Indiana Tribüne, Volume 13, Number 254, Indianapolis, Marion County, 1 June 1890 — Page 6
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Zum Lobe der zrmerikanerw. fts tine fafft HszIlran die TestZche't ' Eine jetzt in Deutschland lebende New Forker Dame, Frau Rosa Watteyne, rerofsentlicht folgende interessante VeoPachtungen: Die deutsche Frau kommt dabei nicht besonders gut weg, dagegen mtb die Amerikanerin ungebührlich gelobt. Der Artikel wird jedsch alle fchonen Leserinnen sehr lebhaft interessiren. Er enchält neben vielen UeSertrelbungen seh? viele Wahrbeiten nnd daß die ante riksnische Haussran weit besser ist. als der Ruf, welcher ihr von vielen Deutfchen gegeben wird Wer wollte das destreiten? Frau Watteyne schreibt: wDie Amerikanerin ist trage, putzsüchtig und eine Feindin aller Hausarbeit, sie oerdringt ihreTageauf dem rooKZg-o!ia!r, kaut candy und ehewing-gura, pudert und schminkt sich und ist zu selbstsüchtig UM sich in das Wesen eines Andern, sei es auch ihres Mannes, zu vertiefen." Gewiß hat schon jeder dieses Urtheil gehört und gelesen. Viele haben es auch gedankenlos nachgesprochen, aber alle denkenden Menschen, die den Dingen auf den Gwnd gehen, und sich selbst ein Urtheil zu bilden suchen, sind sich darüber klar, daß wenn es wirklich viele solcher Frauen in Amerika gibt, dieselbe nicht alle Anglo-Amerikanerinnen, sondern zum großen Theil eingewanderte Freuen sind, besonders solche, die in der alten Heimath schwer arbeiten mußten, und in ber neuen keinen rechten Gebrauch von ihrem Geld und ihrer Freiheit u machen wissen; und daß es aber auch m andern Ländern, zumal in Deutschland, viele solcher Farnen gibt. Hier in Deutschland sind die Schaukelstühle alLerdinZö nicht fo allgemein roie bei uns (in Amerika), dasür sid die Chaiselongues viel bequemer, u?:e unsere loua ges, da verleben denn Tausende von deutschen Frauen ihre Tage auf denselbm, lesen Romane, und roenn sie es noch nicht zu taffy nnd chewing-giim gebracht haben, so naschen sie den ganzen Tag bößberas. Es wäre interessant, statistisch? Berichte darüber zu lesen, welche Quantitäten bon-bous verzehrt werden, denn fast alle Damen tragen sie jetzt in den Taschen, und die Kinder werden sehr an dieselben gewöhnt. 88 keine boG-bona verzehrt, vernascht ebocokde tafklrseife. ES, wird aber Niemandem' einfallen, diese Frauen Hausfrauen zu nennen. Die i'imerikanerin, die eine Hausfrau ist und fein rsill, kann arbeiten, daß Ander? von ihr fernen können. Es gibt genug deutsche eingewandert Frauen, die offen eingestehen, daß sie von AngloAmerikanerinnen gelernt haben, und zwar Arbeiten, wie sie nie von zarten Frauen hLnden in Deutschland verrichtet werden, z.V. TüPezieren, Wände rreißen, schwere Brüsseler Teppiche zusammennöheu und an dm Fußböden a:?nazk!n. Beim Iimifieclcaiiing leistet, besonders die auf hm Lande Wohnende AngloMnuris kancrin, Unglaubliches. Freilich sieht man t$ ihr ML an, wenn sie über die Ströße gebt, sie läßt sich in der Haltung und Kkldüng nie Zehm, während viele Deutsche tüchtiges Arbeiten und eine hübsche Erscht'-NUNZ für unvereiNbar Hai ten. Die Amerikanerin arbeitet viel ruhiger wie di: Deutsche, sie regt sich nicht wegen Kleinigkeiten auf. erhitzt sich nicht, vermeldet alle Umständlichkeit. Ihr Tagewerk vergeht kleichmäßig, sie hat kaum jemals etNias Unverhofftes zu erwarten. Ihr Mann ist pünktlich, sie weiß stets, zu welcher Minute er daS Haus betreten rnrd, er bringt nicht unverhofft Gäste mit, sie wird nicht durch unerwarteten Kafseebesuch überrascht. Kommt ein Besuch, so verplaudert sie Hin Stündchen im Parlor mit ihm, oder adet ihn ein, die nächste Mahlzeit (Lunch Der Dinner) mit ihr zu speisen, dann Wacht sie kein: besonderen Umstände mit I ihm. Ganz anders die Deutsche, sie weiß nie, was ihr der neue Tag bringen wird. Wahr ist, daß die Anglo- ' Amerikanerin lieber Näharbeit wie Hau-arbeit besorgt, sie möchte nicht den ganzen Vormittag kochen und noch den halben Nachmittag in der Küche arbei ten, wie so manche Deutsche, sie eilt sich mit der Hausarbeit, um zu der Näharbeit zu kommen, denn es wird in amerikanischen Familien tausendmal mehr geschneidert wie in deutschen, obgleich die 'Amerikanerignen diese Arbeit nicht soder nur feit einiger Zeit) im Kursus erlernen, wie die Töchter deutscher Familien. Die Amerikanerin wird stets alle arUlU und zeitsparenden Einrichtungen mit Freuden begrüßen, sie weiß sie sofort zu schähcn, und leistet mit denselben das Besimöstliche. Daß die Deutsche das nicht thut, daß sie bequem ist, kann man tägl'ch im deutschen Vierte! New Yorks an den Frauen beobzchten, die echt deutsch geblieben sind , d. h. die ihre Tage iu Gcmüchsruhe bei der Hausarbeit verbringen und sich nur niedersetzen, um zu stricke.'. ?). Und dieses Stricken nennt man KU.i auch tu Deutschland Maske des Müßiggangs". Die klugen Amerikar:erinnen Haben langst eingesehen, daß das Stricken zwar keine durchaus nutzlose Vcfchästigunz ist, daß es aber nie 1 so viel einbringt, rm'c die darauf erwendete Zeit werth ist. Wie Amerikanerinnen leisten nicht v'nl in Handarbeit, das ist wahr, sie lernen dieselbe ja auch nicht in der'Schle von klein an, aber sie haben ein underbarcs Geschick, um alle Arbeiten nachzumachen und schnell zu lernen; wemi sie trotzdem nur leichte uruarbeitcn anfertigen, so thun gar , v'icle Teu:iche heutzutage ein Gleiches, es ist j.r Mede. Senil die Angls-Amerikanerm niHt v:cl Scir auf das Kochen verwendet, ja liegen - nicht an ihrer Trägheit, wie so est h foulet wird, sondern sie ist der Ansicht, das; die Deutschen den wahren Gesimses ihrer Speisen durch die vielen Zuthaten und Saucen verderben und verbergen, und das Fleisch viel tt viel schmoren und ausbraten. Sie hält das tagliche Suppenessen nit Recht tusch den neuesten Lehren der Gesundheitslehre) für ungesund. sie,?mde ihre Gemüse nicht mit Mehl verkleistere, oder embrennen, eil sie ihr dann nicht mehr schmecken würden. , Es wäre gut. wenn die Deutfchen ihre 5tinder an die von den Amerikanern so hoch , geschätzten ' Nahrungsmittel gewöhnen möchten, nämlich: Ha
