Indiana Tribüne, Volume 13, Number 254, Indianapolis, Marion County, 1 June 1890 — Page 3

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Joppesseben. - Cfct Koman in zÄZi SJasatn vou s Wilhelm Jmse. (12. Fortsetzung.) .Wrd Alles besorgt werden, Herr Bruder, können sich ganz auf mich verlassen. Der junge Ausreißer soll schon zu? NaZfon kommen. So wag wacht man einmal als Gelbschnabel und dann kriegt man genug. Wollte, ich könnt' mit Ihnen tauschen und mich auch heut' Nacht so ruhig zu Bett legen." Ich tbät's mit Ihnen, führe gern tU Ihrer wieder hinaus, Kapitän!" - Lundmark'ö Mund hatte es mechanisch ernzidert. nun befand er sich mit Hellingborg wieder am Ufer. Das Schiff löste die Taue, die Dampfpfeife gellte, die Räder schlugen ein. Durch Schaumund Gischt rauschte das große Fahrzeug im elften aufblinkenden Mondstrahl dahin. f2th wohl, mein Kind ! " Zusammenzuckend, fuhr Carl Lundmar? auf. Neben ihm fragte Hellingborg: Hast Du alles Nothwendige sicher ge? ordnet?" Ganz sicher. Doch wie ?Daß auch drüben nichts Morgen sag' ich's Dir. Gut' Nacht, Hellingborg. Ich danke Dir für Deine Hilfe und trage keinen Vonourf gegen Dich in mir. Meine Hand drauf." Sie standen einen Augenblick Hand in Hand, dann frug Detlev HellingSorg langsam: WaS willst Du?" Mich zur Nuhe begeben. Ich brauche sie Lundmzr? drehte sich ab und ging schnell seinem Hause zu. Der Zurückbleibende sah ihm nach, wie er in dem noch sichwachen Mondlicht verschwand. Nun hob auch Detlev Hettingborg den Fu';,dsch nicht in derRichtung feinerWohi nung, sondern er folgte Lundmark dreist, bis er diesen in seine Thür eintreten sah. Dann blieb er, wie am Nachmittag. zu den erhellten Fenstern des Haufkö ausblickend, regungslos stehen. Achtes Capitel. ' Silvana nahm nicht rn der Abends Mahlzeit im Lundmark'fchen Hause Theil, sie hatte sich schon von Frau Hcdwig verabschiede: und wünschte offenbar, eine Begrüßung mit dem heimgekehrten Manne der Letzteren zu vermeiden. Merklich War ihr bereits daö Zusammentrcffen im Wohnzimmer mit Detlev Helling borg peinlich und ein Anlaß geu?csen, daß sie nach kurzem AuSsprerben ihres Dan!cZ für die ihr im Hause geährte Aufnahme sich rasch wieder forts begeben. Scildenk saß sie in ihrem Zimmer, auf die Nuckkehr Osilies von ThalHof anend, die der Abrede gemäß sie iv gemeinsamen Fahrt nach dem Rhein abholen sollte. Der Zug ging erst um c!f Uhr, das wußte Siloana sehr genau. Fast visionhaft deutlich sah sie das Zissernblatt der Wahnhofsuhr in der Nacht ihrer Hochzeitsreise vor sich, wie die Zeiger bei der Abfahrt auf der Elf und der Zwölf standen. Nach der inierwcrtctert Begegnung und Unterredung mit Osilie droben in der Kammer hatte sie sich beschwichtigt gebabt, voll erksmr, daß eS für sie das Wünsch e:trt hefte sei, in die stille, schone Behausung der Freundin zurückZehren zn dürfen. Doch nachdem sie euS ttv.i Wohnzimmer Frau Hedwigs gekommen, ioa? eine neue Unruhe über sie gerathen. Sie faß und schrieb an ihren Vater, daß sie keinen Einspruch auf die unter ihrem Namen in fein Geschäft eingelegte Summe habe und ihn bitte, dieze wieder an Herrn von der Heide zu rückzuftellcn. Aber dabei drängte sich etwas vsr Kurzem VcrnounneneZ ihr immer deul! icher in die Vorstellung, ein Dsxpelieö, zuerst, daß Jener sich hierin der Sidt besinde, und dann, . daß er krank sei, am Tropensieber leide. Die erstere Nachricht war's natürlich, die ihr die lzalbgewonnene Ruhe wieder nzhm. Sie mußte fürchten, ein Zufall könne ihm ihre Anwesenheit hier verrathen, und sie fühlte, wenn die Thür sich öffnete und er hcrciträte, fo würde sie todt umfallen. Bei einem Geräusch borcht? ihr Ohr manchmal in jctteeÄorstellung mit der Anspannung entsetzlicher Äugst auf und da5 Herz hämmerte ihr das Blut in die Schläfen empor, daß es ihr wie 'orbstcn nahender Äewußilosig'. seit durch den Kopf ging. Doch allmalig siel dieie Furcht mehr und mehr von ihr ab. Das Denken sagte ihr, es sei grundlos, mehr als das, sinnlos, diese Äugst zu hegen. Sie hatte ja die Prü fung, die er mit ihr angestellt, nicht besi'Tnden, und also kam er auch nicht. Cr konnte am Hanse vorübergehen, wissen, baß sie hier sei, und würde nicht komm:n. S:: war todt für ihn, wie er für sie. Silvana löschte ihre Lampe wieder rnii, sie hatte ihren Brief fertig geschrieden irnd brauchte dieselbe nicht mehr. Siloana fuhr zusammen. Ging die Flurthür draußen? Nein sä war ein andre? Schritt, nach dem Wohnzimmer zu. Osilie kam noch lance nicht ' Der Schritt Carl LundmarkZ war es tzewksen, der vom Hasen zurückkehrte. ö!un sehte cr sich zu den Snnige an den