Indiana Tribüne, Volume 13, Number 261, Indianapolis, Marion County, 8 June 1890 — Page 1
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Sozlalistischs Sektion!
Oonutag.d, . Ittni 189, Rachmiltas. 2 Uhr, -ZVtgelllSige Geschäfts ' VerfsmmZung in der VtiOtniTJffilZ - HALLE. Di Nitzl!dr sind gebeten zailreich ,u erschein Erstes großS Pkc-Nlc!j d Deutschen gegen. Nnt. Verein ' " n k:vaxissi22"jsi grove, m Oonutaq, den S. Juni 1890. Errrtßmagk gehe an der Q&t der Delamar nd Wai&tnat und der I fe bei JUnot u-d Was, tag Ton Strße, S Uhr Fiorge bil 4 Uhr RachMU. tn ab ll Ltktschkn sink ,iseladkn Große Exkurston ! uach SüieWverMrli veranstaltet vom Psalzer Nstrrst. Verein, v.-:-:.:": am Sonntag, dn 8. Junl. Z2ge xrttttn om Bahnt ü'er Ht C H. A D. um 9 Ur Btien vtMt dgehen . Abfahrt 7 Uif 9bnt. Ticket sind , hrden in fctr It hall. Ecke Jllinoi Ost SlraK-, 20 evtuck, ve. Sld Jks-ItaKe. Itcket. Office, ütt JllmoSItr. undentocky &., ad iuf dem Zug. Großes Pic-Aic ! d,s Jndls Schweizerbusd in Hamdrihts O ov?, am Sonntag, den 8. Juni 1890. Mitglieder und Freunde des Vereint sind wcelatea. Di? Wazen gehen von Frank iBUUfi Lokal, &dt Delaware und Washington Straße ant don 12 bi 4 Uhr ab. Großes Konzert ! im I?UWZUöxlÄaR'ltW am Donnerstag, 12. Juni. Mufl! von FiiXltzraVH Orchester, 28 Mann stark. Elutrltt 10 Cents. Große ExenVfwn b Harogari Söngkr-CHors - ach UD3ttnxtaÖ Hant Oovutsg, den 13. Jnul SV, vber die C. H. & D. Eisenbahn. 2,5O Skuodsahrt $Ä,5O. iZt ,ur AüSfah:t gAttg am t., tS. ul?.Junk. AHftzrl5j,U : 6 NSr Zksr. ASckshrt f lle reglsre ssen. T'ckets find , haben in der Union Ve?ot T 5et Offtee.t H. D. ndshn.Osfi:, und b. H,n .'retvsmugltedekn. cZroßer AuktlonS Verkauf fetnnt Dsnnerftag, 12. Juui um 10 Ubr, 3 und 7 Uhr und dauert orei Tage, Die Waare besteht ans folz .ndea Artikeln : 40 Schlafzimmer Garnituren, Detailpre' tzlS bi ß200. 4 Parier Setß. Detailpr.is Z75 b!ö I200. 2 LZNugeß. Bettstätten it , kosten $12 $85 200 Fanctz Plüsch Schaukelstühle, Detail tz6 lt tzS. 2SS PlusH-Schavkelaühle, Rattan . andere. 2S VettxtäUen, Matratzen. 12 seine Spiegel, Hntftaider. 10 seine Sioeboard in iche und Walluß. S Lücherfchränke und Pulte. fe'ae moderne Tische, c Stuhle aller Arl. j 25 Ausziehtische. I SO S'nderwagen, kosten don ZS IU $10. g 100 Reisekoffer nd Reisetaschen, i 860 der sSSasten Bilder und Staffeleu. 20 Servicki, deksrirle Tischporzellaa. ' 26 WafchserviceS. 4 00 Paar Spitzend hänge, VotLaghams, Schvzer ö0 Paar Pottttren. 25 Stück Matten. 15 Jayvaw Teppiche. " 6 Brüsseler TepviÄe. 10öö2Utci in Rallen Jngrai d Bruffe 1er, loooSard Poliers Qiltuch, Aoaeri Bro. M.ssek uns Gakeln, Löffel. Buttertellkr, U lbumk, Blocks, Gläaaren, plaltirtes Tisch ena it. ! 1 Die Waaren werden an den höchsten Bieter Akrkaust in ppleiy's HauS-AuZstattungS-Teschäst, 9$ und 100 Nord SSilLis Sir.