fergrütze, Wcißschrotmchl, Schrotbrot, besser wie sie mit Wurst zu füttera und dem vielen blähenden Kraut.dcn Klößen, die an Unverdaulich kcit gewiß den amerikonischen t'ies" gleichkommen. Ueberhaupt denkt man ja in neuerer Zeit: Heil dem Volk, daß noch nicht den Geschmack an süßen Mehl- und Milchspeifen verloren hat. Diejenigen Menschen, die immer nach Fleisch verlangen, sind schön chronisch krank. Was die Wasch ebehandlung anbetrifft, behaupte ich, daß die Amen kancrin den inDeutschland lebenden Frauen über ist. Daß Soda für die Wäsche schädlich ist, haben die Amerikaner längst gewußt, und Soda sowie die vielen j'chcrfen&oap powlers werden bei ihnen nur heimlich von Dienstmädchen und Wäscherinnen benützt, dagegen ist Borax allgemein im Gebrauch. Hier (in Deutschland) bekommt man erst jetzt eine blasse Ahnung von der Schädlichkeit der Soda, man fängt erst an, Borar zu benutzen. Solch blendend weiße Wäsche wie man bei uns fast überall sindet, sindet man hier nur bei den besseren Standen. Es ist hier jetzt ziemlich allgemein, jede Woche zu waschen, oder alle 14 Tage, aber dennoch nimmt das 4 5 Tage in Anspruch. Es ist also viel anerkennenswerther, wenn die Amerikanerin in ihrer Haushaltung, in der so viel Arbeit geschieht, die Wäsche in so fabelhast kurzer Zeit (nach hiesigen Wegrissen) fo blendend weiß erhält, wie die Deutsche nur mit vieler Umstäudlichkeit Hilfe und mehrerc? Personen thun kann. Freilich be nützt man hie? viel mehr farbige und ungebleichte Wäsche wie bei uns. Zu den Dingen, die in Deutschland bald der Vergangenheit angehören werden, gehoren die großen Bleichen. Man sieht hier höchstens zweimal im Jahr Wasche auf der Bleiche, man trocknet im kleinsten Landstädtchen sowohl, wie in den Großstädten auf dem Voden. Man sage nicht, weil es hier nicht viele flache Dächer gibt, sei Niemand auf denklugen Gedanken gekommen, auf dem Dach zu trocknen, denn das Denkervolk kommt auf wenig praktische Gedanken. Die amerikanische Glanzplätterei wird bier jetzt erst gelernt; überhaupt hat oas Wort amerikanisch arbeiten" hier einen gnten Klang. Besonders die Art, Obst einzulegensindet Beifall und Nachahmung. Die Amerikanerin ist nur stolz auf ihre Wäsche, wenn dieselbe von allen Nachbarn gesehen im Hof hängt, die Deutsche liebt ihren Wascheschrank über Alles, das ist sehr schön und bewegt manche Leute zu rührenden Ergüssen, es muß aber Alles seine Grenzen haben. Wenn es den Gesnndheitsrücksichten entsprechend ist, mehr Wasche zu benützen als hier üblich ist, müssen die deutschen Frauen sich auch entschließen können, dieselbe im Gebrauch zu sehen. Von den Amerikanern, die seit langer Zeit wollenes Unterzeug tragen, haben noch u?enige daran gedacht, die u?eißen Hemden deshalb aufzugeben, von den deutschen Männern aber, die Prof. Jägers WollHemden traq:n, Ziehen gar wenige weiße Hemden darüber, ihre Frauen würden es nicht zugeben, sie müßten sonst ihre ganze viclgerühmte Sparsamkeit aufgegeben haben. Daß es mit dem Elnsübren von praktischen, häuslichen Einrichtungen hier so langsam geht, kennzeichnet deutsche Verhältnijje. Mit dem Einsühren von elekirischem Licht, Telephon u. s. p. war man schnell bei der Hand. Diese Ersindüngen kommen nämlich zunächst den Herren der Schöpfung zugute, und diese denken noch nicht daran, den Hausfrauen die Arbeit zu erleichtern ; und die Hausfrauen? Die haben ihre Dienstboten. Sie haben durchschnittlich viermal so viel Hilfe, wie unsere Frauen. Doch muß zugegeben werden, daß die Wohnungen in Deutschland viel reinlicher sind roie die amerikanischen. Das liegt erstens daran, daß man hier die Fußböden täglich seucht 'aufwascht, und somit kaum ein Bischen Staub auf den Möbeln hat. In Amerika enthalten die Teppiche eine Unmenge Staub ; derselbe wird beim täglichen Kehren sicherlich zum großen Theil nur aufgewirbelt, fliegt aus die Schränke und höher liegenden Gegenstände, fällt fpäter wieder herunter, um am nächsten Tage auf's Neue aufgewirbelt zu werden. Außerdem hat die Deutsche viel mehr Zeit zum öieinigen, sie kocht ja nur eine Mahlzeit läglich (die Bereitunc; einer Abendsuppe oder einer Mehlspeise zahlt kaum im Vergleich zu dem, waS auf einen amerikanischen Tifch kommt), sie rsäscht. plättet, backt fast nie im HauS, sie näht sehr wenig. Die Deutsche kocht nur eine Mahlzeit täglich, grau Nosa? Wo haben Sie denn das Märchen her?) Eine deutsche Küche gleicht ost einem Schmuckkästchen. Der Fußboden (!,läit, der Osm ist weiß, die Gesäße für Mehl, Reis u. s. w. sind weiß, das Holgeräth ist schneeweiß gescheuert; dazwischen glänzt das Zinn und Kupfergeschirr wie Silber und Gold, auf den Küchenbrettcrn liegenroeiße, mit farbigem Atlasband durchzogene Spitzen. Beim Anblick einer solchen Küche sat man sich: hier wird nicht viel gearbatet und thatsächlich besteht die Hauptarbeit im Scheuern und Pützen all' dieser Sachen ; dasür hat die Amenkanerin keine Zeit. Aus dem Grunde nun, daß es in einer deutschen Haushaltung vieler Personen sedarf, um die Arbeit' zu thun, und dat Mädchen weit davon entfernt ist, AUei allein zu besorgen, bekommt man kein tüchtiges Mädchen direkt aus Deutsch, land.' Mau zieht sie den anderen vor, weil sie treuer, redlicher sind, nicht tritt ken, wie die JrZänderinnen, und williger zu? Arbeit sind, aber mau muß sie anlernen. Man bekommt vielleicht eine gute Köchin, eine gute Kümmerjungfer direkt vom Schiff, aber siÄ in jede Arbcit fügen, sowie Zeit und Arbeit rkchtie eintheilen, das lernt mau nur in Ame rika.. D!e Amerikanermat es dadurch, datz sie nichts tragen will, dazu gebracht, daß ihr die kleinsten Pakete in's Haus .geschickt werden. Das kann die Deutsche noch nicht, sie hat ja ihr Madchen, das zu jeder Zeit willig fortlauft; aber die auf dem Lande, wohnende Deutsche',! kann sich mit der Post viel mehr schicken lassen, als bei uns üblich ist, und' sie läßt ,sich Gebäck sowohl roie andere Eßwaaren schicken, braucht also nicht zu backen.