Abendtisch, aß und trank mit Wohlbehagen. Man sah, daß es ihm mundcke, und er selbst auch sagte cZ: Wenn nmn nicht erdcntlich zu Mittag gegessen, hat man am Abend gewaltigen Hunger, und zu Hanse schmeckt doch am besten." .Die 5) and, deren er nicht beim Essen bedürfte, hielt unausgesetzt die seiner Hrsu. rft auch naym cr mx Her anderen 'Seite die Hand feiner Tochter. Er saß zwischen Beiden, ss fröhlich redend, so keiteren Blicks: Alles an ihm und ans ibm sprach gZcichfallS, er befinde sich, wo eö am besten auf der Welt sei, zu Hause. Manne!, der sich fönst immer sehr zeitig zum Thee einfand, war noch mcht . ' t n ...i. ,!...f i' . ,, ,oa, uns UZna aucrie umum iyic wuuderuna darüber, wo er so lange bleiben möge. Ihr Vater erwiderte: Der Cavitän wird ihn aehoria vornehmen. um zu sehen, ob er ihn für seinen Zweck neörauchen kann. Vielleicht hat er ihn ... . r r.-i: rjt . t ...ti i.ri. au in eine isirigcgac miigcnornmc,' der Seemann hält amliebsten seine Prüfuna bei einem guten Glase Grog ab." ! - ' Da5 war allerdings sehr möglich, und Anna fraate nicht wieder. " Sie wußte ,: auch selbst nicht recht was sie wünschtet

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Zwar wartete sie ungeduldig darauf, pz erfahren, wie es werde, ob Manuel die Stellung bekommen, wann und wohin er mit dem Schift gehe, wie bald es wieder zurückkehre. Aber vielleicht war es doch ganz gut, sogar besser, daß er noch ein Bischen ausbleibe. Anna fühlte, wenn er jetzt hereintrate, sich in den hellen Lsmpenschein mit an den Tisch fetzte und sie ansähe, da würde sie etwas roth werden. Im Grunde war's ihr lieber, er komme erst später, nach dem Abend essen ihre Mama hatte ja gewünscht, sie solle sich dann mit ihm in's Neben, zimmer setzen und dann konnte sie ihm vorher unter vier Augen sagen, daß eS fo komisch gewesen, wie sie im Dunkel auf der Treppe mit den Gesichtern an einander gerathen feien. Sie begreif nicht, wodurch das gekommen oder sonst etwas konnte sie sagen und hören, was Manuel meine, wie es so geschehen. Und dann konnte er ja dabei nebenan z Abend nachessen. Sie stnch Autterbrode für ihn un legte sie auf seinen Teller. Allerdings das hatte sie sich vorgenommen gehabt wenn er zu Schift fortginge, dann hatte sie ihm beim Ab: schied einen Kuß geben wollen. Ab davon war ja heut' nicht die Rede es war ja auch nur ein merkwürdiger Zu fall gewesen, daß sie grad' beide auf der dunklen Treppe ihre Köpfe vorgebogen. Dadurch hatte es so kommen können und eigentlich wohl kommen müssen, daß auch ihre Lippen grad' aufeinander ge troffen. Und dann thaten diefe es, ohrn zu denken denn das mußten sie beidk gefühlt haben, sie hatten sich gegenseitig geküßt. Aber nur einen Augenblick gewiß nicht länger Anna bog unwillkürlich ihr Gesicht etwas tiefer auf die Brotschnitte Hern: ter, mit der sie sich für Manuel beschäf, tigte. Ihr Herz klopfte so fonderbaz hurtig, nnd ihr war'S im Gefühl, auch ohne daß er hereingekommen, werde si rother als gewöhnlich auf der Stirn odei in den Schlafen. Wenn die Mama fragte, warum sie wüßte gar nicht, was sie sagen sollte. Doch Frau Hcdwig sah nichts davon, dach:e nicht d'ran, danach zu fragen Sie war so glücklich in sich selbst und über das ans Allem redende Frohgefühl ihres Mannes, wieder zu Hanfe zu sein, und als klugbedachte Frau nutzte si gleich feine Freudigkeit, um ihn nach dem Rath Helliugbzrgs zu bewegen, ihr gemeinsames Glück 'keiner Gefahr in Sturm und Wogen mehr auszusetzen. Und fast wie ein seliger Schreck befiel es sie, als Lundmark, ihre Hand haltend, sofort entgegnen : Ja, Hedwig, ich habe auch schon gc dacht, cA solle meine letzte Fahrt, unsere letzte Trennung gewesen sein dlit habt ich es so ein p funden, was es heißt, wie, der mit Euch zu sitzen, Euch zu halten, zu hören, in die Augen zu sehen. Es war unendlich thöricht, das freiwillig so oft und so lange zu entbehren, denn daß Leben ist kurz, zu kurz. Abc? wir kön: nen das Verjäumie noch einholen, ma chen, daß die schönste Zeit des Lebens noch vor u,:s liegt." Ja, die Ziiit, bis Manuel zu Schiss ging, war auch vielleicht nur noch kurz, und es war doch thöricht, wenn cr etwa länger fortblieb, als nöthig siel. Anna kam's, möglicherweise scheue cr sich vor ihrem Vater, sürchte noch immer zu sto ren, und sitze deshalb drüben in feinem Zimmer, ohne herüber zu kommen. Die Abendmahlzeit war beendet, sie stand vom Tisch auf und ging in ihre Stube, sah von dort nach der Wohnung M! nuelö hinüber. Nichtig, da zeichnete sein Fenster sich mit -einem hellen Schein ab. Nein, doch nicht. Dann hätte sie vor diesem die