Indiana Tribüne, Volume 13, Number 261, Indianapolis, Marion County, 8 June 1890 — Page 3
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(13. Fortsetzung.) So hatten Hedwig Lunbmark und Anna das Ansinken des Mondlkchtes, das bleiche Herausdämmern des Tagessch eines herangeniacht, lange in stummer, dumpfer Betäubung, roie der höchste Schmerz um einen noch nicht glaublichen Verlust sie mit sich bringt. Allein Iohannes Schmid saß bei ihnen; er hatte flüsternden Tones Alles angeordnet, um den Augen den entsetzlichen Anblick auf dem Flur zu entrücken, den Todten der triefenden Kleider entledigen, ihn auf das Bett des Gastzimmers legen und bis zum Gesicht mit roeißen Leinen verhüllen lasten. So lag Karl Lnndmark wie schlafend hingestreckt. Seme Züge besaßen etwas unsagbar Nuheoslles, um seine Lippen schien fast noch ein Hauch des Lächelns geblieben, mit dem er an der Abendmahlzeit Theil genommen, zu sprechen, er sei zu Hause bei den Seinigen. Es war kein Bild deö Schreckens mehr, ssndern des Friedens. Dann führte Johannes Schmid Frau und Tochter an das Todtenlager. Er sragte sich nicht, ob ihm ein Recht zukomme, die Nacht hindurch bei ihnen zu bleiben; er blieb, wie ein Mensch nach einem inneren Müssen in Stunden handelt, die außerhalb der Zeit und des Lebens sind. Doch selbst, wenn er empfunden, daß sie' ihn fort, allein zu fein gewünscht hatten, wäre er nicht gegangen. In dieser Nacht war er nicht schüchtern und befangen, auch nicht Anna Lundmark gegenüber. Von ihrem bitterlichen Leid war auch seine Brust weh zerrissen, mit jedem Herzschlag fühlte er es, in jedem Augenblick hatte er sür sie mit dem Todten getauscht, statt seiner sich dort so hingestreckt. Aber das siel nicht möglich, .und fein Leben hatte in den nächsten Stunden eine Aufgabe sür die Weiterlebenden zu erfüllen. Es warm nicht Pastorenwsrte und nicht Prcdigerton, in dem Johannes Schmid sprach. Er redete nicht mit trügcrifcher Tröstung von dem, woran er selbst nicht glaubte, von einem Wiedersehen, der Wiedervereinigung. der Liebe in einem anderen Leben. Die Lüge, auch rvenn sie einen Augenblick das Gefühl mit einem gefälschten Troste betrogen, wäre eine Entweihung für das gewcsen, womit das tiefste Menschenleid von dem Unwiederbringlichen, dem Tode stand. Mec die Worte Johannes Schmid s erreichten dennoch ihr Ziel eines anderen Trostes. Hedwig Lundmark sprach nach: Jd, der Beste und Edelste " und wie es die ersten Laute ihres Mundes waren, so brachen auch zum ersten Mal Thränen ans ihren Augen. Ihr Schmerz begann zu weiiien, und der Annas gleichfalls. Sanft wußte Jahannes Schmid Beide auÄ dem Zimmer zu entfernen, in ein anderes zu führen. Tort fetzten sie sich, der furchtbare Bann VeSVerstummenS war gelöst, und sie sprachen von dem Todten. Und nun tauchte auch ans' dem Gewoge eine Erinnerung auf, kam ein Klcittg zurück, den das Ohr in der Nacht gleichgültig aufgenommen. Aber er weite j?n den nach dem ersten Alles übertöubettden Schmerz im Menschenherzen eingeborenen Drang, zu erfahren, sich hrneitt;noerfenken, wie das Enfktzliche gestehen. Hedwig Lundmark hob den Bick Detlev Hellingborg war durch einen Zufall dabei zugegen gcwetn, halte vergeblich ihren Mann zu rcttost gesucht Johannes Schmid stand schon auf, eilte zur Straße hinab, um Hellingborg zu holen. Daß dieser nicht bereits von tlbit ekonünen, siel kaum zu begreifen. Traf doch gleich darauf schon der ,, KZnchhalter- her RsdWald'sche Firma in der Lund:ark'fchen Wohnung ein, um die außcrrenkliche Theilnahme seines Principal an den schweren Verlust der hazt belrc ji?nen Familie auszudrücken. Herr Rodwcüd bcsinde sich in eigner groijer Bekünunernis; über die Einbuße eines so ersah ximn und ausgezeichneten Capitans und würde selbst schon heut' Morgen znr Cendolation getommen sein, wenn iljut ::?cht grade eine überaus un eusschie)öar roichlige Geschastsabhaltung dazukikchen getreten wäre. Aber am Nschmittag werde 'er sich jedenfalls einstctten, uns er habe sogleich die Vorbereilungen zu einer kleinen Festmahlseier der ltüt'.chcn Heimkehr der Frea rückgängig gunsÄi. weil er es für schicklich hatte, iolche 3tücksicht Äuf den uuerwarreu Traucrfall zu nehmen. Fran Hedwiz nrckie kaum merklich mit xi .opl, UNI der Auchhalter ging nach der l-.e.r:ch:nng seiner 5ondolirungsbetrauung an die Listen der Gewinn' und Verluizcinzrsgung auf seinem Comptoir tisch znrück. 