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Die Silberbill. Wasdington.7 3tni. Die S'l bkrdill wurde dtute tni Hauie mit gegen 118 Stimmen anginnmmtn. 136 Treten auS dem Orden aus. Pbikadelphia, 7. Juni. Fast Zämmtttcht CondukteurS der Reading Bahn sind auf die Aufforderung Mtenl bei GeneralmanagttS auS dem Orden der EistnbahN'Conducttur auSgetrttkn. ES war ihnen die Wahl aclafttn worden. doS zu thun, oder ihre Stellung zu verloren. Von Indianern öderfallen. Denver, Col.. 7. Juni. Der heute hler.inaktroffine Agent der .Jmpsrting Cattle Cs. of Wyomlng". I. H. Holt, brachte nähere Nachrichten über die Nie. dttmedelung von Wtibtn durch Indianer am oberen Geeen River. Sine Anzahl Indianer halten sich in Whisky belrun ken, den ihnen .Ranchmen geliefert hat ten, und kamen zu dem Lager der R:gi'. rungömzffer. um mehr .Feuerwaster zu verlangen. AlS ihnen das verweigekt wurde, griffen sie die Weihen an und tödtetm den Chlsingenieur Crittenden. der mit der Leitung der dritten VermelfunkzSablheilung betraut war. und die VermefZer Timberlake.Wood und Ooer meyer. Der HUfSingenkeur Lee wurde a!S todt liegen gelassen, erholte sich aber so weit, um nach einer .Ranch- in der Nühe kommen zu können, wo er schnür krank darnieder liegt. liienokn ,e "".euue c.i LouiS. Mo. erbaut; lein FamMe wohnt rr 5 r.V mlJ. ! sT4 jedl in Pari. Ky. Reltgionsstrettigkkiten in Mexiko. Mexiko. 7. Juni. In Qiieretaro ist eS n Folge der zwischen Katholiken und Proteftarten bestehenden Feindschaft zu Unruhen gkkomm?n. Bereit? dar ei nigen Monaten war der katholisch.' Prie ster Buenraftro wegen Aufeeizung zu oU jenen Feindseligkeiten gegen die Protestanten verhaftet worden; a!S versucht wurde, ihn zu befreien, ließ der D'stuklSlichter die betreffenden Peifonen v;hf ten und verultbeilen. Da regle die Utholischen Massen noch mehr oul; der Richter wurde mit dem Tode bedroht und auch sonst Ruhestörungen verübt. Pöli zei und BundeSlruppen patkouilliit hu Strotzen ab und bewachten die Mäuler und Kirchen der Protestanten. Geflern griffen die Katholiken unter Führung eine ehemaligen Protistanten, slm:iA MeGregor. die Bundestruppen av ; avf beiden Seiten kamen mehrfache Vlrwun düngen vor. In der Stadt fcmf&t große Aufregung, doch glaubt man. dcß die Truppen im Stande lein Verben, wei tere Ruhestörungen zu unterdiücken. AuSFranchreich. Pari, 7 Juni. Di? fozialiftischm Mitglieder der Devutieten Kammer de abfichtkgen, einen Amrag einzubringen, nach welchem die Regierung aufgefordert werden soll, eine allgemeine Amnestie zu erlassen. Der Chemiker, welche die bei den hier verhafteten Nihilisten gefunkenen Bom ben analysirt hat, berichte?, deß dieselben unschädliche Dinger find und nur zum Experimenliren gemacht worden waren. . ,W Au dee Schweiz. Bern. 7. Juni. Der Nationalratb hat sasi einstimmig das Prinzip der staatlichen Verstöerung gegen geankheit und Unfall