Vorhänge sehen müssen, die sie gestern angefertigt hatte. Jin Zigr. mer brannte kein Licht es täuschte es war nur Flimmern dcö Mondes aus den Scheiben. Eine geraume Weile verharrte sie auj ihrem Platz. Jeden Augenblick konnt der Kerzen schein drüben im Innern der Stube ausleuchten. Doch nein, das Fenster blieb dunkel ode? vielmehr es verdunkelte sich völlig. Der Mond trat hinter einen hohen Dachrücken und sie! nicht mehr auf di Scheiben, ie wurden unsichtbar, lichtlos schwarz. ES war doch unrecht von dem Kapitän, Manns l so lange ' festzuhalten, ihn vielleicht zum Trinken zn' verleiten. Wenn er kam und sie allein beisammen waren, ob er sie dann nochmals küßte? Da sie beide es heut Abend einmal ge than und eigentlich war es ja fo selbst verständlich sie hatten nur bisher nicht daran gedacht. Anna brachte den Gedanken nicht zu Ende, wollte es auch mcht, zaudern lies nach dem Wohnzimmer zurück. Aber nnn war ihr fraglos das Gesicht wirklich zu roth nnd warm, als daß sie sich so wreder zu den anderen hmZetzen konnte. Ihr sie! Siloana ein das war unrecht von ihr selbst sie hatte sich den ganzen Nachmittag nrcht mehr um Die MnzLme bekümmert. So öffnete sie die Zimmerthür derselben, sah ihre Gestalt sich am offenen Fenster als Umriß abheben nno sagte: Store ich Dich, Silvana Aber diese hörte offenbar die Frage nicht, blickre t:ef in Gedanken versunken, regungslos in die Mondnacht hinaus. Anna wiederholte noch einmal: ,Silvaua", doch ebenso vergeblich. Das Blut hatte sich ihr nur flüchtig in's Gesicht gedrängt, jetzt war cs besser und sie konnte doch ins Wohnzimmer zurückzehen, besonders, da sie sich in eine etwas dunklere Fensterccke fetzte. Ihr Vater und ihre Mutter saßen zusammen auf einem Diran und besprachen noch lebhaft und freudig, vor Allem der ersine, Znkunfts Pläne. Gleich morgen wollten sie einen Wagen nehmen und vor die Stadt (.inausfahren, um sich irgend' m am Flußnfer ein schSnöelegenes Stückchen Land für eine Sommerwohnung mit hübschem Garten umher aufansuchen. Sobald sie das gesunden, sollte auch mit dem Hausbau gleich angefangen werden, damit kein Tag bis .zum einziehen unnöthig verloren gehe. Lundmark stellte eS sich köstlich vor, Bäume und Blumen zu pflanzen, am Gartenrande die Schiffe, vorüberzies chen kommen und gehen zu sehen und nie wieder von seinen Lieben fort zu müssen. In dem Hause wollte er ' Er stockte einen Moment und ' mußte

sich besinnen, daß Hedwig fragter .Was willst Du im Hanse, Carl?

a, richtig, nun faurs ihm wieder. Er wollte sich ein Zimmer aanz wie eine Cajüte bauen und herrichten, für den Zyall, daß er einmal Verlangen bekomme, sich in der Vorstellung wieder auf sein Schiff zu versetzen. Außerdem würd? er dies auch inuncr in Wirklichkeit konnen, denn am Fußsteg vor'm Garten Zollte ein klemer, imnellteaelnder Kutter nach einem Modell liegen, daß er als halver zrnave jelo t einmal anaekertmt hatte. Es hing noch droben an der Decke seiner Bodenkammer; in der erwartungsvollen Fröhlichkeit, mit der er aus dies Alles, was er plante, voraussah, erschien er selbst beinahe wieder wie ein großer, silbersädig im Haar und Bart angeflogener Knabe, dessen Leben nun anfangen werde, ihm die Erfüllung seiner innersten Wünsch? zu bringen. Da fuhren gleichzeitig drei Menschen im Haufe von einem Ton mehr oder minder zusammen. Die Flurthür ward geöffnet und ein männlicher Fußtritt scholl draußen. 'Das war Manuel. Anna glitt sich rasch einmal mit der Hand über's Geficht und stand auf, um das zurückgestellte Abendbrot zu holen. In dem Zimmer drüben riß das Gerausch Siloana aus ihrer Gedankenverfunkenheit, daß ihr Kopf sich mit einem jähen Ruck umwandte. Wer war's, der da kam ? Aus dem Gesicht Carl Lundmarks aber siel eine Sekunde lang alles Blut herunter, daß es ihm schwarz an den Augen . voibeizog. 3!iemand sah es, denn auch Frau Hedwig war aufgestanden und zur Thür getreten, um zu sehen, wer draußen fei. 3!un starrte er ihr athcmlos nach. Sie kam gleich zurück. Ein Matrose, von der Freya geschickt. war'S. Der Herr Kapiiän hätle am Nachmittag Ordre gegeben, wenn daö Wasser noch'höher stiecie, sollt' man's ihm sagen lassen. Vorbei Wie eingeschrieben stand das Wort in dem Blick Lundmarks. Noch einen Athemzug, dann antwortete er halb verdrießlichen Ton's : Es wird sicher nicht werth sein, mich darum noch zu rufen. Wir saßen so schön hier aber da ich noch Kapitän bin nun, wenn man weiß, daß es mit dem nächsten Monat aufhört, läßt man sich'? die paar Wochen och gefallen. Ich bin bald wieder hier, Hedwig." Er zog seinen schweren Mantel an; wie er den Fuß zum