Indiana Tribüne, Volume 13, Number 247, Indianapolis, Marion County, 25 May 1890 — Page 2

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j Wegen JweikampfeS tiit todtttchcm AuZgsnge wurde am 2V. Upril vom Schwurgericht zu Wurzburg ,er swü. rned. SLuigs'feld vsn Kodier in 2 Jahren Festungshaft unter Abrechnung der LJtäZizert Untcrsuchunqhast icruriheilt. Königsberg war ron einem mit ihm auf bestem Fuße verkehrenden Mitburfchenschaste?. dem stuä. moä. Freuer auS Pose:?, Erlange? Frankone" tu einem eine? unbedeutenden Sache halber angefangenen Streite in feine? Eipföatft cl3 Jltaelii schwer geschmäht worden, hatte dafür SatiSfaciion mit der Pistole gefordert und seinen Gegner bei dem dritten Kugelnicchscl niedergestreckt. Der Streit war angegangen um Mitternacht in einem Tinneltangelcas (chiescrstcinlwcil Freuer . .;.. er i . . ii ' f t . in einer icuKcniija zconmsrelos: es mache nichts, wenn er auch nachmittags ordentlich beim Billardfpiel verloren habe" eine persönliche Kränkung und eine lleberhebung desselben ihm gegenüber, der nicht mit gleichem Wechsel anögestattetroar, erblickte, dsrüber raifonnirte und sich zn Aeußerungen . wie f?echchnau.;iger, verfluchter Jadenbengel" hinreißen ließ. . : . Da Freuer und Königs selb sonst gzr gut miteinander verkehrten, ist nicht anzunehmen, datz Ersterer ans- bewußt antisemitischer Absicht den K. kränken wollte; in der nächtlichen Vierlanue ließ er sich eben hinreißen, und dabei kaul der versteckt neidifchisbmcisende Zug gegen , alles JZraelitifche,dkr nur zu viele Kreise beherrscht, an's Tageslicht. Freuer mußte feine Unvorsichtigkeit mit dem Leben büßen ; denn Konigsscld, dem alle Zeugen ein anständiges, gemessenes, va- ' tcnteS studentisches Benehmen nachreden, faßte die Sache ernst auf; erst stellteer außerhalb des Lokals den Frkuer zur , Rede, und als dieser weiter preVozircnd sich äußerte, den Ausdruck .Judenjunge" zsiederholke und mit Ohrfeigen" drohte, ja dazu schon die Hand angezogen haben sott, schlug er zuerst dem Freüer, obgleich , dieser weit großer und stärker war, in's Gesicht, unbekümmert darum, daß ihm Xrr ( t is t ... m.r ; treuer vn scf oJn löiqensc za.aerel. weit überlegen war. Von Freunden (beide verkehrten mit den Würzburger Eimber'n) ließ dann Köm'gZfeld dem Freuet andern TagS eine scharfe Förderung zustellen, und bei deren Austrag m nachZtlolgeneen age bekam hreuer neu Schuß quer durch die Vrust, welcher die Leber und Milz zerriß, absolut iöbilich war und auch bei der Rückfahrt aus dem Gutenberget Wald daö Ableben . t nn w i r h.hz mmt tnnir mm ifrmvtnn nHnn ren Freuer 'zur Folge hatte. KönigSfeld, der die Auszlcichsversuche , 5e Urvarteiischen nach jedem KugelWechsel abgelehnt hatte, während Frener asnekst sckken. daraus emnme&rrt. f 'tnit V I H MW.M.l sich tief erschüttert, eilte ganz bestürzt iiUx den AuZgang herbei, Freuer die Hand zu reichen und ihn um Verzeihung u bitkn. Er stellte sich dann NachMii,tags selbst dem Gerichte. Vor dem Schwurgericht fand die Sache dann 'ihren gerichtlichen Abschluß.. Der Staatsanwalt katte 6 Safire, der Ner's. " ' theidlger (das Strafminimum) und Ein- ; rechnung der UntersuchungDhaft beantraqt. So hat die leidige Gewohnheit .antisemitischer Aeußerungen wieder ein--mal ein Menschenleben gekostet und einen talentvollen jungen 'Zann; der im ' Staatsexamen stand, in seiner ganzen ' Carriere geschädigt ; möge der traurige , Fall, für alle Vethciligtcn von unliebsamen Folgen (t'm im Gefängniß aufgegriffene? Bnef Konigsseld's an seinen , Water legt Zeugniß dafür ab, wie schwer derselbe von 'der Gewissenslast, einen i"W t u yf r r f moio cgangen zu aven, jica oeoruuk fühlt, .nur um dem Egoismus der eige- " nen Ehre genug zu Hun"), eine Warung für unsere pudirende Jugend sein, des Gift der Confessions-und Rassenverhctung nicht aufkommen zu lassen, das unwllltürsich, euch Solche in unbedachten Augenblicken übernimmt, denen ,sonst der kühle Verstand dieselbe nieder- !, zuhalten ermogllcht. r . - 1 . axtiHurt JrW9WVTW9V ! Kein Nöfenblatt ist so v:rblichcn, eS ' strotzte einst von Wohlgerücken, l So breit und glänzend keme Glatze, eS wuchs doch Haar am selZen Platze, 1 Und fo plombirt ist keine Schöne, sie hatte ' einmal gute Zähne. Kein alter irzesgrsm scyttt Die zu,ngen, ,! , der nicht auch fo herumgcsprungen So nüchtern ist kein Principale, er hattl . doch 'mal Ideale, Kein Studio ist so versoffen, der Besferes nickt einst lieft k offen. , Und Keiner ist so buchversunken, er hat schon über'n Durst getrunken, Kein Dmg so schlecht in Näh' und Weite, .o t'u. f.: .t i. i1 es yrllt lcinc ccil " U nt er dem Vater des j et- ' zlgen Königs von Württemberg, dem König Wilhelm, genoß am Skurtgarter Hofe der alte, tüchtige Arzt Hofralh L. trotz seiner stadtbekannten Grobheit ganz - besonderes Vertrauen. Einmal wurde L. zum König gerufen, weil dieser einett hatten Fall gethan und sich nicht unbedeutende Quetschungen zugezogen hatte. Er verlangte beim Verbinden alte Leinand:, aber überall im ganzen Schlosse ist nichtSderglelchen zu bekommen. Da ird der Hosrath unwillig und ruft aus: Donnerwetter, Maiestat, ist daS eine Lumpenroirtüschast. roo man nichtinmal lte Leinwand hat!" Die ältesten Baume Englands sind rie Eiche der drei Grafschaften", deren Krone eine Fläche von ?77 Qüadratfuß beschattet, welche theils zu Nottinghamjhire, Derdvfhire, theils zu Porksüire gehören; die zu'Ealthorxe in )orkshire stehende Eiche, welche am Erdboden einen Umfang von 70 Fuß hat; die Eiche in dem zum Besitzthum des Herzogs von Portlend gehörenden Clibsonpark, welche 1500 Jahre alt sein soll, und der berühmte Eichenbaum 'von Fortingall in Schottlands dessen Alter auf L0t)0 Jahre geschätzt wird. -r Da s kleinere Uebel.' Warcr: Ich sehe schon, gegen Dich muß ich anders austreten. Entweder lernst Du mir Deine Hausaufgabe .Pünktlich der icü hau Dich, daß Du eine Zeit lang daran denkst. Neunjähriger Eugen.' Wäter!!h2ÜMD

