch hatten ausgetobt und ron jetzt ab sollte der herzlose Bruder sehen und zur Uel ereugunz gelangen, daß er seiner nie mc;r bedürfe, daß er von ihm sich ganz ,und vollständig losgesagt habe. ' , .i Nur ein Wesen halte ,, er , in ,de? He!.statt) zurückgelassen, welches in warma

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.W, nwira w.i'1M Liebe an ihm hing. Thränenden Auges gedachte er stets seiner alten Tante Ncsi, deren entschiedener Liebling Wilhelm von zeher gewesen, und welche rn rhrem klugen rechtlichen Sinne alle Verhaltn iffe durchschau! und jene schreckliche Katastrcphe mit Zittern und Bangen über ihn hereinbrechen sah. Sie blieb daher wohl die einzige, die ihn im Grunde ihres vortrcsflichen Herzens nicht verdämmte. Auch war sie tS ja gewesen, die den größten Theil ihres eigenen Vermögens geopsert, um mit den dringenden Gläubigern des Neffen ein Arrangemcnt zu erwirken, ungeachtet Felir wüthender Einsprache, der die überspannte alte Jungscr mit solch" lieblosen Namen belegte derselbe die Tante gern für närrisch erklärt hätte. Allein sie war fest geblieben. Nun aß sie fortan das Gnadenbrot in der Villa des alteren Neffen und fügte sich dort, wo sie so lange in treuer Pstichtersüllung ge? waltet, jetzt demütb! unter daS Scepter der jungen, herrschsüchtigcn und launenY . ."V f l t, yaslcn rau, welcye ras ant geregeile Hauswesen natürlich über Bord warf und mit einem Troß neuer Dienstboten erne gänzliche Umwandlung des Hauses beroorzaubeUe. Anne gute, alte Tante!" rief Mr. William nochmals laut aufstöhnend. Wie schlecht habe ich Dir Deine opferwillige treue Liebe gelohnt.- Nichts drückr mich so schwer, als gerade das, was ich in meinem Leichtsinn Dir angethan. Du Theure! Da 3 ist ein fressender Wurm in meinem Gewissen." Er barg den Kopf in die Hände. Aber bei Gott dem Mmaien schwöre ich es, daß Du jeden Pfennig Deines Geldes zurückerhalten sollst, liebe Tante Nest! Im Schweiße meines Angesichts will ich arbeiten und das Ersparte für Dich zurücklegen. Dank, Du gütiger Himmel, dafür, daß Du jetzt endlich Erbarmen mit mir hattest und mich einsehen ließest, welch' ein schlechter Mensch ich gewesen bin!" Noch einmal langte er nach dem vor ihm liegenden Briefe aus der fernen Heimath, dessen Schluß ganz merkwürbig beunruhigende Gedanken in ihm erweckte, da er zwischen der Tante Zeilen einen tieferen Sinn zu lesen vermeinte. Es ist nicht meine Absicht, Dich unnütz zu erschrecken. Ueber Sohn," schrieb die alte Dame, nachdem sie zuerst in theilnehmcnder Weise mit seinen eigenen Angelegenheiten sich beschäftigt hatte, eingehender: Aber Felir bekam vor einigen Tagen wieder einen ähnlichen Anfall, als der war, von dem ich Dir bereits geschrieben, so daß schleunigst dem Hosrath nach Wien telegraphirt werden mußte. Du weißt ja, daß Dein Bruder niemals eine sehr kräftige Vrust gehabt, sondern die zarte Constitution seiner verstorbenen Mutter geerbt hat. Dabei denkt er keineswegs an Schonung seinerseits, sondem arbeitet gleich Eurem Äatcr in unennüdlicher Thätigkeit fort. Kurz, der Hosrath, wie auch unser hiesiger Ant constatirten nach eingehendster Untersuchung den Anfang von Lungcntuberculose. Denke Dir meinen Kummer, den ich indessen still für mich tragen muß, da sowohl der Leidende, wie auch Alma keine Ahnung von, der Bedenklich seit des Zu? standeS haben. Nur mir allein machen die gelehrten Herren ihre trüben Mitthukungen, zwar mit dem Zusätze, daß, obwohl dke äußerste Schonung geboten, doch noch Hoffnung auf Genesung vorhanden sei. Vor allem aber müßten geiftige Arbeiten und Anstrengungen nach Möglichkeit ferngehalten werden. Felix solle den Winter tt! GrieI bei Botzen rerbringen. Ob Alma ihn begleiten kann, ist wcisclhast, da ihr Zunand selbst der Schonung bedarf. Sie besindet sich in sehr gereizter Stimmnng und unser gegenseitiges Verhältniß ist nicht eben b'estx geworden, obwohl ich alles aufbiete, ihr nach Gefallen zn leben. Wir sind nun einmal zwei gänzlich verschiedene Eharactere. In steter Angst und Sorge lebe und verbringe ich traurige, ,Tage." Die beiden kleinen süßen Mädchen sind, meine einzige Freude und Zerstreuung. Mochte nur der Sohn und Erbe nicht zu lange auf sich warten lassen." Die Hand mit dem Briefe sank Mr. William auf den Schoß. Felix also krank, kränker vielleicht, als Tante Nest eS auszusxrcchen wagte. Wie herzlos der Bruder auch