Gehen hob, drehte er sich noch einmal um. Jin Halbdun? kel d?S FlurS wir es. als ob er eine Bewegung gemacht' den Arm ausruheben nnd ihn um den Nackcn seiner Frau zu legen. Doch eS hatte getäuscht, feine Hand sich nur emporbewegt, mn seinen Mantel kragen aufzuschlagen. Rasch, ohne sich umzublicken, ging er mit den: Matrosen davon ; Anna ricf ihm nach : Wcsrn Du Manuel begegnen soll:est. Papa, s5 schicke ihn doch gleich h:r, sein Thee winde ganz kalt. Ach so. Du kennst ihn ja nicht, hast ihn noch gar nicht gesehen. Das ist eigen: lich zu komisch. Anna und Hedwig traten in's Wohnzimmer zurück, die letztere sagte: Wie schnell und prächtig der Paxa sich erholt hat. Heut' Nachmittag schien er uoch ein bischen angegrifsen und manchmal mit feinen Gedanken abwesend, aber so frisch und freudig, wie heul' Abend, habe ich ihn seit Zwanzig Jahren nicht geseh'n. Kam er Dir nicht auch beinah wie ein glückliches Kind vor, Anna? Man horte ihm an jedem Wort seiner Pläne an: Nun wird das Leben für uns erst wirklich schön. Ich kann mir keinen kraftvolleren Mann denken, als ihn, und dech hat er im Grunde immer etwas von einem Knaben behalten, der mit seinem Herzen in die Welt, wie sie ist, gar nicht hineinpaßt." Ja. grade wie Manuel, Mama! Findest Du es bei dem nicht auch?" Der Mond leuchtete jetzt hell draußen, nnd der Wind ging wuchtig, in Stößen, ließ den Mantel Lundmarks flattern, wie dieser zum Landungsplatz der Frena entlang schritt. In einiger Entfernung folgte Jemand hinter ihm drein; seitwärts am Hause hatte noch immer Detlev Hellingborg gestanden, war schreckhaft aufgefahren, als er den aus der Thur Hervortretenden wahrgenommen. Doch schien es ihn etwas zn beruhigen, daß Lundmark in Vegleitung eines Matrosen fortging, und vorsichtig, um nicht bemerkt zu werden, fetzte er Beiden den Fuß nach. Die letzteren kamen, am Hafenbollwerk hinschreitend, zn der nicht von Schiffen eingenommenen Lücke, wo Lundmark im Beginn der Dämmerung gestanden. Jetzt war es hier,rundum vNUg menschenleer, nur das Wasser klatschte und spritzte wie damals. Stufen fuhrten zu einer kleinen, gesicherten Einbucht hinunter, doch trotzdem schaukelten auch in dieser die Wellen eine von klirrender Kette festgehaltene Jolle starkauf und ab. Plötzlich stand Carl Lundmark still. ihm flog vom Mund: Wer rief da?" Der Matrose neben ihm horchte : Ich Hab'S nicht gehört, Herr Capital,." Doch, ein Ruf, lauf- da wieder Um Hilse Einer, der am Ertrinken ist " Mit einem jäherr Vorsprung über fcic Stufen hinunter stürz ;U 'Lundmark sich in die Jollen die Kette. tässelte unter einem gewaltigen Nist seiner Hand los, im nächsten Augenblick .peitschte er mit ben Nudern das kleine ?Moot auf den Fluß hwauö. ' l,e 5--. . Doch zugleich kam Detlev Hellingborg herangelLUsm, sah den Makrojen allein stehen und stieß heftig ans : . . Wo ist der Capltän? Der Befragte deutete: Ei will Einen retten, Herr.Ungewiß sah man im Mondlicht daö leichte Fahrzeug aus und nieder geworsen, tanzen. Nun schrie Hellingborg: Lundmark! Komm zurück, Lund mark!" Der Äind trug dielntwort des Gekufenen herüber: 'Es gilt' um ein Leben, Hellingborg Du weißt, daß es Pflicht ist hast gewollt' ich sollte sie thun DaS Letzte verhallte nur halb ' noch vernehmlich. Jetzt packte , Detlev Hellinabora den Arm des Matrosen: .Ein

Book ein Vootk Er darf nichts

allem " i Sie liefen, suchten, doch eS fand. sich, kein Rsot mebr in der Näbe. (ynhTtrf? da dort lag eins, und sie sprangen hinein. Am Ufer war es lebendig geworben, Rufe klangen von den Schiffen umT yer. Fast in allen Stockwerken des Lund tnnrt'i&en .ftfliifcs daaeaen war p Nils und friedlich. Frau Hedwig faß, auf' I i iÜY . , r die vtüaitqx lyres Cannes wartend, am Tifch ; um einige Zimmer entfernt war Osilie von Thalhsf eingetroffen, Eilvana zum Bahnhof abzuholen; einft - c ? lIC Wagen jrano orunien vor ver ausiyur. a, fcknll nnn hmnttn KvrK jiw -y .'4p" die Nachtstille des Hauses ein lauter Aufr t .. ji -j verworrenes Stimmenaemenae. vors irren weiblichen Rufen - durchhallt: Todt! - Ist er todt? Im Flur lag regungslos auf ein von vier Trägern abgesetzten Bahre Carl Lundmark, Wasser triefte rings unter ihm nieder. Sein weißes Gesicht zeigte, es sei kein Leben mehr in ihm. Noch viele Leute drängten sich herzu ; Hedwig Lundmark war ohnmächtig über den Todten Hingefunken, daneben Anna, in ihrem blauen Kleide auf den Knieen liegend, eine seiner kalken Hände mnklammernd. Beide hörten nicht auf' das, waS Zungen umher hastig durcheinander berichteten. Der Matrose, der Lundmark begleitet hatte, "that es Johannes Schmid