während die auf dem Lande wohnende Amerikanerin fast täglich bäckt. Die Amerikanerin gesteht ihre Ncigungen und Abneigungen -viel offener ein, wie die Deutsche. Wenn sie nicht gerne Hausarbeit thut, schämt sie sich nicht ; wenn sie keine Dienstboten halten kann, geht sie in's boareÜng douse. Die Deutsche wird sich unter jeder Bedingung den Anschein geben, als sei sie eine gute Hausfrau.- (5s steht aber fest, daß die Zahl der in Deutschland in Pension lebenden Personen im Zunehmen begriffen ist. Es wird in Deutfchland viel mehr Familienwäsche in Anstalten gewaschen wie bei uns, wenn es aber bei uns größere Anstalten gibt, so muß man hören, was sür Wäsche sie besorgen, nämlich steaiursliin-, sleopinF-ear-, äininZ.-cars und Hotelwäsche, die es in Deutschland nicht in so enormer p gibt wie bei uns. Es wird auch gesagt, die Amerikanerin sei nicht sparsam und kause nur. Schund und Firlefanz. Das ist ni't wahr. Die von den alten Holländern und Puritanern abstammende Amerikanerin ist ebenso fleißig, wie sie sparsam ist. Sie versteht die Kunst, mit der Zeit zu sparen, wooon man m Deutschland wenig weiß. Sie versteht eö, ihr Geld gut einzutheilen; sie ist eine Meisterin darin, alte Kleider in neue zu verwandeln, d. h. Kinderkleider und Hauskleider ausübenselben zu machen. Bisher beglückte man in Deutschland arme Verwandte mit denselben. Sie ist viel zu klug, um Schund ;n kaufen. Der Schund wird von denjenigeirEmWanderern gekauft, sür die es etwa Jceues ist, in Sammt. Seide und Spitze zu gehen, die noch nicht Gut nnd Schlecht unterscheiden gelernt haben, die die amerikanischen Preise' noch nicht kennen. Es ist unter der Würde mancher Deutschen, ebne Hülfe zu arbeiten; aber seltsamer Weise ist es, nicht unter ihrer Würde, vor den Dienstboten zu feilschen und zu knikkern. Trotzdem werden auch hier die Waaren als spottbillig angepriesen, man studire nur, was man heutzutage Großes in der Reklame in Deutschland leistet. Die Amerikanerin rechnet infofern besser als die Deutsche, als sie sich gleich von vornherein sagt, daß es ihr wenig einbringen wird, an vielerlei ein bischen zu sparen Uk;d einen unbedeutenden Nebenerwerb zu treiben. Sie giebt sich lieber ganz und voll einem Beruf hin; das gereicht ihr wahrlich nicht zur Schande, man sollte, nicht darüber spotten, sondern es als ein Glück betrachten, daß sie Lehrcrin, Buchhalterin und Geschäftsfrau wird. Das sind viele Französinnen, Belgierinnen, Wienerinnen auch, und in Deutschland sterben die alten Jungfern aus, von denen manche vorder Welt ein glänzendes .Elend ertrugen und heimlich für Stickcreigeschäste arbeit:ten, weil es eine Schande war, Geld zu verdienen. In den meisten Landern sind die Frauen in der Mehrzzhl ; sie können gar nicht alle heirathen, nicht alle Hauöarbeit thun ; da sollte man die amerikanischeu Mädchen loben, daß sie selbststänbig werden, und später ihren Venvandten nicht zur Last fallen. Erwicssnermaßen geben solch: Mädchen doch noch sute Hausfrauen, eun sie Männer belemmcn. Die rastlos arbeitende Amerikanerin steht freilich geistig nicht so hoch, wie manche Deutsche; es geschieht ja auch nicht so viel sür ihre Ausbildung im Elternhause, wie für die Letztere. Die Deutsche ist belesener, aber besteht ihre Lektüre nicht zumeist ans Leihbibliothekund Lesezirkel-Büchern, ist das nicht die Klage aller Schriftsteller? (Im Lesezirkel obsnniren heißt so viel, als mit vier ndern Familien zusammen monatlich kinen geringen Betrag bezahlen wofür man 40 Zeitschriften reihum leihweise erhält). Die Deutsche liest zu ihrer Unterhaltung ; man muß sich nicht einbilden, daß sie deshalb auf dem Gebiet der Literatur sehr bewandert und mit den neuesten Lehren der Gesundheitspflege vertraut ist. Wäre das der Fall, dann müßten schon längst die Federbetten und die Wickelschnnr aus Deutfchland rccfchwunden sein, dann wäre es nicht so schwer, die Leute dazu zu bewegen, ihre Zimmer und ihre Betten auch im Winter täglich zu lüften. Man rathe nur einmal der einfachsten, ungebildetsten, in Abgeschiedcnheit lebenden Amerikanerin, ihr Kind wickeln, ihr eommon sensc wird ihr jagen, daß daZ unrecht ist.. Die Amerikanerin ist viel empsänglicher sür neue Lehren, die Deutschechält vieWinige? von dem, was in den Büchern steht, lS was Mutter und Großmutter sagen. Wer deutsche und'omerikanische'Vabies besbachttt hat, muß sagen, daß die Erttcreu viel meh? zu bcdäuern sind als He Letzteren: die befinden sich fast ausschlieKlichtn Handen von Dienstboten,' (bic aus den besseren" amerikanischen Kreisen etwa nicht?) haben fast Alle Säugläppew und Gunn.listöpsel im Mund, sie werden fast Alle mit her Flasche aufgezogen Wer ' Frau Watteyne, was fällt hnen ein?) Bei uns in Amerika ist die ÄterUichteik unter den Kindern größer, das liegt am' Klima, an der schlechten L'tft in Htu ZW ementhSusern, an dem-Umstaich, daß' man in den Großstädten taiM' MM