'Unter die letztere war fragles mit h?ntic?em Dato die Eerünglüktuug ds apiläns Carl Lundmark zu buchc-.z. denn sie zog voraussichtlich einen erheblichen Ausfall für das diesjährige Geichäj: iväi Brasilien nachsichF r Da kam Johannes Schmid wieder, mir einem . ungewiß , vör sich, aufblicken den Gesicht. "Er hislt ein großes, vcxsieß gelles Cvttvert in btt Hano und schien nicht lcch: einig mit sich, was er, solle nno wolle. Äber dann jprach cr rasch .grad heraus, De'tle? Hellinzborg könne Mzcht kommen denn man hab: ihn vor ' .'einer Stunde todt in feinem Bett liegen gefunden. :4 Es war eine neue unerwartete Todes: kotschast, doch Jcbännes Shmid hatte rech?, sie nnumrounoen mitzutheilen ; im Vergleich Zu der von der Nacht gebrach- - tm drang sie' nicht !n's innerste Her;, konnte derselben kaum noch eine Erfchütterung hinzufügen. Hedwig Lundmark jsie nur: Todt im Vetr? Auch er ' plötzlich gestorben ? Er konnte es er Ui Nkmanv zurück, dessen Leben er geOtsen." , Anna dagegen stieß aus: , Der arme Onkel Detlev auch er welche schreckliche Nscht er war immer jo gut gegen mich . Ihr häufte es doch noch einen neuen Schmer; hinzu. t . Johannes Schmid hatte ,,Hellingborg nicht ' gekannt, , fast siel seiner Eigenschaft der Tod des- ' selben nicht unerwünscht. , , Auch , das lenkte von dem einen zermarternden Gedanken ab, in seltsamem Widerspruch ! durch den Tod in die Bahn des Lebens
ein. Er sprach ellig, daß dies Couvert mit der Aufschrift an Anna im Zimmer des Verstorbenen auf dem Tisch gelegen, wahrscheinlich enthalre es eine Äushellung des neuen Unglücks. Seiner Bitte nachgebend, öffnete Anna mechanifch das Siegel des Umschlags, aus dem zunächst ein Blatt mit einer halben Schriftseite m ihre Hand kam. Sie las: Ich wollte Deinen Vater für Euch reiten, Anna, aber es hat nicht geschehen sollen. Doch ich gehe ihm wohl rasch nach; von der Aufregung und Durchnäsfung ist der FieberanfaU, der mich bei Euch traf, heftiger zurückgekommen, und ich glaube nicht, daß ich die Nacht überleben werde. Ich konnte deshalb nicht mehr zu Euch. Leb' wohl, mein liebes Klnd, und bewahre mich in Deinem Gedächtniß. Nicht um dessen willen, was hier beiliegt : es ist lange für den Fall eines plötzlichen TodcS von mir aufgesetzt und nur ein Zeichen, etwas von mir für Dein Leben Zurückbleibendes, für die . Tage, in denen Dein junges Her; noch wieder glücklich schlagen wird, was jetzt auch an Trauer darüber gekommen. Vielleicht hab' ich Dir zu dieser, ohne es vorher zu ahnen, noä ein wenig Leid angethan, daß Du 5öeinen Freunv Manuel in Deiner Betrübniß auch nicht bei Dir hast. Doch wie das durch meine Schuld wider Willen geschehen, wirst Du wohl brieflich von Ihm erfahren. Ich kann jetzt nicht mehr; fage Deiner Mutter, ich fei ihr ein treuer Freund gewesen und hätte gern mein Leben da sür gegeben, ihr das ihres Mannes zu erhalten. Dich aber hab ich sehr lieb gehabt, mein Kind, iu darum, hoffe ich, bewahrt Dein Herz das Gedenken an Deinen Onkel Detlev J Neben diesem Blatt enthielt der Umschlag ein schon vor zehn Jahren verfaßtes Testament Detlev Hcllingborgs. das Anna Lundmark zur alleinigen Erbin seines großen Reichthums einletzte. Gleichgiltig legte sie das letztere aus der Hznd, aber der Brief ließ ihr neue Thränen aus den Augen stürmn. Si? schluchzte: Ja, ich habe es oft gefühlt, er hatte mich auch lieb wie der Papa," und ein Gedanke drängte sich ihr durch den Kops, daß sie unwillkürlich nachfügte : Wie ka?.l denn auch der Onkel Detlev grade an den Hafen, als das als es geschah, daß er versuchen konnte, den Papa zu retten?" Darauf wußte Niemand Antwort, und der sie allein hätte geben können, war gleichfalls für immer stumm geworden. Doch wäre es auch noch fo unerkiärbarbefremdlich gewesen, von dem Grunde, der Detlev Hellingborg in jenem Augenblick an die Stelle geführt, wo Carl Lundnrark Len Untergang gefunden, hätte die Frau desselben "kein Anhauch einer Ahnung berührt. DaZ Vertrauen ihrer Liebe konnte durch nichts auf der Erde erschüttert werden, ward es nie. Das Leben halte es nicht gethan, und der Tod besaß keine Zunge, ihr ein Giück zu
nehmen, das 1X geblieben. tt tnuprftiMi (SrtiMTntfS rntr tr ft j t p 5 . . edel." Ein Abschicdswort für Dellen Hellingborg. eine Grabschrift war's, die er von ihr verdient hatte. Nun stand sie aus, wieder zu dem Todten hittüberzngehen, ihm im hellen Licht des Tageö noch, solang es möglich blieb, in3 Antlitz zu sehen. Anna wollte ihr folgen, doch Johannes Schmid nahm dabei zum ersten Male etwas gewahr, wZS ihn sie leise zurückhalten kic'). Sie trug uoch das blaue Seidenkleid, das gegenwärtig in den Sonnenstrahlen, frensigstes HinnuelSlicht um sich wersend. aufteLchtete, unö er stUtterke: Wollen Sie nicht ein anderes Kleid ehe Sie auch dort hinüber es könnte Ihrer . Mama weh thun. Ja, cr hatte recht, wie in Allen:, was er that und sagte Er war der einzige Halt für d'.e Beiden, die in diesen schweren Stunden Niemanden auf der Welt besagen, als ihn. Und fo hielt Anna sich an seiner Hand, ließ di:se nicht, sondern antwortete: Ja, daS will ich das muß ich aber kommen Sie mit mir gehen Sie nicht von mir." Wie ein hülfloses Kind, das sich im Dunkel fürchtet, klammerte sie sich an ihn fest, nöthigte ihn, sie in ihr Zimmer zu begleiten. Mechanisch löste sie hier schnell die Hafleln an ihrem Kleid und zog es herab ; nun stand sie da, wie der Onkel Detlev sie im Herbst angetroffen, im rothen Unterröckcken und weißem Mieder, aus dessen Rändern die weichen, rosigen Schultern aufsahen, rührend unschuldsvoll und doch nicht ganz mehr die eines Kindes. Ein Winter war seit jenem Abend darüber hingegangen, um ein Weniges anders hob und senkte sich bei ihrem schwer bedrückten Athemzug die junge Brust. 