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Der verkürzte Flauörocr. Awm aUm Säuger nacherzWt vsn Tr. H u ö 3 tun te. Es war m der ersten Halste der öOtt Jahre. Ich war damals an dem wohlsituirten Stadttheater einer ö sterreichischen Proinzialstadt als Vasso profondo engagirt und sang das tiefe Doch" mit so--norem Klänge, daß die Koulissen wackelten. In demselben Kunstinstitute fun girte seit Beginn der letzten Saison als Overnmspieient ein origineller Kauz. Müller so wollen wir den Held dieser kleinen Erzählung nennen war, wie man zu sagen pflezt, zu etwas Besserem" geboren. Er hatte das Gmnnasium adsoloirt, ein xaar Semester Jura studirt, da starben seine Eltern und hinterließen ihn in den dürftigsten Verhältnissen. Mit dem Ftudium war's vor? bei! Was thun? Er hatte eine kleine, aber angenehme Varitonstimme und ein intimeres Verhältniß mit einer sungcn und hübschen Choristin. Nasch entschlossen wars er Pandekten und Allgemeines Landrecht in den Winkel und ging zum Theater, um seine Lausbahn auf den weltbedeutendcn Brettern als Chorist zn bcgin nen. Natürlich hoffte er, im Fluge Carriöre zu machen, in wenigen Jahren ein Baritonist von europäischem Nuse zu werden. Arge Täuschung! Seine Stimme war für Solopartien zu schwach, er brachte es über den Choristen nicht hinaus. So lange seine Frau er hatte als ehrlicher Mann" seine geliebte Selma längst zum Mar geführt noch als tüchtige Chorfovranistin wirken konnte, ging es ja schlechtund recht, doch als sich zchgn nach einigen Jahren ein Vierteldutzend Sprößlinge' eingestellt hatte, als die Frau im Haufe genug zu thun hatte und nicht mehr daran denken k-nnte, noch ferner im Chor mitzusingen, als somit die ganze Familie nur auf die knappe Gage des Vaters angewiesen war, da wurde Knapphans Küch- und Kellermeister, und bittere Noth kehrte nur zu häusig in den Hausstand ein. Eine kleine Ausbesserung erfuhr seine materielle Lage, als es ihm nach einer Reihe von Jahren in Folge seiner allgemeinen Bildung und seine? tüchtigen musikalischen Kenntnisse, mehr aber noch in Folge seiner erprobten Ge:?issenhzf tigkeit gelang, ein Engagement als Operinspicient zu erhalten. Bei uns bezog Müller eine für die damaligen Verhältnisse ganz anständige Monatsgage von 50 Gulden ; damit hätte er, zumal er mit Notenschreiben noch Etwas verdiente, so leidlich auskommen können. Allein der arme Teufel war. während her vier Sommermonate gezwungen gewesen zu privatisiren", d. h. Schulden zu mach:n. So saß er denn beim Beginn deö ; Engagements um 1. September tief im Vorschuß, der ihm von dem Kassirer an den Gagentagen ratenweise in Abzug ge- j bracht wurde, so daß ihm zum Unterhalt: sür sich, seine Fran und sechs noch : lebende Kinder im Alter von 3 bis 13 Jahren pro Monat kaum mehr a!S 30 Gulden übrig blieben zu wenig zum Leben, zu viel zum Verhungern, .rotzdem vernahm man niemals eine Klagt aus seinem Munde ; mit einem Pflichtei' fer versah 'er seine Obliegenheiten, der einer besseren Sache würdig gewesen wäre. Und diese Obliegenheiten sind keineswegs so gering, als es der Laie sich wohl denken mag. Da heißt es dafür sorgen. daß alle Requisiten zur rechten Stelle sind; wie ein Schießhund muß der Operninspicicnt daraus achten, ,daß o'lc Mitwirkenden genau mit dem musikali schen oder gesprochenen Schlagwort aus der Bühne erscheinen, daß in der WolsS schluchtfcene des Freischütz" die wildi Jagd" genau auf den richtigen Takt mit einem Gekläff hinter der Scene einsetzt u. s. w. , Müller wer in dieser Beziehung ein Muster von Präcision; Director, Ka xellmeister und Negisseur konnten sich unbedingt auf ihn verlassen; wir Solisten brauchten niemals des richtigen Auf, tretens wegen besorgt zu sein, zur rechten Zeit citirte uns Müller, aus der Gardercbe oder dem Conversationszimmer, und auf den richtigen Accord des Orche: sters schob er uns auf die Bühne.. Dabei war er ein sehr liebenswürdiger und ganz besonders ein überaus bescheidener Kerl. Kein Wunder, daß ihn Jedermann gern hatte. Namentlich wir So, listen hatten ihn in unser Herz geschlossm und wettetjerten dann, dem armen Teufel sein schweres Schicksal ein wenig zu erleichtern. Für Cigarren brauchte Mülle? - er war ein leZdenschaftkicher Raucher nicht zu sorgen, das war ohne irgend welche vorherige Vereinbarung ein für allemal nnsere Sache; und last nach jeder Opernvorstellung mußte er er mochte wollen oder nicht einer Einladung an unseren Stammtisch zu ein Paar Maß Bier sder WeZn nebst obligatem Schnitzel Folge leisten. Da bei gewann sich Müller auch nach und nach eine Reihe von Gönnern 'aus den Kreisen der Theaterhabitues, die an unserem Stammtisch nie zu fehlen pflegten,, es verkehrten nämlich an diesem Stammtisch auch unsere liebenswürdigen Colleginnen:,die Primadonnen, die Co loraturso'gin. die Mondscheinsänge: rin", die kecke' Soubrette-Ü s. m. ' An diesen Stammtisch-Abenden bildete Müller so eigentlich den MittelPunkt der Unterhaltung: er war ein ebenso geistvoller als witziger Erzähler, der sich in einer 25jährigen Theaterlaufbahn überreichen Stoff gesammelt hatte. Wie leuchteten seine Augen, wenn er du Schroder-Devrient, die genialste allst' dramatischen Sängerinnen dieses Ialzr1 Hunderts, mit Begeisterung prieS ; wie lebendig, wußte er die phänomenalen Erfolge der Henrfette Sonntag, der schwedischeu Nachtigall Jettnh Llnd zu ,schilj dern; mit welchem Entzügen' sprach ;ti l von den Tenoristen Erl und Tichatfchek, von dem unvergleichlichen Wiener Bastlsten Staudlgl wie oraZNlch gav er die hundert, zum guten Theil, miterlebten Anekdoten des trefflichen leider zu früh ' im selbstverschuldeten Elend .verkommenen Basjljtcn Karl Sessclmann wieder! ! "; 1 Es kam der Monat December heran ; das Thermometer stand beharrlich unter Null, sank bäusig bis auf 12 Grad R. Wer sich in sinen warmen Pelz oder einen