Milch bekommen kann, in Deutschland kanu 'man das noch. Den besten Beweis dasür, , daß sür ' emerikanMi "'Wf besser gefergt wird, lieferNl'die -KKMA wäzen. Werden b i es e; ' "' nt e;i frt. 1 1 e'ii!:i Wägen auch zu zierlich gebaut, geschieht auch zu viel für ihre äußere Elecain, so L. s t t ' f - .Ml'ifaV v'Viifi! Mb i doch der denkbar beste Aufenlhalt D ort, sür eilt Kind. ' : ' 1 :c s'Dort kann es von : allen Unten der frischen Lust umsttichen werden, und ist doch' ste' vor der Sonne beschützt, weil man den Schirm gegen dieselbe inci den kaun. In Deutschland fahren noch Üfccui sende von Müttern HrxlSRf in den Tiefen eines 'WWDMVH der nnd mit Federn ZiuMHW Vorhänge' dicht zugezogen, uu'd bilden sich dabei eilt,- sie, ettitMMsMHft Die Amerikanerin ist die geborene Krankenpflegerin, es kommt ihr dabei ihre Kaltblütigkeit, sowohl wie ihr, ruhiges Walten und ihr Wohlthätigkeitssinn' zn Statten. Die Deutsche ist vielleicht zu ängstlich dazu, sie verläßt sich in Krankheitsfällen vielmehr auf eine Pflegerin wie die Amerikanerin, sie muß Hilfe ha-' ben, kann nicht allein sein, wagt nichts zu thun, wenn sie es nicht im Kursus er-
iSSCSZ lernthat. Und darin thut sie nicht unrecht. Die Amerikanerin unternimmt entschieden nt mtl. Sicherlich würde die Sterblichkeit unter den amerikanischen Kindern nicht so groß sein, wenn die Frauen nicht außer ihrer vielen Arbeit auch noch Nachtö wachen und Kranke pflegen wollten. , Selbstverständlich gibt es auch in Deutschland Arbeiterfrauen, die nichts im Kursus erlernt haben, und die keine Dienstmädchen halten, es wäre auch schwer zu sagen, was die letzteren bei ihnen thun sollen. Eine ganze Arbeiterfamilie bewohnt eine einzige Stube, sie kochen natürlich weniger wie die Bemittelten, ihre Wäsche ist gleich Null. Sie .sitzen den .ganzen Nachmittag vor der Thür und striken, wenn sie nicht für Zremde arbeiten. Sie gehören auch einem ganz anderen Stand an, sie sind wie Wesen aus einer anderen Welt, man sieht sie an Karren gespannt und Lasten ziehen, auch beim Bauen Mörtel und Steine tragen, obgleich es sich für die An--deren noch nicht einmal schickt, einen Krug Wasser zu tragen. AuS diesem Stand rekrntiren sich unsere Dienstmädchen. Die deutsche Kindererziehung ist lange nicht mehr so streng, wie tte es gewesen sein mag. Die 'deutschen Kinder bewegen sich ganz frei und ungezwungen, !sie werden nicht mehr in die Kinderstube Iverbanut, sie nehmen eisrig an der Unterbaltung der Erwachsenen Theil und sprechen ihre Wünsche ungenirt aus. 'Sie sehen sehr darauf, daß ihre Kleider nach dex Mode gemacht werden, sie wollen Siirnlockchen und Tournüre nicht entbehren, (die 0 Lsahrigen) sie sind fast ebenso naschhaft .(Bonbonsnaschen erwähnte ich schon) und putzsuchtig wie die amerikanischen nicht allein die Kinder wohlhabender Großstädter, sondern auch die kleinstädtischen. Ich habe es in Familien und großen Pensionaten beobachtet. Sie zeichnen sich von den ameri kanischen vortheilhast dadurch aus, daß sie gegen Erwachsene ehrerbietig sind. Aber diese Ehrerbietung ist ost eine erheuchelte. Wenn das amerikanische Kind mit seinen scharfen Augen und frühem Verstände etwas Komisches an Fremden entdeckt und ihm in's Gesicht lacht oder auf eine Frage eine zu freimüthige Antwort gibt, ist es sich in Folze feiner Erziehung keines Unrechts bewußt. Das deutsche Kind vergeht sast .vor Demuth vor dem Fremden und küßt ihm (in Oesterreich) die Hand, dann lacht es nnd äfft ihm nach, wenn er den Rücken kehrt. Wäre die deutsche Jugend wirklich so sehr von Ehrfurcht vor dem Alter durchdrungen, würde man nicht von solch' köstlichen Streichen hören, die sie ihren Lehrern spielt. Man wird finden, daß die ungebildeten eingewanderten Irland und deutschen Bauern ihre Kinder schlecht erziehen, aber nicht alle Amerikaner. Das Verhältniß der amerikanischen frommen Mutter zu ihrem Kinde ist das denkbar schönste. My raamraa knos best sagt sslch' ein Kind stets voll Zuversicht, und ist sehr wahrheitsliebend ; doch ist nicht attSgefchlossen, daß es im späteren Leben zum Lügner wird. Als Kind wird es seine Missethaten stets viel früher eingestehen, wie ein deutsches Kind, aber auch seine Unwissenheit man kann das täglich in einer Public School beobachten. Seine Mutter erinahnt und zankt es nicht den ganzen Tag, spricht sie aber ein Verbot aus. so wird dasselbe auch streng befolgt. Man mache nur die Probe, man gebe so einem Kind etwas, das ihm die Mutter zu genießen verboten hat, z. B. Kuchen mit Rosinen, es wird denselben standhaft zurückweisen mit den Worten: das hat meine Mama mir verboten. Von zehn Kindern deutscher Abkunft wetden'neun daS Verbotene im Mund oder in der Tasche verschwinden lassen, weil cS die Mama nicht sieht. Die Amerikanerin ist zu loben, weil sie ihr Kind nicht an beständiges Essen ge wöbnt., iNan macht der Amerikanerin mit Recht den Vorwurf, daß