Indiana Tribüne, Volume 13, Number 275, Indianapolis, Marion County, 22 June 1890 — Page 7
iXAWiabifclMto'toft'-WjA cjjCtfMi POST RESTÄNTE. feaÖ dem Italienischen deZ Mari MoraiZ bearleitrt von C. G. SZgnor Carlo, der Herr Direktor wünscht Sie zu sprechen." Sofort!" beeilte sich , der. Angeredete zu antworten, indem er die Schreibärmel abstreifte und sich zum Privatbureau seines Chefs begab. Dars ich eintreten? Bitte!" Mas steht zu Ihrem Befehl? t Ich möchte von Ihnen wissen," wie viele Beamte bei der Abtheilung sür rckommandirke Briefe thätig sind ?" Vier, mich selbst einbegriffen. Schön! für einen Tag werden wohl drei ausreichen, weshalb ich Sie um eine Gefälligkeit ersuchen möchte. Am Briefschalte? für gewöhnliche Postsendungen fehlen zu?ei Beamte. Der eine ist krank, der andere seit zehn Tagen auf Urlaub." , , ' '. " '. Der junge Assistent, den ich der Abtheilung zugetheilt, ist noch recht unerfahren, weöhalb Sie mich verpflichten würden, falls Sie denselben thunlichst beaufsichtigen wollten." Seh? gern. Noch sonst etwas?" Ncinj Danke schön." Carlo empfahl sich, wobei er sich beim Hinausgehen schmunzelnd die Hände rieb, als ob er sich darauf freue, endlich einmal in aller Gliche feine Zeitung lesen zu können. Er begab sich, der erhaltencn Justwcttpn gemäß, zum Bureau für Briefausgaben, wo er einen etwa zwanzigjährigen Jüngling damit bechäftigt fand, die angelangten Briefschaffen in die einzelnen Fächer zu ertheilen. Guten Morgen!" rief Carlo, indem er das Zimmer betrat. Sie besmden Sie sich?" Entsetzlich langweilig, eine derartige Veschästigung," war die Antwort des jungen Posteleven, wobei er aufdie Stoße von Zeikungen und Briefen hinwies, die aus,, dem Tische ausgebreitet lagen. ,., : Nun, das ist nur eine Frage derZeit. Sehr bald erlangen Sie die nöthige Fertigkeit, und dann geht es rasch von der Hand." Bitte! können Sie mir diese Adresse entziffern?" Geben Sie mal her," sagte Carlo, warf einen Blick auf die Adresse und las: Giovanni Merighi. Lachend setzte er hinzu: ,0, der ist mir bekannt. Ein erigineller Mensch. Zur Zeit, als ich noch in dkser Abtheilung thätig war, kam er jeden Tag Morgens Punkt sieben und Nachmittags mit denr Glockenschlage vier zum Schalter, um die für ihn eingelaufenen Briefe in Emsfang zu nehmen. Wenn er die Aufschrist gelesen, so pflegte er gewöhnlich zu sagen: .Ich weiß schon, was in dem Briefe steht." ES waren nämlich in den meistcn Fällen Mahnbriefe." Aber wie konnten Sie das wissen?" : Das ist sehr einfach. Wer ein Paar Jahre in dieser Abtheilung thatig war, muß unwillkürlich ein scharfer Beobachtcr werden. Wie viele Personen auch Tag um Tag am Schalter vorsprechen mögen, so mache ich mich doch anheiIchig, in den allermeisten Fällen zu errathen, welcher Art Stachrichten jeder einzelne erwartet." . Ich ziehe meine Schlüsse ans der ven änderten Lage gewisser Gesichtsmuskeln, die sür den Uneingeweihten nicht bemerkbar ist." Guido-Fedel wurde von einem bezahnen Herrn gerufen, der feinen Kops durch das geöffnete Gitterfenster steckte. Carlo nahm ein Pack Briefe aus dem mit markirten Fache, durchblätterte dieselben rasch und reichte einen derselben dem Wartenden. Hastig ergriff ihn der Letzter und zerriß das Kouvert, wobei feine Hand leicht zitterte. Sehen Sie diesen Mann?" rief Carlo, als der Empfänger sich entfern! hatte. Das ist ein zärtlich besorgter Vater. Sie hätten den Blick sehen sollen, den er, während ich nach dem Briefe suchte, aus mich richtete. Mit wilder Ungeould zerriß er den Umschlag. Und wie leuchtete sein Auge schon beim Lesen der ersten Zeilen ! Es war ganz unverkennbar, daß er eine?: Brief von seinem in der Ferne Weilenden Sohne, empfangen hatte. Bitte, folgen sie gütigst den Erwägungen, welche mich zu dieser Ueberzeugung' ge? bracht h.,ben. Wer anders konnte den Pries geschrieben haben? Eine Geliebte? dazu war der Mann zu a't. 'EinGläu biger ? In solchem Älter pflegt man gewohnlich keine schulden zu machen. Over ein Verleger? Hzt man die sechzig über ch ritten, so ist eS mit der Poesie Vorbei, man f?tzt einen Noman ebensowenig in Scene, als man einen schreibt. Nun bliebe noch der Geschäftsmann, i Gewoknlccy laijen jich dle Kanzleute ihre . Beie in ein besonderes Fach legen und durch einen Lehrling des Geschäfts abholen. Ich sage Ihnen, nur iln Vater oder eine Mutter sind im Stande, eine solch' siebcrhafte Unruhe an den Tag zu legen. Liebe zu den Kindern ist dicinzige Leidenschaft, welche durch dieZeit nicht erstickt werden konnte. Hören Sie weiter. Warum läßt der Vater in egoistischer Weife die Briefe feines Sohnes f&sie restante adrejsirin?. . . Weil er der erste sein will, der sie liest und zsich die F.eude vorbehalten will. 'sie. seiner Frau ein zweites und drittes Mal vorzu: lesen und ihr mit einer Art von Stolz jene Worte näher zu erklären,, deren Sinn sie vielleicht nicht ganz verstanden haben ksnnte. Ich sage Ihnen,- ich'kenne meine i?euie." Während er sich nun anschickte, dem jungen Asststenten bei dem Sortiren der Briefe behilflich zu sein, fuhr er fort: Auf den ersten Blick erkenne ich den Verliebten. Passen Sie einmal genau auf: findet ein Solcher den ersehnten Brief vor, so entfährt feiner gepreßten Brust ein erleichterndkr Seufzer. Kaum hat er das ihm so theure Liebeszeichen in der Hand, so eite er hinaus an einen abgelegenen Platz, oder wenn es dunkel ist, n eine einsame Straßenlaterne, um dort ungestört seine Lippen , auf die geliebten h Schriftzuge drucken zu können. Ist kein ßBrief da, jo zeigt sich bei dem Verliebten ein krampfhaftes Zusammenziehen der Mundwinkel,. der Blick wird trübe und 'Hie noch vor einer Sekunde "hoch auf?
