Indiana Tribüne, Volume 13, Number 275, Indianapolis, Marion County, 22 June 1890 — Page 6
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Sie groh? ttartysuse. Wenn der Sänger in der Ballade vm Trank voll süßer Labe" singt, da hat ihm gewiß der würzige KarthLufer vorgxschMbt, den die Mönche vsn Chartreufe in ihrem altersgrau? Kloster auf steilen hohen Felsen in öder Gegend zwischen wilden Gießbächen aus seltenen Jcräuterrt zusammenbrauen, allein in Kille? stacht, damit fern menschlrcyes Sln ibncn ihr GeKeimnifz abseken vmuv c'ii f - i W!F i'? ' '?zZ f W2s einen Menschen veranlassen konnte.in diesem. de:n Dienste der leidenAen Menschheit gcVidmcten Kloster, wo nicbt nur Chartrense. sondern auch manch l nderer berühmter Heiktrank seit Jahrs ! Hunderten gebraut und gebrannt wird, ' Dynamit zu legen, wie neulich berichtet rsard, ist Ichier unersiadlich. Seit der Gründung des Klosters vor 800 Jahren durch dcnheiligen Bruno bereiten die gui' Zcn Mönche von Chartreuse allerhand Mittel gegen Zahnschmerz. Quetschn- !, gen etc., lauter wohlerprobte Mcdikaf inente und feine Quacksalbereien, wie sie ! ihren Karthäuser ja auch zu den Gesundji, heitSuntteln, den Eliriren Lcbcnser- ! eckern Zählen. aZ der probste k Krömerschnaps lochl auch ist. CZ lies vor längerer Zeit eine Notiz ' durch die Zeitungen, daß der Papst vcr- - sucht hübe, sich in den Besitz deZ Gehei:nmsses von der Elirirbcrcituug zu setzen, : und daß die Rothschilds Millionen dasür 'geboten hätten. Diese Gerüchte sind nshl in da5 Gebiet der Märchen zu ver- " weisen, allein sie zeigen doch, welchen ';. . Angeheuren klingelchen Werth daS Fabri-?at!onS-Gehei:nuiß und der Handel mit U Im Elirir rexraskntircn. Viele Leute sind der irrigen Ansicht fti baß die Mönche von La Grande Chart- ! rcuse dem ältesten, berühmtesten und MOichtigsten Kloster des KarthäustOrKenS, ein sehr gemüthliches und lebens lustige-, Wölkchen sein müssen, welches Ms.uA lauter Gourmands besteht und in ,;!Wö!lkben schu?elgt, denn wo so seine D'KqnMre gebraut werden und so große M-Eummen eingehen, da kann man sich doch alle Genüsse gestatte,?. Dem ist "' sider nicht so. denn die KartbänserMönche sind Asketen und haben das Gelübde der Armuth und Entbehrung ab-
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gelegt. Sie Lurlen kein Fleisch genießen und Fisch nur an Feiertagen. Zwei Mal in der Woche erhalten sie Eier und Käse. Senst besteht ihre Nahrung aus Pslanzknstoffen. Am Mittn?och und Freitaz fsf Ist dieselbe gar nur aus Wasser und Brot 1 Beschränk:. Eine Mahlzeit den Tag ist
ht Reael. i d. . Die Mönche schlafen auf einem Stroh'ih bet!, in der Kutte, die sie überhaupt nie sb!en. selbst nicht wahrend einer .strankf ' heu:ragen rauhe Hemden und Sandalen !i ; und sind gegen alle WitterungsoerhÄlt- ,,, zlisse abgebörlet. Sie machen tagelanSe ZAWMVrsche durch die Berge, um die KrauZur den underbszren Trank zn fuhJ:f'fyut der ihr Kloster so berühmt gemacht lzat. Möbel gibt cS nicht im Kloster. V;,; llfSrnrot ein Gast unb das Kloster ist der WUsahriSort vieler fremden aus -WÄab und Fern so sührt man ihn in eine r?eißge!unchte Zelle mit Pritsche, Tisch und Schenul. In einer Nische stehen Weisbrsd. Hceis. Frucht, Eier, eine MMüchse mit Sardinen und zniei Flaschen mit grüncur und gelben Chartreuse, von' dem der Fremde zutrinken bedeutet roZrd, xsiv.r, ihn eine Ohnmacht anwandelt", cttl FaN.de? ziemlich regelmäßig einzutxtUu pflegt, denn wer käme nach Chartren'e. odne nicht den -köstlichen Trank an SM,i? Quelle kosten zu wollen, llnd ein bis1 chm Ohnmacht heucheln, um sich diesen Genuß zu gestatten, wird im Kloster nicht zu den Todsünden gerechnet. Wir den religiösen Uebungen wird es
Zu: Kloster sehr streng gehalten. Die Machtmeffe, Welche um Mitternacht beginnt und an welcher alle Mönche, vom Ptior bis zum Laienbruder, theilnehmen, dauert drei Stunden, im Winter sowohl ptfo im Sommer. Und um halb sechs Uhr beginn: jchsn, wieder die Frühmesse. MZ Leben im Kloster ist in der That ! einförmig. Der Kartl)ulf Mönch arbeitet, betet und schläft. zum Schlaf sind ihm nur 6 Stunfiiit' beschiedkn. 1 1. Das Kloster liegt in oder und schwer zulänglicher, wito romantische? GeblrgKqegend. 60u0 Fuß über dem Meer, Ll'.d nias dort gezogen roird, muß dem Beben förmlich abgerungen werden. GkMNc wird in Treibhäusern gepflanzt. Die Lge ist eine außerordentlich schone. Am Fuß des Gsaud Som, in einem etttteW Tbaleinschnitt, erblickt man einen ..-t$ !..' .... 5 : Sl , X f " 's? von ktkersMaum vecamimiei- , telr? vS welchem die gro ße Karthanse (das Kloster mit Kirche, Kapitesiaal, Biblisjhek, Arkaden' und 60 Zellen) hervor,ragtDaS Kloster wurde während der Fteoolution von 17S3 aufgehebe.r und dAMönchkn erst im Jahre 1810 wieder zurückgegeben. Die zwei Meilen davon gelegene Einsiedelei Brunos ist in eine Kapelle umgewandelt und seit' 1830 restaurirt. 5))'?" ' m m m .. ' Während der Hundstage. N. : Guten Morgen, Emil ! Was thust " ' m m . -f , , .. n fr- . t . ' zu yeuie caazmttrags v?rnu; cywlrcn !!?
