Indiana Tribüne, Volume 13, Number 240, Indianapolis, Marion County, 18 May 1890 — Page 7
i'-Uit1;1-:-'11 ,H-liiifi'-u:t;ii::fU;i:a:ai!iil;Mii:'iiUy- :Uiii"!:Liiiiii
':'Jiv':: iii "! Ml',,!':i!::1;::aHit1!, ilfli' W'ßf'''-'iis '. ;i:?"V'V' ' : . ' t i'jS-Kfisi-S'Näij:!;:: 'ä; -1 WM 'v&ca: ji;1?!!ilfiv!' 'f'-" :,!;!i3an:i,i -"'-i"! U::'iä i-ä--"---;---.""?! He""- :;!. :"i-; ' ,u r"-:J, ' .!!' ''lii-iViliäif;;1 lljii?1 u ; ',. 'j: I V -'Tf : : "!;,.. ' ; 's " :m-- , ..,i'.- '..:- j !;.r :
''I
-!? ' r ' , :,;
f .'m
r'tt
irjrcrorrssss
Der versäumte Nugenblicr. Eine ßränioltfäe Eeschichte von Hugo Klei. Das Lieblmgsplatzchm des Khattftn Harun-al-Nafchid war die sogenannte Terrasse der Nachtigallen." Die Terrasse zog sich längs der Parkmaucr feines Palastes hin, und von ihren Hohen konnte man bis zu den Palnun am User des Tigris sehen. Den Namen aber hatte W Terrasse von den unzähligen Nachtigallen, welche in diefern Theile des Garens nisteten. Wenn die Nacht ihre Schleie? nicdersandre und ein kühler Wind durch die Wipfel der Valsamdanlne strich, begann hier ein vtrenbetäuSrndeZ Concert. Der Sang einer Nachtigall ist schön und lieblich j ur.S dringt nur seinen süßen Wohllaut ' in das Herz nich: vergebens haben ihn die Dichter seit Bestand der Welt ftefei ert und von Liebe eaö' geträumt. Wenn uUt Hunderte der gefiederten Sänger ijjte Stimmen heben und diese durch klnander singen und klingen, da ist eZ lange nicht ss schon. Es gab sogar Poeten, die sich ich: zu erkennen gaben und sich eilig aus bxn Staube machten, wenn das Concert begcnn. . . . Der Khalif aber ic'i an diesem melodisch? Stimmengewx Gefallen. Es machte ihm roohl Vergnügen, in der Disharmonie die Harmonie zu suchen. .. Andere meinten, c3 mache ihm Spaß, die Harmonie in Disharmonie ausarten zu sehen. Ich roeiß nicht, welche Partei Recht hatte. Gleichviel! Die Nachti.zallenterrasse roar sein Lieblingsplätzchen. ES war aber auch ein gar lauschiger Ort, so recht für eine große Fürstenseele geschassen, sich manchmal müßige Traumereien hinzugeben. Auf dem prunk -vollen Marmorplatean befand sich eine eiche Moosbank, auf welcher der Herrscher auszuruhen liebte. Rechts msd links davon standen zwei alte dichtbelaubte Akazicnbäume; der eine warf am Vormittag, der andere am Nachmittag seinen-Schatten auf das Lager Harnnel:RaschidL. Zwei mächtige Wachen, welche ihre Schilde gegen die Sonne erhoben, um den Herrn Arabiens vor ihren heißen Strahlcnpfeilen zn schützen. Hier verträumte der Khalif einige Morgen- und Abendstunden. Sobald es zu roarnr wurde, flüchtete er in die Kühle der inneren Gemächer seines Palastes. Auch in der Nacht, wenn er nicht schlafen konnte, promenirte er manchmal euf der Nachtigallentcrrasse. Und seit einiger Zeit roar ihm das Plätzchen ganz besonders lieb. Was war die Schuld daran? Die Höflinge zerbrachen sich darüber den Kopf, ohne den Grund zn sinden. Und die Sache war doch klar! Nur eine Nachtigall konnte ihn dort fesseln. ... Freilich roar das eine ganz besondere Nachtigall, die ihn nach der Terrasse lockte. Von dort konnte er nämlich ganz unbemerkt durch die Ritzen der Mauer in den Garten seines FrenndeS und Günstlings Lebid hinüberdlicken. Denn so viele Nachtigallen in dem fürstlichen Parke sich auch hören ließen, jene, die sich in des Herz des Khalifen gesungen hatte, ließ ihr Lied nicht an dieser Stätte ertönen. Die Nachtigall, die roir meinen, roar eine Schwägerin Lebidy, eine Schwester seiner Frau, die schone Sängerin und Dichterin Oleja, berühmt in allen Gauen Arabiens. Vei einem Feste im Hause Lebivs hatte sie der Khalif zum ersten Male gesehen. Nur ein dünner durchsichtiger Schleier verbarg ihr Gesicht. Die Eitelkeit hatte ihn so zart gewoben und schöne Frauen machten viele Bestellungen bei ihr. Auch Oleza konnte dem Verlangen nicht widastehen, der gefälligen liebessüchtigen Mode, welche am üppigen Hofe der KhaIifcn die neuartigen chleicr einführte, den Tribut zu zollen. Der Khalif fah die Sängerin und war enizückt. Denn der Schleier verbarg beinahe nichts. Und was er verbarg, ersetzte die Verhütung durch den öceiz, fcc; sie auf die Begierde ausübte. Dann aber horte der 'Khalif auch Oleja. Mit ihrer süßen, schmeichelnd ins Ohr klingenden Stimme fang sie ihre Liedchen, umgeben von einer Schaar junger Mädchen, die im Chor die End' rein mitsangen. Lieder und Gesang brachten den Khalifen beinahe um das Wischen Verstand, welches die verführe?ische Frauenschonheit nicht in ihren Wann g?zogen hatte. Er ließ sein Schatzkaftlein holen und stellte den ganzen Inhalt desselben. Taufende und Tausende von Zecchinen, über die Köpfe der,Ä!ädchen hin. Der Khalif wollte Oleja zum Weibe nehmen. Aber das paßte ihr nicht in im Kram Sie war zu ehrgeizig, um nur Einem anzugehören, und z?