immer gehandelt haben mochte, wie vieler dazu beigetragen hatte, Leu stolzen Bau feiner eigenen Hoffnungen zu zertrümmern, jetzt stieg ihm im Herzen doch eine theilnehmende Regung für denselben auf. Die armen kleinen Töchter! An Alma dachte er nicht, weil für diese die einstigen Gefühle längst erkalket waren. Ilnd kern Sohn Doch wohin verirrten sich seine Gedanken? Sicherlich brachte das nächste Schreiben berubigendere Nachrichten. Mr. Willkam erhob sich, in der Absicht, die aufgeregte Stimmung durch schleunige Beantwortung . von Tinte Nesis Ärief einigermaßen zu beschwichtigen, als ein leises Klopfen an der Thür ihn stutzen ließ. Brown, der Butler des HauseS, steckte seinen Wollkopf insZimmer herein. Seit Mr. Williamsintritt in dieses HauI hatte er mit dem .alten Neger auf einer ?lrt von stillem Kriegfuß gestanden, obwohl kaum hundert Worte zwi? scheu ihnen gewechselt waren. Allein der Deutsche sühlte instinktiv, .deß er in dem selbstbewußten Schwarzen einen Gegner besaß, ganz besonders, seit er dessen anfängliche vertrauliche Annäherung kurz und ziemlich schroff zurückgcwiesen hatte. Brown schien im Uebrigen das volle Vertrauen seiner Herrschaft zn genießen und schwang das Scepter in unumschränkter Macht. Nur Sally, der Miß Burton alte schirarze Amme, dke'sett den Kinderz ahren die junge Herrin nicht verlassen, lehnte sich ab und zu gegen das hreng geführte Neimeur auf. weil, wie sie jagte, sie selbst länger schsn im Dienste der BurtonS stände. Auch fand sie bei der gütigen Gebieterin stets liebreichsten Beistand und Fürsprache. Nrni, was wünschen Sie, Brown?" rief Mr. William unwillig über die Stö-" runq. Äiß Jsabel befahl mir, heraufzugehen und Mr. William zn fragen, ob er für sie einige Minuten Zeit übrig hätte", entgegnete der Neger mürrisch. , Gewiß !" Der Geschäftsführer sprang aus .und näherte sich ',, dem Diener. , Ist Miß Burton im Parlour oder in ihrem

Wobnzimm?r? Es schien Mi? doch, als ob sie vorhin, als sie nach Hause kam und die Treppe hinaufging. Besuch erhielte. Wie?" ), Mr. Frank Harvey ist schon wieöe? fort, und die Lady laßt Sie ins Boudoir bitten," schte der Schwarze mit einem häßlichen Grinsen des brcilcn Mundes hinzu. Gut. bann sagen Sie Miß Burton, daß ich sofort erscheinen würde!" Viertes Capitel. Die Dame saß in glänzendster Gesellschaststoilette am Klavier und vräludirte mit eiucr Hand, als Mr. William bei ihr eintrat. Sogleich erhob sie sich und reichte ihm freundlich, jedoch mit einer gewissen Herablassung, die Fingerspitzen, wobei sie sagte: M störe Sie zu einer sehr unae-

schästsmaßkgen Stunde; doch es gibt Dinge lmd zwar gerade im Geschästsleben die einen so eigenthümlichen Charakter haben, daß sie nur unter vier Augen besprochen werden können. Vcrzeihen Sie daher...." 0 bitte. Miß Burton!" unterbrach er sie rasch, sich tief verneigend. Ich stehe jederzeit zu Befehl!" Das klang noch recht deutsch und rief ein merkbares Lächeln auf dem Gesichte des jungen Mädchens hervor. Ein Amerikaner steht nicht immer zu Besehl", wenigstens sühlt er sich nach Abschluß der Geschäftöstundeu als völlig unabhängigcr freier Mann. Doch setzen wir uns!" Sie geleitete ihn in die Nahe des kleinen rosafarbenen Svphas hinter dem japanischen Wandschirm, ein Platz, welcher schon einmal so bedeutungsvoll in seinem Leben geworden war, wies auf einen Stuhl ihr gegenüber und setzte sich. ' Mr. William war seit jenem Tage nicht wieder in ihrem Bondoir gewesen; dasselbe schien ihm jetzt im sanftem Lichte der mit Rosa Schleiern verhangenen Lampen noch zauberischer als bei Sonnenlicht. Miß Burton hatte er auch stets nur des Morgens im einfachsten dunklen Anzüge gesehen. Mit Mühe vermochte er daher seine Ueberraschung zu verbergen. Blendend, fast imponircnd sah sie heute aus, so daß, als sie in stolzer Haltung vor ihm saß, er sich neuerdings eingestehen mußte, eine auch nur annähernd so schone eigenartige Frau sei ihm daheim niemals begegnet. Seine Gedanken nahmen ihn daher fürs Erste so in Anspruch, daß er beinahe zu vergessen schien, weöhalb er eigentlich hier sei. Die Amerikanerin, welche das wohl bemerkte, nahm mit leiser Befriedigung und ein klein wenig Selbstbewußtsein seine stumme Huldigung hin. Endlich begann sie: Da ich einige Tage nicht in der Ossice war, so weiß ich nicht, ob äugenblicklich eine größere Summe flüssig urü, disponibel ist. Mr. William. Wir