Indiana Tribüne, Volume 13, Number 282, Indianapolis, Marion County, 29 June 1890 — Page 7
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in phonographisHer Antrag. Aus demAmerikanischen. ! Ich bin von der Anstckt. da der Vbö--Nograxh auch alZ He!rathsvermitier ge: illucr erven rönne, vollkommen ßgcheilt.' Den -Stund dasür will ich beweisen. 'Eines Tages sprach Miß Aräbells Molnilncs den Wunsch aus, einmal -"'einen Phonographen sehen und hören zu 'können. Der Wunsch war mir AeseKk ich schließ sofort an einen Freund in New Aork, mir umgehend sur Geld, oder aus Liebe und Frmndschaft, (letz, teres hatte ich bei meinen Verhaltniffen yorgezogen) einen Phonographen zt beforKtn. In kürzester Zeit traf auch derselbe ein, und ich hatte 25 Pfund zu bezahlen. Ich bin kern reicher Mann, im Gegentheil . doch Dank meinem Vertrauens: .seligen Schneider und der gewissen " Kunst, Schlvicrigkeiten leicht zu bcwölii: gen, war ich fähig, meine Huldigungen dem Mädchen meine? Wahl ohne Errothen über mein Aeuzzeres darzubringen. Ich muß freilich bekennen, daß ich einen kleinen Vetruz'betresfs meines VermZ: gens nr Sc?ne setzte, einestheils um der ' Gelkbten in Gedanken an meine Armuii Qualen zn ersparen, theils weil ich roramsah, daß ihrsthrreichcrVater unö, wenn er meine wahren Verhältnisse kennen würde, au? diesem Grunde zwei liebenden Herzen Schwierigkeiten machen roürde. Sobald der Phonograph ankam, eilt ich zu GolömineZ, um Mi Arabella in einer entzückenden Stunde den Apparat zu er Hären. Vielen Lesern dieser traurig endenden Geschichte ist gewiß die Thätigkeit dieses , Instrumentes, das die menschliche Sprache nd andere Laute aufzeichnen und nach beliebiger Frist wiederzugeben vermag, bekannt. ; GoZdmmes zeigten großes Jnteresie für die Erfindung. Der alte Herr lus mich ein, zu Äsche zu bleiben. Im Laufe des Nachmittags mußte ich ver.fchiedencn Freunden des HauseS, die dort einsahen, die Maschinen erklären. So War ich der Loire des Abends, und wie ich heimging, trunken von meinen Erfolgen und des alten Goldmines Wein, glaubte ich niemals einen oünslkgereli Augenblick als jetzt für meine Bewer- ' bung zu bekommen. Die Gelegenheit ' rvar güitstig und mußte benutzt werden. Den größten Theil der Nacht verbrachte ich schlaflos ich überlegte mir meine Anrede und hie pasfeude Zeit, meine L!iebe zu bekennen. PZötzlich durchsuhr mich ein Gedanke, . Wie Ware es, wenn ich den Antrag durch meinen Phonographen mache ließ ? Je mehr ich darüber nachdachte, desto mehr gefiel mir der Plan und roie ich am nächsten Morgen zu ungeWohnlich früher Stunde ausstand, war ich fest entschlossen, nur auf diesem Wege meine Liebe zu bekennen. Sehr sorgsam verfaßte ich meinen Antrag, dann sprach ich ihn in den Phonographen. .Geliebte Arabella!" begann ich, er; schreck nicht über meine kühne Anrede monatelang habe ich dich in meinem He?; zen so genannt, obgleich meine Lippen"sich nie getrauten, deinen Namen euszufpre? chcn. Hast du nie in meinen Augen die unQidcrstehliche und ununterdrückbare Liebe gesehen, die schließlich die Banden durchbrechen mußte? Diese Stunde ist nun gekommen, ich kann nicht länger fchn?ezgcn. Mein Schicksal liegt in deiner Hand. Mich selbst und alles, was ich besitze, biete ich dir an. ErhZre mich und ich bin so glücklich, roie es noch kr in Sterblicher gewesen ist. Stößt du mich zurück so ist das Leben für mich eine Last zu schwer, um sie zu tragen. Antworte antworte geschwind jede Minute, die vergeht, bis mein Urtheil gesprochen ist, ist eine Ewigkeit voll Folterqualen.. Antworte o antworte günstig deinem ergebenen Sk!aven Adrian Jdleman. Als ein Zeichen meiner unsterblichen Verehrung zeichne ich hier im Geiste diese Küsse auf deine weiße Hand." (Hier gab ich drei laute Küsse mit meinem Mund.) Dies war gethan nun blieb mir nur noch übrig, ein Billet an Miß GolvmineS zu schreiben, sie zu bitten, den Phonogrsxh mir sich in ihr eigenes Ziznmer zu nehmen und boren, was er da zu sagen habe, und ihn dann mit ihrer Än:n:ort auf derselben Walze sobald wie möglich zurückzusenden. Doch ehe ich mein , Schrewgeschirr zuretzelegt hatte, trat meine Wirthin bei mir ein und meldete, baß meine Waschfrau unten warte und nicht eher das Haus verlassen wolle, bis tbr bezahlt würde, was ich ihr schulde. Ich bat nun meine Wirthin, mich doch von dem Plagegeist zu befreien, sie möchte ich athmete auf. Als sie fort war, beeilte ich mich, mein Billet zu schreiben, hoffentlich ohne wer tere Unterbrechung. ' Arabellas Herz auf diese Art zu gesinnen, schien mir außer allem Zweifel. Ich packte nun die Maschine ein, um sie ' in Goldmines Haus zu befördern. Um sicher zugchen, überbrachte ich das Packet selber mit dem Billet, und nackdern ich vn dem großen Diener, der die Thür ", öffnete, hZrte, daß Miß Goldmines, zu i, Hause sei, ging ich fort und spazierte mit . fieberhafter Unruhe und Erregung durch ' die meiner Wohnung nahegelegenen ,;' Straßen. Zuletzt, noch fast eine Stunde des ängstlichen Wartens, bemerkte ich einen Diener, der mein Packet trug, wel? ' ches mein Schicksal enthielt, doch was rvürden meine Ohren in wenigen Stun- .., den hc ren??! Sobald der Mann eS abgegeben hatte und meiner Wohnung den Rücken kebrte, stürzte ich inS Hans, öffnete die Thür selbst mit meinem Schlüssel. Der Apparat war in mein Zimmer gestellt. i , Mit ;ittcrden Händen traf ich die nothkgen Vorbereitungen, band die Batterie und fetzte den Cylinder in Beweug. Zuerst hörte ich meine eigene Rede ich horchte athemlos, zu erregt, um die Worte zu verstehen dann kamen die 'drei Küsse, die, meine Ansprache beendeten. Dann trat eine Pause ein ich i hexte mein Herz mächtig klopfen; ich