äre er auch der mächtigste Fürst der Erde gewefen. Sie wollte zu Allen sprechen und singen können, roollte mit ihrem Liede den Perlenfischer am ööen Strande eben so entzücken, wie den Tigerjäger der Cteinwüsten Arabiens .... Sie wollte nicht Einem angehören, der sie eifersüch tig bewacht und eingeschlossen hätte, ;' wollte keine Nachtigall im Käsig fein. Nur Oleja konnte eS wagen, sich einer solchen-Wnbung zu entziehen. Den Korb, den sie gsb. umflocht sie mit blühenden duftigen Blumen, so daß man ihn kaum fab. Sie verfaßte uämlich ein schnurriges Scherzgedicht, in dem sie die Werbung zurückwies. Die Verse aber warnt so klug abgefaßt und so launig, ' daß der Khalif Ut Dichterin nicht grollen konnte. Er nahm lachend seinen t Korb entgegen und that, als sähe er nur die Blumen... -. Aber er gab eö nicht auf dieses Wcii zn eriagcn. Wie ein kluger Jäger umschlich er das Wild, harrend der günstigen Gelegenheit, den Speer zu werfen . .Und bis dahm berauschte er sich im Mnbiick der Schönheit. Denn sie hatt DkeZne Ahnung, daß sie im Garten der VSW rotster durch ein männliches Auge beHsauscht wurde, und warf dort auch den Schleier ab, lustwandelte m dem Haar In einer schwülen Sommernacht sties der Khalif von der Nachtigallenterrasse in den Park hinunter und schlich zwischen den Mnrthengebüschen m ioche die Mauer meskirten, die ihn vom Gar
Mlnrnhullten Antlitzes. Wer Khali !j! aber sah sie beinahe jeden Tag. Und je östc? er sie sah, desto schöner erschien sie fi6mf''-- '
333 ten Lebids trennte. Der Herrscher wollte hier offenbar neue Aussichtspunkte" erforschen. Und während er langsam im Gestrüpp vorwärts drang und leise die Myrthenzwelge zur Seite bog, machte er plötzlich eine wichtige Entdeckung. Es gab ein Thurchen in der Msner, ein Thürchen, durch das man in den Garten des Freundes gelangen konnte! Hatte eine gute Fee dieses Thürchen t)ierhergemubert? Solches kam ja auch in den Märchen vor. . . . Hatte eine geneigte Zauberkraft duseS Tbürchen aus dem Nichts gezimmert? Oder hatten sie Menschenhände gebaut? Schlichen bereits verliebte Herzen durch dieses Thürchen? war damit in längstoerZessener Zeit eine Brücke geschlagen worden, über welche verbotene Liebe im verschwiegenen Dunkel der Nacht wandelte? Neugierig betrachtete der Khalif das Thürchen. Aber es war ein verschwieqenes Thürchen und sprach nichts und verrieth kein Iota von seinem Geheimniß. ' Der Fürst wollte dieses ergründen und so rückte er und drückte er an' dem Thürchen hin und her, da er kein Schloß desselben sah und keinen Schlüssel dazu gehabt hätte. Und es war kein grausames Thürchen, nicht gemacht, um Zn scheiden und zu trennen, sondern ein gefälliges Thürchm, bestellt, zu verbinden und zu vereinigen. Vii einem kräftigen Nuck siel es plötzlich aus den verrosteten Angeln jammerschade, daß es feit Menschengedenken nicht benutzt worden zu sein schien!.... Der Khalif wollte das nackholen. Er lehnte das Thürchen an die Mauer, bückte sich und kroch durch die Oeffnung. Niemals wäre er auf den Gedanken ekommen, in denNachbargarten einzudringen. Da ihm aber das Ungefähr eine Pforte öffnete, dachte er gar nicht daran,, an ihr vorbeizugehen. Er überlegte keinen Augenblick und betrat wohlgcmuth den Garten Lebids. den er bereits aus mancherlei Betrachtungen kannte. ES zeugte auch für feine Ortskenniniß, das; er sich sofort zu der schattigen Allee wandte, in welche? die schöne Oleja mit besonderer Vorliebe zu xromeniren pflegte. Und das Glück war ihm hold, denn ei fand unter den duftigen Oelbänmen Oleja, die auf einer Bank eingeschlummerk war. Die Kühle der Nacht hattk sie wohl in das Freie gelockt; vielleicht reihte sie auf dieser Bank Reim an Neim und merkte gar nicht, daß sie di Düfte des Gartens berauschten ; so sank sie in den Schlaf. Sie war schöner uns verführerischer als je. Die Perlen schimmerten in ihrem welligen Haar nd der matte Teint ihres Gesichts hatte irc Mondlicht einen bezaubernden Glanz. Bei dem Geräusch der nahender Schritte erwachte Oleja und wollte flkehen, der Khalif stellte sich ihr aber in den Weg. Entfliehe nicht, Oleja," sagte Ha-run-al-Raschid, es soll Dir kein Leid gescheben." ,'Was sührt Dich denn hierher ?' fragte sie. Ein gütiger Zusall zeigte mir der Weg'...." .Ein Znfall!" klang es vorwurfsvoll zurück. Gewiß. ein Zufall! Ganz zufällig entdeckte ich in der Mauer, welche unser Gärten trennt, ein Thürchen Ein Thürchen?" rief sie erschrocken ans. 3st dies lein Win? des Schicksals? Ich trat in den Garten ein und fand Dich. Ist dies nicht wie ein Befehl des Propheten, meine Werbung zu wiederholen?" Mag fein. Doch nicht an diesem Ort, in dieser Stunde ? Jch kann Zeit und Ort nicht wählen. Bestimme sie selbst Wenn die Tonne scheint und Du bist aber schöner, wenn das Mondlicht ergänzt. Es leiht Dir neue Reize. Als ich Dich vorhin erblickte. erfüllte mich et Entzücken, das ich nicht zu beschreiben vermag. Ich ahnte die Wonnen des Paradieses Die Stunde wird mir unvergeßlich bleiben. Aber auch