Indiana Tribüne, Volume 13, Number 247, Indianapolis, Marion County, 25 May 1890 — Page 7

Medieinlsche Nttnd schau. (Haarkrankheiten.) Bis in die Gcaenwart bkneZn aalt der

Hasrschumnd als ein der ärztlichen Kunst ganz unzuZänaliches Gebiet. daZ ra tots icher recht weidlich ausaeöeutct bat. Der Geheimmittelfabrikant verhieß in den verlockendsten Reklamen den Kahlköpfen goldne Verge, d. Hz dichte Haarrsäldcr. und roenn sich die Äersprechungen in der Ziegel trügerisch erwiesen, so verschlug dies nicht viel, denn auf zehn Hereingefallene, die sich bereits Witz gekauft hatten, kamen Hundert, die 'erst darnach ausgingen. Wer aber durch Schaden klug geworden war, ttuz fein Leid still und geduldia oder schaffte sich eine Perücke, in dem Glauben, daß eS gegen die Fahnenflucht des Haares kein Mittel gebe, und da Haar eben dazu da sei, um möglichst frühzeitig auszufallen. Neuerdings jedoch ist der Medizin übe: mehrere Arten des Haarfchwundes, feine Ursachen, Verhütung und Heilung ein Licht aufgegangen, und der eö aufgesteckt T. jl IfL T . ttrf r . rat. i ir. s ar in Äernn. Jixn . v.fj t sollte es glauben, daß die Pilze, die jetzt fast schon jeder Schulbube als Urheber j Verderb! tch er Vottskrankhetten , ??JL-i-jt, O- ... rr wie Scharlach, Typhus, Cholera u. s. w. kennt, uns, sogar auch über den Kops kommen und. denselben in eine kakle Steppe verwandeln? Tke Schmarotzer schmuggeln sich in das behagliche nahrungsreiche Nest der Papille ein, aus welcher das, Haar heroorfprießt, und saugen seiner Wurzel das Lcbensblut aus.

Der Kopfgrind (dessen pflanzliche nnd uj", 1 7p:M ansteckende Natur fchon der berühmte ttfli durchaus wertloier rnid unw i-zAZnu: J a x,. tLt ' verwendbarer Artikel. Julius Caesar

NVVMkti VV. VV ,)4lVtl VlMtt rjane; ourrywuerr mir seinen M5en Sack. Keim und Wurzel des Haares, bis er dasselbe zum Absterben bringt und erscheint als dicke, fchwefelqelbe Kruste, die in der Mitte von einem kranken Haar L. r r r . " I curczvorzrr Einem der häusigsten Haarräuber fo gegnen wir in der Klein- oder Schupp.',:flechte. Ueber das Wesen dieser, bei beiden Geschlechtern und in allen Lebensaltern auftretenden Krankheit verdankten 'wir Dr. Lassar bereits vor einigen Iahr "i c s-ms ' ren höchst interessante und wichiige Auf$n)u An zwei jungen beuten von besten, Gesundheitszustand machte sich im Lause der letzten Jahre ein iinmer mehr zunehmender Schwund ihreI bis dahin reicklicken auntbaares bemerkbar, so daß srichzeitige Kahlheit in Aussicht stand. Die Haare selbst waren namentZich itt der Stim- und Scheitelgegend stark gelichtet, brüchig, ohne Glanz, mit .. . c . . ' ' zahllosen ganz feinen Schnnppchen be deckt. Au'f jeden Fingergriff konnten . r . r ,. Mlncenens t t ijo&Tt tltlt rcianwrtu ' . P . ausaezssen werden und beim Durchftreichen mit dem Kamm blieben jedesmal Dutzende von Haaren in demselben haften. Die Haare jeder dieser beiden jungen Leute wurden nun im Verlauf einer Woche gefsNimelt und mitetwas Vaselinsalb: oder Oel in den Pelz von Kaninchen, MeerschweinÄen und weißen Mäusen eiuAeriebcn. Gleichzeitig wurden des BergleichI halber andere solcher Thiere mit denselben Mengen Vaselin oder Oel ohne Zufay oo Haaren aus Nucken und Kepx der TZersuchSttz tintubürstet. DaÄ Kraebnin dieser kleinen Nersuck? Wüt ein überraschendes. Die Eontrollthiere blieben aan; unverändert wie sie J . . - v . " gewesen, die übrigen aber wurden i:n Verlaufe von zwei bis drei Wochen siekkenweiser, ohne weiteres Zuthun um sich greifender Kahlheit befallen. Dabei zeigte sich, ebenso wie beim Menschen, i eine Echuppunz. die ebenfalls im llmkrerze der beyasteten stellen am lebhafte ften auftrat, aber noch hochgradiger. Dieieniaen Thiere, denen ohne wenere Beimischung blos Haare aufgetragen waren, verhielten sich ähnlich. fXfcrtrt hm trftm ft0rt w -v,M vtm ivutvui vu'iii tite Ucbcrlragunn aus andere (St. raptac tnamomma mit bem qleich. Imttmttn Eracbni. nur da Ei der Aussall noch lch und sicherer folgte, als bei der Uebenragung vom Menschen us ,hzer. Nachdem ähnliche Vnsuche von zahl. ,:.,t. ft-r.? reichen Aerzten wiederholt ud venakiat sidcn sind, kann tt keinem Zveiiel nhr nierliegen. basz der schuppige Harfönnmd aus einem durch Pilze oon rf - '.. , ' Z7 r y stUBtn vertragenen rersen beruht. Zn U . -3 . . . -V ?N-m ' ' wmvhu.mmi vi. fciiu Kämmen vom Haupte rieselt. denSchüppchen. welcöe uns unfern Rock- und Halswfthlhrntrt !VK,itMT v h n kragen verunstalten, haust der Pilz, der die Ansteckung bewirkt. An Gelegenhcit zu derselben fehlt es nicht. Ohne lese Vorsichtsmaßregel gebrau; - srr?tM,.K -ß?rjf,: J &;.it.

