Indiana Tribüne, Volume 13, Number 288, Indianapolis, Marion County, 6 July 1890 — Page 2
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Nptt der Handelsausstellung in Bremen. !; Aus Bremen schreibt man unter dem Ix, Juni : An einer der reizvollsten Stellen des Aussteüungsparkes erhebt sich das Gebäude der Handelsausstel- ; luafc, welches allgemein als die Perle alle? Bauten bezeichnet wird. Nach den Entwürfen des Architeeten Poppe aufgeführt, stellt e eins her alten Hansahänser dar, wie sie im Mittelalter in den Nordischen, englischen und hslländischen Handelsemporlen von den Mitgliedern der Hansa erbaut wurden. Der Besuch er gelangt zunächst in eine Vorhalle, fn deren Mitte ein über 8 Meter hoher Atlas, eine machtige Erdkugel auf seinen Schultern tragend, aus einem Brunnen aufgestellt ist. Den weiteren Raum der großen Mittelhalle nimmt allein die Tabakausstellung für sich in Anspruch. In schön geschnitzten Zierfchränken hat man alle nur gangbaren Arten gesam Welt und sür Kenner und Laien ein übersichtliches Bild dieses HauptzweigeZ des bremischen Handels gegeben. An den Wänden hängen Ansichten von den größten amerikanischen Tabaksplätzen, an Kunstreichen Modellen wird außerdem die Behandlung des Tabaks von der Staude bis zur Cigarre vorgeführt. Ungleich mannigfaltiger ist der Anblick, welchen die beiden Seitenhallen Hirten. Nach den Plänen Arthur Fitgers und Hellgrewes sind hier Schatze aus allen Welttheilen geordnet. In dem linken Seitenarm haben Persien, China, Japan, Afrika und Australien, dazu die deutschen Kolonien Unterkunft gesunden, während rechts die amerikanische Welt sich vor unseren Blicken erschließt, in ihr sür sich gesondert die wichtigsten Stapelartikel, die Bremen aus Amerika einführt: Baumwolle, Petroleum und Wolle. Die Pracht und der Farbenreichthum der einzelnen Gruppen ist geradezu berückend. Bald ist es ein prächtkges persisches Zelt, bald eine Hütte aus Faserstoffen, bald eine Gruppe seltener Hölzer, die unserem Auge auffallen, bald werden wir von Ansichten der Tropen, länder oder von plastisch dargestellten Szenen aus dem Leben der Eingeborenen gefesselt. Die Veranstalter der Ausfiellung selbst sind, von dem Erfolge überrascht und beabsichtigen nunmehr, ans allen diesen Gegenständen eine dauernde Ausstellung, ein Handelsmuseum, zu schaffen. Die meisten der Aussteller haben sich schon bereit erklärt, ihre Gegen stände solchem Zweck zu überlasten. Die zum Bau eines entsprechenden Hauses nöthige Summe wird durch freiwillkge Beiträge ausgebracht werden, an denen in Bremen nie fehlt, wenn etwas Gemeinnütziges geschaffen werden soll. Ein unblutiges Pistolen-Dustt führte unlängst die Studenten der Me.dicm bezw. der Zahnheilkunde Alfred Friedrich Paul Greifer und Paul Ernst Ferdinand Ehrenkonig aus Berlin vor die zweite Strafkammer am Landgericht fÜL Nach der Darstellung der Änge- :' Nagten handelt es sich wieder einmal bei dem Duell um Nichts. Greiser kam am Abend des 4. August v. I. spat und stark angekneipt nach Hause. Im Hausflur will er den zweiten Angeklagten getroffen und die Bemerkung gemacht haben, daß jener ihn sirire, er habe denselden deshalb einen Fatzke 1 genannt und die Karte verlangt. Ehrenkönig habe jedoch einfach die Thür hinter sich zugemacht, ohne die Karte zu geben und nun habe er weiter geschimpft, sei auch wieder auf die Straße gegangen und dort habe ihm endlich sein