hatten uns wahrend der vergangenen Woche doch ziemlich verausgabt beim Ankauf der kalifornischen EisenbahnAktien. Ich möchte nämlich ein namhastes Capital zu meiner eigenen VerfiigunF haben, weiß über nicht, ob dieser Eingriff Sie auch nicht geniren würde?" Ganz und gar nicht, Miß Burton!" erwiderte der Tefchäftsführer zuvorkommend, indeß doch etwas überrascht, weil ihm rine gewisse Unruhe und Unsicherheit an ihr nicht verborgen blieb, Wann darf ich daö Geld für Sie bereit galten; wünschen Sie es bald oder erst rn einigen Tagen?" Bitte, hören Sie ' vor allem mich erst zu Ende!" sagte die Dame rasch. Werm cs sich nur um die Summe Geldes bandelte, so wäre ich ganz einsach zu Ihnen in. die Ofsice gekommen und hätte mir dieselbe aushändigen lassen. Allein Sie sollen mir essen und srei Ihre Ansicht aussprechen, Mr. William mir zugleich einen Natb aeben'" fügte sie etwas zaghaft hinzu m i . ? cvx c - ayt einer Steigung ocs 1c90r.cn ziopscs richtete sie ihre großen merkwürdig fchimmernden Augen, die mit den prächtigen Brillantgehängen in den Ohren an Glanz wetteiferten, auf ihn. Eine heiße Blutwelle stieg dem Dmtschen zur Stirn hinan. Es war das erste Mal, daß sie vertraulicher, nicht im kühlen Gefchäststone mit ihm redete. Fast hörbar schlug sein Herz. Also um schnell zur Sache zu ?ommeu: ich habe Mr. Frank Harvey" sie sagte nicht: meinem Verlobten schon halb und halb ein Kapital von i0,00Q Dollars zugesagt die er zur Gründung eines LebenLberufes nothwendig braucht. Er war soeben hier itnd hat mir, nachdem ich bereits mit seinem Vater darüber gesprochen, alles klargelegt." Miß Burton!" entfuhr es im Ausrufe höchster Ueberraschung Mr. William's Lippen. Doch erhob sie befchwichtigend die Hand, als ob sie nicht unterbrochen zu werden wünsche. Lassen Sie mich erst wnter reden, ich ?itte darum, damit ich Sie ein wenia äber die Lage der Dinge orientire, welche Qle au? ekaener Anschauung unmoglrch beurtheilen können." Wieder zögerte sie nn paar Sekunden. Frank Harvey muß eine Beschäftizung, einen Beruf ergreifen," fuhr sie sarauf ernst aber fest fort. Das ist der lehnlrchste Wunzch fernes vortrefflrchen Laiers und auch der meine. Ein folchcZ den Tag hinein leben", wie er es bisher gethan, richtet ihn moralisch zu Grunde, und rch wünsche so sehr, dan er noch vor unserer Vermählung" kL sprach das Wort seh? leite irzend eine ihn anregende Thätigkeit sin sei. Beurtheilen Sie aber deshalb Mr. Frank nicht zu hart und streng; er ist üti gutmüthiger vortrefflicher Mensch, ser mir zn Liebe durch Feuer und Was: fe? geht. Aber an seiner Erziehung ist wohl manches versehen worden, ? was den armen guten Eltern jetzt gewl trübe - . t . . k ... t . . .! i j; r .r... craiiöfn oerettcr. er einzige oun veiwöhnt von der Mutter ein klnger, aber etwaö n aenialer Vater kurz. Alt das so geht! Allem, jetzt hat Frank den anten Willen i und festen Vorsatz, ttwas zu leisten und zu fein, weil er -.r r r n1 c ;," v . legt, wie IC9 jcioii , oiücuc uku, vas KZohl unieres Hau eZ nur zur . Lebens zufgabe , gestellt habe. Ferner, , er sieht - rvn : err ' -:vsi' . 7r: .' E cie, ncr. William, wie vi nur ver

stehen, mich mit Rath und That kräftig unterstützen ; glauben Sie nicht. , da I das alles wohlthätig aus Mr. Harvey einwirkt?" L!ur ein spöttisches Lächeln zog um des Deutschen Mund. Miß Burton fuhr jedoch, ohne darauf zu achten, lebhaft fort: Gut! Er will sich nun mit einem Capital an der neu gegründeten Patent Vgency Smith & Co. Sie wissen, dort in der Nähe von Clinton Place am Broadwan betheiligen. Das Geschäft ist gut und steht auf realen Füßen. Frank wird dabel,die answärtigen Angelegenheiteu üb rnehm?n, die Reisen und so werter. Das sagt ihm zu." Ich kenne die Herren," entgegnete William kurz, indem eine sinstere Falte über seine Stirn sich lagerte. Das

