Indiana Tribüne, Volume 13, Number 261, Indianapolis, Marion County, 8 June 1890 — Page 2
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JXSSTSCTIECTSEE: rss: tünm eäünQ$tnttunQ 1 111 fjjp-- Am 30. December 1865 übergab der ; herzoglich nassamscheGeh. Hofrath Dr. , mcd. S. F. Stiebe! aus Anlaß seines ZnnfzZgjährigen DoctorjubNämn dem ; Dr. Senckenbergischcn medizinischen In. . stitute unter Verwaltung der Dr. Benh l kenberglchen Stiftungs - Administration ;, ein Kapital von 000 Gulden (StiebelStiftung) zu dem nachfolgenden Zwecke: Von 4 zu 4 Jahren soll ein Preis von 300 fl. der besten Arbeit, rselcbe während des Verlauses der letzten 4 Jahre über , , EntwickelungsgesSichte oder KinderKrankheiten e?sH?cnen ist, zuertheilt werden. Der 3. Mai 186 wurde als Gründungstag der Stiftung angenom- , men. und sand demgemäß am 3. Mai y I8T0 die erste, am 3. Mai d. I. die sechste Preisvertbeilung statt. Der dies- ' jährige Stiebel-Preis ist dem Hrn. Prof. Dr. F. Sorhlet in München jür fein erolgreiches tudlum über den MilchMurungsproceß und die Milchzersetzung überhaupt, sowie ganz speciell für feine daraus aezogenen eminent praktischen und geradezu mustergültigen Folgerungen und Anweisungen, dem Säugling " eine keimfreie KuhmUchnahrung zu liefern, zuerkannt worden. Die Gründe , für dieze Preisertheilung sind von hohem Interesse für das gefammte große Publi- ; kum. Daher lohnt es sich wohl, hier , mit ein Paar Worten darauf zurückzm kommen. Während wir bei allen Säugethiercndie naturgemäße Ernährung der Nachkommenschaft an der Mutterbrust als die Regel beobachten, droht diese einzig natürliche Ernährungsrreise des Neugeborenen bei dem höchststehendcn Geschöpfe unserer Erde immer mehr unmöglich zu werden. Es ist hier nicht der Ort, auf die Gründe dieser traurigen Thatsache des Näheren einzugehen. Nicht unerahnt mag jedoch bleiben, daß auch hier 1 die derzeit die Welt bewcgenLen socialen ' Fragen tFraucnsrbeit) eine hochgewicht!ge Rolle mitspielen. Heutzutage wird allcrhöchstens nur j unserer Säuglinge die Wohlthat der Ernährung an der Mutterdrust zu Theil, allerminTestens müssen künstlich ernährt werden. Hierin liegt aber eine große Gefahr für das Leben der Säuglinge. Von allen Neugeborenen gehen bereits im ersten Lebenssahre wieder 10 50 Procent zu Grunde und zwar meist, d. h. 4070 Procent aller Verstorbenen, in Folge Erkrankung der VerdauuNgsorgane durch unpassende künstliche Ernäherung. Alle Kindermehle sind für die ersten neun Monate des Lebens trotz alle rellzme...ften Empfehlungen zur Ernährung unbrauchbar, weil der Darmkanal in diesem zarten Alter überhaupt noch gar nicht die Fähigkeit hat, mehlhaltige Substanzen verdauen. - .?ls Ersatz für die Muttermflch bleibt nur ante uiyt abaerahmte Kuhmilch In der entsprechenden Verdünnung als künstliche Ernährung für den Säuglinz Übrig. Die Gefahren dieser einzig möglichen Form der künstlichen Ernährung der Säuglinge sind zmeierlei Art. Einmal sind es Krankheiten der Thiere, die aus solche Weise auf den Säugling übertragen werden können: Perlsuchr (Tubcrculose). Maul- und Klauenseuche, Milzbrand. Einmaliges tüchtiges Aufkochen der Milch scheint diese Kr'ankheitskeime ein für alle Mal unschädlich zu machen, daher die gewichtige Regel des AuZkochenS der frischgemolkenen Milch vor dem Genusse. Weit schlimmere Feinde der künstlichen Ernährung des Säuglings sind eine zweite Sorte von Keimen, 'die Gährungskeime, die die sog. Milch säuregährnng verursachen. Hier hilft einmaliges Auskochen nichts. Bis die Milch in der entsprechenden Verdünnug aus der Saugflasche dem Kinde f gereicht wird, sinden diese Keime bei ihrer allgemeinen Verbreitung die mannigfachste Gelegenheit, wieder in die Milch hineinzukommen. Hiergegen bietet auch die Milch der besten MUchkuranstalt keine Sicherheit. . Soll eine möglichst sichere, künstliche Ernährung mittelst Kuhmilch geleistet werden, dann muß das künstliche Kuhmilchgcmisch der Saugstasche ebenso frei ) von Kranlheits- und Gährungskeimen ' in den Mund des Kindes entfliegen, wie die Muttermilch der Vrust einer gesunden Mutter. Dieses Problem hat Sorhlet , aelöst. indem er auf den glücklichen Ge-
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danken gekommen ist, die Milch direkt in den zum Gebrauche nöthigen Quantitäten vd Verdünnungen in kleinen der jedesmaligen Nahrungsportion entfprechcnden Flaschen zu sterilisiren, d. h. , von allen Keimen zu befreien, und bis 'unmittelbar vor der Darreichung an das Kind keimsicher vcrfchlossen zu halten. Jetzt erbält der Säuglina in der That seine köstliche Kuhmilchnahrung frei voallen Keimen aus der Saugflasche. Die durch daS Sorhlet'fche Verfahren sterilisirtc Milch erhält sich 34 Wochenlang säurefrei. Der Apparat selbst ist einfach, ohne sonderliche Kosten und leicht und sicher zu bandhaben. Die Praxis hat ole Vortheile des Sorhlet'kchen Versahrens unleugbar erwiesen. Durch Sorhlet's praktischen Scharfblick t somit die social hochwichtige Frage emer sicheren künstlichen Ernährung des Säuglings mit Kuhmitch einen wesentlichen Schritt rorwärts gemacht und wird auf der von ihm geschaffenen Grundlage sicherlich noch weitere Fortschritte machen. Ist es doch noch ein besonderer Vortheil des , Verfahrens, fcai? es sich ohne große Ko,stcn durch Schaffung von Centralstellen auch im Großen ausbeuten läßt. " ' ' , MM ' F eldwebek (den Tagesbefehl oerlefcndZ: .....Außerdem hat der Nekrut Nudelinüller, der als Analphabet gemeldet ist, sich im Lesen und Schreiben zu vervollkommnen." Nu seh' mir eener 'mal das Fantthier an! Aberwart', Jungecken, Du sollst noch der reene Projessor werden: Bis morgen früh kannst Du Pcrfccl Lesen und Schreiben oder der Teufel soll Dir holen! .verrannt. Veck : Ah, Frau:e!n Thekla, Sie sind wirklich reizend! Liescr Nosenmund, diese himmlischen Nugen, diese Hände, diese Füße mi kinem Worte: Alles grandios! ' V eoenrlicherDruck fehler. Nach Mittheilung der Blätter ' soll dem eben einberufenen Reichstage 'eine Vorläge um Einsührung von 70 neuen Vak'Urim' zugehend WIM
Der stramme (Eilte Crwwalgeschichic.