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Der NachmlUagsschlas. (AuZ de Aerltner .Kl. Journ.") Hausig genug sind ärztliche Stimmen laut geworden, die sich gegen den Nachmtttagsschlummer als gesundheitsschädliche Angewohnheit ausgesprochen haben ; aber genutzt hat es nichts. Das Bedürfnig, nach eingenommenem Mahle eine Viertelstunde lang zu drusseln", die Verdauungsthatigkeit in süßer Vewußtlosigkeit zu beginnen und womoglich auch zu beenden, die plötzlich schwer gewordenen Lider zu schließen, den nickenden Kopf auf einem Wonnekloß" weich zu betten und die faulen Glieder auf einem Kanapee auszustrecken, ist ein so allgemeines, daß man davon nur in dringenie.l gällm ablaßt, rvenn sich durchaus keine Zeit und keine Gelegenheir findet, diesem reizenden Laster zu frphncn. Ja man nimmt mit Currogaten vorlieb, um die ?lnnclnnlichkeit des Nachmittagsschlummers, wie er sein soll, nicht ganz zu entbehren. Der Arbeiker streckt sich ein Weilchen aus einem Brette aus, besten Psirhl ans feinem Rocke besteht, ja der Straßknarbnter legt sich sogar auf das harte Steinxflaster. und es kümmert ihn und stört ihn nicht, daß die Passanken dicht an ihm vorüberfchreiten und ihn leicht in unfreiwillige Berührung mit ihren Strefelsohlen bringen können, daß die Wagen den Damm entlang rasseln und trappelnde Pferde auf dem Asphalt Lärm machen; die Mütze oder der Hut liegt auf feinem Antlitz, schützt ihn gegen die Sonnenstrahlen und entrückt ihn auf kurze Zeit der geschäftigen Welt. Bester haben es die Droschkenkutscher, die namentlich wenn sie zu hinterst in einer langen Reihe stehen und nicht In fürchten müssen, so bald ran zu kommen", das eigene Gejährt zum Schlafwagen machen, .sich entweder in die Polstcrecke schmiegen oder im offenen Wagenschlage, die Beine über das Trittbrett herabhängend, Platz nehmen, n:n nur das Haupt auf einem der Plüschsitze ausruhen zu lassen. Auf den Bänken der pffentlichen Plätze und im Thiergarten '"'Yi. t . . .. . c . i um ' . . . . sinoer man geraoe um o:e illlagszett die meisten Pennbrüder", und die Schutzleute haben ojt genug damit zu thun, dieieHerren darauf aufmerksam zu machen, daß es nicht gut ist, den Tag zu verträumen, und daß diese Staffage auch nicht gerade zu? Verschönerung der Landfchast beiträgt. Aber der Schlummer nach Tische fordert auch in anderen BeVötkerungöschichten feine Rechte. Der bedauernswerthe Beamte, dem nicht eine genügend große Mittagspause beschickn ist, um nach eingenommener Al'ahlzeit sich ein Weilchen dem Sopha anvertrauen zu können, kehrt wohl gewissenhaft in feinen Beruf zurück, aber füllt ihn nicht ebenso gewissenhast aus, heuchelt vielmehr, wenn eS irgend angeht, Bcschajtigung. Er sitzt auf seinem ledernen Dtth schcmeZ, das Gesicht über das Pult gebeugt, und nickt und nickt. So ozt die Thür aufgeht und eine Person aus dem Publikum oder ein Vorgesetzter seine Dienste in Anspruch nimmt, schrickt er empor,sazt zunächst, ehe noch irgend eine Frage an ihn gerichtet worden, Ja jDt)i!" und greift alsdann zur Feocr, 1'chüttelt schnell den Nest von Schlaftrunkenycit von sich ab und bcgiebt sich wirklich an die Arbeit. Wnn in einem Bureau eine Chaisolongue vorhanden ist und dergleichen kommt vor, o ist jtcher- i lich einer der Angestellten lange vor seinen College und lange. be?or er fällig" geworden ist. zur Stelle. Dies ist aber nicht etwa ein Uebercisriger oder gar ein Sireöer; sein Srrcben geht einzig nach der Schiummerstötte, er bcnutzt öie Zeit des Alleinseins, um, wenn nicht wie Wallenstein einen lqngen, so doch einen kurze:: Schlaf zu thun. Die Junggesellen, deren Wohnungen sich fern von ihren Perussstätten besindcn, sind besonders schlimm daran, denn beim Essen, das doch auch gemüthlich abgemacht feiil will, ist meist fo viel Zeit verbraucht worden, daß cö .unmöglich ist, noch nach Hause zu. gehen, rnii sich ein wenig auf's Ohr zu legen. ?ie würden es als einen Segen empsinden, wenn sie irgend in der Nähe ein bischen schlafen könnten, denn sie haben gerade noch, zwanzig Minuten Zeit. Aber wo ? Dieselbe Frage legt sich aus denselben Anlaß auch mancher Strohwitter vor, der einige Wochen ode? Monate lang nicht zuHame ißt und im Restaurant dazu viel mehr Zeit braucht als daheim. Wenn er den gewohnjen Divan noch aufsuchen wollte, so würde er nicht mehr zeitig genug in's Geschäft kommen und überhaupt wäre die Geschichte mehr eine Hetzjagd als eine Erholung.' Die Strotzwittwerschasten nämlich nehmen jetzt allmälig ihren Anfang. Schon ist manche Gattin mit den Kindern in die Sommerwohnung geschickt worden, um in Fricdrichshagen, CberSwalde, Schmargendorf ober soustwo frifche Luft zu genießen, und bald werden dre Badereisen das Heer der S'rohwittwer noch vermehren. Grausames Schickjal, das zu den taujenderlel Entbehrun: gen auch doch den Bericht auf den 'Nachmittagsschlas fordert! Jüngst wurde tteses Thema an einem Stammtische er örtert, zu deiZen Mitgliedern mehrere ur Zeit unbeweibte Ehemänner gehören. 