Indiana Tribüne, Volume 13, Number 247, Indianapolis, Marion County, 25 May 1890 — Page 3

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Aoppesseöen.

f a äcsrctit ia zs Siaa? vsz Wttyel, Jenkeu. (11. Fortsetzung.) ,Ä Ohn- auf die sinstcr-ernfle Aufforderung HeUingborgS zu entgegnen, erwifcene Lundmark: Da hast bis jetzt nicht gesprochen ocnim nicht?" .Ich sage Dir, nicht um Deinetwilten ! " Toch Du solltest es, mußtest es, um Dem Ziel u erreichen. Du kamst heute zu meiner Frau, um : m thun. Warum unterließt Du'S? Fürchtetest Du im letzten Augenblick, es forme sie todten, ur.d Du Du bliebest dann doch allein ?" Der Befragte zauderte kurz. Ich schwieg such nickt um ihretwillen. Ich ve?steheDich nicht .Es sollte nicht sein. Wie ich im Vegriff stand, es aufzusprechen, trat Deine Tochter mit Deinem Sohn herein." Da irrte von einem Hcrzfchlag das eiche Licht in die Augen Detlev Hclkingborgs empör, auftauchend und verschwindend. Doch eö wars eine Helle in das Verständniß und einen Strahl der Hoffnung eines letzten Glücke in die Seele Lundmarks. Wie vor sich hinsprechend, sagte er: Für Anna verstummte Dcm Wund 'Was geht's Dich an, für wen!" t Schars hervorgestoßen durchschnitt es die Lust. Man fühlte, eine wunde Faser xoax m Herzen des Sprechers berührt worden. Nnckftchtslos selbstsüchtig war er zu? Erreichung feines Zweckes über Alles hmweggeschritten, auch über den Todesstoß, den er der Frsu versetzen mußte, die er liebte. Aber an Eins hatte fein blindes Thun nicht gedacht, daß er Anna undmark mit in Jammer und verderben inunterriß, und wie ein Schutzengel des Hauses hatte sie plötzlich ror ih?n gestanden, an sein Herz gegriffen und gerufen: J;l Beine schöne, selbstlose Liebe für mich nicht stärker als Deine Leidenschaft?" Sie war'3 gewesen, und eS zuckte in seine? Brust, daß eine andere daran rührte, ihn: anklagend in's Bewußtsein rief, auch e? habe einen tödtlichen Frevel an der Liebe zu begehren im Begriff gestanden, cn der schönsten, reinsten, die das Leben in einer Ärust erschuf. Zum ersten Mal wichen seine Auqen denen Lundmar! ans, der jetzt mit sicherer Vetonnng sprach : Su bist ein Mann von Ehre, HcljT I TV T" "Tl ililV i l t NnWlüknrlich entfuhr es diesem: Ich rreiß es nicht mehr " Doch, ich weiß es. Ein Mann, der Ehre und ein Menschenherz in sich trägt. WaS geschehen ist, liegt hinter uns, im abänderlich und es ist besser, ist gut, daß es geschehen. Ich verlange nichts für mich von Dir aber für die Andercn, die Du liebst, qib mir Dein Wort. ,?u schweigen und ich vertraue Deinem V.:t rtTa nh Art tttrht -rfishv eren. als oy Vu mcht men? waren.' Dn sagst es ich schweige, als ob ich nicht mehr wäre." Deine Ho.nd, Hellingborg!" Augenblicks kurz zögerte die Hand des Letzteren, dann streckte sie sich aus. Meine Hand Lundmark!" Es sren zL? wie leblos kalte Hände, die sich gefalzt hielten, nicht die von Freunden, und mit ihrer Vesieglung nicht für sich selbst, sondern nur für ein der Liebe ihrer Herzen gemeinsames Drittes vorbedacht. Aber doch war es seltsam, wie sie, gegenwärtig so. Handln Hand, standen, und ldt- empfanden es gleicherweise. Sie hätten Freunde fein tonnen, die sie niemals wirklich gewesen. Von Anbeginn war daZ Leben mit einem Riß im Innern zwischen ihnen durchgegangen, Der keine" Freundschaft zuließ. Nun lösten sich die Hände kühl, wie sie nch ersäht, auScttmnder, und Lundmark sprach: Ich danke Vüir. Jetzt wirft Du meinen Dank annehmen." pIch danke Dir, daß. Du mir als einrm Ehrenmann vertreust." Sie waren fertig, hatten persönlich nichts wciier mehr mit einander zu reden. Wie jeder fein Leben fortfübre, ging ihn allein an. Wenn sie sich hier trennten, sahen sie sich niemals wieder. Dcch für das Andere waren sie noch nicht am Schlnh, noch blieb die Sorge m dasjenige ihnen gemeinsam, was sie hie? zusammen geführt. Auch das fühlten sie beide gleich, und keiner regte den Fuß, die Stube zu verlassen. Nach einem Stillschweigen sagte Lundmark:Du .weist auch, was während meiner Abwesenheit in meinem Hanse geschehen, tvas Liebe, die nicht Geschwisterliebe ist, dol t izetkan. zu thun im Begriff steht. Du lrcbst Anna, wie ich ; Dich allein kann ich fragen: Muß das Schmerzliche itin? 5 ? mitn Mtl tf Bersichcn wir uns, Hellingborg? Ich U, i9 fcl" frage nicht: Darf es fein?" Wi? verstehen uns. Doch es darf Nicht geschehen. Warum nicht? Auch das ist Menschenersinbuug und -Willkür. Ihre Herzen zeigen, es ist gegen Menschennatur." Einige Augenblicke schwieg Detlev ..Hellingborg. dann antwortete er: , Du Hast es vorhin gesagt. JH fühle ihien Schmerz, den Schmerz für sie. wie Du. Wer nach dem, was hier zwischen nnö aefchehcn,. gehört sie mir, wie Dirs ES ist Mkttschenersindung. gleichgültig sür Dick, und mich. Kannst Dn. beide, auf eine Insel, in ein Paradies bringen, das kein Menschensuß außer ihnen betritt, s? lhu's! Kannst Du hindern, daß sie selbst niemals von ihrem gleichen Ursprnng erfahren, daß kein Zufall ihn t an'S Acht zieht und Merschenwillkür sie im Namen einer Satzung auseinanderreißt, ihr Gluck vernichtet, so laß es zur Wlüihe gelangen. Lundmark. wie die Natur es ihnen bestimmt. Doch auch ich habe das 3!echt erlangt, ii fordern, daß Du jene Bürgschaft aufDich nimmst. Monft wiederholte ich:, Es. darf nicht sein. Weißt Du ein Mittel dazu?", ?VjKtill5V ' ' " , . !;: '. Denn es glbt kelnS gegen den Zufall. Dein Leben hat eS Dich zelehrV' ? Keines; Auch bann mcht , Earl Lundmark sprach nicht zu Ende,