angensmettn. Unter entsprechenden Feierltchkeiten wurde gestern die neuerbaute Eisenbahn vom Luganer See nach dem Gipfel bei Geniroso eröffaet. Der Sprachlehrer Schmelzer auS Weimar, welcher dieser Tage einen AuLflug nach der Schmeiz gemacht hatte, ist in der Mhe von Vevey von einem Felsen adge stürzt und jetzt ol verstümmelte Leiche aufgesunden oreen. Ollie Harkenreder. ein Arbeiter der AtlaS Mashine Works, gerieth gestern mit der linken Hand in in Maschine wobei ihm ein Finger abgeschnitten wurde. Häuser und Bou'SojS in allen Stadttheilen durch Al.f. M'jtger's Office. Eisenwaaren feder Art, Pulver, Munition u. s. w.. zu mSßlgkn Preisen tm neuen Laden von B H.Vanier.N.O. Ecke der MorriS und Meridian Str. tZ3 Morgen Abend wird der om mercial Elub eine Versammlung abhal ten, in welcher ein sögemnner Gedanken ouStausch stattfinden seg. d, h. jede Mit. glied soll da Recht haben, irgend yelche Votjchläge zu machen. Um Jedem c lkgenheit zu geben, sein Steöenpferd zu reiten, soll die Redezeit aus 5 di 10 Minuten beschrankt werden.
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Ja der kleinen Stube unter dem Dach herrschte ein dumpfes Schweigen; das letzte Stück Brot war eben, durch heißes Wasser in einen schwammigen Bret verwandelt, zum Abendessen verzehrt orden: nun starrte der Hunger aus allen Ecken in das düstere Zimmer, und du wentaen Möbel, die noch nicht zum Händler gewandert waren, sahen auS ie hagere, schlnsuchtige Jammergestalten, Gestalten, wie sie zuweilen langsam die ielenTreppen hinaufschlichen, um bei den Genossen zu betteln,die trotz ihreS Elends noch immer glücklicher waren, als die übrigen ; denn noch waren sie ja gesund noch hatte sie Einiges, was versetzt sder verkauft erden konnte. . . . .Wie lange noch, Martin?" fragte die Frau, als ob sie die Gedanken ihres Mannes errathen hatte; Martin saß finster auf dem Bettgesell die Betten waren schon langst beim Pfandleiher und betrachtete seine großen, festen Hände, die von dem langen Feiern fast schon eich geworden waren. .Weiß ich's? sagte er zögernd. .Man muß eben warten, es ist unser gutesRecht. Weshalb geben auch die Herren nicht nach V Die kleine Frau trocknete sich die Augen mit der Schürze. .Euer gutes Recht nun sa, es mag sein! Aber ir haben auch ein gutes Recht, Martin, wir, die Frauen und die Kinder. Warum müssen ir darben? Bin ich Dir nicht immer ein gutes Weib gewesen? Habe ich nicht Alles hingegeden, was ich oon der Mutter erbte, nur um uns über Wasser zuhalten? Und wir waren so glücklich, bis der Streik kam. Daß unser Kleiner starb, war das einziae Unglück, das uns der liebe Gott gesandt hat; wie haben wir damals geeint Du auch, Martin, wenn Du es ich! zugestehen wolltest, jetzt qlaube ich fast, es ar gut, daß es kam. Denn enn es so fortgeht, wird Lottchen ' auch bald bee ihrem Bruder jem: droben, im Himmel 1 Sie sah mit bitterem