5,ner derloeu hat:e unen genialen Geia km. den die Anderen voller Acgeisternttg aufnahmen. .Man schasst viele segensreiche Einrichtmigen. die der Allgemein heit zu gute kommen so ge f hr uwt er aus wrum gründet man urcht eine Scylafraumges üschast? Und die DiScussion begann, der Gedanke nahm Gestalt an uns man war einig daiüber.'daß d .s Unternehmen sich außerordentlich rentiren würde. ES sollen Bohnungen in allen Vierteln der Stadt, besonoers dort, wo sich viele lucipkn besinden und wo fanden die sich jetzt nicht? gemiethet, in Nojeu mir Kanapees und sonstigen Bequemlichkeiten eingetheilt, durch einen Wärter verwaltet und miethweise auf Viertelstunden nnd länger abgegeben werden. Auch sür Damm könnten sepas rlrte, durch Wärterinnen beaufsichtigte Schlaflokalitätcn eingerichtet werden, die Hauswirihe würden den Niederlassungen dieser Gesellschaft gewiß gern ihre Wohnungen einräumen, da sie sicher wären, es mit ruhigen Miethern" zu thun zu haben, man konnte einen Miethspreis von 50 Pfennigen, vielleicht auch von nur 25 Pfennigen pro Perjon und
Viertelstunde erheben, abgesehen von der Jnventarbeschafsung und' Anstellnng je eines Beamten in jeder Filiale,würde das segensreiche Institut fast keine Unkosten machen, kurz, es wäre ein brillantes Unternehmen. würde gewiß schnell Tlnklang im Publikum sinden und könnte die Unternehmer in kurzer Zeit zu Millionaren machen. Schließlich war man daritt einig, daß der Plan durchaus reis und ausführbar fei und man nur noch nöthig habe, sich ber Conzcssion zu versichern und eine oW mehrere Capitalistcn für die Idee zu gewinnen. Daraus ein Akticnunternehmen zu machen würde sich vielleicht am meisten empfehlen. Auch über den Namen des JnstitutS würde man sich leicht einigen. Wsh-
rend die Schwungvollen von einer(Uhr. Zwei Stunden Schlax vor und ..f.rtri.: cm c ... r um Sfliiternn tf iettn ltnn irslffett
cuiaTiaaiqc cu cgaii toif ueuv ' " . t. n r 'f t vc chen, wollten die Prosatschen m Be; zeichnung Schnarche Noah" beoorzugen, schon weil der absonderliche Name eine gute Reklame sei. Nicht so lelÄt. Student (kommt in den Ferien nach Hause, zu seiner Mutter): Na, liebe Mama, was siehst Du mich denn so eigenthümlich an? Mama : Weil ich ein Plätzchen such', auf welcheZ ich Dir den Empsangskuß geben kann! Vom Kasernenho?. i? Wer . steckt denn da nu wieder seine dämliche Fassade fo weit vor! Einiöhriaer Plüddemann, ehe Sie zurück! Mensch, Lie fing a noch dumme? ois die alten Centauren, die waren w:nigstens blos zur Hälste Pserd, aber bei Ihnen ist ja von ien Stiefelnägeln bis zur Helmspitze jeder Zoll ein NhinoceroS." c?ke-komische LZlie. ft -S mGo, Alte, halten Sie das Gesicht nur ein wenig abseits; damit ich Sie bener slinkren kann!" Au Ste skizzeln mich ja jetzt schon ! Der dicke Bäckermei ster am Krrchenpiatze wnrde regelmäßig rn Z'einem Mittagsfchlase gestött. seit die V a " t i ... l!. JT. V . ugeno oes Vkaol;ens, ore Zlcy aumtts täglich vor seinem Hause zn versammeln pflegt, aus den port des Pettfchenknal lens verfallen war, Eines' Mittags machte nun der ' Geplagte seine beste Miene zu dem bösen Spiel, nnd sagte der versammelten chulzugend: Junas, wenn Ji morgen Mittag wedder düchtig knallt, trugt Jt jeder alte Kttnael ! Und fo geschah es. In den nächsten Tagen wuchs der Zahl und der rarru ln gleichem Maße, und befriedigt üür den Empfang der zugesicherten Kringel trollten die Knaben um Zwei zirr Schule mit dem pünktlich geöaltenen'berspre ten: Morgen Mrddaq koimnen wr wedder!" Am nächsten Tage, als die ganze znännliche Jugend des Städtchens, soweit sie irgend im Stande war,- eine, Peitsche zu schwingen, auf . das Erscheinen des Bäckers mit d?m Kringel korbe wartet, läßt dieser sich nicht blicken. Die Jungen lauern und lauern, b,H ste zur schule mutten. und gehen dann ab mit der unmuthigen Erklärung: Wenu't kctn Krmgel glbt, i i. " ward or nkcu weooer rnaur.- ' E ntlarv t. Secretär : Mov gen gehe ich auf die Jagd. Frau: Warte doch lieber noch acht Tage, morgen ist ja der 24. ! Secretär: Warum soll ich denn warten?, , Frau: Ja, weist Du, seit einem halben ahre habe ich nur über Deine Jagdzeit Notizen gemacht und das, bei die Entdcckuna.aemachl, daß Du am Anfang des Monats mehr Glück auf der Jagd hast als am ,noe.