Du sollst eine Erinnerung an sie bewahrend Sieh' diesen Ring mit kostbaren Steinen. Ein indischer'Fürst sandte ihn mir als Geschenk. Nimm das Kleinod hin, welches Dich immer daran mahnen soll, daß Du verdienst, den herrlichen Schmuck zu tragen." Du bist großmüthig, Herr. Wie soll ich danken?" Er reichte ihr den Ning, und als sie ihn entgegennehmen wollte, ergriff er ihre Hand, um das Juwel auf ihre Finger gleiten zu lassen. Dann aber hielt er ihre Hand fest. Laß' meine Hand frei, Herr!" Nein, fo haben wir nicht gerechnet!" lachte der Khalif. Du hast es geduldet, daß ich die Hand ergreife, ich halte sie fest. Ich hatte n!e gedacht, ein Weib wie Dich überlisten zu können " Was willst Du thun?" Fürchte nichts .Ich stelle keinen Preis für Deine Freiheit ich verlange nur einen Kuß, einen einzigen Kuß . . . . Das ist grausam!" Ich danke," lachte der Khalif, Du schmeichelst nicht!" Das ziemt weder Dir noch mir. . . . Glaubst Du? So ist noch kein Fürst einem Weike bcgkgnct! So hat noch kein Weib eine:i Kuß gcährt, von dem das Herz gewußt! " Du hast Recht, ich gebe es zu. Aber ich habe nicht die Wahl unter Deinen Küssen. . . . Du suchst vergebens Ioszu kommen, Oleja," fügte er himu, als daS Mädchen feine vergeblichen Austren, Zungen fortsehte, die Hand lurückmziehen. Dn sollst Dir dle Frelheit erkanfen!" Da fiel das Madchen ans die Kni und sagte: New, nicht so follst Du, Herr, der ersten Kuß von meinen Lippen rauben.. Laß' mich frei und wenn der Morgen graut, ill ich mir Dich zu Ehren mit Rofen und Lilien bekränzen, um festlich geschmückt, als Dein Weib Dein HauS zu betreten... . Ich will Dir für immer gehören und Dich mit süßen Liedern in den .Schlaf singen, wenn Du Dich bei Oleja satt geküßt hast...':" Vf Und der Khalif sagte: 7 ! Das ist mir recht. DaS ist dasLooS
MSMSZ
25333
das ich erfehnc. Und nur um diesen Preis laß' ich Dich ungeküßt entkommen. ..." Der Druck feiner Hand ließ nsch, dsS Mädchen entschlüpfte ihm und enlstoh wie ein scheues Wild. Am nächsten Morg:n ging der Khalif in' seinem Parke spazieren und sah mit Ucberraschung, daß man noch , in der Nacht die kleine Thür vermauert hatte. Er-stieg nun zur Nachtigallenterrasse empor, um hier die schöne, rosen- und lilicngeschmückte Oleja zn erwarten, die ihm für immer angehören sollte. Aber Oleja kam nicht. Er sandte zu ihr hinüber, sie möge sich sputen. Der Bote aber brachte ihm als Antwort 'OlejaS ein Aloeblatt, darauf waren in zierlichen Schnörkeln die Verblein geschrieben: Merk' wohl, Khalif, die Worte sind So flüchtig ja als wie der Wind Und gibt man sie Dir in der Nacht, So ist's, daß man den Tag gewinnt. D'rum klug, wer einzig sich nur sorgt. Daß ihm kein Augenblick entrinnt. Sich dieses freut, der Stunden nicht, Die ihm vielleicht versprochen sind . . . . Der Khalif machte ansang? ein seh' verdutztes Gesicht. Dann lachte er ... i Die Schelmin hatte ihn betrogen ! Ob die schone Oleja immer so sprodt blieb? Ich kann eS nicht sagen, du Geschichte geht nicht weiter. Aber ein, alte arabische Ehronik berichtet, daß nu der Gesang der Dichterin den Khkliseli Harun al - Rasch id besänftigen konnte, wenn er seine großen Anfälle von Zorr hatte.... Und hat sie ihm vielleicht auch nicht.ihr Herz geschenkt, so schenkt, sie ihm doch ihre Lieder, und das ist beinahe so viel wie das Herz! AuS dem Leben ttaiserJofef's lt. Scharfe Strcistichter lassen auf di Anschauungen und Wirksamkeit Kaiset Jofef'S II. die unter dem Titel Josephina" neuerdings von Prof. G. Wolj gesammelten, aus den Archiven gezoge nen Aeußerungen und Verfügungen iti Herrschers falleu, deren Eigenart und charakteristische Schärfe nicht selten in humorvollem Behagen aus klingt. Wet sich Lettern, Farbe, Papier und Preist anschafft" resolv?te" er im Juni 1733 kann drucken wie Strumpf stricken, und wer gedruckte Bücher sich macht oder anschafft, kann selbe verkan: fen, jedoch haben alle den öffentlichen Polizei- und Censurgesetzen genauesten zu unterliegen. Die kaiserlichen Attestate und Prüfungen der Gelehrsam kcit, so der Negierungsreferent von Demjenigen, der eine Buchhandlung führen will, fordert, sind ganz absurd. Ura aus der Lesung der Bücher einen wahre Nutzen zn ziehen, da braucht es viej Kopf, und würden Wenige die Prüfung aushalten, ob ihnen das Lesen wahrhaft nutzbar sei. Um aber Bücher zu veo kaufen, braucht er keine mehrere Kenntnisse, als zum Käse zu verkaufen, nämlich ein Jeder muß sich die Gattung von Büchern oder Käse anschaffen, die a:r mehrstcn gesucht werden, und das Ver, laugen des Publikums durch Preise reizer und berücken." Mit besonderer Strenge verfuhr bt Kaiser gegen neugebildete Sekten und all, Die, welche sich nicht zu einer bereits seii lange bestehenden Konfession bekannten. Als im Jahre 1782 im Pardubitze, Kreise 42 Einwohner erklärten, sie seie Jsracliten, glaubten nur an Gott, sonst kein Neligionögesetz, verfügte der