'So hastig hatte das Mädchen sich des Kleides entledigt, daß Johannes Schmid erst halb erschrocken zu sag?n oder viemehr zum ersten Male wieder zu stottern vermochte: .Ich will ich dachte nicht bis Sie fertig sind, Fräulein Anna - erzechen Sie meine meine Cr wollte zu? Thüre, doch nnn faßte sie rasch und ängstlich wieder nach seiner Hand. 1 Warum ? Habe im Ihnen etwaö gethan? Nein, 'nicht fort nur nicht allein es ist so schwer zu leben mir ist es so bang und Sie sind ja.uuser einziger Freund " Einen Augenblick hielt sie inne, dann setzte sie hinzu: Das ist in all' dem ungeheuren Unglück ekwaö, wag ich doch noch fühlen gekonnt für Sie, für Ihre Güte. Ich bin ja so reich jetzt, und Sie brauchen sich nicht langer zu sorgen nnd zn kümmern, tonnen nun immer nur" , .. 1 Aber Anna brach mit einem krampfhaften Aufschluchzen der Brust ab : 0 Gott ' nein ich bin ja so arm! Ich verstehe nicht, was der Onkel Detlev geschrieben die ganze Nacht hatte ich gar nicht an Manuel gedacht doch, waö in dem Brief steht ich weiß nicht, was geschehen ist aber ich weiß, ich fühle es hier hier 7- er kommt auch nicht wieder er kommt nie wieder!" i Sie hatte ihre Hand beim letzten Sprechen gegen ihr Herz ' gedrückt, nun warf sie bitterlich, weineno beide Arme um
Licf konnte m dieser stunde der zweiie, unendlich gering? Verlust sie nicht erschüttern, doch sie sagte jcdt:
Johannes Schmid. . Er hielt sie. ihr Goldhaar lag an seiner Brust, und zwei große Thränen sielen auch aus feinen Augen darauf herunter. Wie in einem zugleich todestranrigen und unbegreiflich seligen Traum stand er, flüsterte mit zitternden Lippen: Weine nicht, Kind sonst muß ich gehen cS ist zu viel sür mich. Was sein mag Dein Leben ist so lang noch und das Glnck kommt ihm noch wieder. Anna. Man muß viel allein tragen aus der Erde, bei dem keine Liebe helfen, sich dafür hingeben kaun. Aber wenn meine Hand und mein Herz begnadet werden, es zu können eS je für Dich zn tönneu weine nicht komm ich will
-eil Jijii uicty miycytu iuu wuuvii zu Deinem Vater gehen Neberall im deutschen Norden ob Land und Meer war die Maientagssonr glänzvoll aufgestiegen, selbst nlber der weiten grauen Wasserwüste der Nordsee. So viel oder so wenig diese im Stande war, die Züge ihres wellendnrchsurchten Antlitzes auszuheitn, that sie's heut' Morgen; aber ihr Lächeln hatte immer noch einen schwttmülhigen Ausdruck, und das freudige Licht konnte trübe Schatten nicht bannen, die da und dort in nebelndem Herschwanken aus ihr aufstiegen und, geisterhaften Gestalten mit ringenden lrmen gleich, lautlos wieder in d graue Oede hinabsanken. - Da regte sich auf dem Bette einer engen Cajute zum ersten Mal der Kopf Manuels da Selva und feine sich aufschlagenden Augen blickten über sich. Ein dumpserDruck umlagerte ihm die Stirn; sein Ohr vernahm einen gleichmäßig immer wiederkehrenden gluckenden Ton neben chm, und von einem ebenso gleichmäßig schulternden Ruck fühlte er seine ruhenden Glieder fortbewegt. Was Beides fei, begriff er nicht. Oder träumte er mit offenen Lidern, daß er sich auf der See, auf einem Dampfschiff befinde? Er sah an sich hin ; auf einem Bett lag er, doch völlig angekleidet. Der kleine, halbdunkle Raum um ihn her war ihm fremd. Doch nun, dies im Ohr sich stauende Fauchen, daS eintönige Klappern und Zischen konnte nar von dem Rauch ausstoßenden Schlot, den Schaufelrädern eines Schiffes herrühren. Gedankenleer raffte Manne! sich mechanisch auf, stieg taumelnd eine Treppe hinan. Auf dem Deck eines großen Dampfers eur psinz ihn frischer Morgenwind und blitzende Sonne ; rings um ihn her debnte sich usertose See, nur im Osten versank über dem grauen. Wasser, wie ein Wolkenstreifen am Horizont, ein letzter, dunkler Nierstrich. Tiäumte er imzner noch? Oder befand cr sich noch ans der Fahrt von Bra;ilicn nach Europa und hatte nur geträumt, cr sei schon in Deutschland gelandet, habe dort einen langen, wnndert'iS ... tm ljt'sfrW ..kAk . m reichen Äii'.ter hindurch gel'.ot? In seine? Besinnung ranz sich nur Eines wach. Er hatte zuletzt mir seinem Vater in einem dunklen ZZmmer gesessen und war von einer säßen, seligen Wüdigleit überkommen worden. Sonst lag ihn: noch ein Nedclgewcge über Allein. Rur das das kam ibm anch warum fein Herz in der Müdigkeit so setig gekloxsr hatte. Gleichfalls von einen: kleinen dunklen Raum stammte !s.'r wonnige Schlag her Sein Kops flog verwirrt herum, eine joviale Stimme rief ihn au: Ausgesch lasen, junger Freunö?" Der Capuän stand vor ihm. fetzte lachend hinzu: Gnte Luft für den kleinen Landkater, hält's nicht lange drin am Schävelbord aus, springt hurtia zu den Wasserratten hinunter. Werden angenehm; Fahrt nach den HavannahGlimmstengeln haben; wcnu's Glück gut ist. sitzen Sie in fünf Wochen wieder zufrieden bei Vätern und Muttern zu Haus. Schad't nichts, 'mal durchzngeh'tt, ist 'us Narrheit, die jungen Leuten woh! 