Indiana Tribüne, Volume 13, Number 254, Indianapolis, Marion County, 1 June 1890 — Page 7
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TerUnglSSttcht!" drncdzeZ Ltbcnsbild von Vaul BlumenrelS. Die Mutter konnte sich noch irarce nicht trösten, und wer hätte es ihr vcrubelt. Ihr Erstgebsrenes ei elender, bejanZmernsMither Krä?p:l ohne Arme zur Welt gekommen! Zwar, das Städtchen hatte sich über das schreckliche Ereignis; bnuhrgt das Gerede xsai verstummt. Die Vasen und Muhmen glaubten an eine Strafe GstteS, obgleich Frau AauNsnn eine fleißige, grundvrave Frau war und der kleine Wilhelm doch noch weniger etwas verbrochen haben sonnte. Die Aufa:klSrtcn nannten es .ein Stöiurfpiel" und dankten Gott, nenn lhre ungezogenen Rangen doch we-1 : n 3 t'i . 1 ' t im , . nigstens alle Glieder gerade und komplett yatten. Wie arme Mutter wußte mcht, warum Gott sie so heimgesucht hatte. Sie und ihr Mann brachten sich redlich, aber kümmerlich fort. Er war Gerichtsdiencr sie schneiderte, so weit eS ihre Zeit erlaubte. Sie lebten gut und zu? jriedcn mit einander bis jeneZ klein: unglückliche Geschöpf erschien. Frau Waumann weinte sich beinahe die Augen aus ; sie mnrrte gegen Gott, gegen das Schicksal. Was sollte ans dem kleinen Unglücklichen werden? So lange sie und ihr Mann lebten.wurde er ihnen znr Last fallen, und wenn sie einmal die Augen schloffen der Gemeinde ! Vielleicht würde er betteln, obgleich er nicht einmal eine Hand 2ue;nftrec5en hatte. Entsetz licher Gedanke! Auch zwei gesunec Tochtcrchen, welche dem Ehepaare Bau-, mann im Laufe der Jahre geschenkt urden, vermochten die unglückliche Mutter nicht zu trösten. Sie hatten runde, rosige Aermchen, welche sie schon vom halben Lebensjahre ausstreckten. Und der klein Wilhelm bockte dabei und schaute mit feinen großen, traurigen Augen drein er konnte ja nicht spielen. So salz er denn inüßig in einer Ecke, gleichsam vcrwundert über leine eraene trübfeliae . . Ernten, . Die Mutter saß am Fenster und nähte. Lieschen spielte mir Murmeln. Aenncheu schlief in der Wiege. Da bemerkte sie, wie der kleine Wilhelm,, Schuhe und Strümpfe abgestreift hatte, wie er rittich end pi Lieschen herankam und mit den Fußzehkn Murmeln spielte. Glühende Thränen rannen über die Wangen der Mutter. Armcg, armes Kind eä konnte nur mit den Fußzehen spielen! Und wenn cs größer wurse, fein Unglück begriff? Sie mußte die Arbeit weglegen, allzu reichlich flössen ihre Thränen". Der Unglückliche! Ehe in an cS sich vecfah, hatte der kleine Wilhelm Schuhe und Strümpfe abgestteizt und fpielte Ball, Murmeln, mit Licschcn's Puppe! Und nun wollte er sogar schon seine Stulle" allein essen wie Lieschen, die ja kleine? war als er. Bisher hatU ihnr die Mutter das Brod zerschnitten in den Mund gesteckt,; er schrie und weinte und wirklich, er faßte das Brod mit den Zehen, legte sich auf den Nucke und brachte eö zum Munde. Anfangs weinte die Mutter bei all diesen er ... r llersucycn, oann aoev nauijre sie laajcin Kenn auh nur flüchtig lächeln. Es war ja zu drollig, wenn der kleine Kerl sich mit den pßchen bediente. Ich kann schon alleine", schrie er er zog sich nun euch Schuhe und Strümpfe an einmal faßte er ein Stück Kreioe und bemalte :n Fußboden. Er war bei dem damit d fi r x . . i'iuen zan veranuar, uimt nur nawem
Stolz, wag er konnte, und wollte sich ' lichm zu sehen ich bin ohne Arme genicht helfen lassen. Jeden Tag wurden boren Lauter lauter ! brüllt
setne Fufneyen bewealicher jeden Ta? erlernte er etwas Neues. 5Zur als Lies chen zur schule zu gehen und auf der Straße zu spielen begann da fühlte er zum ersten Mal sein Unglück. Nun weinte er bitterlich und die Mutter verschluckte jetzt ihre Thränen, um ben Kttaten zn trösten. Warum darf ich nicht zur Schule, darf ich nicht auf die Straße, Mutter, wie die endereu Kinder?" Die deren Kinder haben Arme, ein arW?r Junge, und Du nicht, da5 geht nicht!" Wilhelm begriff nicht. Ich kann Alles ebenso gur unt den Füßen, glaub'S mir, Mutter I" Du kannst nicht Alles und sie würden Dich auslachen! Du bleibst bei Muttern, das ist auch schon!" Noch war Wilhelm lz'cht getröstet. Er blieb bei Muttern". Aber nun brachte doch jeder Tag einen neuen Schmerz, eine neue Enttäuschung. Als Wilhelm einmal auf die Straße schlich und auf der Erde hockend mit den Fußzehen Ball spielte, da blieben die Leute stehen, und einige rohe Jungen lachten, johlten. Bitter weinend fluchtete er zur Mutter. Sie hatte ihn lesen gelehrt und er las nun allerlei Geschichten. Allerdings brachte ihm dies eine angenehme Zerstreuung. Aber in all' diesen GesNichten harten die Leute Arme ; vergelens quatte er die Mutter um eine Geschickte, in welcher ein Knabe ohne Arme vorkäme. Es gab keine solche Geschite, ebenso uienig wie es weit und breit einen Menschen ohne Arme gab. Denn auch der alte Kunze, der Invalide aus dem Frauzosenkriege, befaß immerhin noch einen Arm. Und der arme Wilhelm begriff vun endlich, daß er ein Monstrum f sei. Er begann sich zu schämen, rührte sich nicht mehr von der Mutter fort, verbarg sich vor den Mexschen. Er wuchs jetzr stark, sah recht blaß und elend aus. Im Hause füllte er sein Unglück am weniqsten, denn er hatte wirklich erlernt, sich mittelst seiner Fußzehen anzukle den, zu . fti:J. .-t...- - :