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amü evargTfrArc Der Schlaf. Im Schlafe ruht der Mensch von den Anstrengungen des Tages und sammelt neue Kräfte für den folgenden Tag. Ein ruhiger Schlaf wahrend der Nacht ist für den Mengen uubedingt erforderlich, wenn er gesund bleiben und seinen Beruf mit Lust und Freude aussüllcnwill. Dagegen weist ein unruhiger und ünerquicklrcher chlaf immer darauf hin, daß der Gesundheitszustand des betreffenden Mensch n kein normaler ist. Wer einen ruhigen nnd erquickenden Schlaf haben will, beachte folgende Regeln: 1) Man yche nicht zu spät zu Bett. Die beste Zelt zum Schlafengehen ist sür einen Erwachsenen die zwischen 10 und 1 1 um Mitternacht erquicken nnd stärken mehr a'.s ö Stunden gegen Morgen oder am Tage. LZ Vor dem Schlalenaeben tzuke man sich vor jeglicher Stervenaufregung durch Gemüthsbewegungen (Zorn, Anger, Schreck. Freude u. s. w.) und Geistesanstrengurm. Man lese keine auflegende Lektüre'unv bespreche keine Gegenstände roelche den Geist und das Gemüth febr in Anspruch nehmen. Auch lese man nicht m ,, ' ' t ''t t JLt im Zllerre, um Ncy vamir elnzuitummern ; dadurch werden die Augen übermäßig angestrengt und der gelesene Gegenstand wild meist im Traume weiter gejponnen. zu em anstrcnaen müssen. Die letzte Mahlzeit nehme man etwa zwei Stunden vor dem ist- jr, r . f t nf . jr ;t . )tllsengct)cn kln. aiucg vermeioe man alle aufregenden Getränke, wie Bohnenkäme, Xhtt und Sptttwojeu. Em las reines Wasser oder Zuckerwafser, vor dem Schlafengehen getrunken, befördert den Schlaf. l) schlafe man nicht in einem kal ten oder zu warmen Zimmer. Auch sorge nran für reine und aesunde Lust in der Schlafstube. Am Tage lasse man die Fenjter aufziehen und des Nachts über offne man ein Fenster m dem Nebenzim mer und die nach oemzetven suzrenve Thür des Schlaszimmers. Sollte dieses nicht MLnltch sein, so laste man hinter einem herabgelassenen Fenstervorhange emen oberen tsterjlugel.mlt einem einczeklemmten Kork ein wenig offen stehen. Direkt? Zug darf niemals den Schlafenden treffen." Frische, reine Lust ist ein wichtiges Lebenselcrncnt, darum die Fenster aus ! 5) Man schlase nicht auf einem cdcrbett, sondern auf einer Matratze von Seegras, Roßhaaren oder HolzWouc. Zum Zudecken bediene man sich im omner ei, .er wollenen oder gesteppten Decke nid iur Winter eines leichten Federbetteö. G) B?im Schlafen leq: man sich nicht auf den Nucken oder die linke E:ite. Die Laae auf dem Nucken verursacht Schnarchen, Träumen uiid Alpdrücken. Das Liegen auf der linken Seite ist deshalb nicht zu empfehlen, weil sonst die Leber aus den Magen und die Eingeweide drückt und weil auch dadurch die Herzthätigkeit bezlntraötlat wird. Die Arme und Hände lege man während bei Vchtaies niemals unter cas äaupr. Hohe Kopfkissen stören die Blutzirkulatisn. 7) Schlafe man nicht zu viel. Langes Schlafen ist uiigesund und entkräftet den Korper. Sobald man des Morgens aufwacht, verlasse man alsbald das Lager. Ein erwachsener Mensch braucht nur G 8 stunden chlaf. Mnoer, Schwache und Alte haben mehr Schlaf nöthig. Wer sich einmal an das frühe Ausstehen gewöhnt hat, setzt es mit leichter Muhe fort. Frankltn jagte: w sich zeitig zu Bette legt und des Morgens frühe aufsteht, wird reich und weise und befindet sich wohl. 8) Man fchlaft nicht gut, wenn der Hals oder andere Körperteile durch Kleidungs stücke eingeengt und gedrückt werden. Vor dem Schlafengehen ziehe man die Kleidungsstücke aus, und sollte Jemand etwa eine Nachtkleidung henützen zu müssen glauben, der ncn e eine solche, die den Körper nur ganz leicht einschließt ; den Kopf sollte man gar nicht bedecken. Ö) Das Schlafzimmer sei nicht zu klein, dagegen och und recht trocken. Die Schlafkammcr sehe man nicht als einen Aufbewahrungsort für schmutzige Sachen an. Stark riechende Blumen, Speisereste, unreine Wäsche, Nachtgeschirre müssen daraus entfernt werde,,. Das eindringende Sonnen- und Mondlicht schwäche man durch Vorhange ab. Die Bettwäsche wechsele man nicht zu selten, und des Morgens mache man nicht alsbald nach dem Aufstehen das Bett, weil sonst die Ausdünstungsstoffe in demselden stecken bleiben. In einer altenZeitung, der Ehurfürstlich-privilegirten Herzoglich - Bergischen Provinzial - Zeitung som 24. November 1804 befindet sich u. A. folgende Geburtsanzeige: Nach so Manchem sauren Kampfe, fehe ich mich durch die gestern Abend qlückliche Entbindung meiner lieben Frau mit einem wohlgestalteten und gefunden Knaben, in die angenehme Lage versetzt, dieses meinen theilnehmenden Freunden bekannt machen zu können. Wer es weiß.d'aß ich noch vier Atädchen am Leben