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VtkjH IltliVMt , VM VI VthlVh . L ' 4 r'f f ' t Kämme und Bärsten nacheinander hl , denzemgen Koptichmerz vor Augen der ihren sämmtlichen Kunden ! Ihre Hände k 'wem krankhazt veränderten Nervenkommen an einem Tage mit Duhenden kb beruht, und durch feme haustgen von Köpfen in Berührung. Arglos ! Anfa

fetzen wir im Hutladen einen Hut nach dem andern auf das Haupt, bis wir den passenden gefunden, wir ahnen nicht, daß vielleicht unser Vorgänger im Anprobtten uns soeben mit einigen im Hut stecken Aebliebenm Stäubchen der Flechte be--schenkt hat, welche in Jahr und Tag unserer ambrosischen Lockensülle ein Ende mit Schrecken bereiten werden! Die iX!fsrtAiffttt m1"f Xmt ifnt ntatUw als Polstertür ihre ZSpfe zu verwenden, macht daslezbe g-. radezu zu einem Magazin haarmorden der Keime! Einen anderen Haarmarder treffen wir in der scheereuhen ' Flechte; dieselbe tritt in kreisrunden, ' sich allmählich ven kinigendcu Flecken auf. Der Pilz dringt in die Papille, senkt sesne Fäden in die Haarwurzeln und füllt dann den ganzen

die ,' 4. b S Änb ÜW nch w Schmerz, und die S!cht t-itzi, m-.;v.,nÄ fi,. rmgr etwas Schlaf und Besreinna. H lu B r ung abirechen fc . I 8

arkkanal des Haares aus, wovurcy daß sie den Stoppeln eines gemähten

Welkes gleichen. 0 Wir erwähnen noch den ifiselformkcn Haarschwund. Hier verliert die Haut an scharf umschriebener, groschen-, bis thalergroßer, unregelmäßiger, allmählich sich immer mehr erweiternder Stelle des KopfeS ihren Glanz, wird mattweiß und wie leblos, und die Haare entstiegen, wie Blatter in: Herbst, die der Win, perweht. ''';:;;.

TJVJfcXStTsttf&iäk'&iik

Ans den erwähnten Versuchen ergibt sich, daß , hinterlistige, jetzt an'S TageZlicht gezogene Feinde unserm Haupthaare nachstellen, daß wir aber durch Vorsicht sie abwehcn können. Gestatten wir fremden Kommen und Bärsten niemals den Zutritt zu unserm Skalp und brin Häupter nicht mtt ttnv Äeruyrung, 10 werden wir coo) etmg Urzachen der GlatzkopNIkert von uns abzuhalten in der Lage fein. 'Aber noch mehr! Die Wisienschaft gibt uns auch die Mittel an die Hand, den Feind, den wir nun erst erkannt, auf der Wahlstatt felbst zu besiegen. Durch ausdanernbe, MonaZe lange Behandlung mittelst sei cher Mittel, welche ersshrunqSgemaß Pilze tödken, durch Carbol, Naphtol und Sublimat, durch Tlicerfeife und Salkcyl gelingt es endlich, den zerstörenden Vorgang zum Stillstand zu bringen und neuen Haarwuchs zu erzielen. Im Nebrigen würden wir den Pilzen Unrecht thun, wollten wir jedes ausgefallene Haar' auf ihr Schuldregister wälzen. Nicht sie, nicht der Coisftur. nicht Kamm, Bürste und Brenneisen sind die einzigen gefährlichen Verfolger der,, Haare. Wie die äußere, so legt auch die innere Kopsaroett ihnen verderbliche c ttCl ' -t oj i t auftaue, jeder ÖunA bedürfen die Geh Bei jeder Geistesanstrenl lrnfajern einer verstärkten Blutzufuhr., Was aber dem Kern zn .Gute kommt, geht der Hülle verloren, und die unzureichende ?!ahrung laßt die Haarzwiebeln allmälig verhunz gern. Die Geschichte nennt, eine benächtliche Zahl von Herren, welche ihre Haare auf dem Altar des GcisteS gelafsen nnd nnr auf den Zähnen eine anständige Zahl davon besessen haben. Für Cicero wurde bereits frühzeitig die Po Jullut gestattete der römische Senat, zur Dekkung der Bloge seines Hauptes einen Lorbeerkranz zu tragen, vermuthlich hätte er einen gewaltig gewesenen Drei' haarigen der Neuzeit einer gleichen Auszeichnung gewürdigt. Der junge Mann, der heute aus dem Eramen kommt, gleicht einem gerupften Vogel, und ein höheres Mas; von Wis sen scheint nur durch Aufopfern nz einer entsprechenden Menge von Haaren er reicht werkn zu kölinen. Viel Wiffei !hirtH i A C rt en macht Kopfschmerz aber auch Haarfchwund. Freilich sehen wir geistige Arbeit nicht immer im CultuZ der idealen Güter verwandt, sonst hätte der größte Kahlkopf daö stärkste Anrecht, unter die Ritter vom. Geist ae;ählt in werden. f f L ici - -. fc m i . on oer am?f um s mm ttoxmt heutzutage eine ungewöhnliche Anspanung aü:r geiftlZen Kräfte, Phlegmatiker kann die Zeit nicht brauchen. Wer W W geyr unttr. WXX. Leben der Gegenwart ist ein heißer Krieg jkst i Js. ... 0V, j.WsA. ..v . ... XUW V uvu isyciti yuctcuup unv uiaucter , r t- ' m:... c Vr.L ! Triumphe, reich an Ningen und Ent sagen. Das Haar, flatterhaft, wie es ist, macht schon sim ersten Treffen seine Ausfälle, von denen- es nur immer geschwachker wiederkehrt, bis eS schließlich ans dürftige FähnleinzusamniengefchmolM ist kümmerliche Neste der einst so stattlichen Schaar, deren fernere Verfolgung sich noch die aufreibenden Leidenlchasten, die Genußsucht, die unserer heutigen Generation eigenthümliche cytteu:evigreit zur ÄUfgave setzen, unv Jäif . rt.dr m i a jeuch an den Haarzwiebeln nagen. Die zaNe Papille, diese gefäß- und nervenr. . m 'n . siru. . et r . c . . . TtlW uouiig5Fiairc oes azrvooens, führt ja kein Einsiedlerdasein, sondern ist durch tausend Fäden mit dem ganzen Organismus verbunden. theiU dessen Gejund-und Kranksein, steht allstündlich unter dem Einstich des großen Uhrwerks Mitv yyvivty vv Vkivv hhv X trf Vt sfi In f fr? seelischen Schwingungen. Daher geht häusia der Haarschwund Hand in Hand mit Kopfschmerz. Derselbe gebort zu den gefährlichste Haarrauvern. Folianten konnte man über . rr c t p r 1 1 ; " fiiPM .scwe erschikdencn ! fM8tSp . bcI !?!"Sl "n raooi?lcn.-"?'5t" äuo.n3! i ff ÄJÄM viyuiwiv fcttivs luvituuitüiuiu uui zutreten ; meistens aber erscheint er nur V? mn ndrr Krankheiten und : lunu vtu -üuuuiu ciuca ciii'j aui . v ,. m U ' ! andere Schullern kch'.'len Bald wüthe, m,t rasender He,t.gke,t im Gefolge i 'nt.ruulentjuniana 6?ld macht er i rt!2 yjnrlrtitrpr nrtrr imtmirihirtTt sMrtnn y " m'7 ' v 1 fTr Tct Fiinfnnir 5Rnf ttrteR TlinN r-tf- Kk r.i unsern Kopf zum Ambos, aus i dener unbarmherzig loshammert. Wir treffen ihn als Stammgast bei Blntreichen nicht minder, als bei Blutarmen, als unzertrennlichen Gefährten fast aller t r c r r . m m zcyweren, pniai per sleoeryaslen jtttun, Heiken. Indessen, haben wir hier nur Hort.' Der nervöse Kopfschmerz äußert sich ln sehr verschiedenen - Heftigkeitsgraden, aber auch dem Ursprünge nach lassen sich verschiedene Arten von Kopsschmerzen aufstellen. m Die eine erscheint zumeist als Beigäbe der hysterischen BeHaftung und ist nnr dem weiblichen Geschlecht zu eigen. Er meldet sich bald infolge von körperlichen Störungen, oato nach $t ÄSSS? ÄJSS "XX K( tXZZ nachdem Erwachen. Seine Heftigkeit steigt nnt zeder Minute. Schon die Berührung des Kammes vermehrt ihn. Es ist als ob ein Nagel vom Scheitel aus ms Gehirn sich einbohrte, als b der Kopf zerplatzen mochte. Manchmal nimmt er den ganzen Kopf, manchmal iit Stiny bald die eine, bald die andere zz.u, w t?.? spft WkMl VW'J IVII9 Vlil. Vii UUIlilllJUf nne -fc, " i H. ' ? Nelke von Tagen. Eine zweite, aleichreitia in der Frauenvelt heimische und periodische, aber stets ur, auf, einer Hälfte des Schädels, auftretende Form von Kopfschmerz führt en französirten, aus dem Griechischen kiomioraniA stammenden Namen, Mi-, , . . 1 panc. m x Bedarf eS einem so allbekannten Drana gegenüber noch einer , Schilderung,