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? strengte jeden N:rv an, um die süßen E k j. üb. m, m m Töne von Arabellas ttberjtlmme aup u sangen. .Horch! Das ist es! Nein, ist nicht ihre Stimme. Was heißt das? .Bitte, Herr Jdlemann, die Waschfrau ist draußen und fordert mit aller Ent schiedenheit ihr Geld sie wird nicht eher das Haus verlassen, bis sie bezahlt morden ist!" Mein Gott, was war das? O weh ! ich hatte den Apparat nach meiner Liebes? erklärung weiter arb iten lassen, und so war die ganze Unterredung zwischen mir und meiner Wirthin aufgenommen. In äußerster Bestürzung faß ich da starr horchte ich aaf die verrätherischen Enthüllungen der Maschine. Meine eigene Stimme wurde nun hörbar. .Meine liebe Frau Budkins", begann es mieder O, nicht liebe Frau Vudkins", sagt, die andere Stimme zurückweisend. .Wenn Sie ein Gentleman sind, dann geben Si mir den ganzen Betrag, damit die Waschfrau gehen kann." Es steht wirklich nicht in meine, Macht augenblicklich", antwortete mein Stimme, die erwartete Geldsendung ist nicht einzetrofsen doch in wenigen tat gen kann ich all' meinen Verpflichtungen nachkommen. Siewürden mir einen außerordentlichen Gefallen erweisen, wenn &;e nur dies eine Mal noch du Auslage für mich machen wollten und mir diese dann auf meine Rechnung setzten." .Ja wohl, das könnte Ihnen gefallen. nein, das geschieht nicht," war die Antwort, .nun ist's genug," dann in schrillem Tone horte man mit einerlicher Stimme weiter, .für die letzten drei Monate, die Sie hier gewohnt haben, ich Sie bedient und beköstigt habe und dazu noch baares Geld aus meiner eigenen Tasche geliehen habe ich noch keinen Pfennig ans Ihrer Börse gesehen ich mußte das Frachtgeldda für Ihren alten Phunnigraphen oder wie das Ding da heißt, auslegen und immer nur die Antwort .warten Sie nur noch ein paar Tge" jetzt bin ich solcher Versprechungen müde, ich stunde Ihnen nicht länger wenn Sie nicht gleich Anstalten machen, mir mein Geld zu geben, so werde ich andere Schritte thun. Es wird wohl noch Gesetze im Lande geben, die eine arme Wtttroe gegen Herren Zhrer Art schützend ,Frau Audkinö antwortete meine Stimme deutlich, .hören' Sie mich, ich will Sie in ein Geheimniß einweihen, ich verlobe mich in den nächsten Tagen mit einem reichen jungen Mädchen der Nachbarschaft (als ich dieö sagte, glaubte ich ja selbst, daß die Verwirklichung in zwei Stunden eintreten würde). Wenn Sie nur noch ein wenig Geduld haben wollen, dann werde ich fähig sein, Ihnen bis auf Heller und Pfennig meine Schulden zu bezahlen; und dazu bekommen Sie noch ein schönes Geschenk. Aber wenn Sie Schritte gegen mich thun wollen, ruiniren Sie mich ; und ich bin niemals im Stande, Ihnen auch nur 6 Pence abzuzahlen. Das ist die volle Wahrheit, bedenken Sie das und handeln Sie, wie eine vernunftige Frau handeln würde." , Hier wurde unsere Unterredung durch das Läuten der Glocke, welche die Wirthin abrief, unterbrochen. Der Pbonograph wiederholte daö Klappen der Thür, wie die Wirthin hinausging. Die Walze drehte sich 2 Sekunden lautlos dann hörte ich Miß Arabellas Stimme. .Gcehrttv Herr Jdlemar.n sagte es, .nehmen Sie meine besten Glückwünsche tt Ihrer Verlobung mit einem reichen, Zungen Mädchen Ihrer Nachbarschaft bestens entgegen ; ich bin begierig, dasselbe kennen zu lernen. Sie werden die Dame uns ooch vorstellen und bei uns einführen? Ihr Antrag an mich war natürlich ein Scherz allerdings schlecht gewählt, doch ich will Ihnen denselben unter einer Bedingung vergeben. Sie müssen mir bei Ihrer Braut eine Einladung als Brautdame zu Ihrer Hochzeit erwirken, dann werde ich Jhney immer bleiben Zhre Kreundln Arabella Gold? mines. Ihre Stimme war-nicht mehr zu HIren, doch aus dem Apparat kam ein seltsamer, gurgelnder Ton, der sich wie nnterdrücktes Lachen anhörte. Das war der letzte Streich ich schien derte die Maschine auf den Boden, so daß die Säure anölief und die Dielen vollständig verdarb.' Am andern Tage verschwand ich zum Aerger meiner Gläubiger, die mich hos fentlich nicht aufsmden werden. , DerSpiritisten-Verein .Psyche" in Berlin wird den Glauben seiner Mitglieder an eine besser Welt stark in's Wanken bringen. In einer zu glauben, die , sich nicht geistreich . . f.. r i t r jv . zergen. , nno o jino icyr te enttäuscht, wenn hie Geister sich in den Sitzungen durch Tischkippen, Klopfen und Poltern äußern, oder wenn schriftUche Mittheilungen erfolgen, welche oft trivial oder falsch sind. Man muß aber die Thatsache der Botschaft vom Inhalte der Botschaft trennen. Es gibt , neben albernen, dummen und lügenhaften Geistermittheilungen auch solche, , die den Stempel der Wahrheit und, Erhabenheit an sich tragen und einen hohen Ursprung ahnen lassen. Aus diesen Quellen wissen wir, dajj der Mensch, genau so, wie er beim Tode von her Erde abgeht, mit allen seinen Vorzügen und Fehlern, seinen Neigungen und Gedanken, als derselbe auch in der Geisterwelt ankommt. Der Abgeschiedene ist das geblieben, was er hier war. Durch die Veränderung (Tod) ist er uin nichts besser oder schlechter geworden. Man findet also unter den Geistern (wie auf Erden) Gelehrte, DummeHalbwisser, Schwätzer, Weise, Philosophen, Gute und Bosewichte." ; . . - ...... , : Alles schon da. Ella: Wenn ich nur wüßte, was ich meinem Bräut! gam außerdem Schlafrock zum Geburtstag schenke, waS dazu paßt? Mutter: Ein paar ,Schlafscbuhe. Ella: DaS ht er schon. Mütter: ' Eine .Schlaf-' rrütze? Ella: Daö ist er schon.