'inal im Alut prickelt, werden 'klüger davon, als wenn sie in der Kinder? Nube geblieben. EH'S inir der Wind wegblast, Sie haben 'ncn Brief in der Tasche, den Sie heut' früh lesen sollen. Gibt ein bischen Abwechslung, uns wird wohl 're Äeruuuftpredigt drin steh'n. Na, nehmen Sie's nicht zu schwer und wenn der Magen nachher 'neu kleinen Aushelfer braucht, kommen Sie nur zu mir in die Koje. Mein Wandschrank hat 'neu guten Sorgenbrecher." Der Capitän ging. Manuels Hand faßte instinltio in die Arustkasche. zog einen von der Handschrift seines Vaters au ihn gerichteten Brief hersor. Was bedeutet das Alles? Völlig verständuißlos noch iah er drauf nieder. Stur daS Eine hatte cr gefafzr, er war nicht anf der Fahrt von, sondsrn nach Brasilien. Etne fremde Schwere lag ihm in den Knieen, liest ihn nur mühsam das Vorderdeck erreichen. Er sollte den Arief lesen, also stand darin eine Auflösung des unbegreiflichen Räthsels. Am Augspnt war es leer und still. An die Alankenbrüstung gelehnt, sah er einige Augenblicke vor sich hinaus, wie das Schiff hastig über die grauen Welle u fottlief. , Ein Zittern befiel ihn plötzlich, eine dumpfe Angst. Der Brief sah ihn fo unheimlich an es überkam ihn mit einem herzklopfcnden Trieb der Bangig kcit, denselben üi's Wasser hinunkerzu: schleudern. Nein daS hatte fein Vater nicht gewollt da5 durfte er nicht. Sein Vater liebte ihn was darin strhen mochte, war zu seinem Wohl geschrieben. Er setzte .sich ansein znsammcngerollk tes Ankmau und öffnete den versiegelten Umschlag. ?.'cehrere dicht beschriebene Vläkker kamen heruor; auf dem obersten stand: icö dieses zuerst, Manuel!" Es war ein Brief, in portugiesischer Sprache, und er las: Wenn eine Möglichkeit gewesen wäre. Dich in Unwissenheit über das zu lassen, was Du lesen , wirst, , so würde, ich zehnfach mein Leben dafüc,hingegeben haben. Aber Du mußt es erfahren,,. es ist lein anderer Ausweg vorhanden. Dn bist noch ein Kind; nach dieser Stunde wirst Du ein Mann fein: Ich lege eine schwere Last, doch mit ' ihr eine heilige Pflicht, ein hohes, Vertrauen auf Deine Seele, Manuel. , Du wirst ste erfüllen, denk, Du bist mein Sohn. 1 - Und damit Du es , gleich hier im An-
fang weißt, was die andern Blätter Dir ausführllch sagen werden: Anna Lundmark ist meine Tochter, Deine Schwester. Der Capitän Carl Lundmark und der Capitan Carlos da Selva sind oder waren die nämlichen. In diesem Augenblick weiß es Niemand auf der Erde, als Einer, der mir feine Ehre verpfändet hat zu schweigen, als Du und das Blatt in Deiner Hand. Und Niemand fönst wird jemals Kunde davon erhalten, weder . t . .
Veine Mutter, nocu me Neuner Ännas, noch diese selbst. Das ist die Last, die
kDicb lege, Manuel, es ,em muß. Sobald Du diese Blättcr gelesen hast, wirst ' Z , !. . t Du sie in die See hinunterwerfen, und Deine Brust allein, Deine Liebe für mich, sür )eine Mutter, sür Anna behüten das Geheimniß. Auch Deine Liebe sür mich denn Du wirst mich nicht verdammen, wenn Du erfahren, was auf den audern Blattern steht. Sie waren nicht für Dich geschrieben, sondern in England, als lch glaubte, Alles sei schon vorüber und ich würde nicht noch, einmal heimkommen. Dann solltet Ihr alle wenigstens hören, warum es so gewesen. Aber es ward und war anders, wie ich es damals nicht mehr zu hoffen gewagt. Und in meinem Elend schrie eö doch noch wie ein trunkenes Glück in mir auf, denn auf jenen Blättern hatte ich geschrieben: Nur sür Euch für Euch würde ich die tödtliche Last meines Lebens noch wieder auf mich laden, tausendfach so schwer, sie bis zum Ende tragen und selig unter ihr zusammenbrechen, Aenn ich als den Lohn meiner Qual vor mir sähe, daß Zhr niemals ersühret was ich trug. Und eine Stunde lang wohnte ich noch, es könne so geschehen. Da hatte das Verhängnis Dich zu uns, zu Anna gebracht. Vielleicht hätte es trotzdem doch noch sein, hätte ich Dir alles dies, müädlich sagen können, Manuel Du wärest wm'end und schweigend nach Brasilien zurückgekehrt. Aber sür mich war es zu spät ich hätte eö nicht mehr gekonnt. 'Sticht mehr drüben vor Deinen Augen mein Doppelleben weiterführen, im Bewutztfein Deines Wissens. Mir war noch das Glück beschieden, Alle auster Dir ahnungslos, hinter mir zurücklassen zu dürfen, und Höheres konnte ich nicht verlangen. Wenn Du dies liest, habe ich in kurzem Augenblick eine weite Neise in fremdes Land angetreten, von dem Niemand wieder kommt. Doch vor dem Verständniß der Welt nur durch einen bektagenswerthen Unfall. Niemand sonst weiß es außer Dir und Du wirst mich nicht verdammen. Du bist ein Mann, und die Namr des AcanneS ist anders geartet, als die der Frau, läßt ihn anders urtheilen. Aber bewahre das Schicksal Dein Leben vor einem Zwiespalt, einer übermächtigen Doppelliebc w:e der memigen: Ja, Anna ist Deine Schwester. Hatte ii) das Eine noch mtt m s Grab nehmen