Indiana Tribüne, Volume 13, Number 226, Indianapolis, Marion County, 4 May 1890 — Page 3
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Doppelleben. 6ia 3l33tßsa in jtrtt UJiitbcn vo Wilhelm Jense. (3. Fortsetzung.) Jetzt plolich verstand sie den heutigen Ausruf Silvanas: Von Dir kam das HochzeitöZkschett? der Schlüssel die Briefe , nnb den Aufschrei danach: das ist schändlich!" Durchschauert faß sie, mir undeutlich noch hörend, wie Ortlof fortfprach, daß er selbst vorher fcers Brand eines urrbenuhteu EtallgehLudes für jenen Augenblick angeordnet habe, um dadurch aus dem Zimunr abberufen zu werden. Jnr letzten Moment hatte seine Hand gezuckt, das inhaltsschwere Geschenk wieder an sich zu nehinen, draußen in die Flammen in schleudern der Erzähler ging rasch darüber n?eg dann ivav er hinansgeeilt, doch nicht ZU der gefübrlosell Fcuersbrunst, sondern in thun Ncbenraum, durch dessen Wand er eine Lücke gebrochen. Von dort hatte er mit den Augen des einen Ahuengemäldes auf Sllvana niederge; blickt, denn feine eignen waren es gemesen, die sich in dieauszehohltendes Bildei gepreßt. Nun braÄ der Sprecher jäh ab: Sie Bestand die Probe nicht." Die Unglückliche!" E entflog den Lippen Osilies. Wie ein Schnitt war es ihr durch's Herz, durch'S tiefste Gefühl gezuckt: Sie war nicht die Schreiberin jenes verHangnißvollcn Briefes, aber in Wahrheit doch die Urheberin des Elendes Silvanas gewesen. Sie trug die Schuld davon, itnn ohne ihre eigne Verschuldung an Ortlos von d Heide hätte er jene nicht jolcher grausamen Prüfung ausgesetzt. Zu viel für einen Menschenkops, für ein Frucnherz war's, was seit wenigen Stunden über sie hereingebrochen. Verworrenheit nahm ihr die Gedanken, ihr den Kopf wie Nebel durchn?ogend. Aber hindurch fiel ein Strahl ihr in's Herz, fonnenhaft, leuchtend und warm wie der Frühling. Die Stunde war gekommen, "nach der sie feit Jahren voraufgcblickk, schmachtender als Wanderer in der Wüste nach den Palmenwipfeln der Oase am Horizont. Die Stunde, auf die sie durch einsam endlose Tage gehofft, um die sie in schlasiofcn Nächten gebangt, für die sie reuevoll jeden Stolz. Trotz und Selbstwillen in sich gebrock cn, jn Demuth der Liebe umgewandelt hatte, die sich zu spät mit sehnsuchtsschwerem Herzen als einzigeö Le.bcnsg!ack zurückverlangte, was sie eus eine? Verblendung verloren. Heiher, inniger, anders geliebt, als je, sah sie vor sich und Silrana batte die Prüfung nicht bestanden. Was diese gelitten, schmerzte sie doch ihr Herz jubelte zu laut. Silvana hatte euch die Prüfung nicht bestanden, und er rar hierher gekommen. Ihr klang es im Ohr. das; er gesagt, er sei krank. Er war gekommen, um Heilung hier zu suchen. Und er hatte gesprochen: Wir haben uns vielleicht nicht genug kennen gelernt Osilie vernahm, daß Ortlof von da Heide wiederum sprach. Er sagte, daß er seit jener Nacht sein vorheriges Leben bcrmals begonnen, nur nicht wie zuvor in Deutschland, sondern in einem frentden WcltZheil. Aber die Sonne unter dem Wendekreis war ihm kühl gewesen, wie die des Nordens. Auch die Welt draußen war leer ; es hatte ihn zurückgctrieben, nicht zur Heimath, doch in die einsame Sttlle seines Landssitzcs, zum Riedertauchen in rastlose, abmühende Thätigkeit des Geistes. Die Studien jrühercr Jahre hatte er neu aufgenomwen, Ehrgeiz in sich zn wecken und mit scharfem Stachel zn spornen gesucht, daß er, was ucch an Zeit vor iljm liege, nütze, im