junge Mädchen war jedoch zu sehr in rhre Plane vertlezt, um dies zn oemerkcn, und crzay'.te daher ganz oucllherzkg weiter: .Frank Haroeys Vater ist kein reicher Mann. WenrgstenS konnte er dem Sohne wohl schwerlich die gewünschten 40,000 Dollars vorstrecken, ohne daß r 2, ixr . r j: rii v ... riA.- r . c.n eigenes vc,?, oarunicr wie jr elbst ist der Besitzer und Herausgeber einer Zeitung in einer unsere? Nachbarstödte." Könnte Mr. Harvey sich da nicht besser in derOssiee seines Vaters nützlich machen?" warf derGeschastssührer ruhig ern. 0 nein ; dazu ist er garnicht befä higt. Und ferner besitzt er vielleicht noch um einen Grad mehr Eitelkeit, als die mästen Manner. Ueber dieses Aran? ment mußte William unwillkürlich lä cheln. Denn dort wurde e? doch nur eine untergeordnete Rolle spielen, was rhm durchaus nicht zusagen wurde. Kurz, es ist irklich das Beste, ich bringe die 'Vache mit nn paar tausend Dollars rn Ordnung." Miß Burton seuszte leicht und strich sich, wie in Gedanken, mit der Hand über dre SUrn. Sre mutzen außerdem wissen, daß der alte Harvey meines Vaters intimster Jugendfreund ist und diesem ernst, als Werde noch unrerheirathet gewesen, ernen großen opserwuliqen Liebesdienst erwiesen hat, welcher jetzt nnr durch Dankbarkeit und treueste Anhänglichkeit fürs ganze Leben oergolten werden kann. Der Vater Wunkch war es ja auch, daß die Kinder einen Bund schlössen." Nochmals huschte ein lerier Seufzer uver des schonen Mädchens Lippen. Begreifen Sie daher, Mr. William, daß ich dem guten alten Harvey dieze so näturuche Bitte nicht rrncrsüllt lassen darf ? Und schließlich rst mern eigenes Znterezie zuzlerch mrt rm p'.el. mm, Was meinen und rathen Sie mir?" Dars ich ganz offen sprechen, Miß Burton?", fragte er sie dabei ernst und fast traurig anblickend. Gewiß ; ich bitte sogar darum", war ihre rasche Antwort " So rath: ich Ihnen, geben Sie Mr. Harvey das Geld uicht !" Jsabel Burton fuhr ganz erschrocken empor. Gar nicht geben; mein Gott, warum denn nicht?Sie itell mir .eine peinliche Zrage, ha die Antwort darauf eben nicht sehr zu Gunsten von Mr. Harvey ausfallen wird Und ich mir dadurch vielleicht Ihr Mißsallen zuziehen muß. Allein.... Er zögerte; doch ste sagte schnell in heftiger Erregung : Ich verlange, daß Sie mir offen Ihre Bedenken klarlegcn, mir sagen, weshalb Sie dieser Ansicht sind.' eil ich. als Geschäftsführer der Firma Burton es für meine Pflicht erechte, zu rathen und zu warnen. Ich betrachte daS Kapital in diesem Falle als unrettbar verloren." Mr. William!" Tief erblaßt starrte das junge Mädchen dem Sprecher. in's Gesicht. Erklären Sie mir näher und deutlicher, waS was Sie befürchten!" sagte sie stockend. ..Vertrauen gegen Vertrauen ! Sie dürfen mir nichts vorenthalten!" Fest, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, aber in tiefster Wehmuth degegnete William ihrem forschenden Blicke und erwiderte nur leise: Offenheit und Vertrauen haben oft eine schwerwiegende Bedeutung. Da Sie mir aber zu sprechen befohlen haben, nebenbei mir auch die Pflicht obliegt, die Interessen der Firma, wo immer cs auch sei. zu wahren, so würde ich mir wie ein Feigling erscheinen, wenn ich mit dem, was der Zufall mich leider entdecken ließ, hinter dem Berge halten wollte." Er schöpfte tief Athem: Ehe Sie Mr. Harvey ein so bedeutendes Capital anvertrauen, Miß Aurton, forschen Sie vor Allem nach, ob es auch sicher angelegt wird! Denn leider ist des jungen Mannes Ruf kein guter in der Etadt; man sagt, daß er spiele sehr hoch spiele, daß feine Wechsel nur noch acceptirt würden auf Rechnung der reichen Heirath, daß " Genug! Heftig war sie aufgesprungen und stand, die Hand gebieterisch gegen ihn erhoben, vor ihm. Häufen Sie nicht Schwähungen über einen Mann, der nicht hier ist und sich nicht vertheidigen kann!" rief sie zornig. Wer sagt das? Die Welt? Aber die Welt lügt und Sie - Sie, Mr. William, sind kleinlich -unbedacht genug, den bösen ZuNgen das nachzusprechen! Ich weiß genau, daß Sie gegen Frank eingenommcn sind, und da schenken Sie solchen Klatschzungen wAig Gehör..- Kein Wort, keine Silbe glaube ich davon." Mr. William hatte sich gleichfalls erhoben., Sein ausdrucksvolles Gesicht wär marmorblaß'gewördett und die Lip pen bebten ihm. ' Dennoch bleb kr völ tig ruhig und fatzte, sich zu seiner vollen Höhe emporrichtend, nur achselzuckend: Ich bitle, nicht zu vergessen, daß ich lediglich im Interesse der Firma Burton gesprochen und daß Sie meine Meinung gewünscht und verlangt haben. Deshalb allein ,, mußte ich Ihnen ' diese unliebsamen Enthüllungen machen auf ' ö!e Gefahr Ihrer Ungnade hin. Persönliche Ansichten kommen hierbei garnicht in Betracht, und, ich werde dem Vornurs der Verleumdung auf das Entschiedenste entgegentreten. , Was ich gesagt, habe, Miß Burton, , das kann ich auch jederzeit verantworten." Seine Stimme be kam einen fast drohenden Klang. Na-