sie zu viel im Hause steckt. (Andere, Frau Rosa W., machen der Amerikanerin den Vorwürf, daß sie viel zu viel auf der Straße steckt.) Die Deutsche denkt viel mehr an Erholung. Wohnt man in kleinen Städtchen, sieht man täglich Hausfrauen, Ladenbesitzcrinnen, Schneiderinnen in die Wätde? wandern, und im Großen Garten in Dresden, im zoologischen Garten in Berlin sieht man täglich viel mehr kasseetrinkende, strickende Frauen wie in ke in macbl Was die erwerbtreibendm Frauen beiriffUo führt z.B. eine deutsche Sckmeiderin, die sich ein paar Tausend Thaler gespart hat, ein viel bequemeres Leben wie eine ameukanifche, die es schon zu einem großen Vermögen gebracht hat. Die Erstere hat freilich Stecht. Man r r " - j i. .... y Himmel ziz, heben und - die Amerikanerin Zn vcrprthrilm z die Letztere ; ist entschieden besser wie ihr Ruf. , ... , Llttfan g und Enöe. Schön ist der Lieoe erster Gruß Ein ahuungsvoUer Aotqenu ß ; , Kaum, daß er schwimmt int Redefluß, Durchbohrt den Jüngling Amors Schuß, Uyd hinterdrein sammt Tanlalus SltmTeufcl,,istderSpiritas. lEvMMuhrt rvieApfklAUs, ' ' ' chrcldt xt gar zum Ueberfluß, MMch -der. Arme trösten, muß. im m -der, Arme trösten, muß. i- i Es scheint ihm Alles schwarz wie Nuß, Er, wild der richte Kritikus Ms.,elÄ!ck itt ÄNwrilzttki -n; . w; m yui u IN l i WkN 50 u acnuu T:!'"w.wi-;i.if',:ji':i.. ! r .s ti , ,DesS.laildis.ü!l!iDlttu.ru3 ,-,,,. , Den Bct0cn!sesielt Hand und Fuß. Der Glückwunsch solgt aä omuidus. I GewohuteZ Ding Wird nun der Kuß, . Für jeden Andern ein Verdruß, . Tw trt n, Tm 1 'H ,.?r' ..7 , , " .vv. Hl IIKU U 1UUK. ä:-!i---"'::-iii:;:::-. "i -il-i:!'1 :" . :: -liinf:1'!! - . k V : ' '! f ih i m' W. Buchholz. 't: fM !;j , W'"'1:", 1:i'0,:5 !;:Ti Jl ti. ' H- 4 Aus der In structionsst u n d e. Unterossicur : Warum darf der Soldat nie den Köpf verliercnZs e,..t,!'?!!, cm 11 '"'" JJ'Vs. ' .ij-i I1,L. ;- i incuui: wfu er zsn t zu nun aus edeu ih&l lMM S!l -TT -,;,:!:! ii1 jl!'!
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unserem Zentral Park, ern Zeichen also, daß die deutschen Hausfrauen nicht allein spazieren gehet,, tun Einkäufe nt macben.
nein also, vatz zwischen beioeu Frauen ein großer Unterschied besteht ; eS ist unrecht, die deutscke ftrau immer in den
EinI.,! die Sache bringt zum Schluß. Mnist,d,er.Tag ein. langer Kußr. ,' Es stelzt die Welt iu lWrns, ' r ST"!-1! f-!ji,;i.. ... :L r , f. . li I
SS35 l&'M-' - " ' 'j - ' - Sex Sitike de? Hausfrauen. Z?0J ?l. Dewald. Wer hätte je gedacht, daß eS dazu kommen würde?! Ach. Sie wissen noch zarnichts? Das neueste Kabeltelcgrmum zus Melbourne meldet, daß in ganz Australien ein großer Strike der Hausfrauen ausgebrochen ist. Forderungen: verkürzte Arbeitszeit für die Frauen, verkürzter Wirthshausbesuch der Männer und Erhöhung des Wirthschaftsgeldes! Mein Gott, man kann ihnen so Unrecht nicht geben! Seien wir ausnahmsweise gerecht, wir Manner! Die Frau hat eben so AUt das natürliche Recht auf Arbeitseinstellung wie der Mann. Und dann verlangen sie doch gar nicht zu viel, die Männer in Australien natürlich nur,- denn bei uns ist das anders, gauz anders I Es soll fürchterlich dort drüben aussehen. Ich bin in der glücklichen Lage, einige nähere Mittheilungen machen zu können. Dumpfe Gerüchte durchschwirrten fchon Wochen lang vor dem Äusbruch des Strikes ganz Australien. Aber die Männer glaubten nicht daran die Thoren ! Schließlich verdichteten sich di Gerüchte zu Versammlungen. In hellen Haufen strömten ste herbei, die unterdrückten Frauen. Arm und reich, die Gattin des großen Handelsherrn wie di einfache Handwerkeröfrau aus der Von stadt: Alle, Alle kamen sie! Eine Jung' frau reiferen Alters, Miß Hosean (sprich Hose-an!), die für ihren Bruder den Haushalt führt, stellte sich an die Spitz der Bewegung und wurde denn auch ein stimmig zum Vorsitzenden der Versamm lung erwählt. 'Mitschwestern," begann ste ihren zündenden Jungfern"jpeech, endlich habt Ihr Euch aufgerafft zu einer enen gifchen That. Ja, es mußte dahin kom? m:n, unerträglich ist die Tvrannei der Männer! Wir müssen kochen, waschen, backen, plätten, scheuern und nahen den
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ganzen, lieben Tag lang, wahrend der Herr Gemahl im Eassee oder im WirthsHaus hockt, angeblich, um dort Geschäft? zu machen, aber das kennt man ! Und selbst im Comptoir, in der Werkstatt, im Bureau, in der Nedactions- oder Schulstube. .. . ist denn da die Arbeit gar so groß?! Kann ste sich auch nur entfernt mit der unseren messen? Ich sage nein, hundert Mal nein!" Begeisterter Applaus und tausendstimmiges no!" unterbrach hier die Nednerin, die alsbald fortfuhr: Wenn der Mann, angeblich ermüdet, in fein Heim zurückkehrt, dann beginnt erst sür uns die Arbeit, trotzdem wir mit wohl größerem Rechte auf's Nuhelager sinken möchten. (Bravo!" Sehr wahr!" Donnernder Applaus! Glocke der