dürfen, Ench nicht sür immer trennen zu müssen! Jür seid Bruder und Schwer sie?, das ist nur ein Wort, von Menschen ansaeklügelt, Eure Liebe. ols einen Frevel zn bezeichnen, sie zu scheiden, nicht von der Natur. Wenn es nicht wüßtest, wäre es nicht. Aber da Du es weißt, wissen mußtest, dürft Ihr Euch niemals wiedersehen, denn vor Deiner Frau könntcst Du daS Geheimniß nicht schweigend bis anH Ende ertragen. Tu würdest drunter erliegen mälzen, wie ich unter dem meinigen, und Aich beiden das wird meines Herzens letzter HoffnungS schlag fir ist noch anderes, frieovolles, qualloses Glück bestimmt, von noch unbekannter Zukunft. So wirst Du aus England beim Anlaufen des Schiffes einen Arief an Anna senden.' daß ein unglücklicher Zufall in dem Capiiä'n, der Dich sehen gewollt, Dich Deinem Vater in die Hände geführt. Es wir ja in wcnig Minuten seltsame Wahrheit sein. Der habe Dich noch in derselben Nacht auf ein Schiss gebracht, das Dich mit ihm nach Brast.lien znrilcktrage. J Und von dort wirst Dn nach einigen Monaten schreiben, daß Du Dich mit emem Mädchen rcrlobt habest, das Deine Ellern Dir schon von ftüh auf zur Frau bestimmt. Du gedächtest mit treuer Anhänglichkeit des deutschen Hau? ses, in dem Dn einen so schönen Ätttttr verlebt, und Anna S w,e e:ner chwesier, nnd es sei Dir betrübend, daß sie nicht bei Deiner Hochzeit zugegen sein könne. Wie schwer es Dir fallen mag, schreib' es mit fester Hand, Manuel, denn xs muß fein! "Dein Traum ist zerronnen, und es ist die Pflicht Deiner Liebe, auch das Herz AnnaH von drm ihrigen zu be? freien, es fähig sür ein anderes,, ihr besser zugemessenes Lebeusglü zu schaffen. Lebe roohl, mein Sohn! Von den Meinigen Hier Habe ich bereits Abschied genommen, obwohl ich heut' Abend noch einmal eine schwere Stunde mit ihnen verleben muß, um sie zum letzten Malzn täuschen. Doch eine ebenso schwere Stunde steht mir noch bevor, auch Dich mir einer Täuschung zum letzten Mal in die Arme p schließen, Dir einen Trnnk zu beretten. der für D-jn Weiterleben, für das Aller nöthig ist, die ich liebe. m y Deine Mutter allein von ihnen feheich nicht mehr. Bon ib? ging auch ich ahnungslos, daß es zum letzten Mal sei, und doch war ihre Liebe die eine Hälfte meines Lebens. Wenn Du sie bei der Heimkunft in die Arme schließt,, fo sei Dein Kuß auch ein Abschiedskuß für sie von mir, Manuel! Sei ihr ein trener Sohn, die Stütze, die ich ibr nicht mehr sein kann! ie ist eine Tochtel' ihres Landes und wenig außerhalb desselben in der Welk erfahren ; Du wirst es nicht schwer haben, sie eines Tages durch' die Tranernachricht zu überzeugen, daß ich irgendwo an einer Küste mit einem Segetboot verunglückt und nicht aufzusinven gewesen. Dann tröste sie; auch das wird Dir bei ihr leichter fallen, als bei der Mutter Anna's, , denn sie ist, gläubigen Sinnes und vertraut auf eiu Wiedersehen in anderem Leben. , : ' Wir wissen, daß es ein Abschied, auf immerdar ist, Manuel lebe wohl, lebe glücklich, so lange, bis Dn mir nach, kommst ! ;' ' 5., '.5Ö'eihaie)fätTs , , Carlos da Selva.",,, Die Schrift der letzten Seite des Blat. tcö zeigte sich mit fliegender Hznd hinge-
V flickt, das Vertrauen, die lch au
orfen, man sah, baß die Zeit den Schreibenden gedrängt und daß er doch nicht zu' enden vermocht hatten Die ans dern Blätter waren die von Carl Lundmark !n PlyMouth beschriebenen; ihnen folgte, im Einzelnen berichtend und er? läuternd, die Geschichte der Doppelehe nach, welche Detlev Hettiugöorg vor noch nicht vierundzwanzig Stunden Heb: wig Lundmark erzählt hatte, ohne' daß diese eine Ahnung berührt, von wem er gesprochen. (Fortsetzung folgt.)
Der Druckfthlerteufel. Won 2 Lanvsvevg. Wie man sieht, bin lch Schriftsteller. Eut jeder Mensch hat sein Fatum. Bas meinige ist der Druckfehlerteufel. Ohm auf all- jene Falle einzugchen,.wö dieser aus einem Busen einen Besen, einer Nadel eine Nudel und aus rotten Lippen, rothe Lappen machte, sei mir nur'nock die Bemerkung gestattet, daß jeder Set! zer von NatNr aus mein geschworene! Feind ist, und daß ich im Interesse bei Menschlichkeit für einen löblichen Ge: dankeN der Regierung halten wsirde, nenn sie sich endlich entschließen wollte, diese Klasse von Menschen mit tutx und Schwert vom Erdboden zu vertilgen. Doch zur Sache ! Von den Verfolgungen der erwähntet, Menschenflasse vollständig erschöpft, flüchtete ich mich im vergangenen Som .mer von meinem Schreibtifch nach Tyrol, Ich nehme an, daß zedem meiner Lezez dieses herrliche Land bekannt ist wenigstens aus Ncisebeschrefbungen. AuZ diesem Grunde-will ich über seine Berge, Thaler, wturzvache, Schlosser und sem, sämmtlichen übrigen Schönheiten hiei keine Worte verlieren. Genug, daß aucZ ich der Pracht des wunderbaren Berglandes mit einigem Behagen entgegen! eilte. . Natürlich ! Wer wollte mich auch an meinem Vergnügen stören? Mein einziger Feind verlor außerhalb des Bereiches meines Schreibtisches seine Mach! über ' mich.' Ich verhöhnte ihn, ick athmete