habe, der wird sich gewiß nicht wundern, wie froh i rf tl Vs ttm a j kt.i TiIm vn viwi iituyi wicntii jiiiuytii und meine Freude arok und aerecht smden. Elberfeld am är. Nov. Hend. Qlmes." Hieran schließt sich eine Geschäftsanzeige in Versen: .Ein Zimmer, artig liUSgezrerl. ttnv cornniö il laut recht schön möbliret, Biet' ich den ersten Janua? vur einen guten Pächter dar. Und wenn ihm meine Speisen schmecken. Kann ich ihm auch die Tafel decken. Es adressiren sich die Herrn An den Friseur fnt r ' jj- ' ' Pyulppus xern." u nla nqst künbi gte ein Gastwirth, bei Gelegenheit einer, allgemeinen Beleuchtung der Stadt an, daß an dlesem Abend Alles bei ibm transvarent sein würde.' Es stellten sich nun ' r t i .' J v J-J . ' L '.; zaytretcye Gaste em, ötc zu lhrer tznts täuschuug nichts als ein schlechtes Trans-! parentblld vorfanden,, umsomehr aberi später über das dünne Bier, dünnen! Wein, dünne Brot-und Fleischschnitte! klagten. Der,, , Wirth aber ,, erwiderte' trocken: Hab's ja angekündigt: tran5-l parent! Alles transparent!"
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v) Gehe man nicht nut vollem Magen Att; besonders ist dieses denen zn pfchlcn, welche die Geisteskräfte viel
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-gsg AusstkLUttg schwäbischer Dichter. In Stuttgart ist jüngst eine Aui stellung schwäbischer Dichter eröffnet worden. Erinnerungen an mehr denn hundert Poeten, die das liederkrohe Schwabenland ihre Heimath genannt l)aben, sind in den fast 1100 Nummern des Katalogs enthalten. Sehr im Bordergründe stelzt Uhland, viel des Interessanten ist von Justinus Kerner, sowie von Hausf vorhanden. Wieland, Schubart, Schwab und Morike, Hölderlin, die zu einer Gruppe vereinigten politischen" Dichter: Herweg!), Kurz, Mayer (Vater und Sohn), Strauß. Bischer, religiöse Dichter, unter ihnen Gerok haben, leider Keiner von ihnen als Lebender Beiträge geliefert. Den Glanzpunkt der Ausstellungbitdet selbstverständlich die SchillerAbtheilung. Man findet da zunächst eine Neihe Portrats von Schiller und semer Familie, sodann die ersten, theil' weise mit recht komischen Titel kupfern geschtt'ückten Ausgaben jeiner'Wcrke und weiter überaus zahlreiche Manuscripte des Dichters sowie Andenken vott ihm und Schriften, die sich auf ihn beziehen Das älteste Dokument t der GevurlS chem Schiller s. Erheiternd wirkt auf uns das absprechende Zeugniß, welches rv ." r k . i i i a Proseszor enceu oem uieoen oerKarisakademie Frrcdrrch Schiller ausstellte: Es hetßt dann: Gaben: sind mitrelmäßig, Aufführung gleichgiltig. Fleiß ..... ? rr ... . jt ? r t einen raiien ong?mcicn : e cylattcykeit: mittelmäßig." Besser lautet ein späteres Zcuarnk von Profejsor Hart mann : cyluer urtueilt lana am. aber S V iV'tf-. M gut; ras Jnaernum zeigt mele Fahlgkelen, das Gedächtniß ist gut; der Fleru willig und geschäftig." Sehr rnterestant tst ein tu der Aus: stellunq bellndllches ichretben des Her zogs Karl, worin betreffs Schiller getagt tst: Die Disputation des Bernhards soll nicht gedruckt werden und soll auch diejeuige von dem Eleven tz?chrller auch nicht, obschon ich gestehen muß, daß der junge Mensch viel schönes darin gesagt und bej anders viel Feuer gezeigt t V l ' m yat. vrceii deswegen aoer uns weit jotches wirklich noch zu stark ist, denkeich. ann ne noch nicht oslentllch an dleWett ausgegeben werden. Daher glaube ich, wird es auch recht gut von lhm sein, wenn er noch ein Jahr in der Akademie leldt, wo rnmtttelst sein Zreuer noch ein wenig gedämpft werden kann, so daß er alsdann einmal, wenn er fleißig zu )cm ortkährt, gewiß em recht großes snvZeotuW werden kann!" Interessant ist erner ein Schreiben des Chirurgen Major Klein", datirt Stuttgart, den 9. November 1779. Es betrifft ein Ur heil über die Prob-Schrift des Eleve Schiller" nnd lautet: Zweimal habe ich diese weitläufige und ermüdende AbHand ? una aeleien, den Sinn des Verfassers aber nicht errathen können. Sein etwas zu stolzer Geist, dem das Vorurtheil für neue Theorien und der gefährliche Hang im Better-Wmen allzuviel anklebet. wandelt in so dnnkelgelchrten Wildnissen, wohm tch ihm zu folgen, mir nimmermehr getraue. Die mit io vieler vjmtjt gefertigte Arbeit ist überstiegen, aber daher auch m:t vielen falschen Grundjatzen angefüllt. Dabei ist der Verfasser äußerst verwegen und lehr oft gegen die würdigsten Manner hart und unve scheiden. In dem Abschnitt, wo er von den vinous transniutatonis handelt, greiftet ex. den unsterblichen von Haller, ohne welchen er doch gewiß ein elender Physiologus wäre so beleidigend an, daiz es der ganzen gelehrten Welt emptmduch fallen muß.. . . uebriaens