HHf r M die Hyänen des Haares ? Jeder weiß, daß Sder auch nach oft wiederholten ich . . -..' m. f", ( m f

die eloen nicht nur am ä)erttn. onvern Vrce en uno irurnnsazer z.'esensku

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desselben nach seinen emttlnen Scenen? Den - Anfall merkt die Kranke hänsig schon den Tag vorher an gewissen Anzeichen: 'Verstimmung, Druck im Kopf, Frost, Flimmern vor den Augen, Ohrensauzen. Gähnen. Niesen, uedel- ! keit, Magenschmerz. Oft aber erscheint er wie der Dieb in der Nacht. Er beginnt, nach Seeligmülier, mit einem :, bohrenden Schmerz, welcher zunächst an einer umschriebenen Stelle, deö 5öspfes, an der Stirn, Schläfe oder in der Tiefe ! der Augenhohle festsitzt, dann aber sich : immer werter ausdehnt, bis er fchlieLlich die Kopfseite einnimmt. Dabei steigert sich seine Heftigkeit beständig in einem Grade, daß die Kranken ihre Qualen niÄ grell genug schildern tonnen: als wühlten Messerklingen im Schädel, als wäre derselbe in einen Schraub stock gespannt, als sollte er zerspringen. Durch sede Bewegung, jeden Sinnenreiz wird der Schmerz erhöht. Jeder Puls wird wie ein HammersSkag empfunden. Es besteht vollständigerAppetitmangel ;Esien und' Trinken verbieten sich in den meisten Fällen durch die sebr quälende Uebelkeit, welche in hiusizen Brcchschauern sich Luft machen will. Ueber das Wesen der Migräne sind wir allerdings noch nicht völlig im Neinen, doch aber durch die Beobachtungen Eulcnburg's nnd des großen Physiologen Du Boiö-Nemnond der Lösung des Räthsels erheblich naher gebracht. Wir wissen es letzt, daß wir bei dieser Krankheit eö mit Circulationsstörungen in den Blutgefäße der betroffenen Ge hirnhalsle zu thun haben, und daß entgegengesctzte Zustände, nämlich sowohl Erschlaffung als auch krampfhafte Spannung der Gefäßwände, einen gleichen Effekt : Erzeugung von Kopfschmerzbedingen. Di'e Entstehung der Migräne fällt meist in das jugendliche Alter. Tifsot behauptet, wer sie bis zum 25. Lebensjahr nicht gehabt, bleibe auch später von ihr verschont. Die Anlage beruht meist auf Erblichkeit ; leidet die Mutter daran, so wird ste auch bei den Töchtern nicht fehlen. Wegünstigt wird sie durch üppigeZ Leben, Müßiggang, sitzende Lebensweise, Nomanlectüre, Gefühlsschwarmcrei, Nachgiebigkeit gegen Launen, Stimmünzen und Leidenschaften, Mangel an Selbstbeherrschung. Die dritte Form von nervösem Kopfschmerz ist die auf allgemeiner NervenVerstimmung (Neurasthenie, ErsAöpfungsneurose) beruhende. Es ist die schlimmste von. allen: denn der Kekschmerz aus Hysterie oder Migräne laßt doch längere freie Pausen, der aus Nervcnschwäche aber hört fast gar nicht auf. Er gibt sich kund durch ein beständiges Gefühl von Betäubung und Druck im Kopf, durch eine völlige körperliche nnd geistige Erschlaffung, sucht überwiegend das starke G-slechr heim und kommt U .nuti JU 1 Jf tA (aC CIW .5 1. . m uptfUMlKy uti futii auutucui vm, w!- I- . ...S O .f.- s :f f."f. s ie ne sitzende Lebensweise führen, stark mit dem Ksps arbeiten und mit Nerven: Lbeln behafteten Familien entstammen. Zuweilen tritt er schon in früher Jugend auf, in der Gymnasialzeit, ost bei höchst begabten Knaben, un macht sie -selbst zu den leichtesten geistigen Arbeiten unfähig. In späteren Jahren entwickelt er sich meist unter dem Einstuß lzngdauernde? tieser GemüthZerschlUterungen, Seelenschn'erzen und Sorgeu, nach auhalteuden 9 rfT1 f"s . 4 rzzeizresannrengungen, namcnkllcy im weren zrnng. ! Diese Menschen, ost die talentvollsten, verden zerstreut, fahrig, einsilbig und I IC. -!f...C...;( . n C t . . . . t . lh:ilnahu:sl0'Z. Bei längerer Dauer des Uebels verliert sich die Eglust. stockt die Verdauungsthätigkeit, sinkt der LebensMuth und regt sich der Gedanke an Selbstmord. Nur wenige Lorbeeren hat die Vekämpfung dieses unerbittlichen Feindes den Aerzten eingetragen. Und wie sollte diese Schwäche der Kunst einer so schwe ren ntld tief gewurzelten Krankheit gegenüber uns in Verwunderung seyen, wenn wir die Fülle der Ursachen erwägen, welche zu ihrer Hervorbringung beitragen : erbliche Anlage, fehlerhafte ErZiehung, Neberbürdung init Schulaufzaben, widrige Schicksale und Lebens Verhältnisse, vernachlässigte Körperliche Leiden der mannigfachsten Art, Nerven schwäche u. s. ro. In schweren Fällen von Neurasthenie ist außer Geistes- und Gemüthsruhe und Völliger ArbeitSausspannuniz eine LuftVeränderung, namentlich ein längerer Aufenthalt an der See oder auf hohen Bergen anzurathen. Die Neurasthenie der Frauen Lußert sich auf besondere Weise. Gewöhnlich l treten hierbei zugleich die Erscheinungen ver Hysterie rn Ussalllgsten Graden hertir'.C . vfl vor. jrnn miw am aanzen Korper. has dieser Aermsten nicht wehe thäte; die leichteste Berührung erzeugt die lebhafkesten Schmerzen. In sehr auszebildeten Fallen' werden Arme und jZeine von Zuckungen durchschüttelt. Schrei-, Lach- oder Weinkrämpfe beunruhigen die Umgebung der Kranken. Sie zerakhcn außer sich beim geringsten Getäusch, wittern überall hämische Bosheit. Die Verdauung liegt völlig danieder, der ZNagea versagt fast jede Nahrung.' In Zußerster Kraftlosigkeit, sich, selbst und zen Angehörigen zur Last, zn keinerWeschäftiguiig, geneigt, über sich und ihr Schicksal: brütend,, liegen sie, fast immer iuf dem Svpha oder im Bett,. Man n-stountnur, wie' solches Leld es so oft hoch noch zu hohen fahren bringen kann! ''. il ' m m m'"i'"" " I m E i s e tt NlMr,Sie sind tngeklagt, einen Nock aus dem, Zimmer ,es Herrn Meyer gestohlen zn haben !" ,, Angeklagter : Nein. ganz gewiß aicht ich wei von der Hache car aichts!" Stichter zunl Zeugen, der ,en Angeklagten dei'm Diebstahl gesehen ?at): WaS war der Nock werth?" Zeuge: Immerhin , L0 Äcark!" kngeklagrer: Da sehen Sie, meine Her:cn,was man dem Zengen glauben kann. Ist der 20 Mark werth?" Der mißlungene Toast. Meine Herren! Der alte Grundsatz: Kürze ist der Seele Seele ist 'des ZJideS Witz das ist der Kürze Seele 5türze' ist der Würze Seele Würze ist der Kehle Sürze ist der Würze Kürze, Witze sind der Kitze Sitze vthe sind der Seele Kürze ' er MMMU