Die Straße, welche nach dem Viertel von Kensington, einem der vornehmsten des reichen London, führt, hat ein durchaus entsprechendes aristokratisches Gepräge. Die Paläste und Villen, welche zu beiden Seiten der Straße ein Herrliches Spalier bilden, deuten schon durch ihr Aeußeres auf die bedeutenden Schätze an Einrichtungsstücken, an Silber- und Goldgeräthcn, namentlich aber an Banknoten, Werthpapieren und Cbcckbüchern hin, die sie enthalttn. Die auf's Trefflichste organlsirte Gilde der Gauner und Einbrecher weiß udj am besten Bescheid, in welcher Behaujung die fetteste Beute zu holen ist und wo in Mwesenheit der Hausbesitzer und vermöge des Leichtsinnes des auswärts flatternden Dienerxersonals mit Erfolg geraubt werden kann. Wenigstens war dies vor ungefähr zehn Jahren der Fall und se mancher Lord oder bereicherte Bierbrauer stand, als er von irgend einem deliciösen Ausflug auf dem Eontinent zurückkam, am Grabe eines beträchtlichen Theiles seiner gestohlenen Habe. Die Nachfor: schungen der Polizei fruchteten wenig nd endeten meistens zur Beschämung dies hochloblichen Behörde. Dabei hatten freilick die Herren Ein brecher und Kassenräuber eine Verhältniß: mäßig sorgenlose Eristenz. Da sie zur Einsicht gelangte, daß die eigenen Kräfte nicht ausreichten, wendete sich die metroxolitanische Polizei wegen Verstärkung ihres Personals an das Ausland, und wo irgend ein Kundschafter- oder Naderergenie unter dem Scheffel verborgen war, durste es in London sein Llcht leuchten lassen. Zu diesen Hilfstrnppen stieß auch ein nicht ganz untergeordneter Beamter der Wiener Volizei, welcher eines ziemlich geringfügigen Anlasses wegen mit seinem Vorgesetzten in Difsc: renz gerathen war. Ob er seinen Ab schied genommen oder denselben erhalten hatte, könnte ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Thatsache ist, daß unser Com: missär, wir wollen ihn Fridolin nennen, sein Bündel schnürte und von den Ufern der Donau nach jenen der Themse zog. Seine vollkommene Kenntniß der englisehen Sprache und die Berufung auf feine Fachkcnntniß verschafften Fridolin rasch eine Anstellung im viclgkplagtcn Detectivcorps. Von dem Augenblick an, da er'den PflZchteid auf die Bibel in die Hände des General - Intendantin der Londoner Polizei abgelegt, faßte Fridolin den festen Entschluß, sich durch irgend eine Glanzthat hervorzuthun uns dabei auch eine der gewaltigen Prämien zu rerdienen, mit welchen man in AltkEnglsnd dem Elfer und der Findigkeit der Ge? heimpolizisten unter die Arme zu greisen pflegt, namentlich, wenn eS sich um du Wiedereinbringung bedeutender gestohlener Summen handelt. Der Zufall sügte es, daß kurz nach dem Uebcrtritt Fridolins in englische Dienjte ein sensationeller Einbruchsdieb: stahl begangen wurde. Eine der fashio? nabelstcn Villen in Kensington-Noad war zur geeigneten Stunde und offenbar nach aUZgiebigen Vorstudien deö TerralnS von unberufenen Gästen beehrt worden. Die Eindringlinge hatten sich ohne Weiteres an die Feuerfeste und Einbruchssichere herangemacht und den fchweren eisernen Kasten weggeschleppt. Man fand ihn cm nächsten Morgen auf einem nahen Felde, gewaltsam erbrochen und des sögenannten Tresors beraubt, worin sich nadj Angabe deS Bestoölenen Werthpapicre, Banknoten und Checks im Vetrage von ungefähr einer halben Million befunden harten. Sofort wurde eine namhafte Prämie beinahe ein bärgcr: lichcö Vermögen für die Entdeckung der Diebe und Wiedercinbringung der Beute versprochen. Als daher FriSclin eines Abcn'dS seine bescheidene Aehausunz aussuchte, fand er in seinem Arieskaften zwei Erlässe feiner vorgefetzten Behörde. Die eine Kundmachung bezog sich auf den großen Diebstahl, schilderte die Veschäs: fcnheit der Kasse, zählte die gestohlene Objecte ans und schloß mit der Erwäh? nunA der Ergreifungsprämie. Die zweite Notiz meldete, daß mit dem letzten Schiffe aus Südafrika eine Anzahl N germatrosen angekommen wäre, deren Treiben scharf in's Auge zu fassen wäre, da mehrere darunter im Verdachte stünden, einer internationalen DiebSbande anzugehören, namentlich rourdederWachsamkei des Detectiocorps ein unter dem Spitzncknen Strong Jack" (der stramme Jack) gekannker Negermatrofe empfohlen. Es folgte dessen Personalbeschreibung und die Angabe, daß er sich in den Matrofcnkneipen am Ufer der Themse aufhatte. Fridolin las beide Kundmachungen mir größter Aufmerksamkeit und ob schon lein amtlicher Zusammenhang zwischen denselben bestand, konnte er sich's nicht ausreden, daß zwischen dem. Strong Jack" und dem Diebstahl in Kensingtonread ein Konnex bestehen müßte. Dann die vielen. Hunderte Pfund Sterling der Prämie für die Aufsindung des gestohle? neu Geldes, sie wollten ihm auch nicht aus dem Kopfe ; handelte es sich doch um ein zehn- bis zwölssaches