Gedächtniß der Wissenschaft feinen Icamen als Zeugniß zn hintcrlassen, daß er gelebt. Aber er war krank, und die Bücher ließen ihn nicht gesunden. Er hatte ein Fieber in seinem Blut aus den Trcpnlauden mitgebracht, daß nicht Von ihm wich, das sich mit jedem Früh: lingstag verstärkte. Aus seiner Weltabgeschiedenheit rin es ihn wieder auf, drängle ihn übiachtig daoon. So kam er hierher. Du kamst hierher denn Du wußtest, wo ich sei Ja, das hatte er stets gewußt, doch vorgestern erst Näthselhastes dazu ersahrtn durch ein junges Mädchen, dem er aus der Straße begegnet war daß Silvana auch seit dem Herbst hier im Hause OsilicS sich aushalte. Er begriff nicht, wie dies geschehen, aber ein Gefühl sagte ihm, die letztere habe sich der von ihm Entflohenen angenommen, weil diese verlassen und hilflos gewesen. Deshalb hatte er gesagt ob auch ein endner Trieb Osilie noch mit Dazu bcstimmt haben mochte : Du handelst gut. Orilof von der Heide schwiea wieder. Sein Mund zögerte rnijchlüjsig einen Augenblick, dann jügte er die Frage nach: Hakt sie mich auch?" 5hr Ohr vernahm die vedutungslosen Worte, doch ihr Herz den Klang desselteil. Die Lippen des Sprechers mühten sich,-ihn kühl zn. beherrschen, aberdaS Herz Osilie horte, fühlte, es kam aus zitternd harrender Brust, diese ganz ausfüllend mit dem einen angstvollen Erwarten der Antwort. Wie der vor den Spruch deS Gerichtes Geladene in der Miene deS Richters Tod oder Leben zu lesen sucht, so hingen dis Augen OrtlosS 'stumm bei der Frage an ihrem Gesicht. Und mit den Worten zusammen sagten sie: Kein Gedanke an Osilie habe ihn hierhergeführt, sie sei begraben nnter itm Zusammenbrnch der Vergangenheit, ; todt in seinem Herzen. Aber eine andere Liebe war nicht darin erlöstet, sondern zu tödtlich verzehrenden Flammen aufgewachsen. Er selbst hatte die Prüfung nicht bestanden, 'Silvana lebte in dem Herzen, ans dem die Frage ausgezitkert, füllte eö mit unermeßlicher Sehnsucht chus, und um ihretwillen wa? er gckom.tteN. 1 Gleich einer vom Blitzstreich Getroffenen faß Osilie. Ein Ungeheures drängte ihr ein Wert zn den Lipvcn herauf, das I Wortchen: Ja. 'M . ""WU Ja, sie haßt Dick, sie verabscheut Dich, sie flieht vor Dur, Dich niemals, wieder zu feben! Aöcr lch" ich liebe Dich liebe Dich unsäglich
S hV&MJmJ-rt
SSÜIjaXLJjL Nur ein Wort ! Nur eine Lüge in die Wage einer ganzen Lebcnöbosimma gewarfen denn sie suhlte, sie konnte sich in dem Herzen deö Verlassenen, an seiner Einsamkeit Krankenden wieder zum Le? den aufwecken, wenn 'Silvana ihn haßte, ihn mit Entsetzen zurückstieß Da klang die Stimme Osilies von Thalhof durch das graue einfallende Dämmerlicht: .Sie baßt Dich nicht, sie liebt Dich, wie Du sie liebst." Es wa? geschehen, unwiderruflich. Nicht in den langen Jahren, die biet über ihr Harren, Bangen und Hossen hingegangen, erst in dieser Stunde hatte sie ihre Schuld gesühnt. Aber nun war sie frei, und sie sprach nicht mehr für sich selbst, sondern für das Leben, das Hnz und das Stecht einer Anderen. Sie war nicht mehr eine Angeklagte, das Urtheil erharrend, sondern 5ilä gerin und Nichterin zugleich. Die Wirkung ihrer Antwort hatte Alles bestätigt, was das Ohr der Liebe aus der kurzen Frage OrtlosS von der Heide vernommen. Er stand wie ausgeschleudert da, wiederholte, als müsse er es noch einmal hören: Sie haszt mich nicht ich danke Dir für das Wort verlange dafür von meinem Leben, waS Du