gegenüber: Er wollt' Einen retten, der am Ertrinken war in so' 'nem großen Holzpantoffel von Jolle, wlen sne uno ira uno err euingborg liefen ihm in 'nem Boot nach. Aber 's war schon zu'lat, der Wind geht höllisch forsche vunnacht, und das Ding schmiß sich schon gekentert herum, als wir nachkamen. Und dann hatte er den dicken Mantel am Leib, wissen Sie sonst wär's wohl noch gut abgelaufen aber der hat ihn sottS unkergeduckt. Wir konnten blos nch ungefähr denken, wo er weggesackt sein mußte, und da kamen ja auch gleich 'ne Masse zur Hilfe, so daß wir ihn noch wieder heraufkriegten, eh' er abtrieb. Aber nutzen that's ja nicht mehr." Frau Hedwig hob einmal den Kopf, blickte irr umher und stieß ans: Er wollte ein Leben retten rnid' verlor sein eigenes dafür. Das war sein Letztes daS war er gestorben, wie er gelebt hat! Todt todt!" Sie siel wieder auf ihn zurück. Es war ein entsetzlicher UngiückSfall. In dem Gedränge auf dem Flur stan den auch Osilie und Siloana. - Die letztere sah starren Blicks ans den Leblosen nieder, man gewahrte den Augen an, ihr Kopf, ihre geistige Besinnung waren von dem jäh hereingebrochenen Ereigniß wirr erschüttert; bei dem zweimaligen Ausruf: Todt todt!" bebte sie vom Scheitel bis zur Sohle zusammen; Nun flog ihr Kopf irr herum in die ölichtung des Matrofen, der zn Johannes Schmid weiter sprach: Wir sind auch auf die Haut durch, mir macht'S nir, aber dem mit feinem Tropen sieber kann's schlecht damit gehen." Osilie faßte plötzlich rasch die Hand Silvanas. Zu helfen war hier nicht, und sie fühlte, der Anblick, die gemüthliche Erregung, die er jeiier verursachte,' waren bedenklich. Schnell zog sie - die willenlos Folge Lei stende mit sich die Treppe hinunter uud in den vor der Thür wartenden Wagen hinein. Detlev Hellingborg hatte die Träger der Bahre nicht bis ins Haus begleitet. Auch er war, wie der Matrose gesagt, bei feinem Nettungsversuche vollltäudig durchnäßt worden, doch nicht dieser Zustand seiner Kleider bildete den Grund, daß er einennheren Weg eingeschlagen. Als er den aus demDafser Heraufgezoge nen genau untersucht, hoffnungslos den Funken desLebens in ihm erstickt gefunden hatte, wandte er sich wortlos von der Leiche ab und verfchwand im Zwitter r t c ,.. Wem oes nconsiiHkes. Er konnte nicht mit den Wringern derselben vor Frau HcdwiA nud Anna hintrctcn unmöglich! Gleich einem Blitz war es durch ihn gefahren, war es ihm. alle Augen müßten auf ihn gerichtct sein, wie einst auf Solchen, unter dessen Hand die Wunde eines Erschlagenen wieder zu bluten anhob. Denn nicht das Schicksal, fondern er cr hatte Carl Lundmark in .den, Tqd getrieben, sein Thun, fein VtrlaNgeu.,'i Zr hatte der Frau, die liebte, den Gatten, Anna den Vater geraubt. :.V Die letzten von Lundmark rim Leben' gesprochenen Worte hatten es gesagt. Mechanisch ging Hellingborg seiner Wohnung zu. , Die Iran, die ihm die Wirthschaft-führte, empfing ihn mit einem Ausdruck der Bestürzung über seine wassertriefende Kleidung, doch noch mehr über fein Aussehen. Er sagte kurz:.. Ich bin krank und will Nuhe; Niemand soll mich stören." Man war gewohnt, seinen Worten unbedingt zu gehorchen; so begab er sich allein in das Schlafzimmer. Hier legte er sich jedoch nickt zu Bette, wechselte seine 'Kleider richt, blieb in den durchnäßten. Jm Dunkel stehend sah er in die bleiche Mondwelt draußen hinaus. . Ja, er war der erste Urheber' der , Lebeusverzweiflung Lundmarks gewesen aber den Tod desselben verschuldete er beiführung,,MattUeIs da Selva kcin Entrinnen mehr, gelassen. Im Gegentheil, er war kein Werkzeug des Schicksals, hatte sich, gegen dies aufgelehnt, sein eig? neS vorheriges Thun wieder ungcschcben gemacht. Er war' kein .Hinderniß sür das Wei!etMtti''EnndmarkK,,'?Tewekcn dieser nicht durch ihn in den Tod getrieben worden. - ;.; v Seine Brust alhmcke zum ersten Male auf. WaS geschehen, siil nicht auf ihn, ein Beschluß hatte gewollt, daß Alles fo werde, wie cs ihm im Herbst als höchste Lebenshoffnung, als ein einzig mögliches Glück seines Lebens vorgeschwebt. Hedwig LundmarkzM.rsM ; War's ein Schauer, mit dem die nas? sen Kleider ihn durchliefen? - Es durchrüttelte ihn heiß und eisig zugleich. , Sie war frei, und er'konnte WaS konnte er ? Vielleicht - ihre Liebe gewinnen,' ibr altes Freundschaftsgefühl für ihn allmählich dazu umwandeln, wie er es

dennoch nicht, war , nicht sein - Mörder ,DaS Schicksal batte es in Wahrheit fo cwollt, durch di oerbänanif.volle Her-