Schmerz auf das kleine Mädchen, das am Boden mit einer zerbrochenen Puppe spielte; das Kind sah blaß aus, mit Ringen um den Augen; man merkte es wohl, daß ihm lange die rechte Nahrung entzogen war. .'Lotte durstig, Milch, Mutter!" sagte es klagend, als ob es sich jetzt erst seines Durstes bewußt geworden wäre. Die arme Frau beugte sich zu ihrem Töchterchen nieder. .Der Milchmagen kommt morgen, mein Kindchen", ' tröstete sie zärtlich. .Morgen früh ist er da, mit zwei Schiinmeln bespannt, und der Kutscher klingelt bim, bim, bim! und dann giebt s für Lottchen schöne, süße Milch." Die Thränen waren ihr über die Waw gen gelaufen, als sie der Kleinen erzählte, was sie selbst nicht glaubte; aber lottchen war noch in dem glücklichen Alter, in dem das Hoffen fast schon ine Erfüllung bedeutet. .Bim, bim, biml machte sie und bewegte den Zeigesinger hin und her. .Morgen Mllch !" .Morgen" murmelte Martin uv setzte dann halblaut, als wen es ihn Ueberwindung koste, hinzu: .Morgen ist Psingsten." .Gott sei's Keklazt sagte die Frau eintönig. Feiertag ist bei uns immer und ein Fejt giebt's blos für Leute, die zu essen haben. Aber Du mußt es ja wissen, was Du zu thun hast." Der Mann stand auf und nahm seine Mütze; der stumpfsinnige Jammer seines Weibes machte ihn wüthend. .Laß mich in Frieden mit Deinen dummen Reden; kann ich'S ändern? Ich muß mit den Kameraden halten; hie Partei i&, daß ir ausharren bis zum letzten Augenblick." .Dann laß die Partei auch nur unsere Begrabnißkosten zahlen, Martin. Denn lange machen wir's nicht mehr und die anderen, die den Tag Aber im WirthsHaus liegen, sehen noch schlimmer aus.Martin schlug mit der Faust auf den DettpfostAN. .Still, Weilt l Was verstehst Du da. von ! Aus dem Haus treibst Du mich mit Deinem ezetterj" Zornig stürmte er nach der Thür; vor derselben Aber blieb ex noch einmal sie.hen, .suchte in den Taschen seiner Kleider umher und zog endlich aus einer dersel, ben einen Groschen hervor. .Hier ist Geld", brummte er. .Sieh zu, daß Du dem Balg zu morgen seine Milch besorgst; ich kann das Flenne l i it leiden l" Und damit ging er hinaus und tappt in dem röthlichen Schimmer des Mau abends die Treppen hinunter, noch im: mer vor sich her murmelnd und wetternd. Als er auf die Straße trat, sah er nachdenklich am Hause in die Höhe; er tat selbst an dem Bau desselben mitgi albeitet, und es ar ihm eine Freude gewesen, Als das stattliche Gebäude gerichtet wurde un der Besitzer den .ackeren Gesellen seinen Dk $r j fleißige Arbeit aus sprach. Nun waren zwei Jahrx yerqhgen und sie hatten bei demselben lrif:j die tUit niedergelegt; die schlechten Zeiten hatten sie dazu gezungen und schließlich: der arme Mann will auch .einmal sein gutes Recht durchsetzen. Sein Utes Recht k Marti Pohlman. der langsam die Straß hinunter t r , v s m . rkllen n?ai, oueo or einer rannk den SchnaZ vor sich, und sprach mit,.
