Indiana Tribüne, Volume 13, Number 275, Indianapolis, Marion County, 22 June 1890 — Page 3
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Jsabel.
SjeatlSsttüariTitl LebenZöUd von 2atU Frei!? von LpaklKk 1. Kapitel. Ein eisiger Norvost frgfe über Man hauan.Jsland und hüütt Straßen und Vlähe vonJZen? Vorkab und zu in graue Staubwolken, die eine Weile in lustigen Wirbeln sich drehten ich dann langsam hcrabsanken. Das Thcrmon'.etcr an diefe::i klaren Januarmorgen zeigte 10 Grad iiearrsrnsr unter Null, und doch bo die Empire City fein rechtes, echtes Winterbild. Wohl knirschten und knarrten die Näder der vorübcrsahrenden W.igen'imtek dc Einfluß der strengen Kalte, und die Lastern der Pferde waren mit weißem, tnt fahlen Sonnenscheine glitzerndem Reife bedeckt; aber eine SÄneedecte sucht das Auge rergeüllch. ' Jndekz ist der Amerikaner um bit JahrcZzeit. hinlänglich an dergleichen rauhe Temperatur, an offenen Frost und starke Winde gewohnt, und ein solches Wetter und ihm beim Betreten seiner Geschäfls-Ofnce höchstens den heiterer. AuZrnf entlccken: Pretty cold to day, L?Qt1emLn!" (Hübsch kalt heute, meine Herren!) Anders dachte freilich der junge Man? darüber, welcher soeben die Pferdebahn der 4. Aoenue an der 30. Straße verlassen hatte und in den rornehmsten Stadtthei! vonNem?)ork, in dieö. Aoenue, einbog. Verdruh und Mißmuth fpra: chrn gar deutlich auS seinen hübschen inännlichen Zügen, als er. die erstarrten Hände in den Taschen seines abgetrageneu Ueberziehers bergend, an den elegan: ten Vrau?ifteinhZuskrn einer der oie Arenue durchschneidenden Straßen entlanef schrill. THomaZ A. Burton, Nr. II. Aha. la endlich ! Welch' stattliches Hans!" Er las das kleine versilberte, am unteren Treppengeländer angebrachte Schild und bliöke um unterdrückten Seufzer an dem stolzen Gebäude empor. Hier also roo-hnt der amerllanis6)e Banquier. Wahrlich, die NankccS sind keine dummen Leute! DaS Geld niächst förmlich unter ihren rastlosen Händen", flüsterte er mit grimnuaii Spotte. Nennt sich das nun Muck Talent? Zu den oberen Z?hntausend zu z.'ihlcn, gehört wenigstens bei uns zur be'0!'.deren Bevorzugung des Schicksals, während hier Haus für Haus die Nefi&enten- ssn Männern sich besinden, dere.: errnoarn manchem deutschen Fürs:cnlhume an "Werth 'gleichkommt. Und dennoch sind sie alle Krämerseelen, hne Noblesse, ehne Gemüth, ohne HerZeuöbildnng die Manner kalt, berechn iiend, die Fragen genußsüchtig, faul, unwissend. Welches Leben, welche Zuknnst inmitten diese? Nasse für Einen, dem ein nw;:: fühlendes, deutsches Herz in d:r Brust schlagt! Hnh!" Sich vor Hrost schüttelnd, eilte er die sieinernen Stufen bis zur Hausthür hinund vactv eben im Bcgriss, die Hand cn lk Glocke zu legen, er zog sie indeß s:och einmal zurrnf, indem ein halb schzncrzlichcr, Mb bitterer Ausdruck sein Unrni) uderslog. Welch' ein Anblick wäre das für Dich uz:i tchtnüthiger Herr Vorder!" lachte er spöttisch auf: allem seine Stimtxt zeigte dabei einen traurigen Klang. M:ch hier an der Pforte eines amcrikaNischen KrejuS als Stellungsuchenden .zu sehen! Für Dich, der Du selbst in Dei mt Reich: herrschest gleich einem Konige, und mit einem Winke der Hand über Tu'ende gebietest! Danke Gott, käs; diese Demüthigung Dir erspart bleibt!" Der fremde war ein Mann von vielleicht Jähren, groß und breitschulttiz, ZNkt stolzer, unbeugsamer Haltung. Selbst ein oberflächlicher BeobaHter tsh'ti in ihm sofort den Deutschen und trotz der nichts weniger als eleganten Kleidung einen den ersten Gesell schaftsrreistn Angehörigen erkannt haben. Turchas nicht regelmZßkg schon zu nennen waren die mrrkigen Züge des Gesichts, obwohl ungemein anziehend durch den arsitÄ sp7ect)enden,Gci"st, wie durch,cjneN eigcnartiz schnzermmhigen Zug um die festgeschlosienen Lippen. Lauz besondere aber frappirte der feste, durchdringende Blick -der großen, lichtgrauen Augen ; er wirkte eigenthümlich, deinzhe impontrerd. Das blonde Haar war noch nichc nach anterikanischer Mode -kurz geschoren, sondern' ringelte sich in vpsigen La.?cn um den fesselnden Kopf, ehrend ein ebenfalls blonder, das Geficht umrahmender Vollöart ihn wohl iilter. erscheinen ließ, als er in Wirklichkeit wer. NaK einigem Zogern entschloß er sich ::dliäz die Klscke su kieken, .fru darauf erschien auch ein Neaer in reicher Lrorce und fragte mürrisch nach feinem "cishr. ' -A mZnisht Mr. N:,rln ,' 65,. füangcleeicheitcn zu sprechen. Meini Name ist William." ' Dann grhm Sie nur hinunter nach. erDssice, in Wallstreet!" entgegnete der Schwane, dir bei dem Worte Ge s -4i i r" c . usa4uHvjmv)vun,fca VCvl nUlUCK : sniKcchteno ;nu?terte. H:er ist die Pri- . i.,. ift. JL . tiu . , t . i ; iiairjouiiun.ii Lei jjerr caaTi rse maii I ' ' fc .Daß weiß ich wohl", lautete des Deutien nnseduldiae Krwidetnn. 1UL hlfc. iV X Ll& 11 Ll III. nr ir rriT Wl lfn 'nftnunh A i ! tnfTArm -!fT lsfÄ .!1tHi.rt rtl?5 Vr , x.a?uze uolle nno es oem rener uoerm - eae r rv t , v.:.t tti.. t . f " . 