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( t Der verwunschene Prinzk . oder,, , : Die beschummelten Baptisten, (m Wiener Tazblalt.') Inder Dietrichgasse in Erdberg steht noch das Häuschen, in welchem vor hübsch vielen bundert Jahren Richard Lösenherz auf der Durchreise von Jerrr falem nach London incognüo, als Pil ger verkleidet, logirt hat. Bekanntlich trieb sich auch einer feinerV erfahren, der große König Alsred, in merkwürdigem Jncognito herum; denn da man ihm den Thron geraubt hatte, lebte er als Bettler im Walde, wodurch er sich offen, bar gegen das Landstreichergesetz vtr ging. Wir wissen ferner noch ander, historische Persönlichkeiten, welche, d Nothwendigkeit gehorchend, ihre Bedeu, tung hinter sehr unscheinbaren Gestalten verbargen. Wie in den wissenschafti lichen Vortragen von Wippchen zu lese ist, schrcamm Julius Cäsar nackt, als Sklave verkleidet, über di Tiber. EineS Tages machte ein simpler Jardeleut! nant", Franz Lehmann, via. Wien eine Abstecher nach der Walachei, und dort gefiel es ihm recht gut und er wird heute König von Rumänien genannt. Kurz, um mit dem alten bekannten Berschek zu sprechen: Wenn maiicher Mann wüßte, wer man chcr Mann wäre, Gab' mancher Mann manchem Man manchmal mehr Ehre. Denn wer weiß, der erste beüeJncog! nnus, der uns an der Straßenecke in den Weg rennt vielleicht wiederholt sich der ihm die Geschichte von dem verwunschenen Prinzen und plötzlich wirst er die niedrige Hülle ab und steht als großmächtkger Jemand vor uns Na, und dieser tiefe Glaube an Wunderbares und Außerordentliches ist denn auch der Grund, warum die Leute dem Flickschneider Joseph Blaha so ungeheuer viel Geld pumpteu. Nach dem Geburtsort des Herrn Blaha wollen wir nicht fragen; nur se viel sei gesagt, daß sem Deutsch sehr gebrochen klingt. Was aber sein Leben und seine Thaten anlangt, so werden die böhmischen Baptisten sich ihn merken, denn er hat ihrer Viele in jämmerlichster Weise gewurzelt. Und das Alles durch sein Inkognito. Nebenbei bemerkt, giebt es weht überhaupt nirgends sö vorzügliche Würzen, wie die Baptisten. Einer der Ihrigen, Herr I. Peschak Schuh-Macher und Kolporteur der engliscken Bibelgesellschaft dazn war der Erste, mit dem Blaha bekannt wurde. Die Bekanntschaft wurde, wenn das etwas ungewöhnliche Wort erlaubt ist, bei Gelegenheit eines Bibelpumps geschlössen. Herr Peschak gab nämlich eine Bibel auf Pump, Herr Blaha blieb mit be.' merkenswerttzer Unbeugsamkeit selbst fü, einen so heiligen Gegenstand die Vezah' lung schuldig, und da nun der Verkäufer fleißig mahnen kam, so plauderte man über dies und das und allmalig entwickelte sich daraus die leidenschaftlichste Freundfchaft, wie sie etwa, um bei der Bibel zu bleiben, zwischen David und Jonathan bestand. Und nun brachte Herr Blaha dem Freunde löffelweise das Geheimniß seiner hohen Stellung und Abkunft bei. Er ging dabei sehr schonend dor, damit der Andere vor Ueberraschung nrcht sterbe. Er machte so beiläufig die wehmüthige Bemerkung, daß doch in dem Landskrorr Amt 65,000 st. als Erbschaft nach dem Onkel für ihn daliegen a to ne destanu, a to ne d stanu und arme Flickschneider müssen plagen sich's l Was He.rn Peschak sehr er barmte. Dann erzählte er von einer hochgcstellten Verwandtschaft, einem hohen Polizeibcamtcn, und machte noch geheimnißoollere Mienen waS Herrn Peschak noch inniger erbarmte. Und je inniger dieses sein Mitleid anwuchs, in desto höhere Wolken hob sich Herr Blaha; und je mehr er sich obenauf suhlte, desto furchterlichcr begann er zu würzen und sö kamen denir, Alles in Allem genommen, geradezu unglaubliche Geschichten heraus. Man höre: Herr Blaha war gar nicht, was er schien ; er lebte nur im Inkognito eines Schneiders. Er : war ein Kon sin des Fürsten Auersperg und. sollte von diesem und dem Fürsten Eszterhazy 08 Guter erhalten. Alle Freunde, die ihm in seinem gegenwärtigen Jammerstand halfen, sollten dann königlich belohnt werden. .Kinder, ich werde euch glücklich machen. Alle sollt's ihr bei mir leben!" Notabene er sprach bereits in der Mehrzahl vcr .Kinder", denn Peschak lief in der Aaptistcngemeinde herum und trieb ihm die Leute zu, die ihm halfen, die böse Zeit zu übertünchen. l5Z waren lauter blutarme Leute, die Klein, sten unter den Kleinen ; es waren Taglohncr, Dienstmädchen, armselige Handwerkcr, die schier den Bettelmann auf der Straße als werthe Kundschasc bcgrüßttn. Und sie gaben in ihrer Leichtgläubigkeit, in ihrem seltsam angefachten Fanatismns, Jeder buchstäblich fein Letztes sur den Konsin des Fürsten Auersperg dahin. Was sich ersetzen ließ, wurde versetzt, was sich verkaufen ließ, verkauft und wenn der letzte Nothpfcnnig bereits geopfert war. wurden Kleider und Wasche .vergitscht", um denr . verwunschenen Prinzen zu helfen. Es ist traurig, wie die armen Leute bluteten der Eine 50, der Andere 50. 