türlich, Sie sind die Herrin, können daher jede Minute frei über Ihr Vermögen ; verfügen. Aber, so lange ich in Diensten der Firma stehe und sobald', ich um Rath gefragt werde, so ist es meine heilige Pflicht, alles aufzubieten,' solch' gewagte Speculationen, die beinahe an Thorheit grenzen würden, zuverhindern." Einen Moment begegneten sich ihre Augen in einem durchTringenden Blicke. Mehrere Minuten blieb Miß Burton völlig stumm. Derartige offene Reden war sie nicht gewohnt. Wcr sonst hätte es auch je gewagt, eine solche Sprache ihr gegenüber zuführen? Hastig wickelte sie nur ihr Spitzentaschcntuch um die Finger, als einziges Zeichen innerster' Erregung, und schaute, halb verstohlen, in das , sinstere strenge Männergesicht. Dann aber sagte sie, mit einer, stolzen Kopfbewcgung sich von ihm abwendend, ganz kalt: Ich danke Ihnen für Ihre Belehrung uno Ihre Aufklärungen, meiu Herr! Sie werden morgen in der Ofsice von meinen Entschlüssen hören. Für heute bedarf ich Ihrer nicht mehr. Gute Nacht!" Der GeschüftSsührer war entlassen und verließ, sich stumm verneigend, das Gemach. Da stand sie allein, noch immer regungslos, an derselben Stelle, die Augen starr nach der Thür gewandt, die hinter ihm sich geschlossen hatte. Ein leklemmendes Gefühl schnürte ihr plötzlich das Herz zusammen, eine Art Betäubung lähmte für Minuten den elastischen thatkräftigen (Seist. Dann war es, als müsse sie ihm nacheilen, ihn bitten, jene harten Worte zn verzeihen. Wenigstens danken hätte sie ihm sollen, daß er überhaupt gekommkn war. Gleich Neue regte es sich in Miß Burtons Brust. Was hatte er denn eigentlich verbrochen? Äab ihm, wie er gesagt, feine Stellung nicht das Recht dazu, in solcher Weise zu sprechen, besonders wo es sich um ein ziemlich bedeutendes Kapital handelte, dessen Anlage ihm unsicher,' zweifelhaft erschien? Jedes Wort des

Gesagten stand noch klar vor ihrer Seele. Sonderbar dachte sie kopfschüttelnd daß dabei ihr Blut so in Wallung gerieth. War es der bestimmte Ton seiner Stimme oder die so entschieden ausgesprochene Warnung, das Geld nicht zu geben, was ihren Widerspruch reizte ? Rein, sie wußte genau, was eö war. Keine Beschuldigung gegen den Verlobten auS diesem Munde zu hören. William und Frank haßten sich ; das war ihr längst bekannt. Allein gerade deshalb erschien ihr das eben Gehörte so widersinnig, so aus der Luft gegriffen. Einige Male schritt sie im Zimmsr auf und nieder. Dann warf sie" sich in einen Sessel, daß die starre knisternde Seidenrobe um sie herum sich aufbauschte. Sirts aber verfolgte sie Mr. Williams finsterer Blick, der bei ihren heftigen verletzenden Worten immer, drohender geworden. Was ich gesagt, . kann ich auch jeder Zeit verantworten!" halte er gerufen, und sie wußte nur zu gut, daß aus diesen offenen ehrlichen Äugen keine Luge sprach. ' ' Aler Frank ein Spieler ein leichtsinniger Mensch ! 'War das möglich? MU stockendem Athem verfolgte sie diescn Gedanken. Warum nur hatten darüber ihr nicht bereits Andere vorher auch Andeutungen gemacht, wenn, das schonn offenkundig und bekannt zu sein schien ? Warum mußte eS gerade William sein, der ihr das Schreckliche offenbarte? AIS ein besonders fester Charakter war Frank Harvey ihr freilich niemals exschienen. Für ern wenig schwach .und energielos hatte sie ihn sogar gehalten, für einen Mann, der zu leiten sei und geleitet werden müßte; und ihn zu andern, zu bessern, das sollte ja, eben ihre Lebensaufgabe, bilden. Jsahesä Verlöbniß mit Mr. Harvey währte schon langer als ein Jahr. Damals, als -die Väter jene Verbindung wünschten, hatte sie. nicht gezögert, ihr Jawort zu geben, indem der urn einige Jahre ältere Äcann gleich einem Bruder neben ihr aufgewachsen und ihr stets ein heiterer, willfahrender, Spielkamerad gewesen war. Sie hatte auch nicht, einmal darüber nachgedacht, ob 'andere Gefühle als bloße Freundschaft für den Betreffenden und Verehrung für dessen Eltern zu solchem Bürde nöthig seien. DaS Wort Liebe" in feiner vollen Bedeutung war ihr bisher fremd gewesen. Jsabel Burtons strenger, fast männlicher Lebensberuf ließ ihr zu dergleichen Empfindungen und Sentimentalitäten, wie sie selbst oft scherzend äußerte, wahrlich keine Zeit. Jetzt in diesem Momente wurde eS ihr jedoch plötzlich klar, daß ste damals gleich emem Kmde gehandelt habe, als sie ohne den minderten Widerstand dem Uebereinkommen der Vötcr sich