Indiana Tribüne, Volume 13, Number 288, Indianapolis, Marion County, 6 July 1890 — Page 1
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DrathuaHriHteo. Dkk Silber. Bill. Washington, ö. Jutt. Die revubltkanischen Mitgttedkr deK Conk?rm. Comites wann deute in Sitzung und hat ten eine infokmelle Besprechung üder d!e SilberdiU, kamen aber noü zu Mnem Enlschlussk.
Die politische Konventton der Nationalisten. N e v V o r k, 6. Juli. Die Nation, listen haben einen Aufruf erlassen, in welchem sie alle Giwerkichaften. Arbeiter Organisationen -und radikalen Verdin düngen al.sfdeen, Deleaoten zu einer om10 Jut, im Zimmer 24 deS Cooper Instituts stattftndenden pzliiNchrn Kon. vknlion zu schicken. Die Nstionaliftiv werden bei der kommenden Wohl a!S selbstslZndige Pntei vorgeben. Ein Fälscher in Hast. N e m York. 5. Jutt. N,ch einer Depesche auk Denver, Col.. ist daselbst Ben. I. T Bennitt verbastet worden. welcher die? alt Buchhalter M Ziegelei' b stSerS 235 m. K Hammond FSttchunflen zum Bitran von I60C0 veeübt bat und dann mit einer Pfeikerin in einem Dimi Museum durchAtbrannt ist, wobei er seine ffrau und m Kinder im Stich ließ Seine Spur wurde über St. Louis nach Nem Orleans bis Denver verfolgt. Dockarbeiter Streik in Chicago. Cdicag o. S. Juli. Der Deckbei erStrelk dauert fort, und die AuSftchtin för die Streiker stnd günstig. Die etwa IM Mann, welche vor vier Tagen die Arbeit niederlegten, sind auf rund 1000 anschwollen und fünf Bahn Lirien sind in Mitleidenschaft oezogen. Die Ausständigen sind fast aünzlich un. arganistrt. Sie haben keine Union. Ihre Arbüt ist so schwer. da& Scab. d;: mit dkrlclden nicht vertraut stnd. dieselde bald aufjqtden ßezwunaen stnd. Ein verunglückter Lust schiffer. BeardStawn, JH., 5. Juli. AS sich heute der Lustschlffer Samuel Black au? einer Höh? von 400 Faß mittelst Fzi sbirmS hzradlssZen ollte, aerieth die! durch den Funken au? dem Schornstein einer Müdle in Brand und der Aeronau stürzt aus schVindttderßöhe zu Boden. Seine Leiche wurde furchtbar ugerickiet zwei Meilen von der Stelle gefunden. wo er aufgestiegen war. Die ffarmer rüdren sich. KansaS City. 5 Juli. Eine Speiialdepesche von Emporia, KaS , sag! : Die Farmers Allianz und ähnliche Organisatisnen hatten deute eine Riesendkmonstkation. Der Zug war fünf Meilen lang und eS befanden sich etwa 20.000 Pttfonen in dkmsklben. Eine solch kokeffzle Dkmonfteation von Farmer hat noch nie vorher in diesem Staate ftaitgkfundkn. Trauriges ÄrdelterloS. New Orleans. La.. 5. Juli. Der Dampfer Pof'sszr Morl," Hm, nach, dem er zehn Tage ling an der Quaran tänestation festgedalten worden war, mit 250 baldverdungertea ur.d krankm ilali'. Nischen Acbeitern an seinem Dock hier an. Die Leute hatten seit dem 1. Äpnk auf der Otni'PlanZaqe in Honduras fe arbeitet und hatten nur unAenügendep Schud gezen die Witterung und nur wentz zu tzsien bekommen. Als das SSiff hier ankam, begab flch Dr. OlipSant. der P'üsident der StzatS-SanitMöbehölde an Bord. beg!e:Ut von den Doktsren Bickham und Gzarnowöki. zwei Mitgl,e dern der SachverstSndigen-Kommisstcn, welche eine genaue Uattrjuchung der Pas saotere vornahmen. Sie fanden, daß die meistln der armen Ardeiter krank waren und zwar litten sie an verschiedenen Fiebern