Indiana Tribüne, Volume 13, Number 275, Indianapolis, Marion County, 22 June 1890 — Page 4

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--.-t-j:'r'i !. r'''i tj.... K',i,:v4t.i':j.s ' ZkViz 5 !W- . j i ' j-: . . . V . . . ' Mnmnn Tribune. SonntagS-Ausgabe DfAesT 130 D. UTsTvlanb. Indianapolis, Ind., 22. Juni 1890. Sl Passion von Oberammergan. Leu Pnl E,lethkr. Der Brauch, diese Spiele nach je zehn Zähren ? zu wiederholen, ist uralt und ttirfe rt n Tsnr&mttirirn iVffift Hilf v. vt vbwvviiv " ein Gelübde ihrer Vorfahren zurückgeführt. 1634 wütbet. die Pest im Am-

mergau und um Gott barmherzig zu eryatken. machen, gelobten dre Oberammergauer, Dagegen erfuhr der Weiß'scke Tert lle zehn Jahre daS Leiden Christi aufzu- im Lause der Zeit wieder tiefgehende führen. Diese Tradition ist zwar nicht Aenderungen, und der sie vornahm, war dokumentarisch bestätigt, entbehrt aber Josef Alois Daisenberger, welcher im keineswegs der Wahrscheinlichkeit, da 3!achbardorfe Oberau, der heutigen ein ähnucbes Gelübde für ein anderes Bahnstation für das Passionsborf. l?S9 Sttpendorf' durch GörreS festgestellt ist. geboren wurde und 1845 die Pfarrstelle Von 1634 1674 wurde die Regel genau m Oberammergau erhielt. Mit Lelb befolgt. Dann kam das nächste Spiel und Seele hing er von früher Jugend schon 1680, und seitdem fallen die Pas- auf an den Passionsspielen; Mach , den sionen fast immer auf die runde Jahres- Aufführungen des Jahres 1850 war i r zahl. Eine nothgedrungene Ausnahme unermüdlich bestrebt, den überlieferten erzwängen nur zuweilen die großen Hän- Text durch Zusätze zu vervollkommnen bei dieser Welt. So ließ sich 1806 ein und ihn mit der weitern Entwicklung der in OSerammergau einquartirtes Fran- Darstellung in Einklang zu bringen, zosencorps eine Sondervorstellung geben. Der geistliche Herr muß ein ausgezeich1315 suchte man die Spiele hervor, um neter Regisseur gewesen sein, welcher durch die Einnahmen die Kriegslast ein nicht nur die Pajsionen von 1860 und wenig zu erleichtern, und vor zwanzig ,370m einstudirte, sondern in den Jahren bereitete die zranzottsche Krttgs- Zwischenjahren auf einem Uebungserktarung ken angeordneten Spielen Theater den Spieltrieb und die Spieljähes Ende. Sie wurden 1871 nachdem ast seiner Beichtkinder nährte. Sogar gnedensschluß wieder ausgenommen. j Sckillers Wilhelm Tell und die SophoDer Tert, der diesen Spielen zu ' Heische Antigone hat er für ' diese Grunde liegt, hat sich während der zwei Uebungsbühne bearbeitet. W. Wyl, Jahrhunderte eben so verändert, wie sich welcher 1880 fünf Wochen in Oberdie deutsche Sprache und Dichtkunst seit- ammergau gelebt und unter allen Pasdem änderten. , Die , Entwicklungsge- sionsxitgern wohl auf vertrautestem schichte dieses, Textes ist Gegenstand ein-; Fuß mit den Dorfleuten gestanden hat, geh:nder historisch-philologischerPrüsung ' schildert in seinem kokett-geschmätzigen geworden. Plauderbüchlein Maitage in OberDer älteste Text findet sich in einem j ammergau- den alten Daisenberger als zu Ammergau aufbewahrten Splelbuch : einen klugen, duldsamen, stillvergnügten n n T tCSX V-Cf-Ä V I 1 . . l. rr