Gegner die Karte zum Fenster herausgereicht. Anderen Tags habe er dem Gegner eine Forderung auf Schläger überbringen lassen, da Ehrenkonig jedoch wegen eines Herzfehlers nicht mit blanken Waffen antreten konnte und als Waffe die Pistole ver.laugte, auch das Ehrengericht unter diesen Umständen das Pistolenduell billigte, , ,so kam dasselbe zu Stande und fand am 7. August in der Jungfernhaide statt. Greiser will gar nicht auf seinen Gegner, sondern in die Luft gezielt haben. Es war zweimaliger Kugelwechsel bei fünf Schritt Barriere verabredet worden ; , beim ersten Kugelwechsel versagte die Wafje des Ehrenkonig. woraus sofort die Versöhnung erfolgte. Der zweite Angeklagte bestätigte diese Darstellung. nur mit der Abweichung, daß er an jenem ,Abend den Greiser im Hausflur gar nicht gesehen, geschweige denn sirirt habe. Auch er will mit der Absicht in das Duell , eingetreten fein, gar nicht auf denGeg- ,' ner zu zielen und will auch thatsächlich , den Lauf der Waffe in die Hohe gehalten ,, haben.. Unter diesen Umständen glaubte 1 der Vertheidiger sür Freisprechung plaidiren zu können, weil nur ein Schein- . kämpf stattgesunden habe, der nach der Nechksprechung des Reichsgerichts nicht strafbar fei. Der Gerichtshof nahm ' zwar sür erwiesen an, daß beide Angeklagte die Absicht gehabt hätten, nicht 'auseinander zu schießen, daß aber trotzdem ein Ernstkampf als vorliegend anenommen werden muffe, denn ein Schemkämpf setze voraus, daß beide Gegner Kenntniß haben mußten von ihrer Absicht, eiuander nicht zu schießen. Diese renntniß hatten sie nicht, jeder wußte nur, daß er selbst nicht treffen wollte, aber damit war er auf Gnade und Unqnade von seinem Gegner abhängig. Aus diesem Grunde wurde Ehrenkönrg zu der niedrigsten Strafe von drei Monaten Festungshaft. Greiser als der Provokaleur zu vier Monaten Festung verurtheilt. $ Afrikanisches Duett. ÜB'r- Germania. :::ä:ig'!:;:i Wenn wir im dunkeln Continent ( m im a nt ur.S bemüben Hut) Schulter treu an Schulter stehen, Wird der Erfolg uns blühen. Wir tragen dort Cultur ins Land, Die Folgezeit, sie richt-. Wir theilen die Berantwortung Dann in der Weltgeschichte. . ... Britte. Ganz recht? jedoch für jede Müh Verarf's der Unterpfänder ; Thl Du nur die Verantwortung, Ich their derw:il die Länder!
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mn Siurmgrav. Sie hatten soeben ein hübsches Liedchen angestimmt, die Kinder im Field'schen Schulhause auf der Paw-Paw Prärie in Nord-Jllinois. die sich zwischen den Städten Melville, Mendota, Munson und Brooklyn hinstreckt, als, der H'mmel sich versinsterte und ein drnnpses Rollen in der Ferne ankündigte, daß ein Sturm im Anzug sei. Die Lehrerin schaute besorgt zum Fenster hinaus und bemerkte, daß ein tiesschwarzes Wolkenaeschiebe heranzog, der Gesang rerjtummte und die erschrockenen Kleinen schmiegten sich eng aneinander, wie die Schafe bei dräuendem Wetter. Da klopste es an die Tdür und ein Knecht des in der Nähe detf Schulhauses wohnenden Farmers i'ianctj trat herein. Seine Herrin habe ihn geschickt, sagte er, um ihre drei Kinder und die einer Nachbarin nach Hause zu bringen, ehe das Wetter losbreche. Die kleine Gesellschaft eilte fort, um das schutzende Heim zu erreichen. Kaum aber hatte sie die Anhohe erreicht, da entlud sich das Gewitter und ein furchtbarer Orkan warf alle zu Boden. Grelle Blitze zuckten hernieder, eine dicke Staubwolke