Wassersucht und Rudr. &mt der Arbeiter war be rettS tn Unlla aestolden und vier andere starben m der QaaranlSeation. Z-oet der letznren waren der Rhr erlern, zwei andere dem Sumpsfieoer. Als der Dampfer hier ar,Um, starb ein roewrer Pastazier am Sumpsfteber. AurZiem befanden sich noch ewige schwere Fälle von Fieber an Bard, welche aber einen günstigen Verlauf nehmen dürften. Die Aerzte schreiben die zahlreichen Krank beitSfälle dem Umstände zu. dob die Leute nicht an da? Klima gewöhnt waren. Emin soll einBuch schreib en. Berlin. 6. Juli. Emin hat mehrere Angebote deutscher Buchdändker. wonach er ein Buch üder f:ine Erlebnisse im äquatoralen Afrika schreiben sollte, ab. gelehnt, ober veriprocken. die? zu thun, falls er wädrend dcr Yxpzdition, mit der er oezenwSrtta ia Verbindung steht. Muße dazu find? wird. Neue Ministerium. Madrid. 6. Juli. EinneueSM. plsterium mit CanovaS del Caftillo als Peemikk wurde gebildet.
Neifende Frauen. von Vhl,efter Frey.
Während es früher als ein nnerhStte Äagniß erschien, wenn sich eine Frau ntschlotz, ohne männliche .Begleitung oder überhaupt ohne Begleitung eine größere Reise anzutreten, ist dieser Standpunkt heute vollkommen öberwun den. Einerseits tragt wohl die größere Selbständigkeit dazu bei. welche das eiblicbe Geschlecht errungen, anderer seitö jedoch die Verfeinerung der Sitten, welche es demselben möglich macht, sich ohne einen besonderen Schutz aufzuhal ten, wo eS ihm beliebt. Dazu kommt, daß die Bequemlichkeit in den Verkehr, Mitteln die Reiselust überhaupt gesteigert hat, und da war eS nur felbstoerstind lich, daß bei einer solchen erallgemeinera ten Betheiligung auch die Frauen mit einem bestimmten Procentsatz vertreten sind. Man erwöge doch, nicht allein wie beschwerlich, sondern auch mit welche Kosten verknüpft ehedem ne Reise war. Nur eine Frau der sogenannte höchste Stände konnte sich den Luxus derselbe erstatten ; die reiche blieb immer noch Widrigkeiten ausgesetzt, welche Mangel an genügendem Schutz und die wachge wordene' Gier nach dem Besitztum, welches sie bei sich führte, über sie er hängte. Sehr übel erging eS aber DerZenigen. welche durch den Zwang der Verhältniffi dazu angehalten war, die bedeutende Strecke von einem Ort zum andern zu rückzulegm. Zu weiten Reisen si sagt Gustav Freitag in seinen Bildern aus der deutschen Vergangenheit, den eigens Magen gekauft, am Ende der Neise wieder verkauft. Die schlechten Wege geben den Pofthaltern das Recht, auch einem leichten Wazen vier Pferde vorzuspannen. Wer nicht wohlhabend ist, sucht einen Retourwagen, und solche Reisegelegenheiten werden tagelang zuvor in den Blättern angekündigt. Zft zi schen zwei Orten starke Verbindung, so s ehen außer der ordinären Post und einer chnelleren Postkutsche auch concessionirte Landkutschen an bestimmten Tagen. Von Dresden nach Berlin im Jahre 1750 alle vierzehn Tage, nach Altenbura, Chemnitz, Zwickau, Freiberg nicht f sicher, nach Meißen ging das gntae und .rothe" Marktschiff. Fünf Meile den Tag, zwei Stunden die Meile war der gewöhnliche Fortschritt. DaS Rei sen auf den schlechten Landstraßen pal ein Wagniß. Noch im Jahre 1704 war den Hannoveranern merkwürdig, daß ihre Gesandtschaft nach Frankfurt zur Kaiser fronung trotz der schlechten