Jahresgehalt, darauf einmal zu erschwingen wäre. Trotzdem Fridolin einen, sehr angesirengten Dienstag hinter sich hatte,, degab er sich nicht zur Äuhe, sondern v:rlauschte , seinen Civilanzug gegen ein regelrechtes Stromercostüm, eine verfchossene, vielfach geflickte .Hofe, (ine desecle Jacke und als Kopfbedeckung einen Schlapphut, der manches miterlebt halte. Aber in die Taschen seiner Jecke ,strckie Fridolin rechts inen geladenen !1!eooloer, amerikanische Primawaare, und jenes in ;wei Handschellen auslaufende Drahteisen, mit welchem der winzigste Polizist, wenn er das Instrument zu führen w;iß, Handumdrehen einen Goliath uuschädlich zu machen, und zu fesseln ver: mag. ' In diesem Aufzuge schlendcrte Fridolin dem Themschasen zu und bog in eine zener engen Straßen ein. wo eine Matrosenkneipe neben der andern steht und wo. von sinkender Nacht bis zum hereinbrechenden Morgen unverwüstlich gejohlt, gezecht, geschrien und gerauft wird. .. Fridolin mußte in verschiedenen Spelunken Umschau .halten und .manchen Zinnkrug unberührt stehen lassen, bis ex den Gesuchten, fand. In einem der bekanntesten, das heißt verrusensien Ls-
cale, von einer Petroleumlampe beleuchtet, saß mitten in der Stube eine bunt wsammengewürfelte Gesellschaft von Nännern und Weibern, letztere eine sehr abenteuerliche Species des schonen Geschlechts. De3 Centrum dieser Tafelnrnde bildete em riesenhafter Neger in Matrosenklcidung. dessen an und sür sich auffallende Erscheinung' mit dem Steckbriefe des ,Stronq Jack" auf ein Haar stimmte. An dem Tische, wo he? schwarze Menschenbruder saß, ging es hoch her. Man trank gewaltig, aber weder Bier noch Schnaps, sondern Champagner. Nach der Marke durste man freilich nicht viel fragen, aber die Pfropfen knallten und das Getränk schäumte in den Seidclgläsern. Dem Neger wurde eifrigst zue:runken, er war offenbar der Galtgeber. Die ganze Sippschaft befand sich im Stadium deS vorgerückten Rausches und der schwarze Arnphitrio schien ganz besonders dem Stoffe zugesprochen zu haben. Er haute auf und schien ebenso reichlich bei Kassa, als mit derbem Humor versorgt. Unter unzähligen Flüchen und Faustschlagen auf den Tisch zog der riesenhafte Attggcr alle Gäste, die in der Spelunke vorsprachen, zu seinem Tisch heran und wurden unermüdlich neue Gläser und frische Flaschen herzugetragen. Strang Jack verfehl tt auch nicht, den vermummteu Detectiv, der bescheiden, und ziemlich betrüb: in einer Ecke Platz genommen hatte, in seiner Weife zu interpelliren: warum er sich nicht zu dcnUebrigen sehe, und als Fridolin mit' geheuchelter Schüchternheit erwiderte, er hätte nicht Geld genug, um Sect zu trinken, schnauzte ihn Strong Jack an: Nun, Junge, wie viel hast Du denn?" Nicht mehr als das, jammerte der Detectiv, indem er eine halbe Hand voll Kupfermünzen hinhielt, worunter ein, höchstens aber zwei Silbershillings durch glitzerten Strong Jack schlug den ganzen Plunder in die Lust und schleuderte dem Detectiv eine funkelnagelneueGuinee zu. Hicr," brüllte er, um Dir zu zeigen, daß Strong Jack ein Gentleman ist! Und den Champagner saufst Du wie die Herrfchaften jetzt auf meine Kosten. Sieh her" und der Neger zog aus seiner Tasche eine Fülle zerknitterter Banknoten nrit Gold gemengt. Frido-
lin ruckte nun naher und wußte sich das vertrauen des immer trunkener werdenben Jack derart zu erwerben, daß dieser ihm ein Quartier in seinem Unterschlupf anbot, als der Detectiv kläglich hervorstöhnte, er wäre xrM der Polizei in Conflut gerathen und wisse nicht, wo er sein uubes Haupt hinlegen solle. Es war sehr spät, als die neuen Freunde Arm in Arm die Taverne verließen und dem Lodging' zusteuerten, welches Strong Jack als sein Absteigequartier bezeichnet hatte. Der Neger brauchte dringend eine Stutze und es vähtte eine gute Weile, bis sie das Ziel zu erreichen vermochten. Fridolin geleitete den Neger zwei Stockwerke hoch hinauf, öffnete die Thüre und legte den Betrunkenen aufs Bett; auf einmal konnte Fridolin eine Bewegung nicht bemeistern. In einer Ecke der Stube sah er den Tresor" einer eisernen feuerfesten Kasse! Der Neger hatte die.Bewegung wahrgenommen und in einem lichten Moment wmde er von gerechtem Mißtrauen erfüllt. Er sprang-von feinem Lager auf, faßte Fridolin an der Gurgel und schüttelte ihn heftig. .Wer bist Du," rief er wild, .ein Verräther oder gut Frennd?" Der Detectiv glaubte seinen letzten Athemzug gekommen; er fand kaumKrafr, zu stammeln. .Gut Freund, Dtroug Jack, gut Freund".... Der Neger ließ ihn aus der eisernen Umklammerung loö und überlegte sich's. Wohlan," sagte er, .wir wollen eins trinken." Er holte wankend aus einem Verschlage zwei Flaschen. ES war der stärkste irländischeWhiskey. .Da offne," sagte er, dem Detectiv einen Stöpselsicher