frei und sorgenlos auf. Mein Weg führte mich zuerst übn Mtuichen , nach Salzburg, der hoch gelobten Mozart stadr. Mein Hotclwirth empfahl mir unter ihren Schönheiten nach Aufzählung verschiedener Keller un Vräu's vor Allem den Kapuzinerberg. Hinauf also nach dem Kapuzinerberg Z In der That, die Aussicht vou diesem alten Kloster, namentlich über die kleine Mauer hinweg auf der Westseite, wo ich mich befand, ist hinreißend, sinnbetho.rend. Aber ein nrch weit sinnbethorendercS Schauspiel sesselte meine Blicke. Fünf Schritte von mir lehnte eine junge Dame all dem Gemäuer. . . . von einer Schönheit, einer Schönheit .... Aber weshalb nach Ausdrücken suchen, wo di Sprache za doch versagt. Mit einem Wort, der größte Ausbund von Schonheit, den jemals die glühende Phantasiz eines Nomanschreibcrs beschrieben hat. Wie sich die Gegensätze aber immer berühren, so stand ncsen, diesem Wnnder, das mein Auge verschlang, eine ander Dame. 'Allerdings ebenfalls ein Wurn der, aber in Wunder an i Es war eine wahrhaft imponirende Häß: lichkeit. Um die Gesetzeder Aestthetik nicht zn verletzen, cntheboich mich'einer eingehenderen Schilderung dieser Dame. Nur glaube ich .. nicht zu" viel zu sagen, wenn ,nir die Hre von Endor neben diesem Wesen wie die himmlische Göttin Aphrodite selbst erschienen wäre. Nach ihrer bescheidenen Toilette zu schließen, schien eS übrigens die GesellschafkSdame der märchenhaften Schönheit an ihrer Seite zu sein. Die untergehende Sonne, welche gerade jetzt mit ihrem purpurnsten Glänze das Thal zn meinen Fußen übergoß, lenkte einige Augenblicke meine Aufmerksamkeit auf sich. Als sie langsam im Horizont gesunken war und mein Auge zu der märchenhaften Schonheit zurückkehren wollte, war die Stelle leer. Das Wnnder war verschAuudeN. Laut los wie ein .Schatten. Sofort be-. mächtigte. sich meiner eine wüthende Sehnsucht. Ja, ich fühlte es in diesen wenigen Momenten hatte ich mein Herz vertoren Jh mußte sie wiederiehen um jeden Preis. Wie toll stürzte ich den Berghinunter. Keine Spur von ihr. Dann durchrase ich die Straßen. Nichts, nichts! Meiner Gieder nicht mehr mächtig, kehre ich um zwei Ubr Nadjis in'S Hotel zurück. Muß ich erst erwähnen, daß ich mich schlaflos' in meinen Kissen wälzte.' Meine Nachforschungen am nächsten Tage und den folSenden hätten c dasselbe Resultat ; finde aber mußte ich sie und sollte es mein & ben kosten. Ich fehle mich deßhalb auf's Geradewohl in einen Courierzug und fuhr nach NejchenhallBerchteSZad?tt. Ich. bezahlte an diesem Tage acht verschieb denc Tablekdhotes. sechszeyn Tassen 'Kaffee und zweiunddreißig Glas Bier, von denen allen ich nichts genoß, nur um in den Hotels, Kaffee's und Gast, wirthschaften, mich nach meiner hxha kannten zu erkundigen. Die Kellmer machten sämmtlich außerordentlich ,al berne Gesichter und erklärten, nichts ge jehen zu haben. Endlich am Königsee erfahre ich von einem der Äiuderknechte, daß er zwei Damen gefahren, die meiner Beschreibung aus's Haar entsprachen. Er fügt noch hm;, daß sie sich späte, einen Äägen nach dem Bergwerke in Berchtesgaden genommen. ' Ich ziehe den Nuderknecht wie. einen Bruder an meine Brüst, gebe ihm .zehn Mark und saufe dann in eiltem Zweispänner nach dem Bergwerke in Aerchlesgadcn. Das Glück war inir' hold, denn einer jener brauen Bergleute, welche daselbst den ganzen Tag in der Colonnade sitzen, die den Borhof deö Bergwerks ziert, und dabei ewig Käse mit Schwarz drod verzehren,, sagte mir, daß eine Dame, , wie ich sie ihm beschrieb, voretwa einer Stunde in das Bergwerk hineinge: fahren sei. Da ich noch niemals wäh: rend meines Daseins in einem Bergwerk gewesen war, so nehme ich in meiner Unschuld an, daß man in einem solchen Falle nur nöthig hat, ebenfalls darin hineinzufahren. Ich lasse mir demnach ein Paar unförmliche fchwarze Beinkleider und einen ungeheuren schwarzen Leinwandkittel, wie er' in Amerika bei den zum, Galgen bestimmten Verbrechern in Anwendung kommt, überziehen, dann setzt man mich mit einigen anderen Ge-
fahrten auf einen kleinen .Wagen, li aus 'Schienen sich bewegte, und fort rollten wir in saufender Carri,re dem Eingang des Stollens m. In demselben Momente, als uns die gähnende Höhle aufnimmt saust ein anderer Wagen auf dem Nebengeleise an uns vorüber und heraus. Und da Halt, Halt" kreischte und zetere ich, soviel meine Lungen vermögen, denn wie ein Foppgebilde der Hölle auf diesem Wagen hatte mein Auge sie erkannt sie, um derentwillen ich mich in diesen Schlund hmuvterzu stürzen begriffen war. Zu spät! Niemand achtet meines GeschnieS und ebensowenig der wildemporten Drohung, daß ich mich bei dem , deutschen Consulate in Salzbürg wegen Freiheitsberaubung beschwer ren würde. Als ich das Sonnenlicht wieder erblickte, war ich selbstoerständkich wieder genöthigt, mit meiner Jagd von Neuem zu beginnen. Derselbe Bergmann, den ich schon Vorhin erwähnte, und der noch immer Käse mit Schwarzbrot verzehrte, erklärte mir,' aus dem Gespräch der UU den Damen belauscht zu haben, daß sie sich weiter nach Turol wenden wollten, und daß ihr erstes Ziel Zell am Äee sein sollte. Ich belohnte ihn mit sechs Mark und dampfte am nächsten Morgen nach Zell am See. In der Ttat, meine Um bekannte war daselbst berelts eingetrysfen. Ich erfuhr das, nachdem ich wiederum in den verschiedenen Hotels der Brau-Jn dustrie, dem Kaffee-Import und dem sonstigen Nahrungsmittelmarkt wefentliche Geldsummen geopfert hatte. Mein Idol hatte sich mit der häßlichen Gesellschafterin nach der Schmittenhöhe ae-