m3Smm Werttnerlnstafrikch. HMonSke von Maz Trausil. An Bord der M8?e waren lle Hände in Bewegung. Eine Mattvsenbtbeiluna reffte in den Naaen die Seqel ein, eine andere htbte die deutsche r . '.' c:. r-i lt ..' 1 siagge aus, fcic vvn ueu vVlranoyaiierien mit Kanonenschüssen begrüßt wurde und die Schiffsjungen mach:cn klar ans Deck. Die dnnstfrcie Mannschaft war in den Cojen hinabgestiegen, um sich vor die Schönen in Sansibar in Wichs zu ' werfen. Ucbcrall hörte man lacheri und scherzen, ab?r der kreuzsidelste von Allen war der Berliner Fritz Thielecke den man wegen seines unerschöpflichen, Ha lauervorrathes den Marine-Komiker nannte. Er hatte auch allen Grund, lustig zn sein, denn er verdiente als Schneider ein gutes Stück Geld, daß er auf dem Lande sobald als möglich los werden wollte. Die Gelegenheit dazu fand sich früher, als erdachte. Er wurde mit elf Mann commandirt. ein paar für den prenßifchen Consul bestimmte Kisten ns Land zn schassen.' Den zweistündigen Urlaub - benutzte Fritze zur Durchforschung desjenigen Theiles von Afrika, den man das Hafenviertel von Sansibar nennt. Aus einer derPalmw.cinkneipen schallten ihm heimathliche Klänge in sächsischer Mundart entgegen. Als er eintraf sah er vier rabenschwarze Skatspieler aus der Erde höcken. Namt! rief der Berliner erstaunt. .Kommt die Sorte hiev ooch vor?" ..Nu üben." riefen die vier Neger wie aus einem Munde, das haben wir in Leipzig im Krnstall-Palast gelernt." Da kennt Ihr wohl auch Meine Tante " - - Deine Tante," entgegnete einer de' schwarzen Kerle und legte ein Bänkchen. Da Thiclecke kannibalisch trank und mit einem Somali - Schenkmädchen scherzte, war es kein Wunder, daß ihm die Allerweltstante seine Barschaft in ausfallend kurzer Zeit abgenommen hat. Als er etwas von Bemogeln verlauten ließ, hämmerten ihm ein Paar schwarze Fäuste aus dem Schädel erum und das Ende vom Liede war ein regelrechter Hinauswurf. Wie er an Bord der Mooe" und m seine Hängematte gelangt wardarüber nachzudenken hatte er am Morgen des folgenden Tages keine Zeit, weil er in aller Frühe in voller Kriegsausrüstung wieder an's Land rudern mußte, um die Vorhut des Rebellin führers Buschiri, die ln dem Kuztendorse Aagamoyo erngedrungen war, wieder hinauszuwerfen. Da nach der Landung an der bezeichneten Stelle kein Dorf und kein Baum, j aber auch kein Feind sehen war, marl schirten unsere Theeriacken landeinwärts I auf eine Hütte los, um, sich in ihrem tj Schatten lagernd, zu frühstücken. s Man wandelt nicht ungestraft unter Palmen", mciutc Thielecke, als ein paar I Flintenschüsse aus einem nahen Palmen- ' Hain knatterten und ließ sich im Schatten der rcrsellenm Hütte sein Frühstück l schmecken, zu dessen Verdauung er aber keine Zeit fand, weil ein paar von der Möve" wohlgezielte Granatschüsse in seine Nähe einschlugen. Unsere Landsleutewarten unZ ohne ! Bestellung mit blauen Bohnen aus", i scherzte Thiclecke und grisf zum Gewehr, j um das außerhalb der Schußweite des Schisses liegende GeHolz, an deszen Rand sich einige Schwarze Zeigten, zu stürmen. Die Somalis, von einem Araber angesührt, leckten durch ihr Weichen die Matrosen von der Küste weg, so daß sich der sidele Fritze in der Hitze des Gefechtes plötzlich allein sah, aber nur einen Augenblick, denn im nächsten sühlte er eine Lianenschlinge um den Hals und ein Ruck warf ihn rücklings zu Boden. Als er etwas unsanft wieder auf die Beine gestellt wurde, hatte er die Hände auf dem Rücken gebunden und der bäumlange 3!cger, der ihm gestern in Sansibar durch Meine Tante Deine Tante" sein Geld abgenommen hätte, zrinste ihn höhnisch mit den Worten an: , Nun, alter Freund, haben wir Dich geklappt? Der Konig von Qninquanso zahlt für einen Fatzkewie Du, tausend Nupicn." Sehr schineichelhaft für mich.daß man mich so hoch' schätzt. entaeonete Fritze. .Was wird denn Seine Majestät mit mir anfangen?" Dich mästen, um Dich im eignenFett zu braten." WaS'doch aus dem Menschen werden kann! v Mochten Sie mir nicht ein wenig die Armbänder lockern?" fragte der uilverwüstliche Humorist, als sich der ZuPin Bewegung setzte. , . Damit Du ausineifen 'kannst? Nee, mein Junges", Sagen Sie mir, meinSchwerenöther, wo haben Sie den schönen sächsischen Dialect her?" Von Leipzig her. wo ich bei verfchiede,n Tingel-Tangels Nigger- Minstrel war.' Ha!!" schrie der erbleichende Thielecke und setzte sich vor Schrecken auf einen Cactus.