Indiana Tribüne, Volume 13, Number 268, Indianapolis, Marion County, 15 June 1890 — Page 7

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Entweder oder. ü Ksthi Frank.

y I Ä. ; Ebenso wieviele Menschen dcrGexfloZenheit huldigen, dem, was sie sagen,durch eine Sentenz Nachdruck zu verleihen, so hakt? auch ich von Kind auf die keinescgs rühmliche Angewohnheit, meine Anssprüche mit den Worte Entweder , cher" zn bekrästigen. Ms Kind von sieben Jahren besuchte , ?ch für längere Zeit meine Großmutter in Stampfen bei 'Preßburg, eine sehr energische rau, die streng darauf jach, baß ich die oiele freie Zeit, die ich hatte, mit häuslich ?n und Handarbeiten ausfüllte. Sie liebte mich zärtlich, und d Tflde diesem Umstände ist eS zuzuschreiben, daß sie raeine Erziehung doppelt streng T?tf SYJtir i ntn Wlt nnf st um .t" l. Itlliil utv l' meinen dringenden Bitten nach: ich durfte zuWeilcn TheateroorstellunAen bc- ' suchen, uzzfür ich ein namenlos lebhaftes Jnlkreste an den Tag legte. Eines Tages zog rsuder eine fliegende Schaufpielerbande in unser Städtchen in. (55 rrsar ein ttrtifctr littst ftthlitf . al3 " " o " r - - k Truppe Halt machte; nicht nur für mich, fondern auch für die halbe Bevolkerung. Die Truppe bestand aus dem 'Direktor und dessen zahlreicher Familie, einigen Pferden, Hunden, einem Ziegenbock, Magen und den nöthigen Coulissen, d. h. ciniecm Hol;n?erk, roher Leinwand und einem Paar Oellämpchen. Um den Auf- und Einzug aus allernächster Nähe beoöechten zu können, hatte ich mich mit einigen Gespielinnen an den Dircctor ! herangedrängt. Nachdem dieser imponi- j rende Herr "in unserer Gegenwart die große Scheune im Gasthsf $um brauttra Hirschen" gemiethet hatte, eil sie für die Schaustellungen seines Mnsentempcls sich ihm am besten zu eignen schien, r?ar er eifrig bestrebt, für die Staffage zu sorgen, und hierzu bedürfte er in erster Reihe möglichst zahlreicher Männlein und Weiblein ; denn viel, sehr viel Getöse und Volk auf der Bühne haben, schien ihm zur Unterstützung Der künstlerischen Leistungen, die er bieten rzsllte, das allerwicktigste Erfordernis. Man kündigie nämlich als erste GastVorstellung Moscnthal's DeSorah" an. Uns Kinder, die ihn umringten, fragte nun der Direktor, ob wir nicht Lust hätten, uns rsahrend der Vorstellung auf der Bühne herumzutummeln. Einige meiner Sprelgen essen bejahten dies sogleich, andere roiedcr von Furcht crgrifsen, liefen spornstreichs davon. Ich hatte trotz meine? Jugend schon viel von Deborah" sprechen hören, daS Leid und des Elend dieses Weibes war tief in meine Seele gedrungen. Als daher die Reihe an mich kam, als mich der Direktor mit feinen prüfenden Augen, die aus dem glatt rasirten runden Gesichte hervorleuchteten, ansah und mit tief sonorer Stimme fragte: Willst Du auch dabei sein?" da erraifcrneich: Jch krieg' von meiner Großmutter Schläge, knn ich's thue, aber Wenn ich das Kind von dem Manne spielen darf, der die Juden so lieb hat, dann komme ich, nienn ich auch von meiner Großmutier Schlage bekomme. Aber, liebe Kleine," en?iderte der a.Ni fr c ;: r.i . r. .M. a JC'iiuivv, ffvU iyUji uwuj uu'j; endig lernen ; das Kind muß ja Abends sprechen, und Du, Du kannst noch nicht einmal lesen." .Freilich kann ich noch nicht lesen," entgegnetc ich, aber ich brauche so ein ipaav Worc McS einige Male zu hören, 'da weiß ich sie auswendig." Pappei ia papp, das kann Jeder sagen," erwidern der Direktor, die Rolle kannst Tu nicht spielen, nein, das geht nicht!" So? Das geht nicht ? Entroeder Sie Tassen mich V:. kleine Dcborah spielen, der ich thue nicht mit! Diese encrqische Willensäußerung machte Eindruck auf den Direktor, und ihr habe ich es zu danken, daß noch am nämlichen Äbend mein erstes Debüt euj den Brettern stattfinden konnte. In höchsteigener Person studirte mir ha Direk:or meine Rolle ein, nachdem -wir zu diesem Zwecke am Eingang der Scheune P!.:tz genommen hatten. "Nach kurzer Z?it xm$te ich, was ich zu sagen und !c ich m-ch zu benehmen hatte. Der Direktor r-ar sehr ?ufrieden mit nix i:nd lolt: mcu'e Anffafsnngsgabe. Yt'Ail 'Af& f3"itl7i iftftt 9t y f U'lt I-Vr VbV , V , mnß? Du eö ans heute Abend machen und dnrie Dich ja nicht fürchten, wenn 'Du die Maischen da drinnen siehst," und dabei den:! n auf den Zuschauers räum. w weichem man b schsftigt war, 'S:ü!)!e. Viiuke, leere Kisten. Fässer und dergleichen mchr zweifelhafte Sitzgeräth fch.".fic!: i'r:ustel!e'.i. 'Ple'.: :rat ein Arbeiter alias Re--cjnisiicur hr. mi und jagte: Herr Direktor ts Ul: noch ein Mantel für die Deborah." Guter Nath w.ir zn?ar theuer, aber der Dirc'tor als umsichtiger, sachvcrsiäadigcr und erfahrener Theaterleiter ußte sich zu Hilfen. Liebes Kind". sagte er, seiner sonoren Stimme einen noch tieferen Klang gebend. kannst Du uns nicht vielleicht ein roüe leinenes Vetttuü verfckQNen?" Dieser delikate Auftrag war schwer,, sehr fchwcr auszuführen. Nach einigem Hin-und Hcrsinnett lehnte ich ihn mit 'der Begründung ob, dag ja meine .Mroßmuter, der ich ein solch großes 'Dnch erst abfordern müßte, von meiner i, .Komödienspielerei doch nichts issen CT GMreftAl i.trt ITtt . .AttV VW . ttl.titk , , . , . . r . r iffiiu laitu roaarqcnöinnicn, icq loaiciaj ? Vortheil ens dieser Beobachtung, indem r mir kurz und bündig erklärte: Wenn '.kiit ni!c ptttpttf j i ni : TT i si i nfrnn! . T -ir ! . . JU U -i.v jvrr?n l sst, T.l .'Xi... or'C.W :xi .-i-i'iMv M Urf m l I i . VM.II. -jf w.w r.ir..w , rr ffriir nnriiF i r i r vi nriui iiiim . ' 41 1 1 1 IV 1 1 1 1 " .:" . t .1 in 1s tt T ril ttt rrs-a. nf TrihrhÄ TlArf - . m r ä ir .. l . r T 1UI UUUk llltlil ittuvuvvtvi 'm.u tu, ttn . . t r m . . am rv in 'P n tttu , rw - : : ciroacncu, uc a svä wu: " r . - T ..c V. - iriiiriir hl iii.i uuii im iilll u .ui H. T.r...a A mitntf (iii ft 1t rtt i!uno,am,, oyne von , meiner Großmutter ik'limtimn ' WirViiV"" . 1m1' Wtt PsrtWfrSm :.i3" T7'V V ' : ' -.-'i . .. I : I1L LUtlfc b. iU L LUkJia JlWUb V w fl V V ft lillerjen, acer sreuoig erregi uoer oen r- :!' '!!', 'Ii' i i .. mf r' iihLniiT liirii.r i.:uiiiiiiBikiirii i 11 kiel . .ji i , ,;:!;;;,. T w l, , I m j i i a r m m m n iw, quijucjuuuuiufc vsy wUjiuuitiyiiujj3 felliw1 ' ' ;,,:!- i'll'iii'1'1' ..i F 9 L. m M I kAiiliM Wl5 cicgnung yur oiejen gc.cijicicu JJirillL UliJ 1111L UCL JOLLCL.OL CllliliC :--auefPn. KgAbends stellte ich Mich, Nichts SchUm I TNfS auneno, pun.ncg qiiu ukö vicuc .. - i - - w r.Ili jfc. 1. MM tr. m. i , fein Dte Vorstellung begann, Alles gmz Clatt. ja. sogar das leinene Tuch allte

vom Kopfe der Deborah, ohne bei dem zahlreich erschienenen Publikum Vedenken zu erregen. Ich memorirte während dieser ganzen Zeit Meine Rolle. Da kam das Stichwort für mich. Ich trat hin aus und begann ohne Zagen, ohne Furcht

öle Strophen yerzujagen. Da plötzlich erscholl aus dem Zuschauerraum eine Stimme, die ich als diejenige meiner Großmutter erkannte: .Willst Du gleich herunterezehen, Katherl, willst Dn gleich gehen! 3a, warte! Komme Du nur nach Hause!" Ich ließ mich nicht aus der Fassung bringen, und als ich geendigt, rief ich von der Scene herab : Großmutter! Jetzt bin ich fertig, ich komme gleich ! Ich sah noch, wie? sich die große Ge stalt meiner Großmutter von ihrem Sitze erhob und hastigen Schrittes den Zuschauerraum verließ. Als Honorar erhielt ich vom Dircctor eine große ächte Korallen"-Halskette aus ganz achtem rosarothem Glas. Wenngleich, wie ich nicht verhehlen will, diese fürstlich: Gratisication mir viel Spaß Machte und ich diesen Schmuck noch lange wie ein Heiligthum bewahrte, so konnte doch die Freude über diesen Lohn euch nicht entfernt gegen das erhebende Bewußtsein aufkommen, daß es mir vergönnt gewesen, der Kunst in Stampfen" einen Dienst zu leisten. 3!a, fchön war der Empfang gerade nicht, der mir seitens meiner Großmutier, als ich zu Hause angekommen war, zu Theil wurde. Ich empsing die wohlverdiente Strafe, die ich geduldig hinnahm, das erhebende Gefühl in der Brust, wie eine Märtyrerin zu leiden. Meine Großmutter verlangte von mir, ich solle ihr das Versprechen geben, nie mehr einen Fuß auf die Bühne zu setzen, gäbe ich eS nicht, so würde sie mich sofort zu meinem Vater nach Wien bringen. Eine endgiltige Entscheidung über dieseS Entweder Oder zu treffen, war für mich eine harte Probe. Ich liebte meine Großmutter so abgöttisch, hatte so schone Tage in Stampsen verbracht, lebte mit meinen Gcspielinncn so vergnügt; daö Alles müßte ich in Wien entbehren, ja, noch mehr als das, in Wien müßte ich täglich die Schule besuchen. Ich entschied mich aber trotzdem sür das Oder" und wurde trotz heißer Thränen und innigster Bitte, meine Großmutter möge mich doch nicht heimschicken, nach Wien gebracht. Eine andere Episode aus meinem Leben bleibt mir stets in Erinnerung. Etwa ein Jahr, nachdem mich Professor Strakosch, dem ich meine spatere künstlerische Ausbildung verdanke, an das Stadttheatcr nach Wien gebracht hatte, sollte am II. Dezember 1873 DcS Meeres und der Liebe Wellen" gegeben werden. Ich stellte an Dr. Laube daS Verlangen, er möge mich die Hero" fpiclcn lassen, aber Nirz angebunden u'ics der Meister mich ab. Alle meine Bitten blieben vergcblich.und so forderte ich denn meine Entlassung. Als die meist befchäftigte Schlinspiclerin ich spielte häufig 2527 Mal monatlich war ich für das NepeUoire so nothwendig geworden, daß mein Austritt eine empfindliche Lücke verursacht hatte. Dr. Laube, welcher sich für meine künstlerischen Bestrebungen und Fortschritte leöhast interessirte, glaubte die Zeit noch nicht gekommen, wo ich mir eine so schwierige Aufgabe stellen dürfe; er redete mir eindringlich ab und bedeutete mir, daß ich all' daS Zeug", wie er sich ausdrückte, wohl mitbrächte, aber im Intercsse meiner Laufbahn vorerst noch von meinem Verlangen abstehen sollte. Ich wollte jedoch nicht und wiederHolle meine Verlangen: Entweder Herr Doktor, ich spiele die Hero", oder ich bitt nochmals um meine Entlastung." In der ersten Aufwallung entschied sich Meister Laube sür das Letztere. Professor Strakosch, dem ich sofort davon Mittheilung machte, und desien künstlerischer Scharfblick von Dr. Laube sehr geschätzt wurde, redete dem Meister zu, nachzugeben und meine Bitte zu willfahren. Laube ließ mich rufen. Bleiben Sie bei Ihrem Entweder oder" V redete er mich barsch an. Mein Entschluß, Herr Doctor, ist ein endgiltigcr." 0vam denn!" entgegnete er, Entweder oder. Entweder Sie werden mit diesem kühnen Schritt siegen, oder fallen!" Er gab mir die Rolle. 'Die Proben begannen. Je ruhiger und zuversichtlicher Dr. Laube der Vorstellung entgcgcnsah. desto ernste? erfaßte ich die Siknation, desto deutlicher erkannte ich die Gefahr, die ich dnrch mein Entweder oder" herausbeschworen hatte. Die Angst, die mich am Tage der Vorstellung erfaßte, das Hangen und Bangen, das peinigende Gefühl der Ungewißheit, der Drang. Erfolg zu ernten, der Zweifel, ob ick siegen oder fallen würde alle diese Stimmungen kamen meine? Roll? zu statten. Der dritte Act entschied mein Schicksal. Nach Beendigung der Vorstellung erdröhnte durch daS bis auf den letzten Winkel besetzte Hans frenetischer Beifall. Mit vor Freude zitternder Stimme beglückwünschte mich Meister Laube und rief : .Gewonnen gewonnen l Ihr Entwederoder hat mich besiegt!" Dr. Laube benutzte diefen Vorgang als Sujet zu einer Erzählung, die deu Titel führt .Entweder oder" und die spater unter dem gleichen Titel von G. Ramberg zu einem Lustspiel verarbeitet und für die Bühne eingerichtet wurde. Von jener Zeit an hatte ich nicht mehr nothig, bei Meist Laube daS Entweder oder" anzuwenden, um meinen Wünschen, eine Rolle spielen zu dürfen, Nachdruck zu geben; aber noch häusig berührte Dr. Laube diesen Vorfall auf den Spaziergängen im Prater, die ich, seit diesem 'Erfolge wie ein strammer Solbak pünktlich um zwei Uhr untretend ; denn mit pünktlicher Konsequenz hielt er an seinen Gewohnheiten fest täglich mit ihm machte. Wehe mir, wenn ich mich nicht auf die Minute einstellte! Meister ' Laube berührte bei diesen Spaziergängen mit Vorliebe seine Erlebnisse aus langst vergangener Zeit wie er ursprünglich bestimmt ar, das Mu

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rerhandwerk zu erlernen, namentlich aber seine Schicksale im 48er öccsolutionöjahre wie er hinter Schloß und Niegel Zeit hatte, über die Freiheit nachzudenken. Er hatte die Gewohnheit, solche Ereignisse, mir zwei-, dreimal, ja noch öfter zu erzählen. Aus Ehrfurcht, die ich für den Meister in unbegrenzter W'ise hegte, hörte ich oft eine lind dieselbe Geschichte ein halbes Dntzend Mal ruhig mit an. AIS sich jedoch diese Erzählungen kmmee häusiger widerholten und ich ihm dann stets scherzend bedeutete: Aber, Herr Doktor, das haben Sie mir jetzt schon fünf oder sechs Mal erzählt", erwiderte er mir regelmäßig in barschem Tone: So, dann hören Sie es eben noch einmal!" Meister Laube war bekanntlich kurz in feiner Rede, und ein Widerspruch veranlaute ihn zu scharfer Zurückweisung. Da sann ich denn auf ein neues Mittel, um ihm in schonender Weise beizubringen, daß ich die Geschichte schon kenne. Als er wieder eines Tagcs mit einer mir längst bckannien Erzählung feiner Erlebnisse begann, die ich ans seinem Munde mindestens sechsmal gehört hatte, unterbrach ich ihn nach einer Weile, mich wegen dieser Unschicklichkeit entzchnldigend, sehte die Erzählung wortgetreu fort, und als sie zu Ende war, sagke ich : Entweder Herr Doktor, habe ich die Geschichte vergangene Nacht geträumt, oder Sie haben sie mir schon einmal erzählt.' Darauf sah mich Meister Laube mit seineu großen gutherzigen Auqcn an und erwiderte: Einmal haben Sie mich mit Ihrem Entweder oder" besiegt, dieses Mal aber werden Sie mich damit nicht mundtodt machen. Jetzt müssen Sie die Geschichte erst recht hören!" Darauf holte er von 'Neuem aus und erzählte mir bis in die kleinsten Details die ganze Geschichte zum siebenten Male. Wie oft ich dann noch dieses gleich; Erlebnis; aus seinem Munde zu hören bekam, habe ich nicht nachgezahlt. Neben Meister Laube und Professor Strakosch. denen ich meine künstlerische Ausbildung zu verdanken habe, war das Entweder oder" entscheidend für meine Künstlerlaufbahn. (Zkathi Frank ist die bekannte deutsche Heroine, jetzt am Frankfurter Stadttyeater engagirt. A. d. N.) (5110 zerstreute Lieve. Vvn I. Vv-i Amalie Miller I. und Amalie Müller II. waren Cousinen; beides hübzche, junge Mädchen aus den besten Familien des Städtchens. Man, oder vielmehr sie selbst, hatten sich die Bezeichnung I. und II. beigelegt, weil sie einander so nnn Verwechseln ähnlich sahen, daß man. wie jener englische Matrose fügte, die eine hätte küssen können, wahrend man die vndere im Arm hatte. Beide waren in ein und demselben Jahre geboren, hatten zusammen die Schule und spater das Tanzkränzchen besucht und erst dann, mitten im Back; sischalter hatte Amalie Müller I. ihrer Cousine einen kleinen Vorsprung im Lebenslauf abgewinnen können. Sie war nämlich die Erste gewesen, welche die Sprache des Herzens halte sprechen elernt und mochte sich auch Amalie Müllee II. in den Augen ihrer Cousine manch heimlichen Liebesabenteuers ruhmen, jene war ihr heute immer um so viel voraus, als sie seit acht Tacten eine ernstliche und echte Herzensbekanntschaft aufzuweisen hatte. Und das hatte die zum ersten Mal hinter ihr zurückgebliebene Cousine nicht wenig gekränkt. Heute saßen sie Znsammen in ihrem Boudoir und die neugebacken? Braut wurde nicht müde, ihrer Gesellschafterin, die ab und zu mit neidischen Augen das glückliche Gesicht Jener streifte, von den Vorzügen und Tu genden ihreH herzallerliebsten Adolfs zu erzählen. DaS scheint ja ein Ausbund von Tugenv und guten Eigenschaften zn sein," bemerkte Amalie Ü. spöttisch, als die Andere endlich einen Augenblick in ihrem Eifer iune hielt, hast Dn denn nun garnichts an ihm auszusetzen?" Amalie I. h'attedie Stickerei, ander sie arbeitete, in den Schooß sinken lassen, wobei ein trüber Schatten über ihr Gesicht flog. .Ach." sagte sie dann fast tonlos, .er hat einen einzigen bösen, recht bösen Fehler." Die Andere hatte neugierig aufgehorcht. Atso doch! und worin besteht denn dieser einzige, böse Fehler?" Er ist so furchtbar zerstreut!" Amalie 11, nahm, wie es schien, etwas entkänscht ihre Arbeit wieder auf. Zerjtreut? Nun, ich denke, das nennt man doch gerade intercsiant." Interessant, wenn er mich anfährt, als wäre ich seine Haushälterin und gleich nachher unserm Dienstmädchen einen Kuß gibt und sie sein liebes Kind, seine kleine Braut' nennt." Wie, das wäre?" Amalie I. nickte trübselig. . Es ist leider fo, gestern ertappte ich ihn im Hausgang darüber, wie er unsere Guste umarmte, und dann wurde er noch böse, daß ich mich darein mischte, wenn er seiner Braut einen Kuß gäbe." Eure Guste ist hübsch; hübscher als wir Beide, bemerkte Amalie II. ohne aufzusehen. Das ist's nicht," eiferte die Andere, Adolf ist so treu wie Gold; nur die fatale Zerstreutheit...." Hm! Ich möchte aber ekten, daß er Eure alte Haushälterin nicht so freigebig bedacht haben würde . . . . Doch, ganz gewiß, und es ist die pure Eifersucht von Dir, daß Du ihn in meinen eigenen Augen herabsetzen willst." Amalie II. lachte etwas gezwungen. Eifer ucht? Lächerlich, ich kenne ihn ja kaum, übrigens, fügte sie rasch hinzu, könntest Du Dir leicht den' Beweis verschaffen, ob er wirklich so zerstreut ist, wie. er thut." .Und ?...." fragte die Andere ge, spannt. .Adels wird Dich gleich zum Spaziergang abholen kommen?" .Allerdings, aber....?". - .Du empfängst ihn wie gewöhnlich ; er wird Dich bitten, Dich enzuziehen, und während er hier oder dr?ußeu wartet. aeselle ich mich zu ihm. ,'Zst er wirk-

lich so zerstreut, ie Du ihn darstellst, dann wird er garnicht merken, daß ich ihn statt Deiner begleite, und späte, lachst Du ihn aus und hast dann wenig, stens den Beweis für feine Treue. Amalie I. warf einen prüfende Blick auf ihre Cousine, die sich nnffelegentlich mit ihrer Stickerei beschäf tigte. Gut," sagte sie dann, wie mit einen: plötzlichen Entschluß, ich acceptire Dei: nen Vorschlag; nicht um mich, sonder Dich zu überzeugen." In diewn Augenblicke klopfte es leis, an die Thür des'Bondoirs. Da ist er!" flüsterte Amalie I. ihrer Eousine zn und flog dann auf de Eintretenden, der sie mit einem zartlichen Kuß begrüßte, zu. Gott sei Dank, daß Du mich endlich für eiuige Stunden aus der traurige Zimmerluft befreist; ich habe Dich tanz erwartet." Der junge Mann warf einen fragen den Blick auf das andere Mädchen, dat kaum von ihrer Arbeit aufgesehen hatte. Aber Deine Fräulein Eousine V Ist gerade im Begriffe zu ihrem elterlichcn Wohnsitz hinabzusteigen," er, zänzte Amalie II., indem sie rasch auf, stand und sich ihrer Cousine in den Ar hing. Nun, dann eile Dich ; ich werde Dich draußen erwarten!" Einige Minuten später lehnten die beiden Mädchen, Amalie II. mit den koketten Hutputz ihrer Cousine geschmückt am Fenster des Ankleidezimmers. Er scheint wieder hübsch zerstreut z, fein, sagte Amalie I., indem sie mit den Finger hinuntcrzeigte. sich da, wi, vornehm er vor dem Schusterjungen Hui lüftet." Die Andere lachte leise. Nun. ich gönne es Dir. wenn D Recht behalten solltest; lassen wir ihn übrigens' nicht zu lange warten. Auj Wiedersehen!" Sie war damit zum Zimmer hinausgeschlüpft und die Zurückbleibende lehnt sich wieder an's Fenster und schäme gespannt auf h':t Straße. Wahrhaftig !" rief sie im nächsten Augenblick triümxhircnd, er reich, ihi den Arm, aber wie das kokette Ding thut," setzte sie gleich darauf, fast ärger" lich, hinzu. Mit weit anfezerissenei Augen verfolgte sie noch eine Weile das Paar, das jetzt in lebhaftem Zwiegespräch um die Ecke bog. dann rannr sie einige Mal hastig im Zimmer auf und ab. Wie ich lich nur auf die Dummheit einlassen konnte," rief sie endlich, indem sie mit dem kleinen Fuß den Boden stampfte; das eingebildete Ding ist im Stande...." Sie versuchte sich den Gedanken aus

dem Kopf zu schlagen und begann wicdei an ihrer Stickerei. Langsam verstrichen die Stunden ; es wurde dunkel und noch immer waren IU Beiden nicht zurückgekehrt. Da endlich hörte sie Tritte. ! Sie flog mehr, als wie sie ging, di: Treppe hinab. Gott sei Dank. Adolf!" Der junge Mann lüstete, wie es schien, etwas verlegen, den Hut vor ihr und schaule dann auf feine Begleiterin, die ein spöttisches Lächeln nicht zu unterdrücken 'vermochte. Amalie I. wußte genug. ' Schlange!" zischte sie ihrer Cousin, zu. Was willst Du." entgegnete die An-, dere, er gestand mir soeben, daß er sich nur in der Zerstreutheit in Dich verlieb hatte!" Senior r.n Junior. Vor Allem merke Dir: Die Rath, schläge Deines ValcrS sollen Dir immer thener fein, ich frankire deshalb meine Briefe an Dicb nicht. Wenn Du ein gutes Geschäft in Aussicht hast, berathe Dich vorher immer mit Deinem Vater, damit auch für ihn etwas abfällt. Sollte Dich Jemand bei einer Um ehrlichkeit ertappen, dann laß ihn nicht los, bis Du ihm ciue noch größere nachweisen kannst, damit er sicht, daß Du in Deinem edlen Vorhaben, Dich selbst zu retten, arch noch die Großmuth besitzest, ihn nicht anzuzeigen. Machst Du mit Jemand eineJagd: parthie, dann geize nicht mit dem Gelde Deines Gesellschafters. . Wenn Du ein Mädchen mit 10,000 Thalern Mitgift heirathen kannst, dann sei nicht habsüchtig und warte, bis Du eine Braut mit 50.000 Thalern haben kannst. Geht Dich ein Maler um Dein Unterstützung an, so sei ein Mücen und verkaufe ihm seine Bilder, denn der Pro sit, den Du dabei machrn kannst, ist auch nicht zu verachten. Du sollst die Armen nicht geringschätzen, denn Du kannst nicht wissen, ob Du nicht auch einmal n den armen Leuten etwas verdienen kannst. Empfange Deine Freunde immer mit ossenen Armen, und sie werden Dir dann gerne mit offenen Händen entgegenkommen. Lebe wohl, mein Sohn, aber ergb Dich nicht dem Wohlleben. Alfred Weis. Der erste Patient. Dr. Flink hat sich in einem Gebirgsdorfe als praktischer Arzt niedergelassen. Zehn Tage sind schon vergangen, ohne daß er zu einem Kranken gerufen worden wäre. Da, während eines heftigen NachtgewitterS kommt ein Bote zu ihm, der ihn eilig zur reichen Huberbäuerin ruft. Freudig folgt Dr. Flink durch Sturm nnd Regen: Nun, wo fehlts?" fragt er die Huberbäuerin ganz athemlos. .Ach, Herr Doctor," lammert diese, 0mtm heiliger Florian" ist vom Sims gefallen und hat sich den Arm 'brachen und das bei dem Vlitzwetter!" Andern Tags gab Dr. Flink seine Praxis auf ! Geständniß. Ich bin die beste Sorte-Tabak im ganzen Orte!" war die Devise der Packete einer ganz orbinären Sorte Rauchtabak in X Aber mein Gott, welch' ein erbärmlicheö Zeug traben Sie mir da verkauft?" sagte em Käufer zum Fabrikanten. Der Tabak lobt sich auf dem Packete und stinkt doch ganz verteufelt!" - .Ganz in der Ordnung!" sagte der Verkäufer Eigenlob stinkt!"

SESSSESSEEETESEEI Zum Wefsn ver Schauspielerei. Cme drmaturzNche GUftt von Q. Ersnich ifisedre. Sie Spielerei ist die Phaniasiefrcnde der Kmder; t ,st dteDaupmn Ausgabe des wirklichen Lebens und der Poet, ,oelcher rer Puppe, dem Hanswurst, d Bleisoldaten Leben, Bewegung u den ud Sprache gibt, ist das Kind. Schauspielerei ist die Phantasiefrcude w Schaufpie lers? Woraus entsteht sie ? An wklche menschliche Eigenschast und naiv geübte Thätigkeit knüpft daS Schauspiel nnd damit auch die Schauspielerei denn eiqcnllich an? Nicht der psychologische Vorgang dts dramatischen Dichtens steht hier in Frage, sondern die rcproductive Seelenarbei: des Schauspielers Wir üben sie alle diese Scelenarbeit uud die Behauptung, daß kluge Menschen auch gute Schauspieler sein sollen, ist längst schon aller Welt geläufig. Und doch liest und hört man aller Orten die widersprechendsten Erklärungen über die Seelenarbcit des Schauspielers. Die Einen behanpterr, es erhebe sich die Illusion des Darstellers bis zum Wahne, daß er die Person wirklich sei, welche er spielt. Wir haben da eine Art impulsive, in den Details analytische Behandlung dc'r Schanspielerkunst. Die Anderen sind der Meirnmg. der Schauspieler vergesse keinen Augenblick, wer und wo er sei, er bringe Einstudirtes wie jeder andere Gaukler nnd sein Spiel sei nur eine Reihenfolge wohlvorbcreitcter Kunststücke. Das wäre also die raisonnircnde, in den Details synthetische Behandlung der Schauspielkunst. Nun denn! Bkioes ist richtig, was die Technik in dieser Kunst betrifft, weil jene Technik verschiedenartig ist, wie die Personen, welche sie üben. Aber das Wesen der Schauspielerei ist damit weder hier noch dort getroffen worden. Das Wesen der Schauspielkunst liegt in der Geselligkeit der Menschen und in dem dnrch die Geselligkeit erzeugten Mitgcsühl mit den Leiden und Freuden anderer Menschen. In allen Nationen, welche ihre Cultur bis zur Kuustübung gesteigert haben, finden tMx auch jeneö Mitgefühl schon so weit ausgebildet, daß es nicht blos für nahestehende Personen, für selbst miterlebtes Schicksal rege wird. Die Sprache ist das heilige, unzerreißbare Wand geworden, welches alle Menschen, oi sie verstehen und sprechen, zu einer großen Gemeinde vereinigt. Die Sprache weckt die Empsindung fremden Leides, fremder Freuden in unserer Brust und die lebendige, gesprechen? Sprache gibt diesen Gefühlen fremder Personen, sofern wir von ihnen sprechen, Ausdruck, als ob eö unsere eigenen Gefühle wären. Ein Freund war auf Zschia zur Zeit, als das lct)!c Erdbeben dieses paradiesische Eiland verwüstete. Er erzählt von der Schreckensnacht und von den Gesprächen, welche die arglosen Gäste führlen ; er wird in Ton und Geberde zuerst die Fröhlichkeit der unglücklichen Genofs n schildern, wie jene kokette Frau gelacht, die Anderen sentimental geschwärmt haben und dann ein Rollen, ein Schlag, ein Schrei! Oh er wird versucht sein, in Stimme und Tonfall uns diesen Entsetzensschrei zu wiederholen, der ihm heute nocy in den Ohren klingt. Wir yaben hier die Sprache des tragischen Mitgefühls aus dem Grunde der eigenen Empfindung. Und diese Steigerung der Sprache wird nach Gelegenheit und Persönlichkeit bald stärker, bald schwächer, aber immer erkennbar vorhanden sein, wenn wir von Begeöenhelten sprechen, die großes Leid, große Freude geweckt oder die Leidenjchaften cntfcffe!: haben. Wir erzählen eine naive Kindergeschichte und werden die ö!ede des Kindes in Wortbildung und Tonfall nachahmen. Wir sprechen von einem sehr artigen Mensehen, der aber unaufrichtig ist, und schildern, wie er einen Besucher empsäagt! Guten Ta', mein Liebster, mein alter Freund. aS freut mich, Sie zu sehen." Ja Prosit! ein Bein will er ihm stellen. Wir haben dem Characterspieler in's Handwerk gepfuscht. Eine boshafte Dame hat mit einer Bemerkung irgend einen Wi ersacher schwer verletzt. Eitte gutmüthige Zeugin dieser Scene erzählt davon: So hat sie ihn angeschen (folgte die Mimik) und wie sie das gesagt hat, als ob sie lauter Dolche auf ihn werfen thäte, ich bringe das gar nicht zusammen." Die Erzählerin capimlirt mit ihrer Ausdrucksfähigkeit. Diese Bethätigung des Mitgefühls durch Sprache und Geberde ist die Quelle der Schaufpielkunst. Die Ausdrucksfähigkeit für dieses Mttgesuhl macht das Talent, und die Entwickelung dieser Fähigkeit in den Gefeben des Schönen macht die Kunst des Schaufpielers. Das Schauspiel als Dichtung ist die Erzählnng einer Begebenheit durch die Reden der handelnden Personen. Wie der Erzähler das eigene Mitgefühl seinem Hörer vermitteln will, so ist im Schauspiel der einzelne Darsteller auch Erzähler für seine Rolle, durch Maske. Kleid und Scene mit allen Mitteln ausgestattet, der Erzählung Nachdruck und den Schein der Wirklichkeit zu geben. Für sich ist er aber immer Erzähler, der für die gefammte Handlung das Mrtgefühl hegt, zum Ausdruck bringt und auf das Publikum übertragen will. Der Schauspieler, der von Liebe und Haß spricht, er liebt und haßt nicht, aber er heuchelt auch nicht, er erzählt von der Liebe, dem Haß des Menschen, den er darstellt, und will jene Gefühle durch Sprache und Spiel ebenso glaubhaft achcn, wie Jeder von urs, der ein bei wegtes Gespräch im, Freundeskreise erzählt. Das Mitgefühl des Schaufpielers belebt, beschwingt seine Ausdrucksfähigkeit und diese wieder weckt das Mitgefühl des Zuhörer. Der Jntrizant fühlt sich niemals als solcher, er erzahlt und, wie er selbst aus dem menschsichert Mitgefühl Abscheu empfindet gegen die Niedertracht, so will er gleichen Abscheu erwecken gegen die That, Abscheu, welcher sich mit der Bewunderung für ben Darsteller ja meist recht gut vertragt. Erzähler also sind die Schauspieler und Ire sind im Spiele nicht Narren, Schur ken und Helden, sie sind auch nicht Gauk-

2ct,5ft'

der iLrwachzenkn und der Dichter gibt ihr Leben. Bewegung und Sprache.

Was aber ist die Kunst deö

ler, denn ihre Erzählung geht vom Mitgefühle aus und soll Mitgefühl sür iu Gesammthandlung wecken. Es ist ja wohl selbstverständlich, daß Mit dieser Aufgabe des Er;ählerSder persönlichen Wirkung des Schauspielers ungebührliche Schranken nicht, gezogen werden sollen. Das Beste der schauipielerischen Wirkung ist ja immer die Persoulichkeit des Darstellers, der Klang, ik Modulation feiner Stimme, der Gesichtsausdruck, Figur und Bewegung. Die Schauspielkunst soll nicht fchabloneuhaft stets für gleiche Rollen gleiche Darstellung bringen. Jeder menschliche Eharakter, wie ihn der Dichte gezeichnet hat, weist mehrfache Eigenschaften auf, und wenn wir die F'gnr, die ein Dich: schuf, der Galcthcastatuc vergleichen dürfen. die Pygmalion aus Marmor meißelte, fo übt dcr Schauspieler das Wu? der Aphroditen? und macht aus di: Statue ein menschliches Wesen, und dtf ; ses Wesen kann blond oder brünett sein, ktnrn hellen oder dunklen Klang der Stimme haben wenn's nur die Galathea ist. Eine andere war die Volumnia, die Thusnelda dcr Julie Rettich in ihrer strengen, großartigen akademischen Gestaltung, andere sind die gleichen Figuren von Frau Wolter in ihrer überall durchschlagenden Liebenswürdigkeit der Empfmdnnz. Und also ändert am Ein; zelnen nur das Alter die eigene Person, lichkeit nicht so sehr in der Erscheinung, die ja durch hundert Mittel jugendlich erhalten wcrdcir kann, sondern im Temverament, im seelischen und geistigen Ausdruck, dcr mit den Jahren fo viel an Reife gewinnt, als er an Naivetät und Frische einbüßt. Und dann mahnt solche Veränderung zum Uebertritt in ältere Fächer. Da wird die Grazie zur Koketterie, die Unschuld zur Pos und die f t L nrr .

tleoenswuroige caitce, wete wie e:n Tropfeil Eitronensaft den Eaviar würzr, wird zurunbehaglichen, sengenden Schwefelsäure. Nevolte gegen öas Impfe. Von den russischen Bauern arq vcrkannt wurde der Dr. Wrzstuiawsku. AssistcnarU im Tüschinschcn KrankenHaus zu Moskan, als er vor kurznn in dem in dcr Nhe der alten Zaren stadt gev rr . ' r y r n iegeneu jt;crje cveiepiaza jung! von Amtswegen erschien, um sämmtliche Dorfkinder zn impfen. Schon Tags vorher hatte die von dem bcvorstehendcn trelgnlß in Kenntniß gesetzte Dorsschullehrerin die nöthigen Vorbereitungen getrottcn und lauberlrch gekleidet standen die kleinen zukünftigen Bauern im 'chulhakte vermmmelt, um erner nach dem andern geduldig die unbedeutende Operation über sich ergeben zu lassen. Blos dem kleinen Mikluscha schien die Sache nicht ganz geheuer xu fein. Mißtrauisch betrachtete er das seltfanre Treiben des fremden Barin aus der Stadt und ein fürchter licher Verdacht stieg in ihm auf Als schließlich die öceihe an ihn kam und er am ganzen Leibe zitternd das Schreckliche über sich ergchen lassen mußte, konnte er eS rn der Schulstube nicht länger aushalten. Mit eineur gewaltigen Satze sprang er auf die Straße hinaus uird jagte wie von Furien gepeitscht nach Hause, wo er seinem aufhorchenderr Vater, einem abergläubischen fanatischen Sectirer, berichtcte, Satan in eigener Person fei jetzt im Schulhaufe und nähme durch Aufdrücken feines Petschaft die Kinder in seinen Band auf. Zum Beweis zeigte Mikluscha die ihm von Dr. Wnschnjawsky beigebrachte kleine Jmpswunde am Oberarm. Eine Viertelstunde später und die wunderbare Mä? von dem- Erscheinen des Antichristcn" .im Schulhause zu Schelepicha hat die gefammte Einwohnerschaft des Dorfes in unbeschreibliche Aufregung versetzt. Mit Stöcken, Knütteln aus Eichenholz, Dreschflegeln und Heugabeln bewaffnet, rückte das Volk gegen daö Schulhaus vor, fest entfchlossen, dem Anti6)risten", der die Kinder stempelt, hart Zu Leibe zu cgehen und ihn womöglich aus dcm Weichbllde von Schelcpicha zu vertreiben. Vergebens suchte die Schullehreritt die bethorte Menge über ihren Irrthum aufzuklären immer drohender wurde ihre Haltung, und die Sache schien einen tragischen 'Verlauf nehmen zu wollen, als der Starosta plötzlich auf der Biidflache erschien und sofort seine ganze polizeiliche Autorität zu Gunsten des bedrohten Arztes in die Wagjchalewarf. Um die aufgeregte Menge vollends zu benrhigen, forderte er den Dr. W. auf, ihm seinen Paß vorzuzeigen. Derselbe wurde vollkommen in Ordnung gesunden und der Anblick deö Stempelbogens mit dem zweiköpsigen Adler verfehlte in der That auf die Bauern seine Wirkung nicht. Schon wollte die Menge fast völlig bernhigt auseinander gehen, als einem sindigcn Kopf aus ihrer Mitte plötzlich ein einfacher oder lzenialer Gedanke kam. Laßt Euch nicht bethören, Brüderchen!" rief er den versammelten Bauern zu. Satan kann auch einen Paß fälschen und damit selbst einem Starosta eine Nase drehen! Zum Landrath mit ihm!" Uud vom Starosta und der Lehrerin in die Mitte genommen und ron der drohenden Menge escortirt, mußte sich der hart bedrängte Arzt zum Landrath begeben. Dieser sicherte auf Ehrenwort jedem Bauer, der sich nicht augenblicklich nach Hause trollen würde, fünfzig Ruthenhiebe zu. worauf er den verkannten und erschreckten Jmpfarzt in seiner eigenen Equipage zurück nach Moskau sahren ließ. Aus dem Leben. Heulmaier: Ach, sich da, mein Freund Windmüller, den ich schon 20 Jahre nicht mehr gesehen habe. Erinnere mich noch gut, alter Kamerad, hast immer daS beste Griechisch von der Klasse geschrieben. Was ist aus Dir geworden? Windmüller: BäckerMeister. Und Du, Du hast immer die geistreichsten Aufsätze geschrieben, waS ist aus Dir geworden? Heulmaier: Gerichtsoollzieher. Galgenhumor. Das Leben hat doch mehr Poesie, als man denkt ! Schiller Zagt mit Recht, daß die steigende, fallende Welle de? Glücks dem Wechsel von Ebbe nnd Fluth zu vergleichen sei! Gestern noch stand mir das Wasser an der Kehle und heute fii ich vollkommen auf dem Trockenen. ,

TTSSSXtSXSt' Eine schneidlse Familie Der Vater ist Rentier und schneidet Z (EouponS), der älteste Sohn ist Jäger und schneidet auf. de Zweitälteste Sohn ist Literat unb schneidet 'raus, der jüngste Sohn ist Lieutenant unb schneidet Cour. A. Ju Gewissenhaft - m t v mm i fX irJM f iilri lA &!&&?ff mwwi RktTi jlHTffcS. ff-VÄtr 'u'i : ir u i H t w mis$ci u I MJ &m:m SX. VU "'rv-i n f ?j:p;;?'ÄO' -w- r.'i.sS'T .r.'siuu rrrf il i j-r i-' 7"' -.y.--? ZMFIiW!' Sag' nur, Richard, wurum liest Du denn gar so fleißig?" Ja, weißt Du, Mama, nächste Woche werde ich doch neun Jahre alt, und da wollt' ich schnell dieS Buch vorher fertig lesen, denn ans der er sten Seite steht ja: sür Kinder von sechs bis acht Jahren 1 m ! ii... in ii Lttekeö poetische (sefühlöergüsse. Det Damen-Orkester. So wat is jetzt riesig Mode Bei uns in Berlin, Und die meisten ss'ne Damen Sind aus Wien! Neilich war ick mal mit Fritzen Ooch in so'n Konzert ; Na, ick habe Mund und Nase Wirklich ussgesperrt! Eene ippije Blendine Die hat dirijirt Und ufs ihre Vijeline Walzer ufsjesiehrt ! Eene fchtrich fojar sehr krästich Rum usf eenen Baß, Eene andre vor'n Klaviere Mit 'ne Brille faß ! Eene schwarze blies de Fleete, Eene paukte mang Wat bei so een'n Marsch zun' VkisxZe! Jar ich ibel klang! Und nachher da jingn se sammeln, Leben woll'n se ooch, Und'n Groschen kann ja jeder Schließlich jeden noch ! Sowat mecht ick ooch noch lernen, Det is wirklich schern! Aber leider dirske det Schwerlich bei mir sehn! Na und schließlich drillt mein nj! Feste wir in's Ohr mal rin, Bin ick damit ooch zufrieden: .Da liecht ooch Musieke drin ! " (Berliner Wespen.) Der Schriftsteller. Was , ' ' Ä . " m i matten lie lenn Tn ica iame W4n j m imr ww m -''- -w mm jj. ST0rt nrt Vn VrTr 13? Sie schriftstellexn?" Mn und wie. ktr M':e meinen Sie das?" 'T m w y im " , . der: J2it memen toic das f yta, reg C)iat ccni criicgcv tin jjiuna. k5 kl .tV 1. 1. j ni!i Mi A.r v t cm ' llllfl yilk UilV (V Mfc ' .. ' ' ' M ob ern. Fräulein Olga, möchte ich Sie durch's ganze Leben fuh. ren!" Oh, es genügt brS zum Stau V.M. Rni. tft tJfl ..ii.. I itr. (BUUit v" vy j"(v w.i

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