Präsidentin, die sich Nuh verschafft!) Ja, meine Damen, wir müßten eigenb lich von den. Männer , bedient werden. Sie müßten uns eigentlich die Filzpantoffeln und den Schlafrock anziehen helfen denn ich nehme an; daß die Mehrzahl Ihrer Männer sich dieser Kleidungsstücke bedient und wir müßten uns dagegen, nxrni es nach Recht und Verdienst ginge, aus's Sopha legen und die Zeitung lesen. Denn uns rinnt btt Schweiß von der Stirn, mit dem wir den Braten und die Suppe für unserer Tyrann gekocht haben! (Applaus!) W.' sollen ihm die Falten von der Stirn weglächeln?! Wer lächelt denn unsereFalten fort? (Mehrere anscheinend jüngere Damen: Ich habe keine ! " Ich auch nicht ! ) Meine Damen ich spreche hier symbolisch; ich meine die Sorgender Hausfrau, wenn nicht alles geräth, wie es sein sollte ;, ich meine vor allem den Aerger übcrdie Dienstboten! (Starker, anyaltender Applaus, mlt Bravorrtfen vermischt!) Ich bemerke, daß dies eine verwandte Saite in Ihnen erzittern läßt, aber ich gleite über die höchst erörterungswerthe'Dienstbotenfrage heut hinweg und komme wieder auf jene anderen Tyrannen, znrück, die unserem Herzen nahe stehen, und die wir leider deshalb nicht fo beliebig kündigen und wechseln können wie diese. Ich könnte noch ein Lanaes und Breites über die Faulheit, der "Makelsucht und den übermäßigen Ansprüchen, der Männer reden, aber ich komme aufdas Finanzielle, denn wie bei jeder Frage, spricht auch hier der Geldpunkt mit kurz, ich meine das Wirthschaftsgeldl' (Applaus!) Es ist zu wenig, viel zu. wenig ! (DonnernderApplaus !) Esmuß vermehrt werden unr das'Geld, das unfere Männer in den Wirthshäusern vergcuden. Hier bricht ein nicht enden wollender Beifallsjubel los, der die Wände erzittern und dem Stenographen den Bleistift aus der Hand fallen macht. Man weh! mit den .Tafchentüchern, man umarm!' sich, man umdrängt so heftig die Rednerbühne, baß sich die Präsidentin genöthigt sieht, die Sitzung für einige Minuten aufzuheben, was sie durch Abnehmen ihres Kapotthutes andeutet, also umgekehrt wie im franzosischen Parlament. Nach einer aeraumc Weile, als sich der, maßlose AusbruÄ der Begeisterung etwas gelegt hat, fährt die Nednerin fort: ... ' Ich gehe wohl nicht fehl, wenn ich annehme, daß die Mäntter, die sreiwil: lig das Wirthschaftsgcl erhöhen werden, zu den vereinzelten Ausnahmen gehören. lJa, Ja!" von links.) Aber wir wer den diesen Egoismus brechen, wer werden sie hu zwittge,tÄissen ! (Lebhafter Beifall auf alle' weiten des Hauses ) Es giebt nur ein Mittel, und dieses Mittel Haben uns Unsere Tyrannen, die Wännttz selbst gelehrt:' 'ES ist die Arbeitseinstkllütt bis zur Bewilligung unserer Forderungen!" ' DU Scene von vorhin wiederholt sich.) ' ' Nachdem noch einige Nednerinnen zü Wort - gekommen sind, '. unter' denen befonders Mau Stageman (sprich: Stehtschmcn) durch ' die Bekenntnisse einer fchÄmnWeele, und.,,, die Enthüllung eines haHltHnMebeimntsses innerlicher Natur auf siel, in dem' ein Stock und ein Besen eine große Nolle spielten, wurde eint Kommission zur näheren AuSarbeitung der 'Mittel und Wege gewählt. Was sie zu Stande brachte, - das sollte denu auch . bald f ürch ter lich ans Li cht kommen. ' 'WW' i : ! 1 v". Einige age darauf erhoben sich die Männer frühmorgens BOttlithrenlJLoge gfW
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LTL m aav tetn tuD umi un . IM f M der Verwunderung, dann ' Staunen, schließlich Entsetzen, als die schöneren ihren stärkeren (? ? Anmerkung der Nedaktion) Hälsten erklärten, daß es den braunen Trank der Levante, resp, den gelben aus China nur dann gäbe, wenn der Lohntarif pardon, daS Wirthfchaftsgeld um 25 Prozent erhöht würde. Zur Ehre oder sagen wir zur Schande? der Männerwelt fügten sich nur Wenige beim ersten Anlauf. Einige öesonbers brntale Vertreter dieses brutalen Geschlechtes wollten ihre Gattinnen mit Gewalt zu ihrer Pflicht führen umsonst ! Keine in ganz Melburne, keine Frau ließ sich dazu zwingen. (Bravo! Anmerkung einer öetzerin der Letteschule). Die Mehrzahl der Hauötyrannen mußte nüchtern, ohne Frühmahl abziehen. Natürlich machten die CaföS und Konditoreien ein glänzendes Geschäft an jenem Morgen. Noch im Laufe des Tages trat ein Preisaufschlagein. Zur Dinnerstuude Wiederholung des Vorganges. Besonders hartnäckige Manner machten sich selbst am Heerd des Hauses , zu , schaffen, um das Mahl für sich und ihre Kinder zu bereiten. Aber, die Köchinnen verweigerten aus Befehl der Frauen jede Beihilfe; oder die Betreffenden wurden ganj plötzlich in heimtückischer Weise eingeschlossen, während die Gattin mit Kindern und Mägden in's Restaurant zog. Bald waren alle Gasthäuser überfüllt. Für die ärmeren Leute wurden von fliegenden Kochen,, die wie aus der Erde gestampft plötzlich überall auftauchten auf der Straße gekocht. Es spielten sich die merkwürdigsten Scenen dabei ab, denn oftmals trafen die grollenden