früher gedacht, wenn-er wenn er vors her die Liebe für den Gewesenen in ihrem Herzen auslöschte, tödtete.'' ihr. offen barte, derselbe seb ihrer Unwürdig gewe? sen. habe sie getäuscht fein Lebenslang Wie ein Feuerftrom aoß es sich ihm durch alle Adern. Wenn sie. in diesem Augenblick hier vor ihm stände rDu bist ein Mann von Ehre,Hellingborg", hatte Earl Lnndmark gesagt Ich vertraue Deinem Leben, als. ob Du nicht mehr wärest:" Die Worte brausten ihm plötzlich in den Ohren Deine Hand, Helling, borg!" sprach's danach, und er fühlte die Hand des Sprechers in bor seinigen. Nein min id) gab dir meine Hand, Lundmark!" stieß cr laut hervor. . Aber da stand Hcdwig Lundmark wie lebend im Dunkel vor ihm und sah ihn mit den Äugen an, die seit zwanzig Iahren die unerreichbaren Sterne seines Lebens gewesen Fiebergluth loderten sie in ihm auf, die Gluth der Lndenschaft, die er an diesem Nachmittag für immer unter der Asche der Entsagung erstickt zn haben gemeint. Aber sie war nicht todt er fühlte, sie war nicht zu todten sondern mächtiger als er, als sein Wille, seine Kraft und wenn er wieder im Dämmerschtin bei Hedwig Lundmark saß - l Sein Mnnd stöhnte: Licht! Licht!" Mit zitternder Hand zündet er eine Kerze an, noch eine, sämmtliche eines silbernen Armleuchters. Nun zerrann die Versuchung, das Gespenst der Einblldung vor seinen Augen. Kurze Weile blickte er starr in die aufzüngelnden Flämmchen, dann sprach er haldlaut

vor ny yin: Ein Mann von Ehre, Lundmark. Wir sehen uns nicht wieder, sonst ürdest Du es mir bezeugen." Der unstät flackernde Ausdruck nicht zn bändigender Leidenschaft war von feinem Gesicht abgefallen, eine tiefe Nuhe über feine Züge gekommen. Er schloß einen Schrank auf und nahm ein Schriftstück in großem Umschlag hervor, der die Aufschrist für Anna Lundmark" trug. Danach setzte er sich an den Tisch, schrieb mit fester Hand eine Zeit lang auf ein Blatt. Als cr geendet, erbrach cr das Siegel des Umschlags, fügte das Blatt dem Inhalt desselben hinzu und stellte das Siegel durch ein neues wieder her. Dann warf er rasch seine 5kleider ab, nun schien ihn hastigcS Verlangen in's Bett zu drängen. Nur wie cr die Ksrzenlichter aufblies, hielt er vor dem letzten eine Sekitude an und warf noch einen Blick durch das Zimmer. Darauf hauchte schnell sein Mund, die letzte Kerze erlosch, und nur ein halber Abglänz des Mondlichtes draußen blieb um ihn. Ein kurzes Knarren der Bettlade, noch ein lautes Klirren und die Stimme Detlev Hclliugborgs danach, die vor sich l J . 4 hinaus sagte: cyiasen nicyts weiter." Er zog die Decke hoch an sich herauf und drehte den Kopf gegen die Wand. Von einem Thurm fchlug die Glocke elf Uhr und Alles war still. Das erhellte Zifferblatt der Bahnhofsuhr wieS gleichfalls die elfte Stunde vor dem Blick Silvanas. Sie sah aus dem Fenster des Zugwagens auf die Zeiger, der Schaffner kam und warf die Thür ins Schloß. Nun ein im Windstoß des Perrons fast verhallender Psiff des ZikgsührvrS und ein schrill gellender der Lokomotive, drei Schläge'der Signalglscke gleich danach. Es knackte in den Gelenken des vielgliedrigen, jchlangcnhafken Ungcthüms, die Pnsscr stießen gegen einanrer, Eifenketten klirrten, doch mit einem zweiten Ruck wälzte der Zug sich fort. DaZ war Alles schon einmal genau ebenso gewesen, nur hatte damals Anna Lundmark handwinhnb draußen gestanden und der mit dem Blick HinanSirrenden Orttof von der Heide ezettöber gesessen. Nun saß statt seiner Osilie dort; sie hatte mit sicherer Bedachtnahme alleSErforderliche besorgt, die Fahrbillete gelöst. Siloana wäre nicht dazu fähig gewesen. Nicht weil es ihr an geistiger Vesin; nung mangelte, aber sie war nicht im Stande, ihre Gedanken auf das Gegenwartige um sie her Befindliche zu richten. In ihrem Gefühl schwand dies fort oder mischte sich wenigstens untrcn:n bar mit dem Vergangenen zusammen. Sie fuhr nicht jetzt in der Mainacht ab, sondern damals .im Herbst. Dumpf zagte ihr wohl etwas, das sei unvereiubar und widersinnig, doch ihr Kopf konnte cs nicht auseinander halten. Dazwischen sah sie daS Gcsicht des Kapitäns Lundmark vor sich. Sie hatte , nie in einem näheren Verhältniß zu ihm gestanden, aber ihn von frühester Kind: heit auf gekannt nnd dann und wann schmerzlich im Innern empfunden, wel ches andere Band des Herzens zwischen ihm und Anna bestehe, als zwischen ihrem eigenen Vater und ihr. Nun war cr todt, plötzlich wie vom Blitz erschlagen. Der Aufschrei, der Jammer Annes hatten ihr die Seele in zitternde Schwingungen verfetzt, die nicht zur Nuhe kamen. , Zum ersten Male war Derartiges ihr vor Augen und in ihr Leben getreten. Sie fühlte eS mit einem namenlosen Schauer: Der Tod, das war das Furchtbärste, denn er war