- Da kommt ja ein nicht angebundener Löwes" . Der thut uns nichts, well er vom Fraße kommt." ,, , Sehr schön von dem Vieh. ' Dauert' un,er paziergang lange?Bis morgen Abend. Hier trinke mal, bis Quinquanco giebt's keine Quelle mehr " ' H"' Der Zugführer Msalala hielt dem Berliner eine KürbiöflascheHin die dieser in - gierigen Zügen leerte, denn. die SlMtte, stand .ihm lothrecht über dem Scheitel. ; ,; Darf ich mir die Küröisflasche statt ben verlorenen Korkhelm-auf den Kop' stülpen?" Nur zu!" . . s Ich danket Wenn ' Sie mal nach Berlin kommen, lasse ich Sie bei lebendigem Leibe aushaucn'. Ach,'däs ist nicht bitter. Da geht ja 'ein Nüssclpensionat spaziren." ' " . Das ist ein Elephantenmeibchen, daS ihre Juugen zur Tränke führt Der Herr Gemahl kneipt wohlanderSwo?" m - O'ZVö' . rtpif i DaS- Männchen verläßt Weibchen, so lang es lebt." nie da?

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Dann ist die ClephantenMaM, I uti'Qi--- - f - n I verwittwet? Wahrscheinlich." Beim Ueöernachten auf der nackten Erde 'fand Thielecke die Sandmatratze nicht gerade schwellend, und das Dattel, Frühstück , war auch nicht nach seinem Gefchmack, aber er verlor darüber nicht seinett Humor. Am anderen Tage standen die Bewohn ner der Residenz des KonigS Mpoln von Quinquanco vor Verwunderung buchstäblich .aus dem Kopfe, als sie des mv ßen Mannes ansichtig wurden! Selbst die Hausthiere wurden vor Ueberraschung scheu. Die Hühner flögen gackernd aus die Dächer, die Hunde zogen den Schweis ein und verkrochen sich in die dunkelsten Winkel. . , Da Thieleckes Begleiter schon aus der Ferne mittelst Trommelsignals die An: kunft desselben telegraphirt hatten, war auf dem Dorfplatz der König mit dem Hofstaat erschienen, um den Matrosen gegen Vaarzählung in Empfang zu nehmen. Mpolu, ein gemüthlicher Alter, hielt sich die Seiten vor Lachen und sein Hofstaat hüpfte vor Vergnügen von einem Bein aufs andere, als der losgebundene Matrose, dem Beherrscher allev Quin; quanconer auf die Schulter mit den Worten klopfte: Na, alter PalmbutterHändler, noch immer beim Zeug?" Die Berührung des' Königs ! hatte dem Gefangenen , das. Leben gerettett. Er wurde' dadurch frei und mit dem König verwandt. , : Die Blutsverwandten des Königs hoben die Linke empor und berührten mit der Rechten Thielcckes Stirn. Dazu wurde er zun Prinzen von Gehlüt. Als auch die Damen,,, kamen, um sein Knie zu .berühren, zappelte er herum,, als ob er "auf einer heißen. Platte stünde und rief: Hören Sie auf oder ich schreie!" Als aber eine buntbemalte Frau von heller Hautfarbe aus einer Hütte auf ihn zutrat, kannte sein Erstaunen keim Grenzen. . Kruzi Türken ! Schaut'S hen Kram vus an!" sagte die falsche Negerin mit dem Aplomb einer Münchener Ztellnenn. Hurrjeh, Lina Schwammerl aus dem Pschorrbräu!" rief Fritz und wollte aus seine alte Bekannte losstürzen, doch diese hielt ihm die Hände entzegcn. als ob sii ihn hypnotisiren wollte und sagte mit gespreizter Würde: Hand von der Bntt'n, fönst Haben's glei 's Bier verschütt'. Da sich Fritz vor Mpolu's Lieblings stau tief verneigte, stieg er in der Gunst des König, der 4hm durch Lina sagen ließ, daß er ihn zum Neilhskanzler von Quinquanco ernenne, wenn er ihn nach europäischem Muster krönen wolle. Dem gelernten Schneider siel eS nicht schwer, aus Linas abgelegten Kleidern einen Krönungsanzug zusammen zn ttoppeln. Ein alter Cylinder, dessen obere Hälfte abgeschnitten wurde, mußte durch Ueberkleben von Goldpapier in eine Krone verwandelt worden; eme , Zwiebel vertrat den Reichsapfel und eine ! , -t rrt ., . . .rxf . n ... r. . ' avgeorocyenetarlnette,vleott weiß wie in den Neichsschatz von Quinquanco ge langt war, stellte das Scepter vor. Der alte Mpolu fchmamm in einem