verhüllte die Landschaft auf einige Sekunden, und als sie sich verzogen hatte, da war die Schule verschwunden, und an der Stelle, wo sie gestanden hatte, erblickten die Geretteten einen Stein- und Bretterhaufen. Hatte die Katastrophe sich drei Minuten früher ereiqnet. so würde sie dreizehn, anstatt achtDpser, gefordert haben, denn soviel sind in dem kleinen Schulhause ums Leben gekommen. n C000C0 15.,. rCLZS w. Was vsn d?t Zchullziias udri biird. Die ganze. Landschaft von S ableite bis Paw - Paw war mit Häusertrümmern bedeckt. Von dem Haufe des FarmerS Newton Woods war das Dachwerk mit dem Erker weggerissen und einige hundert Fuß weit in das Gehölz geschleudert Ueberall lagen Möbelstücke, Hausg räth. Bettzeug u. s. w. umhergestreut. Eine kleine Uhr wurde 0 Ä)ards von der Stelle gesunden, wo sie gestanden hatte; sie tickte luftig weit r. Ein Brett des Woods'schen Hauzeö wurde gegen einen Baum getrieben und dort mit den Nägeln festqefpießt, so daß es aussah, als ob der Baum in einen Weg weiser verwandelt sei. 4kWMMWU, Qj K r,fcxr-ru.r:.i.-Ji "il , ... I i-' f f isrx -eff'J Ä j terpra TsTVM il litt, h xMiw - E Das Woods'sche Hui, Das Haus des Fanners John Neam wurde sammt dem Anbau aus d m Fun dament gehoben und um einige dreißig Schritte weiter gerückt, so daß die Grundmauern deutlich sichtbar sind. Hr. Neam glaubte zuerst, daß die Erde sich unter ihm aufgetbau habe und dicke Schwefelwolken ausstoß , so dicht war dte Luft mit Schwef l geschwängert. Er wr lange Seil betäubt, und es dauerte eine volle Stunde, ehe er sich soweit erholt hatte, daß er nach den Seinen schauen konnte. Uns U:a:k'?che Hans. Auf dem Sturmv fade waren Bäume wie Behnenstangen geknickt, Häusertrümmer nach allen Richtungen geschleudert; vierzehn Menschen haben ihr Leben eingebüßt, viele andere an Leib und Gesundheit Schaden gelitten. Die Windsbraut hatte ihren Weg durch eine Schlucht gesucht und das große, feftgebaute Wohnhaus von James Blees nebst der Scheuer und der Stallung vollständig zerstört. Die Be wehner hatten sich beim Annähen des Sturmes in den gemauerten Keller geflüchtet und drrt Schutz gefunden. Sie entkamen mit dem Leben, haben aber alle Lerlehukigen davongetragen. 1 Im Walde. 2) Sie der Grka den Ct vcfcipi vorkam. 3) Hüt Uockurniel wkgzrd! tta. 1 ÄnfZrtzäagkn VLs&Zvztl
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Die Hauptstätte des Schreckens bildet da? Fields'sche Schnlhaus. Dort kann man so recht beobachten, welch ungeheuren Zerstörungsakt der Sturm ausgeübt hatte. Das Schulbaus ist vollständlio vom Erdboden verschwunden und nur die spärlichen Reste der steinernen Grundmauern und einige Bretter geben von seinem früheren Besteöen Kunde. Das HauS wurde von dem Sturm in eine schwindelnde Hohe gehoben und aus allen Fugen gerissen. Der Wind erfaßte die einzelnen Stücke und trug sie Hunderte von Z)ards weit nach allen Richtungen der Windrose. Einen schrecklichen Anblick gewährten bie Leichen der Lehrerin, Miß Maggie McAride, und ihrer acht Schüler. Allen waren die Kleider vom Leibe gerissen, deren Fetzen man in den Baumwipfeln und an den Aesten und Zweigen hängend fand. Die Leichen selbst waren bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet. Die eines Schülers Namens White war un.ter eine Brücke tief in den Morast ge trieben worden, wo nur der Kopf hervorragte. Diejenigen Kinder, welche die Katastrophe überlebt