Kaiser, der Bischof von Königgrätz solle sich mil dem Kreishauptmann zu ihnen begeben und sie woh lzu belehren suchen. Sollten: sie indessen ohngeachtet bei ihrer Erklä, rung, daß sieJsraeliten sind, verbleiben fo müssen sie auch ach der Vorschrift deZ Gesetzes Moses behandelt und ihnen die Verbindlichkeit, sich allsogleich förmlich beschneiden zu lassen, aufgelegt werden, welches vielleicht weit schneller ihreBekeh; rung als alles weitere Zureden wirken wird. Sind sie aber schon wirklich be: schnitten, so sind sie Juden und können nicht ander als wie diese im Lande be: handelt werden, somit sind sie auch nicht fähig, Gründe eigenthümlich zu besitzen, und müssen daher gänzlich Abgestiftet werden." Diese angeblichen Jsracliten erwiesen sich bei näherer Untersuchung als Deisten und wollten sich nicht wieder zum Chri: stenthinn bekehren lassen. Der Kaiser verfügte daher, daß sie nach der Militärgrenze geschickt, ihr unbewegliches Vermögen verkauft und bis zur Großjährigkeit'der Kinder unter fünfzehn Jahren für diese verwaltet werden sollte. Die Kinder sollten gnten Christen zur Erzie? hung übergeben werden. Als sich trotzdem in Böhmen immer mehr Bauern als Deisten erklärten, verfügte der Kaifer: Meldet sich Jemand als Deist, Jsraelit oder sogenannter Lampekbruder, so sind ihm ohne weitere Anfrage vierundzwanzic; Prügel oder Karbatfchstreichk auf die geeignete Stelle zu geben, uch hiermit lst er wieder nach Hause zn schikken, anch dieses fo oft zu wiederholen, als er sich neuerdings melden kommt; nicht weil er Deist ist, sondern weil er sagt, das zu sein, was er nicht weiß, was es ist. Wer einen Deisten in der Gemeinde, nennt oder angibt, der' soll mit zwölf Stocksireichen bestraft wer, den
Hin aus geh ol fen.Dienstmäd chen lzü ihrem Schatz, v'als die Gnadigt unvermuthet in die Küche tritt): Au- , gnst, nimm schnell die Kinder zu Dir die Gnädige kommt!" Frau: Aber, Anna, was muß ich sehen!" Dienst: mädchen: Ach, gnädige Frau, di Kinder schwärmen so für Soldaten und da hab' ich ihnen einen mitze: bracht!" Sieh' 'mal, hier ist di. Gartenthür offen und dort in der Laubl sitzt ein reizendes Mädchen. . . .treten wit doch ein ! Daß ich ein Narr wäre! Denkst Du denn an gar keine Gefahr ! Na, es wird doch nicht gleich ein Hunj da sein, der auf den Mann dressirt istl Braucht's auch gar nicht, aber das MSdel kann' auf den Mann dressirt fein. , E inBeisp! e l.' Professor: Wü .falsch eS ist, vorn Aeußern aufs Inner, zu schließen, meine Herren, zeigt Ihn ; hier , Schillers .Wallenster". h !Scheinöleder gebunden. ' r;. 'i. ', , I 'l'f'ph
3222
Ser vttng und seine symbolische Vedeulnng. Von H. L?!Saer.GSU. Weher kommt die magische Bedeutung, ttlche diesem kleinen kreisrunden Gegenlande anhastet? Er ift das Symbol er Einigkeit, der Treue und häufig auch r Macht. Vei der kirchlichen Trauung pillt er eine Rolle, wie sie sonst keinem vchmuckgegengande zukommt. Eine Ktnze Legende von Sagen bekundet seine Zauberkraft; der Papst tragt einen Xing, welcher die Macht des kirchlichen dcuveräns fymöolisirt; die Bischöfe verdcn mit Ning und Stab" belehnt k. f. w. . Die Form des Ninges wirft allerdings iniges Licht auf dessen bedeutsame Gechichte. Der Ring hat kein Ende und !knn darum Ewigkeit und Treue svmwlisiren. Aber diese naheliegende Deuimg erklärt nur theilweise d'ie Bedeutung tcs ?ttngcs in Sage und Kulturgeschichte. Aus Kalidosos Sakuntala" entnehken wir, daß der Ning und seine Betcutung schon den alten Jndiern bekannt var, Der Bräutigam gab ihn der Lram und diese wurde vor bösem Zauber zeschützt. Bei den Römern soll die Uebergabe neS Ninges daS Bindende, Unwioermfliche eines Vertrages ausgedrückt jaben. Dieser 5iing war von Eisen. Gewisse antike SÜnge von Erz, die nen kleinen Schlüssel zeigen, waren Eheringe und hatten die Bedeutung, daß icr Gatte der jungen Frau den Schlüssel es Hauses übergab. Doch sindet man tuch amikc Ringe aus Gold, mit der Zntchrift: Mögest Du lange leben", ,Jch bringe Dir Glück" u. s. w., welche vohl in demselben Sinne wie heute verzeben wurden. Jedenfalls muß angenommen werden, laß das Christenthum den Ning als öymbol ehelicher Treue schon vorfand. Zm deutschen Volksliede heißt es: Sie zat die Treu' gebrochen, das Ringle! iprang entzwei." Eine ganze Welt ion Glauben nud Aberglauben knüpft ich an den Tranring. Die Ehe wird tnglücklich, wenn die Braut den Ring ullen läßt. Das Brechen oder in Veriustgehen desselben bedeutet ein ganz be. vndercS Unglück, Wittwenschajt, grobe Antreue. Als Friedrich I., König von Preu;cn, sich mit Sophie Charlotte von Hanlover vermahlte, zersprang det Trauking, welcher zwei verschlungene Hände ,eigte, darüber die Inschrift: A janais." Und wirklich die Ehe wurde iald geschieden und der König heirath.te :ine Prinzessin von Mecklenburg. Eine Fülle von Abi7glaube behaupt die magische Kraft des Trauringes. Zn l5aalano und