Wege ohne allen Schaden, Umwerfen und Beinbruch durchgedrungen war; nur eine Achse voat zerbrochen." Da ist die Frau der Jetztzeit, sofern ft eine Reise anzutreten gedenkt, weis besser daran. Schon für die unteren Wagenclassen gibt es Csupös, in denen sie, abgesondert von den Männern, die Strecke zurücklegen kann. Wenn ihr der Cigarrendampf unbehaglich ist, kann sie in einem Coups Platz nehmen, auß dem der Glimmstengel strenge verbannt ist. Man erweist ihr auch ritterliche Dienste, wenn ihr die Last der Gepäck stücke beim Ein- und Umsteigen den Schritt erschwert, oder räumt ihr i Coups den besten P'atz ein. Reisekun dige Leute behaupten allerdings, daß daß zarte Geschlecht durch eine Ueberfülle von Galanterie und Aufmerksamkeit ges radezu verwöhnt werde, und von Zeit zu Zeit taucht sogar eine Strömung auf, welche energisch eine entgegengefetzte Richtung einschlägt. Jm Coupä gibt ei keine Höflichkeit, da gibt eS nur Eck sitzet" sagte einmal ein Herr, als ihm iurn Vorwurf gemacht wurde, daß seinen beauemeren Platz nicht der eintre tenden Dame zur Verfügung gestellt. Allerdings laßt sich nicht leugnen, Uk das schöne Geschlecht die Rücksicht, welche man ihm schuldet, oftmals auj eine Art und Weise einsordert, durch welche sich der Mann verletzt fühlen kann. Dann treten Vorfälle zu Tage, welche bei allem Humor, der ihnen inm wohnt, doch stark zu denken geben. Einmal fehlten noch fünf Minuten, biß der Zug von Paris nach Versailles ab gehen würde, als ein Herr eiligst in ei Coups erster Klasse steigt, die brennende Cigarre im Munde. Im Begriff sich zu setzen, sieht er sich einer Dame gegen über. Als Mann von guter Erziehung will er gerade die Cigarre zum Fenster hinauswerfen oder um die Erlaubniß, weiter zu rauchen, bitten. Da fährt ihn auch schon die Dame mit rauhen Worten an, indem sie ihn auf seine Ungezogen heit aufmerksam macht. Mein Gott," erwiderte er, ich wollte eben Ihrem Wunsche zuvorkommen, indessen werde ich Sie nicht weiter behelligen!" Sprach'S und verließ mit stummer Verbeugung sein Gegenüber. Verstimmt nimmt er in einem Coups dritter Klasse Platz und dampft seine Havanna. Da setzt sich neben ihn ein zerlumpter, nach Knob lauch und SchnapS riechender Kerl. Mein Freund", wandte er sich an diesen, bist Du schon einmal erster Klasse gefah ren?" .Niemals!" .So komm, ich habe h'-r ein überflüssiges Billet, das ich nicht verfallen lassen möchte." Und er führt ihn in das eben verlassene Coups, weist ihm den Platz an und schlagt die Thüre zu. Im nächsten Au ;'enblick geht der Zug ab. Aufmerksame Beobachter deSLerkehrs lebenö haben gefunden, daß sich di Frauen der verschiedenen Nationen ebeni 1o gut augenfällig von einander unter ejhen wie die Vertreter deSLkRZs,
schtechtS. Hören wir, wie sich unser Ergebniß gestaltet. Die deutsche Frau kommt dabei ohne sonderliche Lobeserhebung und Tadel fort. Sie dean sprucht keine übergroße Zuvorkommen heit und fällt Niemandem durch ihre Gcghnheiten zur Last. Zieht man sie in eine allgemeine Unterhaltung, so wird sie sich mit Geschick daran betheiligen, ohne die Anmaßung zu besitzen, daß sie die Führung derselben an sich reißen möchte. Sie ist wißbegierig und läßt sich gern belehren. Vielleicht das Ge gentheil von ihr ist d!e-Franzosin. In