Von lfcus. Ajti zzf er oiqc jyanos - schrifl untersuchte, war Ler Pfarrer Dr. I. B. Prechtl, welcher eine Zeitlang in Unterammergau Seelforge trieb. Er lieferte 1659 im Oberbayrischen Archiv eine ausführliche Inhaltsangabe, druckte vom Wortlaut der Dichtung aber nur den Prolog und 29 Verse' ab. Erst Hartmann hat daö große Verdienst, uns den ganzen Tert zugänglich gemacht zu haben. Im Unterschiede von anderen Forschern fand er, gestützt auf gute Empschlungen, bei dm sonst durch Schaden argwöhnisch gewordenen Ammergauern willfähriges Entgegenkommen. Er dürfe das der Verlegerfamilie George Lang gehörige Spielduch mit dm übrigen im Privat- und Gemeindebesitz besindlichen Handschriften vergleichen und darnach feine kritische Textausgabe gestalten. Seine Untersuchungen über Sprache und Stil führten zu dem Ergebniß, daß die Handschrist schon vor dem Pestgelübde ?on1634 vorhanden und auch wohl zu szenischen Darstellungen verwerthet worden war. Außerdem machte Hartmann folgende höchst wichtige Ouellenentdekkung. Der Ammergauer Tert zerfällt in zwei Theile, von denen einer auf einem Passionsspiel des Augsiurger MeistersingerS Sebastian Wild, der andre auf emem Augsiurger Passionsspiel aus St. Ulrich und Asm fast wörtlich .beruht. Dieses Spiel ist älter als jeInes. Dieses stammt aus dem fünfzehnten, jenes aus dem sechszehnten Jahrhundert. 1770 drohte dem Ammergauer Werk Todesgefahr. ' Die Passionstragodien urden in Bayenl, wie in Tirol allgemein verboten; und nur einer Deputatin von Ammergauern gelang es, für sich einen Freibrief zu erwirken, der auch spätere Anfechtungen siegreich zurückschlug und für alle Zukunft nicht nur die Dauerhaftigkeit, sondern auch die Einzigkeit dieser Spiele verbürgt. Inzwischen war Pater Magnus Kipselber ger entgegenkommend genug gewesen, den Nosnerschen Tert von mancher Anstößigkeit zu saubern. Zu Anfang unseres Jahrhunderts wendete sich abermals geistlicher Uebereifer qegen die Darstellung der Passion. 1310 wurde die Aufführung mehrfach von der Priesterlichen Oberbehörde verboten. Der alte Georg Lang führte damals eine Deputation nach München und erhielt die schroffe Antwort, man möge sich vom Pfarrer das Leiden Christi vorpredigen lassen, aber nicht den lieben Gott zur Theaterperson herabwürdigen. Als der alte Lang auf Erfüllung seiner Wünsche bestand, wies man den Bittgängern das Stadtthor, und ' möglicherweise hätten damals die Ammergauer Passionsspiele trotz Freibrief ihr Ende erreicht, wenn nicht Lang, zum Aeußersten entschlossen, an König Mar den Ersten gegangen vare. Und wie zwei Mensch matter spSter sein Urenkel der Schutzpatron von Barreuth geworden ist, so wurde damals jener kunstfreundliche Bayernfürst ei Beschützer von Oberammergau und hat somit die hohen Verdienste des Mittels: bacher Hauses um deutsches Kunstleben nicht wenig gemehrt. Die Spiele blieben erhalten, aber der Klerus forderte Säubernng von Allem, was Aergerniß geben konnte. Eine Umarbeitung des alten Textes wurde dadurch wieder einmal geboten. Der Oberammergauer Gemeindepfarrer lebte in der Furcht seiner geistlichen Herren und ließ die spielfreudigen Bauern im Stich. Wie in aller Zeit, so kam auch jetzt wieder guter Rath und gute That vom nahen Ettal, dessen Benediktinerkloster zwar 1803 aufgehoben jworden war, dessen frühere Insassen aber nach wie vor freundlich auf die Ammergauer Unternehmung blickten. Einer davon, Dr. Ottmar Weiß, der nun Pfarrer von Jeseoang war, fand sich bereit, das Pas- , sionsdrama völlig zu modeln. Er betitelte es Daö große Opfer auf Golgatha oder Geschichte des Leidens und Sterbens Jefu-. Es erlebte, um eiu olles Jahr hinausgezögert im Juni M811 sechs Aufführungen und ist zu Landöberg im Druck erschienen. 1815 iederholten sich diese Spiele elfmal unter dem Titel: .JesuS Messias oder die LlenfcheniErlofung in vier Abtheilungen Oit dildllchen Verstellungen aus dem alten Band. .