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I einschenke stehen und sah durch die n, gelaufenen Schelien inß Innere ; da szeß ein nie Menge der strikeden'Arbttte
erhitzten Gesichtern offenbar von' ihren Aussichten. Einer, der am lautesten schrie, mar am Vormittag bei Martin gewesen, um ihn um etwas Veld zu bitten: er hungere zu sehr! Martin hatte ihm nichts geben können, aber er mußte wohl einen Anderen gefunden haben, denn nun stillte er dort seinen Hunger. Der Mann vor dem Fnister zuckte die Achseln und giug weitet. Die srische und doch so warme Frühlingsluft legt sich kosend an seine gebräunten Wangen und tpielte in dem langen Bart, der schon in seiner Militarzeit sein Stolz gewesen war. Ohne sich deS Weges bewußt zu werden, war er langsam zum Thor hin. eusgeschritten ; mechanisch wandte er sich lach links, wo in langer Reihe die städtischen Kirchhofe lagen. Als er zum ersten Male hier draußen war. begrub man feinen Jungen ; das war gerade ein Jahr her; am ersten Psingsttsge war das Begräbniß: sie hatten es so eingerichtet, weil man da am besten Zeit hatte. Denn alle Kameraden folgten dem Leichenmagen; sie hatten den kleinen Fritz alle gern gehabt. Ach, das ar ein Junge Z Wenn Martin von der Arbeit nach Hause kam und in das hübsche kleine Zimmer trat, das damals noch freundlich genug möblirt war, lief ihm der fünfjährige Bursche schon mit den Pantoffeln entgegen. Wie oft hatte ihm der Vater dann den Fuß hingestreckt: .Da. zieh' mir mal den Stiesel auS!" Und dann zog der KnirpS und blies die Backen aus und Martin half heimlich nach, bis auf einmal ritsch der Stiefel herunterging und Fritz auf den Rücken kugelte, lachend, jubelnd und den schweren, großen Stiesel sest in den Armen. Dann ging man daran, die Pfeife zn stopfen und anzuzünden eine Htttti, rung, die viel Mühe und Aufmerksamkeit erforderte ; und endlich, enn Mar tin den Wochenlohn in blinkenden MarkKücken auf den Tisch zählte, sah der fünfte mit aufgestützten Armen zu und zählte mit: eins, zwei, drei und weiter bis zwanzig, weil er nur soweit zu zählen vermochte. Ja, damals gab es noch einen Lohn, der gezahlt werden konnte! Seufzend blieb der Mann vor dem KirchHof stehen; einen Augenblick zögerte er, dann trat er ein. Ueber den Grabhügeln lag das Schweigen der Frühlingsnacht, die Gräser nickten in dem Abendwinde leise auf und ab, die Zweige der Bäume rauschten und flüsterten. und ..aus einem Fliederstrauch hervor klang das Lied einer Nachtigall wie ein Lobgesang des Friedens. Der barte Mann der Arbeit fühlte sich seltsam bewegt; ein weiches Gefühl kam über ihn, die Brust war ihm so voll, so voll. ... Er stand an dem Grabe und sah auf das kleine Kreuz nieder, das auf demselben hervorragte: da unten lag, was seine Hoffnung gewesen war. Er sah den Jungen vor sich, ie er lustig auf der Straße hin und he marschirte; und er sah ihn wieder, wie er an dem tückischen Scharlach an dem Bette lag und mit den kleinen, fieberhaften Händen an der Decke zupfte; die Sonne sah durch das Fenster und spielte lächelnd um das rothe Gesichtchen auf dem Kissen. Und das Kind sprach leise: .Nächste Woche ist Pfingsten, Vater, da gehen wir in's Freie, enn ich artig bin, nicht?" Und als der Vater nickte, wandte der Knabe glücklich lachend sein Gesicht nach der Wand und flüsterte: .Pfingsten in's Freie i Und sie trugen ihn denn wirklich in's Freie hinaus an dem schönen, luftigen Frühlinasfest! Martin Pohlmann stand noch immer