wandt, dem berühmten Berge, der sich über Zell am See erhebt. Bis zur Stunde hatte ich jeden Berg, der l)öher als hundert Meter war, immer für ein Ding gehalten, das man am allerbesten von unten aus betrachtet. Dennoch ent schloß ich mich nach kurzem Seelenkämpfe, meinr Unbekannten auch noch dleicS Opfer zu bringen, und schleppt meine unglücklichen Glieder die schwindelnde Hohe htnauf. Als lch ankam, war es spät Abend. Von dem Oberkellner erfuhr ich, daß meine Unbekannte allerdings schon eingetroffen, sich jedoch bereits zur Ruhe begeben habe. Getrö stet bettete auch rch mnn Haupt, von der laßen Aussicht auf moraen umgaukelt. wo ich ihr endlich die Gefühle meines Herzens aettehen wurde. Mitten in der Nacht wurde ich durch ein donnerndes Gepolter an der Stubenthür aufgeweckt. Ich träumte gerade, wie ich mich vor ihr" auf ein Knie niederließ und sie zum Weibe begehrte. In wilder Erbitterung über den Störenfried machte ich meiner Empfindung in einigen lautgcbrüllten Verwünschungen Luft und legte mich auf die andere Seite. Als ich gegen 10 Uhr den Speifefaal betrat, sagte man mir, daß meine Unbekannte bereits seit fünf Stunden, kurz nach Sonnenaufgang, daS Hotel verlassen habe. Man habe mich ebenfalls zum Sonnenaufgang' geweckt, doch hätte ich der Einladung keine Folge geleistet., J:n nächsten Augenblick jage ich, ohne mein Frühstück zu berühren und nachdem ich dem Kellner einen Fünfgulden-Zettel vor die Füße geworfen hatte, wie ein Wahnsinniger wieder den Verg hinunter und dem Zcller Bahnhof zu. Eben ielt ein Zug, die Locomotioe psiff bereits zum zweiten Mal, langfam fetzten sicb die Räder in Bewegung, da klickt aus einem Coupeefenstcr das Gesicht meiner Nnbekannten Nun wird man glauben, daß mix der Zug vor der Nase davonrollte aber Nein ! Noch im letzten Moment schwinge ich mich auf das Trittbrett, da wo meine Unbekannte herausgeblickt hatte, und im nächsten sitze ich in Entfernung von wenigen Schritten ihr gegenüber. Es war ein Äusslchtswagen, also nicht rnit Banken,' sondern mit verstellbaren Sesseln, aus denen inän nach Belieben Platz nahm'. Der Wagen war ziemlich gefüllt. Wie ein Verzückter starrte ich in ihr Antlitz. Jetzt, jedt sollte sie mir nicht Mehr entgehen. Da, während ich, noch über eilte passende Art der AnNäheruug sann, umfängt uns plötzlich tiefe Nacht. Ein Tunnel hatte uns aufgenommen. Der Himmel selbst kam mir zu Hilfe. Er segne den edlen Mann, der 'die Tunnels erfunden hat. Denn konnte es eine bessere Gelegenheit für mich geben? Und ich mußte, ich mußte es ihr sagen, bevor uns etwa das Schicksal wiederum grau, sam von einander riß. Vorsichtig tappte ich mich also zu dem rechten Eckfenster, wo sie an bir Nückwand saß, ' erfaßte bebend ein zartes Händchen mit zärtlichem Druck ein leiser Schrei, den aber das Geräusch des Zuges übertont und nnn flüsterte ich tolle Llebesworte. Wollen Sie mein eigen fein?" schloß ich, als, sie mir ihre Hand ' nicht entzog ' und willig meinem Stammeln lauschte .'. . . Ja", lispelte sie zärtlich. Ich hätte vorJubel fast laut aufgeschrieen. Zur selben Zeit wurde es wieder llchter um- uns, immer lichter. Da allmächtiger Gott.'. . . Es sei einfach im trockenen Erzählerton:'gesägt: Ich hatte statt' der" Hand meiner Unbekannten die Hand ihrer haßlichen Gesellschafterin gedrückt. Es war also abermals ein Druckfehler. Auch hier wo es sich um mein höchstes Lebcnss glück gehandeltwar ich an dem fluchwürdlgcn Fatüm, das mich verfolgte gescheiUxt; Alle Insassen des Wagens, auch sie",' waren Zeugen, wie 1 sich unsere Hände im innigen Einverständnis fest umschlungen ' hielten., ' Da ich unter oU chen Umstanden unmöglich mehr um sie werben konnte so benutzte ich die nächste Station 'um 'mich' mit Hinterlassung meiner sämmtlichen Reise - Effekten und mit gebrochenen Herzen in Rauch aufzu- ' , -.? '-r " , iT;; .lM : m ') i -.3 loten. u- - l - - . Ich schließe meinen Bericht mit 'einer Bitte an meine Leser: Sie mögen prüfen, ob nicht auch in diesen Zeilen der Druckfehlerteufel sein Unwesen getrieben Hai.' HWTr.M tu', f j , mrwh: AM. . . , Au ch, e;ne Definition! Sohn: Papa, was ist das: lakonisch? Vater: Wenn De bist unartig und ich geb' Dir a' , Maulschell' und keiner sagt was dabei, so ist das eben lakonisch! ehsteW ;;;:;: ' ' Das ist doch 'aS. ' .Hast Du bei der gestrigen Treibjagd etwas erlegt. . .Ja! .SsZ,i,asdnn?.Zehn Mark Schmerzensgeld für ci nen anaeichsssenen Treiber.