giebt dre feurige Ausfuhrung eines ganz neuen Planes untrügltche Beweise von des Versassers guten und auffallenden Scelenkrästen und fein alles durchsuchender Geist verspricht nach geendeten jugendlichen Gährungen einen wirklich unternehmenden nützlichen Gelehrten. Unter den mancherlei Jugendarbeiten ' Schillers, die in OriginalHandschrift vorliegen, fällt ein Aufsab. auf: tteber Vermehrung des Kriegsstanos aus eine mindest kostlpkeltgeArt." Ein anderer Aufsatz Schillers handelt von der Einrichtung der Studien und Besetzung der Staatsämter". Unterden ausgestellten Briefen Schillers befindet sich der am 1. September I78ü an den Herzog gerichtete mit der Bitte um die t r. . r . c r:i ijt. . gnaoisie unauornTj serner iucrancge Schriften bekannt machen zu dürfen," ferner solche an seine Eltern, an seine Schwester u. A. Ein Blatt des Stammbuchs Joh. Ehr. Weckerlins enthält von "-o n- v . s- t t rv r fi . Vcyiuers ano orc rijcgriyr: Auf ewia bleibt mit Dir vereint Der Arzt, derDichter und Dein Freund ! Auch Reliquien . Schillers fehlen natürlich nicht in der Ausstellung. Da sind Strümpfe, die der Dichter getragen, mehrere Notizbücher, seine Uhrkette, sein Geldbeutel und andere Gebrauchsstucke. Emil SievertS Wanderjayre. Der ehemalige Kasseler Hofschauspieler Emil Siebert, der vor einigen Wochen in Graz seinem vielbewegten Leben durch einen Pistolenschuß ein Ende gemacht bat, um seiner Proeessirung wegen Schwindels von Ordensverleihungen zu entgehen, war durch vrele Jahre Wanderichautpieler und sahrenver Kunltle?. Schon als li -labe zog er an der Seite seines Bakers durch die Wett, damals freilich unter traurigen, dürftigen Ver hältnissen, während er, zum Manne, herangereist, als eleganter Virtuose mit ein paar Theaterstücken und einigen Musikpieeen von Bühne zu Bühne, eilte. und während der Fünfziger-bis hinein in die Siebzigerjahre zu den bekanntesten Mauerweileru" rn der deutschen Tbeaterwelt gehörte. Sieöerts Vater war in Wien im alten Kärntnerlhor Theater als Bassist engagirt. Ein stimmpegabter Sänger mit tressi liche? Schule, war er leider im höchsten. Grade dem Trunk e?gebe,t. Als er eines Abends als DoktorÄartolo im Barhiervon Sevilla !n rveinseliger Laune von der Bühne, aus einen Sprung über den Souffleurkasten ins Orchester hinab machte, war seine Stellung auf der Hofbühne. unmöglich geworden. Draußen im deutschen'Neich fand er noch Engagcment, immer'tiefer aber sank der Künstler; bis der einstige Hofopernsänger bei der Schmiere angelangt war.' Im Jahre 1835 wurde ihm. zu Mannheim t sein Sohn Emil geboren. Der Sohn rvid-
mete sich ebenfalls der Bühne. Am An-
fange semer theatralischen Laufbahn, in Beginn der FünfzigerjaHre, sinden wir ihn zuerst in Bauern, wo er an den Bühnen von Straubing, Negensburg. Augsburg, Nürnberg, Ulm engagirt war. . Im Jahre 1807 kam er an das Ooftheater zu KafseLdem er jedoch nur rmi Jahre angehörte. Während er zugleich durch einige Jahre eine Theater-Agentur rn Mrrnche leitete, begann er nun seine Gastsprelfahrten durch gan Dentschland und Oesterreich. Emil Siebert spielte das damals sogenannte Trenmann'sche Fach', Chargen und komische, Gesangsrollen. Sein Nepertoire war ein sehr beschränktes, er reiste mit beilausiz einem balben Dutzend Stücke, zumeist Einaklern, als: Nöthe Haare", Der Kapellmeister von Venedia". Gang ins Irrenhaus" etc.. in denen er als Schauspieler und Musiker brillirte. SieSert. der vor etwa dreißig Jahren auch in Wien, am Josephztadter Theater gsktirte. war nam Uch nicht nur dramatische? Künstler, son dem zugleich Klavlsrspielcr (in dieser Eigenschaft Kammervirtuose deö Prinzen Wilhelm Ferdinand von Württembergs und Virtuose auf der Ziehharmonika. Auch als Komvositeur versuchte e? sich und wurden in dieser NichtUng vom KS uig von Bauern und der GroßhcrzoZin von Mecklenburg Dedikationen angenommen. Die letzten stabilen Engagemenis, welche 2iebe?t annahm, waren die von den Theatern zu Köln und Frankfurt am Main, und zwar sielen dieselben in die Siebzigerjahre Schon damals war in Theaterkreifen allgemein die Ncde davon, daß sich Siebert auf das einträgliche Geschäft des OrdcnS - ZWischenhandels verlegt habe. Der. in den besten Kreisen bekannte und feiner Umgangs formen halber beliebte Wanderfchauspieler hatte nämlich eine Monographie des kleinen Freistaates San Marino verfaßt, die nicht im Buchhandel erschien, sondern ausschließlich nur durch den Autor bezogen werden konnte und in welcher zwischen den Zeilen zu lesen war. daß der Verfasser, dcsien Porträt das Werk schmückte, in der Lage n?