llicn, manqsc iiciac vjjnjie voizuneymen, : welche Andere mit den Händen verrich- . : ten. Aber er war sich übe? sein Unglück, über fein elendes, verlorenes Leben klar. Mutter und Sehn weinten jetzt znfaminen. Der Vater war gleichgiltiger get;t stimmt. Hatte nicht Jeder sein , Kreuz. . wenn auch mit verschiedenen Namen? V: Die Schwestern, bübzchk lustige Dinger, U. vermehrten oft Wilhelm'S Leid. , Da M?am Aenncheu von der Straße, - Nachiars Otto hatte sie gepufft. Nun habe 5 ich einen großen Äruder und er kann '' nicht einmal hauen l rief sie. Und LieS:':r':;' chen wurde ärgerlich, wenn sie den Vruder bedienen Zollle sie konnte doch
nicht dafür, da er kelne Arme , hatte. Da saß er nun bleich und trübselig, ia eiem alten, viel zu großen Nock deS -äBiliS
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i's. t " ! Vaters, dessen lccre Aermel Hrrabhin gen müßig', überflüfstg sich irnb den Anderen eine Last ein Unglücklicher l Er war zwanzig Jahre alt geworden, ftin Vater roar gestorben. Wilhelm lebte bei feiner Mutter, der arn:en Wittnie, im Genusse einer kleinen llttterstützung von der Gemeinde, eines AImosens. Und er war zwanzig Jahre alt. Vis:?eilcn verdiente er einige Groschen, indem er, eine Bürste an den Fuß geschnallt, Stuben boljate. Aber KaZ kam nur vor den hohen Festtagen des IhreZ vor, denn im Städtchen gab es nicht viel gebahnte Stuben. Seine Schwestern drenten und verdienten ihr r c rtrn r c t . c . w . Brod. Nach dem Tode des Vaters war er, um der Mutter nicht zur Last zu fallen, in den Fluß gesprungen. Aber man zog ihn heraus. Er hatte der Mutter versprochen, am Leben zu bleiben und feit er in den Fluß gesprungen, verspottete ihn wenigstens keiner, nicht einmal die Straßenjungen. Seine Mutter hatte zetzt immer ror Ostern und Weihrachten, wo eS viel zu thun gibt, ein kleines Nähermadchen zur Aushilfe, ein hübsches, blutjunges Dinz. Und jetzt saß Wilhelm öfter bei der Nähmaschine und versuchte es, durch das Treten 'derselben sich nützlich zu machen. Es ging jedoch nicht recht, denn mit seinen großen traurigen Augen hing er immer an dem rosigen Antlitz der kleineu Grete. Einmal ließ Grcte die Scheere fallen. Blitzschnell streifte er feinen Pantoffel ab, faßte die Scheere mit den Zehen und reicht: sie Grctcn. Und das junge Mädchen brüllte vor Lachen los. Wilhelms Galanterie war boch zu komisch. Er aber sah sie an mit seiner großen, traurigen Augen in stummer Klage. Ich bin ein Unglücklicher", schien er sagen zu wollen lache nicht! Und sie hörte auf zu lachen eine leuchtende Thräne rann plötzlich über ihre rosigen Wangen. $r seufzte ans. Dies? Thräne war'das Höchste, was er konnte eine Thräne tes Mitleids. Denselben Abrnd ging er nach dem Gasthaus, um für seine Mutter etwas zu bestellen. Wie immer, off,:ete er sich selbst die Thüren, indem er seinen Pantoffel abstreifte und sich der Zehen bediente. Solche abnorme Veegungen waren ihm von seiner Kindhm der vertraut sie machten ibm nicht die leiseste Schwierigkeit. Niemand wunderte sich mehr darüber, denn da3 ganze Städtchen war an den Anblick gewöhnt. Der Wirth öot ihm ein Glas Bier an, welches Wilhelm annahm, mit den Fußzehen faßte und auötrank. Da applaudirte Jemand im Hintergrund der Stube. Das ist ja ein Kapitalkerl der kann sich für Geld sehen lassen!" ES war der Direktor der wandernden Schauspielertrnppe, die eben angekommen war. Ein großes, aber niedriges, schlecht erleuchtetes Lokal in Leipzig; es ist wäh rend der Messe. Das Eas ist dicht gesüllt. Die VorsieNung" auf der Spekialitätenbühne soll eben beginnen. Auf tinem schlechten, zcrhämmerten Klavier paukt Jemand den Fatinitzamarfch. Dann theilt sich der schäbige rothe Vorhang ein blasser junger Mann erscheint in schüchterner .Haltung". Er lächelt, aber das Weinen scheint ihm näher. Mit Zitternder Stimme beginnt er: 'cit glauben m mir einen Unglückes von den ymteren Banken. Aber der Künstler" kann nicht lauter sprechen, er stammelt weiter: ....aber, wenn ich jetzt Arme erhielte, ich wüßte nicht, waS mit denselben beginnen; schon von meinem dritten Jahre an lernte ich es, mich der Füße, statt der Hände zu bedienen!" u. f. w. Und der Mann ohne Arme beginnt seine Produetlon". Er ißt und trinkt er schreibt auf eine Schiefertafel und man läßt diese herumgehen et schiebt Kegel er schießt aus einer Salonflinke. Die kleinen Marktleute von der großen Leipziger Messe sind sehr verwundert, applaudlren, gröhlen Bravo. Der Kerl hat am Ende die Arme am Leibe festgebunden aber die Sache ist immerhin sehr erstaunlich! Der