willst. Was sollte ich von Dir verlangen?" Gelassen, unbewegten Ton's kam die Erwiderung vom Munde Osilies. Sie war gleichfalls aufgestanden, trat nun einen Schritt vor und sägte der Frage nach: Ja, sie liebt Dich, doch auch ich liebe sie, und meine Liebe hält sie unter ihrem Schutz, Sie hat in Wahrheit Deine grausame Prüfung bestanden, denn Dein Thun hat ihr' Herz nicht von Dir loszureißen vermocht. Aber glaubst Du, es bleibe Dir auch noch, wenn sie hört, daß es eine Prüfung war? Dir ist Recht geschehen, denn Du thatest dem Menschen, dem Dn das Beste zu geben gelobt, daS Schlimmste an. Du brachst das Vertrauen, das Dein junges Weib in Dich aeseht, mit dem es Dir kolate. Wähntest Du, was die Verbitterung Deines LebcnSgangeS, Deines Gemüthes in Dir erzeugte, habe darum ein Recht, eigenmächtig von Anderen zu fordern. was wider die Menschennatur ist? Und dennoch, Du hättest das unmöglich Scheinende fast erreicht aus Silvanas Munde habe ich kein Wort darüber oernommen wußte bis vor wenig Stunden nicht, daß sie den Namen einer Frau, Deiner Frau trage aber Du hast gut berichtet. Nach dem, was ich von Dir gehört ynd wie ich sie kenne, steht Alles klar vor mir klarer als vor Deinen Augen, die durch das Bild aus ihre Prüsungsmarter heraogeseben. Du Blinder !Sind die Augen des Mann.es so an? ders geanct, mit dem wirklichen Blick der Gegenwart nicht zn gewahren, waS meine aus der Veite erkennen? Daß Du es fast erreicht hattest, ihren Glauben an Dich zn erschüttern, daß sie Dein Wiederkommen erwartet haben wurde, wenn nicht wenn Deine Rechnung nicht Eines außer Acht gklassen. Du trugst Sorge,' daß sie Dir im Falle des Richt'-Vestehens nicht vorwcrfen könne, Du habest sie anders gelassen, als Du sie aefarden. Und dennoch sah Deine AcalineSblindhrit nicht, was die tausendfältig Gequälte von Dir in die Stacht hinaustricb, das Kind, das nicht Deine Frau war. Deiner Grausamkeit fügtest Dn die Mißachtung Deines jungen Weibes hinzu 0, Dir geschah Recht, laufendjaches Recht! Mir siel keines zn, Dich nm meinetwillen anzuklagen, doch für den Jammer Silvanas müßte ich Dich hassen.Dein Haß brauchte mich dessen nicht anzuklagen, ich that cö selbst schon. Doch es sagt mir, daß cS vergeblich wäre, zu hossen. Du könntest ein Anwalt sür mich bei Silvana sein so will ich sie suchen und '.nit Deinen Worten zn ihr sprechen. weln ivuu regte Nch; ein jäher Schreck durchfuhr dann Osilie mit körperlichem Schmerz. Er hatte gedacht, sie sie sollte seine Sache sühren, der Anwalt seiner öceue, seiner Liebe sein Sie sah ihn unerwartet vor Silvana hintrcten und diese, noch zitternd von dem Vorgang deö 5!achmittagS, zu Tode erschrecki von seinem Anblick, wieder vor ihm in die Rächt hinausflüchten, sich zu verbürgen, andere, sicherere Zuflucht zu suchen vielleicht so sichere, daß Niemand siu mehr auf Erden ausfand. Unfehlbar geschah das. mm sie ihm antwortete: So geh' zn ihr! Hakte ihr auch das nicht erspart bleiben können dieser nochmalige Augenblick entsetzlichen Kampfes? Nein, sie hatte doch nicht nur für das Recht des WeiöeS gesprochen, sondern sür das Silvanas, für das der Liebe, die ihr verloren war. Ihre Hand streckte sich mit einenl Ruck halb nach dem Arm des Fortschreitenden. Alekv bis ich zurückkomme" Die Worte klangen wie aus einer wunden Brust mühsam herausgerungeu, eino Angst in dem Hörer weckend, d?e aus seiner Erwiderung tönte: Was willst Du ?" Sie hakten