Anglolmerika werden lleine Streifen deö Hochzeitskuchens mrch den Trauring gezogen und an die icdigen Hochzeitsgäste vertheilt. Wenn kiese den Kuchen unter das Kopfkissen legen, fo träumen sie von dem Zukunft!len. Negenwasser, in einer Schüssel lufgefangen, auf deren Boden ein Ehe.'ing liegt, hat me'dicinische Kräfte t. s. w. Ueber den Brauch, den Ning zer Treue an dem vierten Finger zu traen, wird Folgendes erzählt: Von diec:n sogenannten Goldsinger reicht eine ölutader bis zum Herzen, und die Zaukerkraft des "Ringes wirkt auf diese kJ-ise nach diesem hin. Abcr die Bedeutung des Ninges als Symbol der Macht und als Amulet ist ckenso alt und allgemein verbreitet, als Ht Verlöbungs und Ehering. Indische tnd ägyptische Götzenbilder sind mit Gingen geschmückt. Ringe können gegen trankheiten und Herereien schütz: und lurch sie können Heilungen uno andere Vunderthaten vollzogen werden. Bei len abergläubischen Völkern des Alterhum bildeten zauberkräftige Ringe einen Lrmlichen Handelsartikel. Einer der merkwürdigsten Ringe der öage ist der des Guges, welcher die vunderbare Gabe besaß, unsichtbar zu nachen. Es knüpft sich daran eine belannte SkandalgkschichtedesAtterthnms, velche Friedrich Hebbel tragisch und ein ranzösilcher Schwankdichter lustig behan'elt hat. Die Heldin ist die Königin Khodope, deren unverhüllte Schönheit um einem unsichtbaren Eindringling beauscht wurde. Ein anderer sagenhafter Ring ist der Abelungenring, durch die Wagner'sche tetralozie Eigenthum aller Gebildeten seworden. Der Ning der Nibelungen deutet Macht und Reichthum, wird an örunhildcns Finger, zum Symbol der treue und hat außerdem eine magische Gewalt über das Erinnerungsvermögen er Personen, die ihn tragen. Philostratus berichtet, daß Charlklea tnversehrt von dem Scheiterhansen geliegen sei, weil sie den Ehering des Kötigs Gydasges trüg, welchem eine Bechworungsformel eingegraben war. Das Alterthum und die mittelalterrchen Sagen und Mythen bieten noch ine Reihe von Geschichten, wo wunderhatige Ringe vor Krankheiten nnd anren Gefahren schützen. Weniger bekannt ist die Anwendung ,e5 Ringes als Orakel. Man hält eiten an einem Faden befestigten Trauder Verlobnngöring in ein Wasserglas, der Ring geräth in pendelförmige Bevegung. : Sein Anschlagen oder Nichtlnschlagen an die Glaswand gibt die ervanete Kunde. Achnlich verhält sich' lolgendes. Man schrieb die Buchstaben es antiken Alphabetes, im Kreise auf lnd setzte einen wunderthätlgen Ring in Lewezung, dessen Stillstehen vor diesem wer jenem Buchstaben die gewünschte tlntwort gab. . . Eine schöne, wenig , bekannte Säge tus der Jugend Karls des 'Großen lau-' et folgendermaßen: Der König liebte in schönes Mädchen und konnte von demselben, nicht lassen. Da starb die Schone und Karl war so untröstlich, daß alle Staatsgeschäfte vernachlässigte.', der Erzbijchof von Köln fand ; die Ret-' ämg für den König.' Er? entnahm dem Runde der Leiche einen dort verborgenen Ninz und der König tröstete sich. Der Ning war der Talisman, welcher Karl ' Gezauberte. Der fromme Kirchenfürst glaubte den Ring dadurch unschädlich zu " nachen und warf ihn heimlich in einen Lee. Aber Karl besuchte nun immer die Ifef des Sees und baute sich schließlicö , :,.!':!?! .i': ,?' r, ? "V,i: u jl'i ', ,., ,! i
i ' , - 1 tpiif k .U r
y bort seine Residenz, um sein Leben da zu beschließen. ' Die Fee Morgana hatte einen Ring,, welcher die Kraft hat, zu verjüngen. Sie schenkt ihn dem hundertjährigen Dänen Ogler, der sogleich Kraft und Jugend gewinnt Eine 'alte franzosische Grüsin, von Senlis, hat das Geheimniß deö Ringes errathen, raubt Ogier den Zting, worauf dieser zu einem Urgreis zusammenschrumpst, während di? Gräfin sls jngendliche'Schone erblüht. Die mittelalterlichen Amuletringe zeigen gewöhnlich heilige Embleme, wie das Kreuz, die Wunden Christi u. f. w. Die schöne Melusine schenkt ihrem Gatten, als' er' in den Krieg zieht, einer Ring, der ihn vor Verwundung schützt. Ein ähnlicher Ning kommt in Flor und Blancheflor" vor. Es würde zu weit führen, alle die wunderthätigen Ringe zu erwähnen, welche in den Sagen und Epen des Mittelalters vorkommen. Immer ist der Ring etwas Geweihtes, ZauberkrZftiges, und zumeist wird er von liebender Hand dem geliebten Gegcnstand gespendet. Die Treue, die diejer hält, ist zugleich ein Amulet gegen allerlei Gefahren. Aus einem anderen Sagenkreise, der vom einem Ringe handelt, ist uns eine Sage durch die Dichtung Schillers besonders vertraut gemacht worden. Es ist der Ring des Polykrates. PolykrateS, der Liebling der Götter.,, wirft anf den Nath seines Freundes sein liebstes Kleinod in das Meer, um es in dieser Form den Göttern zu opsern. Aber ein Fischer bringt ihm das Kleinod wieder; er' fand es im Bauch eines eben gefangenen Fisches. Der Gast flieht entsetzt, weil das Glück des Polykrates ohne Grenzen ist. Natürlich hatte dies Glück feine