100, ji 400 und 500 , ff. Und kleinen Raub , verachten, so. lange ein größerer vorhanden ; allein, wahrend ihm noch von allen Seiten Geld zu strömte, preßte Blaha schon, wo er es konnte, das Allerletzte heraus. , Einer von den Beschwindelten hatte öerciks 4Tl (. indenAbgrund geworfen, da kam Blaha nsch und wollte ihm den letzten schlechten Silberring vom Finger ziehen. Ein And-ercr hatte ebeusalls bereits tüchtig Haare gelassen und , da machte man plötzlich liebevolle Anspielungen auf seine silberne Uhr. Kurz, dieser Baptist saß wie ein Blutegel auf seinen Baptisten und gab ihnen fabelhafte Versprechungen im Vorhinein als Lohn: Jeder sollte etwas auf seinen 98 Gütern werden der Eine Güterdirector, , denn dazu gehört nicht mehr, als etwas lesen und schreiben, der andere Fabriksdirektor, der und der das und das. Und richtig begann schon das Morgenroth einer bes seren Zeit zu winken. , Er lud Einen nach dem Anderen zur Jause und erzählte
.ü'lr'.i i,1 m,',.;!!!'!! :; ihnen davon.. Die, Grenzsteine auf , der; Gütern waren, schon gesetzt ; es war schon Alles eingeleitet, um ihn in den Fürstenstand zu erheben: 'ein russischer Erzherzog verwendete sich für ihn und da konnte es nicht fehlen er sollte Nmistcr werden und schon stand die Heirath mit der Prinzessin Auersperg bevor. Alles schwamm in änkci zudilo, am seligsten war Johann Peschak. denn ihm, dem Allertreuesten, waren 140.000 fl. Baargeld und acht Güter zugesagt und ferner Schloß Sillem und die Bsrsnie dazu da kam plötzlich das Gericht und machte dem geradezu unglaublichem Schwindel ein Ende.... So unglaublich da; Alles klingen mag, es ist buchstäblich wahr. Keine Lüge ist so unverschämt .und durchsichtig und plump, daß sich nicht Leute fänden, die sich für sie begeistern und der Josef Peschak, der arme wchuh-Macher und Kolporteur dazu, dieser erste Prophet des verwunschenen Prinzen Blaha, er ist am meisten 'reingefallen: nicht weniger als 9000 Gulden hat er bei Josef Wlaha verschustert. Jüngst fand beim Schwurgerichte die Verhandlung statt. Josef Blaha wurde von der Jury einstimmig schuldig gespro chen und vom Gerichtshofe zu drei Iahren schweren Kerkers verurthkilt. Dle billige Jause. .3 l.?!. Wiener TM") "h "V Wenn man ein paar Stunden in drükkender Schwüle durch die landwirthschastliche Ausstellung im Prater gewandert ist, empfindet man das Bedürfniß nach einem labenden Trunk, nach einem frischen Krügcl Bier oder bei vegetarianischer Veranlagung nach einem .Glase Milch. Der Weg in die Wiener Molkerei ist nicht weit, im Pavillon und unter freiem Himmel kredenzen licbenSwürdige Mädchen die fanstesten Getränke Es mundet den Hungrigen und Durstigen trefflich, und wenn sie satt sind, gehen sie wieder. Natürlich nicht,' ohne vorher .Zahlen!" yerufcn zu haben. Dieses Wort erklingt auch von einem Tischchen her, an welchem eine schöne Dame und zwei Herren Platz genommen haben. Der eine der Herren begehrt von der freundlichen Hebe die Nechnung. .0, bitte entgegncte sie mit dem unschuldigsten Lächeln von der Welt Sie haben gar nichts zu bezahlen .Oho! Warum? Wieso?" Ein noch unschuldigeres Lächeln und .dann die Erklärung: .Ja, bei uns ist es so eingeführt, daß alle Herrschaften, die zum ersten Male kommen, nichts zu bezahlen haben!" Nicht möglich! Was soll denn das bedeuten?" .Das, mein Herr, bedeutet einfach: Reklame. Durch diese Einführung wird' unser Pavillon rasch populär." Das glaub' ich Jhs nen gern, zumal man ja in der That eine billige Janfe erhält. Aber, Du lieber Hlmtnel, wie können Sie den kontroliren, ob Jemsnd zum ersten Male bei Ihnen ist oder zum zweiten und dritten Male? Das ist ja undenkbar!" .Ach, das scheint Ihnen nur so. Wir haben einen eigenenVlickdafär.wir wissen schon, wer zum ersten Male kommt nd wer schon öfter da wa?.. . . " .Nun, mir kann's Recht sein!" versicherte dcretwaS verblüffte Herr und fuate sehr freundlich hinzn: Das ist wirklich eine äußerst originelle, eine famose Idee! Sie, Fraulein, ich bin ein Wiener und das freut mich, daß man in Wien zur Abwechslung doch einmal auf derartige wirklich weltstäotische Einrichtungen trifft. Das nenn' ich wirklich einen großen Zug. Bravo! Und damit überreichte er der Kellnerin voll Entzücken einen Gulden als .Trinkgeld", einen Betrag, welcher die Hohe seiner Consumation bedeutend überschritt. Wir Wiener sind eben noble Leute. Und der Herr, der soeben eine so .billige" Jause verzehrt hatte, lief schnürstracks zum Musikpavillon und erzählte einer Schaar von Freunden und Bekannken, welche dort den Vortragen der Musikkapelle zuhörten, wie famos man in der Wiener Molkerei bedient werde und vor Allem wie billig. . . .Der Beifall darob war ein einstimmiger. Nach etwa ehn Minuten zog eine ganze Karawane rn die Wiener Molkerei ein, ließ sich die köstlichsten Dinge vorsetzen und enwickelte einen kolossalen Appetit. Ganze Batterien von Kaffee, Milch und Eis wurden verzehrt, und