ViUl lVM.. ""7V o- " . ' r.fll' euch denn Ichütze kein Mittel gegen einen ttlschte etroaS ln ernem Flaschchen zusamRüsall. wenn keine Gesahr vorbanden, inen, lächelte: Wir wollen eS gut süß

stMWManuel ihn cl5 den Vater

V..V.iÄ AnnaS erkenne. Wenn Beide nicht auf immer getrennt wurden, konnte, mußte fast in Brasilien wie in Deutschland durch Unberechenbares die Entdeckung einmal stattfinden. Die Zeit drängte: mechanisch griff Lundmark nach seiner Uhr. Nun fragt: er rasch, doch ruhig: Willst Du mir helfen?" Dazu wartete ich auf Dich vor Deinem Hause, wenn das Schicksal eö so bestimmte." So bringe Manuel unter einem Vorwand mit dcm Benin der Dämmerung in dies Zimmer. Verlasse cS, wenn Du mich kommen hörst, und warte drunten vorm Hause, bis ich Dich rufe. Ich baue auf Dich um Annas willen." Lundmark hatte es gesprochen, wie er in Sturm ste fahr eine Anordnung aus dem Schiff traf. Hellingborg nickte, kurz zustimmend : Ich weiß nicht, was Du beabsichtigst. ober Du handelst auch für sie und kannst auf meine Hülse bauen." Jetzt bitte. ich Dich, mich allein zr lassen. Es sind noch zwei Stunden, bis es dämmert, und ich habe fast mehr zu thun, als die Frist möglich macht." Also in zwei Stunden." Detlev Hellingborg wandte stch grüß. los zur Thür. Doch es schien, daß fein Lippe etwas in ihm Aufdrängendes zurückhalte; auf der Schwelle drehte er sich und fragte: Mas willst Du thun?" Das Dn" klang wie vcn einer keifen Unruhe betont. Lundmark versetzte: Du, wirst e5 erfahren ich muß ei: Im Nun ging Hellingborg, daS ernst - regungslose Gesicht des Sprechers mit einem letzten Blick überstreifend, aus dem etwas AchnlichcS, wie aus dcm leicht behonten Wort der Frage hervorkam. Der Zurückbleibende horchte kurz aus den draußen verklingenden Fußtritt, dann fetzte er sich ohne Aufenthalt an den Tisch. Er zog die in Plymouth beschriebenen Blatter ans der Brusttasche; es war noch die gleiche Anzahl, von seiner Handschrist angefüllt, hinzugekommen, ein leerer Bogen send sich daneben. Ueber diesen ging jetzt Karl Lundmarks Feder, lange, ihr Knistern war der einzige Laut in der Todeöstitte des Raumes. Manchmal blickte er mit Augen, die in die Weite sahen, durch's Fenster, dann schrieb er wieder. Nun war er fertig, schob sämmtlich Blätter in einen Umschlag, den er mit einem aus England mitgebrachtenWachssiegel schloß; daraus setzteer die Auffchrist: 'An Manuel da Selva." Seine Hand zitttrte nicht dabei, sie war fest und sicher, wie Alles an ihm. Aufstehend barg er das Schriftstück in seine Tasche znrück und verließ gleichfalls das Haus. Weitnm an den unabsehbar langen Userbsllwerken, Quadermauern, Brücken des Hafens herrschte die rastlose Bewe-, gung des imnier gleichen Getriebes. In feinem Kommen und Gehen, seinem Abstoßen und Anladen machte es seine Pause, war wie das Leben, das unab, lässig durch den Tod Lücken reißt und sie durch neue Geburten wieder ausfüllt. Gleichgültig hier wie dort, ob Eim zelues daraus fortschwinde, denn das Ganze blieb, flätig unverändert das Für den Fremden, den Neuling Nel eS schwer, a.uö dem tausendfältigen Gewirr von Vewegnngen und Tönen Unterscheidendes, etwas Bestimmtes herauszusinden, doch der geübte, prüfend das Getümmel durchmusternde Blick des Espitäns Lundmark blieb nach kurzer Zeit auf einem von ihm gesuchten Gegenstand haften. Aus demNanchschlot eineS stattlichen Dampfschiffes stieg es wie ein leichter gekräuselter Nebel, das drunten mit der Heizung des Kessels begonnen worden; darauf stritt Lundmark schnell zu. fragte einen aus dem Deck hantirenden Martro fen: Wohin geht ihr?" Westindischer Hafen, Herr." Wann fahrt ihd ,Mit's Dunkel, Herr." Ist der Eapitan an Bord?" Der Matrose mußte jetzt den Fragesteller an der Art seines Sprechens als zur See gehörig erkennen, denn er versetzte, an die Mütze greisend: .Glaub', in seiner Koje, Herr Capitän." Lundmark trat aus's Schiff und begab sich zum Capitän hinunter. Es dauerte ungefähr zehn Minuten, bis er, von dem Capitän begleitet wieder heraufkam; der letztere brachte ihn bis an die Landungsbrücke und sagte: Mache mir ein Vergnügen daraus,Jhnen zu Dienst zu sein, Herr Steuerbordbruder ; soll Alles sicher besorgt werden, können sich darauf' verlasten. Kommt wohl ror, Jugend hat keine Tugend. Von Kuba geht's direkt