Freudenmeer und gab dem Hofstaat ein ben.- aber als eine von den Nebellen Faßchen Schnaps zum Besten. Da auch gefährdete Deutsche mußte sie von. einem seine Unterthanen reichlich mit Palm- Schisse des Blockadcgefchwaders ausgewein bedacht wurden, schnarchte,: gegen ommen werden. Mitternacht ganz Quinquanco in allen Nachdem Thielecke dem SchissscomTonarten. - g Mandanten seine Erlebnisse mitgetheilt Fritz hatte einen ausgezeichneten Ma- 1 hMe, wurden die drei abenteuerlustigen troscnmagen und blieb nüchtern, um wäh: ßandwerköburschen demSchuhe des preurend der Nacht aus einem Bettüberzug Ischen Consuls empfohlen und an Bord einen KrönnnZsmantel herzustellen. Ge- der Möoe" die Verlobung des Matrorad'e als er sich zum Nähen hinsetzte, - st Friedrich Thielecke mit LmaSchwambewegte sich die Schilfmatte und herein : mxt der Exkönigin von Quinquanco, schlich Lina auf den , Fußsritzen. Fritz gefeiert, wobei der Grog in Strömen

sprang auf, um in feme Arme zu schlletzen. Hast Du mich noch lieb?" fragte das Mädchen. Selbstverständlich, mein Schatz." . Dann will ich mit', Dir durchbrennen." ' Wenn sie uns aber nachsetzen?" . Bis morgen früh san mer in Unyorvz mit dessen König sich Mpolu zerkriegt hat. Geld han m'r a, an halben Strumpf voll Goldstückl'n." ' ? Pann kann's losgeen. Unter diesen Umständen schwöre iä) Dir. daß Du meine letzte Geliebte sein sollst." Na, so ham'r nit g'wett. ' Du mußt mi heirath'n." - Kommt mir auch nicht darauf an. Alsslos!" Die schlaue Lina hat an Alles gedacht. Sie hat Maiskuchen, Hammelbraten, eine Kalebasse Wasser und ein altes Nei-' terpistol mitqenommen. Den Hunden, die sie beim Abzug ankläfften, warf sie. Knochen vor und so gelangten sie unbemerkt aus dem Dorfe. Als sie fo ans der mondbeschieuenen Halde gegen Unyoro trabten, fragte Fritz seine Braut, wie sie nach ' Quinquanco verschlagen worden sei t 'Die G'schicht is sehr einfach: , tzJ bin Köchin g'west bein Afrikareisenden Hüchmann, den die Quinquanconcr sammt sein alten Diener aufg'fress'n bab'n. Der alte Mpoln hat an mir an Narr'n g'fress'n aber i hab ihm dafür d'Höll haßg'macht." - - X6 alaube, der alte Knasterbart ist sroh Dich los zn sein." , Dos glaub i selber. . Uijegerl, Fritz, da schau hin. Dort kriecht, was rum." Wird gleich ausgekrochen haben," entgegnete Fritz u.id feuerte das Pistol gegen den Wald ab. '. ,Sie sahrlässiger Mensch, machen Sie keene Mengenke." rief eine Fistelstimme im sächsischen Dialect. ' : Sei stad Sachs, sonst derschlag'e.sie uns ,a no," warf eine heisere Baßstimme ein.? :' , ,7 Landsmann. Landsmann!" rief Lina außer sich vor Freude, komm außä!" Es wäre schwer, den Jubel zn beschreiben, den die , drei HandwcrksburfA.t Yrt!ftrifrtnr öl? fit liS hem sXnl'hß um '7!"7 I traten und die Kellnerin an der Seite des Matrosen, erblickten. Sie lachten - ' . -. .,.-. ,b ,.. ni, V l, und weinten zugleich. . Als sich der Beqrüßungstummult , aelegt hatte, fragte Fritz: Sagt mir, um Alles in der Welt,,,, wie kommt, Ihr bierber?" . , 1 1 Das ist Sie eene'puhige Geschichte ! pabm der Sachse , das Wort. Ich bin Sie nermiich e Strumpswirker aus