stumm, starr und, unabänderlich. In jdem anderen Was glück und Elend konnte ein Keim der Hoffnung bleiben, eine Möglichkeit; der Tod allein war unabänderlich. Eine Minute dieser Nacht hatte das Liebesglück der Frau Lundmark aus ewig begraben, nichts, nichts auf der. Welt rief, es wieder ins Leben, denn es war nirgeudwo mehr, als in der Erinnerung, daß es gewesen. In der Brust der Be raubten, Verlassenen mußte es schreien: Alles ' sonst Alles nur nicht todt!? Siloana fchauderte. Friert es Dich ?" fragte Osilie und zog sorglich einen mitgebrachten dichten Shawl dichter um ihre Begleiterin. Diese antwortete halb abwesenden Geistes: Nein, nur uicht todt das ist so kalt." ' ' Warum? Was meinst Du? ' Es 'zuckte ''in den Augen ' Silvanas, Ja so sie suhr ja 'mit Osilie an den' Nhein zurück. Hastig griff sie nach der Hand derselben, einer lebenswarmen hanMLl

. So sprach , sie unwillkürlich v?n den Gedenken, die seit dem schrecklichen Erkigniß in - dem Lundmark'fchn Hause durch sie hingetriebcn. Wie es ihr durcheinander,' gebrochenen bebenden Tones vom Munde kam, gab sich eiue Erschütterung ihres Innern daraus kund. Osili hörte schweigend zu, nur manchmal kurz den Blick gegen die Sprechende aufschlagend. Dann antwortete sie : Deinem jungen Leben ist ein solches Todesunglück noch fremd gewesen und es hat dich heftig aufgeregt Du folllest dich etwas zurücklegen, etwas zu schlafen versuchen." O, wenn ich es könnte nur das Schreckliche eine Stunde lang vergkssen!" Eine tiefinnere Sehnsucht klang aus den Worten. Sie befanden sich allein in der Franenabtheilung des Wagens, Osilie stand auf, öffnete eine Handtasche und nahm einige Gegenstände daraus hervor. Sich wieder umwendend, sagte sie: Mich regt das Eisenbahnfahren immer auf und ich führe deshalb ein Beruhigungsmittel für die Nerven stets mit mir." 'Sie hatte ein Glas halb mit Wein angefüllt, schüttete cm Pulver hinzu, das denselben aufbrausen Ueß. Vielleicht schmeckt's Dir ein wenig bitter, aber eS thut wohltz" Siloana nahm das GlaS und leerte den Inhalt ous. Ich glaube nicht mir hilft nichts." Man versucht komm und lege Dich möglichst bequem." Willenlos ließ Silvana sich auf die gepolsterte Bank von Osilie hinstrecken, die ihr eine Stütze für den Kopf her-

richtete und den Shuwl warm als Decke über sie breitete. Die Liegende schloß die Augen: Ja ich will's versuchen hab' Dank, aber es ist zu grausenvoll " Nein, einschlafen siel ihr unmöglich. Nunr die Larven, wurden allerdings nach dem Trunk etwas beruhigter. Es ging nicht mehr Alles fo wirr in ihrem Köpf durcheinander, sie konnte sich besinnen, was mit vorging ihr und wo sie fei. Daß sie vorhin thöricht gemeint, sie fahre mit Osilie an den Rhein statt daß cs im Mai und sie auf der Hochzeitsreise war Einige Minuten tönte nichts in dem engen .Wagenraum, als der schulternde gleichmäßige Takt des ZugcS. Dann durchrüttelre es einmal mit einem plötz-' iichen Stoß sichtbar die Glieder SilvauaS, ihre Lippen öffneten sich und sagten laut: Todt ", und um einen schweren Athemzug später fügten sie nach: Am Tropen sieber ". Doch ihr Körper blieb regunZsloS hingestreckt, sie lag im tiefsten Schlaf. Aus der matten Dämmerung, die über dem Raum lag, wandte Osilie den Blick zum Frnster hinaus. Draußen stand die runde Mondscheibe hoch am wölkenlosen Himmel, breite, weiße Lichtstreifen und' tiefe Schatten, schwarzer Rauch und wiröeliide Funken flogen blitzesschnell vorüber. Eine Stunde und noch kine Stunde. Waren sie kurz oder lang gewesen? Kurz wie ein Hcrzschlag und laug wie ein Leben. Einmal fuhr der Kopf OsilieS herum. Silvanas Lippen sprachen nochmals im Schlaf: Todt", und wieder setzten sie mit einem kurzen Anhalten hinzu: Am Trorensieber Mas sollte das? Wovon träumte sie? Lermifchte es sich ihr im Traum, daß ber Eapitän Lundmark am Tropensicher Zesiorben sei? Aber wie gcrieth ihre Vorstellung ans das letztere? Nachdenklich richteten sich die Augen Osilies auf die dämmerüöerhüllte Schläserin. Dann schrak sie leicht zusammen;'. es psiff, ein Stationsname ward gerufen, der Schaffner öffnete die Thür. Neuntes Capitel. Ueber Land und See des deutschen Nordens stieg der nächste Morgen, seines Lcaiennamens würdig, in Glanzhclle ituf. Mit manchem Andern hatte der Wind sich über Nacht zur Ruh' gelegt, die Sonne warf ihre Goldstrahlen auf bie grünen Wasser des breit an der großen Handelsstadt vorüberfluthenden Stromes. Nuhig wallend zog er jetzt dahin, kein Auge mit einer Ahnung von dem berührend, was er im Gcisterlicht der Mondnacht gesehen und vollbracht; wie seit Jahrtausenden, Welle um