Gatten ihre Ehehälften und Sprößling: als Kostgänger desselben Speischauses an, in welchem sie selbst des Leibes Bedarfnisse befriedigten. Ja, eS foll vorgekommen fein-aber das ist nur ein Ge. rücht, das , der Vexleumdungssucht der Männer entsprungen ist , daß Einzelne ihren Gattinnen erklärten, sie wollten die Einrichtung, außer dem Hause zu speisen, auch fernerhin beibehalten, da es ihnen hier viel besser schmeckte. Ungefähr, eine Woche dauerte dies Kriegszustand, d?r . sich allmalig. auch auf daS Kleiderrcinkgen, das Stiefelputzen, KnZpfeannähött, Slaubwischen und alle anderen, der Bequemlichke. der Männer dienende Handreichungen aus? dehnte. Die Dienstboten jubelten und beteten, Morgens und Abends, da eS doch immer fo bliebe. Nachtschwärmer benutzten die gute Gelegenheit dazu, ihrem Leichtsinn, dle Zügel schießen zu lassen. Ja, einige besonders Verwegne deuteten das Ereign niß dahin ans, daß sie sich gegen ihre Schwiegermüttcr empörten, unter dem Vorwande, daß diese ihre Töchter aufgehetzt hätten. (Psui l Nedatt.) Die Er: bitterung, dre rnrtickigteU stieg aus ft.iS., W m,,.. nr. iUt ich.!,. A.l.g.?h.it zum Gm. stand dr D-ba,:e macht, aber iit 3U qienmg k Iwr waZ It? msi Ün iV.... rr- ,Lw:J. .ni.v;ttc:' kruicn. m ini n..t,'W.;.'nr..t ,U ,"",V ( r i 7r- a tt,,vvBr? hrtM Uirrt (Sr?fcpr ittil t V V I 1ft y VV zelne vereilige Manne? illuminirten bereits natürlich nur sich selbst an den llislcdars". Aber man hatte zu; früh triuniphirt. Die Frauen traten jetzt mtt neuen Forderungen auf. Auch der Toilettentarif sollte erhöht rv!rden um 4050 Prozent. Neue Sommer kleider, neue Hüte, neue Schirme je nach; dem Rang der Betreffenden ! Die Aernu sten wollten sich sogar schon mit cinei; netten Schürze begnügen ! (Wie beschetden. Anmerkung der Seherin). Allgemeines Entsetzen der Männer: ungeheure Entrüstung Einberufung von Protest Meetings! Gegenforderung der Männer. Augenblickliche Wieder aufnähme der Arbeit, Abschaffung' aller Kaffeekränzchen, Hausbälle, Abschaffung überflüssiger Dienstboten, der Friseurinnen tc.' Ksmftige Herstellung der Kleider im Hanse selbst (wogegen sich natür lich alle Inhaber von Eonfektionshäusern und die Damen scbueider erklärten), Status qno des Toilettenbüdgets Unterlassung der kostspieligen Badereisen und das Schlimmste : Diamantensperre ! Ein empörter Aufschrei der Streikenden antwortete daraus. Gegenproteftn:eetings der Frauen, in denen Folgendes beschlossen wurde: Entychuna,. sammt: 'licher, bisher noch gewährter BequemltAkettcu, und als starrster. Trumpf: Kuß sperre! . In diesem Stadium besindet sich di Streik augenblicklich. Heftiger als j wogt'der Kampf zwischen den erregten, zum Aeuszersten entschlossenen. Parteien. We? wird Sieger bleiben? (Anmerkung der Setzerin: Natürlich die Frauen!) AltS dem snverfatisnSlerteon der Zu?:urft. ierl:ncr mwM$t Cc3:. Ä l a f ch k e . Auguste, geboren ?6SS zu Berlin besuchte daselbst von 1V04 14 das Dorolheet: städtische - Francs? gmnnasium. wandte sich nach Ablegung deß' AditurientkneiamenZ dem SlndmM ' der Küchenchenüe und Bratmanatcmie ;u, roelchem sie in Berlin, Leipzig :rnd Heidelberg oblag, und machte im 'Jahre 1018 das Era:nen für höhere Kochkunst. Darauf promorirte sie in Heidelberg unter Pro fessvrin v. Schulze mit der Disserktiou : Das richtige-Salzen : der Fleischbrühe eine Arbeit, welche die Äusmerksamkeit der gesamtsten lüchen'wissenschaftlichen Milchrlensvelt auf. die, talentvolle' junge Dame lenkte. .De:n kh reuvollen Rufe nach der neugegründeten Frauen-Unioersttät Kassel folgend ließ sie sich daselbst .als Privütdocentin nieder, :vurde,nach Herausgabe des epochemachenden Werkes: Kritik det praciischen Mayonnaisen" Professorin und V orsteherin des dcttigen Universttätsküchenlaboratoriums, als welch sie die Kuttur? des KasselerN WatthKNÄlütUerhob. Nun erschie-
sich d e durÄ k k ÜMU&vmt allHZuZ. U'"7" ' ( lichcn Freud, ,.d Scqe,n,ichkri:in. at. s n'rnhnn. Un ffiiont Starnr fsmic durü die immt Wt&ttx mthmi t mt tm,a lixmt vm anfCT 1M ! Ä unb utoWn zu einer That auf. Ge Bsnu j 1 1 lungen würden alsbald einberufen; man ? SlS tUktt ftU vc.tNlct. . tS 1 r S?ftrnn-limifWA itnh i - it rv
blies zutu Rückgang, man stimmte sül : TOT Z aZi Nachgiebigkeit. Ein Ausschuß setzte sich ;i 3 -L' mit der Lohncommisston der Frauen in bjf ie l.e Oov,
nen is. rascher NeibenlolseShÄTHeort lfi::;!i;S:lSi