gefügt und ohne Verstand und Einsicht die Fesseln hatte anlegen lassen. Tief im Innersten mußte sie ,sich nun wohl eingestchen, daß der Gedanke an ein stetes Zusammenleben mit Frank ihr bedrückend, peinlich, ja entsetzlich werdenmußte. ' Nicht einmal aus solcher Stufe stand dieser Mann daß er ihr besondere Achtung einzuflößen vermochte. Und doch sollte sie . feine Gattin werden ! Wenn, auch nur der hundertste Theil von dem wahr war, was die Welt über iliN sprach, so kam eS ihr doch mit einem Male wie eine Entwürdigung ihres jungen. beinahe noch kindlichen Herzens vor, noch eine Umarmung -r- noch einen Kuß von Frank zu dulden. , Gl ühende Rothe bedeckte Miß Jsabel's Stirn, und das schone Gesicht rn die Hände bergend, schluchzte sis laut. In dieser Stunde war die stolze Vertreterin der Firma Vurton,deren männlicher Charakter und Geistesgaben bereits so viel gerühmt worden, doch nur ein schwaches Weih, , welches in einem Ladurimhe wirrett Empfindungen hilflos den rechten AZeg züchte. Nach Wenigen Minuten jedoch sprang sie wird r auf. !" Die dunklen, ihr über hie Stirn gesallcnm Locken zurückzchüt:elnd, rief sie mit triumphircnden Blikken, wenn auch herb und, wehmüthig zus: -,: ": . .., Gut,Wu sollst, das Geld , haben,. Frank Harv y ! . Doch soll es möglicher Weise die Klippe werden an der Dein rrträumteS ' Glück, blc reiche Heirath, fcheit.rn kann ! Keine Miene, kein Wort wird Dir verrathen, daß ich Dich prüfen,

daß ich heimlich und un ausgefegt Dich beobachten will, vb sS mit T einen uui Vorsätzen Wahrheir ist und Du nur zw

m ein anotres xtvtn trennen wirst. Arge Zweif l sind bereits ausgc stiegen in memer Brust. Täusche ich mich indeß und Du beweist uns, daß Deine Liebe zu mir größer und mächtig r ist, als Dein Hsng zum Leichtsinn, dann will ich gern Dciner Jugcndsündnr vergessen. Nicht Dir, sondern Deinen theuren Eltern bringe ich das Opfer, indem ich gelobe, Dir ein treues, liebendes Weib zu sein. Wehe Dir jedoch. Frank Harvey, wenn Du mich belügst! Dann soll dieses Geld der Preis sein, der mich von Dir loskauft!" Und Mr. William? Warum gedachte Jsabel immer wieder seiner ? Zum ersten Male im Leben war es ihr begeg.net, daß Jemand ihren Handlungen und Befchlüs,sen mit solcher Entschiedenheit entgegentrat. Gerade das hatte die leidenjchaftliche, an keinen Wiederspruch gewöhnte Natur in Äusregunz versetzt. War doch ihr Wille bisher der allein maßgebende gewesen, und nun trat plötzlich ein Mann vor sie hin und rvagre zu sagen , 1 n mr t .tu v , . ? . ' . C .. ... t - Ts.. if yanoeill uimokriegr jVon den meisten jungen- Männern ihrer Bekanntschaft hatte Jsabel Burton keine allzu hohe Meinung. Nicht einer verstand es, auf das schöne, hoch veranlagte Mädchen einen Eindruck zu machen. Seit Mr. William jedoch in die Dienste ihres HauseS getreten war, stieg manchmal eine beinahe unbehagliche, ganz wunderbare Zteaung in ihr auf. Eine gewisse Unsicherheit war es, als verlange es sie öfter nach seiner Unterhaltung und seinem Rathe. Und wenn er ihr in der ihm eigenen ruhigen ernsten Weise mit seiner schonen klangvollen Stimme dre sjci rjr.: in m jt - .ia itaciuüav Giro im 11 vercLZNunael! lllv höchst einfach darlegte, dann überkam sie ein Gefühl von p.ynfchcm und morauschein Ausruhen. Welch' ein Mann war er doch gegen Frank! Dabei erinnerte ste sich jetzt stets wleo:r der mahumven Worte: Geben Sie das Capital nicht! Sei es darum! , Nur noch einmal wollte i:e völlig ergenmachttg handeln, seine warnende Stimme überhören. Galt s doch mogltcherwerje rhre Freiheit. Ein süßer Schau r durchrieselte sie bei dem Gedanken. Dann spater Sie bückte sich, da ihr langes Kleid bei dem raschen Gange durch das Zim-mer-an einrrn Teppichnaael hänaen aeblieben war, und fast ungeduldig loste sie die zerrissenen Spitzen der Garnitur. Zugleich aber faßt: sie nach einem weißen Papier, welches dicht an dem kleinen Sopha, in dessen Nähe Mr. William gesessen, am Boden lag. Ein Briefchen ohne Umzchlag, mit der Ueber chntt: Mein theurer Freund!" in feiner eleganter Damcnband geschrieben, bot sich ihren überraschten Blicken. Dem ersten Impulse nach gedachte sie das zierlich? Schreiben an Mr. William, denn nur diese? konnte es verloren haben, unelesen zurückzugeben. Doch eine unsichtbare Gemalt nicht nur die werdliche Neugi:rde veranlaßte sie, di: flüchtigen Zeilen doch rasch zu Ende zu leien. Allein