Grenzcn. PolykrateS wurde von einem Aufrührer besiegt und starb am Kreuze. Die Sage von dem Ringe, der verloren ging oder weggeworfen in einem Fifche wieder gefunden wurde, sindet sich in fast aller Herren Länder. Man sindet sie zuerst in Indien, von wo sie die Arier nach Europa gebracht haben mögen. In der Evda treffen wir die Sage in der Form, daß der Zwerg ölndwari in Fifchgestalt den Ring behütet. Es ist derselbe Ring, der später zum Untergang der Nibelungen führt. Hcrodot berichtet von dem Ringe des Polykrates in dem Sinne, wie Schillers Ballade. In der indischen Sage ist der Kern der Sache folgender: sakuntala verliert den Ning ihres Verlobten im Bade und damit seine Liebe und Treue. Ein Fischer sindet den Ning im Bauche eines Fisches und die Liebenden sinden sich wieder. Höchst merkwürdig gestaltet sich dieselbe Sage bei den Juden. Eine rabiuische Legende erzählt, daß Salomo einen unvergleichlich wunderthätigeir Ring besaß, den er einmal leichtfertiger Weise einem dienenden Geist überließ. Dieser warf ihn ins Meer, um sich von- der lleöermacht seines Herrn zu befreien. Salomo verlor nun seine Macht nnd Weisheit. Der Diener warf sich zum König auf, so lange, bis nach drei Iahren der Wunderring im Bauche eines Fisches wieder gefunden wurde und wie der rn Salomos Besitz gelangte. Aehnliche Sagen finden wir bei den Arabern, sogar bei den Slaven. Zum Schlüsse sei noch die venetianische Sage erwähnt, nach welcher jeder Doge bei feinem Amtsantritt einen Ring ins Meer warf, um symbolisch seine Herrschaft über dasselbe auszudrücken. Nachdem dies durch Jahrhunderte gefchehcn, brachte einmal ein Fischer den Ring dem Dogen zurück. Das Meer hatte gleichsam die Dogenherrschaft abgelehnt, und wirklich narrte bald darauf das Ende der altoenetiantfchen Republik. Aber auch in neuerer Zeit geht diese schier unverwüstliche Sage fort. An den'Gcstgden verschiedener Seen erzählt nran sich Variationen derselben und von Zeit zu Zeit taucht immer noch eine Zeitungsnotiz , auf von irgend wel chem alten bemoosten Fische, in dessen Bauch ein Ring gefunden ,ward, der ein merkwürdiges Schicksal hat. ' Unsere Zeit gebiert! ' fuitich nur noch Zeitungsenten und keine unsterblichen Sagen mehr. Aber die symbolische Bedeutnng des Ringes lebt noch und wird noch lange fortleben. Wer besitzt nicht einen Ring, der eine besondere Bedeutung hat? als Symbol der Treue der Freundschaft, der Mutterliebe? Vielleicht hat die symbolische Vedeutung ebenso wie der Ring selbst kein Ende! D e P l a c ! r t. Noch vor etwa 20 Jahren befand sich an einem Wirthshaus in Gohlis bei Leipzig ein Schild mit der Aufschrist: Hier hielt sich.Napoleon I. am 10. Octoder J 813 auf Nach der Schlacht bei Sedan hielt der damalige Besitzer d?s Wirthshauses es nicht mehr für zeitgemäß. mit dem Besuche des alten Erbfeindes zu prunken und entfernte das Schild. Es begab sich aber, baß ein Engländer nach GohliS kam, in der ausgesprochenen Absicht, dasWirthshaus kennen zu lernen, in welchem sich Napoleon I. am October 1813 aufgehalten hatte, denn in einem engliscbenReise?. handbuche war dies Haus mit der Tafel der Sehenswürdigkeit angeführt worden. Da er durstig war, kehrte er in ein Wirthshaus ein (zufällig war es das gesuchte) und einer Einladung des Wirthes folgend, ging er in den zum' Biergarten umgewandelten Hof. Dort blieb er aber betroffen' stehen, denn an einer Hundebnde lehnte ein Schild mitder Ausschrift: Hier hielt sich Napoleon I. am 16. Oktober 1813 auf." Der Engländer blieb lange staunend davor- stehen, dann rief er ans : Es ist ein wahres Wunder, daß er da Pla!.. gehabt hat!" schnitt sich einen Spähn von der Hundcbude'ab und ging davon. ' " . 1 F , e h I m ei e r -K um mer. Sonntagsläg?r,der ausnahmsweise eine Hafen geschossen: Für heute Abend ist die Stammiischgemüthlichkei zum Teu: sel, denn das glaubt e mir ja doch Kei: er. " ;v:f - ' - W idersv r u ch. , Fremder: Wol her stammen denn die schauerlichen Mar ter-Werkz'euge ? Museumsdiener: Auj 'der'auten alten'ZeitD
?iTT!rr!Trsnw!nssiSfni,-TTy
mirj. Uhr n Journalist Eine Parallele. Uhr und Journalist stehen beide im Dienste der Zeit und ihre Thätigkeit beruht auf der Feder. Große Uhren mirken durch die Zugkraft ihres Gewichts, nnd auch bei großen Journalisten bildet ihr Gewicht eine Zugkraft. ES gibt Stockuhren nd anch Stöckjournalisten. Durch beide erfahren wir, wie viel eS geschlagen hat. Selten corresxondiren mehrere Uhren mit einander, bei Journalisten ist dies öfter der Fall. Die Uhr besitzt oft mehrere Ezzlinder, der Journalist in der Regel nur einen. Die Uhr hat ein System von Rädern, der Journalist oft ein Rädchen zu viel, zuweilen ist er auch rathlos. Die Uhr dat sehr oft einen goldenen Mantel, der Journalist oft nur einen fchäbigen Paletot. Die Uhr wird manchmal in Brillianten gefaßt; wenn der Journalist einmal gefaßt wird, so ist es nicht in