an dem Grabe und schaute auf die grüne Wölbung desselben nieder. Das war das eine Kind gewesen nun kam daS andere an die Reihe; daS eine hatte Gott enommen, dieses siel den Menschen zum Opfer. Oh.dieser unselige Streik! Er hatte ihn satt, er sehnte sich nach der Arbeit und viele seiner Genossen mit ihm. Und der Meister hatte gesagt: .Mit Euch, Pohlmann, rpill ich verhandeln und mit ein Paar von den anderen; wenn ich Euch entgegenkommen kann, thue ich's gern. Aber die Schnapssäufer und Faulpelze, die nur auf der Barenhaut liegen wollen die sollen mir vom Leibe bleiben. Ueberlegts Euch ; wenn Ihr mir bis Pfingsten keinen pernünttigen Bescheid bringt, nehme ich die Arbeit mit anderen Leuten auf. Und damit Punktum!" ' Mit Euch und ein Paar pon den anderen ! Das war es ja eben : Einer für Alle und Alle für Einen, hatlen sie sich gelobt und nun hatten sie Alle, gute und schlechte mit einander. Und die Frauen hungerten und die Kinder wuiden krank und der Schnapswirth an der Ecke war der Einzige, der einen Vorihkit davon hatte. Mußte es so sein? Gehörten jene Leute, die das oerbrgene Feuer geschürt hatten, wirklich zu ihnen? Halte sich nur eines von den Versprechen erfüllt, die sie so freigebig sgeihnli? War es nicht besser, mit gsrlngerem Verdienst zufrieden zu sein, ai nichts zn verdienen, als dem sicheren Elend entgegenzugehen? Martin beugte sich zu dem Grabe seines Junger, nieder Wd Wd:n'dkn Hnt b; hex' Wind strich um die gebräunten Schläfen und spielte mit dem schlichten, hier und da ergrauten Haar. .Was macht Ihr da. Mann? rief ihm eine rauhe Stimme zu. Eilt Euch, der Kirchhof wird geschloffen?" Martm richtete sich auf. .Ich hin schon feriig," antwortete er ernst dem Aufseher und ging mit festen chrjtteji naß des Stadt zurück,' ' "A ' Unterweas trat er hier und da in ein
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Haus, ohne irgendwo besonders lange zu verweilen. ' Ein Paar Männer schlössen sich ihm an und schritten mit ihm der Kneipe zu, in welcher der Hauptsitz der Streikenden war. Ruhig traten sie ein, mit lauten lltufen willkommen geheißen. Aber Pohlmann wehrte gelassen den tollen Larm ab und sagte fest: Kameraden! Wir Alten haben beschloffen, die Arbeit wieder aufzunehmen; es ist nichts mit dem Streik; was wir mit Recht verlangen, könne wir wohl auch in Frieden durchsetzen. Wir haben Weiber und Kiuder; wir müssen verhungern ohne Arbeit ; und was noch mehr ist, wir werden verrückt ohne sie. Graßliehe Gedanken kommen uns ; wir sehen Blut vor den Augen. Das wollen wir nicht; wir haben Pflichten gegen uns, gegen unsere Kinder. Wer von Euch nicht mitthun will, kann es lassen : aber es soll keiner sagen, daß mir unehrlich gegen Euch gehandelt haben. Das möchten mir Euch hiermit sagen ; und damit Gott besohlen. Am nächsten Morgen lachte die Sonne ins Fenster; die kleineLotte saß vor ihrer Milch und die Mutter sah erstaunt auf ihren Mann,der seinen ähnlichen Sonn tagsanzug hervorsuchte. .Willst Du ins Leihhaus, Martin?' kragte sie mit zitternder Stimme. Martin schüttelte den Kopf. .Nein, Marie, zum Meister. Wir nehmen die Arbeit wieder auf. Es ist so über mich gekommen, heute in der Nacht. Und ich muß ein frohes Herz haben am Psingstfest, sonst kann ich nicht an unse, ren Jungen denken. Ueber die Maskerade, jelche Leutnant EhlerS, bei der Ueberbringung der Geschenke Kech'erWilhÄQ mit dem Sultan Mandara von DschagIZ vorgenommen hat, berichtet Ehlers selbst in einem