nach wenigen Minuten siel der Brief wi der zu Boden, und bleich, mit sinster zuiammenaezogenen Brauen, stützte sich Jsabel Burton an die Lchne eines Seiiels. Schren es doch beinahe. als verlange die kräftige Gestalt nach einem Halt. Das Alles versteckt sich also hinter Ihrem scheinheiligen Gesichte, Mr. Willram?" kam eS in bittcrem Tone über die zusammengepreßten Lippen. Wahr? lich, das sind ja saubere Dinge ! Brillanten verschenken, elegante vouv.'rS ou Dclmonico, haha!" Höhnisch lachte sie auf. Sie müssen in den letzten vier Monaten fabelhafte Erzparnine gemacht haben, mein Herr GeZchöstSführer! Freilich, ich versiehe nichts von dergleichen Dingen, und eS geht mich auch ganz uns gar nichts an, wie tote Ihre Muße stunden verbrinqen, noch wer die Miß Üddy ist, die sich in diesem Billctdsux unterzeichnet hat. Aber etwas steht darin, was Sie bei Gclezcnbeit einmal zu hören bekommen sollen: daS ist die stolze, dunlcllockrge Gebzctenn". Auf mein Wert, zum Gespött und zu Scherzen dunrt nch drcse doch zu hoch! Mit dem Fuße stieß sie nun daS Brief chen fort, wahrend ganz seltsame Gt fühle ihr Her; zusammenpreßten. Ob er dieien VerlLiher wdhl verknissen wird? Und wie soll ich ihm daS Billet wieder zustellen?" flüsterte sie nach eine? Weile kopszchuttelnd. cerk würdig, wie drese toacpe mich erregt, eil ob es mir leid thäte, daß Williams Nim buS plötzlich verschwunden ist! Sah er doch so ehrlich, so unendlich solide aus!" Mit zwei Fingern hob sie das Papier wieder rn die Höbe. Ick. wenn es noch Frank gewesen wäre ! Ader, mein Gott, wie ist rmr denn? Kann nicht Frank diesen-Brief ebenso gut verleren haben? War er es nicht, welcher , vor William den namli-. chen Platz hier eingenommen hat? Wenn man schlimme Dinge in der Stadt über ihn gesprochen, warum konnte er dann nicht auch . ..." Mit einem Schlage wurde es lichter in ihrem Innern. ' Die Äugen strahlten, die Brust hob sich wie von schwerer, Last befreit, und, die , Hände gegen daS klopfende Herz prenend, rref sie freudrg: Keine Ahnuna hat William von die sem Villet-dour! O, wie Unrecht thatich ihm! Wär ich denn bli:w, daß ich auch nur einen, Moment im Zweifel sein konnte wWerHchuldige ist! Ach, und um ' rrtn.zu'mschuldigen, diesen zu rertheldigen, habeich ihm. vorher so wehe zeiyani - wor!fetzunz.solgt.) U e b er flüssig. Meister (zum zenen LchnüNgen): Du mußt Dir aichts daraus machen, wenn ich Dir hin . ! a'.: 1 AI iiit. f nuii juicyer tiiic; svmjcige geoc; U9 meine es , d:s;yalv doch aut mtt Dir öas darsst Tu mir glauben!" Lehrlunge: Ja.... ade? tch glaub's d?m d'ceijter.auch ohne Lhrfelge! " . Ä e rt e u 1 r, c 'o p e eu 1 a t 0 n. Straßenkehrer ! lder von einer Equiaae Iberfahren wurde): Was, der reiche Baron hat mir nur 50 Pfennig' Schmerienöqeld aeaeben? Wa wart . con Dir ichoflem Kerl laß" i' mi' noch amal überkabr'n!"

Von Der 5k ra Patte.

' : -, m W Jabrhundrrte hindurch, MMWcl französischer Arzt, ikim MMMen ibren faU der .Ei wir tun 2 der" Sl&ltt

und Wärme frei. Erst u:n b't wurde in Frankreich der Gebranch Htts$&'fMtit t .. w r x' ' i - .: trngfiuijn. 'amaiS mzir.i y.;. aoer NN7 in einem einfachen Streikn , chan den zu höben, der den Hals Idchjm-r' gab.' Erst viel srärer kam die SiltMer breiten und dicken .Eraostten aus, welche die großen Halsadern einpreßten. Einige Zeit war man foZar vm-mtMllc aenswertben Manie befgLen denMals sl recht einzuschnüren, um baZ B!r.t in die Wangen und Lippen zn treiben und diese so roth zu färben. Um welche Zeit dke militärische Halsbinde in der Armee einFefühlt wurde, ist dem' genannlen franfüfrfv, fi" tii ff flttf IV;tfn)sj!S ; AVj(t.y... vi 51 ..tuj vk.,winv, iki;M kennte man nicht leicht ein gesund hritst . rfir.Jw st 2 .... Vr'...'" rr rcieiiftrrr& sutimmiiua jraicn. , jjct französische Soldat ttäqt nicht mehr die militärische Halsbinde, merkwürdiger Wkije macht ste aber noch rm, Bestandtheil der französischen Ossiciersunisorm anZ. Der Gebrauch des Eachencz. der : rn'i..v. st. ' vi'I.. r-: v m ZLoct ivai, i curq zui Seidenfoulard fväter mit Vortbeil eriedt worden. Es hat gewiß ebenso wie daS Käovchen mebr Schnuvken erieuat. als es verhindern wollte. ' Die Kravatte soll. wenn sie schon getragen werden muß so locker gedunden sem, vag sie die Blutcirrulation nicht hemmt. . . Das möaen Ü6 besonders Zene Perso nen cfaat sein lassen, die einen kunrn Haltz und breite