haben, sind alle schlimm verletzt worden und einige nerden die Spuren derselben bis an ihr Lebensende mit sich herumtragen. Das Schulhaus der südlich von Com? ton gelegenen Ortschaft Brooklvn ist gleichsallS dem Sturm zum Opfer gefallen. Dort wurden auch zwei Kinder gctödtet, die Lehrerin und mehrere Schüler verletzt. Der Dopptl.Hohl.Noller". Was ein Doppel-Hohl'Noller" ist, das wissen nicht alle unseres Leser; aber Viele doch, denn der Sport, der in Wien zu einer Bezirksgerichtsverhandlung Anlaß gegeben hat, ist heimisch im Weichbilde Wiens, insbesondere auf den enter'n Gründen und uralt ist das Wiener Lied, welches die Vogellikbhaberei im folgenden Vcrslein etwas melancholisch, aber dafür sehr drastisch schildert: Dcr Ane spielt Karten, schiebt Kegel, I hab' an den Allen ka Freud' Mer anzige Freud san dö Vogel, So san m'r viel liaber als d' Leut ! " Diese Vogellieihaberei wird freilich zumeist von den weniger Bemittelten ht trieben, welche es sich genügen lassen müssen, irgend ein armseliges Zeiserl" oder, wenn's hoch kommt, eine Amsel zu treuen. Etwas Anderes aber ist's mit dem besser sttuirten Vogelliebhaber. Er hält sich die farbenprächtigsten Aras und Sittige, die süßest schlafenden Nachti gallett und vor Allem dle verschiedenen ölrtcn der gefiederten gelben Sänger, die Kanarienvögel, welche,, so wie die Mmscheu unter Tenore und Bässen, nach Rollern, Unterrollern, Ueberfchlägern, Hohlrollern und ähnlichen Bezeichnzen einragirt werden. Solche wohlha, bende Vogelfexe sind in Wien sehr viele und zu ihnen gehört auch Herr Othmar Wimmerhuber, der übrigens in den Kreisen der bezüglichen Sportswclt den Ruf einer gesunden Würzen genießt, denn er ist ein reicher Junggeselle. Herr Wimmerhuber roohnt im Hofe eines großen Wiener Dmchhauses Hauptsächlich deshalb, weil er im Sommer seine Käsige vor das Fenster hängt und er das auf der Gassen feite nicht darf. Hern Wimmerhuber wäre wegen des Lärmes, den seine Asterparteien machen, schon längst gekündigt worden, aber er ist zufällig auch Hausinspector und das sichert ihn einigermaßen dagegen. Vor drei Wochkn nun erschien bei Herrn Wimmerhubcr ein junger Bursche, der ihm schon öfter interessante Specialitäten gebracht hatte, mit einem kleinen Käsig, in dem sich ein ganz gewöhnlich aussehender kkanarienvogel befand, der als Doppelhohl'.Roller" angepriesen wurde und den Herr Wimmerhuber um drei Gulden erstand. Der Junge trollte sich und Herr Wimmerhuber gab den Vogel in einen funkelnagelneuen Käsig und hängte ihn sor's Fenster. Sodann fetzte er sich in kinen Lehnstuhl, um ein Schläfchen zu machen, als ihn plötzlich ein schriller psiff weckte und se,ne Haushälterin mit sem Rufe: Jessas. dö Rettungsg'sellichaft!" in's Gassenzimmer stürzte, nm :uf die Straße zu sehen, was eigentlich los wäre. Herr Wimmerhuber eilte nach, ah aber nur, daß die Passanten stehen blieben, und erspähte sonst nichts. Kopfschüttelnd wollte er sich wieder in 'ein Zimmer begeben, als er das charakteristische Pfeifen wieder horte, das sich sann in der raschesten Folge mehrmals viederholte. Doch schien das Pfeifen :us dem Haushofe zu kommen. Als Herr Wimmerhuber durch sein Vogelfenster hinabblickte, war der Hof voll Neugicrizer und der wüthende Hausmeister, den öas Gedränge fehr genirt, hatte bereits constatirt, daß das Pfeifen ausderKehle ses neuen Kanarienvogels stammte. Kaum hatte Herr Wimmerhuber den stopf