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errichtete Gestalt knickt zusammen! Wohlverstanden! es gibt zwci Gattungen von Verliebten, die eben geschilderten, welche es wirklich und von Herzen sind und die gewerb4maszigen. Letztere werden durch ein gcrriszcs diabolisches Lacheln gekcnizcichnet, womit sie ihre tfereotype Frage: Ist nichts sür mich da? zu begleiten pflegen, ferner 5ie Art und Weise, wie sie den Brief empfangen und öffnen, als ob üe. sagen wollten : .Ei was ! ich wußte es ja ! ... . Ich bin stets meiner Sache gewiß." Ist kein Brief da, so entsernen sie sich ruhig und mit einer Miene, die anzudeuten scheint: schon gut. ein andermal." Zu welcher Klasse zählen Siedenn die Personen, welche wie wachn sinnig hinter jeder Postsendung herrennen?" Gewöhnlich sind dies zerrüttete Eri-
stenzen, die von Tag zu Tage die Seiles-j keuc des verloren gegangenen Gebensglucks erhoffen. Sie kommen fünf bis sechsmal täglich und wollen i'ur schwersich daran glauben, daß nichts für sie angekommen ist. Kann man ihre Wün fche nicht befriedigen, so gehen sie murrend von dannenund es sind nicht grade gewählte Ausdrücke, deren sie sich dann bedienen und die alle an unsere Adresse gerichtet sind . . . .Und nun sehen Sie sich mal die Abtheilung mit den Initialen ttnd Chifsern an. Es ist die am meisten gesuchte, gleichsam ein Lager flammend Herzen, eme nie, versiegende Liebesezuellc. Essind darin Stoffe für manches Lust-, aber auch für manches Trauerspiel aufgespeichert. Gewöhnlich spielen in solchen Dramen nur drei handelnde Personen: die Frau, der Gatte und der Liebhaber. Hier liegen die Ansänge vieler erschüttern: der GenchtSscettcn? Plötzlich unterbrach Carlo seinen Nedejlujj, und ein Ausdruck tiefster Seelen' rein verzerrte feine Gesichtszüge. Todtenbleich, die Stirne von kaltem Schroch ße bedeckt, starrte er mit weit geöffneten Augen auf die Adresse eines Briefes, den er gerade einzulegen im Begriff gewesen war. Qtä ist Ihnen? fragte besorgt sein junger Eollege. Nichts!" stammelte Carlo. (?in An fall von Schwindel. . . . gleich wird es vorübergehen." SeineHand hielt krampshsftden Brief fest, auf dessen Umschlag in kleiner zierlicher Schrift die Initialen K. O. A. zu lesen waren. Es ist unmöglich," murmelte 'er und wollte den Brief in das betreffende Fach legen, es schien jedoch, als ob das zierliche Billet ihm an den Fingern festgeklebt sei. Uno n?enn es dennoch wahr wäre und der Brief von ihr herrnyrte," sprach er zu sich felbst, während ihn kalter Fieber? f rost durchschüttelte. Immer und stelS euf's Neue betrachtete er. die Adresse. Daun ging er schwankenden Schrittes in das anstoßende Zimmer, wo er wie zerschmettert' in einen Lehnsessel sank. Sein Hirn sicherte. Ec konnte, er wollte nicht an die Möglichkeit einer solch schrecklichen Thatsache glauben. Und doch lag der unumstößliche Beweis schnöden Verrathes in seiner Hand. NochmalS versucht? er, gegen die sich ihm aufbringende Gewißheit anzukämpfen. .Und es kann doch nicht sein," sprach er zu sich. Zimmer habe ich sie so herzlich lieb gehabt, und sie liebte mich auch .... ich weiß das. Welche Berge von Hindernisseu hatten wir zu überwinden, ehe wir einander angehören konnten. Wie oft haben wir gemeinschaftlich Thränen vergossen, dafür aber auch so manche Freude genossen. So ließ er im Geiste die Vergangen heit an sich vorüberziehen, fodaß er innerhalb weniger Momente acht Jahre seines Daseins durchlebte, von dem Tage an, wo er sie zum ersten Male erblickt hatte. Die geringsten Einzelheiten kamen ihm wieder in Erinnerung, die mit einem HSndedruck gewechselten Brieschen, der erste Kuß, den er auf ihre bebenden Lippen gedrückt, die ersten Tage ihres Ehelcbcns. die Geburt ihres SSHnchens. Deutlich stand das Bild der Vergangenheit vor seiner Seele. die Gegenwart war vergessen, und tiefe Zärtlichkeit für feine Frau 0ltttc ihn ganz. Er fühlte, daß er sie nvch immer so heiß liebe, wie in den ersten Tagen. Aus diesen Träumen wurde er durch den verhängnißootten Brief, den er noch immer umklammert hielt, jähe aufgeschreckt. fcAm ganzen Leibe zitternd, mit lodernden Augen erhob er sich auö dem Sessel. Die zärtlich geliebte Frau war -jetzt aus feinem Gedächtniß verfchmunden und statt ihrer nur die treulose Ehegattin, die ihn schnöde verratheu und um fein Lebensglück betrogen, znrückgeb lieben. Schon machte er eine Handbewegung, um das Couvcrt des Ariefes zu zerreißen, er besann sich jedoch und hielt inne. Noch schimmerte in ihm ein ganz schwacher Vossnungszlrayt.. 