guten Winterübcrzieher hüllen konnte, der, mochte es ja aushalten, aber unser armer Müller! . Wie klapperten. ihm di Zahne, wenn er im kurzen Hu'ndetrapp von feiner ziemlich weit vom Theater entlegenen Wohnung zur Probe oder Vorstellung bezw. zurück eilte. Sein einziges LZinterkleid war ein langer Flausrock, der ohne Taille eher ein Sack bis auf die Füße des Trägers reichte. Der Oberstofs des FlauSrockes war einst langhaarig gewesen, allein der Sturm der Zeiten hatte die langen Haare langst zum Opfer gefordert, sodaß nur noch das abgeschabte Gewebe übrig geblieben war. der Unterstoff ja, der war auch dahin! An einem ganz besonders kalten Vornittag hatten wir Probe von Webers Euryanthe" ; es waren noch ein paar Minuten vor dem Beginn der Probe ; ich stand mit mehreren College vor dem tzauptportal des Theaters, da trabte, vor Kälte schlotternd, der arme Müller heran, grüßend an uns vorüber und schlüpfte in den Musentempel. Donnerwetter!" platzte urplötzlich einer von uns heraus, wir müssen dem Müller zu Weihnachten einen warmen Ueberzieher schenken!" Jawohl, das müssen, das werden wir!" replicirten wir Andern einstimmig. In dem Conversationszimmer ward sofort eine Subskriptionsliste ausgesetzt und in einer halben Stunde sigurirten auf derselben Director, Capellmeister, Regisseur, Solistinnen und Solisten mit verhöltnißmäßig namhasten Beitragen zu obcngenannten Zweck. Niemand schloß sich aus. Am Abend ward am Stammtisch von der kleinen Subfcrkption gesprochen; einer der Theaterhabitues, ein reicher Tuchfabrikant, sing ein paar Worte von unserem Gespräch auf und als wir ihm einiges Nähere mitgetheilt, sagte er kurz : Den Stoff sammt allen Zuthaten zum Winterüberzicher liefere ich, und es soll

ein Gewand werden, dis jeder Caoalier tragen kann. Lassen Sie morgen Vor mittag alles von mir c cbholen!" Das i ' . n . . r Anerbieten wurde mit Bravo angenommen. einstimmigem Am nächsten Abend erbot si ein zweiter Theaterhabitu und gleichfalls ' u chfabrrkant, den Stoff zn Winter- i , ' ' u . Überziehern bezw. MLntern sür sämmtliehe Kinder Müller's zu schenken und ein dritter stiftete für Frau Müller einen schonen Wintermantel. Aulzerdem ftossen unserm SnbscriptionsfondS noch von anderen Theatersrennden ganz ansehnliche Beiträge zu, sodaß wir sicher waren, un--serm guten Müller ein 'frohes Weihnachts fest bereiten zu können. Wer heatergaroerobler hatte es übernommen, die Anfertigung des UeberzieHers sür Müller zu bejorgen. DaS Weihnachtsfest rückte näher und näher, Da machte eines Abends wahrend einer Opernvorstellung in der Garderobe unser Tenorbugo, ein guter Kerl, aber ein Windhund, der drei Teufel im Nacken hatte, einen seltsamen Vorschlag. Colleczen", rief er, de? Winterüberzicher mrd ja morgen oder übermorgen fertig sein. Bevor wir ihn dem wackern Müller überreichen, wollen wir uns noch einen kleinen Spaß mit dem alten Flausrock machen. Wir wollen ihn nach und nach ein wenig verkürzen." Das müssen wir," unterstützte der allzeit zu harmlosen Späßen bereite Baßbusfo, w nur munen , allmaua unteren Aiullcr an ein kürzeres Wintergewand aewoh- ., ,fwv . . . ' nen." 2ii5tr Anderen malten Ictue Opposition. Müller pflegte seinen alten Flausrock stets, bevor er seine Thätigkeit Aus der. Vuhne begann, m emer Ecke der Soll stengarderobe auszuhängen. Dem Vorschlage der beiden Busfos gemäß, wurde nun der Flausrock aus der Ecke hervorgeholt, und mit seiner aroßen Zuschneideschere trennte der Garderobier von dem Flausrock unten einen guten handbreiten Streifen ab. Die Vorstellnng war beendet. Wir, beeilten uns mit dem Umkleiden nicht allzusehr, um noch beobachten zu können, welch' ein Gesicht Müller beim Anziehen seines Flausrockes niachen würde. Nachdem Müller auf der Bühne feine letzten Obliegenheiten erfüllt, trat er hastig, wie immer, in die Garderobe, grisj nach seinem FlauSrock und zog ihn an. Dann stutzte er ein wenig, beschaute mit einem Gesichtsausdruck, aus dem man nicht recht klug werden konnte, die ?chooenden von beiden Seiten, murmelte ein Hm! Hm!" und verschwand mit einem Gute Nacht!" aus der Garderobe. Gemerkt hatte er unzweifelhaft etwas. Die nächste Opernoorstcllung war am 20. December. Während derselben wurde abermals an dem Flausrock eine Ampu-, tation vorgenommen ; diesmal verlor das invalide Kleidungsstück jedoch einen Streifen von zwei Hand Breite. Etwas mißtrauisch schon, holte Müller nach der Vorstellung seinen Flausrock aus der Ecke, hervor, um ihn zunächst von allen Seilen zu betrachten. Mit halb weinerltchem, halb resignirt komischem ,Tone redete er dann das Gewand an: Mir scheint. Du schrumpfst auf Deine alten Tage gehörig zusammen! Na! ES geht uns Menschen auch nicht anders. Bist auch in den letzten Tagen mehrmals tüchtig uaß gewordene Thud nichts; dieses Jahr mußt Du noch aushalten; habe kein Geld einen neuen zu kaufen; kann Dich noch nicht in den wolilverdienten Ruhestand versetzen. Gute Nacht, meine Herren!" Die, letzte Opernoorstcllung vor Weihnachten siel auf den 3. December. Da waid denn nun an dem Flausrock eine derartige Amputation vorgenommen, daß mir noch eine bis zur Taille. reichende Jacke übrig blieb. In dem Spind des Garderobiers hing aber bereits der neue prachtvolle Winterüberzicher. Wir bat? ten den J!egisfeur ersucht,, nach der Vorskellung den Jnspicicnten noch mindestens eine Viertelstunde auf der Bühne zurück, zuhalten, denn die Colleginnen wollten ouäi Zeuginnen der zu ,, erwartenden S;n; in der (Garderobe lern, tzso wa