reichend. Die Einwendung Fridolins, er wäre ja nicht durstig, diente nur dazu, den Zorn des Negers von Neuem zu reizen; wieder spreizt: er seine llxmt aus, wie Fangklammern, gegen den Schlafgenossen den er fo leicht sinnig mitgenommen. .Ansetzen!" befahl Strong Jack, .und trinken, ich will doch feh'n, od Du ein echter Nowdy bist oder ein räudiges Schaaf." Da half nichts. Der Detectiv mußte das schärfste Alcoholgetränk, wovon zwei Gläschen genügten, um einem normalen Menschen das, Bewußtsci,r zu nehmen, hinunterwürgen. D gab es kein Entrinneu und kein Falschspielen, denn der Neger hätte es sofort gemerkt, wenn Fridnlin den, Whisky zwischen Hemdkragen und hals verschüttet hätte, statt den Saft ehrlich in die Kehle gleiten zu lassen. Fridolin fühlte die Wirkung des Alkohols, aber er kämpfte mit allem Auf wand dagegen ; es flimmerte ihm um die Augen, das Blut schoß ihm im Kopfe, zls tanzte vor ihm eine wilde Sarabande aber schließlich hielt er sich mit Mühe und Noth aufrecht. Strong Jack aber urgelte von dem Schnaps so viel in sich mein, daß er ganz bewußtlos auf sein Zaqer sank und in tiefsten Schlaf verfiel. Zcasch stürzte Fridolin, die letzten Reste seines Bewußtseins fest klammernd, zu einem in der Ecke stehenden Wasserkübel und tauchte mehrmals seinen Kopf hinein, bis er sich erfrischt fühlte. Dann steuerte er mit schwankenden - Beinen, aber geraden Sinnes dem Bette zu. zog die Eisenschellen aus der Tasche und fejfette den schnarchenden Neger derart, daß ihm jede Regung unmöglich wurde. Dann wankte er hinaus, schloß die hüre und nahm den Schlüssel mir. . Räch einer Weile kehrte Fndotin. den hie frische Lust ganz ernüchtert hatte, wieder zurück. Zwei Constabler. die er requirirt batte, leisteten ihm Beistand. Streust. Jack wurde geweckt und nach r nächsten -Polizciskation , gebracht. iMiur der Eonstabler trug den Tresor", dessen bciaaqe unberübrttrJnha'tt als daS Eigenthum deS Hausbesitzers in Kensiugton2!oad aanoszirk wurde., Der Zieger versuchte, nicht, einmal zu leugnen,, weigerte sich aber standhaft, seine Genossen bei dem Streich zu ; nennen. , Er wurde zu y einer weitläufigen Zuchthausstrafe derurtbeilt. fridolin aber bebob . die llusgesetzte' Prämie und erhielt ein be deutendes Avancement; nur konnte er seit dem geschilderten Ereigniß kein Glas Whisky sehen, gcschwciqe denn berühren. , , , , P. dAbrest. ,
NaturwlssenrHaxmche Plau. dereien.
Woran erkennt der Hund die Spur feines Herrn? Hunde mit guter Nase besitzen bekanntlick eine ausfallend stark entwickelte Fähigkeit, der Spur eines Menschen, der ihr Interesse erregt, nachzugehen, und es kann ihrem ganzen Gebahrennach kein Zweifel darüber bestehen, daß der Geruchsinn sie dabei leitet. Was aber riecht der Hund? Riecht er, daß an der bestimmten Stelle derganze Mensch vorbeigegangen ist. oder riecht er blos den Fuß dezw. das Schuhwcrk? Romanes hak über diese Frage eine Anzahl von interessanten Versuchen angestellt, die wir hier im Auszug wiedergeben. Das Thier, um welches es sich handelt, war eine ihm gehörige JagdHündin, die ihren Herrn jahrelang aus der Jagd begleitet hatte, ihm besonders zugethan war und nie verfehlte, ihm oder seiner Spur zu folgen, sobald sich Gelegenheit darbot. Die Hündin wurde bei allen Versuchen mit dem Winde an eine vorher verabredete Stelle geführt, die wir mit A bezeichnen wollen, und die Verfuchsperfon trug Sorge, mit dem Winde zu gehen, sovaß der Hund nicht directe Witterung von ihr bekam. Die Äersuche waren nun folgende: 1. Der Besitzer geht von der Stelle A etwa eine Meile weit in feinen gewöhnlichen Jagdstiefeln. Als der Hund auf die Stelle A gebracht wurde, nahm er sofort die Spur auf und lief im schärfsten Schritt hinter seinem Herrn her, den er in wcniaen Minuten erreichte. 2. Ein beliebiger Fremder geht von A aus, der Hund zeigt keine Neigung, sei: ncr ?pur zu folgen. 3. Der Hnnd wird m's Flintenzimmcl flesührt und sieht, wie sein Herr sich zur Jazd vorbereitet. Dann versteckt sich der Herr und schick? statt seiner den WildHüter aus. Der Hund wird auf die Spur des WildhüterS gebracht, folgt ilr einige Schritte weit, sindet aber, daß sei Herr nicht dabei ist, und steht alsbald von der Verfolgung ab. 4. Zwölf Mann, der Hausherr voran, gehen von einem Punkt A im Gänsemarsch aus und zwar so, daß jeder in di Fußstapfen feines Vordermannes tritt. Nachdem sie 200 Schritt gegangen sind, theilt sich die Procefsion in zwei Theile; fünf Mann folgen dem Besitzer und biegen rechts ab, die sechs anderen, darunter der Wildhüter, den der Hund natürlich kennt, biegen links ab. Somit war die Spur des Herrn anfangs von zwölf, später von fünf anderen Spuren überdeckt. Der Hund folgte der gemcinsaw' j tf t 4. men pur lHneu, jcyon an der rennungsstelle über die Spuren hinaus, besann sich aber augenblkcklich und lies ohne Zögern seinem Herrn nach. 5. Ein Fremder isurde ersucht, die Jagdstiefel des Herrn Romanes anzniehm und von einem Punkt A aus iu ihnen zu gehen. Der nach A gebrachte Hund folgte ihm ebenso eifrig, wie sonst seinem Herrn. 