23u, sagte er zu sich selbst, wäre es, wenn das Schreiben doch nicht von ihr herrührte, wenn ich mich geirrt hatte. Was für ein Recht habeich, in fremde Geheimnisse einzudringen, blos auf den Verdacht hin, daß sie mich betreffen könnten?Ein Wagen rasselte heran, der vor dem Postgebäude anhielt. Ein eleganter junger Mann entstieg demselben, näherte sich dem Schalter und sagte: .Wollen Sie gütigst nachsehen, sb Weiter tarn er nicht, er hatte Carlo gesehen und stammelte sichtlich verwirrt: ob ein Schreiben für Giulio Biani vorliegt. Das ist es", fuhr es Earlo durch den ' Sinn. Nichts!-" hatte der andere Beamte inzwischen geantwortet. Der junge Mann entfernte sich und bestieg seinen Wagen. Hatte Earlo noch gezweifelt, so warer setzt dason geheilt. Er harte den Mann schon öfter gesehen. Es siel ihm jetzt ein, daß er ihm auf den Promenaden, die er mit feiner Frau zu machen pflegte, mehrfach begegnet sei, doch hatte er Ntcht sonderlich auf ihn geachtet. Auch war er ihm ganz vor Kurzem auf der Treppe seiner Wohnung begegnet, als er etwas früher als gewohnlich nach Hause kam. Der Herr war sehr eilig die Stiege heruntergekömmen un hatte ihn lum Entschuldigung gebeten, eil er ihn angesto ßen.! lJeht hatte ,ihn Carlo an i der Stimme wiedererkannt. .
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Carlo glaubte wahnsinnig zu werden bei ,dem Gedanken, daß die ihm angetrau: Gattin an diesen Menschen, wahrscheinlich die gleichen süßen Worte, die: selben zärtlichen Liebkosungen verschweiß bete, die seither das Glück seines Ebe? lebens gebildet hatten. Sein Herz wollte brechen und vergebens wäreü alle seine Anstrengungen, die gräßliche Vision zu verbannen, "welche oon seinem ganzen Innern bereits Beschlag genommen hatte. Dann oersicl er :n dumpfe Niedergeschla; genheit. Stunde um Stunde verging, es wurde Abend; er saß noch immer in einer dunklen Ecke des Bureau und grü beltc sinstcr vor sich hin. Endlich kam der zunge Mann wieder in dos Postgebäude, warf einen prüfen-, den Blick in das Innere des Gemaches und rief: Bitte, unter Chiffre E. (. nachsehen zu wolleu:" Nichts ! erwiederte der junge Assi: stent. Nichts?.... das ist ja unmozlich . . . . " Nichts! Vedanre!" lautete die be stimmte Antwort. Der junge Mann preßte schmerzlich die Hände auseinander und entfernte sich sichtlich beunruhigt, während ihm aus der dunklen Ecke des Zimmers drohende, tödtlichen Haß zeigende Blicke deö betro, genen Ehegatten folgten. k . Zwei Tage später las man in den Tageszeitungen: Ein schreckliches ttn? glück hat sich im Hause No. US Via Ducale zugetragen. Der Postbcamte Carlo S. hat mit einem Revolver erst feine Frau und dann sich felbst erschossen. Vergebens sucht man nach einem Motive zur Erklärung der gräßlichen Kata. strophe. zumal das Paar in glücklichster Ehe lebte. Höchit wahrscheinlich hat der Selbstmörder in einem teinporären Anfalle von Wahnsinn erst die Mordwaffe auf seilte Frau und dann auf sich selbst abgedrückt. Jnr Erklärung der Gewitterrscheinuttgen theilt Dr. A. Krebs in Berlin in der Elektrotechnischen Z-itschrift" die Ergebnisse einer Untersuchung über Gewitter mit, welche dersilbe auf Grund zehnjahriger Aufzeichnungen der Gewitter Hamburgs erhalten hat und welche nach der ganzen Art ihrer Erklärung allge: meiit glttig zu sein scheinen. Aus den Aufzeichnuuaen stellt Dr. Krebs selgcnden Satz auf: Bei Taggewittern sink: die Temperatur mit Auszug des Gcwit ters plötzlich, während sie bei Nachtgewittern plötzlich 'steigt." Dabei wird unter Sinken" der Temperatur nicht lediglich ein Rückgang um einige Grade, sondern auch en Stillstand auf einem bestimmten Grade, wenn der Tageszeit entsprechend ein Aufsteigen der Tem? xeratur erfolgen muzzte, verltanden, umgekehrt wird unter Steigen" der Tem: peratur 'auch ein Stillstand, auf einem bestimmten Grade oder selbst ein gcriii ger Rückgang, wenn der Tages- bez.,! Nacht;?:! entsprechend ein Fallen oder ein stärkerer Rückgang zu erwarten wäre, verstanden. Zur Erklärung des obigen Satzes wird angeführt, daß die bei Anbruch eines Gewitters heraufziehenden Wolken bei Tage durch den Aöjchtuß d?r Sonncnwärme eine TemVeratursbnahme bewirken, welche je nach der Jahres- und Tageszeit und je nach der Bewölkung des HimmelS vor dem G.'witter mehr oder minder beträchtlich ist, ttnd daß sie bei Nachtgewittern durch den Abschluß der