.... l . - kfWJ1-i'";',M i s1Av " .- ""S. " . . - . : . : V '. V jfc. h 'fi ' ' . '. ,.C!sK KästkaMen Leihttset fani WeiK in herit Oberammergauer Kantor Zkochus Äedler, welcher von 1779 bis 1322 lebte und viele, weniger Kirchliche als gemeinverständliche Messen geschrieden bat. Der gute Dedler arbeitete rasch und v el. Weitaus der größte Theil feiner Passionsmusik wurde 1814 in wenigen Monaten fertig gebracht. Er war ein frommer, kränklichen enthaltsamer Mensch, der seine sechs Kinder nur knapp ernäbren konnte und dem der übermaßige Durst seines WeibeS viel Herzeleid schuf. SvSter aina es ihm etwas besser, da er . im Nebenamte die Controlle für die 'in '' Bayern nicht unbeträchtliche Malzsteuer bekam. Die Dedler'sche Musikvon Kennern hart getadelt, von Enthusiasten rr m ' r , 4. i CiX. Lim r f t i t. . r y r schwarmer: sch bewundert hat blS auf den heutigen Tag den Passionsjplelen und herzensguten Greis, dessen äußere Erscheinung an Grillparzer erinnerte. Die Spiele von 1880 hat er noch erlebt, aber nicht mehr geleitet. Nachdem er sich 1862 vom Amte zurückgezogen und in der Würde des geistlichen Nathes ein Altersbenesizium genossen, ist er 1883 selig seinem Gott entschlummert: nicht ohne seiner lieben Gemeinde noch ein kleines Vcrmächtniß zu hinterlassen ; ein historisch-topographisches Schristchen über die Pfarrei Oberammergau. Seine .poetische Umarbeimng" des Passionstextes hatte er in zahlreichen Abschriften bevorzugten Gemeindemitgliedern schon zu Lebzeiten geschenkt. Vor wenig Wochen ist sie, mit einem Vorwort von Prof. Karl v. Brentano zu Oberammmergau begleitet, zum ersten Mal gedruckt und in den Handel gekommen. Den Zuschauern der diesjährigen Passion wird es sehr erwünscht sein, mit dem vollständigen Tert in der Hand den Spielen tV gen zu können. Seltsamer Weise hat man es 'unterlassen, in diesem Abdruck den genauen Wortlaut des cfsiciellen Titels anzugeben, der vor zehn Jahren in den Textbüchern der Gesänge also lautete: .Das große Versöhnungsfest auf Golgatha oder die, Leidens-und Todesgeschichte Jesu nach den vier Evangelisten, mit vorbildlichen Vorstellungen aus dem alten Buch, zur Betrachtung und Erbauung." Die .vorbildlichen" Vorstellungen auS dem. alten Buch" (dem alten Testament), sind das besondere Kennzeichen deS neueren Textes. Diese Vorbilder sind gewissermaßen lyrisch-malerische Orchesterstimmen, welche die eigentliche Handlung stimmunggebend accompagniren., Das Ganze zerfällt, wie -eine dramatische Trilogie, in drei Abtheilungen, und jede Abtheilung zerfallt wiederum -in eine Anzahl von .Vorstellungen, die etwa den Akten eines gewöhnlichen Bühnenwerkes entsprechen. Im Ganzen siebenzehn solcher Vorstellungen. Eine jede Vorstellung besteht auS der eigentlichen .Handlung", welche ein oder mehrere .Vorbildet" eröffnen. Der Inhalt diejer Vorbilder liegt im Motivenkreise der folgenden Handlung. Handelt sich's um Christi Krerz .1 so zeigt sich im Vorbild Jsaak auf dem Wege zur Opferung. Handelt's sich um Christi Geißelung, o zeigt das Vorbild den blutigen Rock deS Joseph. Handelt sich's um Christi flehende Todesangst am Oelderge, so sieht man im Vorbild, wie Adam tm Schweiß seines Angesichts sein Brod ißt. . Handelt sich's um die dreißig Silbexlinge feines VerrätherS. so verkaufen im Vorbild Jacobs Söhne ihren Bruder Joseph um zwanzig Silberlinge. Handelt sich's um's Abendmahl, so'aiebt im Vorbild Gott der Herr dem Volke Israelis Manna. Handelt sichs um Christi Abschied von Mutter und Freunden in Bethanien,' f, nimmt im Vorbilb der junge Tobias Abschied von seinen Eltern. Handelt sichS k um Neue und Selbstmord des Jskarioten, so steht man jm Vorbild, wie der Brudermörder Kain, von GewissenSbissen geqäult, unstät und flüchtig auf der Erde irrrt. Handelt sichS um Christi Verhöre vor PilatuS' und Herodes, so steht im Vorbild Daniel vor der Gefabr der Löwngrube. Ein einleitender Gesang pflegt dabei die zwei Parallelmotive, das alttestamentliche und das neutestannntliche, miteinander zu verknüpfen. Von den drei Abtheilungen führt die erste vom Einzüge in Jerusalem bis zur Gefangennahme im Olioengarten (am Oelberg). Die zweite reicht iiS zur Verurtheilung durch Pilatus, die dritte bis zur Auferstehung. Sie schließt mit einem an" den Ostergesang des GoethiIchen Faust erinnernden Ha lleluja! Das obwaltende VerSmas ist der fünf- - füßige Jambus, und man kann eS dem ehrwürdigen Vater Daisenberger leider facht nachrühmen, daß x diese verblühende Form mit reicherm Inhalt zu süllen wußte, als die meisten seiner zeitgenossischen Nero- und Konradindicht'er. Mit dem wehmüthigen Gefühl, ein Stück derben deutschen VolksthumS verloren zu Haben, wendet man sich von den' drallen 'Knittelreimen des Urtextes zu dieser hölzerne und langbeinigen Stelzensprache. Wie viel angemessener, " als dieses steife avstokrtiscbe Kunstmaö. wäre, dcv?