zum Fenster herausgestreckt, so theilte ihm dies der Hausbesorger, der natürlich Johann Blaschke hieß, mit den Worten mit : Wannst Dein' Malesizvogel not eininimmst, so drah' eahm's G'nack um, Du alt's Mehlwurmhäken!" Herr Wimmerhuber nahm den Vogel ns Zimmer und klagte Herrn Blaschke cgen Ehrenbeleidigung, blos wegen hrenbeleidigung ; die bindende Zusage )es Hausmeisters, dem Thierchen das Genick umzudrehen, ließ er bei Seite. So fand also nur wegen der Ehrenkränkung die Verhandlung statt und endete zanz befriedigend, da Herr Blaschke solenne Abbitte leistete. Nur der selten begabte Vogel kam schlecht weg Herr Wimmerhuber mußte ihn auf das Land zu einer Tante verstecken, wo das Thier seine Stimme erschallen lassen kann, ohne 'inen Auflauf hervorzurufen. l,N. Wiener Tagebl.) Fein umschrieben. Dame: ,Jch bin recht besorgt um meinen Neffen, zaß er sich mit der Verwaltung des Guies, welches er kürzlich übernommen hat, ncht zurecht sinken wird. Er ist , aber auch beschränkt!" Baron: Gnädige rau dürfen deßhalb den Kopf noch nicht hängen lassen. Wie sagt doch das Sprüchwort? Die intelligenzlosesten Oekonomen, züchten die umfangreichsten Erdfrüchte! (Die dümmsten Bauern haben die größten Kartoffeln.) Die Menschen verzeihen ?her, daß man sie belügt, als daß man ihnen die Wahrheit sagt.
VlsmarS-Carrikaturen.
Fürst Bismarck ist der dankbarste Ge, genstand für die ' Carrikaturenzeichner aller Nationen gewesen. Das .ist natürlich, denn Bismarck war zweifelsohne die wichtigste und bedeutendste politische Persönlichkeit des Jahrhunderts. Außerdem ließe sich kaum eine Gestalt denken, welche so dankbar für den Zeichner wäre. Die Zahl der Carrikaturen Vismarcks ist Legion. Ein Pariser Blatt hat einige der besseren kürzlich gesamnielt und einen ganzen Zeitungsbogen damit zusammengestellt. Leider besinden sich einige der berühmtesten Kladderadaksch-Bilder aus der Conflicts-Periode nicht darunter. Wir wollen hier einige dieser Bildchen reproduzircn : Einreichte? Helm sür Feiertage. (Kladderadatsch 1870.) Im Schlepptau Napoleons. ü Aus der Luremburger Periode fFrühling 18C8) nach einer Schweizer kizze. Bismarck vor dem 70er Kriege im norddeutschen Reichstag (Figaro, Wien.) Bismarck Napoleon. St. Helena. (Wiener Figaro, April 1890.) DerLoots verläßt das Schis f. (Der berühmte Carton des London Punch", März 1890.) . , " i, Eine belehrende Geschichte, ie man seinen Kredit befestkAt, theilt sie Allgemeine Reichs - Corretpondenz aus St. Petersburg mit. Dort hatte ein reicher Fabrikbesitzer in Folge einiger mißglückter Geschäfte einen Theil des zroßcn geschäftlichen' Vertrauens, dessen er zu seinen MillionenkUnternehmungen bedürfte, eingebüßt. Plötzlich erfuhr man, er sei bedenklich erkrankt und habe bereits sein Testament gemacht. Indem Bermachtniß hinterließ er seinen Erben ungeheure Summen und setzte feinen Dienern, sowie für wchlthätige Zwecke großartige Legate aus. Die Kunde von diesem gewaltlgen Vermögen verbreiiete sich, da das Testament nicht gerade als Geheimniß behandelt, wurde, schnell, und machte überall einen großen nnd nachhaltigen , Eindruck. Ader siehe da, ganz plötzlich trat in dem Zustand des Erkrankten eine entschiedene Wendung zum Besseren ein, und die Genesung machte schnelle und gute Fortschritte. Er konnte sich bald der Führung seiner Geschafte, bei welchen er jetzt eines unbegrenzten Kredits genießt, wieder anneh-. men.