wieder um den Tafelberg nach Singaxore, kann fünf Jahre dauern, bis ich einmal wieder hier liege. Sie Haben's besser und legen sich wohl 'ne gute Zeit zur Ruh'." .Ja, ich denke, eine gute Zeit. Fahren Sie gut, Capitän!" Lundmark schüttelte seinem College die Hand,schritt an's User und an diesem entlang bis zumLandungsplatz derFreva. Hier trat er gleichfalls an Vcrd, besichtigte kurz die Lage des Schisses in Bezug auf das seit dem Morgen immer hoher ansteigende Waffer und ertheilte einige Anordnungen an die Matrosen für den Fall noch stärkeren Fluthandrangs ; dann wandte er sich, die HafcngegeM, vexlassend, .raschen Ganges dem nächsten Stadiviertel zu. Draußen lag noch heller Tag, doch in den alten engen ßtraßen herrschte schon ein gedämpjteS Licht, zumal im Innern des Raumes, in den er eintrat. Es war eine kleine Apotheke. am V'ordtisch stand eine eben augekommene verschleierte Dame und bat um ein gnt wirkendes Schlafmittel für eine Kranke. Der Inhaber zuckte etwas die Achsel, daß er ein solches nicht'ohne Varschrist des, Arztes verabfolgen dürfe, 5ber man sah,,' er war aewohnt, diese Verpflichtung 1 nicht allzuschwer zu ehmen, wenn das Umgehen derselben sich erlohne. Die Dame antwortetet Ich bin fremd hier, kenne keinen Arzt und xierde 'Jhuen sehr dankbar sein, 1 wenn Sie mir zu einem Mittel für den guten Äweck verhelfen." DaS beruhigte das .Gewissen des Apothekers vollständig, er Aachen, daß eS stey auch suu darnay

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W. Jr viirp.i4 wi !Or3zwssB5saaö schlaft", vergaß auf die hingelegte Silbermünze herauszugeben, und die Empsängerin verließ den Laden. Und Sie wünschen, Herr ?" . Lundmark erwiderte: Geben Sie nur das Nämliche wie der Dame." Mit einem Blick auf das noch ans dem Tisch liegende Geldstück versetzte der Herr: Gern, Herr ein vorzügliches Schlafmittel, besser als die Herren Doctsren eö verschreiben ; es wirkt außerordentlich schnell und hält sicher vor." Achtlos nahm Lundmark die erste ihm in die Hand gerathende Münze aus feiner Börse, einen Peca Vrasil, legte ihn hin und eilte davon. Der Apotheker öffnete unwillkürlich den .Mund, ihm nachzurufen; auf das Goldstück nicht herauszugeben, erschien ihm doch im ersten -AugenblZ'ck zu stark. Allein da der Fortgehende keine Miene machte, sei: ner Vergeßlichkeit eingedenk zu werden und umzukehren, schloß der Nachblickend in weiserer Erkenntniß seine Lippen wie' der zmb murmelte erst um etwas später: Der scheins noch wichtiger mit dem Schlaf zu haben, wie die 'Andere, na, angeführt sind sie ja auch nicht damit." Er strich den Thaler und den Peca zu, sammen ; der letztere war allerdings ein, fremde, überseeifche Münze, aber daraus kam es in der großen Handelsstadt nicht an. . Gold war Gold und befaß seinen sicheren Courswerth. 'Lundmark begab sich aus dem dunklen Gassengeflccht an den Hafen zurück, w die Sonne Noch ihre letzten Strahlen hcrüberwarf. Flüchtig ging ihm ein Gedanke an die Dame durch den Kopf, die mit ihm zugleich in der Apotheke ge, standen. Ihr war auch der Preis sül das von ihr verlangte gleichgültig geme, senz wozu mochte sie den Schlastrunk nothig haben? Zur eine Kranke" hatte sie gesagt. Ja, er brauchte den seinigen auch sur eine Genesung, zum Verhüten einer noch schwereren, unheilbaren Krankheit. Er hatte den Apotheker nicht gegen seine Vorschrist verstoßen lassen, denn er selbst war ein Arzt, der mit ücher-ruhi, ger Bedachtnahme erwog und das unumgänzlich Nothwendige that. Ganz leise begann ein Zwittern des Lichtes. Lundmark schritt bis zu einer Stelle des Hafens, die augenblicklich von verankerten Schiffen leer war. Grau zog der breite Strom an der Lücke vorüber, doch nicht in ebenmäßigen Wallen, wie an stillen' Tagen. Der heftig gesteigerte Wind fuhr den Wassermasen entgegen, in sie hinein, peitsch!? anitim ander brechende Wellen aus ihnen auf und warf sie klatschend gegen das Bollwerk. Ein starkes Voot, von mehreren kraftvollen Ruderern gesährt, ,flsg wie eine Nußschale, tauchte, jäh verfchwin dend, hinunter, als komme es nie wieder in die Höh'. Darauf ruhte unbeweglich der Blick Carl Lundmarks, der dte Dämmerung erwartete. Durch die Lundmark'scheThür trat um diese Zeit Detlev Hellingborg. Bleichen GestchicS. wie am Vormittagsticq er die Treppe hinan, doch anderen Hanges. Sein Schritt war fest entschlossen, zögertc nicht; auf dem Flur tras er Anna, die überrascht, docü erfreut ausrief: Jn's Dir besser, Onkrl Detlev?" Er antwortete: Ja, mir ist'S besser, mein Kind". n& glitt ihr mit der Hand über die Wange. Sie srug: Mein Papa wollte zu Dir, hat er Dich nicht zu Hause gesunden?" ' Ja, Anna, ich komme deshalb. Ist Dein Freund Manuel noch bei Euch? Ich wollte eben, hinauf, er ist noch droben auf der Kammer mit Herrn Schund.' Wir wollen . Hellingborg siel ihrin's Wort: Dein Papa hat einen chiffscapitän getroffen, der ihn sehen