souveräner Verachtung aller geographi scher Kenntnisse wirft sie .Staaten, Berge, Seen und Flüsse bunt durchein ander. ES kommt ihr gar nicht so sehr daraus an, daß sie weiß, wo sie sich be sinket, wofern sie sich nur genügend un terhSlt. Sie zeigt stets einen vorzügli chen Humor, den sie höchstens verlier wenn man ihr die Aufmerksamkeiten vorenthalt, welche sie als einen iim Geschlecht schuldigen Zoll unter allen Umständen einfordert. Kleine Verlegen, heilen, pikante Abenteuer bedeuten ihr eigentliche Würze einer jeden Reise. Sie sucht dieselben oder läßt sie üder sich ergehen, selbst wenn sie dabei Unbequem lichkeiten in den Kauf nehmen muß oder gar gesellschaftlich in eine schiefe Stellung geräth. Die Russin ist ercentrisch, bequem; entweder ist sie sehr gebildet der siecheht ziemlich unten auf der Stufe der Cultur. Die Hotelbesitzer Unterscheiden beide Ar ten sehr scharf auf den ersten Blick. Die Damen der Ersteren zahlen sehr gut, benehmen sich vornehm nnh liebenswürdig; die letzteren stnd unreinlich, von sich eingenommen, rücksichtslos und be zahlen am Liebsten gar nicht. Die Italienerin ist auffallend rührig auf der Reise und seltsamerweise der Französin ia unähnlich wie nur möglich. Sie ist elbstlvS, bescheiden, laßt sich ebenso :e ,!e deutsche Frau sehr gern belehren und zeigt eine innere Fröhlichkeit, welche auch ,ur die Mitfahrenden überquillt. Ma trifft sie nur noch zu selten unterwegs, m sie bald eine sehr gesuchte Reisege gesährtin werden dürste. Die Schön helten ihres Vaterlandes haben sie keines weg gegen dieienigen einer fremden Gegend abgestumpft. Vielmehr versteht und würdigt sie die Natur auch in kar gerer Gestaltung. Die Holländerin ist den Hotelbesitzern geradezu ein Schrecken in Bezug aus ihre Ansprüche. (?) Vs? Allem will sie keine Trepve steigen? dann genügt ihrem NeinlichkeitSgefühl selbst die säuberst gehaltene Wohnung nicht. Allerdings läßt sie in derselben bei ihrer Abreise auch kein Stäubchen zurück, und wenn sie in ihren Ansprüchen befriedigt war, darf der Wirth überzeugt sein, daß sie mit rührender Anhänglichkeit immer wieder bei ihm vorsprechen wird. Die Engländerin damit waren wir zu der Reisenden par eicellenoe gekommen; denn von allen Frauen der Welt, sow it sie mit der Cultur in Beziehung getreten, reist keine andere so viel und so leiden, schaftlich wie Miß und Mistreß John Bull. Leider ist sie unter den Mitfah renden wenig beliebt. Ihre Reise-Eigen thümlichkeiten haben allmählich ein so wenig erfreuliches Aufsehen gemacht, daß selbst die großen englischen Journale nicht umhin konnten, dieser Frage ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden. Dabei darf die Offenherzigkeit auffallen, mit welcher die Gründe beleuchtet, die Schä den gerügt werden. lnsere jungen Damen,klagt eine der angesehensten englischen Zeitschriften, sind ebenso wie ihre Väter und Brüder auf ihren Reisen nach dem Festlande au ßerst gleichgiltig gegen die Meinung, welche man von ihnen hat. Sie botani siren, wandern, sie führen Hammer bei sich, untersuchen Fossilien, graben nach Stücken von Urmenschen, sammeln Seethiere, studiern die Bauern und ihr Pa tois. Die jungen Männer im Ausland sehen sie wie Wesen einer anderen Gat tun an. Allerdings kleiden sie sich auch