Erdwärme eine Temperaturzunahme zur Folge haben, welche mindestens den nächllichen Tcmperaturabfall schwächt, meistens aber ganz zum Stillstand bringt oder gar, wie nicht selten, in ein Steigen umkehlt. Ueber die eigentlich? Bildung der Gewktter und das beobachtete plötzliche Steigen'des Luftdrucks bei Gewitterausbruch wird angegeben, daß alle Gewitter sich aus der mechanischen Einwirkung mind' stens zweier Depressionen bilden. Der Ort der Gewitterbildung liegt an der Stelle der größten Einwirkung dieser DePressionen auf 'einander, also zwilchen denselben, auf einem Gebiete höheren Druckes. Die Wärmegcwiticr bilden sich infolge der Einwirkung zweier oder mehrerer lokaler Depressionen auf einander, die Wirbelgcwittcr in Folge der Einwirkung der Hau ptoepression auf einen oder mehrere Ausläufer derselben. Die Bildung der Eewitterelectrieitat, welche gewöhnlich aus der Reibung des aufsteigenden Luftstromeö an den Cirriwslken erklärt wird, glaubt Dr. Krebs auf .die Umwandlung der in den Gewitterwolken vorhandenen Wärme Eleciricität ju rück führen zu sollen. Wegen der Verdichtung des Wasserdampfes in den Gewitterwolken und der mechumschen Ein Wirkung der. gegen einander "stürmenden Luftströme fo'llte man eine außergewöhnlich hohe Temperatur erwarten, während thatsächlich in den Gewitterwolken eine sehr niedere Temperatur, nicht selten bis unter den tZefrierpunkt herrfcht. Obschon eine ganz gewaltige Wärmemenge ent steht, ist das Endergcbniß. eine Abkühlung bis zur Hagelbildung. Da sich gleichzeitig ungemein große Mengen Elec tricität entwickeln, so gelangt Dr. Krebs zu dem zweiten Satz: .Jn den Gewitterwölken seht sich die Warme in .Elektrieität um..- Wie dieser Vorgang sich vollziehe, durch welche Zwischenzuttände und auf welche Weise Wärme in Elektricität verwandett werde, ist nicht bekannt, wie denn auch bei vielen naturwissenschaftlichen Vorgängen nur der Anfang und das Ende, welche beide aber ohne, Zweifel in einem ursächlichen Zusammenhang mit einander stehen, bekannt sei. ' Dilemma. Wissen Se mer ka' Mittel, wie ma kann verdienen viel Geld?" Gmß weiß ich ein's!". Ach, sagen Se mer's!" ' Sc nehmen 50,000 Zentner Wachs und verkaufen se mit 2 Mark 60 Pfennig' Nutzen pro' Zentner!" .Wie heiht? Ich hab' doch ka' Wachs!" Ja, wenn Se ka' Wachs Habens " . Sicheres Zeichen. Neue Mietherin : Die Kinder scheinen sich rasch an einander zu gewöhnen. ' : Hausfrau: O ja die sind schon ein Herz und eine Seel heut haben isie irnn ersten Mal gerauft."
Jung gefreit hat Niemand gereut. vumoresk, im merikanischrn Stil vo, Ernst Rügen.
Wie allabendlich um Vierte! nach sieben, setzte sich die Familie Wcalthy an den gedeckten Tisch, doch jenen Abend, von dem hier die Rede ist,fehlte in dem traulichen Kreise die Perle, gemeiniglich Jack benannt, der außer seinen fünfzehn Jahren eine nackte Oberlippe und zwei Nasirmesser sein eigen nannte. Soweit jser Soh. Die Mutter. MissisWeatthv, war eine der besten und wenigst spresenden Frauen, die es jemals in der Union gegeben hatte; so wenig sprechend, daß sie in einem feiner Zeit in Chicago abgehaltenen Schmeigeturnier um den Weltpreis gegründete Aussicht besaß, als Siegerin hervorzugehen ; doch als ganz zufällig der Name Jack ausgesprochen wurde, sagte sie: Ach ja!" und konnte nur noch den zweiten Platz behaupten. Abgesehen von der rühmlichen Eigenschüft, daß Missis Wealthy fast niemals sprach, trank sie sehr viel Thee, und bei der zwölften Tasse ereignete es sich manchmal, daß sie den Namen Jack" in unbegrenzter Verehrung lispelte. Ihr Mann hieß nicht Jack, sondern Jim. Er war der erste Ablader in einem der erstenJmportgeschäfte der Welt, verdiente ein schönes Stück Geld, war auch an sonstigen Tugenden reich, und so hätte man cls natürliche Folgerung ein ungetrübtes Familienleben voraussetzen könnm, wenn. . . .nun ja, es gibt immer etwas ! In der Familie Wealthy handelte es sich meinen ganz unschuldkgen Kin derstuhl, welcheu Mr. Wealthy angeschafft hatte, als Jack daS Licht von New York erb.ickte. Es ist sehr einleuchtend, daß Jack, der schon in seiner frühesten Jugend Zeichen von ungewöhnliche! Setbstständigkeit an den Tag legte, sich alsbald gegen den Kinderstuhl aufzuleh? nen begann.. Mr. Wcalihy äußerte jedoch die Meinung, daß auf die Jugend von heute kein Vertrauen fei. Da kauft, man am Ende 'nen neuer Stuhl und dann kneift der Junge aus", lauteten feine Worte, und er war ein harter Kopf. Jack hingegen