Brillianten. Als Pathengefchenk kauft man gewöhnlich eine Uhr. Es gibt wohl au5) laufliche Journalisten, allein zn Pathenzeschenken werden sie nie verwendet. Es gibt Uhren, die einen Anker besihen, Journalisten besitzen außer dem Kiel gewöhnlich nichts. Die Uhren werden häusig im Versatzamt, die Journalisten in Entrüstung oder Anklageznstand verfetzt. Jeder-zieht seine Uhr auf, de Journalisten ziehen sich gegenseitig auf, was man Polemik nennt. Die Uhren werden häusig von Taschendieben gezogen, unb auch Journalisten gibt rS. die uns gestohlen werden könnten. Die Uhr hat bloß, den weiblichen, der Journalist zuweilen auch noch den Leit-Artikcl. Die Uhr legt man an die Kette, wenn sie auch noch so richtig geht, den Journalisten nur dann, wenn er tobsüchtig wird. Die llhr läuft ab, der Journalist geht hochjtens durch. AuS dem Leben eines Zaren weiß der russische Schriftsteller Wladimir Soloff in seinen im letzten Hefte des Historischen Boten" veröffentlichten Denkwürdigkeiten" zu erzählen. Es war im Jahre 1857, kurz nach dem großen Krimkriege. In Trümmern lag daö dreißig Jahre hindurch mit eiserner Fanst lufrccht erhaltene System Nikolaus Und Nußland schickte sich an. unter Führung seines jugendlichen Ezaren neue Bahnen zu betreten. Zunächst stürzten die vom Kaiser Nikolaus an der Grenze errichteten Schranken. Die eisernen Thore, welche in Gestalt von schier unkberwindlichtn Schwierigkeiten einen Auslandspaß zu erlangen, den Russen das AnSland'verschlossen hielten, wurden weit geöffnet, und Tausende von rnssischenMünnenr und Frauen eilten dnrch dieselben nach Paris und London in's Freie hinaus Besonders übte London, m Alerander Herzen, als Jskandcr" seit Jahren seine .Glocke" täulete. auf die russische Jugend eine mächtige Anziehüngskraft aus und so pilgerte anch Sot.f nach London, um den großen Glöckher zu, schämn. Die Wallfahrt entging jedoch der dritten Abthcilttng nicht'und :in Beamter dieses Instituts, der mit Sotosf befreundet war. hielt es für um so nothwendiger, diesen bei seiner Rückkehr nach St. Petersburg zu warnen, als Sotoff bereits im Jahre 1849 schon ein, nal in einen politischen Proceß verwickelt zewesen und bei dieser Gelegenheit sogar nit derZ gesürchteten Peter-Paulsfestung Bekanntschaft gemacht hatte. Sötozl wies aber den Rath, Petersburg fn, einige Zeit zn verlassen, entschieden kurüä nd wollte im Bewußtsein seiner Unschuli ,uch einer zweiten Verhaftung muihi?. kntgegensehcn. Aber Tage und Wochen vergingen, ohne daß das mit Bestimmtheit crwartete Ereigniß eingetroffen wäre. Endlich suchte und fand Sotoff Gelegenheit, seinen Freund aus der dritten Abtheilung heimlich zu sprechen, und d erfuhr er, daß die Angelegenheit des vertriebenen herzen" auf ausdlücklichcn Befehl des Kaisers niedergeschlagen worden sei. Ganz ohne Folgen süc alle Betheiligten verlief die Sache jedoch keineswegs. Für die höheren Beamten der dritten Abtheilung und ihren Bunde? genossen siel dabei eine Reihe von Rasen ab, von denen die allergrößte dem russischen Botschafter in London, dem Baron Vranosft ertheilt wurde. Dieser hielt es nämlich für seine vornehmste Aufgabe, in London Herzen nachzuspionircn. und sandte in feinem Diensteifer u. A. Zach Petersbürg ein Verzeichniß derjenigen Russen ein, welche in letzter Zeit dem gefurchteten Revolutionär einen Besuch edgestattet hatten. Der Chef der dritten Abtheilung beeilte sich, beim Kaiser Vorirag darüber zu halten und überreichte ihm auch die ominöse Liste. Es war ein kalter Frühlingstag und im Kamin brannte cur lustiges Feuer; plötzlich ergriff der Zar daS wichtige" Document und warf es Entsetzen des EhefS der III. Abtheilung zum in die prasselnden Flammen. . Sie, mein Lieber," sprach der Kaiser zu dem Lkfürchtcten hohen Würdenträger, sowie mein Botschafter in London haben sich mit ganz anderen Dingen zu befassen als mit solchenDenunciationen." Das Erkigniß erregte natürlich in den hohen Regionen der Petersburger Gesellschaft das größte Aufsehen und zeigte nach uud nach'die Legende, der Zar gehöre zu den stillen Verehrern Alerander Herzen'S und zu den heimlichen, aber eifrigsten Lesern feiner ,Glocke". 9 Prob ir en geht überStudiren. Eine Schauspielerin gastirt an einem großen Theater als Diane" in Madame Bonioard". Am Schluß des I. Aktes erhält bekanntlich Diane von Duval eine Ghrfeige. ,.Hcrr Meyer" sagt der Regisseur auf der Probe zu Duval ..ich muß doch bitten, die Ohrfeige nicht blos zu markircn, sonderndem Fräulein hörbar zu appliciren. So daS war schon besser. Nun, noch mal!" Die Gastin: Aber, das halte ich nicht aus ! Der Regisseur: Thut nichts dle Ohrfeigen - Scene muß noch mal probirt werden, damit es am Abend or? dentllch klappt! , Auch ein Wunsch. Rentiers, frau (zu ihrem Manne) : Geh' Alter, pump' dem LZaron die hundert Mark, einen adligen Schuldner habe rch mir schon latta' aewumcht! m 'JllS-Jil:.. i.4:!:'!;:!