nicht wie eine Frau, die gefallen möchte. Sie tragen Stiefel mit großen Nägeln, abschreckende Sonnenschirme-, und, wenn sie sehr für Gebirgsfchönheiten einge nommen und rüstig zu Fuß sind, zeigen sie eine bestimmte Vorlieb: für alte fchä bige Regenmäntel. Ihre Tracht beschränkt sich meistentheils auf Stoffe, die wasserdicht sind oder aus Glanzleinand bestehen. Auf der Reise, welche sie in'K Ausland'machen, tragen sie ihre alten Sachen auf." Dieses Urtheil, welches sich Mistreß John Bull von ihrem Landsmann gefallen lassen muß, laßt sich noch nach mancher Richtung vervollständigen. Sie ist überaus anspruchsvoll; von den mitreis senden Herren verlangt sie eine noch grö ßere Rücksicht und Zuvorkommenheit, als John Bull selbst unseren Damen, wofern er mit ihnen in Berührung kommt, beharrlich verweigert. Dabei erlaubt sie sich Absonderlichkeiten, welche man in ihrer Heimath überaus streng rügen würde. Vor Kurzem stieg in Abschaffen, bürg eine Person in ein Damencoupe, welche Jedetmann beim ersten Anblick für einen Herrn halten mußte. Abgeschnittenes Haar, Form des Hu teS, Wäsche, Cravatte, Rock, Weste Alles berechtigte zu dieser Annahme. Auch der Stationsbeamte war, als er an dem Coups vorübcrschritt, dieser Ansicht; deshalb gab er dem Schaffner Befehl, den Herrn anderswo unterzubringen. Mistreß John Bull blieb aber ruhig sitzen, sich des Irrthums, zu welchem sie die Veranlassung bot, mit heimlichem La chen kreuend. ., Alder Schaffner . erbost
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die Thür aufriß, prallte er verplüfft zu rück.' Denn nun bemerkte er au dem unteren Theil der Kleidung, daß der vermeintliche Herr eine Dame fei. Wer wollte wohl in Abrede stellen, daß die Möglichkeit, eine große Reise ohne jede Begleitung antreten zu können, ein unbedingter Vortheil für unsere Frauen ist! Sie sind dadurch prakti scher, selbstständiger geworden. Wie in den Wirren der Meise lernen sie alsdann auch in denjenigen des Lebens überhaupt sich leichter behaupten und orientiren. Anderseits soll man jedoch auch die Nachtheile nicht außer Acht lassen. All die unvortheilhasten Züge, welche das Rei sen überhaupt dem Menschen augenblick lich aufprägt, finden wir auch bei ihnen wieder: die Hast, die Unbehaglichkeit, die Nervosität. Am Wenigstens gut thut die Frau, bei einer jeden noch so winzigen Fahrt in das Damencoupe zu flüchten, dadurch schädigt sie die Männerwelt, welche gerade der allelnreisenden Fru den Unterschied zwischen Aufdringlichkeit und Aufmerke samkeit auf die diskreteste Weife begreif lich machen kann. Deshalb ist jeder Mann ein mehr oder minder eingefleisch, tcr Feind der Damen - Coupes, da diese ihm die Möglichkeit uehmen, die Langeweile einer Steife durch anmuthige Frauengesrllschaft zu verscheuchen. Der kleinen schalkhaften Abenteuer nicht zu gedenken, welche, unter dem Gesurre der Eisenbahnräder eingeleitet, oft genug in Kirche und Standesamt ihren Abschluß gefunden haben. i Ein kühner NetterSmann. Der kühne Reiter, der Kofakenfotnik Peschkow, welcher, nachdem er feine Garnison Blagowetschtschenök am Amur am 20. November v. I. auf seinem Schimmel verlassen hatte nnd, ohne daZ Pferd zu wechseln, quer durch Sibirien und das europäische Rußland, nach