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. ' tf-'. MÄö dtükiU Äaüerüeüte..w deut, sche VnrsV wie Ernst on Wildenbruch den lang verkannten Reim des Hans Sachs und des Goethifchen Faust etwas usurpatorisch benamset hat. 1 Mit dem Zunehmen der Prüderie und der seriösen Form schwand auch ein Element, das deutscher Dichtung erst ihren eigenthümlichen Stempel aufdrückt: der Humor. ' Der drastische Zug dei alten Spiels tritt zuerst in einer Schacherfcene hervor, s dem Judas die 30 Silberling, einzeln in die Hand, gezählt erden: Judas, nem hin Pfennig am, zwen, drey: schaw auf, das diser kauf stät sey! Nem mer da vier, fünf, sechs, syben, das der mann werde vertriden! Judas, sich auf! das wirt auch neun; das mag wol ain gutter kaust sein. Zehen, aylf, zwölf an der zal, dreyzehn, vierzehn, du hast die wal. Fünfzehn, fächzehn, die sindetz dein; ybenzehen, achtzehen pem auch ein! , Neunzehen zwaintzia, und rnie dich ser! aumndzwaintzizwenundzaantzig se mer ! 5vrounozwalny!g uno vije vier, se hin, judas, und thu daS schier! Sybenundzwaintzig und aincr, hab acht das es gesche b y der nacht! Neunundzmaintzg und der sind dceissig, nem hin judas, und sei fleissig, Also hab ich dirs gar geben, , . DaS kostet ihesuS sein leib und leben. 0 Man vergleiche den detaillirenden RealismuS dieser für das Handels und Geschäftsoolk fo charakteristischen Sene der im naiv komischen Ausdruck eines todesernsten Inhalts fast Shakefpearifche Kraft und Einfalt hat, mit der entfprechenden Stelle bei Daisenberger, 0 im StilisirungSbedürfniß säubernder Bear beiter de? Ernst der Situation auf Stel zen geht und der ganze Humor sich in ein stummes Gierlächeln des Judas verloren hat. ES folgen bei .Giutter" die Abendmahlfcene mit der Fußsaschung und die Vorgänge am Oelberg. Hier mußte daS zweimalige Rückwärtsfallen der Rotte einen possenhaften Eindruck, gemacht haden; bei Daisenberger stürzen ebenso wie schon bei Wild, die Häscher daher nur einmal nieder. Gleich darauf ist auch in anderer, derber Effect sehr aemildert worden. Der evangelischen Legende gemäß haute bei. Guitter" Petrus dem Knecht MalchuS ein Ohr ab und .Saloator" klebt es wieder an, bei Dai fenberger wird daS Ohr durch den Schwertstreich nur verletzt und Jesus heilt eS durch Berührung. Wo der Humor verbannt ist, pflegt auch die einfache herzliche Empsindung Einbuße zu leiden. Im ganzen lang gestreckten Daisenberger finde ich nichts, oaS so rührend einfach wäre, wie im IU testen Spiel die Sorgen und Klagen dtt Mutter Maria. Hertzlieber sun vnd warer gott erwöll dir doch ain andern tot, Der nit so lasterlichen sey vnd mach dich vor den iuden srey. Die Mutterliebe geht noch weiter. .Sie wittert Unheil vom Verräther und wendet sich mit flehentlichen Bitten und Fragen just an Judas. Grade ihn bittet sie, den Sohn zu schützen. Dieses menschlich ergreifende Motiv fehlt dert Eoangelien, aber es sindet sich' auch in einem Egerer Spiel des 15. Jahrhundert? und ist wahrscheinlich ans ein mittelalterliche .Marienklage zurückzusühren. Und noch jammert die Mutter: O trawteö kind, du hertzen lieb yetz wirstu gleichet ainem dieb Worauf Maria Magdalena tröstet: O wirdige maria zart bekümmer dich des nit so hat. ' Bei