Schultern haben die starke Bewegungen machen, oder die rn niedriaen und warmen Räumen sich auf.' halten müssen. Bei den Kindern wäre die Kravatte am besten ganz zu unterdrücken, selbst im Winter, sie sollen sich durch Bewegung rn der freien Lust der jeder Witterung und Jahreszeit an den Wechsel der Temperatur gewöhnen. Jene, welche mcht verwohnt, werden gewiß weniger von Angina, BronchiliS und Pueumonka befallen. Wer für den Hzls empfindlich rlt, mag eine leichte. jcymale Kravatte tragen, ras Jenugt. Das Scidenfonlard, daö man im Winter um den Hals geschlungen tragt, ist ganz vorlyellhaft, namentlich der jcyarser Kälte, man darf es aber nicht xlotzlick, aanr ablesen. Was den Stoss der Kravatte betrifft, so kann et aus Seide, Baumwolle oder SchafwoUe scrn. dre Hauptsache bleibt, daß daS betreffende Gewebe leicht und schmiegsam sei. Mottsele.Geschichtcu. ' l?r tmt Nck ein Stuck GlaS rn Auae getreten!" behaupt der Berliner' scherzhan und ironisch ron dem Studer. der einMo:ioc!c" in's Auge geklemmt trägt. Der Name zst ern sehr fremattrger, oer Gegenstand aber ist eine deutsche ja socar eine Berliner Erfindung.' In der .. . . . . . n. i : i .1. Mitte der drer'ngcr are fpkcile rn vcr Berliner Gesellschaft der durch seine Er'zcntrizitatcn bekannte Fürst Pucklnr MuSkau eine Hauptrolle ; er machte aewissermatzen einen Sport daraus, tag- . - 3t 111 . lich durch irgend etwas Auffallendes die srvrftnfr zu belust!k?en und der Gesell schaft Stoss zur Unttthaltuncz zn geben. Er war es auch, der ras cvnocie erfand: eines Tage? erschien er aus der Straße mit einem einzelnen Augcnglase in schwarzer Nandfassuna. daS er an eincmseh? breiten schwarzen Bande um V . V . i " I den Hals gehängt hatte. 'cr jurz: katte sebr tieslieaende Auaen und aervaltige Augenhöhlen, so das; ihm daö Trattm fcc Klares leicht fiel, wäbrend die jenigen El atz er, die ihm' nachahmen wollten, mit dem neuen VchmLCziua" nZckr lert werben konnten. Der vcuvii mr auf sein Vorrecht nicht weni stolz und daher etwas in feiner' Eitelkeit verletzt, als ihm rm Theater dcrdamallge Adjutant des Herzogs von Cumoerland der Rittmeister von der Decken, erklärte, das Tragen des Mon?cle sei durchaus nichts Schweerrges, und er vrachte es auch ganz gut sertig, wcnn,eZ sein inüjzte. l?s kam schlkMiü m einer Wette um einen hohen Geldbetrag und unlec folgenden Bedingungen: Ver tttmeljter tollte in iedes Äuae ein Tbalcrstück kleinmen und dann im kurzen Trabe einmal um den Ercrcierplatz vor dem Brandenburger Thor, den hmtigen Königsplatz, herumreiten. Verlor er bei dem 2iit die Thalerstücke nicht, so follte er die Wette gewonnen haben. An r:n:m der näcksren Wormittaae kam die Wette iiim Auötrag. Aus dem Kömaiplatze stellten sich die VrerHrrchter auf. rer Utimeier bestieg fein Pferd, klemmte sich die Thalerstücke in die, Augen und begann seinen Umritt. Ein Berliner Bummler von der Sorte der berühmten Eckensteher sollte sein Verhangmß werden. Dieser kam ttilällia n dem Blake vorbei, sah den Reite? mit den eingeklemniten, Thaler stücken und schrie: Donnerwetter! hat der 'n Pear Oogen!" Das Pferd erschrak, sprang zur Seite und der Reiter verlor die Thalerstücke und Hr Wette. Der Eckensteher fuqte das Gad auf, erbielt von dem Fürsten, der über das Gewinnen der Wette sehr vergnügt war, noch ein Geschenk, und Berlin hatte wieder für einme Tze GeivrackSstofr. Wie anspruchslos war man doch damals in der preußischen Nesidenz, in der .tavt der n:eUlgenz!' M e r k w rr r d i a e T b ! e r c lind in einer Destillation in Moabir anaestellt. In dem Schausenstcr des Lokal klebt ein Zettel, welcher , in dicken Schrift;ü!N verkündet: Lebend zu " M u. j. 1 .W , ' w. ',' ' 1 M i seyen l Zwer olcfritaiiichf carrer (var chen), von einem Malrojkn unter Major Wißmann überfracht. 'Können jede Minute Junge werfen!" Daö macht die Stunde ? L0 Junge, so daß ter Wirth taglich mit 2839 jungen Msrdern auf warten könnte! Und dabehsupte Eine? noch, daß Ojrafrika kein,,! fruchtbares Land sei. :, . (i M i ü lu n a e n c ' V 0 r si ch t SMaßregel.' Wirth (zum Pircolo): Frly. für den Student Meyer schreibst Tu nichts mehr auf der bezahlt doch nicht!" Piccolo (zum Studiosus Meyer): ..Ich soll für den Herrn Doctor Mcrer nichts mer aufschreiben!" Meyer: So!.. Na, mir islö Wurst, wenn Du DirS'S merken kannst!"

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