einem Ritt von 8200 Werst am 31. Mat wohlbehalten in St. Petersburg angelangt ist, wird in der russischen Hauptstadt zum Gegenstand schier überschwänglicher Ooationen gemacht. Auf seinem weiten Wege durch zum Theil wenig von der Cultur beleckte Strecken hat er mancherlei erlebt und unter anderen Abenteuern erzählte der Kosakenhauptmann einem Jaterviewer vom .Den" nachstehenden cha rakteristischenZwischmfall: .Es herrschte schrecklicher Sturm, Kälte und Unwetter, als ich gegen Tomsk ritt. Mein Pferd schleppte sich kaum noch fort ; mir sielen die Augen zu, ich war ganz zerschlagen und ich zitterte am ganzen Leibe. Gegen zwölf Uhr ritt ich in die Stadt ein, wo sich eine Menge von Einwoh nern versammelt hatte. Schon begann ich an Ruhe und Erholung zu denken, als plötzlich eine kräftige Faust meinem .Grauen" in die Zügel siel und ich den befehlenden Ausruf vernahm: .Steige vom Pferde!" Mit Mühe sah ich auf und erkannt, einen Polizisten. .WaSwünfchen Sie?" fraate ick ihn nicht ohne Erregung. Steige vom Pferde, sage ich Dir!" .Erlauben Sie. Ich bin der Sotnik Peschkow. Ich reite von Blagowesch 'tschenök nach Petersburg." .Du bist Salomon Peschkow ein Mörder und Flüchtling." Stellen Sie sich daS Ge fühl vor, welches sich meiner bemächtigte. Es sammelte sich viel Volk an. Alle starrten mich an, nicht wissend, waS für einen Peschkow sie vor sich haben. Ich erwog, daß irgend ein Namensvetter ein Verbrechen begangen und man nun mich verhaftet. .Aber erlauben Sie, ich habe alle Dokumente bei mir. Ich bin der Sotnik Peschkow, heiße Dmitrij und nicht Salomon." .Steige vom Pferde und raisonnire nicht. Man wird Deine Dokumente spater revidiren. Ich werde Dich zmer Tage lang bewachen und Dich nicht herauslassen. Da kannst Du ruhig sein." .Gut, führe daS Pferd am Zügel, ich werde reiten. 9 .Du kannst auch zu Fuß gehen, bist kein gnädiger Herr." .Nun, so werde ich einen Fuhrmann nehmen." .Steige vom ZZferde oder ich schließe Dir die Hände." Es war nichts zu machen, ia) mußte vom Pferde steigen und mit meinem Wächter zur Polizeiverwaltung gehen. Die Menge wuchs immer mehr, die Neugierde nahm zu. Der Sturm brauste. .Himmel, hast Du oft in sol chem Wetter laufen müssen?" .Ich mußte auch bei solchem Wetter reiten." .Reiten !. Du wirst nur noch wenig reiten. Jetzt haben wir Dich, mein Täubchen!" .Schweige!" schrie ich. .Ich werde Dich schweigen lehren! Wie viele Menschen hast Du umgebracht, 3!äuber? Vom Raube lebst Du." So dauerte daS Gespräch bis zur Polizeiverwaltung. Dort klärte sich natürlich das Mißver ständniß auf, und der übereifrige Polizist bat mit Thränen in den Augen um Perzeihung. Es stellte sich nun Folgendes heraus: In Tomsk kam auf meinen Namen ein Tesegrcmm an, und um eS mir auszufolgen, traf der Gouverneur die Anordnung, meinen Ritt zu verfol gen. Der Ober-Polizeimeistex gab den Befehl: Der Sotnik Peschkow ist streng zu bewachen und auf keinen Fall durch zulassen, da für ihn ein wichtiges Telegramm vorliegt. Der Polizist, welcher Peschkow arretirte, legte den Befehl auf seine Weise aus. Eiserwaaren jeder Akt. Pulver. Munition u. s. w.. zu mößien Preisn im neuen Laden von B v. Vanier. N. O. Ecke der MorriS und Meridian Str.
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