6. Romanes zog nun seinerseits die Stiesel des Fremden an; die Hündin ging seiner Spur nicht nach. 7. Der Fremde mackte eine 5 treckk auf bloßen Füßen; der Hund konnte nicht dahin gebracht werden, seine Spur anzunehmen.' 8. Romanes selbst legte eine Strecke auf bloßen Füßen zurück. Der Hund folgte seine? Spur, aber nicht in der gewohnlichen Art, sondern viel langsamer un) unsicherer, als ob er im Zweifel über die Nichtigkeit seines Weges wäre. O. .Romanes legte eine Strecke in nacelneuen, bis dahin nie getragenen Stiefeln zurück ; der Hund weigerte sich durchaus, der Spur zu folgen. 10. Der Herr geht in seinen gewöhnlichen Jagdstieseln spazieren, hat aber vorher unter die Sohlen und um- die Seiten der Stiefel eine Lage von braunein Papier gelebt. Der Hund kümmert sich nicht merklich um seine Spnr, bis er an einen Ort kommt, wo sich ein Stück des braunkn Papiers abgelöst hatte. Von da ab hatte die lederne Sticselsohle den Boden berührt, und von da ab folgte jener eifrig. 11. Der Herr maschirt in Strümpfen, erst in frischen, dann im schon getragenen; beide Spuren machen auf den Hund keinen Eindruck ; er kümmert sich nicht um sie. 12. Der Herr geht eine kleine Strecke !n seinen gewöhnlichen Stiefeln, zieht sie aber nach fünfzig Schritten aus und geht dreihundert Schritt auf den Strümpfen, dann zieht er auch diese aus und geht noch hundert Schritt aus bloßen Füßen. Der Hund folgt eifrig über alle'450 Schritt, und seine Schnelligkeit vermindert sich während des ganzen Weges nicht. 13. Der Herr fährt mit einem Fremden. welchen der Hund nie gesehen hatte, im Wagen, geht einmal 50 Schritt neben dem Wagen her, steigt därauf wieder ein, und der Fremde steigt nunmehr aus, um die angefangene Spur noch UOO Schritt weit fortzuführen. Der Hund läuft sämmtliche 250 Schritte mit dem gleichen Eifer ab. 14. Sxaziergang in den gewöhnlichen Jagdstiefeln, die aber vorher mit Anisol getränkt waren. Obgleich der Geruch des Anisöls fo stark war, daß ein Mensch die Spur noch nach einer Stunde mit der Nase sinden konnte, ließ sich der Hund nicht beirren; er untersuchte die ersten drei oder vier Schritt des Weges sorgfällig und rannte dann flink nach. t Ein paar andere Experimente Zeigten noch, daß, wenn der Hund beim Spurverfolgen directe Witterung von seinem Herrn bekam, er alsbald die Spur verließ und in grader Linie auf jenen loölief; ferner, daß er bei ganz windstillem Wetter die directe Witterung eines Menschen auf zweihundert Schritt wahrzunehmen im stände war; beides Thatjachen, die jedem Jager schon bekannt sind. " Weniger bekannt aber dürste sein, was aus der obigen Beschreibung thatsächlich hervorgeht, daß nämlich der Hund ganz deutlich dem Geruch des Stiefels und nicht dem-der Person folgt. Es kann übrigens kaum anders sein ; denn eö ist eben der Stiefel, der in der Regel mit dem Baden iu , Berührung kommt, und der Hund kennt die Spur, welche eben dieser Stiefel zurückläßt. , , Geht der cerr ausnahmsweise auf Strüurvfen
tltt aus bloßen Füßen, fo bleibt ein. Spur, zurück, die das Thier nicht ge: wohnt ist, als diejenige seines Herrn am zusehen; sie mag ihm bekanntvsrkow men. und er verfolgt sie' in einzelne, Fällen, aber mit Mißtrauen, denn es iZ nicht das. was den Pfad seines Herr, 'für gewöhnlich bezeichnet. Marschin aber der Herr erst in Stiefeln und zieh sie nachher aus, so ist der Hund klu, genug, zu erkennen, daß es sich hier un eine Fortsetzung des von demselben In dividuum beschriebenen Weges handelt; und demgemäß läßt er sichauch anführen, wenn ein Fremder den Weg feine; Herrn fortsetzt. Es ergibt sich nebenbei, daß der Hund jedesmal ein neues SiP nalemcnt" lernen muß, wenn sein Be. sitzer sich ein Paar- neue Stiefel kauft. Unzweifelhaft bekommen die Stiefel ihn volle Kenntlichkeit für seine Nase erst da: durch, daß die Füße sich darin aufhalten, aber was er sich merken muß, das if eben die Verbindung der persönliche, Eigenthümlichkeiten mit dem allgemei nen Ledergeruch. (Bei Personen, di, immer barfuß gehen, hat er es natürlich bequemer.) Dabei ist recht bemerkenswcrth, wt genau das Thier diese Combination nocl unterscheidet, auch wenn sie mit andere,' vermischt wird. Die Uebcrdeckung mb elf frischen Fußspuren hindert ihn nicht, ebenso wenig ein Kartoffelfeld, auf den 40 Menschen den ganzen Tag gegrahe, und ihre Spuren in tausendfacher Äie derholung zurückgelassen haben. D kommt eben die beyunderns?erthe Fein heit seiner natürlichen Geruchsanlage zm Geltung. Weniger beweist der Versuc!