möchte. Er sucht einen jungen Mann, der zur See geben will und" feinere Att und Bildung besitzt, ihn beim Schreiben und Rechnen unterstützen kann. Manuel würde eS gut bei ihm haben, besser für den Au fang als anderSwo, und rascher Steuermann werde?, können." Halb beglückte die Nachricht Anna, halb erschrak sie. Aber er fahrt doch nicht glciü. Onkel Detlev, und nicht welt?' ' Nein. Kind nur ihn sehen und mit ihm sprechen will der Capitän gleich. Hole ihn dafür zu mir herunter oder noch nicht Du kannst uoch eine Viertelstunds droben mit ihm warten, dann muß er hier sein. Ich gehe noch vorher zu Deine? Mama." Die Festigkeit, die daS Wesen Helling: borgs sonst an den Tag legte, hatte ihn beim letzten Sprechen verlassen, und die Worte waren ihm" mit einer ungewissen Hast, abgebrochen vom Munde gekommen. Nun flog Anna die Treppe hinan, während er an die Thür des WohnzimmerS klopfte. . ; ; Frau Lundmark rief Herein!" und cmpsing 'den Eintretenden mit Kleberraschung, doch gleichfalls mit freudiger; die Stimmung des, Hauses fand- heute ihren natürlichen Ausornck in der Freudigkcit. Sie. Hellingborg? Es scheint, mein, Mann ist?, ein Wunderthater, daß sein Kummen Ihnen gleich grholfen." ' " . ca. Fran Hedwig. Ich wußte, er kenne lein Mittel, darum : bar ich gleich um. sein Kommen. Ihr jmzger Haus-, genösse da Selva sindet vielleicht eine Stellung, wie er sie wünscht., und ich bin geschickt.' ihn zu dem Eaphan hinzuführen. Sie reichte ihm die Hand freundlich und antwortete ö,-. ryn Wie freut es mich7 Hellingborg, Sie,, so wieder zusehen. Sie thaten mir leid heut' Morgen, mehr, als Sie, an mir bemerkt haben mögend denn einen so alten Freund leiden zu fühlen, ; schmerzt, und das Leben bringt nicht viel treue Freund-schajt.-' -y- " ; ... , Ja, ich war ' krank, Frau Hedwic; r schon vor dem letzten Pnsall vomFicber wle aufgeregt und hab wohl sinnlose Dinge gesprochen, was, ei ß ich selbst nicht mehr. Doch einer Thorheit erinnere ich mich ich wollte, Sle sollten die Uhr stehen - lassen: meine Nerven waren so gereizt, daß sie das Ticken des Pendels nicht ertrugen. Jetzt höre ich " f.j. s'f '!il!1!,,,!il'..V:V''!!!S!ft .!" 1: 1.i : 1-"-.$sjmr ,, es ganz ruh,g:' ' Sie können sicher vor einerWiederholung folchcrUnvernunft bei mir fein. Ich danke'Jhnen, Frau Hedwig, daß ? Sie mich einen alten, treuen Freund genannt, und ich hoffe, eS Jhnen zu bewähren, solange die Erde unS noch zusammen auf sich fortwandern

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laßt. Mir fällt auch noch ein ein Unsinn, den ich heut Mittag geredet, erschreckte Sie, grad' als die Freyn drunten vorüberfuhr. In meinem wirren Kopf hatte ich vergessen, daß Sie selbst mir ge'fast, Lundmark komme nicht mit dem Schiff zurück, und meinte, ich hätte es anderswo erfahren. Ich sprach Alles, wie man'S im Fieber thut auch die langweilige Geschichte vom Maranon, die "Sie nicht intcressiren konnte sie selbst, glaub' ich, war ebenfalls ein Fieberphantasie und von dieser erfunden oder ausgeschmückt; ich kann mir nicht mehr vorstellen, was für einen Schluß sie haben sollte. Vielleicht war auch eine Freündesunrube in mir durch eine Wir kung ans der Ferne, wie Goethe sie heit eö gibt ja manches Unerklärliche der Art, das des Raumes und der Zeit zu spotten scheint, und das mag sich mir hineingemischt haben. Denn Sie waren ahnungslos in einer großen Gefahr, Frau Hedmig Ihr Mann hat es Ihnen wohl nich so berichtet und wird es wahrfcheinlich' .tie aber Ihr Lebensglüct war schwer vom Untergang bedroht in einem Wettersturm auf dem Canal und Sie haben es neu gewonnen. . Be: hüten Sie sich, Frau Hedwig die bösen Geiste? smd diesmal noch zurückgebannt worden doch fetzen Sie alle Kraft Ihrer Liebe daran, Ihren Mann zu bestimmen, daß er seine Seefahrten aufgibt, nicht wieder nach Brasilien him überaebt. Auch Anna soll das Gleich thun er braucht es nicht mehr, er kann. und murj es lassen und dann können Sll noch sorglos leben. Frau Hedwig, nicht mehr getrennt von ihm, in dem Glück, das mein Freundesherz für Sie und für. Anna erhofft und erstrebt." Detlev Hellingborg hatte gegen daZ Ende nicht aus einer eiß verzehrten Brust, sondern warm, wle noch niemals im Leben gesprochen, daß Hedmig Lund, mark ihm unwillkürlich nochmals du Hand reichte und sagte: Ja, daS will ich ihn bitten, ihn beschwören o Himmel, war die Gefahr, das Entsetzliche so nahe? DaS hat er uns nicht ich danke Ihnen, Hellingborg, danke Ihnen! Wenn er mich liebt, darf er nicht mehr " Nein, er darf eS nicht mehr, wenn er Sie liebt. Frau Hedwig." Es begann leise, zu dämmern; dn Wohnzimmerthur ging in diesem Augenblick auf, und Silvana traherein. Sie kam, um Frau Lundmark für die Aufnöme in ihrem Hause zu danken, ihr mitzutheilen, daß sie stch anders hcfonnen hab?, nicht in ihr Vaterhaus, sondern mit dem Nachtzuge an den Nhein zurückkehren wolle. Frau