reu denn Director, Capellmeisier, Re- nrauldn, es chcitit mir, ich langgijzeur und das gesammte Solepersonal ' veileSle--Sie hören gar nicht auf mich, in unserer Garderobe versammelt, als ' Es ist wohl besser, daß ich gehe. Oh Müller eintrat, um sich zum Gang nach ' nn bltte, bleiben Sie, es langweilt sich hause umzukleiden. Ein wenig verdutzt 1 I90rl Su Zweien! schaute er zuerst auf die'ziemlich stattliche ' In der Oper. Diese SängeVersammlung, dann griff er nach seinem rin singt aber wirklich schauderhast. Flausrock, doch als er , nur den Torso. Die ist auch nur engagirt, damit man hervorzog, da stürzten Thränen aus sei- ; bemerkt, aö eigentlich die andern leinen Augen, und schluchzend rjef er auS:' ' ften.

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DaS wsrZicht schon! Das war kein guter Spaß ! Jeyt kann ich armer Mann den ganzen 2Siler im bloßen Uebcrrock henlmlaufen M Na", beruhigen Sie sich nnr. lieber MüUcr !" sagte Mmüthig der Director und wmkte dem Garderobier. Herr Müller, wollen Sie nicht einmal anpassen?" fregle der Garderobier, indem er mit dem neuen Winterüberzicher hervortrat. Mülle? drcwe sich um; als er den Winkerüberzirher erblickie. versiel er in ein konvulsivische Schluchzen, in welches sich ein unhelnNiches Lachen mischt Ich batle von ichsr. als einiger LaudSmann ittnerhalb der Gesellschast, einen großen.' Emstuz; auf Müller. ,ch trat an lyn heran, legte meinen Arul um seine Schultern und tröstete ihn: ' Alter Landsknann, cs war ja nur ein kleiner Scherz, und alles ist ja gut gemacht. Wir alle schaden Sie so hoch, daß wir cS für unsere Pflicht hielten, Ihnen eine kleine Weihnachköfteude zu bereiten. Ziehen Sie doch den Ueberzieher an!" Das wirkte, aber immer noch rannen Thränen, jetzt Thränen der Rührung und Freude über seine Wangen. Er zog den Ueberzieher au, und als er sich vor dem großen Ankleidespiegel betrachtete, da blitzte, wie eiu Heller Sonnenstrahl, ein freudmes Lächeln über sein Gesicht. Müllerchen." rief jetzt der Kspellmeister, schauen Sie einmal nach, vielleicht sinden Sie, noch in den Taschen ein paar Noten, wenn sie auch nicht von Beethoven sind." Und Müller glisf in die Brusttasche, holte ein schönes Portefeuille hervor uno zog aus demselben drei Banknoten 100 Gulden. Ja. ja." meinte er, halb weinend, halb lachend, das sind Noten, wenn auch nicht von Beethoven, doch echte, schöne Noten!" , .Und' für die Frau und die lieben Kinder ist ja wohl auch noch ctmaö da!" meinte der Regisseur und winkte dem rt i . t . t . e . j. ... !t ' Garderobier, der sofort mit eluer gan zen Alnahl Paücten. welche me Wln- . ." r c;. - : .t(.!.r a... terkleider sür die Familie enthielten, hervortrat. Die Scene, die nun folgte. ' ist mir unvergeßlich. Allen Anwejenben standen Thränen der Nuhrung m den Angen. Die Damen tnuarmten i nr - nno lullen ocn waaern uuer, wir Männer schüttelten ihm die biedere Rechte. Dann fuhr ein Fiaker vor dem Theater vor, Müller ward mit allen seinen Schätzen embarquirt und steuerte mit dem Zuruf an nnS: Das ist das schönste Weihnachtsfest meines Lebens!" seiner Wohnung zu. . , Doch das Beste für den braven Kerl kam noch. Für den ersten Feiertag Vormittag hatte der reiche Tuchfabrikant, welcher den stoff zu dem ueöeczieher gespendet, Müller und einige von uns Solisten zu einem kleinen Frühstück . in seiner Wohnung eingeladen. Sier offerirte der reiche 'brikant dem staunenden Müller ie sehr gut dotirte Vertrauensstellung ... seinem roeltbe- ; kannten Etablissement, Ich habe." so redete der Fabrikant ' Herrn Müller an, Sie als hochöe Labten, zuverlässigen und rechtschaffenen Mann kennen und schätzen gerttt. Einen solchen Mann brauche ich sür diesen Posten. Jcehmen Sie an?" Ja. mit innigstem Dank!" erwiderte ! Müller. Er hat das in ihn gesetzte nerrrauen vou uuv aanz aerecylserk,ar. hat seine Kinde? zu braven Ascnschen I C f1 . .' ' erzogen und tu nuye und usrieoenheit bis an sein erst vor wenigen Iah'ren eingetretenes Ende gelebt. Fried' seiner Asche! Ein Fisch, der Nester baut. In den russischen Gewässern lebt ein kleiner, kaum sechs Centimeter langer Fisch, der zwar wegen seiner Kleinheit und der Stacheln, die er am Rachen und auf dem Rückrn hat. ungenießbar ist, doch die Aufmerksamkeit deshalb auf sich lenkt, weil' seine Lebensweise und seine Sitten sich von denen anderer Fische sehr unterscheiden Dieser Fisch baut sich ein Scest. nicht um daiin zu leben oder sich vor seinen Feinden zu rekbergen, sondern um dort seinen Jtogen auszubrüten. Im Frühjahr sammelt erMoos. Gräser, Stiele von Wasserpflanzen und baut aus diesem Material ein faustgroßes Nest. Vemerkenswerth ist es, daß sich das Männchen dieser Arbeit unterzieht. Sobald das Nest fertig ist, führt er ein Weibchen nach dem andern hinein; sie entleeren sich dort ihres Rogens knd entfernen sich dann, ohne sich darum zu bekümmern, was aus demselben wird. Auch die Arbeit, die kleinen Fische auszubrüten, übernimmt das Männchen; sobald die Laichzeit vorüber ist. kriecht das Männchen in's Nest. Dort bleibt es ungesähr einen Monat. Nach dieser Zeit bilden sich die, Kleinen in den Eier des Rogens. . Jetzt werden die Sorgen des Vaters noch komplicirterz er muß die Kleinen hüten, wie man eine Herde hütet, muß sie auf solche Stellen führen, wo a$ Wasser frisch ist und wo die Kleinen Insekten genug zum Futter sinden. muß sie vot den Feinden schützen. Letztere Pflicht, erfüllt er mit der größten Unerschrockenheit. und bemerkenswerth.ist es, daß die größten Feinde der Kleinen die Weibchen selbst -sind,,, welche keinen Anstand haben würden, ihre eigene Brüt zu verzehren, wenn sie die Männcken nicdt daran hindern würden ; ja selbst den eige-' nen trogen mug das Männchen vor den Weibchen schützen und deshalb sitzt es fo ständig im Nest. Dieser kleine Fiscü heißt auf russisch Kolütjchka, wörtlich übersetzt Stachelsisch. " kus der Sknlla in die Char n b d i s. ' ' ' . Seinem Schuster auszuweichen, Will sich Kunz beiseite schleichen; , Es gelingt; nur sollt er leider , In die Hand dort seinem Schneider! N U tz e n der e t X A f f.