4 MaBrTi lilMii' iMm'm i rfi, Mckau, Ueser e Brauer aus München und' der Bucodrucker -CZHtittniri. und' der t Buchdrucker ans Stuttgart. Wir Drei wollen dem Emin Pascha än , tu ' guven ag jagen !- Ich als Berliner," meinte Fritz, kann als Berliner im Ausschneiden doch auch etwas leisten, aber der Sachse ist mir über. Kehrt nur mit mir und meiner Braut um. Um Bagamoyo kennt Ihr .Euren überflüssigen Heldermuth doch los werden." !- Was meent Ihr, Freunde," sagte der Sachse, während er sich hintcr den Schwaben zurückzog, weit in der Ferne Löwengebrüll hörbar wurde. I denk, mir kehre um," entschied der Schwabe. Freili, Frcili." pflichtete der Bayer bei. In 'Sansibar kriegt m'r wenig stenS a Tropfen Bier." Aber mir thut's schre leid, daß xxCx nich die Araber mit versmmse:i gennen, prahlte der Sachse. Machen's ka Bliml Blaml". warf Lina ein. J waß, wie 's da drinn zugeht und bitt jroh, dös schwarze G'sindel nit um mich zn haben." Wie Sie meenen, schönes Fräulein ! " sagte der Sachse mit einem Kratzfuß und schultert' seinen Knotenstock. ' Alfo, auf nach Sansibar. Die Äraber können wir ja ein andermal verhauen." , Als die 'Sonne aufging, wurden die kegelförmigen Hütten von Unyoro sichtbar. Die fünf Europäer machten einen Umweg,' um nicht das Dorfpassiren zu müssen, weil Lina meinte, mit dem König dieses Dorfes wäre nicht gut Kirschen essen, und lagerten sich in einem Mimofengcbüsch zum frühstücken. Nachdem der osn Lina mitgenommene Vorrath aufgezehrt und die leer getrunkene Kalebasse an einer nahen Quelle frisch gefüllt worden war, 'zog man weiter. Namentlich war es der Bazer, der der Wasserflasche am meisten zujprach. Jetzt waß i erst, wie gut 's Wasser is, wann m'r ka Bier bat. Wann mir aner zu Manche an GlaZ mit Wasser unter die Nas'n g'halten hätt, hätt' i eam s Flaschen gegeben." Wozu denn eene Flasche, wenn er e Glas hat?" fragte der Sachse. Du Tapp, a Flaschen haßt m'r a Ohrfeigen.Vackpfeife willst Du sagen". Gegeu Mittag näherten sich die Wanderer einem stattlichen Gebäude, das entweder eine europäische Faktorei oder ein Missionshaus sein mußte. Als ein paar Flintenschüsse knatterten, beschleunigten die Wanderer trotz de? drückenden Hitze ihre Schritte nnd kamen eben zurecht, um die Familie des Mifsionars von ein paar brandschatzenden Ärabern zu befreien, die bei dem unerwartetcn Erscheinen der Deutschen das Weite suchten. . Die Fran Pastor setzte den Befreiern ein kräftiges Mittagessen vor. nach welchem sie von den schwarzen Dienern des Hauses nach Bpzamono gebracht wurden. Die zu einer Küstcnstreifung gelandete Mannichaft der Movr machte grogc Augm, als sie den seit vier Tagen vereinten Matrosen Thiclecke in so zahl.v. . . 1 ? . 1 w reicher Aealeitung erblickte. In Friedenszeiten wäre der Lina ! Schwammerl der Aufenthalt auf einem beuilcken KrieasiSiss nicht aestattet worfloß. Der König Mpolu von Quinquanco war gar nicht fo erbost über das Verschwinden Lina's. Aber , daß Fritz, der seine "Königstracht so schön , hergestellt ;atte, mit jener verschwunden war, Vurmte ihn doch. An den beiden konnte tr sich nicht tnehr rächen, ab.cr einen Ableiter für seinen Unmuth fand er doch. Die beiden Kerle, die Fritz gefangen geommen hatten, waren noch erreichbar.. Die Prügel, die sie auf Aefeh! Mpulu's '.rhielten, waren selbst nach afrikanischen Legriffen fürchterlich. ' , i i Au s der Jnstrnc t l o n sZünde. Lnstruirender Unterofsizier (zu tett eingetretenen Nekruten): Wir unterscheiden alfo mebrere, Arten von Gerichkni Für uns Militärs gibt eö KriegsGerichte und für die Nichtmilitärs Civil ' zerichte. Also, Füsilier Heyer, welche Gerichte gibt es? erstens? Heuer: Das Kriegsgericht. Unterofsirker: llnd zweiiens, Füsilier Schmidt? Nun. wie heißt och das gewöhnliche Gericht? Schmidt: Srbsen mit Speck! . Sächsisches Criminal-. Lerhör Ein Sachse wurde eines verneintlichen Diebstahls wegen eingesanzen und ."or das Ortsgericht qebracht. Nun", fragte ihn dort der dichter, .Saqen Sie mal, mein Guter, wie hcizen Sie?" Gottfried Seebel." Und Kun sagen Sie mir einmal gefälligst, wie ilt sind Sie?" Zweiunddreißig Iahre!". Ach, und hören Sie 'mal, was ich Sie fragen wollte: Aus welchem Grunde hat man Sie denn eigentlich hierhergebracht?" Ja so, aus welchem Grunde. Ei ch?a! Da kann , ich Sie ienen, Herr Richter; aus dem.Plauenlchen Grunde!" . -Druckfehlertenfel. An!äßl!ch des .fünfundzmanzigjährigen IniilSums unseres", verdienstvollen Herrn Fchullehrers sprechen wir demselben ' im Zcamen der ganzen Stadtbcvolkerung den Dank für sein segensreiches' Wirkenaus. Die Energie und Thatkraft, welche er in er Ausübung seines schweren Berufs an en Tag legt, sind zur Genüge bekannt. Zu seinem Privat-und Familienleben jedoch ist er wild und Zaust." ii '.j , . , , ..il, . ; ' l vst. , -Ern Krnd der Ze,t. Bist ! Du denn, auch immer recht brav liebe ii . vk . . n il l a i . L . iL -'ii X 1 - - - ' cauTT.y V ? V ö ' '. ker. WeilZt Du; Tante, man muß fern, j Eltern nicht zu sehr verwohnen!" i - Bauer; n (zu lhrer Tochter):' I vchau'. schau1, geb' t Dir. eben erst a, ! ueZ Sacktuchle unDu hast nix Besseres s thun, als glei' Dei' , Nasen 'nein ichneuzen! , ;,,

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f. MiMiJiWsSwKhUaUK, Zs Scharfrichter KrautÄ auf bee Wuhne.

Selbst der fiffifc ScharfrichfÄll 1 ""' r X rt s "ll:"'';i:'jr! IM" I- V 4 Jk :.. SH . J i P- f tf " i.jl!!1!1'