Hedwig stellte ihr Detles Hellingborg vor, sagte, ihm zugewendet': Frau Silvana Sie stockte dabei, denn sie wußte nicht, welchen Nameir sie nachfügcn solle, doch er siel ein: Frau von der Heide gewiß, ich erinnere mich aus dem Haufe Herrn Nodwalds." Er verabschiedete sich und trat auf den Flur hinaus. Droben' in der Bodenkammer sagte Anna ziemlich gleichzeitig: Du nmßt jetzt wohl gehen. Manu, der Onkel .Detlev wartet gewiß schon. Aber wenn aus dem Schiff nicht' Alles ganz. so ist, ,wi Du es Dir denkst, nicht wahr, dann läßt Du es noch und wartest, ob mein Papa nicht noch etwas Besseres für Dich findet." Sie stiegen zusammen die Treppe hinunter, Manuel hatte den Arm um sie geschlungen, um sie auf den fchlechten, leitersprossenattigen Stufen sicher zu halten, und antwortete: Gewiß ich möchte auch noch nicht nein, wenn nicht Alles ganz so ist, gehe ich noch nicht fort. Wenigstens einen Tag muß ich noch " Da er anhielt, sagt Anna: Ich weiß nicht, so lang ist mir noch nie ein Tag vorgekommen, wie ein ganzes Leben dünkt er mich. Es war so viel der Onkel Detlev vrnd'die Frau von Thalhof, dann die Ankunft des Papa und heut' Vormittag saß ich noch drüben bei Dir und nähte an Deinem Thürvorhang, den will ich morgen früh fertig? machen, sobald Du aufgestanden bist, oder wenn Du wieder so lange schläfst, sitze ich an Deinem Bett und nähe ihn,und nachdem letzten Stich, da steche ich Dir mit der Nadel in die Nasenspitze. Dann erzählst Du mir wieder von Brasilien glaubst Du noch immer ? Nein, ich meine, so lang und so schon war noch niemals ein Tag. Ich begreife gar njcht, daß es erst heut' Morgen gewesen, als ich aukgewacht und den Traum gehabt nein, der war nicht schön, der war schrecklich" Sie drückte sich in der wieder geweckten Erinnerung ängstlich dichter an Manuel, der unwillkürlich seinen Fuß und damit zugleich den ihrigen anhielt und fragte: Was wolltest Du sagen, Nina? Glaubst Du noch immer V Anna zögerte einen leisen Athemzug lang, dann versetzte sie: Ich meinte es siel mir grad' ein cb Du noch immer glaubst, daß ich einmal dorthin nach Brasilien komme?" Auf der Treppe dämmerte es schon stark, nur die Augen der Beiden, die sich ansahen, leuchteten noch wie ein Doppelpaar lichtauffangender blauer Sterne gegen einander. So standen sie, und Manuel erwiderte: . Das glaube ich nicht; das weiß ich gewiß so gewiß, als "'' 1 Ais?" . ; Er lachte: Als Du mich im nächsten Augenblick nicht mehr sehen sollst " . Sein Gesicht bog sich , vor, irnd unverkennbar stand er im Begriff ihr die Augen auf irgend eine Art zuzuschließen, da scholl unter ihnen eine Stimme heraus: Seid Ihr es. Auna?" ' ' r3r. Onkel Detlev wir kommen Das Mädchen hatte stch bei dem Ruf hurtig altzBeni Arm Maüuels" fortgebogen und eilte hinunter. . Da sind wir schon, Onkel Detlev, ich bin ganz außer Athem vom Laufen, ; . ' ' ::; Hellingborg stand zum Fortgang bereit. Er wollte Anna einAbschiedöwort sagen aber er braA stieg rasch voran weiter abwärts "Manuel folgte ihm. das Mädchen blieb oben stehen und sah ihm nach, wie er um die Treppenwindung verschwand Das Herz klopste ihr, wie noch niemals im Leben, sie wutzte nicht warum, so selig und zualnch so angstvoll den- Athem raubend.

Sie wußte nicht, was sie that; aber si, stand auf einmal die halbe Treppe hin, unter nachgelausen und rief: Marnd4 , Er hörte eS und kam zurückgeflogen. Was. Nina?" Ich habe vergessen. Dirzn sagen' Sie verstummte, denn sie wuße selbst Nicht, was sie sagen wollte. Aber etwas mußte es doch sein, und sie fügte da Erste nach, was ihr einfiel: Ja - D nimm Dich recht vor dem Jaguar ik Acht!" . Das war sehr drollig, doch,erhatt ihre Hand gefaßt, als sei es sehr ernsthaft, und antwortete stotternd: Ja, daß will ich, Nina " Versprichst Du eS mir?" , . Ich verspreche es Dir ! " , , , . . , Inder Treppenwindung war es faf. dunkele und wenn ein Dritter zugegee gewesen wäre, hätte er kaum wahrneh: men können, daß die beiden Gesichter sich bei den letzten Worten dichter gegen ti' ander bogen. Doch sie selbst sahen ei auch nicht, denn Beide hielten die Auge jetzt geschlossen. Nur von gleichen um bewußtem und unwiderstehlichem Drang getrieben, kamen sie sich naher nnd naher, fühlten den warmen Anhauch ihrer L'p: ven, und nun ruhten diese einen Herz-. schlag lang auf einander. Zum erster Mal, leise, sanft und' wortlos. Es wai nur- eine, Bestätigung des Versprechens, daß Manuel sich, vor dem Jaguar in Acht nehmen wolle. Dann sprang er tzhne Laut wieder abwärts. sein Fußtritt hallte noch ein kur zcs Weilchen an ds Ohr des regungs: los stehen gebliebenen Mädchens zurück. aber schnell lag nur tonlose Stille xti Hunkel um sie. Kaum eine Minut war über die Umkehr Manuels vergaw gen, unweit vor dem' Hause erreichte et Detlev Hellingborg wieder. Beiden war die Brust zu voll, mn sie zumSprecher & regen, die eine von Glück und du andere von