nttt dem Anlsol ; Hunde haben wem Sinn für ätherische Gerüche. Hab man ihnen eine Flasche mit Schwefel' äther oder mit kölnischem Wasser untn die Nase, so zeigen sie meistens deutlich. daß sie den Duft abscheulich sinden, wen, aber der Geruch dieser Stosse für un ein ganzes Zimmer füllt, machen si, sich nichts daraus ; sie empfinden dcrartr ges vielleicht erheblich weniger als wir; ihre ungeheure Ueberlegenheit erstreck sich mehr auf Gerüche, die für ihren urfxrünglichen Raubthierberuf von In tcresse waren. Von o e.in Heilverfahren älterer Mediciner liest man heutzutag, nicht ohne Ergötzen. Hier sei von cinu gen bekannten englischen Aerzten der guten alten Zeit berichtet. Dr. Jobn Ham cock curirte alle Krankheiten durch kalkcj Wasser und Pflaumenmus ; letzteres wai ein besonderes Spezisiknm" gegen Blutspeien. Mehrere Aerzte verordneten zr Beginn des 18. Jahrhunderts in aller Fallen Theewasser, und Herr und Frr Loutherbonrg heilten Alle durcb Handauflegen Blinde, Taube, Layme un Krebskranke ohne Unterschied. Atwcö verschrieb nur Milch und Acpfel, mx Dr. Katterfelto zog nut einer ganzer Karawane von Lioreedicnern, Hunden, Rossen und schwarzen Katzen, deren e, u seinen Heilungen nothwendig bedürfte, im Lande umher. Dr. Humphrey Da: ven war ein Feind von kalten Abwa-. schungen; er behauptete, daß namentlich seine Eonstitution dieselben nicht ver trüge. So kam es, daß er sein Hemi selten wechselte; war es schmutzig ge worden, so zog er ein reines drüber. Zuweilen soll er fünf Hemden und ebensc viel Paar Strümpfe übereinander ge, tragen haben. Vernünftig dagegen uni zu allen Zeiten löblich erscheint folgendes Verfahren: Dr. Lettsom wurde einfl zu einer kranken armen Frau gerufen. Er verordnete ihr einen Schilling auf jeden Tag, was für sie besser sei, als alle Medicin, und zahlte das Geld bis zum Tode der Frau. Und als ein nachahmenswcrther Diagnostiker zeigte sich der hochaugesehcne Dr. Aberncthy. Er hatte unter Andern eine Dame zu bchandein, die er nie zum Schweigen bringen konnte, die ihn in den wichtigsten Rath schlägen und in allen seinen Fragen UN' terbrach. Eines Tages sagte er nun zu ihr: Zeigen Sie mir einmal Ihn Zunge." Die Dame gehorchte. .So, jetzt behalten Sie sie so lange draußen, bis ich ausgeredet habe." Belustigend- so schreibt der .Ostas. Llovd" in einer Studie über .Chinesische Idole" sind die Manöver, welche das Volk vornimmt, wenn es sich aus diesem oder jenem Grunde berechtigt glaubt, den Götzenbildern, die es aufgestellt hat, seinen Unwillen und feine UnZufriedenheit auf handgreifliche .Art kund zu geben. Wenn z. B. die Einwohner eines Dorfes oder einer Stadt lange ein Götzenbild angebetet haben, ohne eine Gewährung ihrer Bitte zu erlangen, so setzen sie es einfach ab, ja sie schlagen es sogar und beschimpfen es mit folgenden Worten: Dn Hundegeist, wir geben dir eine Wohnung in einem prächtigen Tempel. wir vergolden dich schon, wir füttern dlch mit allen denkbaren Leckerbissen und bringen , dir Weihrauch dar, und trotz alledem bist du so undankbar, daß du ünsere Bitte nicht hören willst." Das Bild wird dann mit Stricken gebunden, aus der Straße im'Kothe umhergescüleppt und mit Knütteln geprügelt. Trifft es sich aber, daß dasjenige, warum sie gebetet haben, mittlerweile in Erfüllung geht, so waschen sie das beschmutzte Bil2 unter vielen Ceremonien wieder rein, tragen es" aus seine., srüheren Platz im Tempel. oder sonstwo zurück, fallen auf ihre Knie nnd sagen: Wir gestehen es ein, wir waren etwas zu voreilig, doch bist du an deinen Mißhandlungen schuld, weil du uns so lange warten ließesti Dieselben können allerdings nicht ungeschehen gemachtjwerden, doch denken wir nicht weiter daran, und falls du dies vergessen willst, so wollen wir ltr eint neue Vergoldung geben." In e i n e m z u F r a n k s u r a. M. gegen die Mitte des vorigen Jahrhunderts heransgekommcnen Hausreceptbuch sindet sich auch' eine Verordnung gegen den Biß töller Hunde, welche schließt: Sothaner "Llqueur wird acht Tage nach der , Verletzung ''zu" vierzig Tropfen uf' einmal und viermal des Tages genommen ; mit den vorbemeldeten Bädern aber ; muß drei Wochen vorher der Ansang gemacht werden." " t ,,rMMW versichere, Sie, lieber, .College,, meine neueste Arbeit wird von zündender Wirkung sein! Zweiter Dichter: Hoffentlicb nicht im Oken der Redaction !