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Spirttisten-Geheimnisse. Der spiritualistische Verein Psnche" : m Berlin läßt eine Broschüre erscheinen, ! der er die weiteste Verbreitung zu geben wünscht. DaS Schristchen tragt die Aufschrift: Wichtige Enthüllunzen für Jedermann über die böchsten Fragen des Menschendaseins." Das Schriftchen enthüllt uns eine Reihe der erschütterndsten Thatsachen; nämlich, daß sich in der,. Menschheit die Erkenntniß von dem Vorkommen von Geistererscheinüngen Bahn gebrochen habe, daß Geisterkundgebungen und Geistereinwirkungen nicht mehr wegzuleugnen seien, daß dir , Spiritualismus das Dunkel der Ver-: gangenheit zu lichten, die Wiedergeburt j der Menschheit zu vollziehen und ein j Fortleben der Seelen im 'Jenseits zu beweisen vermöge. Mit einer Anleitung zu fpiritualistischen Sitzungen schließt dieses Schristchen ab. I Während hier der Verein Psyche"! eine neue Probe auf die Dummheit und Leichtalaubiakeit der Massen macht, läßt sich über Slades Schreibtafelkunststücke m der von Fr. Mauthner herausgegebenen Wochenschrift Deutschland" eine Dame, Namens Hildegard Nilson, aus, die selber als Medium gearbeitet" hat und deren Gatte in Slades Diensten gestanden hat. Die Enthüllung der Geheimnisse der Spiritisten" kommt spät, wird aber doch noch manchen Leser interessiren. Mr. Slade. so erzählt Hildegard Nil. fon, wurde als .Knabe zu einem Kautschukmann ausgebildet. feinem sechzehnten Jahre brach er bei einer Sonntagsvorstellung im Circus den linken Arm und behielt von dem Unfall eine solche Stcishcit des Gliedes zurück, daß er umsatteln und eine andere Specialität suchen mußte. Er blieb Artist und bildete sich zum Fußlünstlcr aus. Bei seinen Productionen hatte er von jetzt ab die Arme vor die Brust gebunden, und in ; den Reklamen hieß es, der, unvergleich- j liche Künstle? fei ohne Arme auf die Welt ; gekommen und habe, aus der Noth eine Tugend machend, mit den Füßen schrei- ; ben, malen, essen und trinken, jongliren ' und Billard spielen gelernt. Er arbeitcle in Deutschland unter dem Namen j Navhacl ohne Hände". Wann und wie 1 er dazu kam, dem Circus Lebewohl zu sagen und seine seltenen Gaben dem Spiritismus zur Verfügung zu stellen, das habe ich nicht genau erfahren können. Jedenfalls hat ihn ein amerikanischer Manager angelernt; denn dort trat er prn ersten Male auf und heute noch schreiben seine Geister amerikanische Redensarten nieder Der gütige Leser wird, soscrn er nicht selbst Spiritist ist, das Geheimniß Slades bereits errathen haben. Er macht ganz einfach alle seine Künststücke mit den Füßen. Hunderte von mißtrauischen Besuchern, Gelehrte und Journalisten, die ihn entlarven wollten, haben ihm seine Sltzunaen mit Gold bezahlt und nichts entdeckt, t r? . . i'X tt c. wen it unauioincy au icinc Hanoe sahen, die grolZ und grob sind und sich nicht für das leichteste Kunststück eignen. Diese Besucher hätten aber bei schärferer Aufmerksamkeit bemerken müssen, daß Slade einen unyoroaren Vang hatte; er schleicht über den Teppich des Gasthofzimmers, in welchem er seine Sachen zum Besten gibt, wie eine Katze, und seine Bewunderer sind fo einfältig, diese Geräuschlosigkeit seines Auftretens gristerhaft" zu finden. SladeS Füe sind auf ganz eigenthüm: ttctze, zweckdienliche Art bekleidet. Von oben sind sie wie von Schuhen bedeckt, welche aber keine Sohlen haben und nur unter dem.Spann vor. feinen Lederriemen zusammengehalten und am Fuße befestigt werden. Wiese? selbst steckt in einer Art von Halbsocken, welche unseren HalbHandschuhen ähnlich sehen und den ganzen Vordersuß freilassen. So kann Slade, während er ganz gewöhnliche Schnhe zu tragen scheint, mit den Setett unter dem Tische im buchstäblichen Sran des Wortes Hantiren.... Viele haben gesehen und die Meisten h.iben .erzählen hören, ie.er die linke Hand aüf dem Tasche liegen läßt, mit der rechten aber die Schiefertafel oder zwei zusammengeschnürte Schiesertafeln unter die Tisch: platte halt,'' wo daun bald das Gekritzel einer kleinen Grisselspitze zu hören ist. Es ist unmöglich, mit einer Hand zugleich die Schiefertafel festzuhalten und darauf zu schreiben es ist ganz und gar unmöglich, mit eine? Hand die verschnürten Tafeln von einander zu-lösen. Mit feinen Füßen aber, mi&t er genau so zu benutzen weiß, wie ge, ö. nlich eMenscheN ihre Hände, s besorgt Mr. Slade das Alles in der einsacksten Weise. Er nimmt die Schiefertafel sofort' Mit dem linken Fuß in Empfang, löst eventuell den Knoten auf und schreibt, .während die linken ehen die Schreibtafel festhalten, mit der rechten Hand gznz kalligraphisch die Eingebungen - seine? amerikanischen Spiritiö hin. - Gegen ein höheres Honorar zeichnet e? auch etwas auf, wie e? es früher . im Zirkus gethan hat. Als einmal ein skeptischer Geist e es war ein reicher mecklenburgischer Gutsbesitzer : plötzlich unter den Tisch sehen wollte, um dem Geheimniß auf die Spur zn kommen, da war Slade schnejler als der dicke Herr, der, ihn überraschen sollte. Mit einer geschickten Fuß- und Handbewegung zerschmetterte 'Mr. Slade die Schiefertafel und. dem verdutzten Meck'Zenburger. 'Dgenbie''Gplltterun ''die' Nase ; sonstchekain er nichts zu sehen und er bezahlte .willig dem Engländer, der von cheftigen Herzkrämpsen befallen zu sein schien ein bedeutendes Schmerzensgeld. . - i.' , - i Den größten und wohlfeilsten Erfolg erzielt lade, wenn er die Schiefertafel, wie eS in den spiritistischen , Schriften he?nt. frei durch die Luft fliegen läßt. Die Geschichte ist lächerlich einfach. Wayrend feine linke Hand auf dem Tisch liegen , bleibt und die rechte am' ischrande sichtbar ist, wo sie , scheinbar die Schiefertafel festhält, hat daö Medium die Tafel mit' .dem linken' Fuße gefaßt, und indem es sein langes Bein ausstreckt, zeigt eS dieselbe mit gespenstischerSchnelligkeit am entgegengesetzten. Ende des Tisches.' Mein Gatte hat mir erzahlt, daß die Besucher von dieser Manifestation deö Geistes jedesmal ganz verblüfft waren. Am Lustigsten ist es -aber, daß bei der Schnelligkeit be? Bewegung de? vo?dere Fug mitunter mitsammt der Tafel