Trauer. , Sie gingen schweig-, sam neben einander bis zur Matrosen fchänke, dort führte Hellingborg seine Begleiter in die Smbe hinauf. Er hatte Lundmark schon drunten aus eint: ger Entfernung Acht gebend gewahrt, hieß Manuel warten, da er den Kapitän rufen -wolle, und verließ sogleich das Zimmer. Der Zurückbleibende .stand, den Kops zum Fenster auf . den überdämmerten Hafen hlnausendend, doch er sah nichts von den Schiffen, den da und dort auf: glimmenden Signal- und Kajüten, lichten der abeudlich endenden Betrieb: samkeit an B?rd der meisten Fahrzeuge. Seine Licr schlössen stch wieder, und in seinem Gesühl lag ein enger, dunkler Raum um ihn jetzt, noch wie von zwei blauen, strahlenwerfenden Sternen durchleuchtet jetzt loschen auch diese aus, und statt ibrcr kam durch die Lichtlosig: keit etwas Unsichtbares gegen, ihn heran, warm und weich wie die Frühltngssonm wie ein Hauch, ein Dust, der fein, Lippen streifte Da flog fein Kopf jäh herum, binte, ihm sagte eine Stimme in portugiesischer Sprache: Ich bin es, Manuel." 'Dieser starrte den Sprecher, dessen Züge das Licht noch unterscheiden ließ, vollständig verwirrt, wie gelstesbetäubj an. Nun legte Carl Lundmark ihm dir Hand tanft aus die Schulter, und sprüch, portugiesisch weiter redend : Erschrick nicht, Zlualiaoko, ich hh kein IL-peetrQ, fondern Fleisch mx Bein, der Kapitän, den Herr Hellingborg getroffen und der nach Dir geschickt h Da Du den Winter hindurch nicht wieder zu mir kamst, mußte ich wohl nach Di, suchen, uno." Heiter und liebreich klang's, keinerlei Furcht nach der ersten Schreckbetäubunz mehr aufkommen lassend. Earlos dö Selva schlang , den Arm um seinen Sohn, küßte ihn und sprach vorwurfsvolle Tons: Meintest Du, daß ich, um Dich nicht in Sorge sei? Du hast mn schlimme Stunden gemacht nein, ich rede nicht mehr davon, wir wollen froh-, lich beisammen fein." Nur die Kniee Lundmarks weigerten sich, dem Aufgebot feines Willens zu gehorchen. Er mußte sich setzen, zog Manuel auf ein altes, gebrechliches Sopha der kärglich ausgestatteten Stube zu sich nieder Der letztere fand jetzt zum ersten Mal Worte: Mein Vater Du hier" Ich erfuhr durch Herrn Hellingborg, wo Du seiest, aber ich wollte Dich nicht in der Gegenwart, von Fremden znerst begrüßen, darum lies? ich Dich hierherkommen. Du brauchst mir nichts zu sagen; was Dn mir erzählen kannst,' weiß ich schon, und Du Körst, ich zürne nicht darüber. Fortzn sollst Du 'Dein

Leben felbstständig weiterführen. ich . .,..?.. t-- .1 jtA?e .rtsfi.:" TOtxoc xju N!IS mryr oorsllrekoen, jicg in nichts mehr behindern nur, Dir guten Siath geben, besprechen will ich mit Dir odj " Die Thür öffnete sich, ein Aufwärtet von drnnten brachte zwei dampfend! Großgläser, und Lundmark snhr. abbrechend, munter forx: Da kommt der Trunk, der zu verständiger. Beredung nöthig ist. Bel uns zu Haut brauchen wir ihn kühl, hier muß er gut warm sein, um seinen Dienst zu thun. Stellen Sie die Gläser drüben hin." ' t :: ! i Der Answärter setzte dieselben nach dem Geheiß auf einen kleinen Tisch und "' . '!tZ vi.' . iJentfernle u). iaui irar unomarr zu dem letzteren hinüber, es war' so dunkel geworden, daß man ihn nicht mehr deutlich'unt'erschied, ihn nur mit dens Löffel den nicht völlig verschmolzenen Zucker im Glas umrübren horte. Dann hob erden leichten, Tisch aus, stellte ihn vor das Sopha,' kostete von einem Ler Gläser und äußerte zufrieden: : 'Er ist recht hast Du Dich fchon an das deutsche Getränk gewöhnt, oder noch nicht? Dann macht's die Beine vielleicht ein bischen schwer, bet einmal, beioy chem Wiedersehen, schadet das' nicht. Trinkl'Manuel!"' Er stieß mit seinem Sohn" an, hielt den Arm um ihn gelebt und beredete beipflichtend' und freundlich eingehend den Wunsch Manuel's, Seemann zu werden, der jetzt ohne Zagen antwortete und selbst über seine Absicht sprach. Ihm war's, ' als sitze er in einem Traum da, Z7v:a-; Vli VV11' r ""ä jr":'i'" -Ms !!j;m . lede Refurcktuna über den Verlaut des unerwarteten Zusammentreffens war

aus ihm geschmuuden. Noch niemals ! Sre noch etwas zu Ihrer. Vertherdlgung hatte er seinen Vater so zärtlich gesehen, beizufügen? Angeklagter: Mein Jeihn mit so weicher Stimme sprechen ge- wissen hat mir bereits glänzend sreigehört. Vertraulich hielt er den Kopf an' sprechen, jetzt,bitt' ich Sie nur. sich der? die Süulter desselben angelehnt und cefalligst anschließen zu vollen. ,