getauscht, er suchte sie jetzt zu halten. Doch nicht darin allein; in diesem Moment redete aus feiner Stimme ein unbezwittglicher Argwohn. Da wendete Osilie ihm daS Gesicht zu, einen noch ebenuuterscheidbaren Blick der Augen, und cntgegnete : Vertraue mir!" Die Forderung war's, die er ehemals . r: er . l - " an sie geneul ; jenjam aniazauerno, w?e aus einer Grukt berausaekomn:en. vethallten die Worte durch die Todesstillc der Ruine LaulloS ließ er ihren Arm, und sie ging. 5ie ginci so lange, bis das Zwielicht sie seinen Dlickcn entzog, dann verließ die Kraft sie. Ihr Fuß strauchelte nicht,' doch sie siel, langsam in die Knie nie derbrechend, ;n Boden und drückte ihren bälttos vornüber sinkenden Kopf gegen das Seitkngestem des WcgeS. So lag sie eine Minute lang, krampfyast ihre Lippktt mit hr Hand zusammenpressend. als tonne sie nur so eiuen furchtbaren Schrei ihrer Brust nach innen zurückzwingen. Dann raffte sie sich auf und schwankte den Abhang hinab. f'Drnnt'en im Hause fragte sie nach Sil vana. die Dienstboten wußten nichts von der letzteren. , Eilig durchschritt Osilie die Zimmer, dann zu dem der Gesuchten. Unwillkürlich klopst: sie diesmal, um fm
Anzumelden, allein es kam keine Antwort.: Ein Gefühl sagte ihr, die Thür sei verschlossen, ihre erregten Sinne glaubten einen Ton von drinnen zu vernehmen, 'doch Beides erwies sich als Täuschung dle Thür ließ sich öfsnenund das Zimmer war leer. Von einem Tisch' schimmerte etwas Weißes, offenbar absichtlich dorthin Geleites ans, ein Blatt Papier, nach dem die Eingetretene instinktiv zunächst die Hand streckte. ZuAleich rief sie nm Licht; bis dies kam, stand sie unbeweglich, nach dem letzten bleichen Hornontscbcln der untergegangenen Sonne blickend. Nun sah sie mit unsicherer Hand hastig hingeworfene Zeilen auf dem Blatt und laö: Vergib mir, was ich gesagt Du meintest es ja gut mit mir, eh' Du mich kanntest, und ich hätte Dir dafür danken sollen, wie mein Herz Dir warmen Dank für Alles schlägt, was Dn nachher an mir gethan. Wir sind ja keine Feindinnen nur der Znfall hat es so wundersam gefügt aber Du begreifst, daß ich nicht länger in Deinem Hause bleiben kann. Um mich und in mir ist Alles dunkel, mein Kovf faßt noch nichts doch habe keine Sorge, ich siehe nicht da hin, wohin ich wollte, als Du mich fanbest. Es war der Mangel an Vertrauen, der has Heutige verschuldet hat ; ich hätte Dir längst sagen sollen, wer ich sei, wie ich zit Dir gekommen. Nein, wir sind keine Feindinnen- Dn liebst ihn noch und ich bin ja kein Hinderniß nur ein äußeres daß Ihr Euch nicht aussöhnen und wieder vereinigen könnt. Das ist der Wunsch meines Herzens, und ich will dazu thun, was von meiner Seite geschchcn muß, um das äußere Hemmniß wegzuräumen. Leb' wot)l, Dn Gute, Du Besteverzeih', daß ich so ungerecht, so thöricht war und nimm nochmals den innigsten Dank Deiner Silvana."' Osilies Blick blieb noch aus daö Blatt nieder gerichtet, ihr Mund sprach langsam vor sich hin: Stt will kein Hinderniß sein und