0','17! vvuikiv m v iiv ,,, rnqjrc. .Utkkn nacy ylezem ÄNete - " t . rtT . tr x r - Munia. tt. xuttvii uuuj um iti 1(13 lv) int iTtif trx i.ri v ' " d jv.jj. 0y viitvfc, demnach erwarte! " . . . ! JlL - . " . . , ujcr yteaer mai: nur nnaoui mu oem Mii'ir!jM i?! S inli im .! " . . . -uuuiutii'ju.'ii1' .uiuc iutiuc4ii -onr. !''' ( - t T C V r ' ' '" ri i) II 4riL i lii e.iflifxx: ULLi.iiiiiEiri n i ru .t j.j.i fcerir y.t.-. l.'- 1 ' wv V . . r. I , ci . viK, vau uiuvii vic mir, ". irr ' iTnDcr iirriiic iciii iiunt nnmj -v i 1 - - - .y- 7 ; r' srii. nfriTisiiirra'iin rrn Finnin nfsum ;en Äcannes, der trotzdem so stolz und 7' ff w 2 i w-ir m wmm ' T T 1- W W " I;:!::::;1,(,mÄ viftifi't tu Hnntn n,rlsnn Uts w ' v . W WM-'tf' M.UVft V VilLl ii ii ' 1 in. ii itTiriiiir in v . i niuiii i. r in i iiiirr ' I- ..-'"7- " ? ? " . ::ü:!i I -' -t: IT. T . , T i fY.- r& ; j;;,!,,,- wfr " jp. jj. M i unrnri i lririrr (TTisTFnrnmrTT "nip iiinir nie trvtr witner Tift .vmius yittrtört hmnfl Mwerden. denn ein Ausdruck von Befriedt l ',! nitnt imS (Sr f fifi-rtifiiff nlitt Tifii 5,2 !l" O ilj " ' lJl Ö V W . W M V bronzene Gesicht. K' ., Beide durchschritten die mit weichen. kostbaren Teppichen belegte Halle und stiegen die Treppe bis znm zweiten StockDkverk hinan. Eine angenehme, wohlj: thuende Wärme durchströmte das Innere des stattlichen Hauses.
Oben angelangt, verschwand der Diener hinter einer Thür, nachdem. mit gönnerhafter Handbewegung den Fremden aufgefordert hatte, zuwarten. Wieder flog jenes sarkastische Lächeln über das Gesicht dcö Deutschen. Mochte er jetzt vielleicht anderer Zeiten gedenken, anderer Verhältnisse, mit denen sein heus, bescheiden dcmüchigeS Bittgesuch wenig im Einklang stand? Das kurze: ich bitte" des NcgerS, störte bald seine schmerzlichen Vergleiche und Vetrachtungen, da, die rauhe Wirklichkeit, die Frage um die Existenz, wieder in den Vordergründ trat. Seinem Begleiter kurz dankend, überschritt er nun die Schwellt des bezeichneten Gemaches. Aber was war das? Hatte der Diener sich geirrt und ihn in ein falsches Zim mer gewiesen? Das reizendste, lau: schigste Boudoir lag vor seinen erstaunten, fast erschrecktenÄlicken. Die fahle Wintersonne kottnte..nur verstohlen durch die mit dichten gelben Spitzengardinett und mit schnierseidenen rosa Behängen verhüllten Fenster hcrcinlugen. Allein gerade dieses halbe Licht genügte, dem Zimmer eine eigenartig magische Veleuchtung yx geben und den ganzen Raum in eme Zauberische rosenrothe Beleuchtung zu hüllen. Möbel, Wände, Portieren kurz. Alles rund herum flimmerte im zartesten Nofenroth. Mr. Williams erster Gedanke war. das? er noch nie im Leben ein mit so rassinirtem Luxus und Geschmack mrs gestattetes Boudoir gesehen habe. Erschien es ihm doch gleich dem Gemache einer Märchenprinzessin. Und hierher war er von dem Chef der Firma Burton berufen worden, sich behufs eines Engagements vorzustellen. Grenzte das nicht ans Wunderbare nein, fast ans Lacherliche? So sehnsüchtig Mr. William seine Erwartungen auch verwirklicht wünschte, wie hoch auch seine Hoffnungen waren, in Anbetracht der glänzenden Empfehlungen des österreichischen Eonfuls und feiner reichen 5tenntnisse in diesem Momente, in diesem Zimmer beschlich ihn ein Gefühl ängstlicher Unsicherheit, ein Gcsühl von Enttäuschung. War das Boudoir leer? Er gewahrte in dem eigenthümlichen Halbdunkel Niemandcn. Wie von einem Zauberbanne umfangen, kein Glied rührend, stand er einige Momente an der Thür. Nur zaghaft traten seine Füße auf den kostbaren weichen Smyrnateppich, und unwillkürlich dämpfte er auch noch die Athemzüge, um nicht durch das kleinste Geräusch diese reizende Illusion zu stören. Doch plötzlich besann er sich und sein Eindringen in dieses Hcilizthum dünkte ihn als gröbste Profanation. Er war zu sehr Kavalier, um sich seiner peinlichen Lage nicht sofort bewußt zu werden. Wenn es nun doch ein Damenzimmer war und der alöerue Neger ihn genarrt hätte? Mit einem ganz leisen Druck auf die Thürklinke wollte er bescheiden sich eben zurückziehen, da ertönte in demselben Augenblick hinter einem japanestschsn Wandschirin hervor, der ein niedriges Nuhebctt sast ganz rcrdecktc, eine volltönende iveibliche Stimme:
,Warten Sie nur noch n?mlZ5 MlNU tcn, mein Herr, ich bitte, so lange, bis en :ralv zn Ende gelesen elttd seJen Sie sich cinftivek habe! lcn!" Alsdann hörte man nichts mchr als das Knijlcrn und Jtascheln der großen Neu? Yorker Zeitung. S:n Sie sich einstweilen !" Also er artet rosr er demnach doch. Immer rÄthselhafter wurde die Situation. Wo in aller Welt befand er sich denn ? Hielt man ibn etwa gar für einen Friseur oder Schneider, der Aufträge oder A'sehle entgegennehmen sollte? Und ebenso, wie diese gebieterisch ausgesprochene Bitte" seinen Widerspruch aus's Aeußerste reizte, begann andererseits das Eigenartige seiner Lüe ihn fast zn belustigen. Endlich mußte da3 Aläthfel sich ja lösen: Warum sollte er das nette kleine Abenteuer von der Hand weifen, mochte was immer sich daraus entwickeln! Still für sich lä: chelnd that er nun mehrere Schritte ,veiter ins Zimmer hinein und lich neugierig die Blicke nach dem verhängnißvollen Schirm schweifen. Nichtig! Erst setzt gewahrte er dahinter eine Ebaisclongue auf welcheseine weibliche Gestalt zn ruhen schien ; das heißt, er sah vorläufig nicht mehr als ein weißes Gewand und zwei allerliebste Fuße in zierlichen Hackenstiefelchen. Nun, nachdem man ihm die Aufforderung, zu warten, ertheilt hatte, wagte er 'auch, sich eingehender umzuschauen. Es war ein großes, hohes Zimmer, fast überladen mit Möbeln und tausend' Kostbarkeiien und Gegenständen, die ein Frauenherz erfreuen. Worauf jedoch des FremdenAuge mit besonderem Wohlgefallen haften blieb, das war ein pracht voller, aufgeschlagener Flügel, der die "tte des Zmlmcrs emnahm und aus welchem zerstreut eme reiche, auserleseue s Sammluna von Noten laa. Mr. William, ein leidenschaftlicher Hnsikfreund, der schon mehr zu den Künstlern als zu I iHs n u flT L. um iicnamen zu zu y ten war, wuroe davon sofort lnmpathksch berührt zünd s vermuthete in der geheimnißvollen Wewohnerin dieses Gemachs einen ihm verwandten Geist. Die sonore Frauenstimme hinter dem Wandschirme riß ihn jedoch aus seinen Betrachtungen. Wollen Sie nun die Güte haben und etwas näher treten, mein Herr! Jetzt bin ich, bereit, mit Ihnen zu sprechen." Mr. William hörte, wie sie die Zektung bei Seite warf, trat zögernd heran. Bitte, noch näher, bis dicht an das Sopba heran, damit tch Sie anzusehen im Stande bin! Es ist so düster im Zimmer und" ein eigenthümlich spottisches, allein doch so melodisches Lachen schallte zu ihm hin keine Mensch euseele wird es mir verargen, wenn ich Jemanden, der üls Geschäftssührer engagirt zn werden wünscht, mir erst gründlich anschaue." ' Jetzt stand der Deutsche an dem niedri-, gen Sopha und sah in sprachloser Ver L : Ii i-M. , j , wunoerung in ai ungauvlgem 2csichtsausorua aus vte iunge Frau, eiche dort hingestreckt ruhte. .Sie mich enaaairen. Madame ? fragte er achfelzuckend, indem er mehrere Schritte zurücktrat. ' Hier waltet nttentiui ;iu jj. 5 p v j.y p V, tXVH wie dieses Schreiben, beweist, bin ich vom MrrThom. Ab Burton für 12 Uhr Mit-! h .rA8 &rtrfiH nSn! ü t 'iTN.tiii tags hierher beorvert worden. Ich bltte
aber dringend und entschieden, nun deutlicher zu sprechen und mir endlich zu sa-i gen, wo ich dxn Chef dieses Hauses sinde,.' damit ich meine Zeit hier nicht unnöthig. vertrödle und fceburch vielleicht die Ant wartschaft auf die Stelle, um.die ich mich bewerben will., verliere. 1'imo !s mono in diesem Lande. Madame!" Ein silberhelles Lachen mx die einzige Antwort. Sich halb aus ihrer Lage ausrichtend, schaute sie ihn mit 'ihren großen, flammenden Augen übermüthig und belustigt an und segze mit merllichem Nachdruck: Für's Erste repräsentire ich die Firma Thomas A Aurton, mein Herr! Ich habe Ihnen auch jenen Brief geschrieben und Sie höflichst ersucht, sich heute Mittag hierher zu bemühen, damit ich Ihre Bekanntschaft machen und, im Fall Sie mir passen, mit Ihnen das Nähere mündlich besprechen kann. Von einem Mißverständnisse" in Ihrem Sinne ist somit keine Rede. Nehmen Sie Platz, mein Herr, und kommen wir alsbald zur Sache!" fügte sie ernst und ein wenig ungeduldig hinzu, mobei ein scharf prüfender Seitenblick das jetzt beinahe stnstere Antlitz des Deutschen streifte. Bewegungslos, wie angewurzelt, blieb dieser an derselben Stelle stehen, was indeß die Dame kaum zu beachten schien; sie fuhr vielmehr in größter Nube fort: Natürlich bin ich Ihnen über dieses sonderbare Verhältniß Ausklärung schuldig, denn im Allgemeinen kümmern sich ja die Frauen nicht um Geschäste. Allein schon seit vielen Jahren ist mein Vater" ein schwer kranker Mann, dessen trauriger Zustand ihm verbietet, sein hohes, bedeutendes Wissen und seine hervorragenden Geistesgaben so verwerthen zu konnnen, daß dem Hause Burton Nutzen und Gewinn daraus erwüchse. Auf des Arztes strengen Befehl ist ihm geistige Arbeit gänzlich untersagt, ja, er ist von allen gejchästlichen Angelegenheiten vollständig ausgeschlossen, und deshalb ruht schon seit geraumer Zeit die Leitung des Bankhauses Burton in den Händen seines einzigen Kindes, dessen Lebensaufgabe es geworden, die Stelle des Vaters einigermaßen zu ersetzen." Hier machte die junge Dame eine Pause und seufzte leicht. Ich suche nun einen Geschäftsführer oder nennen Sie eö eine Art Stütze, mit gediegenen Kenntnissen, welcher gleichzeftig der französischen Sprache vollkonrmrn mächtig sst. Wir haben nämlich rinen empfindlichen Verlust dadurch erlitten, daß der bisherige Geschäftsführer, mein alter Freund und öZathgeber, Mr. Rost übrigens auch ein Dentscher vor einigen Wochen gestorben ist. Seit vielen Jahren war er in den Diensten unseres 'Hanfes, und er hat durch unermüdliche Thätigkeit und Umsicht Großes geleistet. Der rasche Tod des alten Mannes machte mich ratblos und untröstlich. Ihr Schreiben, Mr. William, gest;! mir auhsrorentlich. und da der österreichische Generalkonsul unter den vielen jungen Leuten, die um diese Stelle sich beioarben. Sie mir ganz besonders mxin enr; ;;;!)L so bat ich Sie, sich mir