Mißlungener Elg-nsinn. Rentier Wohlleben war mit seiner reizenden jungen Frau auf der Hochzeits; reise nach einer angreifenden Dampfschifffahrt in Dresden angekommen, und die Beiden hatten in einem prächtigen Hotel eben den Reifestaub ' abgeschüttelt. Liebe Maritschcl", begann Wohl: leben, .die Fahrt hat gewiß auch Dich hungrig und durstig gemacht. Ich denke, wir suchen fosort ein gutes Restaurant auf!" Maritfchel nickte bejahend. Ich habe mich bei meinen Freunden erkuu, digt und diese haben mir das Gasthaus Zu den drei Raben" angelegentlich empsohlen. Dorthin wollen wir gehen." Auch ich, lieber Karl, habe mich vo, unserer Abreise bei Liebes, die voriges Jahr in Dresden waren, erkundigt und diese haben mir Renners Restaurant cmxfthlen!" ließ 'sich Maritschcl verneh' men. In den .drei Raben" giebt es Pilsner Bier!" entgegnete Karl. .In Nenners Restaurant auch!" versetzte Maritschcl. Aber meine Freunde, 'haben mir die .drei Nabcn" besonders empfohlen!" meinte Karl. .Du glaubst also, Deine Freunde seien verlässiger, als Liebes!" bemerkte Maritschel gereizt, und mit entschiedenem Nachdruck fügte sie bei: , Zu den drei Naben" gehe ich nicht!" Aber Maritschcl!" rief Karl, .Du wirst doch nicht gleich Ich schlage Dir vor, wir gehen heute zu den dtti Raben" und morgen in Gottes Namen in Nenners Restaurant!" .Ich sinde es sehr sonderbar, daß Du so eigensinnig auf Deinen Willen beharrst ich habe gegen Deine .drei Raben" einen förmlichen Widerwillen; aber damit Du siehst, wie ich nachgeben kann, will ich morgen gegen die' .drei Rabrn nichts einwenden, wenn wir heute Renners Restaurant besuchen!" Das fehlte mir noch, mir heute meik nen schonen Appetit verderben zu lassen. Ich gehe zu den .drei Raben" und wenn es mir dort behagt, bringt mich kein Mensch und auch Du nicht in Renners Restaurant!" ' So sprach Rentier Wohlleben und ging, anfangs zögernd und beobachtend, ob ihm seine junge Frau auch nah folgen werde, dann aber, as ihm diese den Rücken kehrte, rasch und entschlossen aus dem Zimmer, nahm sich einen Wagen und fort ging's zu den .drei Raben", s Die junge Frau stand noch immer wie angewurzelt. Im ersten Moment dachte sie daran, mit dem nächsten Zuge Dresden zu verlassen und zu ihren Eltern zurückzukehren; dann besann sie sich doch eines Besseren und sie entschloß sich, allein in Renners Restaurant zu gehen und dort zu speisen. .Meinen Äan.r bringe ich nicht hin, und was werden Liebes sagen, wenn ich nicht bei Nenner ar ! Ais es aus den .drei Naben" kommt, bin ich wieder daheim und sinbet er mich hier im Hotel trostlos, ohne Speise und Trank, müßte er doch ein Herz von Stein haben, wenn er nicht als reuiger Sünder mir zu Füßen fallen würde!" Mit diesen Gedanken verließ Maritschcl das Hotel und fuhr in Renners Restaurant. Aber welche Ueber raschung, als sie dort ihren Karl sitzen sah, wie er eben eine Portion Wiener Schnitzel vertilgte.. .So habe ich mich doch nicht getäuscht! rief Herr Wohlleben, als er seine junge Frau erblickte, .mein Maritschcl hat nachgegeben und ist mir zu den .drei Naben" nachge folgt." Marie wollte darauf erwidern aber sie besann sich und schwieg. Auf's Freudigste erregt, machte Wohlleben seinem jungen Weibchen Platz und bestellte auch für sie eine Portion der delikaten Schnitzel. Er war sehr vergnügt sein Weibchen verbiß ihre Mißstimmung und lächelte. In einem unbewachten Augenblicke aber konnte sie nicht unterlassen, den Kellner zu fragen, wie dieses Restaurant eigentlich heiße. .Für Fremde heißt mans .Zu den drei Raben", aber sonst merschtenthcels für gewöhnlich heeßts: .Bei Neuners"!
An der Unsterblichkeit der Frauenseele b)aben die verschiedensten Religionen nicht gescheut zu zweifeln. Der Koran leugnet sie ohne Weiteres. Der Anhänger des Propheten warten im Jenseils" andere weibliche Wesen. Frauen aus reinem Moschus, befreit von allem Irdischen, keusch und züchtig, und profanen Blicken verborgen durch Häuser von Perlen. Die Söhne des Himmel reiches" behaupten steif und fest, daß die Frauen 5tbcrhaupt keine Seele haben. Peter Huc erzählt, daß einer seiner chinesischen Zöglinge ihn einst fragte, wozu es eigettttich nützen könnte, daß die Frauen" gelauft würden. .Um ihre Seele zu retten." antwortete der Befragte. .Aber," so entgegnete der Bezopfte, .die Frauen haben ja gar keine Seele, also konnt Ihr keine Christe aus ihnen machen." Die Anschauung von der, Sterblichkeit der, Frauenseele ist aber auch von christlichen Theologen noch im Jahre aufrecht erhalten worden. Auf dem geistlichen Konzilium in Macon behauptete ein zur schottischen Kirche gehöriger Geistlicher, er wolle aus der ' Schrift beweisen, ' daß die Frauen keine Sielen haben können. Er berief sich bei dieser Behauptung auf dieStclle der, ,Apoka'n?se .Und, es trat S:ille ein in dem Himmel auf die Dauer .von .einer halben Stunde." .Wie hätte aber," so m'inte mit mürrischem Ernst der schottische Theologe, .eine, halbe Stunde lang Stille im Himmel herrschen können, wenn du Frauen mir dabei gewesen wären?" Der Geschäftsreisende ornrne il saut. Der Chef eines großen U)cöde- und Schnittwaarengeschäsles läßt sich einen neuen Schrank in sein Komptoir bringen. Als er ihn öffnet, stürzt ein eleganter Herr , heraus und sagt: .Verzeihen Sie, Herr Silbcrberg. ' es war mir nicht möglich, auf andere Weise zu Ihnen vorzudringen, um Ihnen meine Proben vorzulegen! 7 - i OTiji!:?!, ISitSSif!'-!-: , ijll"! ,!!':ii:i.'!1:i!:,-r'::'i,""!!j, iiK'j'iiili''i"ii'--!lu - " ' i ""' S " $ 5 $ st c r Egoismus. Erster Gast: .Zum Donnerwetter, ist der Braten zäh'!" Zweiter Gast: .Sagen Sie es doch dem Wirth!" Erster Gast: .Fällt mir nicht ein daß am End die anderen Gäste dann einen weichen Braten bekommen!"