sie nennt mich gut ich danke Dtr Die Sprecherin hob daö Stück Papier und that Sonderbares, denn sie drückte einen Augenblick lang fest ihre Lippen l. ' .is. t r n - ' ' oaraus. ann say s:e ,m Zimmer um--!er, dessen Anblick davon redete, die Verchwundene sei hastgetrieben, nur das Unentbehrlichste mit sich nehmend, fortgegangen. Am Boden lag ein achtlos irgendwo herabgestoßener oder aus der Tasche gezogener Brief; eS warderAnna LundmarkS. Osilie bückte sich und nahm ihn an sich. Als sie jetzt die Dienerschast noch einmal befragt, entsann eine Magd sich, daß sie am Nachmittag Fraulein Nhttnfels das HauS verlassen, doch nicht zurückkommen gesehen habe. Es mußte wenigstens schon vor zwei Stunden gewesen sein. Nun stieg Osilie von Thalhof den Berg zur Ruine wieder hinan, dch nicht mehr schwankenden Fußes, sicher und ruhig. Das Blatt hatte gesagt, Silvana gehe nicht in den Tod, und weiter gab es keine Sorge mehr. Es war heller als vorhin, der Mond stieg als weiße Halbscheibe über dem Siebengebirge auf. Er ließ die Wasser deS breitwallenden Rheines erkennen, aber mit diesen kam noch ein andern' großer Strom durch den Rachteinbruch daher nnd rauschte mit unsichtbar schauernden Wetten über, die Emporsteigende hin, die trüben Wogen der große Trauer, die um den ganzen Erdkreis rinnt. Weit abwärts schon auf den Rhein.wellen trug ein Dampfschiff Silvana davon. Wie ihr hinterlassener Abschiedsgrüß es gesagt, lag Altes dunkel und verworren um sie und in ihr, ttur der Gedanke leitete ihr Thun, daß sie sich nicht wieder allein und hilflos der Fremde vertrauen könne. Sie mußte eine sichere Z ifluchr findcn, und der Brief Anna LundmarkS, den sie heute empfangen, hatte ihr den Weg zu der einzizcn sür sie vorhandenen gedeutet. Don wollte sie das äußere Hemmniß wegräumen" ; wenn dies geschehen, dann konnte sie konnte sie in das Haus ihres Vaters zurückkehren oder wohin sonst iuliner. Es galt gleich für ein Leben, das einen Riß nn Innern trug. Drittes Capitel. Durch die Aprilnacht lief der Eisenbahnzuz dahin, den Silrana am Abend sogleich vom Dampfschiff aus in Dentz bestiegen. Der Schaffner hatte ihr ein unbesetztes Fraaeucoupö angewiesen, sie war allein und blieb es. So konnte sie den Schleier, den sie unterwegs bis dahin vor dem Gesicht gehabt, zurückschlage und zum Fenster hiuausblicken. Da durchschnitt ein Pfiff ihre Gedan-. ken, sie sah aus, ein wohlbekanutr hoher Kirchthurm hob sich vor ihr. von den ersten Sonnenstrahlen angeglänzt. Sie glaubte kaum, daß es so sei, aber der Zug lies in ihre Vaterstadt ein. Sie zog den Schleier vor ihr Gesicht, damit nicht ein Zufall sie von einen; Bekannten gewahren lasse, bestica am Bahn-. Hof einen Miethswagen uns hielt um eine'Viertelstande später vor dem Lundmark'fchen Hause. Dann stand sie in dem Zimmer Annas, die grad', erst mit ihrem Ankleiden fertig war. Ein überraschendes und eigenes Wiedersehen war'S, bei dem Beide im Anfang ihre Fragen Und Antworten nicht verstanden. Wo ist DcilMann?" sagte Anna Lundmark, nnd Silvana erwiderte: Warum? Woher sollte ich daS wissen?" Hat er nicht Dtch nicht ausge? sucht?" ' ' . Wie kommst Du zu dem Gedanken, Anna?" Ich dachte, vielleicht . . . . Die Antwortende ward ein wenig roth, schwieg und fügte rasch nach: Hast Du denn meinen Brief noch bekommen? , ' Ja. Anna, und rr hat mich, hierher gebracht, für einige Zeit um Aufnahme der Euch zn bitten. Ich danke Dir von Herzen für ihn, denn er kam in dem Augenblick, als ich seiner am höchsten bedürstig war." . . ; "iSie laßen beisammen, die Wände des Zimmers gingen, wohl von der ununterbrochenen Fahrt . auf dem ! Dampfjchisj und der Eiscnbahn, lciS schwankend un: Silvana auf und nieder, welche beide Hände Anna Lundmarks gefaßt hielt.' als ob sie sich in einem Wcllcnzcwirbe! an einen gefundenen sicheren Hakt fest klanimkre.