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Aus dem täglichen Leben eines Williardbanes.
(In elf Bildern.) Er schläft meist bis zum Abende Und träumt von seinem Lieblingsquene. Und, wenn gtkommen ist die Nacht, Dann wird er erst an's Licht gebrachte Das Spiel beginnt 0 Unglückslos, Ein Gixer" war der erste Stoß. tiix rennt er bei'm zweiten Stoß Mit Wuth auf feinen Gegner los. Er sieht mit Schadeafreud den andern Ganz wirkungslos vorüber wandern. j Ä . Vs iyyfh MDM Ein unnatürliches Gefühl Ist bei dem Necorset im Spiel. Durchnen Tusch wird man oft sehr er regt, Und zum Zerspringen aufgelegt. Er fühlt sich förmlich diprimirt Wenn durch Masse geklopst er wird Wie dumm aus dem Billard zu fliegen. Und hustend dann im Staub zu liegen! So wird er. bis der Morgen tagt, Viel tausendmal Hcrumgejagt. Doch endlich läßt man'ihn in Nh Er acktlt und schließt die Augen zu. Wiegende Blätter.Z
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Aus der vierten Dimension. Ungeheure Heiterkeit herrschte jüngst m Saale der 93. Abtheilung des Berliner Amtsgerichts: Die Schössen lach? ten, der Vertheidiger und der Angeklagte lachte, ja selbst der ernste Vorsitzende konnte sich ab und zu eines Lachens nicht erwehren. Nur Einer blieb von dieser allgemeinen Heiterkeit unberührt und dieser Eine war der Gerichtsassessor a. D. Hugo Puls, welcher in seiner Eigenschaft als Kläger dem Gerichtshof? einen längeren Vortrag über die spiritistische Lehre hielt und damit gleichzeitig die im Zuschauerraum anwesenden Mitglieder )er Spiritisten-Gemeinde hoch entzückte. Herr GerichtZassessor a. D. Puls, welche? s. Z. schon den Spukknaben Wolter kräftigst unterstützte, hat nämlich ein 3ö8 Seiten dickes Buch geschrieben, bei messen Lektüre jedem Leser das alte Wort sorgehalten werden mußte: Mi? wird son alle dem ss dumm, als ginge ein Mühlrad im Kopfe herum. Das Buch betitelt sich: Der Spuk ?on Nesau. Eine prakiische Studie über Zie Kultursrage: Giebt es einen natürlichen Spuk? Mit dem Resultate: Es spukt doch ! Alö Motto ist dem Buche sorgesetzt: Wenn die Menschen schwerzen, werden Steine reden!" Herr Gerichtsassessor a. D. Puls giebt darin a. a. 70 andere Spukgeschichten" und eine phantasieoolle Darstellung des Lebens in der Sphäre zum Besten. Man sieht daraus, wie toll es im Reiche Ser Spukgeister zugeht. Herr Puls giebt ann auch noch mancherlei Mittel und Wege an, wie man den Straßenjungen )er Spukgeistcr, denen aus der niederen Abtheilung" mit Erfolg zu Leibe rücken kann. Sind diese "Spukgeistcr erst eine Zeitlang gehörig abgetrumpft worsen, so spricht sich das natürlich in der iederen Abtheilung rasch herum und die Gegendrohung wird laut: Die Menschen werden es noch dahin bringen, daß :in anständiger Spukgcist gar nicht mehr ut ihnen spuken kommen wird ! Herr Gerichtsassessor a. D. Puls erzielt auf diese'Drohunz in einem Feuilleton der Berliner Zeitung" den Trost, aß er, der schon bei Lebzeiten ein so anglaublich alberneö Buch verfaßt, sich licht zu fürchten brauche, dereinst als Spukgeist zur Erde zu kommen, denn er könne gewiß sein, daß er sich