Künstler" erscheint nicht, um für den Beifall zu ianken. Er glaubt vor Scham zu versehen, sein Unglück, das er bisher in irgend einem dunklen Winkel versteckte, hier auskramen zu sollen. Er begreift kuch gar nicht, was die Leute daran sehen. Aber fein Director" ist sehr zusrieden. Er ist der Schwager des Theaterdirectors aus Wilhelms' Heimathstädtchen er leitet ein Tingeltangel dritten NangeS unb wollte es auf Anrathen tim$ Schwagers mit Wilhelm tzerzuchen. Dieser war'S zufrieden, denn tr wyllte fort, fort, damit die kleine Grete nicht mehr über ihn weine, nicht uehr über ihn lache. Und der Versuch ist geglückt. Zehn Jahre . später. An allen Anschlagsäulen, auf allen Annoncenselten er Tagesblätter liest man zwischen auf fällig hinweisenden Hänsen: Euno Fahrenberg der Mat.n ohne Zlrme und Hände! Das größte Narnrwunder unserer Zeit i Nur noch diesen Monat" u. s. . ' ES ist die größte, eleganteste und beliebteste Sxczialitätenbühne Berlins, wo her Mann ohne Arme auftritt. Jeden Zlbend ist der ungeheure, mit elektrischem Licht splendid erleuchtete Saal dicht gefüllt. Welt und Halbwelt gibt sich hier ein Stelldichein. Zwischen einem großen mythologische Ballet und einer Gruppe . von . Kunstradfahrern erscheint zer Mann ohne Arme,elegant in Schwarz zekleidet, mit leeren, schlotternden Rockirmcln. Seine Figur zeigt ein behäbiges ömöonpoint, fein volles, rundes Gesicht in selbstbewußten Lächeln. Nachdem das lroße Orchester sein Vorspiel beendet, beginnt er. mit deutlicher, völlig nnbekangener Stimme: Wenn, Sie mich erblicken, meine Herrschaften, so glauben Sie einen Unglücklichen zu sehen, t Ich Im nämlich ohne Arme geboren u. f. w. Fr schildert jetzt mit ruhigem selbstbevußtem Humor, wie er gar nicht wüßte, esaS Pr!tz mit , Armen beginnen ,, sollte Denn schon vor: seinem dritten J?hre an iab er gelernt, sich statt derselben die M
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WWZSSLMMM Füße zu bedienen. Nun streift er seinen Pantoffel ab. Das Trikot, welches er trägt, läßt genau die Zehen frei, welche lang und leicht beweglich sind. Kuilo Fahrenbcrg setzt sich, öffnet selbst seinen Geigenkasten und tragt auf der Violine ein gefühlvolles Adagio vor ; dann nimmt er das Waldhorn, führt es mit dem Fuße an den Mund und spielt ein lustiges Stücklein. Nun markirt die Scene einen eintretenden Besuch. Ein zweiter Herr kommt, wird von dem Mann ohne Arme begrüßt. Sie fetzen sich an den Tisch, spielen Karten. Kuno Fahrenberg bedient sich feiner Füße mit solcher Ungezwungenheit, daß man sich stellenweise der Täuschung hingeben könnte als seien es Hände. Er hebt eine zu Boden fallende Karte auf, entkorkt eine Flasche Wein, trinkt seinem Gaste zu, zündet sich eine Cigarre an, fährt sich mit den Fingern" durch's Haar, bedeckt sich mit denselben beim Gähnen den Mund ; ds alles geschieht völlig natürlich, ohne sichtbare Anstrengung. Zum Schlüsse schießt er mit einem Lefaucheur-Gewehr nach Karten und zwar meisterhaft. Nachdem er unter rauschendem Beifall abgetreten, glaubt Niemand mehr, daß er ein Unglücklicher ist. Er kann ja Alles, was wir mit den Händen machen! Und wirklich, Wilhelm Vaumann ist nicht mehr unglücklich. Er erhält 100 Mark für jedes Auftreten ynd ist immer vergriffen". Er lebt gut, sorgenfrei, trinkt theuere Weine, raucht die besten Cigarren, unterstützt Mutter und Schwester und hat sein Pathenkind, den, Sohn der kleinen Grete, welche einen Flickschuster heirathete, soeben fürstlich beschenkte. Wilhelm Vaumann verdient, ohn rbeiten zu müssen, ein kleines Vermögen. Er schämt sich nicht mehr er hat seine ideale Menschenwürde vergessen. Daheim, im Städtchen gilt er als ein großer Hr, denn er hat Geld. Er ist jtolz geworden, sucht und sindet neue Nuancen" bei feinem Auftreten und versteht c3, Agenten und Directoren zu schrauben. Er lügt nicht: wenn man ihm jetzt Arme schenkte, er wüßte wahrhastig nicht, was damit beginnen ; a, diese Gliedmaßen würden ihm sehr unbequem werden. Sie könnten ihn fchiez unglücklich machen! Frauenschönheit. Die Frauenschonheit ist neuerdings sin Lieölingsgegenstand literarischer Behandlung geworden und der praktische Vinn unserer Zeit kommt dabei in seiner ganzen Nüchternheit zu Tage. Nicht Dichter siild's, die da die Frauenfchonheit in zarten Versen besingen. Nicht einmal Aesthetiker, Forscher im Reiche des Schonen sind'S, die ihre Art und Wirkung, ihre Wesenheit und ihre BedingunAen ergründen wollen. Eine rein literarische Kosmetik ist's, die sich hier breit macht mit ihren Recepten für Tincturen und Ac,rturen aller Art. Da ist man denn schon erfreut, wenn ein vornehmeres Product dieser an sich wenig vornehmen Gattung unS beaegnet, und das ist das Buch: Die Schönheit des Weibes. Ihre Pflege, Beförderung und Erhaltung", von Hortense de Gaupy, immerhin. Das Buch ist in Berlin erschienen, und beruht ans einer unverkennbaren ästhetischen Bildung, auf