Welle, dem Meere zuwandernd, um in diesem ja vergehen. Und über ihm und um Ihn hob sich der andere Strom, der auch immer gleichmäßig im stetigen Wechsel weiterrauschte, ebenfalls, Welle um Welle, in ein unbekanntes Meer auszumünden und dem Blick, der Kunde auf Erden darin zu entschwinden. Vom Schlaf' erwachte das tausendfältige Getriebe des Tages und des Lebens, füllte die Gassen und drängte am unabsehbaren Hafenrand. Ein Kommen und Gehen, Ein Abstoßen nnd Anlanden, ein unablassig Neues auswerfende Brandung, Nützliches und Thörichtes, Ernstes und Fröhliches, Bekanntes und fremdartig Farbenprächtiges, heute wie gestern, wie morgen. Nur im Lundmark'schen Hause weckte der Morgen Niemanden vom Schlaf auf, denn über kein Aucze dort war er gekommen. Unsichtbar ging durch das Zimmer noch' ein dritter, großer, trüber Strom' der grauen Nebel über alle wichtigen und glänzenden Dinge des Lebens draußen warf, ! sie einen leeren und nichs tigen Ausdruck annehmen ließ. Ohne Wort,' fast! ohne Gedanken wallte die uralte Fluth der Trauer daher und brcitete ihr zitterndes Wellenspiel über die schlaflosen Augen und Herzen. ' ' ' (Fortsetzung folgt.) . Au!' Haben Müllers auch ein Klavier? DaS weiß ich nicht! Wie kommst Du denn zn her Frage? Nun, ich sah vorhin jemand in Müllers Haus bineingehen, . und wenn ich nicht geirrt habe, war es der Klasierstimmer Albert. Der wird wohl zu dem alten Müller wollen ; denn wie erzählt wird, ist der schon seit langer Zeit sehr y er stim mt! H er ; en 3 - Zweifel. Da hat mir der Sepp g'rad an' Klaps 'geb'n den kann i mir' nit recht !auslea'n! Für a Zeich'n der Liab' war er z' stark nnd für a' Zeich'n 1 des Zorn'S s schwach .ßMW-.

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JunggeskwAd alte Jungfer , (Vxoliy-föt Schnada5W6s. .y'Y fm BTriJ Ji5dAm4i 1 ßNl,' WWW, , smmä iSr": t'Ä! tf '-'iä 11 MMK V'S t KZ ! l V$ IV aWaai JIm " ...'4 "NA JC7i1 C IVar--3L--..-1 v? i jr ,i ' i s -fajr-'s lu ." 1 1 ""a- - l I -r 1 In dem Anwesen da An aller Junggesell' haust; Das sieht man von Weitem, Daß's Jedem glei' graust! 't: asSx Tf i rswxrwx WKME mt--2rr : -AW r2J'V A' "si - -au. w. v Mp Wie lieblich dagegen. Wie freundlich und hell IS driib'n das Fenster Von der alten Mamsell ! Da sieht man ganz deutlich Daß a' Weib und a Mann. Zwei gänzlich verschiedene Hausnummern san. Wie der Herr, so öc? Treue?." Im eignen Netz gefangen. Der Hufarenlieutenant von Bi Seim Jeu Pech gehakt und beschließt, um die Fatalität auszugleichen, den Verkauf .?... f.: ? . t . - a j.i.sr J l! rrncs zezncr Psersr, eines fiaufivcucn Fuchses. Allein die Kameraden sind mit Pferden reichlich versehen und so muß er, , sich an Goby .Nosenthal, den ' Pferde Händler deS Städtchens wenden. Mah türlich" hat Rosenthal augenblicklich für einen Fuchs keinen Bedarf und entschließt sich endlich nuraus Hochachtung prden Herrn Laitnant" zum Ankauf des Pferdes gegen eine den Werth des Thieres nichtD erreichende Summe. Wohl vderübelH muß Lieutenant von Biber einschlagen. Andern Tas aber erscheint Nosenrha5 bei dem Ofsicier, behauptet,, der ,,AuchßH sei nicht, wie gesagt, fehlerfrei, sondern voller Fehler, die man ihm nicht mitgetheilt habe. Kurz, er verlangt"AufM Hebung des Kaufes, oder eitere. Herabdrückung des Preises, d. h. HerautzahE . . frtf 'if . w"fc t . 1s tf ',l tung eines yeues ver gezamren WummcA Biber, von der Fehlerlosigkcit des ThkereS überzeugt, weist ihn ab urd NosenK that entfernt tut; unter M0Wnen.Ä)e Lieutenant geht zu seinem Rittmeister und klagt ihm den vall. axltn; ptm , sagt cr nach einigem Nachsinnen.' ' Jch helfe.Jhncn!" Sprichts und geht strakS zu Nosenthal, - behufs AuVwaht ;inci neuen Neitpferdes dessen Bestand MW tigend. Kann Ihnen einen prachtvollen Gaul empfehlen", sagt Nosentbal undläßt Bibers Fuchs vorführen. Absolut fehlerfrei! Gammiren S!e' Mfür?A i m i1 i. m h ' ..'iaturucy:- cyon-, meyr'-,'Vottte er uicht wissen, nun kann sich Biber oup Ihr eigenes Zeugniß berufen! lacht derWttMkister und geht davon-denMofeN-. hal verblüfft und wüthend zurücklassend t E i n neues o r t. Zlmtsdiener: Gehen Sie nur getrost bin kin, Ihr geht nicht fehl. Das äst fcho die .Stcuer-Abtheilunz.'" SaüMrei lich, wohl. Aber- könnten MleSIgute?Herr, mir nicht genau sagen,, bei welchem. Beamten man die Steuer abtheilen-' lassen kann? Amtsdiener: Abtheilen., wie fo? ,Aauer: Ja wissen' 's ist mir? eben zu viel, und , da möcht' ich gern; hcuer die eine Hälfte gar net, zahlen, rnidr die andere im nächsten Jahr schuldig ilnb'n! : ;" ' . :, .,- ..ÄIgj'Ä

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