lächerlicher kaum noch machen könne." Das war em Verfechter des vernünftigen Spb ritualiSmus" zu viel und er verlangte, h dieser Beleidigung ain Dienstag vor sem SchöfftnIericht Nechenschast von em Redacteur der Berliner Zeitung", Herrn Franz Wißberger. Herr Puls zielt dabei ei'ien längeren Vortraz über as Wesen dcö Spi:itismus und seine Darstellung ron den Geheimnissen der Verschiedenen Daseinsstudien", von den Nbenteuern des Spukknaben Karl Wol!er, von den vollkommenen" und im Vollkommenen" Brüdern u. s. w.. ent sesselten wiederholt Stürme der Heiterkeit. Man konnte jeden Augenblick ervarten, daß Steine, Bratpfannen, Bet!en oder garstenographirte Geisterreden" mrch den Saal stiegen müßten. Der Angeklagte erklärte, daß Herr Puls sein Werk zu einer Kritik selbst in ixt Redaction gebracht habe, und daß es öhl im öffentlichen Interesse liege, solhem Buche gegenüber die Dinge beim rechten Namen zu nennen. N..A. I. Zohn verzichtete als Vertheidiger darauf, ,em Kläger in das Gebiet der vierten Dimension zu folgen, beansprucht aber sür seinen Klienten den vollen Schutz des 193 Str.-G. Der Gerichtshof entiprach auch diesem Verlangen, indem er nn Angeklagten freisprach.
Die Tragödie eines Künstlers. Der Berliner Maler Karl Stauffer at unlängst im zoologischen Garten in eine? Vaterstadt Bern einm Selbstnordversuch begangen, an dessen Folgen :r jetzt zwischen Tod und Lebe schwebend iarniederliegt. Vor etwa acht Jahren vurde anlaßlich der großen Berliner ,kademische Kunstausstellung ein PorTät mit der großen goldenen Medaille msgezeichnet, 'das den Bildhauer Mar !?lein darstellte und von Stausser gealt war. Seitdem war Karl Stausser, )e? sich auch als ein liebenswürdiger Sesellschastcr erwies, sowohl als Mensch vie als Künstler eine gesuchte und in zielen Kreisen verhätschelte Persönlich?eit. Er wurde mit Auftragen überzaust, malte auch das Bildniß Gustav iZrevtazs sür die Nationalgalerie und :rwarb sich ein besonderes Verdienst um )ie Förderung der lauge vernachlässigten ttadirkunst, die erst seit den letzten Iahcen wieder allgemeiner, namentlich von inseren jungen Malern gepflegt wird, llls er, wenn auch nur als Zeuge, in :inen bekannten Modellprcceß vervickelt würde, der seinerzeit die Berliner Fesellschaft stark beschäftigte, zog er es ,or, die Stätte seines bisherigen Wir?ens zu verlassen, und sich zunächst feinem Vaterlande zuzuwenden, von wo lus er nach Rom ging, um dort auch lls Bildhauer seine vielseitige Begabung ü erproben und auszubilden. Dem Selbstmordversuche soll eint ?iebssgeschichte zu Grunde liegen, in der nne Dame aus der besten Gesellschaft Zürichs, eine Frau W., genannt wird, ie ihren Gatten verließ, um den jmqen Künstler nach Italien zu begleiten. Die Familie der Entführten wußte in Rom tit Verhaftung Stausfers durchzusetzen, )er jedoch bald wieder entlassen wurde, tza sich der schweizerische Gesandte enerzisch feiner annahm. Die Aufregungen, velche diese Vorgänge mit sich brachten ind die durch eine heftige Zeitungsfehde ;eqm den schweizerischen Gesandten noch gesteigert wurden, hatten jedoch auf den ,etrefsendcn GemüthSzu stand der betrrf'enden Dame in einer Weise eingewirkt, ß ihle Ueberführuug in eine Hellanstalt lothwendig wurde. Etaufser wollte das ,on ihm verschuldete Unglück nicht überieben und beschloß seinem Leben ein Ende m machen. Er jagte sich zwei Revolver'ugeln in die Brust und sein Leben hängt, vie gesagt, an. einem Faden. Hoffentlich geli'lgt es den Aerzten, den hochbezabten jungen Mann der Kunst und der Leben zu erhallen. . i i , , , ,11,' ' , in. " ! Seine Feinde lernt man !n Flück kennen, seine Freunde !m Unglück. . ! ' . ' ' . ,.' , ; ' .... " ;.':. -V.''" .-' : MW
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Teutsche Oper in Amerika. Die nächste Saison der deutschen Oper in Amerika verspricht eine außeroldcntlich glanznzde zu erden. Es sind ganz vorzüglich: neue Kräfte engaqirk worden und es dürfte interessircn, dieselbcs: im Bilde kennen zu lernen. mzm ' rtstssf--'' r : 7i 1 Frau Melke. Frau Mielke ist eine bcrübmte Wagner Sängerin. Sie war bisher am Kölner Stadtthcater engagirt. Frau Ritter-Götze ist eine der tüchtig stett Altistinnen Deutschlands. Sie hat namentlich in Hamburg bedeutende Triumphe gefeiert. Eiue prächtige Fr ur, Jugendfrische und ein hübsches Gesicht sollen die Dame noch besonders auszeichnn. T Pv&S. r i j f 'j v mi ist '7 .7 1 auitcz v r .'r.pj w?mwm ß..MM . . v, r GubebuZ. GudehuS ist neben Wmkclmann heule der berühmteste Wagner Tenor. Er hat in Baireuth den Parsioal tuit großartizem Erfolg gesungen. GudehuS lft die bedeutendste Stütze der Dresdener Hofgper. Nach den Mittheilungen der neue jlen deutschen Blatter war "der Sänger brigens fehr schwer erkrankt. mjfzsh? iwm ' ' 1 l'tk 'S . j5fi.i-.cyva. , ; i Frau SchLllcr. Frau Scholler-Haag hat in 'München längere Zeit gewirkt. Sie ist eine lyrische Sängerin ersten Ranges. mi fW JA Fräulein John. Fräulein John wird die jugendlichen dramatischen Rollen übernehmen. Sie soll sehr schon sein. Die Dame war in Dresden und Magdeburg engagirt. Außerdem kommen Herr Andreas Dippel, ein junger Tenorist mit schöner hoher Stimme, der Tenor ron Hubbenet, der berühmte Bariton Lubia und mehrere andere Operngrößen ersten, nd zweiten NangeS. Neichmann, Fischer und Behrens, welche voriges Iah? in Amerika sangen, sind ebcnsalls enzagirt worden. Ein Pariser Polizei. Inspektor, der am P singst so nntag aus dem Bahnsteig aus- und abgeht, kommt an einen! Wagen erster Elaste vorüber, der beinahe vollbesetzt ist. Nachdem er einen Blick !:: den Wagen gewbrsen, sagt er: .Geben Sie Acht, es sitzen tzwei Falschspieler hier!" J&$t tun sofort ein äußerst elegant gekleideter Herr, der sich anschickt, auszußekgm; .ich wünse ganz und gsr nicht, in einer treirltfttn siVfrff fronst i rf Jfpn f Vlr v iQ' " i ' " iiiJiI.ljii .Und ich," bemerkt ew Anderer, der jhr-i der entgegengesetzten Ecke sitzt, .habe ! viel Geld bei mir und will nicht riß tittnp eö zu verlieren." ,Und auch er steigt aus. So bemerkt ist aller Ruhe der Inspektor, jetzt können Sie unbesorgt sein; nun sind sie Beide wieder usae stttttenl , !
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