das kleine Gebäck vcrfchwand, als ob ein Haifisch damit gesättigt werden sollte. Nachdem diese grandiose Jause endlich vorüber war, schickte sich die Karawane an, sich zu entfernen, lndem m unisono der Zahl kellnerin znschrie: .Wir find zum ersten Male da l Sie wissen ja ! . . . . "-.Aber bitte, die Fiechnung! Mag? Rechnung? Wir sind ja zum ersten Male da!...." Man sah natürlich die Herren höchst erstaunt an, etwa so, als ob sie plötzlich alle zusammen wahnsinnig geworden seien. Es kostete Mühe, ihnen begreiflich zu machen, daß sie die Opfer eines .Aufsitzers geworden: fie mußten zahlen und entfernten fich kleinlaut. . Aber als sie zum Musikpavillon zurückgekebrt waren und dort den Freund trafen, der sie so jämmerlich zum Besten gehalten, wollten sie ihn lynchen. Vergebens versicherte der Ueberfallene, daß er nur die Wahrhcit erzählt habe und sah ganz blöd darein ... .'. . Endlich errettete ihn aus der peinlichen Situation die Dame, in deren Gesellschaft er gerade vorher in der Molkerei die .billige Jause" verzehrte 5ie war es gewesen, welche die graziöse Hebe ins Komplot eingeweiht, ihr die Rechnung bezahlt und sie instrnirt hatte, das Märchen von der Zratisjause fr die .erstmaligen" Besucher zu erzähle. Ein ungeheures, Gelächter widerhallie in denr AuSstellungspark und bald ging die Weitere Geschichte von Mund zu Munde. Zur Warnung vor dem Glauben an diese .wirklich wcltstädtische Einrtchtung" ist die Geschichte hier erzählt worden ...... , '. ... ''-. . f. : ,.!' Lakonisch. Frau: Denke Dir, unser Gustav hat sich verlobt! , Mann: Das ist seine Sache. Frau: Ja, aber ich leide es nicht! Mann: Das ist Deine Sache. Frau: Und Du ls Vater mußt doch etwas dabei thun! Mann: Das ist meine Sache!
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t'IÄ I1 "Il I1 hin1 J ', ,' , in , i 'l'ii' " V Äiffe) Die ,,Sinifiuth" der Verszangeu, , ,,,r und Zukunft. ' - -j Zyou S. W. Syriyen, Dank der biblischen Geschichte hörten wir schon als kleine Kinder von der großen Sintflukh. , Unsere kindliche Phantaste beschäftigte fich mit dem schrecklichen Bilde, wie es vierzig Tage und zwanzig Nachte vom Himmel goß, wie das Land überschwemmt wurde, wie die geängstigten Menschen sich auf Bäume und Bergeshöhen flüchteten und wie sie endlich Alle, Alle ertranken, weil sie schwer gesündigt hatten. Nur der brave Noah in seiner Arche blieb am Leben. Später fiel es uns vielleicht auf, daß auch die griechische Sage von einer großen Ueberschwemmung spricht, elche das Menschengeschlecht vernichtete. Der Noah der Hellenen hieß Deukalion. Und wirklich, wir erfahren endlich, daß die Kunde von dem großen Wasser in den Saen fast aller Völker wiederkehrt :c., nicht nur bei den Völkern der alten Welt, wie es die Griechen, Juden, Perser, Inder und Chinesen sind, sondern auch bei den Sudan-Nez,ern und Hottentotten, bei den Grönländern und den alten Bewohnern von Merico, den Azteken, bei verschiede nen JndianerrStämmen, bei den alten Peruanern und anderen Stämmen in Südamerika. Alexander von Humboldt erzählt, daß er in den Savannen Südamerika's, einige Meilen von Encarumada, unzugängliche Felsen fand, in welche hieroglyphlsche Bilder eingehauen waren. Nur mit Hilfe kunstvoller Gerüste hatte man diese Zeichen fertigen können. Als er die Einwohner darnach frug, antworteten sie, ihre Väter seien zur Zeit des großen Wassers mit ihren Canoes so hoch gefahren. Aber nicht die Sage allein, auch Geschichte und Kulturgeschichte deuten, wenn auch nur mittelbar, auf eine allgemeine elementare Katastrophe hin, welche etwa 4000 Jahre v. Chr. eintrat. Um diese Zeit reißen alle Fäden, brechen alle geschichtliche Ueberlieferungen plötzlich ab: Hier stehen wir an dem Anfang der Weltgeschichte, und zwar bei allen Culturvolkern fängt fie beiläufig um diese Zeit an. Ist es aber, wie man logischerweise annehme müßte, der Anfang aller Cultur? Keineswegs. Im Gegentheil aus undurchdringlichem Dunkel tauchen, wie in Aegypten, wie bei den alten asiatischen Culturvolkern, wie bei den Ureinwohnern der griechischen Halbinsel fertige 'Staaten ans, mit Königen, Armeen, ausgebildetem Cultus, ausgebildeten Gesetzen, verhältnißmaßig fortgeschrittenen Culturen, von den Keimen, der Vorgeschichte, den Vorstufen dieser Staaten keine Ueberlieferung, keine pur. Dagegen wissen wir, daß fast alle Culturvölker von hohen Berqen herabgestiegen sind und die Cultur bereits mitbrachten. Was mochte die alten Volker bewegen, ihre Wohnsitze aus unwlrthllchen Gebirgen aufzuschlagen? Wie die Sage uns verräth und die moderne Naturforschung bestätigt: weil die Ebene durch furchtbare Ueberschwemmung versumpft und unbewohnbar geworden war. Wenn wir in Betracht ziehen, welche furchtbaren Verwüstungen bei uns oft ein einziger Wolkenbruch anrichtet, fo ist es vollkommen denkbar, dak anhaltende. fich immer wiederholende öiegengüsse c rrr r . t : - n. t , uno virenorume oas ano ganzliO) zu vernlmpsen vermocyten. Wahrscheinlich hat schon 66000 v. Chr. die Menge der Nicderschläge von Jahr zu Jahr zugenommen und das dauerte so lange, bis. die Wolker nach den Bergen flohen. Die Gewässer vermchteten indessen die Fruchte ihrer Arbeit, jene Culturwerke, weche manrncht mit nehmen konnte. Die Vertriebenen letzten. wenn auch spärlich nnd mühselig, ihr Werk in den neuen, luftigen und sicheren Wohnsitzen fort. Die bevorzugten stamme wenigstens erhielten sich ihre Cultur Etwa 3000 v. Chr.. vielleicht auch noch früher mögen die Regengüsse schwächer geworden sein und die Ebene begann allmälig auszutrocknen. Damals stiegen die Menschen von den Bergen herab und begannen ihre Arbeit auf der Ebene auf's Neue. Es ist der Anfang unserer Weltgeschichte. Die Sagen aller Völker bestätigen diese Annahme. In der altpersischen Mythe hieß der Mensch Zima, d. h. der aus der Fluth Gerettete. Wir gelangen nun zu der Frage: Kann die NaturforZchung das Eintreten fo allgemeiner und anhaltender Regengüsse nnd Wolkenbrüche erklären, welche andauernde Überschwemmungen zur Folge haben? Die Antwort darauf lautet bejahend. Man vergegenwärtigt sich, wie die Niederschlage in unseren Himmelsstrichen entstehen. Am Aequator, in den Tropen, verdunstet das Meerwasser rasch und ausgiebig und die erhitzte Luft ist mit feuchten Dünsten angefüllt. Der kältere Luft ström von den Polen stürzt unaufhörlich nach dem Aequator, weil die heißere Lust die dünnere ist. Die heiße und feuchte Luft wird emporgerissen und ihrerseits nach den Polen gedrängt. In unserer, der gemäßigten Zone, pflegen sich die beiden' Strömungen zu mischen, die Wasserdünste in Folge der Abkühlung sich als Regen und Schnee niederzuschlagcn. Je stärker die Erhitzung am Egua.or, desto stärker die Niederschläge in unserer Zone, was besoliders für die Zeit der 'Acquinoction (21.:: März und 21. September) zutrifft. . In neuerer Zeit ist man zu der Vermuthung gekommen, daß Sonne und Mond durch ihre Anziehungs kraft auf Unsere Lustatmosphäre einwirken, eben so wie sie das Phänomen von Fluth und Ebbe herbeiführen. Sonne und Mond wären darnach im Stande, die oben beschriebene Srömung zu beschleunigen und daher auch ,Stürme und Niederschläge zu vermehren. Nun vergegenwärtige man sich, daß sich die , Erde nicht, in einem Kreise um die ' Sonne bewegt, sondern in einer Elypse, d. h. in einem Langrund. . Die Sonne , steht nicht in der Mitte dieser Elypse.snndern seitlich in einem der sögenannten Brennpunkte. Es leuchteten, daß die Erde im Lause,, des Jahres der:, Sonne einmal näher und einmal ferner ist,; und daß im ersten Falle die Anziehungskraft der Sonne auf unsere Erde stärker wirken muß. V' ,, Gegenwärtig befinden wir uns, um
:iß:$$pf ,ii i rv I. , : v aiipii: ifH'siiflsi::,! '" :: f. üii :;:!!.: i'ijÄl'if'J9!:"1-!:''1 ' '!lr'i! Öll!??! !;;311 :'!:!!: :'i' ' -' iwy i iwi l ,,,,,, m ,,,, i m in. fcXVsM liii iJ ii tun i, UU Viä btMU Neujahr in der Sonnennähe. Nun ist man aber zu dem Schluss? gelangt, daß das Datum unserer Sonnennähe nicht unverrückbar . ist, sondern sehr langsam in der Zeit vorrückt. . Im Jahre 4100 v. Chr. soll, wie unsere Gelehrten ver-1 sichern, das Watnm der Sonnennähe auf den 23. September gefallen fein. Nach ähnlichen Berechnungen stand damals auch der Mond in der Erdnahe und seine Anziehungskraft wirkte vereint mil der-, jenigen der Sonne auf die Luftfluthen der Tropen gegend. Ungeheure Massen von Wasserdünstm wurden von wüthenden Stürmen ,, durch die Atmofphäre gejagt .und erzeugten jene , Niederschläge, von deren vcrhängnißoollen Folgen uns die Sage berichtet. Wir sragen weiter: Kann die oben er wähnte Constellation sich wiederholen? Aller Wahrscheinlichkeit' nach ja. Das Datum der Sonnennähe uuzerer Erde wird im Jahre J 0 i 00 auf den 31. März fallen also in der Periode der Acquineclialstüruic, , dann dürfte sich die elementare K a t a - stroph e, di e wir Sund flu th nennen, w i ede r h ölen. Keinesfalls wurde diese Katastrophe plötzlich eintreten. ES unterliegt keinem Zweifel, daß wir jetzt in einer überaus trockenen Periode leben, in einer der trockensten der uns bekannten Zeiten. In späteren Jahrhunderten wird die Wasserbeförderung über ber ganzen Erde mit wachsender Geschwindigkeit vor sich gehen. Die Niederschlüge werden stetig zunehmen. Sie betragen jetzt ein Minimum. Vielleicht schon um das Jahr 4000 n. Chr. werden sich die Schleusen des Himmels öffnen, um die ausgetrocknete Erdrinde zu durchfeuchten. Mit Begier wird diese das befruchtende Naß aufnehmen, aber da die Regengüsse nicht enden wollen, wird die zweite S ü n d f l n t h h e r e i nb r e ch e n. Es ist aber nicht anzunehmen, daß diese ebenso vernichtend wirke wird,, wie die erste. Sie findet wahrscheinlich zahlreiche Vorkehrungen, um den Lauf der Gewässer zu regeln. Jedenfalls aber wird die zweite .große Fluth" den Menschen nicht mehr als Strafgericht erscheinen, sondern als eine Nothwendigkeit im Kampfe der großen Naturkräfte Aus seiner Schülörzeit rzählt ein Mcdizinalrath in den .VurlchenschastlichenBlättern" folgende scherzhafte Erinnerung: .Wir hatten auf unserm Gymnasium es find jetzt fünfzig Jahre her einen alten Geschichtslehrer, einen ganz absonderlichen Kauz, den wir nie anders als Taschenkrebs nannten. Es war ein gutmüthiger Mann, der sich viel gcsallen ließ und von uns bösen Buben weidlich gehänselt wurde. Zu seinen Schwachen gehörte unter Anderen seine Sucht Witze zu machen, obwohl ihm sedes Talent dazu fehlte; aber mochten dieselben auch noch so schlecht sein, sie fanden stets nn dankbares Pudlikum an uns. Es lag uns freilich weniger daran, nit unserem beifälligen Lachen dem Taschenkrebs eine Freude zu bereiten, als bei dieser Gelegenheit möglichst viel Lärm zu machen nnd den Unterricht zu stören. Ja, es lag System in unserem Randaliren, jede Bank mußte in einem besonderen Ton lachen, so die erste in i, also hihi, die zweite in a, die dritte in o, die vierte in au :c. Das gab dann jedesmal einen Höllenskandal, der gute Taschen krebs aber saß oben und freute sich mörderlich über die colossale Wirkung seines vermeintlichen guten Witzes, bis die Störung gar zu lane dauerte, und er mit einem energisch sem sollenden .Jetzt ist's aber genug!" die entfesselten Lachgeister zu bannen suchte. Ich saß auf der Hoho-Bank, alfo auf der dritten, und genoß einen gewissen Ruf als Meister im Lachen, ja ich hatte das Pnvilegtum, zuerst anzusummen, und erst nachdem ich den Ton angegeben, folgte meine Bank nnd der Reihe nach die anderen. Eines Morgens hatte ich zu meiner Schande sei es gestanden einen ziemlichen Bmmmschädel ; wir hatten stark gekneipt, und ich empfand daher das Bedürfniß, ein wenig zu schlummern. Ich verständigte meinen Rebenmann davon nnd schärfte ihm ein, daß, wenn der Taschenkrebs in seinem Lortrag über den peloponesischen Krieg einen Witz machte, er mich anstoßen sollte, damit' ich das Zeichen zum 5llassengelächtcr geben könnte. Nachdem ich dies verabredet, neigte ich mein Haupt un entschlief. Eine ganze Weile harte ich schon sanft geschlummert, als ich plötzlich den Ellbogen meines Nebenmannes in den Nippen fühlte. Aha, Taschenkrebs hatte einen Witz gemacht, und ohne den Kopf von den Armen zu erheben, stimmte ich aus Leibeskräften in: ho ho ho ho! Sonderbar, kein Mensch siel ein; was bedeutet, diese Insubordination. Indem ich langsam den Kopf erhob, ließ ich aufs Neu ein fürchterliches Hohoho ! erschallen. Aber schon beim dritken verstummte ich und schaute erschreckt, rings umher. Aller Blicke waren aus mich gerichtet, ich sah auf allen Gesichlern verhaltenes Lachen, aber jetzt dennerte es vom Katheder her: .Schlottmann, find Sie verrückt geworden?" Wüthend stand der Lehrer hinter dem Tisch und blickte mich durchbohrend an. Zlch, da war ich schön angekommen! Der Taschenkrebs hatte seinen Vortrag früher als fanst abgebrochen, um ein Repetltorium abzuhalten. Nachdem er schon mehrere geprüft hatte, kragte er: .Schlottmann, wie hieß der Spartanerkönig?" Um mich zu wecken, stieß mich mein Nebenmann an, und ich, ' in d er Meinung, der Taschenkrebs habe einen Witz gemacht, antwortete mit einem donnernden Hohohoho! Als ich bann zwei Stunden auf dem Karzer saß, hatte ich genügend Zeit nachznsin-' nen, wie der Spartanerkönig wirklich hicß.1 y . ' t - - . Ein Vorschlag znr Güte. Vater: Junge, Du bist also wieder nicht versetzt worden ! WaS soll denn auS Dir verdcn, wenn Tu' immer so fortfahren und sitzen bleiben willst?! Sohn: Weißt' was Papa! Laß mich Droschkenkutscher werden! Da kann ich immeriort fahren und dabei doch sitzen' bleiben l , Gedankensplitter. Eine Krau hat schon! emen Fehler begangen, indem sie einem Dritten nicht unnahbar rrschienHVL.H tV
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immy m i1-- ,,!,, ,,, !, wii wmm 11 " ,, m' ' liim . ;.;!': NiSilr'iiiliiMiil'i'iiift irti-'TriV'V'.'11 1 -I in J Zeitgemüßer Wtnr. 3 eefc!2?n Bieter Fxer'd?n, ' VrrannZt ?d Cct irfB3.II. i . - . ' Ach, man glaubt nicht, welch enormen Werth die äußern Umgangsfsrmett m0t zuubm sind im Stand, wen -sie richtig angewandt. - ' Deutsche, leider, find von jeher, wenn man sie betrachtet Der, swHcr tttüp keit nicht groß, wie z. V. der Fr.sinoj'. Ob's genügt, auf solche Sachen, uns ..nur anki'ierkknnr tu essen? - -.O"ÄM leicht es besser ging, gab' man uns 'n leisen Wink? - " . rfi vrr$& ik fcr'Mtfirtrtrtfrt Lsisl' M7 if er sich Erfolg erringen ! Gerade ist i jetziger Seit günstig die GelegenhchgW , ...,1. 