historischen Studien und vernünftiger medicinischer Erfahrung. Man wird es auch passiren lassen müssen, auch wenn man sich von einer Ueberschätzung feines literarifchtu wie seines praktischen Wer theh hütet. Das Trachten nach Wahrheit und Schönheit galt stets als der hehrste Ausfluß menschttchen Geistes; aber während die Wahrheit fast immer verketzert und verfolgt wurde, beugt die Menschheit sich bewundernd vor der Macht der sieg: reichen, allgewaltigen Schönheit! An allen Zeiten verehrte man in dem Weibe die erhabenste Verkörperung de5 Schönbeitsbegrisfes, das vollendetste von allen Wundern der Schopsung. und mit unauslöschlichem Zeichen flammender Leidenschaft, oft geröth'et von dem Vlute ihrer Zeitgenossen, hat eine ganze Reihe lönigltcher Schönheiten ihr 'Lebe und Wirken in die Bücher der Geschichte vcrzeichnet! Die Schönheit ist kein feststehender Ve griff, wie die Wahrheit ein einziges, unkheilbares Ganzes ; sie ist nicht nur der Zluffaffung von Zeiten und Ländern, sondern sogar dem individuellen Gefchmack unterworfen! Hier müssen wir zunächst zweichonr Seiten unterscheiden: die natürliche und ne erworbene Schönheit! Die erstere. ist ein Geschenk der Natur jene unendlich glückliche Vereinigung tller Züge und Linien zum herrlichsten Vbenmaß, zur, höchsten Vollendung: Ein Ideal aus EugelSphantasie, das öer Natur als Muster vorgeschwebt." Die erworbene Schönheit ist ein Triamph deö menschlichen Geistes über d!e fpröse Natur, welche den Körper nur ipärlich mit Vorzügen bedacht hak'; sie ist daö von Erfolg gekrönte Streben nach höchster Formvollendung und Natürlichkeik, welche mit der Anmuth und Grazie ks versteht, die Mängel, des Aussehens m verbcrgen. um die Vorzüge desselben im besten Lichte erstrahlen zu lassen ! Diese Schönheit , kann, nach Ansicht vcr Verfasserin jede Fran von Geist und Geschmack erwerben, nur muß sie es verstehen, ihr Aeußeres den Regeln der Schönheitslehre gemäß zu formen, indem sie sich bestrebt, ihrer Kleidung, Haltung and Bewegung jene kittfaM)la!urliche Eleganz und Grazie zu verleihen, die son jeher als Merkmal bevorzugter Na turen gegolten hat, dann wird sie oft mehr Bewunderer zu ihren Füßen vereis mgen. wie die oft kalte, natürliche Schönheit, deren bencidcnswcrthe körperliche Vorzüge nicht erwärmend wirken, weil sie. nicht vom Geiste und Geschmack chrer .zarten Trägerin vertlari worden sind!"- - ' l, ! Und ist es nicht die Pflicht einer jeden Frau, schon, zu sein?' In der Gesellscha ft sowie als Freundin und Gefährtin tzes Gatten , ists ihre"Aufgabe, durch Anmuth und Schönheit erfreuend zu? virken. daö Dasein zu verklären, Liebe kinzuflößen und ! durch die Liebe, dieser tdelften Triebfeder der Ntur, zu begeiftern zu allem protzen und schönen. '"i i( & itM '15'
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Dieser herrlichen Aufaabe sind sich auch die Frauen zu allen Zeiten bewußt geBesen und die Geschichte lehrt uns, daß die Evastöchter schon seit den Anfängen der Cultur bestrebt waren, ihr Aeußcres ; pflegen und zu verschönern. Die alken Eg?pter und nach ihnen die Griechen, die mir besonderer Vorliebe dem Cultus des Schonen zugethan waren, widmeten dem Studium der Kosmetik uud Schonhcitspflege schon, ein beachtenswerthes Studium. Mit dem üppigen Leben und dem Verfall der Sitten, welche das romische Kaiserreich zeitigte, war auch ein gewaltiger Aufschwung der Kosmetik verbunden; jedoch artete das Strebe nach Vermehrung und Verbesserung körperlicher Vorzüge bald derartig aus, daß Schriftsteller jener Zeit, wieOvid, Marcial, Plinius und andere energisch dagegen auftraten nnd theils mit dem Lächeln der Satire, theils in gerechter Entrüstung versuchten, diesem Unwesen Schranken aufzuerlegen. Im Museum zu Neapel sinden mir noch heute unter den Ausgrabungen vatt Pompeji eine Unzahl von Kleinigkeiten, welche alle mehr oder weniger der Schöndcitspflege dienten und uns einen hohen Begriff von dir Entwickelung dieser Industrie in jenen Zeiten einflößen. Mit Ausbreitung des Christenthums, welches in der, ersten Zelt seines Bestehens die Verach ung sinnlicher Genüsse in den Vordergrund stellte, geritth auch die Schonheitslehre mehr in Verfall. Erst im sechszehnten Jahrhundert, zunächst an den glänzenden Hösen der kunstliebcnden italienischen Fürsten und dann später in Versailles und Paris nimmt sie wieder einen ungeahnten Aufschwung. Die Triumphe einer Reibe von Sternen erster Ordnung in chönheitsbimmel jener Zeit, wie Margarethe von ValoiS.Diana von Poltiers, Ninon de LenckoS u. A. erregen noch heute Neid und Bcwunderung. In neuerer Zeit hat die Schönheits pflege, welche sich bis dahin fast ausschließlich in den Händen Unberufene befand und eine ergiebige Domäne aller Schwindler und Glücksritter bildete, er solgrciche Versuche gemacht, sich ans die. fen Fesseln zu befreien. Die vielen vcr, altct.N Mittel, welche oft die gefährlich, stcn