Die Morgensynne siel jetzt herein, schönes Licht und Wärme mit sie) brin 'gend, aber noch mehr Warme ging von dem fonnigen Gesicht Annas auS ES 'war noch völlig das, Mädchen, das Kind, daS Silvana vor einem halben Jahre verlassen, nur ganz, wie aus einer Lichtquelle in ihr selbst, durchleuchtet, gleich einem ersten ahnungssüßcu Frühlingstag. Schweigsam staunend hörte sie nun zum erste;, Mal, was Silvana eigentlich zn der Trennung von ihrem Manne genothiat habe. Die letztere empfand u im treibenden dunklen Drang, es laut vor sich selbst auszufprecheit nnd zugleich es einem treuen, liebreichen Herzen anzuvertrauen. Kurz stellte sie der immer verwunderter Aushorchenden Alles dar, bis zum gestrigen Tage hin. Dann verstummte sie. Auch Anna sagte nur: Meine arme Silvana daß Dir durch schlimme Zufall Das noch hinzukommen mußte ! " Danach schwieg sie wohl eine Minute lang, doch mair sah. daß in ihrem Kopfe Gedanken umhergingen. Und nun brachte sie einen derselben zum Vorschein: . Aber wenn die Frau Osilie von Deinem von ihrem Bkanne. meine ich, ge? schieden ist, so richteten sich die' Briife. zn denen sie Dir den Schlüssel schickte, doch nicht an Jemanden, di: noch seine Frau war, sondern Du warst dies baS mals doch allein." So unermeßlich viel hatte Silvana die Nacht hindurch gedacht, doch an das, was dem Kinderkopf da vor ihr 'als Erstes gekommen, nicht Es fuhr auf sie herunter, wie ein plötzlicher Lichtmurf durch eine aufgerissene Thür blendend in die Augen fällt; so lähinte es ihr das geistige Sehvermögen. Natürlich beruhte die Aeußerung auf einer Täuschung. einem Widersinn, nur war sie nicht sähig, gleich aufzuhellen, wo der Irrthum stecke. Sie wollte auch gar nicht darüber denken, der Kopf schmerzte ihr so von dem Brüten der Nacht und als Anna hinzufügte: Hast Ou denn damalö all' die Biiefe genau gelesen?" siel sie ihr hastig in's Wort: Das verstehst Du nicht laß nns von Anderem sprechen! Kann ich hier im Hause bei Euch bleiben, bis die Scheidung vollzogen ist?" Aber Anna Landmark konnte nicht von dem Gegenstände ablassen, ie zögerte wohl etwas und drehte die Augen ein wenig unsicher zur Seite, doch so äußerte sie: Du Silvana nach dem. was Du mir gesagt ich verstehe eS ja sreisich Nicht, denn ich weiß ja nicht, waS Liebe ist aber ich glaube. Dein Mann liebt Dich doch H Du quälst mich und bist ein Kind ich bitte Dich, sprich für mich mit Deiner Mutter. Ich kann es jetzt im Augen: blick noch nicht, ich bin zu müde und möchte etwas ausruhen." Anna erschrak, sie sah an dem Gesicht Silvanas, daß sie dieser wirklich Qual bereitet habe. Schnell verließ sie nun das Zimmer, nm der Aufforderung der Freundin nachzukommen. Sprachlos überrascht, horte Frau Hcd?ig alles Das, wovon sie bisher nicht die leiseste Ahnung besessen, doch bei dem Verhaltniß, in dein ihr Mann zum Rodwald'schen Hause stand, konnte ihr keinen Augenblick Zweifel bleiben, dem Wunsche Silvanas zu willfahren, selbst wenn ihr eigenes H:rz sie nicht, tief theilnahmsvoll von dem Unglück der letzteren ergrif
fen, dazu gedrangt hatte, tc ordnete sogleich die Herrichtung der Gaststube für die Zusluchtsuchende an, dort konnte dieser Erwiderung und herzlichem Gruß der Mutter begab Anna sich rasch zu Silvana zurück, die erleichtert ausathmete. Nun war sie in der Sicherheit, nach der sie getrachtet. Eine Magd trat mit der Meldung ein daß die Gaststube in Ordnung gebracht sei; Auna sührte Silvana dorthin, ermahnte sie. sich in's Bett zu legen, um bis zum Mittag den versäumten Schlaf nachzuholen, und eilte dann, daS Zimmcr verjasscnd, die Treppen, zu Johann Schmidts Wohnung hinauf. Viertes Capitel. Am nächsten Tage ging Anna cber über die Straße, als unerwartet an de, Biegung eine verschleierte, hochgewachsene Dame vor ihr stand nnd etwas ungewiß