-m i::'':" Ton Maul Aetznee. m Sie war gekommen, ihr Glück zu m' chen. Draußen in, Deutschtand hrn, man der 'armen Kammerjungser wede, Luft noch Licht, geschweige Freude, gegönnt. Sie war so satt all der fromme Herrschaften, die sie draußen gehabt uni wollte sich freuen am Hauche der goldene, Freiheit. ' ' " Drum war sie KammerjuNgscr belM ner Schauspielerin geworden.' Wie 'sah dies reme Gesicht mit den großen Kin. deraugen in dieze sremdeUmgebung. Si, lächelte ihr mildes Madonnenlächeln zu all dem bunten Treiben und schrieb an ihre Mutter: .Nun bin ich frei. Ich gehe mit auf Reisen. Q wie schon ist hier die Welt!" .'. , Sie hatte all ihr Leben W ihre axm Mutter gesorgt' und freuteM ihr s, vlel meß als sonst schicken zn können. Hatte sie doch so viel mehr LohH als 1n Deutschland. ."V' . 7; So ging sie mit in die Road. Lä: chelnd, schweigend sah sie Alle, die zu, Gesellschaft gehörten. !e, sprach kein Englisch und nur Wenige vonHr Wmi vagnic sprachen ein paar Worte deutsch. Lächelnd, schweigend sah sie auf zu dem ersten Liebhaber, dessen Augen mit hei', ßcm Glänze die ihren suchten. .Ich kann nur wenig deutsch reden,-, hatte c, ihr gesagt, .obgleich ich's vier" Jahre in der Schule studirt habe. Aber seine dunklen Augen strahlten gehelmnißvoll, Botschaft und seine feinen Lippen lächele ten und stahlen das Herz , deö armen, Glück und Liebe durstigen Kindes. Ri chard war schön. Sein tleinchDunkle Wärtchen zeigte, daß er noch in der ersten Hälfte der Zwanzig stand., ' , Er wa, Künstler, sorglos, leicht, MeHslustkg Er konnte lachen, wie .ein übrmüthtges Kind, und feine Stimme ünd.Mn Blls gruh sich immer tiefer in der armen Elfe Herz. . So zogen sie weiter von Ort tu Ort; Wie lauschte sie Abends seiner MlinlM und verschlang Mit ihren Angen seini)D hohe, schlanke Gestalt,, wenNeraufbelH Bühne zu Andern heiße, berückende Lie- . bcsworte sprach. Und,, dann -kam' rinD Abend, draußen in Ealisornien, da sagt, Rtchat d lctie zu ihr: .Elje, ich hab'H dich so lieb. Und da it xttierni schmieg und vor ihm flieheroollte, ,da trat er ihr in den We.fs'ZWsieM i. c w tr ' it- w runte gmzeny lyre vevenveqlppen.i Eise schwieg. Er aber wußte lange, daß sie ihn hebte und Beide verstanden sich ohne vZele Worte. Syrgsmu bürH gen sie ihre Liebe vor aller Welt, Nie-, mand ahnte, daß der stylzeHeld nM das stille Kammerkätzchen Sch.fo Oeb fs .unendlich lich hatten.' Weiler zogeH sie von Ort zu Ort. Es wurde Fruh liug itnd noch wenige Wochen,. dann die. Saison zu Ende und. die CMpagnil?!,! sollte sich, in &Ut Winde Zerstreuen. Es war eine zauberichöm, Wilde FrS)z lingZuacht. Die Vorstellung Mar lang. beknye: nnd Alles rtc$ M tlezem Schlummer. Da lag Elfe yM Richard : auf den Knieen unÄ- -jlehw uuttx THM.H neu: .Richard, verlas mi.Hcht, unserer Liebe vsiUtu, unserrßx KindÄ-H mllen. helratbe m." , Ja) kann nichts stoZnwer, 'dn Bttßt, ich bin m) Ansängcr. Heisa--fVr tyen, wahrhaft g, es geht' mm tetxi vernünftig, Elfe; ein HeiralhcleH Liebbaber ist ein Unding,. 'S!e begriff Alles ürh ,,roazd siilleH! stand auf und noch einmal. Zum letztenMale, nahm sie sein schönes Haupt 'im ihre beiden Hände und küßte -Mt zuckenö! den Lippen seinen Mund, der Rudern Wi viel Lieöeöworte flüsterte, uch-Pine Au.D gen, die fo süK, so berückend lügen koynÄ ten. Und dann war s auS. , ? E Kurz darauf zerstreute sich die Gesellschast. Elfe verlich ihre, Stelle , uM verschwand unter deu Tausenden New Aork. . .... -X m . Jatzle vergingen In ,, Deutschlands weinte eine arme Äutter um ihy fernes, vcrfchsüenes Kind. ' M Da kommt ein Brief: Mütterkch bin fo müde! .Ich komme zu dir mümm 'Ititöu Komme, ,umu stcri den." . . Die alte Frau stirbt selber fast vor Schreck und Angst ÄIsiMSerlsre-D es Kind der in den ÄrinMHalt. -:M ' Wo ist da3 Glück von Amerika? 'MiH bleiches, absharmtcs Weib mit :incm bildschönen Knaben von eiHtMahrenI! des Vaters Ebenbild, so kommt Elfe sie, t : 11 ' ", : der. " Sie bringt Ihrer Mutter ihr Kind und ihre roeniqen Ersparnisse UtAjeät hin zum Sterben. - ;;'''f: 'Sie ist so froh, fo froh,.Hß steHu Hause sterben kann. , , .. Der kleine Wchard und seine Groß mutter pflanzen Blumen auf das Grab der armen Else, der das Leben kein Vlnmetl brachte. ' Drüben über'm Ocean zst ein großer Schauspieler., Er , verdlenr Tauzende und feine Freunde und Freundinnen bclfen ihmredlich,sie uiiederdurchzubringen. Eines Tages wird er ihrer müde. Er denkt an Eine, die ihn UMr AestebtH deren Lippen ihn so ost geknßt und der er nie für einen Cent geschenkt hat. Er laßt sie suchen: Sie und sein Kind. , Ja, er hat ja ein Kind! , Aber er findet nieder das Eine, noch die Andere. , , , . r . . ' f ii;, ii,,,:1!!!!:!: ; 0': Garnifonbefehl. i: Die nächste Mittwochs-Parole sindet nicht am Donnerstag! sondern ' erst " am Jreikaz statt. ' 2, Von dem heute Nacht 12 Uhr ausgebrochenem Brande JinichZserst 1 Uhr benachrichtigt worden ; roenn es w ieder bren nt, ' nü n j ceicy f$m indestenS eine halbe Stunde vorher benachrichtigt zu werdend ' L. Dem Antrage deö Jtegi, ments No! 177 auf, Einrichtung einer Wässerleitung in seiner Kaserne, kann AicchtFolge mit Feuer und Lich t noch nnvorsichtiger " umgegangen wurde als bisher und damit die Feuersgefahr vergrößert roare. Der Garnisonälteste. ' gl,.,,, ?,, j,,.;' . ' 'j .-, T'1 : ;lli:(ji;iH:?Sl:,i: " , Belebend. H ab e n Q i denn nichts gethan, um den Todtgefnn denen wieder zu beleben?" Doch! Ich hab' ihm ins Ohr gerufen: Fritz, beim Sternwirth gibts heut Freibier." Ka sernenhofblüt he. Un terofsicier:..Wie es nur möglich ist, di$ 9ll7iti A .. rtwi ttsTtrt srt VnrnirtT ! 11 rt 1. i n u v j - " v I t i i . -m kann, wie Sie Hornochse ' ii , :::; !, k! ! , ;;.is;,i
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