Daisenberger spricht die Frau deS Zimmermanns wie eine Heinrich Kruse'sche Gräsin: . i O liebster Sohn!' Mit Sehnsucht eilte ich Dir nach mit meinen Freundinnen, um ,Dich Nochmal zu sehen, eh' Du hingehst, acht Und von jenem Schleichwege deS bang ahnenden MutterherzenS zum verkappten Todfeind sindet sich keine Spur mehr. Das allgemeine Bedürfniß .des Stilisirens, Blankputzen? und Glättens hat auch tief verborgne Herzensfalten geglättet. Man merkt, daß Luthers Kraftund Kernwort nur wenig Einfluß mehr nehmen konnte aus die Sprach- und Dichtübungen der geistlichen Herren Von Ettal und Ammergau. Und wenn 'tn protestantischer Theolog, wie Alexander von Oettingen, seinen Bedenken über den gegenwärtigen Tert ziemlich unbarmherzigen Ausdruck geliehen hat, so '.können wir ihm auch von unserm ästhetischen Standpunkt aus weit eher Recht geben, als den tendenziösen Weihräucheleien eineS hyperorthodoren Laien, wie Herr v. Jordan, Wirklicher Geheimer Odersinanzrath zu Magdeburg, ' Einer . ist. Dennoch bleibt das Verdienst jener Herren ungeschmälert. Sie traben , poAllem die Aktion weit über die lockre, sprung haste und lückenhafte Scenefolge der ältesten Form erweitert, vertleft ünd'gerundet. Sie.haben aus den vier Eoangellen üb:rreiche Beute nachgeholt Wieweit dies dem Ganzen zum dramatischkünstlerischen oder' religiös kirchlichen Vortheil gereichtdarüber und über noch m ncheS Andre darf ich erst nach besichtigter Aafführung mich außern.denn nur unmittelbarer Sinneseindruck gibt in Kunstsachen ein Recht zum Urtheilen. " . 1 ' ' V 1 " : . 1 '."'' " r '." Zur Generalprobe der Oberamme Mer Passionsspiele hatten' vieles Mün chener Journalisten und deren Gäste eine Ertrafahrt veranstaltet.'.' 9!ach de vorliegenden Berichten ' empsingen die Oberammergauer die ersten 'Gäste mit Jubel auf' der Station Oberen und führten sie auf 60 Wagen' gen Etal Zum ersten Male wurde' von d.'n PassionSpilgern dle neu erbaute Bergstraßen die sich in prächtigen Serpentinen den Etaler Berg hinanwlndet, und erst im September vorigen Jahres '' vollendet wurde, benützt; nur einzelne Fußgänger stiegen die berüchtigt steile alte Straße hinaufj ' Bald grüßte uns die prachtvolle Kuppel der Etaler 'Gralskirche. Hier wurde Halt . gemacht, und der Strom der Pilger strebte zuder Stätte, wo Kaiser Ludwig sich eine vqn geistlichen und weltlichen Rittern behegte Gralbura 'erbaut dztte. in der er das

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' ; .. ' .V - LLWÄ vV,- -, -' -'v M tiUeä ÄäMMHaMW barg, indeß er sich selbst mit dem todtkranken König Anfortas auS Wolframs -.Parsival" identisicirte. Lag ja auf lhm daS geistige Suchthum des Bannes ; wie Z Anfortas auf den Wassern von Brumbane, gondelteer auf dem nahen Planfee und lag dem herzerfrischenden Waidwerk auf Bären und Gemsen ob. Die seltsame .Regel", die er seinen Rittern und Mönchen gab, trat nie ganz inS Leben, die Kirche selbst wurde nach seinem Tode erst 1S70 vollendet und geweiht, nachdem der eigene Sohn das mit dem kaiserlichen Fluche belegte StiftungSvermogen eingezogen hatte, wie gar auSsührlich und schön zu lesen ist in Dr. Hyacinth Holland's fesselnder Schrift über Kaiser Ludwig und sein Stift zu Etat, wie die richtige