vorzustellen. Es käme ja auf einen Versuch an, indem ich bis jetzt zu benrthkilen außer Skande bin. ob S'e allen Anforderungen auch gewachsen sind", setzte sie zögernd hinzu, da er noch immer schwieg. kurz : ,ckaen tc m.ti tch bitte, 2iyre Papiere. Mr. William, odcr was &t sonst N5ch an Emineulnnqen o?k ttch tra gen ! Elüuben Sie überhaupt, dah Sie den Platz als crNcr ejchüslsnirer tu n r 'M nein grogeu au:!)ue nözuMcn tr. Stande Und? Die Amprnche, die ich stelle, sind nicht gcrii'.z." Zum ersten Male schaute M i ß Bnr-. ton dem Fremde völl ins Gesicht. Allein der feste Blick, feiner graue Augen in achte sie stutzen. Fast unwillig schüttelte sie den Kopf und sinkte ihn ans die rzr dargereichte B?leztasche. Wie hochmüthiq dieser Deutsche ans: sieht, weiche Haltung er annimmt!" Das waren'bei d;m Durchblättern der Papiere etwa ihre Gedanken. Das also ist des Pudels , Kecn !" sc dachte im selben Moment auch Mr. William. Nach amerikanischen Begriffen ist diese Lösung freilich so nnnalürkich nicht." Gewiß. eZ .boten sich ihm hier gl änzende Ans sichten, glänzendere vielleicht, als er im Lande des allmächtiger Dollars sie bisher erträumt. Und dcuuoch crfüllkc ein bilieres Gefühl sein Herz. EttttSnichungeu waren ihm während seines fast einjährigen Aufenthaltes in Ne.v Jsrk ja schon zur Genüge beschien den gewesen, edenjo Kränkungen Und Demüthigungen jeglicher Art Keine jedoch traf ihn so empfindlich, wie die gegen wZrtZge. Unter der BoimästigkeZt eines kattnenhaftcn. verwöhnten Weibes sollte er stehen! Wie jämnurlich erschien ihm plötzlich sein Leben! WaS halle er vergeudet wegqeworfen in der alt?n Heimath! Leichzsittn und toller Uebermuth waren es gewesen, die ihn daraus vertrieben hatten. Wie schon mancher Dcuische. ,oar auch er mir großen JUn sionen herübergekommen. Bn seinem Verstände, seinen Kenntnissen "er hatte ein glänzendes Abilnrienten:Eram,,m'bestanden und befaß die vArzügiichstüN Zeugnisse meinte er. könne es ihm doch nicht schwer sallcn, sich in Amcrika rasch eine nene Existenz zu schassen, iy?n. welcher ja den guten Willen zur Arbeit mitgebracht hatte. Aber, gerave MS er suchte: Thätigkeit, Beschästigung, daran fehlte es hm. Was hatte er bis jetzt erreicht. Einig? Zeit nach seiner Ankunft, in ..Nfn )arf war es lhm endlich aelnuaen. rn. einem kleinen Bankhan'e Arbeit zn sindcn; das heit, er wurde fuc knappen Lohn clS Abschreiber, wie auch für Netengange .c , i. 1. 1' i "A j. j verwencer, un? (fi vhcö upn infic&iaeq erspart, die ganze Stulcnlertcr der Drlnülbigttngen zu durch kosten. 'Nur mit Schmerz und Gnmm gedachte er noch jener Zeit, wo ein zu den höchsten An sprüchul berechtigtes Dalein, wie das seinige, in Noth und Elend zu verkümmern , . f f , . r ' oroyle. Mag nulie rym mer ole relcye wissenschaftliche kaufmännische Ausbilbung, die fein verstorbener Vater, ihm hatte zu Theil werden lassen? Wenngleich nnr als Ztweiter Sohn eines der reichsten österreichischen Fabrikbesitzer geboren, so oedachte er, doch nur mit Erröthen der ?L i .-t ... r ? . ,
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welche er ohne Ueberlegung mit leicht, sinnigstem Trotze in der alten Heimat von sich geschleudert. Nach und nach rückte er allerdings, da fein Chef bald einsah, daß er den kenntnißreichen,gebildkten Mann, vortheilhafter ausnützen könne, in dem kleinen, unansehnlichen Bankgeschäfte p dem Posten eines Geschäftsführers aus. Glänzend war indes; auch diese Stellung durchaus nicht. Denn mit der Lebensfähigkeit des Geschäftes war es nur schwach bestellt, weil man hauptsächlich mit fremden Mitteln arbeitete. Was er schon sv
lange vorausaeseken, trat wulltch ein. Kaum fünf Monate hatte Mr. William dort gearbeitet, da siel die Firma. Der Scblaa traf tbn darr. Unter der arouen Zahl von Leuten, die entlassen wurden, befand er sich selbst, da der neue Inhaber zugleich die Führung der Bücher übernahm. Seitdem kebrte er muthlos und fast verzweifelt jeden Abend in sein billiges lioaniing - houso zurück. Das Geld war zn Ende, der strenge Winter einget 1 '. . f..t s? jf T reyrr, uns nocy immer sano ,19 reme Stellung. V... . r , m Da enöicn ihm aletch ktnemLlchl trahl in dunkler Nacht ein Brief des Generalf..fs T JL It ..W Mh. ?.,ltlm conjuiö, weiter u;u Uttv iitm uiumus von früher kannte und sich bereits verschledentllch. ennalelch ohne ßrfola, für den kenntnisreichen jungen Mann verwendet batte. Der Geschäftsführerpostcn in eurem ' der ersten Bankhäuser New Yorks, bet Ty. A. Äunon, war frei; das schien ein Platz, wie er seit Monaten suchte, dort würden seine Talente und Kenntnisse Anerkennung sinden. Alles dünkte ihn so glanzend und verkokkend, wle nur möglich und dennoch stand er hier auss Neue bitter enttäuscht und entmuthiqt. Der Chef der Firma, der Repräsentant derselben, war ein Weib! Während dessen blätterte die junge Dame, noch immer in seinen Papieren; ihn überkam ein Gefühl, als müsse er ihr dieselben entreißen. &it sollte keinen Einblick da hinein thun, den Schleier ser ner trüben Veraanaenheit nicht lüften! Was ging eö die kalte herzlose Amerikanenn 'überhaupt an? In ihren Augen blieb er doch immer nur ein Paria, ein armcrStellensucher, der nach Brot schreit, den die bittere Noth zwingt, den drücken den Verhältnissen sich ohne Murren zu fugen. Der etgenthumllc? stolze und doch auch wieder so sinnende. Ausdruck um ihren charaktervollen Mund, das Zucker, der. langen dunklen Wimpern, als du gesenkten Augen Blatt um Blatt durch, sloqen, ließen sein Herz in widersprechen, , den Empfindungen schlagen. O, welch ein Bcrireter ferner eolcn vcatlon war er -strotz des schlechten Anzuges vor die. zcr hochmuthigen, erngeokldeten, amcrl kanisckzen Baumwollenprinzessin." Al, lein das Wort erstarb ihm schon auf den Lippen, al-Z er erngehender das Madchen hcllIchtete. War es denn möglich, überhaupt nnr denkbar, daß dieses junge Geschöpf. votU cües kaum wcat als 24 Jahre zahlte. d:e Leiterin eines großen, ausgebreiteten Handluugshauses em könne ( ür den (Gesichts!, eis eines Deutschen erschien diese Thatjache als etwas völlig Widersinniges, rdZl illtam wüyrend innc Äufcuihülteö in Neu) Jerk schön von überspannten, emanclpirten Frauen gehört halte, .die in halb MLUttllchkn Anzügen einhergehen, überall das große Wort führen urd sich im Allgemeinen als leidenschaftliche Franenrcchtkerinnen und dergleichen" höchst unweiblich zei: gen. Allein er hatte sich von ihnen doch ein anderes Gebild gemacht, als es sich ttrn hier bot. War döch Miß Äutton so ganz verschieden von den übermäßig blonden, schkanlen nmerlkanerinnen, die et bisher geschant. Ihr knrzes, dnnles Lollcnuaar, welches lt ereile rnanjrte Stirn umkräuselte. gab zwar dem pikanten Nopse des Mädchens ein besonderes energisches Gepräge, jedoch wirkteirdafür der wunderbare jammetweiche, gelb: lich angehauchte Krcolenteint und die großen 'halb verschleierten Augen um so anziehender. Ja, d'ie Augen, Mr. Wilfiam konnte sich nicht entsinnen, jemals solche Augen gesehen zu haben, die in Farbe und Ausdruck jeden Moment zu wechseln schienen. Ursprünglich mochten sie wob! vom schönsten, tiefsten Blau b)m, Nie ganze Gestalt war rrasltg entwickelt, und ihre oruien waren voll zu nennen. Schon die Bewegungen der weißen, wohlacpslezicn Hand deuteten starke Willenskraft an und ließen vermuthen, daß sie wohl ebenso gewandt uud sicher die Feder führe, als .sie ein feuriges Gespann zu lenken verstand. Demungeachtet zeigte ihr Acußeres nicht das mindeste Amazonenhaste, das mußte Mr. William wider Willen ein gestehen. Die klare, bestimmte Art zu reden, mockue das Einzige sein, was störend auf iyn einwirkte. Sonst verrieth ihr höchst einfaches Kleid aus weißem, weichem Stoss die wahrhaft vornehme Frau, die den Ne,z tyrcc Schonyett Nicht durch kunstliche Mittel und äußeren Schein zu erhohen für nöthig erachtet. Leider verstehe ich sehr mangelhaft das Deutsche, so daß ich diese Schriften nur halb zu entziffern vermag", sagte. Miß Burton endlich, indem sie die Papiere zurückreichte. Ihr Name ist also William van der Capellen? Das klingt doch holländisch, nicht?" fragte sie wieder, mit dem gleichen pulsenden Blicke an ihm emporschanend. ' ßhx der Abstammung nach ist es un? sere Familie, indem mein Großvater bercits nach dem Kaiserreich, -Oesterreich einwanderte. Im Grunde des Herzens bin ich stolz darauf, sLM zu können: ich bin ein Deutscher! Der Kürze halber nenne ich mich hier nur William,? entgegnete der junge Mann zwar höflich, jedoch merklich schroff.. Auch fugte er nicht das geringste verbindliche Wort hinzu, welches vielleicht, erwartet wurde, sondern saltete seine Briefschaften sinster wieder zusammen, fch ob das Portefeuille in di?Tasche und langte schweigend, nach dem Hute. ., "8. Sie sind der sonderbarste,. Mensch, der mir je vorgekommen ist", rief das junge Mädchen in etwas gereiztem Tone, wobei ein Fältchen zwischen den seinen Brauen sichtbar wurde. Sie haben eine' originelle Art,., sich . vorzustellen.. Ich sollte ' meinen. der Platz bei der Firma Burton sei wohl eines formenvolleren
! Gesuches werth, mein Herr! Oder haben , 1 1 .ii ,:: V-X 'iu ' ' Äsi . " -' ' ' 'i:'.ir:!ik .ch, ':'& "ß
Sie vielleicht die Lust verloren, uns Ihn Dienste anzubieten? Vorhin schienen Sit doch in großer Eile, wie Ihre Fragt nach meinem Vater bewies, um schnell als möglich die einträgliche Stelle in seinem Vankhause zu erlangen wie?" Dabei glitten ihre funkelnden Augen an seinem abgeschabten Anzucze herab. Offenbar ärgerte sie sein kühles, zurückhaltendes Wesen und, indem der schöne Mund , sich zu einem spottischen Lächeln verzog, fragte sie ein wenig boshaft: .Nun, mein stolzer Deutscher, Sie erwarten wohl, daß ich, die Neprafentantin des Hauses Vnrton, Sie ganz ergebenst bitte, den Posten eines Geschäftsführers bei uns anzunehmen, oder daß ich Ihnen sagen soll, daß Sie mir gefallen, was ich durchaus nicht in Abrede stelle, weil ich in Ihnen die richtige Persönlichkrit vermuthe, ha, ha?" Sie lachte belustigt aus und setzte, als er noch .immer schmieg, hinzu: So reden Siedoch, Mr. William!" Gleich Dolchspitzen bahrten sich ihre Blicke in des jungen Mannes Herz, und der. ganze, nur mühsam unterdrückte Stolz seines Charakters brach wieder einmal mit aller Gewalt hervor. Unbekümmert um die eigenthümliche SitUation, in der er sich befand, unbekümmert, ob er vielleicht mit eigener Hand die sich ihm bietenden glänzenden Aussichten vernichtete, rief er, das Haupt hoch emporgerichtet, in aufwallendem Zorne: Sie, Madame, die Sie hier von Jhrem Palaste aus über unzählige Summen und dienstbare .Geister gebieten, die in Ihren Augen nicht mehr als Kieselsteine sind Sie vermögen freilich nichi zu beurtheilen, waS .die Brust eines, Mannes bewegt, der einst bessere, glücklichere Tage geschaut und den die bitten Noth zwingt, sein karges Brot zu fuchcn! Ja, Madame, ein Lichtstrahl war mir des Eonfuls Brief! Ich leugne dsS keineswegs. Mit gierigen Händen griff ich nach dem Nettungsanker und eilte hierher erwartungsjclig voll schönster Hoffnungen. Aber in der Brust deS armen, herabgekommenen Deutschen lebt doch noch etwas, was größer ist als der Hunger, der oftmals darin genagt. Das ist der Stolz, der Mannes-
stolz, Miß Burton, der sich nicht beugen will, noch beugen kann unter das Scep ter einer Frau, dem es ein Unding ist, der Willkür von Weiberleuuen sich zu fügen! Ansichten und Anschauungen, die ich mit herübergebracht und die so rasch sich nicht abschütteln lassen, sind be! mir eben noch zu deutsch, als daß ich im Stande wäre, die Autorität einer Frau als maßgebend anzuerkennen. In diesem Lande spielen emancipirte Damen wohl eine Nolle, be! uns, wo die Frau nub in ihrer echten züchtigen Weiblichkeit etwas gilt, beurtheilt man . . . . " er zögerte einige Secunden, allein die Lippen bebten ihm in heftiger Aufregung, als ex das Weitere beinahe wild hervorstieß, . . . . beurtheilt man Weiberhenschr als lacherlich und abgeschmackt. Verzeihen Sie daher, daß ich "Sie belästigt habe, Miß Burton! Verzeihen Sie zugleich, daß ich, der srenide Eindringling, solch' offene, rüZhaltlose Worte gegen Sie zu äußern wagte'! , Aber Schmerz, Enttäuschung und die Bitterkeit über das eigene verfehlte Dasein wühlen so mächtig im t'.csstm Innern, daß alle kaum vernarbten Wünden wieder ausbrechen. So gern ich diese einträgliche" Stellung bei I st -4 t 4 rt dt rf j t rt rvt lli vUltVll ll 4 KXJ hätte, so thöricht cs von mir vielleicht ist. solch' ehrendes Llnerbieten von der Hand zn weisen unter solchen Umständen urug tch leider dasur danken. Er machte eine tiefe Verbeugung und wandle sich ab. Doch indemselöen Mo: mente stand Miß Burton auch schon an seiner Seite. In stumme Verwunderung das große flammende Auge starr auf ihn , r 1 1 r f nie t' n gerl0)'.cr, ylngen lyre mm an ccn vtn des kühnen Sprechers. Dann wars 1 sieden lockigen Kopf rasch zurück undriej rnit ihrer kraftvollen Strmme: So? Also unw?iblich' nennt ihr strperkiugktt .)cnt;cyen es. wenn eine Frau durch thatkrästiges Eingreifen zur rechten Zeit Hab und Gut, ja, die Ehre und den altcit Namen des Hauses vom Untergänge errettet? Freilich, da gehen unsere Ansichten weit ausciuander. Wahrlich, so ganz leicht ist es nicht, von, Paläste aus in unumschränkter Macht zu gebieten! Oft trügt der Schein; cs kommen Zelten, wo das rauhe schick;! auch an ein schwaches Weib' herantritt mit den Worter.: Nun hilf Dir felbst !" Eure, dcutfchen zsrtbcfaiteten Frauen würden in selch kritischen Momenten dann wohl nur die Häude zum Himmel! erheben, jammern und weinen oder tast, send gute Freunde um Rath und Bei -stand anstehen? Unsinn! Erbärmlich nenne ich das. Eine Amerikanerin hilft sich selbst!" ' Hoch aufgerichtet stand das junl Mädchen, deren Kopf weit über du Schullerhöhe.reichte, vor ihm. und Mr. William mußte sich unwillkürlich einge:. stehen, daß eine -ähnliche Frau, so volle! Geist und Klaft. ihm in Dentfchland noch nie begegnet sei, daß er sie wohl für be: fähigt" halte, Außergewöhnliches zu seiste und zu vollbringen. Wie durch unsichtbare Macht zurückgehalten rührte er sich jetzt nicht mehr von der Stelle, sotderu blickte unverwandt gleichsam hingerissen' durch ihre Rede, nach dem schönen Mad chen. . Leise lächelnd gewahrte sie ihren Sieg, und, während ihre Züge wieber jene ernste Würde annahmen, sagte sie ruhig: , ' ' . : Docb weshalb wollen wir uns unnothig aufregen, da ich doch, einzig und allein GelcbäktlicheS mit Ihnen 'zu besprechen leabsichtigte. mein Herr ! Mx ßerdem ist cs mir 'gänzlich gleichgiltig, wie man in Deutschland über uns denkte Hier handelt es sich einjacö üm Ja oder Vtein. Falls Sie es wirklich unter Ihrer Würde jalten Arbeitskräste und Dienste einem Hause zu weihen, dessen Wohl und Wehe ein schwaches Weib zu verantworten hat 'gut; dann will ich Sie keine Sekünde länger : zurückhalten. ' Die Stelle eines Geschaitsführers wird anderweitig zu besetzen sem." fügte sie mit einer fast hoheitsoollen Wendung deS schönen Kopfes hinzu. - Allein, da Sie ein Mann von Geist. Verstand, und Herz zu sein scheinen, so halte ich eS für meine Pflicht Ihnen das Borürtheil, welches Sie gegen dieAmerikanerinnen hegen' zu.mhrnen, Gewiß gibt ?S Frauen' unter ihnen. , die
Eitelkeit und Ehrgeiz auf eine falsche, gefährliche Bahn gelenkt; verfehlte Eristenzen, unglückliche Wesen sind eS,denen ein segensreicher Wirkungskreis, ein richtiges Daheim fehlt. Indeß mochte ich um keinen Vreis mich zu jenen gezäblt sehen, felbst von einem Fremden nicht!" jügte sie in auffallender Lebhastlgkeit lzin;n. Hören, Sie mich also nnr noch wenige Minuten an, ehe wir scheiden." Jtafch ließ sie sich wieder auf das nie-
drigc ?opha gleiten und winkte ihm, ihr gegenüber Platz zu nehmen, welcher Auffordernng er diesmal nicht zu widerstehen vermochte. Das BankbauS Thomas A. Burton ist seit langen Jahren ein ausgebreitetes, hoch angesehenes in New Dort", fuhr sie nun' in 'erzählendem Tone fort. Stets haben wir Verbindungen mit den Jnfeln gehabt, was auch noch der Fall, ist. Ich selbst bin auf Haiti geboren, indem meine früh verstorbene Mutter der französischen Eolonie angehörte und eine Kreolin war. So lane ich zurückzudenken vermag, entsinne lchnich Mr. Burtons als eines kranken, reizbaren Mannes, der zn elend und nervös war, um, wie es hätte sein müssen, dem großen Geschäfte selbst vorzustehe,!, und so überließ er nach und nach leider die Führung desselben Den Untergebenen'. Ich war damals ein Mädchen von vielleicht fünfzehn Jahren, aber ich erinnere mich dennoch ganz genau jener trüben, aufregenden Zeit, als eS zu Tage kam, daß ein schurkiscber ftassirer seit Jahren falsche Bücher geführt und waghalsige, haarsträubende Speculationen unternommen hatte. Mit einem namhaften Kapitale war der Ehrlose auf und davongegangen. Nothdürftig wurde zur Zeit ja wohl alles arrangirt; doch solche Verluste, wie unsere Firma sie damals u verzeichnen hatte, lassen sich nicht so leicht verfchmeen. Und was die Hauptfache blieb: die Seele des Ganzen, die leitende Oberhand fehlte eben. So sing denn das Haus Burton in seirttn Grundvesten an zu wanken." Ein tiefer Seufzer hob der jungen Erzählerin Brust. Das waren schlimme Jahre, die jener verhängnißvollen Katastrophe folgten. Der Vater gesundheitshalber meist im Süden, ich selbst ein eben zur Jungfrau herangewachsenes Mädchen von 18 öommern und über mir die drohende, immer düster werdende Wölkt des Zusammcnbruches des Ruins ! " Aber ich bin eines Kaufmanns Kind, aufgewachsen und großgezogen mit richtigem Verständniß für alles GeschäftliQe, stets voller Interesse für die fchuierigsten Berechnungen. Wer wollte es mir daher verdenken, daß ich damals. voü Begeisteruug für eine gute Sache, das sorgenschwere Haupt muthig erhob und die schlassgeuiordenen Zügel selbst ergriff. Ich that eS. Der unerfahrene Sinn eine? Achtzehnjährigen glaubte mit Ausdauer und Sparsamkeit die ärgsten Hinbernisse und Schwierigkeiten leicht zu überwinden. O thörichtes, blindes Kmd, das ich war ! Gar bald mußte ich gewahr werden, .daß ich solcher Niesenaufgabe doch nicht gewachsen war, daß ich allein dlkses grosze Werk richt zu Stande brm gen könne." ,,, Da schasste Gott mir Hilse in Ge: .statt des anspruchslosesten Mannes, der fett vielen Jahren voll stiller Ae eidenheit seinen einfachen Posten in unserem Geschäfte bekleidete. Aber Mr. Nost war ern Geme. Unter der 'ichllchten Hülle barg stch ein Feuergerst, hinter ser ner kzoüen Stirn wurden die schwierigsten Probleme mit staunenswerther Sicherheit gelöst: Des Himmels Gnade gab d:e sen Mann mir mitöeath und That zur Seite. Gleich einem Vater habe ich ihn aeliebt undgeachtet und bin ihm bedinqunasloS rrnolat. Vereint arbeiteten wir nach dem vorgesteckten Ziele. Stein um Stein wurde wieder eing:sügt in den rerelts morschen Ban und dem Himmel sei Dank das schwierige Werk gelana! Nicht aedenken wrll rch der zahl losen Thränen über die eigene Schwäche, der vielen schlaflosen 9!ächte und der opferwilligen Entfagungen! Der Erfolg der glänzende Ersolg machte bald Alles vergessen". Das aroße Auge deö Mädchens schim werte feucht, als sie, in Erinnerungen versunken, rns Leere starrte. ..Fünf arbeitsreiche Jahre sind seitdem veraanaen " subr sie sinnend fort, .und ieüt kann ich mit Stol; und Freude ver sichern, daß unser Haus wieder zu den solidesten der Stadt qehort. ;cü wein. daß damals auch bier in New Jork sehr viel über mich und mein Thun gesprochen und gefpottelt worden ist. An Feinben und Neidern fehlt es ja Keinem. Boshafte Menschen gaben unserer Firma sogar den Beinamen: 'luomus a. Burton and daaghtcr (Thomas A. Burton und Tochter). Immerhin, ich kebrte mich an dergleichen Reden nicht. Denn in meiner Brust lebte fortan das beruhigende und - beglückende Gquhl, meine Pmcht erkullt zu Haben." Jetzt erst richtete sie das bisher bgewandte Antlitz voll auf ihren Zuhörer, und , wieder hu,chte Äusdrua von Triumph und freudiger Genugthuung über die geistreichen Züge. . In stummer, jedoch unverhohlener Bewunderung hingen Mr. Williams Blicke an der kraftvollen Mädchengestalt. Jede Spur herben Trotzes und schmerzlicher Bitterkeit, welche noch vor Kurzem um seinen Mnnd gespielt, war gewichen Und sein feurig beredtes Äuße verrieth nur zu deutlich das, was die Lippen a Worten der Anerkennung nicht zu äußern wag ten. Was aalt auch der .stolzen Ameri: kanerin ein Lob auS des armen Deutscher Munde? , - i 1 . ' (Fortsetzung folgt.) 3ch o v end e V ordere it ung. Nm setneil Väter auf die schreckliche Nach? richt, daß er durch'S Eramen gefallen fet. allmählich , vorzubereiten, telegraphirt Studiasus Söffelan denselben : Durch" und nach einer halben 1 Stunde: gefal-Vst3!V:,v:.;:-'';..r. ; ",! t ' . (,,. ' " Richt i g e Di a gno se. Kommerzienrathin: Lieber Sanitatsrath, was mag doch unserm Oskar fehlen? Er sieht so blaß aus, hat weder Kaffee ge trunken noch gefrühstückt , und leidet an heftigen Kopfschmerzen eS ist einJamrner!" SanitätSrath :i'.Dafür halte ich es auch! W',W' ;'. i ' s ' ; ,'
Ter Gipfel der Nnverfroren7iev
Aus Dessau wird folgende heitere ?e ' schichte mitgetheilt: Der Herzog, welcher im hiesigen Thiergarten promenitte. sah mit Mißfallen, wie ein fremder Mann stets vom Wege abwich und den .grünen, '- Nasen zu seinem Epaziergange wählte. Der Herzog, der Civilkkeidung trug, säumt nicht, sich dem Manne zu nahem , und ihn uszufordern, den Nasen nicht ' ferner zu betreten, derselbe sei zum Sxazierengehen nicht da. Der Man sieht btn Herzog erstaunt an und antwortet: , Kommen Sie doü auü lieber citi btnA Nasen, hier s.eht es viel angenehmer, ls mit dünnen Eliefelsohlen ans dem Sand . ' roege." Der Herzog sindet anscheinend Gefallen an dem ungenltten Wesen deS , fremden ManneS und bemerkt, wie der selbe mit Bewunderuna im Ansüauen der Natur versunken ist. Er fragt den Mann vayer jehr gnadrg: w:e tir.D wohl ein großer Naturfreund ? " Gewiß, ich bin in Geschäften Zum' ersten Mal in Dessau und babe immer v!e! Lobenswerthes von der Schönheit der Na . lurumgevullgettMMZ geyörk, westzald ick es nickt verkäumen wollte, mir die Landschaft anzusehen. Ich, muß geste yen, es rlt wirklich hernrch hrer.(rt 5 IrtTTfr ks,n, rtTTrt j l.via rl tf "Vf " j( JW.4. MtV I UM H mich", erwiedert der Serroa. MUt nun gehen Sie hübsch aus den Sandweg ! " Der fremde Mann kann noch im mrr tltAf ft(fvi Fit Vv r- Vrt't .tM VVMIVH, 1VV Vbi gtt. -MJ4. kommt, tyn hier zurechtznweiskn, er fragt ihn desbalb dreist: Eaaen Sie mir nun ober um Alles in der Welt, wer sind Sie denn eiaentlick?" st 6 bin der Herzog ron Anhalt." Der Mann lusket grüßend leinen Hur und entgegnei: Nun, der Posten ist ;ut. den behalten Sie man!" Ob der Mann mit der göttlichen Unverfrorenheit" mit Spreewasser getauft ist, das hat der Berichterstatter zwar nicht ausdrücklich mite theilt es wäre wohl auch überslüzsiz gcwejen. Sargsamc? 5Ntt scher .Ej'Ä..-J-r iirim V!X ,XST3 mi ; rfif Z, MM'iL- :l e-XN frtj fJ Vlr. ) jf? rs-j, ?- 111 1 t 1 i,: ::-r j'T':p-,1; -.'r-. i j'J jsM.m l K. , ji.niKiitf'.fe.swil wemmmm Tf PCsT 6 tfm So kann ich den Kosser niemals mz ltcvc:u Gup liigdeuin'." 0, Du -. Fii? zartsüylcnse, Eltern. Eine neue Erfindung, welche unartige Kinder zum Gehorsam bringen soll, ohne den Herren Eltern Unbequemlichkeiten zu bereiten, latent applied kox. 1 Geheimnisse. I i
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Sie (während einer Pause ''nSchmollen) : Du kannst überhaupt ae kein Geheimniß bewahren!" ' E r: Nein, das kann ich auch. cnDm ich nun zuin Beispiel gesagt hätte, daß ,' ich Dich schon vor unserer Verlobung ;gc',i!:. küßt habe? , . .S i e: Nun, so würde ich erwidern. baß Du nicht der Einzige gewesen bist. . . , -aii;:i; Die Gemahline ! n e S K a U seler GerichtSbekinten siedelt elljährlich
"während der Badezeit mit ihren heiraths rr . . . r. vtr:'n JXJ.:: i:!!-f'1;1' lamgeu .oczlern nag Wiesoaoen uoer. Nachstehende Aeußerung , von ihr wirv uns berichtet: Merkwürdig ! So Äst ich nach Wiesbaden komme.'iresie ich dort die Kaiserin Eugenik. Soviel ich weiß, hat sie doch keine Töchter, was will sie UsohZer?" . . Der a usgeze! chn e ifi B " ' ; ron K. kehrt spät Abends Ze1m?Aü f dem Wege bemerkt er einen Blinden, dee sich . behutsam mit dem Stock 'i an den, Häusern entlang -tastet. Gutherzig wie er ist, greift er in .die Tasche und drückt dem Unglücklichen eine Schachtel! Wachsstreichhölzer in die Hand. .
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