äre, allsällige Knopfloch schmerzen durch Vermittlung des Ordens der Republik von San Marino, welcher Staat bekanntlich sein Einkommen zumeist den Ordenstaren zu dankerz hat, in bester und legalster Weise zu stillen. Siebert selber hatte unterden Auszeichnungen, die ihm als sichtbare Zeichen der Huld und Ancrkcnnting" verliehen wurden, zwei Kommandeurkreuze, drei Ritterorden und mehrere goldene Medaillen für Kunst und Wissenschaft auszuwetzen. Vor vier Jahren noch lebte Sichert in Nürnberg und feine Briefe trugen die Stauipiglie: Emil Siebcrt, Nürnberg. Villa Siebert." Ueber den UnglttSsstUl Ut der Dcnziger Bucht liegt folgender ausführlicher Bericht aus Danzrg vom 27. Mai vor: Eine gestern Nachmittag in Heubude rersam: melte Gesellschaft, bestehend aus der Wittwe Flora v. Sprockhoff. ihrem sie benjährigen Sohne, ihren beiden Schwestern Frls. Losert, Frl. Born aus Stolp, Tochter eines dortigen Arzfts. Frl. Dora Dieckmann aus Dan;ig, Frl. Martha Tornker aus Tragheim und Frl. Bertha Lisser aus Danzig, sowie dem Bruder der Letzteren, Reserve-Nnterofsi;ie? Lisser, und dem Handelsbeslissenen Strohloke, hatte sich durch die fpiegelklare See und den um jene Zeit nur schwach ous Osten wehenden Wind zu einer Segelfahrt verleiten lassen. Sie nahmen in dem Boot des Fischers Schulz Platz und fuhren in die See hinaus. Als sie ungefähr 600 Meter vom Lande entfernt niaren, wünschte Frl. Dieckmann, umzukehren, und Lisser, der bis dahin am Steuer gesefsen hatte, ersuchte den Fischer, nach hinten zu kommen und das Manöver des Umkehrens vorzunehmen. Schulz gehorchte dieser Aufforderung, soll aber, wie Äugenzeugen meinen, die Wendung nicht korrekt ausgeführt haben. Mit einem Male füllte sich das Segel, welches nicht losgemacht war, mit Wind und drückte das Boot auf die Seite, so daß es Wasser schöpfte und nur noch mit einer Bordseite über die Hellen hervorragte. Vielleicht ist auch das Umfpringen deSWindes, der in demselben Augenblicke von Ost nach Süd umsetzte, die Ursache zu der Katastrophe gewesen. Sämmtliche Insassen stürzten in das Wasser, das an dieser Stelle eine Tiefe von 40 Fuß haben soll. Da jedoch das Boot durch das Segel in seiner Lage festgehalten wurde, so gelang es sämmllichen Personen, sich an dem treibenden Boote festzuhalten. Der kleine Knabe wurde von denHerren ans dieVordwand gesetzt. Das Boot neigte sich jedoch bald vorn über und die noch über dem Wasser stehende Bordwand verschwand ebenfalls in den Wellen. Wieder gingen sämmtliche Personen unter ; diesmal tauchten nur Herr Lisser, mit Fräulein Tornier, die seinen Hals umklammert hielt, Fräulein Lisser und Herr Strohloke auf, welche sich an dem Bordrande, der sich allmählich wieder aus dem Wasser anfrichete, festklammerten ; die sieben übrigen Personen fanden ihren jähen Tod in den Wellen. Die beiden Herren nahmen ihre Plätze an den beiden Enden des Bootes und brachten die beiden Damen bis an die Mitte. J!i diese? Stelle ließen sich dieselben, Hilfe erwartend, ans offenem Möe?e treiben. ' Unter den am Ufe? Versammelten, die mit Entsetzen den Unte?gang des., Bootes sahen, befanden sich auch die beiden kleinsten Kinder de? Frau von Sprockhoff. Mädchen im Alter von 3 resp, Jahren, welche sich denn fernelen im Walde versäumt, und in Folge dessen an der verhängnisvollen Bootfahrt nichtheilgenommen hatten. Mehrfach tauchte das Boot unter Wasser, wobei dre sich Anklammernden jedesmal mit versanken pdie Herren brachten mit Aufbietung aller Energie' die Damen immer wieder an die' Oberstäche Wiederum taucht das Boot unter, und diesmal gerieth Fräulein Tornier ' Unter dasselbe, so daß nur noch ein Fuß aus dem Wasser hervorragte. In ' diesem kritischen Augenblick kam das Boot bei Aus Übung ihres Gcwerbs auf See besindlichen Neusährer 1 Fischer, die mit allen Kräften ihre Nuderschläge beschleunigten, zur Stelle. 'Zuerst , würde Fräulein Tornier, schon ganz bewußtlos, aus dem
Wasser gezogen, dann Fräulein Liffcr in
das Boot genommen und Mchllch stregen aucv ore veioen zerren e:n. "juttti htm treibenden Boote schwamm, bereits als Leiche, Frl. Dieckmann, welche anscheinend durch em an am Boote festgehalten worden war. Die Leicke wurde mit an Land genommen. Auch die Leichcuder übrigen Ertrunkenen sind inzwir r . t - jnr . . lajen gexunoen. vk vifernictcit mnnsen sich heute wieder Ziemlich wohl. ' i ,,,W, Ui - Das historische TürMe? am Skala theater. Man schreibt aus Mailand vom S4. Mai: Seit der denkwürdigen Erstaufführung von Verdi'S Oper Othello hatten die Mailänder keine Gelegenheit gehabt, einem Schauspiele beizuwohnen, welche an Pracht und Großartigkeit dem gestrigen auch nur im Ensjemtesim gleichkam. Es war ein überaus gZücklicher Gedanke nen dc