von Kilimandscharo am 17. Marz datirten Schreiben an Professor Schminfurth, wie folgt: .Vordem Eingange zu dem Hause Mandaras wurde von den Soldaten Spalier gebildet, und unter präsentirtem Gewehr überreichte ich dem schwarzen Monarchen alsFreundschaftszeichen Sr. Majestät einen Ring mit den kaiserlichen Initialen in Vrillanten, legte ihm einen burgundischen Konigsmantel aus dem Berliner Opernh rufe um die Schultern und bedeckte fein Haupt mit einem Helm, unter dem Niemann seinerzeit als Lohengrin seine ZuHörer entzückt hatte. Dann wurde ein schwerer ucusilberner Thalerhumpen mit schäumenden Sekt gefüllt und Mandara überreicht, um aus das Wohl des deutschen Kaisers zu trinken. Dieser fackelt nicht lange, ergriff den Humpen mit beiden Händen, leerte ihn, ohne abzusetzen, und gab ihn zu neuer Füllung mit tzen Worten : .Jetzt ist mir wieder besser", meinem Diener zurück. Von den zahlreichen Geschenken, die ich dem Fürsten von Moschi nun zu übergeben und zu erklären hatte, erregten eine kleine Dampfmaschine, eine Feuerspritze und Globus, sein ganz besonderes Interesse. Ich mußte ihm zeigen, auf welchem Wege seine Leute nach Berlin gefahren sind, wo England, Frankreich und Amerik liegen u. s. w. Er fand sich seh, leicht in alles hinein, unterschied Wassei und Land und machte mit dem Fing eine Reise nach Amerika. Eine große .Mama" und .Papa" sa gende Wachspuppe mit beweglichen Augen setzte ihn in das größte Erstaunen, ebenso eine Kuh mit Stimme, in welche man oben Milch hineingießt, um dieselbe unten wieder herauszumelken. Ich forderte Mandara auf, auch einmal zu melken, doch er entgegnete: Das ist nicht eines Sultans Arbeit, winkte eine seiner Frauen und ließ seinem draußen versam melten erstaunten Volke die Kuh aus Europa als Milchspenderin vorführen. Nachdem Mandara alle Geschenke in Empfang genommen hatte, sagte er: Viele Wunder habe ich erhalten, her warum hast du mir keine Kanone gebracht, wie meine Leute sie in Berlin gesehen haben und die so groß sind, daß ein Mann darin schlafen kann? Ich bedeutete ihm, eine solche Kanone sei so schwer, daß alle seine Krieger zusammen nicht im Stande feien, dieselben zu bewegen, geschweige denn nach Moschi zu schassen. Gut! aber meine Leute haben auch kleine Kanonen gesehen, die von vier Pferden gezogen werden, warum hast du mir nicht eine solche gebracht? Als ich ihm erwiderte, selbst eine derartige Kanone sei zu schwer, um sie zum Kilimandscharo zu tragen, daß ich aber, sobald er eine schone fahrbare Straße nach Pangani gebaut, hätte, dafür sorgen würde, daß er zwei Geschütze mit je vier Pserden erhielte, gab er sich zufrieden. Später machte Herr Ehlers in dem Lande der Aruscha am Klimandscharo, Brüderschaft mit dem Häuptling. Er. schildert diese appetitliche Procedur f$lgendermaßen: .Später hatte ich noch auf eine zweite höchst widerwärtige Weise Brüderschaft mit'ihm zuschließen, indem wir beide je einen Streifen gerösteten Ziegenfleisches anzukauen, dann gegenseitig auszutauschen und zu verschlucken hatten. Mir wurde bei dieser Procedur derartig übel, daß ich sofort wie der Hirsch nach frischem Wasser nach einem Glase Cöznac schrie, mit dem denn auch' mein Diener Almast eiligst erschien Leider zeigte sich später, da die ganze, widerliche Zeremonie fstr die, Katze gewesen war. denn der so geschlossene Freuadschastsbund wurde von dem Herrn Vräsidenten keineswegs respektirt."
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