meinte, daß er dies nicht mehr lange mit ansehen würde, denn er bezahle für feinen Unterhalt, und mit dieser Drohung zwängte er sich jedesmal unwilliger rn den Kinderstuhl, aber dafür rauchte er als einstweilige Rache die dicksten Cigarren und trank den stärksten Brandy, Alles für fein Geld, denn er verdiente acht Dollars, die Woche, wovon er drei zu den elterlichen Haushalt beischoß und dem Rest .zu allerlei Selbstständigkeitsgclüstett vexwendete. Wie gesagt, stand an jenem Abende der Ausgangspunkt jeglicher Zwietracht in der Famitie Wealthy leer. Nachdem Mrs. Wealthy etwas gewartet und inzwischen den Thee zurecht gemacht hatte, und Jack noch immer nicht da war.wulde Papa Wealthy, trotz der erbaulichen Kanzelreden, welche er jeden Sonntag in der Kirche anhörte, so aufgebracht, daß kr sein eien Fleisch und Blut eine verdämmte "Kröte nannte und schwur, er wolle ihr die Ohren abreißen. Freilich hatte er gut schwofn, denn Jack war eben nicht da, und auch die Nacht verging, ohne daß er kam. Es mag begreiflich erscheinen, daß Mr. Wealthy, der große Stücke uuf einen - sittlichen Lebenswanoel seines einzigen Sprossen hielt, einen Punkt der Gereiztheit erreicht harke, welchen selbst des Tages Muhen um nichts herabzumindern vermochten. Jack hatte sich noch immer nicht blicken lassen. Erst gegen Abend, und zwar zur gewöhnlichen Essensstunde, trat er mit halb herausfordernder, halb erregter Miene über die Schwelle und rief den Eltern fein übliches Hello!" zu, spuckte dann weit ver sich hin und schob schließ: lich eine frische Ladung Kautabak in den Mund. Sag mir mal, mein Junge, wo dr dich die Nacht über herumgetrieben hast? forschte Mr. Wealthy. nachdem ernm? sonst auf irgend eine Erklärung für diescs ungewöhnliche Betragen gcmartei hatte. Ich denke, das ist meine Sache, gak Jack selbstbewußt zur Antwort. Mr. Weälthy v.rgaß in diesem Augenblicke ganz die Selbstbeherrschung, welche der Predige? am letzten Sonntage als nachahmungswerthe Äc'annestugend gepriesen und wobei er den ersten Ablader eines der ersten Jmpsrtgcschäfte der Welt, der kurz zuvor zehn Dollars für den Umbau der Kirche erlegte, so bxdeutungsvoll'angeblickt hatte, bis ihn auch die übrigen Gläubigen mit.scheuer Bewunderung anstarrten und er .sich iNsgeheim vornahm, sämmtliche Schäslein der Gemeinde auf dem Gebiete der Selbstbeherrschung in den tiefsten Schatten zu stellen. Nichtig brachte es Mr. Wealthy über sich, eine begreifliche Entrüstung hinunterzufchlucken, als ihn wenige Tage nachher der Barbier zweimal in die Wange schnitt, weil dessen Hand vom Genuß des Jrish Whisky zitterte. Trotz alledem überzog aber jetzt eine bedenkliche Krebsrothe sein Antlitz, und er ries:, Höre, Jack, ich will gleich in die Hölle fahren, wenn ich'dir nicht die Oh ren abreiße." Bei diesen Worten trat Mr. Wealthy feinem eigenen Fleifch und Blut um einen Schritt näher und erhob drohend die yewichtige Rechte. Jack rekirirte ein weNkß, trotz feiner angeborenen Selbstständig seit, nahm jedoch als Entschädigung hierfür einen äußerst impertinenten Gesichtsaüsdrnck an und versetzte höhnend: Wk, die Ohren abreißen? Die Ohren einem v:rheixatheten Manne?" Daß dich doch entgegnetePapa Wealthy, ciuigermaßen verblüfft und ließ rasch seine Hand sinken. Seit wann bist Du denn ein verheirateter Mattn? Ich denke, das ist meine Sache," antwortete Jack noch kühner als vorher, doch dann schien er der Macht feines eigenen Geheimnisfes zu erliegen, denn tx setzte hinzu: Seit.gesteen Abend." ' Ach." machte Missis Wealthy, 'ob-' L.(.s tm .Ais V. Ol l.'.Z. ivuyt- tiuuj mmiu vcu JCCC liuj gegossen hatte, geschweige bei der zwölften Tasse angelangt war, und die Gewinnerin des zweiten Preises' 'in dem Schweigturnier zu Chicago richtete ihre Augen bewundernd' auf den einzigen : CV ä i1 ' ""' ä 11 ' ',...-.,. . v i1; ':(!' Jungen. ,.; . ::: . , Gestern! geheirathet und dazu noch des Abends ! ": platzte Mr. Wealth? her
aus, wobei er die Finger feiner rechten Hand an dem Kinn rieb. Immerhin habe ich schon recht trau? rige Erfahrungen in der Ehe.gemacht," berichtete Jack, welchem, das Erstaunen seiner Eltern nich: wenig schmeichelte, mit wichtiger Miene, indem er beide Hände in die Hosentasche vergrub und seine dicke Cigarre qualmte. Dann warf er noch einen mitleidigen Blick auf den verwaisten Kinderstuhl und fuhr fort: Es ist immer dieselbe Geschichte, wenn die Mutter der Frau Tlsffi" r-rtr'.? rrtA 5TY Tliffts