metallischen Gifte, wie Quecksilbn und Blei, enthielten, sind fast ganz be: seitigt und durch harmlosere mineralische und vegetabilische Stoffe ersetzt war: den. Im Anschluß an die neuerstanden, Hygienie räumt die Schönheitspflege im; mer mehr mit den alten Ueberlieferungen auf, um auf der Basis einer geordneten, naturaemäßcn Lebensweise die Grund: läge zu einer Wissenschaft zu legen, welt che berufen ist, die Freude am Leben und Dafein neu erstarken und kräftigen zu lassen. Der Gemeindcpoet von Gabelbacl). Der Waldgemeinde zu Gabelbach ist von ihrem ' Gemeindcpoeten öiudolj Aaumbach aus Capn Brief und Waudergruß zugegangen, letzterer in Gestalt eines harmlosen, ganz launigen Gedich tes, daö hier wiedergegeben fei: An meine zerrissenen Stiefel. Es weht von meiner Leier Ein langer schwarzer Flor, Denn eine Traucrfeier Steht beute mir bevor. Mein Sliefelpaar soll enden. Drum trag ich Lcib und Weh, Mit diesen meinen Händen Versenk ich's in den See. Ach. über des AetnaS Laven War gar zu schlimm der Gang! Es brachen die Sohlen den braven, Das Oberleder sprang. Zwar schaffte in Messina . Ein wack'rer Schuster Rath, rr k. " i Allein ,n aornitna Niß wiederum chie Naht. -y-. Nun hat der blauen Grotte Gewässer das Paar durchweicht. Es konnte werden zum Spotte Dem Jnselvolke lercht; Drum soll es rühmlich fallen Und ruhen im Meeresgrund,. Bedeckt von Edelksraöen ÄUnd Muschelschalen bunt. i 1 ?eyt zyr rne K'ttppe ragen Gleich einem Hochaltar? "Y Dorthin hab' ich getragen , ! Das treue Stiefelpaar. Ein Schwung ich sah sie sinken Vom Felsen des Tiber: Den rechten und den linken Sah nie ein Auge mehr. Die Patti' wäscht sich nicht. Dies hat die gefeierte Prima? donna einem Journalisten gegenüber eingestanden. Avelina Patti jagte: Ich setze kein Vertrauen darein, sich zu Tode zu waschen. Auf eine? Reile begriffen,, suchte ich jede Art von Wasser zu ver? meiden, aber halte Kopf und Gesicht ver-, schleiert, insbesondere auf der Eisenbahn, und ich wasche mich niemals, wenn auf eivcr Seerei,e begriffen. Die' feuchte Luft genügt und ist der beste Teinterhalter in der Welt. Ich halte immer zu kalter Eröuie, aus weißem Wachs ! und Venzoiöl hergestellt, mit einer geringen Zuthat von Rosenertrakt, um den fettigen Geruch zu verbergen. Mit jener Eröme saubere ich mir Gesicht, Nacken und Hände, was die Haue feucht und glatt erhält In Londoner Journalen wird hierzu ironisch bcmerkt,.daß sich auf solche Autorität berufen zu können vielleicht manchem wasserscheuen weiblichen Wesen behagen möchte,' aber jene ProM du? der! Patti könne, nur auf farblose Teints passen, während die Blüthe uuf den Wangen englischer Mädchen acrade durch Wasser und! derbes Neibi-Mil dem Handtuch vpii Jugend auf geschafft worden.", , Der .'Evening Standard" sagt :,, Madame PaitWrtHt nM das Baden. Wir nehmen also an, daß sie sich von oben bis unten einsalbt gleich den Matroncn im alten römischen Kaiyf- ' , . '-'' iiv :' i:,. 1 1: ii1';.' ' . Ui erreich." , - :; "vV:; C y ' , "wf-w.r ii' !:'.. " j'.. '"S-. Fürchterliches Glück. Mann: Wie.i Dcme Mutter kommt zu uns auf Besuch? Frau: Gewiß! Ich glaub'. Dir ist's wohl nicht 'mal genehm ? Mann: O, doch! Ein fürchterlicheres Glück hätte mich ja gar nicht tteffen kön- , n.y a4 M - iiiii i.iritj'i'j., ii'.!.?';?;';! sM,?,M'M..
Die DioeletianSthermen in Nom. Das Jahr 303 n. Chr. war augebrochen. Räch zwei Dezennien geschickten und kräftigen WaltcnS hatte Diocletian dem NSmcrreich wieder Festigkeit und Stärke verliehen, die monarchische Gewalt der Fesseln entlastet und den Grnnd zum Absolutismus der römischen Cäsaren .von Gottes Gnaden" gelegt. Nun sollte der morsch gewordenen heidnischen Religion das alte Anfeben zurückoerliehen werden, die Bekenner des gekreuzigten Christus blutigste Versalgung treffen, zu gleicher Zeit entschlössenere Hand an seine Thermen gelegt werden, ein Bauwerk, das durch seine alles Bisherige überragende Größe und Pracht die Römer zu betäube bestimmt war, auf daß sie nicht zum Erwachen kämen, nicht zum Bewußtsein des Raubes, den Diocletian an ihrer Freiheit begangen. Schon lange hatten die Bewohner der Welthauptstadt sich nicht mehr an dem einfache Braucb der Vorfahren genügen lassen, denen Vater Tiber eben so wohl das Wasser zum Trinken, als die Mitte! zum Untertauchen und Reinigen geliefert hatte. Anderes verlangten die Söhne. Wie gering er auch sem mochte, dem Römer des dritten Jahrhunderts standen fast unentgeltlich Bäder zur Verfügung, deren Wände in seltenen Marmorarten strahlten, deren Gewölbe und Fußboden kostbarer Mosaikschmuck deckte, deren Nischen und Gänge herrliche Statuen schmückten, und in deren porphyrne Schwimmbecken und Wannen silbern Hähne das Wasser strömen liefen. Doch der Glanz all' dieser Bäder des Agripxa, Nero, Titus, Trajan, Eommodus, ja sogar der Wunderschopftt des Caracalla sollte von den neuen Dio, cletians-Thermen verdunkelt werden.