'l AJf&vjk'iX'XJJL uj vwi w mji i 1 vixjb
An? Vem Maskenball. Xnv 'i v '.1 t. w. r JP K V &t: Lassen Sie mich in Ruhe, bin ja gar kein Mädchen,fondern ein ver kleideter Mann. Er: Famos! Ich bin eine verkleidet Frau. V" i i' .t.J'X : 'A 5 ' ',4' I'MMÄ l i W'1 '''.' -j 1 ' wmm J fit vV? W'Ä 7-vfJifUr.i i, lvVL Dies Bild hier stellt meine selige Frau vor." Scheint ja Ihrem vergnügten Gcych nach sehr ähnlich zu fein!" Wirst Du mich auch immer liebe. Emil?" Das schwöre ich Dir ! Du bist mein Braut und wirst es ewig bleiben." In den jüngst erschkenenen Aufzeichnungen des bekannten alte Schauspielers Febores, Societärs der Eomedie Franosisk, befinden sich auch Erinnernngen an die Theatervorsiellungen, die im Schlosse von romxiögne vor den fürstlichen Gästen Napoleons M. im Jahre 1867 stattfanden, und bei welche der Memoirenschr eiber als Regisseur fungirte. Napoleon III. benahm sich den Schauspielern gegenüber stets sehr leutselig. Eines Tages sagte er zu Provost, welcher gelegentlich einer Vor stellung den Präsecteu in Scribes Damenkampf" spielte: Monsieur Provost! Wenn ich viele solche Präfectc hätte, wie der Ihrige war, stände daL Kaiserreich auf unerschütterlichen Grund lagen. Wenn eS nur darauf ankommt." ... sagte der witzige Provost, ich stehe E:. Majestät zur Verfügung." Der Kaiser lächelte. Ich danke. Monsieur Provost," sagte er. Hie und da sinde ich noch einen guten Prä fetten, ich würde aber keinen zweiten Provost finden.". Bei einer solchen Vorstellung war de? Kaiser fo guter Laune, daß er sogar b dem scenischen Arrangement mithalf. Er und Fcövre faßten ein Canape arr den beiden Enden an und trugen eS vo. einem Platze auf den andern, trotz des' Einspruchs der Kaiserin, der diese H?rablassung ihres hohen Gemahls nicht recht gefiel. Der Thronsaal diente den Schausme lern'als Garderobe. Fcbore erzähl daß er bei dieser Gelegenheit das unLezwinZbare. Verlangen empfand, sich auf de Thron zu setzen. . . .Niemand war zugegen und so saß der Schauspieler mit wonnigem Schauer einmal auf einen, wirklichen Throne. . . .Aber plötzlich offnetcn sich die Flügelthüren und Napoleo III. stand vor dem hastig aufspringenden Schauspieler, her sich in begreiflicher Verlegenheit befand. Napoleon. besaS so viel Tact, zu thun, als hätte er nichts gesehen. Der Vorstellung wohnten auchj der damalige König von Preußen' und Fürst Bismarck bei. Febvre erzählt aus diesem Anlasse eine Anekdote, die, wenn sie auch nicht wahr sein sollte, doch gut erfanden wäre. Konig Wilhelniffar angeblich von dem Spiele der frau?osie scheu Schauspieler entzückt und frisch Napoleon wiederholt an, daß er c?r. Gastspiel der .Comödie FraNai'e" is Berlin gestalte. Der Kaiser M Franzosen gab keine Zusage und als der Konig zum dritten Male eine Benurtunz machte, er mochte die Künstler in X'txWx sehen, entfernte sich Napoleon um einige Schritte. Fcbore will eS gehört' haben,daß er die Worte murmele: In' BerVixll Nun. wir' erden fchen,." Aus dem Gastspiel, der französischen Ar mee in Berlin st la Napoleon I. und einer Gastvorstellung der OomsZiavs dt Sa Majest a Ia Erfurt vor einem Parquct von Konigen vouxhe ;Jrnch;;iN!cht3l,; W e r n i ch t z u h ö r e n i'Xt$. steht, kann auch nicht erzählen.
D-MM i MM .. MKl? m w WlkMM . C: MM fimr, lt s? mäf-ÄA MMM . Jr&$A-iK KWMkÄW , - MMMMUMW ßMck jMim 5' A n hfi K Mw fV U VJl ß&ff!Mi 's.- i"' ' .v y-. i xmt .
1 tivai ., ,
M x M ;
W . 13.
M & h ; H m Ki
r s '
k .r A IL
! ' h ) N l hf Jy - J t,l 1 A rS'Z V t J s "3 . nil 5 f J if jA' V" ' "jBr JSyssni sJrif 1 fc? 1 1 wfCf J n mmlH mrn-lm w.
i.
V
w''rf nmwi
K eti X--; :. . JZrX
Jjffth p?v. 1$ CA yVj Az. v'i s?. ' i X Mx M, p X mi :?V 57 .l. ... 1 mdMyr &$&$y i l-js'" : ' i 'i hva, l t &W$k W ?LMl t HW vM-l; x K1--K jT'ir? A Tj,-'äv- -mL '' m-e -fff Jt l . jk-;eVJ5S'T5r r 'tnffv jfv . )vW."iJM&':y KifctJL I VöWOMUN mmMf r Äish3j WÄUhMM U tepktf w '4f;-aMvwvWi -' ieMMM ' KMM
M- t':t" -im ':
, . ffiV!',!,',,,,. . ,;; 3. : -..ki..