Kaessarsii

über dem Rande deö Tisches üchtbs, f wurde, und dann die Zuschauer jedesmal eine schöne Frauenhand zu sehen glaubten. ... & brauen schuh; die anderen, hatten die nackten ' ' . . Zehen erblickt und bewunderten das un, bekleidete Händchen. ... Ich brauch, nicht hinzuzufügen, daß es dieselbe Geisterhände sind, von welchen bis Kniee der Spiritisten unter dem Tisch, bald heftig gestoßen, bald sanft berührt werden. Es ist eine Schmach für unser so hoch entwickeltes Jahrhundert, daß so frivole Tauschungen des Publikums glänzend belohnt werden. Dieser Erklärung der Frau Nilson ' haben wir noch hinzuzufügen, daß wit den eigenthümlichen, schlurfenden Gang Slade's aus eigener Anschauung bestattgen können, auch ließ das Erscheinen U Tafel am Tifchrand auf den Fußkünstlet schließen, allein sicher ist, daß Slade du Geister mit Handen und Füßen beschwo. ren hat, denn während er die Schreib' tascl auf den Kopf eines Zeugen legt, und das Geräusch eines schreibenden Griffels hervorbrachte, konnte er den Stist nicht mit den Fußzehen bewegen. , sondern mußte sich der Hand bedienen. Im Uebrigen ist es vollständig gleichzil, tig, ob Slade seine Taschenspiclerkünst, . so oder anders ausführte, und wir ür ; den über dieselben kein Wort verlieren. Viai M! Ct sc. JC . .Ijs.l UUIU VON sen h. del-Experimente in Deutschland noch immer ein fruchtbarer Boden vorhande ist. - (Vcrliner Volkszeitung.") Neglementsnröklg. Es schneit wie toll vom Hiinmel herunter, schanenegende Regenschauer ;