Schreibweise lau. tet. Die prachtvolle Kirche mit ihren kostbaren Reliquien, Altarbildern und noch kostbareren Fresken, welche der derühmte Tiroler Martin Kroller (gest. zu Mailand 1804) in die mächtige, neuangebaute Kuppel gemalt, wurden gebührend bewundert. Das nächste Ziel wac aber nicht das nahe Oberammergau, sondern das reiche Reiseprogramm versprach noch vorher einen Abstecher zum Lindenhof. Nicht ohne Wehmuth und menschliches wie künstlerisches Bedauern kann man die strotzende und überladene Pracht' der st geschilderten Gemächer des Unglücke lichen Königs und die ausschließlich dem Kultus LudwigXIV. und Ludwigs XV.'. ihrer Maitressen und den sonstigen Mroße und . Kleinen Frankrelchs gewidmeten Gemälde und 'Kunstwerke , ansehen. ; " . ' ;' Die Gebilde der überreichen und überreizten Phantasie des Fürsten kommen zu der Umgebung dieser wundervollen Natur in doppelt schneidenden Kontrast. Die Wässerwerke, als geschickte Benutzung der Naturksast, hinterlassen vielleicht den einzigen reinen ünd erfreulichen Eindruck. Der maurisches Kiosk und noch mehr die blaue ' Grotte wirken' gerade an dieser Stelle ie ärmliche Theaterdekorationen eine qullerische und quälende Nachahmung einer fremden Kunst , und Natur. In Oberammergau wurden am folgenden Morgen, die .Reisenden von der Dorfmüsik geweckt! 'Alles, aS Beine hatte, tag über'Msck tind .Steins die Befchstterüng der oberammergauer Wege konkurrirt erfolgreich mit dem münchene Pflaster" zum,,Passions.theater. Ein aüßerordentlich buntes Leben entwickelte sich in. der Umgebung desselben. Der Eindruck deS ' berühmten Spiels auf die Anwesenden ' war' sichtlich ein mächtiger und urde .nur durch die Dauer desselben nahezu 'neun Stunden mit änderthalbstündiger , Unterbrechung , etwas beeinträchtigt. Weit mehr als das. aS man hörte, entzückte, was man sab; die wunderbaren Bilder, Kostüme uüd 1 1 ' : ' ' ' . . JJ . . . Gruppen. C. H. Abbett, Office: tto 31 V Virgknla Avenue 1 u ' Wohnung. 8S Wet Verinoat Str Jndianapollk, Ind. !r. J. A. Churchill, 'tDffice: 382 Süd Meridian Ätrag,. O f s i e. S tu n d e n : 10 Verm., 24 Nachm. 78 Lbd. Telephon SSO. -' " 0, WHKW. Demscher Zshn . Arzt. -Amlw4-. . "i,ri ö. y: Öj Nord Pennsylvania Straße. Sät wird auf Wunsch angewandt. Dr.TkzkodöreA.Wagnrr I . h-& H iit -i ;.: . Offiee : No, so Oft Ohio Straße. 0lk.vtnd,: s-ig Uhr Bon,.; j'-4tt$, ch. ' ' Vi.i-. .. Wo hnung.: tti Proadway und Lweol Zdk ', i i Xtlttbon . BODQ's AWhkke. N..QE. Muffachusetts Aveu Perustr. " ' gtgenKr!mVassachvset ' Slo. Depot. 1 ' - j ' " 1 : ; : " ' Fri sche aniieUn c''-iii-iioto werden sorgfältig anßefcrk gt zu et- niedgst n Wtsi s?'k s ß. Akrmm. Eig Nlh. lerbv SS. I ff. MM. Pantm. ÄAHSes. 'rlh T if . . , Fnschk Orznne. mut ufo. '. . . ..' , . w ' r - eztptm besondere VorgfaU. US O MasKinsttov Otr., - MlUt fteal.' ab, Mi Croclt it.Ctt. Die ein,g, xothtk n b' Statt, welch, dl a acht ff,, ft. i. " H ' . QeosQsMnKl?, V-Jt . ' M ' -niß. -' t 1 :! f i' ? mit so: dsam ' & Wo S y s A e's. : l'f 4 . , 4 .. . i ir- . - ZkseMgLRg VS Vjt?k5 ttäUli te ,läfsts sachdnSKnttze' VtU. y"-Y'- i ;r jj. "Xt$&ws-'-. : Üüdvep ck, dar . 00 OofDIntitoa n OD Ott.

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