uu IUU 1 uilk -V. wvu Run, meiner Frau," entaeanete Jack prahlerisch und zog die Augenbrauen empor. Ja so, ganz richtig," schaltete Mr. Wealthy mrt großer Selbstbeherrschung ein. ' . ' Es ist immer dieselbe Geschichte, sage ich. und kein Mann wird sichs ge fallen lassen, denn man heiratbet am Ende doch die Frau und nichtdieSchwiegermulter, das ist meine Ansicht von der Sache...." ?cun, nun. das ist nicht einmal so dumm," bemerkte der erste Ablader etlvas welcher gestimmt ; aber erzähle doch, wie du auf den Gedauken kamst, zu heirathen." Weiß ich3 denn?" rief Jack jetzt halb unwillig. Ich traf Mary manchmal, wenn 'sie aus dem Geschäft kam. und dann gingen wir stets ein Stück Wegs miteinander, und "vorgestern fragte ich sie so ganz beiläusig, ob sie wohl errathen könne, was ich imj Sinne hätte, ich wollte sie nämlich in's Museum führen, wo die bärtige Fran und das lebende Gerippe zu sehen sind da meinte sie, es wäre ihr tchon lange kein Geheimniß mehr, denn lyenn die Männer in mein Alter kämen. Nun, was da wäre?" fragte ich, wie aus den Wolken gefallen Ach, ich sollte mich nur nicht verstellen, sie hätte mir es schon angemerkt, daß ich sie heirathen wolle "ZAch nein!" wollte ich abwehren, aber andererseits mochte ich doch wieder nicht als grüner Junge dastehen und meinte blos, daß zum Heirathen auch eine Einrichtung gehörte, und daß eben jetzt die Miethen so start im Preise aufschlügen." Ach, lagte ie wieder, das wäre gerade das Schöne dabei, ein Better ihres OnkelS erster Frau hätte ein Möbelgcschäft. und der wurde uns aus roöchent: liche Abschlagszahlung! einrichten, und dann wüßte sie auch eine kleine Wohnung mit außerordentlich niedriger Miethe, und so eine günstige Gelegenheit käme niemals wieder." Das leuchtete mir ein, und deshalb fragte ich Mary gleich, ob ihre Mutter einverstanden wäre. Bei Leibe, die dürfte kein Wort erfahren, sagte sie, und deshalb müßten wir uns auch rasch entschließen, denn so schön würde es sich auf Jahre hinaus nicht mehr fügen. Ihre Mutter würde nämlich den Adenddarauf bei einer Freundin zu Besuch sein und Hxt ziemlich lange verweilen, und da könnten wir uns rasch trauen lassen, und dann wäre die Sache geschehen, und ließe sich nicht mehr ungeschehen manchen. Ich zauderte eine Weile, doch dann dachte ich: ein Mann ein Wort, und sagte zu." Nun und weiter!" drängte jetzt Mr. Wealthy." denn die'Erzählüugsc'mcs vielversprechenden Sprossen begann in teressant zu werden, uud auch Missis Wealthy setzte die Theetasse vom Munde, um besser hören zu können. Wie es also gestern Abend war." fuhr Jack fort, und .ich aus dem Ge? fchäfte kam. siel mir Mary um den Hals und sagte, sie könne den Augenblick unserer Vereinigung nicht, mehr erwarten. Wir bestiegen deshalb die Hochbahn und dann noch einmal die Pferdebahn, und genau um sieben Uhr fragte nach der Pastor, ob ich schon einmal verheirathet gewesen wäre, und ob ich Mary zu mciner Frau nehmen wolle. Ja", sagte ich, und nachdem ich ihm fünf Dollars in die Hand gedrückt,- gingen wir in un? sere Wohnung, welcheMary schon durch ihren Verwandten hatte hinrichten lassen " , 's Nur zu, nuin Junge," spornte der erste Ablader an, da der Erzähler ein Bischen innehielt. , Wie wir also so allein waren, fragte ich meine Frau, ob ich eine Tasse Thee zubereiten solle, denn das wäre des Abends so Brauch bei verheirateten Leuten. Nein," sagte sie, verhekrathete Leute trinken des Abends immer Bier," und wie wir darüber strttten, was' das Richtige wäre, klingelt es mit einem Male, und ein Herr tritt über die Schwellender mich 'sehr freundlich tu sucht, ich möchte die erste Rate für, die gelieferte Einrichtung zahlen und meinen Stamcn unter die übrigen Termiu-Be-dingungen setzen. Gewiß," meinte ich. nur glaubte, ick, daß dies keine solche Eile gehabt bätte. da der Chef des Möbelgeschäftes der Better der ersten Frau von . . . . " Das mag schon sein," unterbrach er mich, aber Geschäft bleibt Geschäft, und entweder Sie gehen anf meine Bedingungen ein, oder ich muß die Ein richtung sofort wieder abholen lassen." Natürlich blieb mir nichts ührig, als daß ich zahlte und außerdem .meinen Namen hinschrieb, wobei der fremde Herr beständig mit dem Kopfe nickte und e.chlich einen guten Äbend wünfchte. . ' ' ; Also soll ich , jetzt Thee kochen ?" fragte ich alsdann meine Frau um nicht von dem Zwifchenfall zu sprechen. Da begann sie plötzlich laut zu weinen und saa,te,' sie hätte nie geglaubt, daß