Wie emen, welche das Schuylcder ia b0nc" cr roe oen anen zc-uikunanoern

en hatten, sprachen von einer zarten Hstanzenschatze, und dennoch ,st es ' ,lr .. . t i A,...f...t...i... e i - ftr

band ,n cöwarzem Wlaeeband, ir ayrounoerre umtx irtmcianöt cqert

daAwlzcyen, und ein türm, der die Ltt-! smes Nosensl dem Handel liefert. Die faßsäulen umzureißen dtoht. Sehn- bei der 'Rosenolernte erzeugte Menge des süchtig, zitternd vgr Frost und Erwar- OelS man giebt an, daß im Durchtung. harrt im Thorweg eines Hauses schnitt 10,003 . gut ausgebildete Rosen Fräulein Amaiida Lehmann auf den zur Erzeugung von einer Unze (ZO Omnibus. Ihr weißer Schleier flattert , Gramm) Rosenöl nöthig sind hängt im Zugwind; ihre spitze Nase röthet sich aanz wesentlich von der Witterung ad, in der Kalte. , die während der Nosenernte und DestillaEndlich rasselt der Wagen heran. Alle ! tion herrscht. KühleZ und regnerisches fünfzehn Minuten kommt eins von diesen WSttttt ist für den Verlauf der Rosenölgrünäugigcn Ungeheuern durch die Nacht i Destillation das günstigste, da es das daher, um daö entfernte Vsrstadtviertel durch warme und trockene. Witterung be mit dem Centrum zu verbinden. wirkte allzurasche und gleichzeitige Aus'setzt!" schallt eS der erschreckten ! blühen der Knospen verhütet, somit die Dame entgegen. Ich muß mit, bitte, j Erntettit ausdehnt, also die Verwerthung bitte!" schreit sie laut. Der Schaffner alle? der nach und nach blühenden

suhlt ein reglementswivriges, bei menschliches Rühren und blickt die auf dem Perron stehenden Herren fragend an. Mein'thalben!" brummen sie. Amanda Lehmann schwingt sich hinauf.

an dem einen Arm die kuchengefüllte m ungünstigsten aber bis 4600 KiloMusikmappe. am ändern den naaganfc. ravim Rosenblättcr. Zur B-schassung

cyirm. iearve i,r augeNviMiicz so großer Mengen leichter Blatter sind wieder sehr modern, darum trägt si- ihn begreiflicherweise Felder und Garten von auch Abends bei Wind und Wetter.) sehr großer Ausdehnung mit Scosenstöcken Sftrtfft tpr ?Mts spinnt Snfi iti-itii! L.4a.c.r. ..-.kk. -..x

"w.v ...... v y!.., ücunm, mm jutiiiujüiyc jiuijtu uuu ästhetisch zu hüsteln, mit den Füßchen zu.' zahlreiche Destillationsapparate an Ort trippeln, steckt die Händchen tiefer in ; und Stelle aufnestelst und zmeckm5ü!i7

ihre Notentasche ' vertheilt sein, umsomehr, als die Rosen Ach, liebe? Herr Kondukteur, mich möalkckst lcüon vor Sonnenauksana ae-

friert so schrecklich ! Darf ich nicht hmeiNk" .Es ist reglementswldng. Der Mit, telgang muß frei bleiben. Aber wenn's r r i t . . r f die Herrschasten dnnnkit erlauben Die Herrschaften drinnen erlauben eS. Und ein junger Mann, der, nach seinen beiden Musterpackchen zu schließen, ein abgehetzter Stadtreisendcr ist, erhebt sich r L . r t . r ) . vsiiD oaraus galant von innern vxan?, um ihn der jungen Dame einzuräumen. f 1 ii . f i t n t s ihrer Nachbarin einen bedeutungsvollen Blick zu : Aber ich mochte sehr bitten, mein Herr! Der Mittelgang muß freibleiben, regle.".r... tue it . x i iutaisiHUjiij (uy iiiuft mitten in den Wkg neben mich stellen. Das ist ja belästigend.". Vor starrem Erstaunen läßtder Stadtreisende beinahe ein Päckchen seiner 5krystallmaaren fallen. Die Herren im Wagen schütteln allezammt die Kopfe. Dann aber verbeugt sich der NeusterIhrem Platz liegen Sie gestatten vielleicht gütigst Majestätisch langsam erhebt sich Frans lein Amanda. Der Stadtreisende tritt näher und sitzt im nächsten Augenblick wieder auf feinem alten Platz. , Und nun, Fräulein," ruft e?. ftj?dere ich Sie dringend auf, den Wagen zu v rlsssen! Schaffner, die Dame hier ,st überzählig der Mittelgang muß frei bleiben, reczlcmentsmäßic; sonst Be schwerde bet der Direction. Und es half alles nichts. Mit puter, rothem Gesicht (man wußte nicht, war's vor. Wuth. , war's aus Furcht vordem frostigen Wetter draußens stürzte Frau lem 'Amanda in die Nacht hinaus reglemeutsmäßig. Von einer bemerkensverthen Art socialpolitischer Sclbsthilse erzählt ein Wiener Blatt Folgendes: Ein Metallwaarenfabrikant in der Nähe von Wien erhielt kürzlich seinen "Drohhries, in welchem ihm mitgetheilt wurdet baß seine Fabrik demnächst in Flammen ausgehen werde. De? ! Fabrikant berief in Folge dessen alle seine Arbeiter zu einer Versammlung, laö ihnen den Brief vor und bemerkte' dazu i Wer mag, soll nun Der Mann ist seitdem von Drohungen " f . - .- -,i : .. d, V verschont gemieoen. Esn'Frauenkenner. Wenn eine Frau liebt, so sagt sie es ihrer besten Freundin; wenn eine Frau geliebt wlrd, so sagt sie eS Jedermann. Du brauchst e3 bloß zu wagen, den Frauen einen Kuß zu stehlen, die übrigen geben sie Dir dann schon von selber. 1 ; , V. , We nn sie von der Sonne be,.. schienen ist, glänzt auch dirPfütze. Bescheidener A n f a n q. , A. : Haben Sie schon etwas für Ihr Tyrsl M, .. n 2r ' ' ft K'stu Alpenfest?'. - Ä.z ?lllerd,nS die nackten Kntttl " "

r ,elv,l Ztcul da rem anderer Play , Cüdbulgariens erstreckt sich übt? mehr mehr übrig, an stelle des musikalischen j als 140 Ortschaften, welche in einem Frauleins Amanda in den Mittelgang. Umkreise ron 6 bis 6 Tagereisen zer-

Nachdem die t Vame etwas auf- streut liegen, dessen Mittelpunkt Kasangewärmt ist, starrt sie den Mnsterjüng- lik ist. Der jährliche Durchschmttsbelina verdrossen an. räuspert sich, wirft ifca der buasrischen Rosenolernte wird

tiislim hntltm imn tinll a lMHslhrf"tirs f r.