Und schnell mußte es, und schnell konntt es geschehen. Waren doch Taujende und Tausende Römer vornehmen und niede: ren Standes des Christenthums überführt worden. Ehe sie der Ncugier des Volkes im Kampf gegen wilde Thiere in der Arena ein willkommenes Schauspiel boten, sollten ihre Kräfte zur beschleunigten Vollendung eines Werkes aus genutzt werden, das zu dem Namen sei: ues Urhebers: Vater des goldener Jahrhunderts" beizutragen bestimm! war. Staunend blicken die auf der unermcßliehen Werkstätte . am Bau der Bäder beschäftigten Sklavenfchaaren auf die neuen Arbeit'sgenossen. Sie alle kennen jenen Greis von ehrfurchtgebietender Gestalt als einen der angesehensten Würdenträ.ger Noms, dessen Milde und Sorge für den Geringsten sprichwörtlich geworden ist. Und Ketten belasten seine Füße, belasten die Füße der mit ihm zu Skla venarbcit geführten Männer uud Jüng linge, deren Namen noch vor wenigen Tagen zu den mächtigsten und geachtetsten zählten! Nun gehn sie hier glei chem Loos mit den gefesselt neben ihnen schreitenden eignen Dienern entgegen? Einen Augenblick stehen die Staunenden regungslos; aber schon saust die Peitsche des Aufsehers durch die Luft, und das Aufjammern der Getroffenen treibt die andern zu veldoppeltcr Rührigkeit. Bald auch sind die des Schauspiels gewohnt. Stunde auf Stunde bringt ähnliche Schaaren. Alle werden mit dem Namen Christen" gebrandmarkt, alle brechen, wie sie, unter der Arbeitskraft zusammen, werden, wie sie, durch Geißelhkebe znm Aufraffen gezwungen. Nur eins erfüllt mit immer neuer Verivunderung. Kein Schmerzens schrei, keine Verwünschung entfährt den Lippen der gemarterten Christen. Leuchtender Friede verklärte ihr Antlitz, als sie an ihre Marterftätte geführt wurden; leuchtender Friede scheint jetzt diese ganzen Gesialtekt' zu umwallen, denn auch die neben ihnen Arbeitenden werden von ihm durchdrungen. Unseres Erlösers' dürfen wir uns würdiger machen, der schuldlos so viel Schweres um uns gelitten hat, und der den Leidenden krönt." Diese Worte hat in Christ dem zusammenbrechenden Bruder zugeflüstert. Sie haben das Ohr und Gemüth der mitarbeitenden Heiden getroffen, sind der Grund geworden, daß Christus in manchen anderen Herzen Wohnung bereitet wsrden ist. Der Tag kommt, dessen die beim Bau beschäftigten Christen als ihres höchsten Ehrentages harren, an dem sie durch den Tod in der Arena ihren ewigen Bund mit dem Heiland öffentlich beennen dürfen. und. mancher unter ihnen nimmt Abschied von einem neugewonnenen Bruder, dessen Beispiel und Wort sogar an dieser Stätte ihrer Qual neue,Glauhensgknosseu gewinnen wird. 0,000 Christen, meldet die Ueberlieferung, arbetteten an diesen Bädern. So wuchs nnter der Hand der leitenden .Banmcisterdas Wunderwerk Diocletian's zn immer erstaunlicherem Umfange. 1300 Fuß betrug die Breite, 1200 Fuß die Länge. Alles, was der verwohnteste Römer jener Zeit Vcrguügen deS Geistes. Behagen des Kö' perS nannte, fand sich in diesen Thrrme. Eine Stadt für sich dehnte sie sich aus, P0Y0 Badende zu gleicher Zeit dcfricdigend,, nicht' gerechnet die Schaaren der zu gymNastlzchen , Uebungen' Herbeigeströmt ten. der den fangen per mniz, den H . . t-r . , . r t r t ... ÄorMMNgen rn oearer xauzyenyen. Den ganzen Tag über waren sie geöffnet, da das Bad stets 1 2 Stunden vor der Hauptmahlzeit genommen wurde, ' und diese, je nach der Berufsthätigkeit des Mannes, bald in eine frühere, bald in eine spätere Tagesstunde siel. Ein gewaltlges Wasserbecken diente zum Reservoir,' falls die Wasserleitung der Aqua Marcia zufällig einmal nur spärlichen Dienst leisten sollte, und zu gleicher Zeit zum Filter des von hier aus geläutert den Bädern zuströmenden Badewassers Dl ganze Kautcnmasse war von unge beuroftAn eingeschlos? sen, die, innen rings herum eimn weilen NausxelleHenidffs die Thermen uingebende Stadinm, die Rennbabn. " Der Hanplcingang war an der Nordseite der Mauer, 4 ötebencingänge befanden sich an den 4 Ecken der Umjasiungsmauer. Ander Südseite, also gegenüber dem Haupteingange,' war das weitgeschweifte Halbrund deS Theaters mit seineu von herrlichen Statuen geschmückten 7 Nischen. Innerhalb dieser Mauern l a g n uN::d trlßt in tTnmtn0 I Sämmtliche Badezimmer befanden sich über einem ungefähr 2 FüW :6fe:;iii SSii'":'):? isH i,r - Ji . -i t ;, iß l!?E!:,t;l!"1 ' J : i'O
terrain, dessen Decke von Pseilern getragen würde., Hierin war die FenerungS kämm er nnd der Dftn; van hier aus strömte die erwärmte Luft durch in'den Wanden befindliche Röhren in die Bsdezellen, während daS heiße Wasser durch Röhrenkitungen aus 3 großen über dem Ofen angebrachten Kesseln in die Baderäume abfloß. Der Badende begab sich zuerst in das mit allen Erfordernissen rafsinirtestcr Toilettenkunst verschwenderisch 'ausgcstattete Auskleidezimmer, Axodyterium, bei welchem der des Winkes seines Herrn gewärtige Sklave mit dem Badeapparat seiner harrte. Der Badeaxparat bestand in einem künstlerisch ausgestatte? en Ring ; an ihln hingen die löffclartig ausgeholten Schabeisen zürn Entfernen ' des Schweißes und OelS von der Haut, den Spuren der Uebungen in der Palästra ; ferner trug er die kugelförmig gestaltete Oelflafche mit herrlich duftenden Salben, die bestimmt waren, die Glieder gejchmcibig zu machen und die Haut, deren Poren durch das Bad überall offen waren, gegen dte Zugluft zu verwahren. Der Entkleidete wandte sich in das 200 Fuß lange und 100 Fuß breite, im Schmuck majestätischer Granitsaulen und reicher Marmorverzkerungen prangende Texidarium, nm durch Transpirieren in besten