szrShSfc' ji'iZ at: TUSTSSSXX sie verhängnisvolle Leichenrede. Wenn Jemand gestorben ist. so m den allermeisten Fällen ein brave, Mensch gewesen ! Das war schon von jeher so und wich auch wohl fs bleiben, denn Ic rsortuis nil nisi berne! Das beißt in der bekannten Nebersetz nng: Es bleiben von den Todten nur die Weiui übrig! und es lohnt sich daher nicht wei ter, diesen noch etwas schlechtes enhägs gen zu wollen. Daher such! Van iu so aenannten Leichenreden auÄ öets die theilha sie sten Seiten des' Verstorbenen heraus, ertheilt ihm eine Aubl Lob striche und nunmehr . - ' . . . . " ßft v,i ms feösc in zrrnung." So war es auch mit dem alten Eon:: merzienrath Mener gewesen. Er hatte sein ganzes Leben lang ehrend erth gehandelt u'.td, als er nun geftordeu war, da konnte eö denn ja garnicht ausbleiben, daß ihm eine, ich hatte beinahe gesagt: fulminante Lrichmrede gehalten werden mußte. Derjenige, welcher für diese letzte Liebeödienstlastung außer sehen wurde, war der frühere Börzenmakler W., ein Mann, der zwar in geschäftlicher Hinsicht nicht gerade berühmt dastand, denn er hatte sich verschiedentlich derartig .üöerkaufl". daß zuletzt Niemand mehr recht was mit ihm zn thun haben mochte; aber sei Mundwerk war in denkbar bester Ordnung und da er dasselbe an der Börse ber!s seit Jähren geschont hatte, weil er feinen Posten hatte niederlegen müffen, so hielt man ihn heute für besonders geeignet, einige .entsprechende Worte" zu stammeln. Die Trauerversammlung war tun höchst auserlesene, sämmtliche Koryphäen der .Handels'-Wissenschaft" waren zugegen und W. kam sich daher an dem heutigen Tage nicht wenig wichtig vor. Er beschloß sine Sache recht gut zu machen. Die .trauernden Hinterbliebenen" waren selbstverständlich auch in großer Anzahl zur Stelle, denn Meyer war als reiche? Mann bekannt gewesen und ohne direkte Leibes erben verstst ben, fo dah man ianurr noch nicht wissen konnte, wie das Testament lauter, würde. Der gute W. .begann also mit tiefernster Miene und' emer wahren Grabesstimme seinen, bald hätte ich gesagt: Vortrag und rübrte schon nach wenigen Wo le : Alles u Taschentuchcru. El kam auf den birseren, redlichen Eharak ter des theuren Verstorbenen zu sprechen und steigerte seine gewaltigen, packenden Worte zu immer höherem Mfsect. Als er dann aber auf die .lautere Her, zensgütt" nnd die .ßchkime Mildthätig, keit deS selig Entschlafenen zu sprechen kam, da kannte seine eigene Nührseligkm keine Grenzen, um nicht zu sagen : Äücksichten mehr uud unter wahren Schluchz krumpfen stich er die Worte hervor : Ja meine verehrten Leidtragenden, hier in diesem heiligen Augenblicke kaun ich c ja sagen : Auch mir hat Derjenige, der hier tetzt als ein stiller Mann im kühlen Grabe ruht, vor 5 Jahren noch mit einem Darlehen von 300 Mark ans geholfen ; aber glauben Sie, daß er mich je d a ru m g em a h n t . h ä tt e ! DaS waren gewiß edle und anerkcn: ncnde Worte, die W. dem entschlafenen Merer nachrief und Jcdcr empfand auch die ttefgcsühlte Danlbarkcii, welche daritt lag. ' N ach vier Wochen Zedoch bekam der um vorsichtige Redner von den .trauernden Hinter bncbemn" die gerichtliche Aufsorderunz seine Schuld, die er ja feibst ö ssenklich anerkannt habe, nunmehr umgehend zu reguliren, widrigenfalls tt. Wie lautet das alte Sprüchwort, lieder Lescr ? : Einem wdleu Mann soll man keinen Kuß geben! Dur chgebra ch t. Dein Vermögen durchzubringen Schnell ging's her Dich dann selber durch zubringen Das mx schwer! Der scherzha fte Monat April ist v?rzal?gen, der Wonnemonat ist ihm gefolgt, reich an überraschenden Gaben man nennt ihn nicht umsonst den .wundervollen" Mai. Wie reich cr die Jiatur beschenkt, zeige uns heute fo!gende erbauliche Geschichte der .Salzb. Ztg.", die uns von Maikatzchen erzählt: .Eine Katze des Lederhäudkcrö Hoffman' warf drei Junge, deren vordere Halsten Katzen, die rückwärtigen Hälften Hasen sind. Diese jungen Katzenhäschen. welche xossirliche, Männchen mächen, fressen Gr und sausen Milch und . während sie auf ihren Hinterfüßen aufwarten, spielen 'sie mi't. 'den' Vorderpfoten nach Katzeuart mit Wollknäueln. Diese drolligen Käutze, welche sich, sobald es dunkel wird, wie ,toll gcberden und mcterhohe Sprünge , ausführen, haben ihrem Besitzer dessen gefammte Nelkenstocke vollkommen abgefressen. D i c.,, neue M e h r z a hl. Lehrer: .Nun wollen wir Sätze bilden, worin das Haupkwort erst in-her Eirzzhl und dann in der Mehrzahl vorkommt, z.' B.: Der Löwe brüllt; Mehrzahl: Du Löwen brüllen; oder: Ter Bauer vstügt den Acker; Mehrzahl: Die Bauern pflügen die Aecker. Mach Du jetzt auch einen solchen Satz, Heinrich Lebmann ! Nun, einen Satz wirst Du doch fertig bringen können! Kannst Du eö noch nicht? Wobl, ich will Dir htlfcu;z.B.! Einmahl: e:n B.uder iN ganz klcln z MeHrzaH ? Heinrich Lchmann: ;i'tt !l e " B rüder klein." ,. ' ' CjjCN : ' Ju aer - A u sf a f f un a ferstet ; Ist Um das auch ein Waid? P: mann, der da mit uns amTitcbe ntzt und
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sich immer Notizen in's Buch macht? Mitglied des Jgdausfluzes: Nur in gewissem Si: n ; der 'KerristNanillchM eifrigerAnekdolcn?JägcrID,Klorster:Z So? Hat der Kerl denn uMlnenMeeDD doten:JaAdZchein? ; 'J. Vffp'-iM ' Ei nleu'ch tSDKöRR Z .Sag mal: warum wendest Du Dich denn, wenn Du !n Geldverleaeuhcit bist. ,
vorzugsweise an die Wittwe Meyer rum nicht an hinen ,&eldmann '?i'iDe will ich Dirfagenif e eine zu ungestüme Maynenn, s o kann lch sie immernochchMstHen ly doch klnrn Mann nicht. 9i Mi
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