"liW ." des Silberputzrns" (1924), Eultnr-' geschichte der deutschen Kochkunst (1027), .Kalbsbraten und Häringssalat. Em Essay- (1023) u. f. w. Leide? wurde uns die gelehrte Dame schon 10 n durch den Tod entrissen. Ihr Grabmal auf bem nach ihr benannten Vlaschke-Plahe in Kassel ziert als Denkmal eine ungeheure Suppenterrine aus Granit mit verschiedenen ehrenden Inschriften. Ehebörse. Institut, an welchem die Heirathsvermittler zusammcnkom men, um die Kurse für mannliche und weibliche Heirathscaudidaten zusammen zustellen. Bereits in jeder größeren Stadt vorhanden. Kind, früher Name für einen jungen Herrn oder eine junqe Dame im Alte von ,2 Jahren. Jetzt vcralttt Bei den SxrößltKZen ärmerer Familien kann man noch heute eine gewisse Einfalt bemerken, welche vormals als kindlich bezeichnet wurde. Völkerkrieg. Mit diesem Namen wird gewöhnlich der enrcpäischs Krieg vom 28. Juli bis 3. August 1003. bezeichnet, an welchem sämmtliche Staaten Europas mit Ausnahme des netto len Fürsteuthums Lichtenstem theilnahmen. Seine schnelle Beendigung verdankt der Krieg weniger den Blitzzügcn als den neuen rauch- und knallfreien Nitroglyceringeschützen. welche in wenis gen Tagen umer den Heeren eine solche Verwüstung anrichten (u. a. wurde mit einem einzigen Schusse das ganze Für-' stenthum Lichtenstein trotz feine? Neutra lität vom Erdboden vertilgt), daß von allen Seiten der Frieden gefordert warde. In diefcm Frieden traten sä:.mtliche Liegiernngen der civilisirtcn Welt der allgemeinen enropäischen Friedensliga bei, deren Entscheidungen man vsü vornherein anerkannte. Näheres über den Krieg siehe unter der GesÄichte der einzelneu Reiche Panzermania, 'Panflavia, Panromia. V o l a p ü L, erfunden von dem cenialen Pfarter Schleyer (f. d.)," eine Sprache, welche überall geschrieben und bereits in dem riesigen Gebiet v?n Deutschasrika gesprochen wird. Im Baskischen, m das Bolapü? eben falls große Fortschritte gemacht hat. werden schon von Gelehrten die letzten z?:rschwindeuden Sprachreste gesammelt. Groß: Verwirrung hat das V. in Dalldorf, einem kleinen Orte bei Berlin (s. d.), kcrvorgeruf-u, da-dort Jeder, durch hh Erfolge Schleyer'S ermuthigt, ci?:e eigens Sprache erfunden hat und nur diese spricht, so daß dort eine Vcrftöndizu::g nur durch Geherdensprache erreicht wer- , den kann. ; W e i n, ein aus Zucker, Korinthen, Masser und Anilin bereitetes .Getränk. Jedoch ist die Fabrikation an manchen Orten etwas abweichend. In ätügcsi , Gegenden foll man den Sast der Tranben prezjen, um ihn zur WklNsabttkatkon i WKUWCU, VU9 ViKUUUl .V . tl.4Z..K x$ zt rd. . , f F "a ' 8., J tl:a j1? Kf' dereS Au, euen niscyte das W?rö der.st . -nf- ' v ,::z t ! f 1 ist AfAmllVf iimuaviivui uyui.wtiivn. 1 War Hirfchfelb. V t V i Das kleine izmw im öftertttftU fC)tn rlvLFsrSnekenyüuse. In der jüngsten Sitzung des üstar reichischen Aöseordnctenhauses hielt Dr. ! Noscr eine stammende Ztcde geen da .kleine Lotto" nnd leine Coniclzukttze. .Jede Nation, sagte der 3tevn?r.- hat ihr Spiele der Brite hat sein Whist, der Franzose fein Piquer, der Spanier sein tVhornbra, der Italiener sein Tarcck, der Nüsse sein NaiÄi-Waschi und der a.lücki liche OefterrcichZr Hat sein Le'ts, das bummste von allen, aber auch, das vor werflichste vo.".. allen diesen Spielen, denn man fang! als Betrogener an und endet als Bstrüger. Den großen Schandfleck in der österreichifch-nngaris fchen Gefchichtz des Lotto bildet das Lottodrama des Tcrnokönigs Farlss und seiner Helfershelfer, der k. und-k. Lotto beamten. Farkas hat in der Zeit vsn 1633 168 über m,WQ st. in der Lot terie gewonnen. Wenn es viel solche Farkas geben würde, so würde das Lotto nicht lange bestehen. FarkaS- soll auch sehr häustgj gute Träume gehab! haben, er soll geträumt haken röm, Fürsten Liechkensiein, vom Minister. Gau tsch und vom Minister DunaZeWski. (Heiterkeit). Nach dem österreichischen Traumbuch de deutet das Folgendes : (Hörn Hört!): Lietmstsm bcdeui tet clcrical-söderalistifcheS' Schulprogramm, auch Rückzug, FiaZro mim ich richt irre Nr. 44;. (Schalleude Heiterkeit.) Minister Gautsch Schulno- -relliU IFcbtikation, rrennlch nicht' irr', Nr. s0. (Erneuerte Heiterkeit.) ' uiftcr Dunajeniskt bedeutet Stenercrs hsbung. auch' Vetrolenm- und KenceW, WertberietWg ' Nr.' L3. (AnsaltWe Heiterkeit.) Diese Nummern l)zt Farkas mehrmals gesetzt, erchar gecunen und ich mochte Äeselbe den ÄinWlA auf'S beste estpfehlen, , damit sie Mmer', recht viel Geld einnehmen." ' Der New' mx führt aus, daß Destarnich zu ümvx Lstkenejwkj katescdicn' heräbZtftmZen fei. Wenn Oesterreich eine Aukih machen md, muA es etn LetterV t !chm 'machen ; m:nn es die WehkGStig kett anrufen will, muß es eine WMchÄZ tigketts-Lotterien Scene , sehen; air es die Pferdezucht heben 'Ninjsm Pferdkloose WZgegeben rverden,, u'il! eZ, einen Dom bauen, muß es DöWbÄtt ausgeben, will ks die Wit!wen senJerlorgen,fo geschieht ics widrtönW eine ' Wohlthätigkcits - LoltttA.FM penn man im, österreichischen Abgeord etenhause die Rednerliste bestimme Will, MUL dles auch durch eiue Löltcrle g:fchehkN...Ss schloß der Redneru dem lebhaftesten Beifall des Hausts, des sich schließlich durch eine Ztesolutis aeaen ! das Lotto salvirte, den Einnahmeposten des Budgets aus dieser Instttution aber. '-...,' i!' infci i n ar!'1::..;;;1:: 1 1 11 und zomtl, tyren vorloezrznJ gene
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