Comitemitalichem !der italienischen Gesellschaft vom rothen S A A AMI rtsfliM l.M t m. Z i. V ? . . f j)5vt.in, f cn iiinrrr ni geplantes Wohlthat igkeitsfest zu Gunsten der Gesellschaft mit der zweihundertjährigen Gedenkfeier des Kavallerieregiments Nizza" zu verschrnelzen und ein Schauspiel zu veranstalten, welches noch lange in der Erinnernng derer fortleben wird, denen es vergönnt war, gestern Abend das sogenannte Teatro ivassiia, ans welches der Mailänder mit Recht stolz ist,' zu betreten. Der Anblick, welcher sich da den Blicken darbot, läßt sich nicht fo leicht beschreiben. Man glaubte sich in die Welt eines jener Feenmärchen versetzt, die in unserer Kindheit die lebhaftesten Flüge der er machenden Phantasie verursachten nud unbestimmte Wünsche eines ahnuugslosen Gemüthes hervorzauberten. Jnonis sche Frauengestalten, liebliche Mädchenköpfe, klassische weibliche Formen, Herrliche Toiletten in weiß, hellblau .und rosa: all diese tausend Sterne der hiesigen Aristokratie und Finanzwclt itk einem sinnberückenden, blendenden Lichtermeere inmitten eines entzückenden Gartens vsn unzählig süßduftenden weiß'en und rothen Nosen! DaS war das Bild der zWtt? hundert Logen, ivit Auyne war m ein Amphitheater umgewandelt, in welchem in sünszig vom Parterre bis fast an die Dcckc der Bühne reichenden Reihen dicht gedrängt ein tausendköpsicS Publikum versammelt war, welches an Eleganz der Toilette und Reichthum der In len mit dem Logenpublikum wektekfcrke. Am äußersten Ende des improvisirten An:phithcaters spielte eine MilitÄrmusilbaude die Begleitung zu den im Parterre statt smdcnden Evolutionen der Ofsiciere des Kavallerie - Regiments Nizza. Gegenüber der Bühne, in der hcüerleuchlttkn Mitielloge saß König Humbert. ihm zur Seite der Graf von Turin, Ar sie dcö Königs und Lieutenant im KabaöerieRegiment Nizza. Nachdem dte Ksnighymne rerklungen und das Publikum,, welches dieselbe stehend angehört, Platz genommen, begannen die Turncrfpiete mit dem Einzuge der Fanfarenbläser und Baunerträger in ihren re'chen historischen Kostnmen. Ihnen folgteit die drei Reiterabtheilungen in den KostÜWen der berühmten gelben Dragoner aus dem Jahre 1690, die piemontesischcn Drsgoner aus demJshre 174'4 und der Drsgonc? in der Uniso?m aus der Zeit Karl Emanuels III. (1770). NachdciN die 'Ritte? vor dem Könige auf ihren prächtigen Pscrren vorbctdenllrt sind, beganucn die Evolutionen von verschiedenen Figuren, der Buchstaben M Mailand), U (Umberto), X . (Nizza) nnd eines rothen Kreuzes. Höchst amüsant war das darauffolgende,, sogenannte Rosenspiel. Die Theilnehmer an demselben mußten trachten, einander eine an der linken Schulter des Partners befestigte Rofe während des schnellsten Trabes von derselben herabzureißm. Gelang der Griff, so 'warf der jeweilige Sieger die Blume einer Dame aus dem Publikum zu. Es wäre zu weikläusig, die vcrfchie denen, thtilweife inrereffanlen Turniers spiele aufzuzählen, erwähnen will ich nur noch einer von ungefähr sechzig Karalicren aufgeführten großen Schluß Quadrille, welche enthusiastischen Beifall hervorrief. So genial die Turnierspiele selbst arrangirt waren, so verfehlt war die Idee, diese historischen Vteproduklionen aus dem sicdenzehntcn und achtzehnten Jahrhundert durch moderne Tanz und Operettenmusik begleiten zu lassen; es war dies der einzige Mißkon im wahren Sinne des Wortes we'.cher in die wirklich gelungene Aussührung fiel. Wer sich aber übrigens da ran gewöhnt hat.in den italienischen Kirchen während des Gottesdienstes auf der Orgel bekannte Oxernarien spicken zu hören, der wird sich auch über feit sen störenden Contrast nicht gewundert haben. Trotz der fabelhaft hohen Preise (das einfache Eintrittsgeld allein betrug 20 Franken) wohnten der Vsrstelluna 4 ungefähr ZBOO Personen bei und die Einnahme dürfte sich auf mehr als 000 Franken beziffern. Aus der Gesangstunde. Stell aßf den Tisch die duftenden Rescden, (.Nicht so schwerfällig!) Die letzten, rothen Astern bring herbei (Mehr Farbe!-) Und laß uns wieder von der Liebe reden, (-.Ungezwungener!-) Wie einst im Mai ! , (Der Mai muß wärmer fern.!) Gib deine Hand, daß ich sie heimlich drücke, (Nicht so quietsch m!") Und wenn man's sieht, mir ist es einerlei ; (.Nur nicht schreien ! ) Gib mkr nur einen deiner süßen Blicke, , (.Etwas tiefer!-) Wie einst im Mai! (Das war schon ärmer ! ) Es blüht und funkelt heut' auf iedem Grabe, (.Das warzu tief!") Der Tag im Jah?e ist den Todtcn'feei, (.Mch? Leben !j Komm an mein Herz, daß ich dich wieder (Aushalten!") ' Wie einst im Mai! (Noch einmal, wenn ich bitten darf!")
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