ihr erster .Wunsch unberücksichtigt bleiben , Beruhige Dich nur." .bat ich sie und ergriff eilig den Bierkrug, den ich nicht finden konnte, doch sie schluchzte nur, noch lauter, daß man sie auf dem Korridor hören konnteund als ich hinaustrat, da versperrte mir! eine große, dicke Frau den Weg und schrie:,, , ' Wo ist meine Tochter? Sie haben sie gemordet 1" . . Nein," entgegnete ich erschrocken denn ich ahnte bereits, daß es, Mary's Mutter sei, ich hole nur' etwas Bier . m: 4 ?! i ' '" " ',',,-; ' 1 für sie", ; 'Das'' kennen wir schon!" donnerte die Alte; lind ehe ich mtifivtiftälaüt sie mich '.beim Arm gepackt' und in die Stube zUrückgeschleppt, wo Mary gerade f !-1 SS i f. in i k P' ' (,: ;. i ü ' !k!,I -&g"r;
in einen Apfel biß. Sie legte ihn jedoch rasch bei Seite und siel ihrer Multer wci? end nm den Hals. Was ist das für eine Geschichte mit dem Jungen Heer ?" fragt dieje sehr ungestüm und deutete aus mich. Entschuldigen Sie. Madame, icb lnn ein verbeirakbeier .Mann! versetzte ich ärgerlich. Da wurde sie noch wüthender und schrie: , Wie. getraut mit meiner Tochter, getraut so em Jawohl, ich habe fünfDollars dafür bezahlt, wenn Sie nichts dagegen haden", replichte ich. . OH, Mary, wie konntest du dich fo weltvergessen!" sagte sie Händeringend, und Mary jammerte gleich mit,'nd?m sie sagte: Ich sehe selbst schol, ein, daß is ein Mißgriff war." Wie. ein Mißgriff?'' rief ich, denn setzt wurde cS mir doch zu bnitt. . Nur den Schnabel gehalten", wollte mich die Alte belehiru. Ich den Schnabel halten?" gab ich zmück. Ja. du, du grünes Ding!" sagte sie grinsend. Und , das sagt man mir in meiner Wohnung?! Bissen Sie, Madame, dau ich sehnlich wünschte, Sie wäiden mich And meine Frau allein lassen." Bis .dahin hatte ich noch meine Fassung bewahrt und vermochte mich der alten Dame gegenüber hoflich auszudrücken, aber jeyt ging es erst los, und plötzlich suhlte ich mich am Genick ergriffen 'und . . .hier hielt Jack in seincin Hochz:ilsberichte inne, und Mr. Wealthy schaltete ärgerlich die Frage ein: Jack, das hätte ich nicht geglaubt daß du dich von einer Frauensperson verhauen lassen würdest." Was sollte ich denn thun, wenn sie stärker war? Und nicht genug daran, rief sie noch meine Frau herbei, damit sie mich halten folle. . . . Ich schrie um Hilfe, aber dadurch verschlimmerte ich nur meine Lage, denn die Alte hieb noch fester dar: auf los, und fo ging es eine gute Weile fort. . . . Da klopft eö mit einein Male. Ich .athmete auf. Ein Rettungsböte mit blanken Knöpfen erscheint auf der Schwelle und erkundiqk sich, was mit mir geschehe. Und wer sind Sie, mit Verlaub?" schreit Mary's Mutter in crstickter Wuth, weil ich ihr entwischt war. Ich bin ein Beamter der Kindcrchutz: Gesellschaft", sagt er. und nehme den Jungen sür mich in Anspruch." Er hat aber meine Tochter nichts: würdiger Weise geh:irathct", versetzte die Alte gereizt. Ich bin ein rerheiratheter Mann!" sage ich gleichfalls, um die Schmach nicht auf mir sitzen zu lassen, doch der fragt ganz gelassen, wie viel 'Iahre ich zahle, und als er mein Alter ersährtmeint er, ich solle nur mitkommen, solche Ehen hätten nichts zu bedeuten und wären auch keineswegs rechtskräftig.... Das ganze Geld, das ich für ein Bicycle zusanimengespart hatte, ist für diese einfältige Heirath draufgeganaen schloß Jack,' indem er sich ganz unbewußt in den verachteten Kinderstuhl setzte, seine dicke Eigarre bei Seite schob und, den Kopf auf den Tisch legend, bittere Thränen vergoß. Bei diesem Anblick überkam ein heili ger Zorn den ' txfitn Ablader eines der
ersten Importgeschäfte der Welt, und er trat bcsorgnißerregend nahe an sein eigen FseiMunv Blut heran, aber da lchüt telte Missis Weultchy ihr Haupt, und die zweitgrößte' Schweigerin von Chicago sprach: Laß es gut sein, er hat schon genug bekommen. Lehrfpruch. Wie Mancher schon auf schnellem Neuner büßte Mit jähem Sturze feines Hastens Schuld, Derweil der Andere langsam durch die Wüste, Doch sicher ritt auf dem Kameel Ge duld! Im Jahre 1789 kündigte während der Ostermesse in Leipzig, so berichtet das L. Tagcbl.", ein Unternehmer ein Eonzert an,, das wol nie mals wieder seines Gleichen gesunden !,at. Die Ouvertüre war mit Bomben chlägen gewürzt. Demoiselle Nosalie sang eine Baßarie mit Trillern. Dann folgte der Licblingsmarfch des Kaisers von Fez und Marokko, der gespielt wird, wenn er sich begraben .