stark erhitzter Luft den Körper auf das folgende warme Bad vorzubereiten. Zn diesem Bade betrat er die Rotonde des Caldariums, indessen grosen 'Porphyrbecken immer erneutes, warmes Wasser quoll. In einer Nische dieses Gemachs befand sich ein rundes, flaches Becken, Labrum, welches zu kalten Uebergießungen bestimmt war. Von hier ge langte der Badende ins Frigtdarium, in dessen weitem Becken der Körper durch ein kaltes Bad gestählt wurde. Damit der Transpiration ein Ende gemacht wurde, eilten Diener mit leinenen Sucher? zum Abreiben, mit Salbenbüchsen zum Einölen des Körpers herbei, und endlich hüllte sich der Römer wieder in feine bereit gehaltenen Gewänder nnd schritt nach den Palästen, die dort zu gymnasti' schen Ucöungen neu cingetrossenen Freundr zu grüßen, das kunstvolle Vallschlcudern in der eigens dazu eingerichteten Bahn zn kritistren, von den Tribünen dem Nennen im Stadium zuzuschauen. Oder er eilte, nach den Säulenhallen des jgo, fes, in denen schon zahlreiche Römer umherwandelten, theils die Ereignisse des Tagcö, theils die an den Wänden angeschlagenen öffentlichen Bckanutmachungcn besprechend. Oder er ließ sich in die an großartigen Schätzen reiche Gemäldegalerie locken, in die durch du berühmte Sammlung vom TrajansForum verstärkte kostbare Bibliothek; in den in blendender Pracht tec Skulpturwerke strahlenden Erholungösaal, worin die schönen, eleganten Frauen Roms mit ihren glänzenden Augen, ihrer fröhlichen Laune ihm die Stunde bis zum Mahl pfeilschnell entfliehen ließen. Zögernd riß er sich los, mit flüchtigem Gruy die zn philosophischen Diskussionen in den Schalen Versammelten musternd, vom Sklaven zu den in der Vorhalle seiner harrenden Sänftenträger.: geführt. Mehr als zwei, Jahrhunderte boren die Thermen dem Römer ihre Ricscnhallcn täglich zu Erholung und Zerstreuung. Als der blonde Westgothenkönig Alarich 409 die mächtige Roma mit Feuer und Schwert bezwäng, siel manches kühne Werk der Baukunst im hitzigen Sturm. Die festen Mauern der Thermen Diocletians hielten Stand. Ein neues Jahrhundert verging. Der tapfere Ostgoihenführer Vitiges. der sonnige Toiilas hatten ihre verzweifelten Lertheidigungskämpfe in Rom zn führen, und von jener Z-it an vcrstnmmt der Bericht über dir Thermen. Nicht nur die Aqua Murcia hatte die Wasserlfitunzen in die Stadt geführt, auch die feindiichen Schaaren Belisars hatten ihren Weg durch sie gefunden. Da schnitt Vitigks diese Feindesleitungen ab, und es schwiegen die plälfchernden Springbrunnen, leer blieben Wannen und Schwimmbecken der Bäder. Fehlte es nach dem blutigen Kampfe des jungen Totilas, 557, doch auch an Badenden selbst. Rom war entvölkert, die Bäder waren überflüssig geworden. Der Flü zielschlag der Jahrhunderte brauste über sie hin ; die Trümmer, zerstörter Paläste wurden in ihre weiten, Hallen und Bah nen gkwsrftn; zu Schutt nnd Moder sank ihre einstige leuchtende Pracht, nur noch in einzelnen hoch aufragenden, gewaltigen Bogen und Mauermassen die christlichen Römer an die Stätte mah nend, die durch den Plan des machtvollen Geistes Diocletians einst eine der glänzendsten, durch die Arbeit der frühen Vekenner Christi eine der gewaltigsten der geweihten der Veltbcüerrfchenden Roma gewesen war. ' Folgen einer Ohrfeige. Volle (zu Stolle): Na sage mal, was ist denn das für eine Geschichte gewefen zwischen Marcuse und Dir? Ich habe so manche darüber gehört, bin aber nicht so recht klug daraus geworden ! Stolle: Na, das war nu so! Das kam durch Meyers Frau! Nämlich so: ich hatte verschiedenes an ihr auszusetzen und Marcuse wollte das nicht leiden und so gab eiu Wort das andere und schließ(ich Haste nicht gesehen ! haut me!n Marcuse aus und langt mir eine Maulschelle mit Doppelfo .len 'runter. Nanu kannst Du Dir meine Wuth denken! Aber, ich blieb ruhig und gesaßt und sah jedenfalls so. drohend aus, daß die anbereit Freunde Marcuse zurückrissen, wahrscheinlich, damit ich ihm michts thun sollte ! Bolle: Nun waren die Folgen wohl sebr ernst! Stolle: Natürlich, sehr ernst ! Bolle: Na, und wie? Stolle: Na. ich wiederhole bloß, sehr ernst! Denn in Folge der Maukschelle war meine rechte Backe mehrere Tage lang recht tüchtig geschwollen, so daß rch zTHanse 'bleiben' mu sch k Wolle ; Na, uud.' weiter? ! Stelle: Ist das noch nicht er:: st genug? Erst g e st er ii h 5 h e n w It w i cd er z ufa ii in t n tn,tip-tn 'i;vvnt-nl . ,? i ;S o j n ng und sch on .... .. .Wie alt bist Du,' Minnie?" Zwölf ' Jahr. Herr Doctor." Wirklich ! , Ich a t t 50 i ! u r j 1 n ci e r g c a t i e ii 1 i c lmeicheltt, Hert Doclor !" , , ,; f . 'ifii' i,, .'.",.-!-'s ; ,:H.- B ii ' .r - Schanspieler(stol.): Meine Frau ist eme so gefeierte Kün,rlerin daß oiDnoch oorzK ,ier Armbander versetzen in können l" : iS'i'ji;!! si;5J,!f':.,l i& 'iit0S '- - '1 ,