fragte, ob Frau Lundmark in dem Hause wohne. Auna bejahte, ziemlich achtlos und wollte vorüber. Doch nun streckte die Freinde die' Hand nach ihrem Arm nnd sagte: Dann sind Sie gewiß Anna Lundmark nnd ich treffe Sie durch glückliche Fügung schon vor der Thür " Die Sprecherin hielt, das Mädchen betrachtend, einen Angenblick inne. dann fetzte sie schnell hinzu: Natürlich, Du bljt S Ktnd, dte den Brief geschrieben. Verzeih', .daß ich ihn gelesen, aber ich that's um Silvanas willen. Ist sie hier in der Stadt? Weißt Du von ihr und wo sie ist?" Anna stand gedankenlos verdutzt. Was sollte .das? Wer fragte danach und in so sonderbarer Art? Ihr flog fast mechanisch vom Mund: Wie könnte ich ich weiß nichts von ihr." Doch die Antwort kam ihr entgtgen: Du kannst nicht lügen, und wozu willst Du's?" Zugleich entfernte die Erwidernde den Schleier von ihrem Gesicht uud fuhr fort ; Dn hast schon einmal das Gebot Silvanas, über ihren Aufensi baltsort zu schweigen, nicht 'gehalten, Jemandem aus sein Fragen mitgetheilt, daß sie bei mir sei. Än warst nich xlauderhäst, Dem Herz zwang Dich dazu, und es that recht daran." 'Annas Stirn bedeckte sich mit Rothe, sie stotterte: Sind Sie sind Si.t Frau von Thalhoj? O dank verrathen Sie es nicht an Silvana daß ich st äA . f w -. ie tt 0 " ' i t - ' W 1 v ,, Also hier ist ste, bei Dir. nicht in . , jf '! "V : J' '!.. vv . -v. ......... . -Hvkumiu uuujv,, allem ,ene unterbrach dieselbe : '. Du bast.eS ja schon gesagt, Kind,' wozu willst Tl,t fk nttf iii'.mnt nrcfvTJX 5 ' .A". ? " " . uy? iyr S"nächst NlchlS von meinem Hiersein lund1
dteelbe, vsr allen Menschenaugen geborgen, bis zur Erreichung ihres Zwecks oder so lana.e sie wollte, verbleiben. Mit
Zugeben. Ist nicht irgendwo ein Platz :m Hause, wo ich ohne die Gefahr vou von ihr gesehen cder gehört zu werden,. mitDir sprechen kann?" Etwas so richt, Ueberlegenes und sicher Forderndes ging von dem ganzen Wesen der Redenden aus. daß Anna ihr völlig u'n in ächtig und hilflos gegenüber stand. Sie fühlte, jene habe ein Recht, sie ganz als ein Kind zu behandeln, und zugleich, Osilie von Thalhof fei keine Fentditt, keine Gegnerin Silvanas. Ein volles, aus wenigen Herzfchlägen aufgewachteS Vertrauen zog sie der letzterenentgegen, ließ sie ohne Zaudern jetzt ver? setzen : Ja, Silvana ist feit gestern hier bei uns, dort!'" Ihre Hand deutete dazu lnsch der Wohnuttgsthür, und gleichzeitig kam ihr auch eine lntwort auf die letzte an sie gestellte 'Frage: Wenn Sie weiter mit mir hinaufsteigen wollen, droben sind wir ungestört aU
lern." So führte sie Osilie in di Vddenkam mer hinauf, sagte beim Eintreten tnts schnldigcnd: Manuel hat natürlich Alles in Unoidnnq gebracht und ist ruhig so weggegangen ; wenn Der einuml eine Frau bekommt, wird sie ihm noch viel abzugewöhnen haben." 1 , - ; Anna rückte schnell an einigen verschon benen Stühlen, doch ihr Thun und ihre Worte entsprangen einem nnwillkürlichen Bemühen, über sie gerathene Befangen heit zu verbergen. ' DaS war also -die gewesene Frau Ortlosss von der, Heide, von der sie durch Silvana gestern , Morgen so viel gehört hatte. Nun aber war sie eS nicht mehr, sondern die letztere. Oder doch noch? Oder waren , sie, eS beide? Was hieß es denn eigentlich, daß Jemand eine Frau sei? Und was woll!e die Frau von Thalhsf hier? Es konnte doch nichts Gutes daraus werden, wenn Zwei, die erlannt hattrn, daß sie beide die Frauen desselben ManneS seien, zusammen kanie. Wenn eS einmal so war, mußten sie im Gegentheil so weit IS nur möglich von einander getrennt bleiben, sich niemals scheu und hören. Aber im Grunde siel eS gar nicht glaublic, daß so etwas wirklich in der. Welt geschehen konnte. Oder verhielt es sich bei Männern anders, daß sie zwei Frauen lieb zu haben und zu heirathen vermachten ? