Indiana Tribüne, Volume 13, Number 268, Indianapolis, Marion County, 15 June 1890 — Page 3
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?W??????W!?VIVI wJki Ami r imkl tn sr twUMft iVt j MZi s dkkii i -jr lkw 5!wan in ,we ESttb:a vsu JenZeiz. (14. Fortsetzung und Schluß.) Nun hatte Manuel da Selva Alles bcendet. Sein Gesicht zeigte, daß Unpeheurcs in ihm vorgegangen, trug tlnt Farbe deZ Todes, als sei so lange er fteiefcn, das Herz in ihm stillgestanden. Doch von feinest Mund: kam kein Laut ; nur wie er an den Schluß des letzten Blattes nkkonizncn, legte es sich ihm lichtlcs schwarz übe? die Äugen. So saß ex eine Zeit lang, dann fuhr er wie von einem gewaltigen Stoß ernxsrgeschlcudcrt in die Höh'. Um ihn war -Alles noch mt zussr, der Wind, die Sonne, das Meer, nur der letzte Uferstrich im Osten lag jetzt versunken. Noch einen Augenblick, da warf er, dem Gebot feines Vaters gehorchend, die Blätter vor sich nieder in die See. , Danach griff e? an feine Brust, zog etwas hervor, das er auf seinem Herzen getragen, ein Seidenblatt, aus dem er eine goldölonde Locke heroornahm. Auf die drückte er krampfhaft fest und lange seine Lippen. Nun sprach ein irrer Kampf sich in feinen thränenlosen Augen auÄ, eine Uebergewalt sä)icn ihn zu ziehen, die Locke wieder an fein Herz zurückzupresscn. Aber jählings n?arf er sie mit starker Hand den Blättern nach. Die grauen Wellen der Nordsee hoben sxiclend das blonde Haar, einen Augenblick lang leuchtete es roke ein Sonnenstrahl über ihnen, doch schnell zogrn sie es zu feinen, in die Tiefe hinaöschwindenden Goldfäden auseinander Und aus den Wassern kam ein Schauer, Wie über Grüfte steht der Wind Ein Aus stürm war's der großen Trauer, Die A den ganzen Erdkreis rinnt. So fühlt' tr es mit tiefstem Beben, Und sch auernd seine Brust um sing Ein Todes froft. Es war das Leben, Burch das ein Riß im Innern ging. Um ziemlich vht spater denn die Sonne stand schon im Mittag schlug Silvana in ihrem Bett zum ersten Male die Äugen auf. Doch sie wußte gleichfalls nicht, wo sie sei, und konnte sich auf nichts besinnen. Ein hoher, nie gesehener Nannt lag in abgedämpftem Licht um sie, an den Fenstern mußten dunkle Vorhange herabgelassen fein. Dann regte sich etwas, kam an sie heran, und du Stimme Osilics fragte, wie sie sich fühle. Wie die Angesprochene mechanisch erwiderte: SinD wir bei Dir am Rhein?" rersetzte dic erstere: Nem erinnerst Da Dich ga? nicht, daß es Dir unterrsegS auf der Eisenbahn unwohl ward und rsir die Fahrt abbrechen mußten? Zum Glück befanden wir uns auf einer Station nicht weit von dem Landhause einer mir bekannten Familie, aber ich hatte Mühe, Dich hierher zu bringen." Ja, Du hast viel Mühe mit nur rs wäre bcsftr. Du hattest'kcine mehr Dir und nur." Silvana antwortete eS müden Tones; sie erinnerte sich an nichts, doch zeigte sie euch keinerlei Interesse für das. was mit ihr vorgegangen und wo sie sich bcsinde. Den Eindruck, den ihre Stimme und sie selbst weck:?, war der eines Instrumentes, an dem eine Saite gesprungen sei. Osilic horchte aus den sonderbaren Ton, ohne ein Verständniß desselben gewinnen zu können. Sie sagte: .Es ist Dir vielleicht am wohlthätigsten, noch etwas liegen zu bleiben," und Silvana gab halb vernehmlich zurück: Ja, laß mich liegen nicht ausstehen." Theilnahmlo und matt entgegnete sie Luf das, was sie nun sich zu der ihr an's Bett Setzende sprach, und doch war es dieser ab und zn, akö verhehle sich unter dem apathischen Anschein etwas im Innern zitternd Erregtes. Manchmal hsb die Liegende den Blick, als suche sie auf eine ungesprachenz Frage ein? Antort im Gesicht der Freundm zu lesen, und auch ihre Lippen schienen sich zu eir.er Frage öffnen zu wollen. Allein es war, wie wenn eine Scheu, mehr als tag. eine Tlngft ihr den Mund wieder zuschließe. So vergingen wohl Stunden. Da lauschte Ojilie einmal auf ein merkwürbigcs, von Silvana gesprochenes Wort. Diese sagte, leise fragend: Was fehlt mir? Mich däucht, ich fiebere habe ich vielleicht das Tropensieber ? Was für ein seltsamer Einfall. Wie konnte sie dazu kommen? Doch im Gedächtniß der Hörerin knupsie es sich plötzlich an. Das nämliche Wort hatte die Träumende zweimal auch in ihrem narkotischen Schlaf gesprochen und todt vorausgesagt. Was ging in ihr vor? Unwillkürlich kam es Ostlie, zu erwidern: .Das ist wohl möglich, Silvana." llttf daran die letztere hielt unschlüssig einen Augenblick an nicht wahr daran kann man sierden? D nein! Wie Osilie eö entgegnet hatte, fühlte sie erst, daß die Fragende ein Ja- daraus erwartet habe, und fugte rasch na l ych mcme, Vu steuerlich im i . sA? tf mX & uf iw.it iwv tifuyv4 Denn mir ist's so als hätte ich gehört daß Jemand daran gestorben sei." Offenbar suchte Silvana etwas zu erfahren. Aber was ? Wer sollte am Trorensicber gestorben sein? Osilie fragte: .Wen meinst Du?" ' ' Jemanden, der dort in den Tropenl andern war, ich we!ß nicht, wo." Welche seltsame Angst deS Ausblicks begleitete die Antwort ! .Die Augen hingen mit regungslosen Wimpern an dem Gesichtsauödruck der Befragten. Wo hast Du denn das gehört, Sil vana?" .Ich glaube heut' Nacht " Im Traun: also. Hatte der ihr etwas vertauscht, etwa aus dem Anblick des todten Kapitäns Lundmark? ;. Auf einmal durchschoß den Kopf Ost? lies ein Gedanke. War das vielleicht das Unvorhergesehene gewesen, auf das sie eine Hoffnung gesetzt?
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Leichthin erwiderte sie: .In den Tropcnländern? Jch?e!ß von Niemandem, der dort als ja, Herr von der Heide, habe ich gestern ge Hort." Die Angen Sllvanas klammerten sich über othnnloscr Brust in diejenigen der Sprecherin, die glcichmüthig fort fuhr: Ich vergaß, es Dir zu erzählen, da?z wir bcide von il;m befreit sind. Ja, ttr ist am Tropen sieb er gestorben." Tofct ich wußte es Silvana legte den Ko'f zurück; die tonlos bervsrgekommcnen Worte hatten gesagt, sie hahe erfahren, bestätigt erhal tenwaS sie wissen gewollt. Doch zugleich auch stand Alles vor der Erkenntniß und der Empsindnng Osi!ieS klar erhellt. Ein 3 räum hatte die unbeweglich jctzt vor ihr ÄuSgettreckte gelauscht uns wunoeramt Wirrung geübt, t war öle catte deS Stolzes, die in Silvana zersprungen, und von' dem Doppelleben, .das sie gesührt, nur die andre Halste geblieben, die den Todten, den unwiederbringlich Verlcrenen liebte. Osilie athmete tief auf, blieb lange Zeit stumm an dem Bett sitzen. Dann nahm sie die haltlos sich ihr überlassende Hand SilvanaS uud sagte: Ja, er ist nun todt und mein Leben von ihm befreit.- Aber für Dich hat die Nachricht mir eigentlich leid gethan. Ich hatte gedacht, Dn konntest ihm vielleicht doch noch einmal vergeben, denn ich erfuhr von der alten Dienerin, daß er Dich doch in Wirklichkeit unendlich gehabt hat und von seiner Verzweiflung über Dnneu Verlust unter die Tropen fortgctrieben worden war, um dort den Keim sei: neS Todes holen. Von seinem Mißtrauen verleitet und er kannte Dich zu wenig hatte er unbedacht gehandelt; doch er war, von Neue und Liebe überwältigt, Dir in jener Nacht gleich aus dem Pachterhause nachgestürzt, um Dich zurück zu holen, Dir Alles zu offenbaren. Aber die Nacht war zu dunkel, er wußte nicht, wohin Du fortgelaufen seiest, und suchte in falscher Richtung nach Dir." Die Hand SilvanaS hatte sich wie mit einem Krampf um die OsilieS zusammengezogen; sich halb aufrichtend und die letztere starr anblickend, fragte sie: Das hat er in der Nacht gethan?" Von den Todten soll man a das Gute reden, was sie besessen." O und Dein Haß verschwieg es mir, llls er noch lebte!" Dein Haß wollte ja nichts als Schlimmes von ihm hören, Silvana." Draußen maßte der Nachmittag schon ziemlich weit vorgesäzritten sein, das durch die dunklen Fcnsteroorhänge dringende Licht war noch matter. Eine Weile herrschte lautlose Stille im Zimmer, schweigend hielt Osilie nun den Blick auf das Gesicht der mit geschlossenen Lidern vor ihr Liegenden geheftet. Dann sagte Silvana in einen: Ton, der etwas Fremd artiges unter sich barg: Es muß spät sein ; ich bitte Dich, mich allein zu lassen, ich will ausstehen." Wenn "Du Dich stark genug fühlst - Ich bin nicht krank mehr." Die Antwortende machte eine kurze Pause, ehe sie beifügte: Geht noch ein Zug?" pJa, ich glaube, wir können noch bis gegen Mitternacht an den Rhein kom? mcn." Nein nicht zu Dir!" Es flog Silvana vom Mund; nun ,uhr sie erklärend fort: Ich habe mich bedacht, meinte, ob noch ein Zag nach Norden gehe, denn ich halte es doch für mein: Pflicht, in mein Vaterhaus zurückzukehren." So will ich mich erkundigen." Osilie erwiderte es glcichmüthig. ohne nach einem Beweggrunde dieser seltsam plötzlichen Willensänderung zu fragen. Sie trat an's Fenster und schlug einen Vorhang auseinander, daß Licht einsiel. D,e Worte: Nern nicht zu D:?! vibrirten ihr im Ohr nach. Gestern hatte Silvana zu ihr gewollt,, um einem geeinsamen Hasse zu leben. Jetzt stieß sie es heftig zurück, mit der zusammen zu bleiben, die einen Todten haßte und des halb Gutes von ihm verschwiegen hatte, als er noch gelebt. So komme ich wieder, wenn Du Dich angekleidet hast Silvana, und bringe Dir die gewünschte Nachricht." Osilie ging, die Zurückgelassene wartete noch ein paar Sekunden, dann verließ sie das Bett. Doch wie sie sich auf die Füße stellte, schwankten ihr die Knie, sie mußte sich an einer Stuhllehne halten. Niemand hatte sie als dieselbe erkannt, die sich gestern Mittag in der Bodenkammer des Lundmark'schen HauseS mit flaminendem Stolz vor Osilie anfgerichtet; wie ein hilfloses Kind stand sie in der weiß an ihr herunterfallenden Linnenhülle. Mühsam warf sie einiae Kleidungsstücke über, benutzte mechanisch das in einer Kanne bereit flehende Waffer, um ihr Gesicht hincinzutauchen, das blaß und kalt war, und doch war's -ihr, als müsse sie es kühlen. Ohne in den Spiegel zu blicken, vollendete sie ihren Anzug ; an ihr von der Nacht halb gelöstes Haar dachte sie nicht, das lichtbranne Gelock siel ihr über den Nacken, auf die Schullern herab. So trat sie an's Fenster und sah mit leeren Augen hinaus. Draußen lag schon abendlich rothliche Sonne auf maiengrün knospenden, halb belaubten Büschen und Vaumwipseln eineS sorglich gehaltenen, weithin sich dehnenden Gartens. Er schien der Park eikcS vornehmen Landschlosscs zu sein, von dem man rechts hinüber einen alten Flankcnthunn gewahrte. HacinthenA Crocus und Tulpen warfen von großen, dtchtblrhcndenBecten eine lachende Frühlingsfarienpracht auf; weiter drüben flatterten weiße und buntschillernde Tauben um das Dach einer für sie mich teten zierlichen Behausung, ihr freudiger gurrender Ruf drang bis durch das ge schlössen Fenster herüber. Doch Silvana hörte es nicht, sah von Allem vor ihren Blick nichts. Sie dachte auch nichts, als ein Einziges: Daß kein Schlag des Lebens mehr rn ihrer Brust vorhanden fei. Und sie wußte jetzt auch, warum. In einer Negennacht hatte sie ihr Herz zückgelassen, und es kehrte ihr nicht wieder. AAes, was sie fett jener Nacht gethan, war immer nu?n fruchtloser Kampf gewesen, die unermeßliche Sehnsucht nach dem verlorenen Herzen in sich selbst zu todten. Doch vergeblich -
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jetzt erst war es todt. Mer nicht durch sie, ausgelöscht von einer eisigen Hand, von der unerbittlichen, unwiederbringlichen des Todes. O hätte sie damals im Dunkel einen anderen Weg eingeschlagen hätte sie früher erfahren, daß er Da kam Osilie zurück. Bift Du.bereit. Silvana?" "Die Befragte zuckte zusammen. Ans der dumpfen Verworrenheit gcdanken? leeren EnivfindenS drängte es sich ihr hervor: Osilie war doch ihre Todfeindin gewesen immer immer, aller Jammer ihres Lebens stammte von jener her. Sie stieß die Hand derselben, welche die ihrige fassen wollte, von sich. Osilie faa.te, als ob sie nichts davon empfunden : Wenn Du r.ür folge:, willst, ich habe Jemandem drüben mitgetheilt, daß Du Auskunft von ihm wünschest, uud er wird sie Dir geben." Gelassen schnitt sie durch einige große, reich auszestatkete Nanme voran, dann sprach sie: Hier", öffnete die Thür eincs kleinen, voir der letzten Abendsonne wie mit Gold angefüllten Thnrmzimmers, ließ, sich zur Sciic drehend, ihre Begleiterin über die Schwelle treten. Doch sie folgte nicht nach, sondern blieb, die Thür hinter jener wieder schließend, zurück. Im ersten Augenblick nahm die aus dem verschatteien Nebcnraum Gekommene nichlS gewahr, die goldenen Lichtsaden spannen sich ihr wie ein Schleiergewirk vor den Blick. Da sprach aus diesem hervor die bebende Stimme einer ihr reguugsloS entgegensehenden e statt: Silvana " Sie schrie auf, Alles drehte sich plotzlich um sie herum, der Boden schwankte ihr unter den Füßen, ein letztes Gei'sühl sagte lhr, sie falle durch ein Gewoge von Goldltcht in die iese. Doch ehe sie wirklich uurmschlagen vermochte, I hatten die Arme OrtlosS von der Heide r r , " i r 1 1 z- r lie erreicyr, umtanr, yieiren uns yooen sie, betteten die halb Bewußtlose auf eine Ruhebank nieder. Und vor ihr knieend, flüsterte er: Silvana kannst Du mir vergeben, auch wenn ich noch lebe?" Sie fuhr mit der Hand nach der Brust da ihr Herz war wieder da. Zum Zerspringen ktcpfte es, drängte ihr übergewaltsam mit dem Schlag zwei Worte über die Lippen: Nichr todt " Und nun stieß sie einen anderen, einen Schrei namenlosen Glückes aus: Nein, nur nicht todt!" und schlang beide Arme fest, unlöslich um den Nacken ihres Mannes, als müsse sie ihn noch vor einer nach ihm ausgestreckten Hand des Todes beschützen. Osilie war aus dem Nebenzimmer in ein weiter entferntes gegangen, stand dort iin Reiseanzug, durchS Fenster nie: dcrblickcnd und auf etwas wartend Lange Zeit, doch wußte sie nichts vom Vergeben derselben. Unbeweglich lchneni, sah sie die Sonne am Horizont verschwinden, ein bleiches Licht sich dranßen über das FrühlinzSgrün legen, leise die Dämmerung hercmbrechen. Und in dieser gewahrt: sie sich selbst drunten im Park, Hand in Hand mit; Ortlof von der Heide durä) solchen 'Maienabend daherkommen. Nun rollte ein Wzgen, der Nädcrton schlug ihr ans Ohr, riß sie aus ihrer zeitlosen Vasunkenheit auf. Endlich ! sie wandte sich hastig um, das Schloß zu verlassen, doch zugleich snh? sie jäh zurück, blickte in zwei Gesichter, die von traumhafter Seligkeit leuchteten. Von beiden her streckte sich ihr eine Hand entgegen und Ortlof sprach tief bewegt: Ich danke Dir, was Du für sie und so auch für mich gethan hast." Leise fügte Silvana hinzu: Verzeih mir Was? Ich versprach ja, Dich glücklich machen, Silvana, wenn ich es konnte." Osilie drehte sich schnell, scheinbar, um einen Blick durchS Fenster zu werfen, üb. Sie hatte es gekonnt, doch dies noch zu tragen, länger hier zu stehen, ging über ihre Kraft. So lebt glückU'ch Was willst Du?" Der Wagen wartet auf mich, ich habe File zum Zug." Sie ging rasch, Ortloff nicht mehr blickend. Silvana eilte ihr auf den Flur nach, scklang den Arm um sie und flüsterte: Ist Dein Haß gegen ihn noch so nnre.söhnlich, Osilie? Wir können uns doch nicht hier, nicht so für's Leben trennen, ich kann eS nicht. Sag' mir zum Abschied, daß wir uns wiedersehen, daß kvir beide zu Dir an de Nhein in das schöne, friedliche HauS kommen dtirfen daß Dein Herz milder an ihn denken will." Ja. ich will's versuchen nur jetzt noch nicht wenn der vsommcr vorübergeht, da kommt ! Nun laß mich geh' u ihm dorthin gehörst Du!" Osilie küßte heftig die. Lippen Silvana's, die Ortlof von der Heide eben vorher zum ersten Male mit Küssen bedeckt gehabt, man gewahrte es an ihrem rotben Blühen. Dann stand die letztere roieder neben ihnr, von seinem Arm umschlungen. Drunten rollte der Wagen davon, sie schauten ihm nach, aber es öog sich kein Gesicht heraus, nach ihnen zuxückzu blicken. Jetzt kehrten sie in's Thurmzimmer. In iloana'S Innerem bebte noch immer da eine Won: Nicht todt!" Doch schreckhaft kau: nun daranS das Gedachtniß an den todten Eapitän Lundmark über sie, an die Traner, die in dieser Stunde dort im Hanse, im Herzen Anna's herrsche. Sie sprach eS aUs, und ihr Mann, erwiderte, jeyt erst von dem UnMck vernehmend: DaS arme Ding und sie hat auch zu unserem Glücke beigetragen, 'daß ihr liebes Kinderherz mir nicht hehlen konnte, roo Du seiest. Ohne sie hätte ich Dich nicht zu finden gewußt, wenigstens so bald nicht, hielte gewiß heute nicht Deine Hand und ob ich's noch lange ertragen, Dich umsonst zu suchen, weiß ich Nicht; ich glaube, eS hätte nicht, beS TropensieberS bedurft, das mein seltsamer Abendgenosse von Aahia mir anzusehen vermeint. Ist's Dir recht, so wollen . . rn rv . tvr . i; . r t mir erne Hreunom nnn aussoroeru, mit ihrer Mutter den Sommer zubringen; die stille Natur in ier zuremder
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Umgebung halt besseres Heilmittel fu r f. 1t ... i w v s. . . jolüM nmmerz oerm, ats oas ageS: gelärm der Stadt um die altvertrauten,' verödeten Räume. Doch nun wollen wir an uns gedenken, denn dieser.Tdg, dies! Stunde ist unser. Setzen wir der Trauer, die sich nicht von der Erde bannen läßt, die Freude des Lebens entgegen! Sie ist ebenso alt und hat das gleiche Necht an uns. Ja, das Schlimmste thut der Mensch dem Menschen an, doch auch das Beste. Thu' es mir " Er beugte sich vor und küßte die von seinem Arm Gehaltene. Es war tiefe Dämmerung geworden; einen Augenblick stand Ortlof verstummt, dann fragte er hastig, wie aus verhaltenem Athemzug: Willst Du nicht Dein Haus besich tigen, Silvana, darin Du jetzt Herrin bist? Sie antwortete unwillkürlich : Es ist für heute wohl schon zu dunkel Doch nicht komm Er faßte ihre Hand, össncte die Thür zu einem noch nicht von ihr betretenen Nebenzimmer, aus dem ihr ein süßer Frühlingsblumenduft entgegenkam. Zugleich indeß hielt Ortlof noch einmal an, streckte seine freie Hand nach einem Gegenstand auf einem Wandtischchen und sagte lächelnd : Du vergißt. Deinen Kranz, Silvana." Er hielt einen feinblattrigen Mnrthenkränz, mit einer Nose zusammengeschlosfen, von der man noch eben unterschied, daß sie roth leuchtete. Nasch setzte er denselben nun auf das gelöst herabfal, lende braune Haar feines zungen Weibes. Ucberrascht stand Silvana während diescs Geschehens lautlos und regungslos da ; es schien nur, als ob die Nose über der Stirn plötzlich auch auf diese und aus die Wangen darunter ihre rothe Blüthenfärbe mit ausbreite, aber zu dunkel schon war's, um es deutlich zu erkennen, und im nächsten Augenblick schloß die Thür des Blumenzimmers sich hinter Ortloj und Silvana von der Heide. Ende. Maisonnenschein. SNzze vo Jshanna Wtttzelmk. Heller, goldglänzender Sonnenschein liegt aus den Straßen und Dächern New Vorks. ES leuchtet über den in frischem Grün erstandenen Nasenplatzen der öffentlichen Parks und glitzert in den Wasserstrahlen der Bafstns. Die in. großen goldenen Lettern ausgeführten Firmenschilder der Hänser funkeln in seinem Licht. Ueberall blitzt und glänzt es in schier blendenden Strahlen. Ein mächtiges'FrühlingSfluthen wogt und wallt den Broadway hinauf und hinab. Einer Corfofahrt gleich rollen die Fünfte Avenue entlang unzählige prächtige Equipagen, in deren offenen Fonds die neuen eleganten Frühlingstouetten der Repräsentantinnen der upner teu" zur Bewunderung heraus fordern. . Doch kaum ein neidischer Ali der vorübergehenden folgt ihnen hcute. Ist eS doch so wunderbar schön, so herrlich durch den wonnigen Maikag zu gehen. Der Frühling ist eingezogen, nach rauhen WiMcrtagcn. Er lacht aus dem klaren, wolkenlosen Himmelsblau herab, aus den in frischem Blätterschmiick prangenden Bäumen und grüßt unS aus den Herz und Auge erfreuenden buntfchillernden Tulpenbeeten. Niemand, selbst der verknöchcrtste Gefchäftsmenfch nicht, noch der griesgrämigste Pessimist, ist im Stande, sich ganz seiner geheim nißvollen Macht zu entziehen. Auf dem Union Square herrscht reges Leben und fröhliche Lust. Kindermädchen mit ihren Pflegebefohlenen, sporttreibende Kinder und der den Park kreuzenden flüchtig Vorübergehenden bieten ein buntes, wechseloolles Bild. Veloeipedefahren, Nollschuhlaufen, Seilspringen und andere Frühjahrsspiele sind in vollster Blüthe. In der Mhe des größen Bassins hat sich eine kleine Kinderschaar eingefunden, um ein Wettlaufen zu veraustalten. Das größte der Kinder, ein etwa zwölfjähriges Mädchen mit lebhaften dunklen Augen leitet die Arrangements. Mit geübtem Blick stellt sie die Betheiligten der Größenfolge nach ans, und zwar so, daß die kleineren dem zu umlaufenden Nasenstücke am nächsten stehen, wonach sie selbst den äußersten Platz in der Reihe einzunehmen hat. Dann zählt sie laut: Eins, zwei, drei!" Und fort geht es. Hei ! wie das stürmt, wie die braunen Zöpfe fliegen, und die Bänder flattern ! Wie die Wangen jlü hen und die Augen leuchten vor seliger Lust ! Ein kleiner Knirps, der die eqren Höschen trägt, macht vergebliche Anstrenzungen, mit den Andern gleichen Schritt zu halten. Immer größer wird die Entferktung zwischen jenen uud ihm, immer klaglicher der Ausdruck feines Gesichts. Da plötzlich kommt ihm ein rettender Gedanke und ohne sich zu besinnen, läuft er in verzweifeltem Entschlüsse üher den teppichgleichen Nasen, so eine tüchtige Ecke des zu umkreisenden Gebietes abschneidend. Der dienstthueude Parkächter, der dem Treiben der Kleinen zugesehen hat, wendet erschrocken den Kops hinweg, und blickt angelegentlichst nach irgend einer Straßenecke, wo absolut nichts zu sehen ist. Er will nichts bemerkt haben. Gerade so ein süßer, kleiner Kerl war es ja gewesen) den sie ihm vor drei Monaten fortgetragen hatten; eben so lachende Augen so goldblonde Locken hatte er gehabte Nein, er kann's nicht über sich gewinnen, den kleinen Uebelthäter dort zur Nechenschaft zu ziehen. Zum ersten Male ist er seiner Pflicht uneingedenk, aber er kann nicht anders, kann's nicht über's Herz bringen, diese fröhliche Kinderlust zu trü6en.. Dagegen erhebt sich unter dem kleinen Völkchen stlbst ein Sturm der Entrüstung. Freddie wird einstimmig vö.urtheilt, aus der Neihe der - Mitspielenden abzutreten. Er aber bittet so , herzerweichend, indem er verspricht, sich des eben begangenen Unrechts nicht wieder schuldig- machen zu wollen, .daß ihm schließlich volle Absolution ertheilt wird. Und der zweite wtok nimmt seinen Anfang. Es ist, als ob ein unbeschreiblicher, mächtiger Zauber ausgeht von dieser Kinderschaar. Alle Blicke hasten auf ihr. Keiner, der Umsitzenden vermag das Auge abzuwenden. , Dsrt der junge
lamizjaüssxjstijizäia!.
" . Mann auf jener Ban?. Sein Aeußerci trägt den unverkennbaren Typus dej Arbeitslosen. Der sauber gebürstete, fadenscheinige Nock, die mehr als schad, haften 'Siiciel und nicht zum Mindeste! der sorgenvoll- Zug auf seinem Antlij erzählen deutlich en:e traurige Geschichti von Noth. Elend und Entbehrungen. Ein wehmüthiges Lächeln zieht über daZ bleiche, intelligente Gesicht, während et den jauchzend Daoonftürmenden nach: blickt. Solch ein fröhliches Kind wa: auch er einst, ein ungestümer, wilde: Knabe von forglosem, heiterem Sinn, der nur dann getrübt wurde, wenn dii fluchtigen Schularbeiten, dre ubermuthi! gen Streiche Strafen und Ermahnunger nach sich zogen. 'Wie furchtbar tief seit Ktnderher jene Sorgen stets empfunder hatte. Wie bedauernSrserth, wie gren zenloS unglücklich er sich in solchen Stunden vorgekommen war. Und heute? Jahre seines Lebens möchte er hingeben, könnte er nur noct einmal n?!edsr ein Knabe in jenen düstern, alten Schulzimmsr sitzen, mi seinen zerkratzten Pulten, seinen schmutzig gen, tintcnbeflccktcn Wänden, mit dez fürchterlichen Strafbank, die er so os, beschwert, dem altmodischen Katheder dei strengen Lehrers, den er sich nicht vor! stellen kann ohne den Stock, einst dci Schrecken seiner Kindertage. Und m anderes Bild steigt vor ihm auf. Dat Vaterhaus! Wie deutlich er's vor sick sieht mit feinen mächtigen Thorflügeln. feinem alten Gieöelbau. Und des Vaters hohe, gebeugte Gestalt, wie er trsl schen Büchern und Folianten vergraben, am Pulte steht, und nur, wenn der Lärn der jubelnden Kinderschaar draußen zr laut wird, an's Fenster tritt und an di Scheiben klopst, um der allzu stürmisch:! Heiterkeit Einhalt zu gebieten. Und ar dieses Bild reiht sich wieder ein anderes, Sommcrabend ist's. Unter der breit. ästigen alten Linde, die mit ihrem wär-, zigen Dust den stillen Hofraum erfüllt. sitzen sie'wieder dicht zusammcngeschsart. r&d lauschen athemloS den grausige? Geschichten, die des Nachbars Franz. der Aelteste unter ihnen, zum Beste gibi. Ihm, dem Jüngsten, schlägt daZ Herz bis zum Halse hinauf. Enge, rückt er an den Brnder heran. Trotz-, dem versucht er muthig auszuharren, bii der im Mondschein gigantisch groß, Schatten einer über den Hof huschende! Katze oder das Geräusch einer erschrocker aus den: Schlase auffahrenden Henn, seiner Standhaftigkeit ein Ziel setzt, mi er, unbekümmert ob deS hinter ihm her schallendeil Gelächters, geangjtlgt zm Mutter flüchtet. ' Wie ein Traum durchziehen diese Vil der seine ecle. Vorbei," flüstert er. sich langsam erhebt und weiter schreitet lemp: passati." Dicht an ihm vorüber kommt ein Ehe. raar (U ist lrniAtasr an dem klekcken abgemagerten Gesicht der jungen Frau, dem langsamen Gang und der Hilslosig keit, mit der sie sich auf den Arm ihre Begleiters stutzt, dte von schwere? Krank: heil Genesende zu erkennen. Sorgsan & $ V t i . " r- c zuyrl mr ianc ne nacy einer zanr, du zwei srne Plätze bietet. Und nun fesfelr euch ihre Blicke die muntern Kinder. Sie empfindet eine unaussprechlich, Freude daran, ihiien zuzusehen. Ist ihr doch, als wäre sie selbst wieder etc Kind, seit sie dem Leben wiederaegrbcr wurde, nachdem die nnketmllchen Senat ten deS Todes sie schon bcdroöt batten.Nun atlnnct sie wieder die milde köstlick, Frühlinaslust, freut sich an dem strah: lenden blauen Himmel, den sie nie wie: der zu sehen geglaubt und erquickt sich an dem warmen, belebenden Sonnenschein. Ein Gesühl grenzenloser Dankbarkeit durchglüht ihr JanercS und erfüllt sit mit einer hellen Glückseligkeit. Stumm drückt sie die Haud ihres Gatten, der si, zärtlich ansieht, und :yr liebkosend über die mageren Finger, streicht. Gott sei Dank! sie bleibt ihm ja erhalten, seiv geliebtes, treues Weib, daß er schon ver,r - r i . l. loren geglaubt. Und ist sie auch uoch matt und kraftlos, bald wird sie erstarken unter dem Einfluß der milden Früh: lingstage. Jetzt will er sie aber auch doppelt lieb haben, doppelt schützen un pflegen, um sich ihres Besitzes erst recht wurvkg zu erweisen. ' Dem Paare gegenüber hat ein in tiefe Trauer gekleidetes Mädchen Platz ge: m" :( :sc: r ..,... ä;. :a r,r,. k;. st. len Gesicht mit den traurigernsten Augen in. w' .:.k. e..r:.. ..L rrxTrr?. . " - kchwerer LcidÄ in mmta Äk nm , et rtr,tf rt.rtrtf trttK r,;p LK" VM'1' J. ! juiu icicu iycuiäuc. yiuu i t ic aucin ,ifW,Tf n. ir -'. ritMint stn misif Tf ir STTrti f V w" I V v mit seinem Du st und Sonnenicbein. SXn H"'V V.M.WV.., HW VVV tmf V U i ihrem Herzen aber weckt er kein Echo. ' . . ' ... Denke sie doch dabei nur an die Augen, die sich zu ewiger Nacht geschlossen haben, die slck nicbt mcbr laben könncn an seiner . . . . , - ' wonnigen Pracht. Und doch wahrend 'jetzt ihr Blick auf der frohen Kinder- ' . , . schaar haftet, fliegt ein mattes Lächeln wie ein lazwackcr Sonnenilrabl über ibr Gesicht hin. . Glückliche Kinder! Auch r . ttf i . ihre Kindheit war wie ein einziger, lan? ger, heller Sommcrtag gewesen, bis zu ihrem zwölften Jahre. Dann aber, plötzlich, mit dem Todestage ihres Va: terS hatte sie ansgehort ein Kind zu sein, war des Lebens bitterer Ernst an sie herangetreten. Mit ihren schwachen Kinderhänden hatte sie zu ihrem und oer Mutler Lebensunterhalt beisteuern müfei.', bis die Lehtere von einem unheilöa ren Leiden befallen, nicht mehr im Stande J . ' , . war zu arbeiten, und nun die aanre Sorge der Erhaltung aus den jügendli eben Sckultern der Tockter laa. So war ihre gattle Jugendzeit nnr ein Leben t tJ ,r 7. 0 l oer Arveir, mjagung uno fisciojtuers leugnung gewesen. ' sich nicht darauf besinnen. Ihre Jugend zeit! Sie war gekommen und aeaanaen wie ein kurzer, flüchtiger Sonnenblick an einem trüben, grauen Wintertage, ohne si TX. VMV.'.rC.M C : .:.' tt llt 1 vnnwni veuuKi gwoiocn. rrz. ... . : ! t n.ri .f . xst ylliie ya Nlemlliv ell geyaor zum Jung fein. Und wie gerne hatte sie auch zL.- k.'.s.A ...vri. -T.r: ';i..7 iij iuuvic ujein weiiergr-
Sie fahrt sich mit der Hand über die 'rT7 V Vr Stirn. Wie. lange ist'S denn her, seit Gott 5 danken, nämlich dafür, sie jung gewesen? So gar lange kann's ?"5. Dok or gedoch noch nicht sein, und doch kann sie mcht hat; tch weißvnrcht, vre's nnr
tragen, wäre nur ihr die Mutter tm
Seite geblieben! Und schon wieder füllten ihre Angea sich mit Thränen, die sich nicht zurückdrangen lassen. Schnell erhebt sie sich und geht, um in ihrer be: scheidcnen und so öden, verlassenen Weh? nung sich rückhaltlos ihrem Schnierze hinMgcbcn. 'Von der Vroadwarseite her kemmen zwn zunge, crj! lurztiH dem Zc!::desalter entwachsene Mädchen. In ih:en lachendes: Augen und ihren Rosenwangen ist der Frühling verkörpert. Vor der fröhlichen Kindergruppe bleiben sie stehen, um ihrem munteren Treiben ziu zusehen. Aus ihren Änn blitzt cS wie in übermüthiger Lust, man siclzt'S form: wie 3 ihnen m den nutzen zuckt. W''tt's sich sch .ztcn sie die langen Röcke und stürm- .... teloer mit der ausgelazsenen (vchaar davon. Minutenlang verweilen sie so. Dann wenden sie sich um und schreiten lachend welker, ruhllvg m ie her und Frühling im Herzen. Sie sind ja noch o junq, und daß Her; ist so weit und das Leben so schön! Welch' eine Welt von künftiger Seligkeit spukt noch in ihren Köpfchen. Welche Träume von kommenden!, unermeßlichen: Gluck schulen ihnen die Seele. DaS Leben. die Welt ist ja eitel Sonnenschein und Glanz.. Dem Alten dort auf der Van? tön! ihr Lachen wie Musik in den Ohren. Wie, ein Gruß aus längst vergang'nc? Zeit areif! eS ihm an's Herz. So lzat:e auch sie aelacht, seine Tochter, sein einü ges Kind, ehe noch ihr Vater sie verstoßen hatte im Zorn und bitteren Groll, weil sie seinen Wünschen entgegen einem er.nun, aber talentvollen Musiker ihre Hand gereicht hatte. Dann, freilich, hatte sie das Lachen verlernt und kaum ein Jahr nach ihrer Verheiratung hatte ihn die Nachricht von ihrem Tode erreicht. So war er denn zum ciusam-.n verbitterten Manne geworden. Und doch, wie anders hätte sich sein Lebensabend gestalten können, wäre er weniger hart und unerbittlich gewesen. Vielleicht schmiegte sich heute auch so ein blondes Kopfchen an feine Brust, zwei weiche kleine Aermchen schlängen sich um seinen Hals und zwei süße Kinderlippen stammelten: Großpapa. lieber Großpapa." Und er hebt den Kleinen auf die Schulter und trabt mit ihm durch eine Reihe behaglich ansgestatteter Zimmer. In einem derselben sitzt ein blondes, juuges Wcib über einer Näharbeit. Von Zeit ?u Zeit schweift ihr Blick mit einem glücklichen Lächeln zu den Beiden hm über. Sie bewundert Großpapas uner müdliche Geduld. Ist 'dieser doch uner schöpfllch im Ersinden neuer Spiele uud Belustigungelk. Bald sind sie im Garten, bald un aue, bald fuhrt erd nkelchen auf der Straße. Und so reiht sich ein Bild an das andere von lieven, smnpalyisOzen ezralken veit vor dem innern Auge des Alten und erwärmt fein einsames Herz wie Maisonnmschein, biS'er plötzlich empor fahrt. Wie lange hat er denn so gesessen und geträumt? Suchend schweift sein Blick umher nach, den Kindern. Sie sind fort. Es ist kühl geworden. Auf den Bänken sitzen nur noch wenige, vereinzelte Rastende. Eiligen Schrittes durchkreuzen die aus dem Geschäft oder von der Arbeit Kommenden in allen Nichtunaen den Square, Jeder seinem eigenen .( r -t w t tr m mt j Heim zustrebend. Mit einem Seufzer erhebt sich der Alte. Heim," murmelt er vor sich hin. Md, bald." Ihn fröstelt. Leise er schauernd knüpft er den Nock dichter unter dem Kinn zusammen. Dann wankt er, auf seinen Stock gestützt, müden Ganges seinem einsamen stübchen zu. tttt?rciwMige Komik. Aus den Standesamtlichen Nachrichten zu Darmstadt" in den Neuen Hessischen VvlkSblättern" am I. Mai. Aufgeboten als Verlobte: Ho skr an kenp t er o e w a r r er yr:,t:an zvcuu orer um icioerrnacacrin viucsrc Barbara scholz. ?föfYii 0cin2 Cait ff Trtnrtrt Ft die Pkccolomini" sind langweiliger. y'ivHutiLjniit ,uiju j tuuiju'kiiiij, .Wallensteins Tod" in am langweilig sten! Der Geheime Rath Schiller war nai5hainneu.nw ein groerVchriftsteller, aber aucy ein Zeyr i qww". sb fmd langweiliger r VK l- x-j Scene naturlich. Aber d:, die s-. .fit aiht. Auk b 7" 1 ' die deutsche Tuist die lanaeiliaste auf der Welt. $ tu? l T'l 1? c? und schlaft Mit vollem Necht e,n. D txhmMitt Moment bec Trilgie i i l ' o1S v sss.n.?s der Mord Wallenstems. I uwrow itj. xt : r : - I c v r j rtoi . . Wie srcy rry teurer zu helfen wunte. wenn er in Gezellschazt i rtr " i r w - ..r . . .. ... ti i amen uno ,uu oer anweienoen Per sonen vergessen hatte, geht aus einem um i . . ii'jr.i- tn.'.tlanger vcroziculncylez, auulg?n priese hervor, welchen der Dichter 18G3 aus Ersenach an emen nund schrieb: ist für mich eine arge Qual,-mir hi, die Namen und die Titel zu merken ; I .1.. tÄ ml& -jUm . Offs KI 1VH itvj VI 5 li.il lUlilli 4Ulf wie Schulmeister aussehen, nenne ich schlankweg Professor und Alle, die wie Juristen anösehen, nenneich Nath, damit bin ich bisher gut ausgekommen, wenn sich ein Paar über Politik zankt, so sind's ein paar Nechtsanwälte und wenn ein alter Herr still am Tische sitzt,, einen Schnurrbart' trägt und viel Bier rnnkt, so nenne ich ihn Herr Major oder Herr Oberst, je nachdem der Bauch ber r " -fft- r i t . r lchaszen .. nazu ynr zeoercyn' ster Hosschuster" und eder Seifensieder .Sölseisensieder". Das ist denn allerdings eine Misere, aber es lebt sich gut I v.' msirjt v:. o..,. nk j vun, uw iuu: I lich und höflich, leichtlebig und bei gerin ! Auch ein Vorzug. Aber er lauben Sie mir. Frau . Metzaermeistcrin. wie kommt das, Sie liefern in unser I n ... 5. 4.1. cm . r . v . c . rr.re . r 1 aus ui uic ajiaiuaiüt es noc Niki LZ I r ' Y 7 um v Pfennige vllltger ars uns ! Aber, gnädige Frau, die Herrschaften ge I - jl Ll" .!. 'r 3 i nleLensocy rmmer vle Zvorzugsprelse.
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,Jt Ein Opfer der Elvilisatkott. Der letzthin ron der GUamtäMtlift Marseille eingetroffem ums tzinßt die Nachricht, daß der asntsniZchk 5nig, Dinah Salifu von seinen UntettDnen, ermordet wurde, weil er ihnen die. Fürspäische Tracht auszwingen wollte.' vßjluch Dinah Salifu hatte seine Zeit' devhBc, rühmtbeit, als er während der leyten Ausstellung Paris besuchte in Beglöiung von sieben ode? acht afrikanischett l;nnzen, die seinerzeit einen großen Heiterkeitöerfolg erzielten, als sie in seiner sA-Jl' ki? , fv;r-G , KfrK n i
Vtf .l II l. IVU j. I l l U IM I . I - (' r rinnt den Antrag stellten, man ftllH ihr' M tägliches Taschengeld von 1 Fr. aus 1, 0 :pS Fr. erhöhen. Dinah Salifu hat als j's ihr Führer zuerst mindeftenK daZSsp
pelte bezogen I allmahllg wurde eraser " ! : eine große PerjSnliHkett. ZeM"war 4 j er der einzige König", der die .ÄuIt!.-M lung- besuchte, und dann c?Nb,Msich l f
die Zuneigung deS Schahs von PersiekZ. Dieser hakte, slö r noch Paris kMZgthort, daß noch ein anderer KöMgsich dort aufhalte. Ife ' Er zeigte sich beleidigt, daß man ihm die Bekanntschaft desselben vorenthalten habe. Man hatte das aber nur deshalb gethan, weil man dem großmächtigen Herrn des Sonnen- und ' LöirenordenS den kleinen Dinah Salifu mcht vorzustellen wagte. Als er aber auf einem Fest bei Carnot sehr hartnäckig' '.den Wunsch kund gab Dinah Salifu zu sehen, schickte man schleunigst nach ihm. HD entstand aber eine große Verlegenheit: Dinah Salifu hatte kein hochzeitliches Gewand, und da man dies in einigen Minuten nicht herstellen konnte., so hing man ibm einen rasck aulaetriebenen Do-
mino um, auf den man mit Windeseile !! ) c -v . c .... rr , ' .ri.i. '!i -""r . T 1
vas zcreuz oer yrenrcglvn yeziele. ausgestattet erschien er auf dem Feste, und beide Potentaten wurden einander , vorgestellt und fanden großes Gesallen' aneinander. Als der Schah den (risset thurm besteigen sollte, verlangte er die rn..r 'i-, ?.'.- sjr. - t.. Äöcgicuunq jcint lajicaricni uitunuci, ., der inzwischen zu Ehren des Schahs schön und reich gekleidet worden war. Hösische Etikette war' ihm aber damit nicht angeflogen, denn als der Schah, " y-, . .... . . i :"' 1 V aus eem acyren loswerr angeiommen, vorsorglich nicht höher steigen wollte, sagte Dinah : Toi peur. moi pas pcur l vrd stieg allein dir auf die höchste Spitze. Die Freundschaft des Schahs und sonstige Auszeichnungen hatten dem guten.!! Dmah allmählich den Kopf verdreht. Er stellte ausschweifende Fsrdknlngen, fo z. B. verlangte er eine vernickelte Bettstelle und eine Krone. Erstere wurde bewilligt, für letztere aber fand mzn nach langen diplomatischen Verhandlungen !(! s vntt'lSiKtv n tt 11 f? !lf rn
dem König statt der Krone einen tmp
(.littit UUIVCUtUi V'Jk4. a, ,.4.iV,.Uii,.l I4t ijfc.,,,; flirten Dragouerhelm verlieh. Be: seiner Abreise erklärte Dinah, er ttte,-Zn S0 mmiÄ 4ftrstfr fiV.en ' TSTArthp.i !i VVä-V 4AMV-' V V j 2 Frankreichs die Köpfe abschlsZrn lassen wobei er jedoch, wie die Nachricht ver. i seiner Ermordung beweist, auf einig!. Widerstand gestoßen zu ftm scheln , Goethe trinkt sich auS Irrkhuui ei:: mttu ix; Der qroße Meister war bettUtti Greis geworden und nahm tt:reineE j Geburtstage gern Huldigungen rntgeSen Am 27. August 1825 stecke MdefsM Sekretär Wolfs (später Professor ik Jena) am Vormittag bei Goetl'e ein, uu etwaige Wunsche zur die VcvuNdtog feier des nächsten Tages zu nlau'che Die Ercellenz ging finsteren Angesichts offenbar sehr mrdnetzlkca rn se:ncr W?J nung in Weimar umher, die Arme ge wohnier Weise auf den Nucken gkreu: und im bistorisch gewordenen lenac Gehrock wie aus Erz gegossen, .kahihj wandelnd. Der Sekretär erhielt tau)' einen Vegengrnß und blieb verblüfft der Tynr stehen, um so rerdmjzler, ' er zugleich an jedem der' Fenster .. r . f- . frt . . i" m f i" . . J ( ma cye zuzen taivasicrs ciciuie xvx bei jeder ein Glas stehen o$t ahreV? der alte Herr m tmm SxazterganZ fo oft er an einem der FenfteMoorb kam, sich eines der Gläschen füllte, m dessen Inhalt hastig hmabstürMWiW mals versuchte Wolf zu sprechtNjMM der greise Dichterfürst hüÄte Sch .M olympiscyeZ Schweigen. Plötzlich' iedZßs' schritt cr auf den erstaunten Sekretär ; rade los und blieb ihm dnett f?v,M'i Nse, Ang' anfahrend : im Auge stehen, ihn nre9.111A ri.4 vnti JA'silj wi I lü.it (iy, i.'M9 ii'f. ; t pulire, mein Bester? WunrrnSie 'y: y über nichts mehr, denn auch SieHnd Alle die Andern, wie sogar meZnIeiqlSj, Fleisch und Blut. Denn tzrffif-: "S Alle seid eine Bande feiler Speiche fletf'vj! Was man mich bis zur Unerträgli.hk: schon bewcihrauchte! .Jkdoch,-)wo hMt c ... t . j r. . '''' '!''. )emmy ipiecc jou, oa vergeh Euch jämmerlich. Aber ein unb.recks, . v .i i ? : jr. c... . 1 ier wimiiiiw mgi i;uu; i'iij zmz i: sehen, und all' die Verstellung eutde. Reden Sie nicht, mein Lieber, h: liegen Thatfachen vor! Und da W mand in gaiiz Deutschland, ;! jol; in meinem eigenen Haufe n?e:veS dunstases gedenkt und meZneMeW heit trinkt, so trinke 'ich sie mt$lbtiM und trinke mir allein in VsveUn.. Euer Ercellenz Geburtstag?" stetes 1 Wolfs. Du liebtt HZmmelMie. M'f. Welt denkt ja daran, Vnb..uHÄ'H einzugkstchen, gerade in diesen: J:.:j! werden schon feit Monaten, die grSr Vorbereitungen p dieser FelcHeiroKD Wer sollte auch des LL. Augujt nich denken Z Aber Ercellenz. der ist ja morgen." Nun warsan'Dcrl ,f etwas verblüfft zu werden. Cr staiM Wolfs einige Secunden, tk in Sinr. , verloren, an; dann aber fagte 'nt zu sich selbst, ärgerlich , mit. den FingW,. spitzen scbuzlzend: Richtig. hwi.M erst bex SieSenundzwanzigste ! das wäre ja höchst unlieb, wenn 1M blefer Irrung mir fA''AiveckloS einDö K chen angetrunken hätte! Aber sehen :-. an lernt nie aus." . . ' i'M G t w o h n h i ii'S j:ra fi-';i Phrase. . Diener: . 'HerrzDommerz'i' rath, es' ist ein VMerMoußen..,i5c' merneurath : Sagest" - SZHjmH fca', nichts brauche. st.'jßfff) w A u ch tl m:;itM tT&'r: Al Um 7 Uhr Abend s'soJpättzommz noch betteln? Ia5meinb, Heifr-
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'iKi m : I p 111
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