1 ' senn wer wuie nlcyr, oan cci gern heute reiste in die Bäder ! Nament, lich die Weiblichkeit möcht' am liebsten forl recht weit. Doch der Gatte in er wegene? Laune ist darin stets Gegner. ' und c5 gibt aus diesem Grund, manch Zank im Chebund. Jti Triffst Du, zwecklos einst flanircnd, Mann und Weibchcn promcnZttnd,grüße, bleibe Nehn und dann sieh die Frau recht ,, prüfend . Sag': Erlauben Sie mir, Gnadizev daß ich mich der Sorg' entledige, den Sie sind, mich ängstigt das, wirklich , außerordentlich blaß , alle Rosen von deu ,, Wangen sind ja ganz und gar vcrgan, , gcn 1 Meiner Sl. Sie sollten nun tU was ernstlich für sich thun! I Siehst Du? wird alsbald mit Beben , ihre Stimme sich erheben, Andere seh'n, wie krank ich bin. Dir kommt so was 1 nicht zu Sinn. Ach, was hob' ich schon,, 1 gejammert, bittend mich an Dich ge" klammert, aber Du bliebst kalt wie , Stein, meint'st. ich rede mir'6 nur ein. 5T??thtt?rt fsrtttt ' Vlltt Vii t ' Und der Gatte fragt Dich ehrlich: Sch:int's denn wirklich so gefährlich ? Worauf Du: So wahr ich bin'! Na, seufzt er, dann reise hin ! Einen Älick wird sie Dir neben, wie Fortgang, wie beseligt noch das Wort klang, das sie sprach halb hinterrücks : Ein zehr seiner Mann, der X! , ' Jcdcr Dame, di? zu kennen Du Dich darfst so Glücklich nennen, foa in's Ant-! litz frei und frank, sie sah' aus, als war" fie krank. Als Beweis, bei den Dcbat-
Jetzt nun fährt sie fort imt Are:, chen , horst Du's von 'nem Unpzrtci'schcn,' daß mir Aermsten unbedingt nur Ostcndt "i
in Deinem ganzen Leben Du noch keinen je bekamst, weil Du Dich so gut, benahmst. Und Du horst nach ihrem
ten dient daö gegen ihren Gatten. hus - i, , fchlaggcbend bleibt am EndDein ge wichtiges Argument. 1 W Aber nicht bloZ bei den Damen machst ' T Alt(.l Q? li rt'tt .'A'. Inrt U ...::,
U f - .!', 'W ...",;!' ff , Mannern ist's zur Zeit von erprobter ij Wirksamkeit. Sind zwei Socien im Geschäfte mit Aufbietung aller Kräfte, thätig bis zum Abendstern, und der Eine möchie gern Sommers bischen landwärts wandern, doch er will's nicht gern dem Ander t r i r t r . ... ..' . sagen, weil wahrscheinlich Der hiermit nlchr zufrieden war, dann n Sii r der Gescheidte: nimm den Andern bei Seite und sag ihm: Ihr Assi der gefällt mir gar nicht, nee; er jl kaum noch zu krauchen ! Der muß razch 'ne Kur gebrauchen; ist's ein Wunde t denn, henjchs, wenn ein Menfch hier
wrrd nersoö? Lasten Ueber 'Sie n bei. ,,ffH Zeiten zum energ'fchem Mittel schreiten) ' eh' die"Last--das wär' nicht gut ganz r allein auf Ihnen ruht. ,' Beide sind Dir selbst?erständlich hier! , für ungemein erkenntlich, und sie sagen,. von Dir dann : Wirklich ein sehr netter Mann! Assessoren, IZefcrendaren, Prokuristen
und Scholaren, Herrn der Diplomatie selbst dem einfachen Commis mußt Dir in den heut'gen Tagen: .Gott, waS seh'n Sie schlecht aus!" sagen, aber nur sonst wär's verkehrt wenn's der Vorgesetzte Hort. . ,' Hoch erfreut das möcht' ich wetten Alle, die gern Urlaub hatten. Du stehst ' ' da als Karslier von weltmännisch Manier. - Aber wehe, dreimal wehe, kommt Dir Einer in die Nähe und Dir fährt daö ,i Wort heraus: Sie seh'n ja wie's Leben ,' aus! .. Blicken wird Der gleich der Furie und ganz sicher die Injurie Dich sür Deine Grobheil traf: I Himmel, ist der Kerl ein Schaf! (Berliner' .Ulk".AH!, W ohl u m einemdring enI gefühlten Bedürfnisse abzuhelfen, hat in Paris irgend ein nichtsnutziger Kopf ein neues Marterinstrument , seiner Mitmenfchen erfunden, das aller Wahrscheinliche keit nach im Begriff steht, sich mit der Schnelligkeit einer JnfluenaiEpidemie über die cioilisirte und uncivilisirte Welt zu verbreiten, wie einst daS .Cri-Cri. unstligett . Angedenkens. Der Pariser. .Figaro" gab bereits dieser Tage eine; ausführliche Beschreibung deS neuen ver maledeitm Instruments.. Es besteht aus einem Gummiball mit metallenem! Mundstück, ähnlich den Parfümzerstäu bern. Der Attenkrazer trägt dasselbq in der Ziocktasche verborgen ein leichter Druck, und es gibt mit verblüssender! Naturwahrheit den Laut .Pst!" von sich,, denselben, den man anwendet, um iit unauffälliger Weise einen Bekannten auj der S traße anzuhalten. Man gehö barmlos seines Weges, plötzlich euSnü im Rücken das fatale .Pst. pst!". Selbstverständlich wendet man sich um und er, blickt irgend einen unbekannten Meni schen, dem eS augenscheinlich gar nicht eingefallen ist, .Pst!" zu sagen., Man; setzt seinen Weg fort, da ertönt daS bös ' artige Geräusch von Neuem, und ntür-j lich blickt man wieder zurück, um zu sehen, wer denn eigentlich, da so beharr lich ruft. Uud wenn sich das ,nsch ei par Mal wiederholt, kann es "i selbst einen vollständig nervenlosen P hlegmas sikcr zu? Verzwelflung bringen. Zerstreut. Professor: Ah sieh' da, lieber Freund, , freut mich, Siej nach so langer Abwesenheit wieder jw sehen...". waS maht Ihre liebe Frau Gemahlin ? Freund : Ich bin unver-j heirathet, Herr Professor. Professor:! Ach so richtig ich glaubte doch ganz bestimmt -aber was ich sagen wollte:s wie lange sind Sie denn schon unvert "" "' i r n ' ynralyel t V. fl"
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