Kmuw hat ttmcn WrsWkt Sezun i ',, hm &rr thisxter htr "Z??,. 2tff ..... --w ..r ,,! ff II . nth .. . . C !,n. gtgr j einem mti uver ras LHVcriun,,f die bei der Verstellung desselben zn Tags.' tretende Verrohung des , PuhlikuWZ lat

folgenden gewiß gerechten Ausdrnu: Im Ostend-Ttzeater in Berlin wirb ,'"!, seit einigen Wochen das SmsatienSschau-,. H spiel der Scharfrichter von Berlin" gcD geben, welches ein Herr Boltcn ech beiH Aufzeichnungen, Handschriften und perM fönlichen M'ittizciluttgcn des Scharfrich terS Julius Krauts" zussMWeagestellßD hat. Wenn man nachsichtig genug sein? ( wollte, da? Treiben des Osieud-ThcaterS überhaupt von dem Standpunkte der tf Kunst aus zu betrachten, so müßte man !"! feststellen, daß die deutsch Bühne wohl ?H noch niemals durch eine ärgere Scheußz lich keit besudelt worden fei. '-Ich will T i Vcrmeideü, in unftren Lesern durch tli ... ; Erzählung dieser Erbärmlich keiten den - H selben physischen Ekel wachzurufen, m Jf

dem ich während der vierthalbstündigett $ Vorstellung zu kämpfen hatte; ich wi&M nicht die Scenen im Verbrecherkeller" :, erwähnen, ws eine arme Wahnsinnigz von betrunkenen Strolchen überfallen H wird, oder die Mordthaten und FraLentz H haften Masken, diese jämmerlichen, federi künstlerischen Zweck verhöhnenden Bru' ? talitäten von Sieuem in die Erinnerung rufen. Man mag über, die Ziele des,,) j Dramas die absurdesten Theorien ufa'G stellen ; darin wird aber wohl noch da3 H Urtheil aller anständigen Leute übcrein, stimmen, daß die Buhne nicht dszu ktiH stimmt sei, der Bestialisirung der breiten ! cm rr rn . r r ... t m , t'-'f-l stauen orsO)uo zn zeizien. Was wiz D jüngst im Ostend-Theater gesehen Habens H entzieht sich der literarischen Kritik und 'Hiß dürfte eher das Interesse der Justiz erre H gen. Wir rufen in keinem Falle nach de, '-,M Polizei, weil w!r die Gesundung de H Bühne nur von der völligen Befreiung. ' derselben erwarten. ' . Wenn sich aber ein Publikum sinder D welches solchen Geschmacklosigkeiten zu, fohlt, so beweist dies, daß die bisher an-i gewendeten Mittel, das Gemüth" detß BolkeS zu veredeln, gründlich rerfagj H haben. Man sollte wenigstens die ftna -ji den und Mädchen, welche recht zahlnich g der Aufführung beiwohnten, vor dem Kunstsinn ihrer Eltern beschützm und von dem Besuche dieser Vorstellungen j ausschließen. Die Spekulation auf du ; Bestie im Menschen, diese viehischen Triebe und bejubelten Verbrechen müsse ihre Seele vergiften. Als eine plycho logische Merkwürdigkeit erschien mir du Beseisteruna, mit welcher das Publikum den Haupttrumpf des Stückes begrüßte.' Das letzte Bild zeigt uns alle Gräßlich keiten einer Hinrichtung. Das Ostendi TKeater hat für diese Scene eine Spe cialität gewonnen ; die Rolle des Scharf richters von Berlin wird durch den bekannten, wegen seiner Nohhclt entlassene Erfcharfrichter Julius Krauts dargestellt. Als dieser Mensch die Bühne betrat, unl ls r das blanke Beil über dem Hanpti des Verbrechers schwang, erdröhnte daZ Haus von wieherndem Bei lall. W i herrlich weit haben wir es schon gebracht! Marino Falieri". die MeininZ??. sinj durch das Ostend-Theater in den Schat ten gestellt worden. Vielleicht findet sich noch ein Gast, der sich wirklich ent haupken lüßt. Dann haben ir js bez Gipfel der Naturwahrheit" erklömme ANd können mit gerechtem Stolz aus rufen: Kunst und Natur sind Einel nur!" An Melanit! (Sächsisch. Denksie noch, mei sißeS Lämmchm, , An de scheene Landbardhie? An de großen Butierbämwchen Un de Seelenharmonie? Denkste, wie das erschde Veilchen . , Ich Dir schichdern dargebracht, Und Du mir ä Käsekeilchen Schdeckdest in de Dafche sacht? De Mama rief qrad: Ich bitte, Gäb'n Se mir a BämmchenHer!" Und ich reicht' de grecßte Schnidde Ihr galant herieber sehr. Jber's Wetter wollt', weeß Knebbchenl Ich grad fchbrechen blctzlich ds Lag an meener Brust Dei Kebbchen, lind vor uns fchdand de Mama. . ? Schrumm ! nu hadd' ich ich; ,mDel5 chen. t , "'f 's. war gedhan der ernste Schnöd. , 1 Bald darauf wardst Du mei' Weibchen .'.!,, ' Und de Mutter gam kleich mit. . 'M , - '""Ii Darum denk' ich, sißeö Lammchen, Egal an de Land bard die ! - Wo ich sir ä Butterbämmchen Äch crhield o Melanie! ; ' ' ' " '."nrii.irrii; i ' . " "; Sonde r bare E! fersn ch r

Aeltere Dame: Ich rathe Ihnen! nicht, heute Abenwin's Theater zu gehen., ,cj war über dieses Stück geradezu empört." 3 4 t t . " ,"'V ,;.' ': 'lilijf1!1!'?;': ungereDame: Und da elncn Sre, , ich siehe hinter Ihnen zurück? O ich werde mich auch empören!"' ; j; ! Onkel: Denke Dir, ich bin durch meine Cut so heruntergekommen, daß ii) die Knopfe meines Wintcrrockeö habe ver sehen müssen!" Neffe? Das ist noch gar nichts! Ich bitt so heruntergekom men, daß ich den ganzen Nvck,,:,hade?j "vtu'' setzen mMn!" - . . Z u r Un i f o rmirungö f ra g e. Fräulein jzu einem österreichi, fchen Eadett): Acü. entschuldigen Sie. ich hnbe mich auf Ihren ÄchaloKsedt, Eadett: Da bin l'doch iMMräülei

Willi, daß mir et die Dicket hub' haben!' "..;' -S"1'11!!,! M; i.l:;.i;!i!.1i!:!lf!: Z Z n r i ch tr g 1 1 W$Mf(MT Ah, guten Tag. Herr Schnoferl ' 9 f f" - :,:'m:i!koit machen wohl eine kleine Morgen. Promenade?" Ja. ich geh' Vortnit tags spazieren, laiiiit ichzNaHmittagk nichts mehr zu thun E Härtn äck !g. beneide Dich 'ordentlich um dein hässliches Glück .Heirath' selb st' ? LaM brauch si Du mich

nicht zu beneiden." Da will ich Dich doch lieber beneiden! '-:mm I . -- ; , -- ... .iEütll liililiNijlli!!:!!!1!-!1!:!:;-:!.-::1

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