V7 i 'F '5 rfligrcisae M'sc, i? wp lassen. Plötzlich greift er in fe.neLlock. Essenz aus auf sächsischem Boden laicht: Vardon. mem anadtaes raus ;. ?w

lein Ich lies wohl mem veotttduch auf , Xtlimti ift F;ir frriHA drrn

r i "-,' . , . " . U ;JV i UCLJUUJ liill U UlUUiüUi. ÄJiiV

die üavrll anzunoen: Äver oas jage icy Sachsen erzeugten Rosenöles zur Zeit Euch, aufbauen , weide ,ch sie auf keinen :0& verhaltnißmäß'g gering ist. ' Fall mehr! Ich habe genug zum Leben." sn,: wnr,zr,&

MMMWM Mo sen duft. In unerschöpflicher Fülle sprnh-n alle Pik. yjT.t . t m. rm Vlüthe gelungen, die Rose zu entthronen f Ci t rt'V i t ...;.. t ' r l" m uno oicior mt uumpn ut iiiilnen. Der Zauber ihre? Erscheinung ist " erster Linie, der ihr diesen Rang verUeh, sodann ihr eigenartiger, köstliche? Dust. Seine Verkörperung, das Ro senöl. zählt noch immer zuden kostbarsten, Kgesrteftm der Wehlgerüche. Wie b:kannt, wird es durch Destillation aus dcir ttosenblättem gewonnen, und es verlohnt vohl, einen flüchtigen Blick auf seine Ge, dinnung zu werfen, Indien, der Suden Frankreichs, vor zllem aber Südbulgaricn sind die Slättot. wo ausgedehnte Roscnkulturcn für öiesen Zweck betrieben werden. Für den Handel kommt indes nur das bulgarische ötosenol in Frage. Qu seiner Äerttelluna wird vornebmlick Ut hellrothe, selten die weiße, nicht sehr volle Mofchußrose die im Mai und Juni mr Blüthe gelangt, benutzt. Sie gedeiht bort am besten -auk sonniaen Maeln ' Die in Reihen gepflanzten NosenKöcke wetden vom Herbst bis zur Zeit der Ernte uf das sorgfältigste gepflegt. . Gleich ben Nebensorten, die nach der Lage den Weinen ein verscbiedenes Bonauet eben. zeigt auch das Rosenöl, ob eS gleich von i r tf m f . . n . c Bulgariens gewonnenen Ocle von stärkerem. aber auch herberem Geruch und krystallisieren leichter, als die Oele der Ebene, deren Geruch ungleich feiner und milder ist. Diese verschiedenen Eigent r e . ty .e r . ...?... r i l cyaslen oer ozenoie mujjen ocnutzt wer den, um durch richtige Mischung ein Pro buct zu erhalten, welches ein mrklich Knospen ermöglicht. Der Einfluß der Witterungsvcrhältnisse ist sehr bedeutend: im ellergünstig sten Falle bedarf es zur Bereitung von 1 Kilo gtosenöl nur 2000 Kilogramm, sammelt werden munen. Denn hic ! warmen Sonnenstrahlen besorgen in ihrer Weise das Geschä,t der Vestma- . tion und machen das zarte. p&Ii Otl 1 J ' ' ' ! verduften. Infolge des Verlustes, den die Nofenblürter durch Verdunsten deS Rosenöls bei dem Mangel geeiZntter Beförderungsmittel auf dem Transport : erleiden würden, nmil der VmZer selbst . . . . . " . . . ' die Destillation der Oele ans freiem Felde vernehmen. Die öZoftnculwr l V . . . ' . . . aus 1600 bis 1700 Kilogramm geschaht ; in guten Jahren wurden ungefähr 250 Kilogramm, in schlechten, durch Frost, gaael. andauernde Hitze und Trockenheit , .? ' . ... geschädigten kaum 800 Kilogramm ge, wonnen. Der Whljtsnö klius pddulgarischen Dorfes wird meist te&ch der Anzahl von Kilogrammen Rosenöl geschätzt, die es erzeugt. Seit 1B85 wirb auch in Deutschland Rosenöl erzeugt. Im genannten Jahrs . Is y-- " jTf mawte Die ,nrma ocjimmei sc in 's. ..t.f.-.!X. m--.;.JL. t. Är.. Wachsthum der Rosen iucht so gnnftia. wie im Balkan, dennoch besitzt die in Sachsen gebaute Rose ebenso vollen und reichen Duft, wie die von Kasünlik. D2s sachsische Rosenöl übertrifft an Qualität' sogar das türkische 5ZöseNöl, weil es erst bei 3 Grad Celsius erstarrt, während , das tütkische Oel schon bei 12 bis 0 Grad krnstallisirt. Rosenöl besteht aus einem flüssig bleibende:: und einem krystallisirenden Bestandtheile, und da letzterer geruchlos ist, ist das Rosenöl.um so ergiebiger, je weniger es von dem klystalllsirenden, gerucklosen Antheil enthält, d. b. je weniger leicht es beim Abkühlen fest wird. Der Laie glaubt immer noch, echtes Rosenöl müsse leicht fest werden; das ist aber ebenso trügerisch, wie das Flüssigbleiben deS Oetes, das ja auch durch FälschungsMittel zu denen besonders das Gera niumol zäblt erzielt werden kann. Dem Kenner ist der Geruch des Rosenoles allein maßgebend und werthbestimmend. ' ' , .. , Unter den in Deutschland vorkommenden ilcoseuarten liefert die Centifotte da feinste und meiste. Oel, und es liegt nur an dem Manael einer acnüaendcn Centisolienkultur, wenn die' Menge des in kominen eigentlich nur die MoZöusrofe in Bulgarien, die Prooinzrose in Südfraukreich und di?Centifolie in Betracht. Jede ' . Vi. f .. .'.: .i ; . 1 ''"i . dieser Mozcn yar lyr eigenes ouquek, ja, der Roscnduft tm und dere'tbkn Art ist schon nach Lage der Rojenstöcke rer fchiedettäK''-s ' -' - ; - -.. ' mßSV In der Parfümerie hat man die Ge ruchsunterschiedeverschiedenerRosenarten benutzt, um Duftesscnzen herzustellen, die den Wohlgcruch einzelner Rosen, wie MooSrose, Theerose, Chinarose, neuerdingS auch der vielgepriesenen Rose MarViuuv uuuivu vuiUvvM M. t 7

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