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tllt vütt genau . crzayren, was i ziemt. So frage nimmer an bei Frauen ; Wenn man bei einer auch die Klughrll . . ' rühmt,' , Nie darfst Du ihrem Urtheil treuen, Eh' Du es selber prüfst auf seinen Zweck, Und wenn als Selbstzweck Du Vernunft d'rin findest, Beim Zeus! So kommst Du rascher doch vom Fleck, Wenn Du sogleich Dein eigen Licht an zündest. Als daß ein Weib zur Leuchte erst benutzt wird, Das doch nur leuchtet, wenn es gut geputzt wrrdl Gedankensplitter. Der Neid der Frauen ist das trciocndt Element sür viele Männer. Wer auf sich warten läßt, muß gewärngeu, daß der Wartende sich alle feilre Fehler vergegeuwarttgt. , Zehn Gelehrte können eher ihr Wissen geheimhalten, als ein Ignorant feint Unwissenheit. Es gibt Leute, denen stets nur daran liegt, den Nagel auf den Kopf zu treffen, mag auch die Spitze dem besten Freund in's Herz dringen. Alles schon dagewesen. Man betrachtet gewöhnlich das Einsperren der Metalle 'zur Erzielung einer un- , gerechtfertigten Preissteigerung als eine moderne Errrrngenschaft". Demgegenüber ist es gewiß von Interesse, daß derselbe Versuch, welcher vergangenes Jahr . beim Kupfer fehlschlug, bereits vor circa 350 Jahren in Deutschland vergeblich mit dem Zinn unternommen wurde. Die Kunde von diesem Versuch ist uns in einem Gntachten erhalten, das Hans von Bernstein dem Kurfürsten August von Sachsen im Jahre 1584 abgab. Der Alchemist Sebalt Schwertzer, kmsachsischer Faktor in Augusts Diensten, hatte dem Letzteren gerathen, den gefammlen Zinnbergbau dadurch in feine Hand zu dringen, daß er alle Gewerke nach und nach auskaufe; die Kosten würden bald vom Zinnhandel eingebracht werden, wenn für die vielen Käufer nur ein Verkäufer da sei. Man brauche daher nur, da Zinn wie das tägliche Brod gekauft werden müsse, mit dem Verkaufe einmal längere Zeit inne zu halten, um den Preis tüchtig in die Höhe zu treiben. HanS von Bernstein widersprach diesen Ansichten in seinem Gutachten, in welchem er ausführte, daß das Zinn rasch falle und steige und auch nicht, zu jede Zeit wieder zu Geld gemacht werden könne. Zum Beweis führte Bernstein an, daß die Augburger KauflcuZe Meyer im Jahre 1548 den Versuch gemacht hatten, alles Zinn in ihre Hand zu bringen. Sie hätten jedoch bei dem U.'.'ternehktten eine Tonne Goldes verloren und großen Schaden noch außerdem dadurch nge-.., richtet, daß Bergbau nnd Zinnhzn?el jahrelang darniedcrgelegen hätten. Die ebenso schone wie liebenswürdige und mildthätige Herzogin E. in London hatte einen Lazar" zum Besten eines Krankenhauses veranstaltet und in demselben auch selbst einen Vcrkausöstand tlbcrnommen. An diesen trat Lord P., ein reicher, aber als schmutzt ger Geizhals in ganz London bekannter Gutsbesitzer heran, beguckte sich die Sächelchen alle ganz genau, ohne jedoch
irgendwie die Absicht zu verrathen, etwas kaufen zn wollen. Die Herzogin glaubte, , ihn aufmuntern zu sollen, und fragte in 1 T liebkuswürdkgstem Tone : Ist nichEW! ' , r m ? r - n , r .. w .'tf v"
vreuerczr ein yuocyes .'corlzvucy gezai. lig?" Dcnke, brauch: kcins! xoss die Antwort. VikUeichteinenBleistift- ; , halte??" Danke, schreibe nicht." ' Oder hier eine appetitliche Bonbonniore?" Danke, nasche nicht." Die Herzogin stutzte, lächelte dann aber den Lord, an dem ihre bittenden Blicke so ganz wirkungslos abgeprallt z?ann, etwas boshaft an und bemerkte schließ, . lich: Ich würde Ihnen, mein Herr, ; gern noch dieses Stück Seife anbieten, aber ich fürchte die Antwort zu erhalten: ' Danke, wasche mich nicht!" Alles . lachte, der Lord verfchrvand schleunigst, 7 die Herzogin aber hatte bereits eine Stunde nachher ihren ganzen Stand aus- ; verkauft. r': Die erste Beb! n g . Zwei junge Damen haben sich einkn . j Nachen genommen, um auf den,' nicht breiten und melZenbewkZten aber doch c! ziemlich tiefen Flusse zu fahren. Weide verstehen vom Rudern nicht viel und als j, sie nun noch die Plätze wechseln wollen, f kippt das Fahrzeug um. Die in's Wasscr gefallenen Damen kreischen m Wle. Ein junger Mann hat den Unfall vom' User ans bemerkt, und nachdem er sieH eine Zeit lang hat zappeln, lassen, ruft er endlich: Meine Damen, wenn Sie mir schleunigst schwören, daß ich keine von Ihnen zu hnrathen brau che, hol' ich Sie alle Beide 'raus!" . . Eigenheiten. A. : Glaubst.,) Du wirklich, daß unser Freund Schnusscl , 'ein guter Colnponift ist?" B.: Leicht möglich. Wenigstens hat er, wle seine berühmten Brüder in Apollo, seine Eiaenheiten. Während z. B, Rossini hie Gesellschalt schöner Frauen braMte während Richard Wagner die .schönstcH
Wetjen erfand rnmtttcn wcrlhvollerKuun, " gcgenstände bringt's unser Freüsnd''!sm d testen ferkig, wenn er sich rings umaeben
sieht von uompozuromn anderer MnV e r l o ck t nd e ZI n s s i ch t. rau: . ...Halten nnryNStl ctir, Anua, wenn auch der Lohn cering sst ! . . , Wissen, Sie, ww,n,nHnik:delZ 'mal aro sind, dann kerrMeäsiezlnd HochLttten bxmpn inuuer Trinkgelder nur sich!" '' . " 1 kiii .jfc !: '.1 :! 'Äifiii Bei 7"m or t " g e'n;,l!&''mjin,:,ni! tzEntschuldtFen Sie, ' Herr PtölzssoK!ich' habe meine Arbeiten nicht machen können "tch war so beschränkt vmitHer!?Zei, t ß;; Ja. ja, Müller Sie werden ; wirk, r-5pxit:cr Sei nmcelf(rf tÜ ,:,:;! u- Au s , , tintnitjt.$$S$T eijthebus ;: nf SDcut lorib x mern die Katze, wenn die Menschen zu viel getrunken haden." ':$ 'iiiiM I
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