äßk, wobei eiu vierfüßige Thier die Pauken schlug. Hierauf sang Julchen, drei Jahre alt, eine von ihm componirke AravourkArke. Dazwischen deklamirte ein Papagel eine Ballade, betitelt: Der blutige Hand schuh in der Ruine." Dem Finale, ge blasen auf der Posaune von Demoiselle Christelchen, vierzehn Jahre alt. mit Gesangsbegleitung ihres achtjährigen Bruders Adolf, folgte ein Feuerwerk. ---Kein Wunder. Hausfrau : Um GotteSwillkn, Rosa, das Hühnerragout ist so gcpfeksert, daß man eö nicht essen kann! Ich, sagte Jbnen doch, Sie sollten nur cineMesserspitze voll Paprika nehmen! Köchin: .Gnä' Fraulich hatte gerade kein Messer zur Hand und da mein August von de Kürassier da war, nahm ich 'ne Cabelspitze voll! Affenliebe. Frau: Sei dach, nicht so streng mit unserem HanS und bedenke, daß die größten Männer oft recht leichte Sitten haben!" Mann; Ganz nchtig Hans ist aber nur recht leichtsittnZkl. und besitzt anßerdem keine Eigenschaft eincö großen Mannes Z" Frau: Du mußt aber such nicht'Allcs von ihm verlangen. S ch m e k ch t lh a f t. Es laßt sich nicht leuanen, Herr Lieutenant, daß alle Damen sür die Herren vom Militär schwärmen." Sehr schmeichelhaft, meine Gnädige." Das werden die besten Ehegatten!" O, meine Gnädige!" Gewiß, sie sind doch an SittV ordination gewöhnt!" P o st f c r Ip t n m i tne s Reisebricfeö. Verzeihe dle orthographischen ftfM1 ' Vil sZ k,!split Jl1rtMffiHshtt jtwtfc, v ' M I yv7 v faben aber das Schiff schaukelt so urchtbar, während ich dir schreibe. Ein Nendezoou s. Wo steckt nur heute Freund Müller? Der hat im 1 Theater mit seiner Geliebten ein Setz? dichein verabredet. " '
Llevr, Schweln und Pech. Eme schwarz, Äeg,rWchi-h?e au? tv vzfilirn LsLiZiasa.
Des war der fchwJrze Jimmv, Der hatt' für sich allein v j Mit Welschkorn anfßefuttcrt Ein ganz specielles Schwein. DaS Schwein, daö war fein Er zog's ja selber auf. Nun wollt' er es auch bringen Zum Markte zum Verkauf. - -Z Doch feht, da sitzt ja Nelly 7 r ... Am Wege auf dem Zaun, " -Die thut oergnKglick qrmsend, -Auf' Schwein uud j iming schaun " MKM äkm ??un, wer kann für die Liebe? Der schwarze Jimmu sah 'Die Nellu kaum dort sitzen. Da war er ihr schon nah. Er hat sich aus den Holzzaun Dicht neben sie gesetzt. An ihren schwarzen Augen Sein schwarzes Herz geletzt. Derweilen wartet ruhzg Am Strick das brave Schwein, Verstandnißvoll erwägend: .Das muß ja wohl so sein! mm sSsh-y-h "-$ " Doch als sie so gesessen Knapp eine Viertelstund, ilto kam daher des WegeS Ein kleiner Tcckelhnnd; Der hatt' auf frischen Schinken - Vermutlich Appetit, Dem Schweinchen wurde ängstlich Und .furchtsam im. Gemüth, Es ist rasch fortgelaufen Und riß den Zaun mit weg ; DaS wq,r für Nelly und Jimm Nunmehr fpecielles Pech. Moral: O Neger, willst Du minnen, Setz' Dich auf keinen Zaun! Denn man kaun in de? Liebe , Nie seinem Schwein vertrau'n !, In den Memoiren i t z Grafen d'Hnisson über den Krieg oo I70 71 finden wir einige Aeußerungen des Fürsten Bismarck üler das rs'n fter heuif&f' ? Xv&tnmfrrM- w mf j bo: Jules' Fovre eine Havana an, welche dieser, weil er überhaupt nicht rauchte ablehnte. Sie haben unrecht, sagte der Fürst; wenn man einellnttt Haltung beginnt, die zuweilen zu Etörte'runge führt, Heftigkritcu hl der Smache hervorruft, fo ist es besser, wenn man beim? Sprechen raucht. Senn man raucht sehen Sie, so lahmt dk Cigarre, die man in der Hand hält, und die, in den: Händen wirbelt, ein wenig die phusischeui Bewegungen Moralisch, ohr.e ns iw irgend . emer Weise unserer geistigen: Fähigkeiten zu berauben, beruhigt sis uns. Die Cigarre ist eine Ab lenkung; dieser 'blaue Rauch, der in' Spiro len emporsteigt und dem man wider; Will mir den Ängen falgt, erfreut Sie, macht Sie versöhnlicher. , Man ist glücklick,, der Blick ist beschäfkigt, die, Hand hat etwas zu thun und der Ge-i ruchssinn ist besriedigt. ' W!an ist ge neigt, sich gegen sei:ig Zugeständnisie zu machen, und unser diplomatisches schält besteht auö ge.er fettigen unaufhörlichen Zugeständnissen.' Sie, der Sie nicht rauchen, haben über mich, den Nau chcr, kinln Vortheil: Sie lind wachsa mer, und einen Nachtheil: Sie sind ehe geneigt, sich Hinreißen zu lassen, einer ersten Bewegung zu folgen.- . Unverd Zente Beschul di gung". Mutter: Hat Dich der Lieutenaut nicht eben wieder im Hausqang ge küßt?" Tochter: O nein, Mama! Mutter: Leugne doch nicht ;ich weil? eS!" Tcchter. (schluchzeud): Ganz Kk!ß nicht; eS Var auf der Treppe !"
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