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erwiederte mit geschlossenen Augen. Sle sahen ja doch fast nichts mehr und Nina hatte Recht, der Tag war sehr lang gewesen. Das machte wohl ss beim Sitzen im Dunkeln die Lider ein bischen schwer vielleicht that das ungkk wohnte Getränk anch etwas dazu. Also, daß Du ein tüchtig Kapitän wirst. Dein Schiff, Dem. Lebensschiff gut zu führen ! Die See ist wild, Du kennst sie noch nicht und wirst manchen Sturm erst durchmachen müssen, Manuel. Mögest Du ihn tapscr bestehen! Trink' d'rauf mit mir, mein Ueber Junge!". Immer lichtloser Lundmar! sprach weiter: , Nach Deutschland also zog'S Dich heimlich immer pon Kindheit" auf, und Du möchtest hier leben. Dir spater eim Deutsche in dem Hause, wo Du so freundliche Aufnahme gesunden, sagte Herr Hellingborg mir. ist ein junges Mädchen und er meinte, Ihr hättet Euch in die Augen gesehen, an der Hand Euch gehalten, als trügt Jhr's im Herzen, sie. sur Euer ganzes 'Leben nicht mehr auseinander, zu lassen. Ist's fo, Manuel?" ' , Eine so süße Müdigkeit überwebte die Sinne deö Befragten, aber zugleich war ihm die Zunge oder das Herz so leicht und sorglos gelöst. Das that wohl auch der fremde Trunk. ' ließ ihn ohne IZückhalt mit traumhast - sehnsuchtsvoller Stimme antworten : 9Ich, wenn Du Nina kenntest, mein Vater" Die Brust Lundmark's hob sich schwer. .Und liebt sie Dich auch so, Manuel?" Ach, was fragst Du? Sie weiß es ja Nicht ich wußte eS auch nicht bis vor Kurzem üoch nur mein Herz " So wollen wir unsere Glaser auf sie leeren auch auf ihr Lebensglück trinken auf das Anna's, Manuel!" Einen Augenblick kam eine Besinnung in den Kopf des Letzteren: 'Woher weißt Du ihren Namen, Vater?" Herr Hellingborg nannte ihn mir trinke. Manuel!" Der Aufgeforderte streckte, mit gewaltsamer Anstrengung die Augen offnend, seine Hand nach dem Glas, leerte den letzten Inhalt desselben und sagte, sich wieder an die Schulter seines Vaters zurücklehnend: Anna sie hört lieber, wenn ich sie Nina nenne " - . Dann ward eZ still, nur ei gleichmäßiger Athemzug hing durck. den dunklen Naum. Lundmark saß, den seinigen anhaltend, eine Minute läng ; nun sagte er laut: Manuel!" ' Da kam eS leise, verworren noch einmal von den Lippen: Ja ' sie weiß es jetzt weiß sie's, daß sie einmal nach Brasilien"Abermals Stille, lautlos und regungslos, nur dn Athemzug ward iiniuci tiefer. Mannel!" Keine Antwort mehr. Behutsam stand der Väter auf, der Kopf des an ihn Gelehnten sank schwer herab. ' Carl Lundmark rief und rüttelte ihn, doch er horte nicht, lag in rmansweckbar tiefem Schlaf Der übe? ihn Gebeugte zog hastig daZ in seiner Brusttasche im Umschlag gehorgene. Schriftstück, sowie' seine Börse heröör und verwahrte Beides sorgsam in den Taschen des Schlafers. Schnell verließ er darauf die Stube, kehrte in kürzer Frist mit Detlev Hellingborg zurück. Wortlos hoben sie Manuel zufammen vom Sopha auf und trugen ihn die Treppe hinunter. Er wachte nicht aus. Draußen lag Nacht, nur ein erster lesser Schimmer des noch unterm Horizont befindlichen Mondes hellte im Osten. Am Hasen war es vechaltnißmäßig still, die Tagesarbeit' meistentheils beendet, ein einziges großes Dampfschiff schnob Wolken schwarzen Rauches und Funkengesprühe dazwischen in die Luft? man sah,z daß es zur Abfahrt klar" fei. , ,Ach die Stimme des Kapitäns besagte dies jetzt: Habe schon Ausguck nach Ihnen gehalten, Herr Steuerbordb rüder, s ist Zelt, wir müssen abdrehen. Hat ein bischen viel geladen, fcheiut's, der Supercargo kommt bei jungen Leuten am Land wohl vor, fchläft sich's gut drauf und morgen bläst's der Nordfeewind schon wieder weg. r Die Koje ist parat." Lundmark und 'Hellingborg trugen ihre Last in eine kleine Kajüte hinunter, legten sie dort auf ein schmales Wandbett nieder. ' Der Letztere wankte nicht unter der schweren Bürde, doch obwohl jener 'der Stärkere war, hatte ibm die Kraft doch fast versagt, zitterten inm die Glieder zum Zusammenbrechen. Detlev HellingborgS Anstrengung galt Anna allein,' Manuel da Selva ging fein Herz nichts an. Aber der Schlafende, den Carl Lundmark hierhergetragen war auch sein Kind. Zwei unermeßliche Sekunden lang stand er, in dem,' trüben Lichtschein der kleinen Kajütcnlämpe todesweh' auf den unbeweglich Hingestreckten niederblkckend. Dann fuhr, fein Kopf ttrit einem männlich festen Rück empor,' er murmelte töntos! Es 'mnß sein, mein Kind, heut' nnd morgen. Werde- zu einem Manne Und 1 trag es so !" Hastig bückte er sich nieder küßte die Stirn Manuels 'und eilte 'Hellingborg naH auf's Deck. Hier traf er den Kapltan noch einmal, sprach diesen rasch an : Also in Cuba sindSie ihm behilflich, daß er auf ein richtigeS "Schiff und sicher zu seinen Eltern zurückkommt. Und wenn er morgen früh aufwacht,' et 'tragt einenBrief bei sich, den er dann lesen soll. ' 1 j " "(ijöttsctzung folgt) ' ' m ' m - ': V X s ch red n cA u f f assung. Sie fam Wasser, gefühlvoll): Diefe ar- ' JW ;!'". itoJ:,S.'!i VJ':: , a," rf u - f mtn Fiichchen da thun Mir wirklich sehr leid ! i Er: Warum denn eigentlich, mein Schatz? Sie: Ach,' diese lieben Dinger werden doch in ihrem ganzen Leben nicht recht trocken! Er: Hm, ist immer noch viel besser als : stets auf dM Tröckenen Msiyen .'.1 ni."" 'i: Z iHil!::ii:l, !j:,llMlll!iiill,'llli(', r :.!" i! . , '(., ... .... Kategorisch. Richter: Haben ;;:, " -ii:::!

Die Ssuper.Wertl, a" ;;; "" 1 , . -f'y Be! einem in der Weddingvorstadt , in Berlin wohnenden Bäckermeister D. steht . feit einiger Zeit die 2Lj .ihrige Bertha H. in Dienst, welche sich bei ihrer Herrschaft des größten Vertrauens erfreure. Vor mehreren Wochen reiste Meister D. zu Verwandten nach Mecklenburg, erlitt daselbst einen Schlagansall, worauf er gezwungen war, längere Zeit Undurch das Bett zu hüten und in der fremden Stadt zu verbleiben. Frau D. besuchte natürlich, so oft sie aus dem Geschäft ei kommen konnte, den leidenden Gatten und überließ für diese Zeit Wohnung und Geschäft ihrem Dienstmädchen. Auch jüngst war Frau D. für einige Tage zu ihrem Manne gefahren, war aber unerwartet schon am dritten Abend zurückgekommen. Zu ihrem nicht geringen Erstaunen sah sie ihre Wohnung, als sie aus der Droschke stieg, hell, erleuchtet. Die überraschte Frau betrat nun schkrell ihr Wohnzimmer und fand daselbst zu ihrer noch größeren Ueberraschung eine wohl aus IG Personen bestehende Gesellschaft, welche um eine geschmackvoll gedeckte Tafel saß mo sich gar nicht sonderlich um die Fremde zu bekümmere schien. Die vor Schreck sprachlose Mersterin wankte in die auf demselben' FlW gelegene Küche und hier fand sie ein öltliches Frauenzimmer, das am Herd eifrigst hantirte und der vor Erregung Zitternden erklärte, daß sie die engagirte .Eochfrau sei. v , ;p Und so stand die Backersrau in ihrer eigenen Wohnung als Zuschauerin einer beginnenden Festlichkeit deren Ursache ihr, der Herrin, fremd war,' bis die brave Venh a, das Dienstmädchen,', festlich geputzt, in jedem Arme zwei Flaschen Wein tragend, ans dem Weinkeller heraufkmn. 5atürlich war Bertha nicht weniger überrascht, als zuvot ihre Her- , rin, und als sie sich jetzt wegen der eigenthümlichen Situation, in welcher sie angetroffen ward, verantworten sollte, konnte sie .lange keine Worte . stüdenM Die Meisterin machte aber kurzen Prceß, sie holte sich von der Straße Sukkurs in Gestalt des Nachtwächters und des Schutzmannes, und diesen Hütern Jj des Gesetzes gegenüber gestand nun Bertha, daß sie sich zur Feier ihres Geburtstages die Gaste eingeladen babe. Die GeiellschZft mußte sofort die Wohnung verlassen und das scharf inquirirte Dienstmädchen gestand nun weiter In; daß sie nach und nach aus der Wenkasse, die sie in Abwesenbeit der Frau verwalten gehabt, größere Surae:, entwendet und damit fchon mehrere Soupers" veranstaltet habe. .Natürlich hat Frau D. das Mädcben sofort verhaften und der Staatsanwaltschaft ,übergeben lassen. ' . " v'.M Aerzte in (5nland. '-' sfc; ' ':: . !:,, Früher war eS in England unmöglich . so crzähltTatte? eine AnZündizuncz in die Haüd zn bkkoMtNktt voil ÜWiiC, Doctsr, der nicht zur Erkenntniß des grünin' und rothen Drachen ?kommwl und den weiblichen Farnsamrn enidecktH! hatte. Liemals wußte Einer, wasdics vedeutete, , aber der grüne und. rothe Drache ergötzte so sehr das Vol hüßdxH Dcctor ganz behaglich davon lebte. Um dieselbe Zeit war ein sehr schweres Wort an "jede Straßenecke geklebt. Es war,' so viel ich mich erinnern kann: Tctrachmnagogon" und zog große Schaeren ' von Zuschauern herbei, welche d:e Bekanntmachung, an deren Spitze eLstöttöD mit nnauZsprechlicher Neugierde lasen und wenn sie krank wurden, wollten sie Niemand als diesen gelehrten Mann zu !jj ihrem Arzt haben. Ich bekam einst eine Ankündigung von Einem, der dreißig Jähre bei Kerzenlicht zum Besten seiner Landsleute studirt. hatte.",. Er hä:te zweimal so lange bei ageslicht studirt haben können, ohne da Jemand Noti davon genommen hatte. Einigehaben sich großen Ruf in der Arzneikunde schon durch ihre Geburt erworben,' als der siebente Sohn eines siebenten Sohnes", und Andere als ganz und aar nicbt ge-; boren, ls der unaeborene Doctor", der,! wie ich höre, neulich den Weg feinet Patienten gegangen ist, indem er 50,000 P sd. jahrlich werth gestorben, obgleich er nicht einmal zu einem halben Pfennig geLoren" Ich sah einmal die ganze Vorderseile einer Quacksalberbude mit Patenten, Certisicatcn, Medaillen nni großen Siegeln verklebt, wodurch' ver- , schicdene Fürsten ihre besondere Aner- ." kennunz für den Dockor. bezeugten. Diese große Herablassung des DoctorS gewinnt ihm reichlich das Wohlwollen seines Publikums, und ich wette zehn gegen eins, wenn einer derselben' von einem bösen Zahn geplagt wird, wird ihn sein Ehrgeiz antreiben, denselben von einem Manne ausziehen zu lassen,, der so viele Fürsten, Könige und Kaiser unter ' seinen Händen gehabt hat. .... .DD DaS Verbrennen der Wittwen mit den Leichen ihrer Männer ist in Vali ungeachtet des Vertrags oes SultanS mir der mederlandifch-inöllchen Regierung noch immer im Schwünge. Falls der Verstorbene von hohem Range ist, müssen auch feine Sclaven dieses Schicksal theilen.' Mitunter kommt cs auch 'vor daß man eine Wittwe,' anstatt sie zu verbrennen, ersticht. In solcher., Falle muß ihr ein Verwandter' den Tsdesstoß versetzen, niemals darf dies aber ihr Vater oder Sohn fein. .!v An d e r "i A ch j iGerrJ seine Zeitung in der Hand haltend ; zu einem andery): Wenn man , doch fo nachdenkt, ist' doch manches in den letzten fünfzig Jahren ganz anders, geworden ! Es sind Moden aufgekommen, , die man früher' gar nicht!, kannte. ,ieh nur z. B. mal hier: Eine ganze Spalte voll Vfrlobungsanzcigenl Wozu denn doch wohl ein solcher Mensch, der sich verlobt, des inM Zeitung setzen läßt?, Nun, jedenfalls, damit ihn die anderen Men schen auch. bedauern! -' ffiy0-P '.Wemnthlich. Nichter: Fah. ren Sie in Ihrem Bericht über die näheren . Umstände 1ort.5 Angeklagter: Gelt dvs macht Ihnen halt G'spaß!M PH oH' gef üh lH Kommerzienrathin (die zum ersten Mal , auf ihrem Gute Schlitten fährt): Gott, wag for e erhebliches Bewußtsein, Schlitten zu. fahren uf sli'm eigenen Schnee!"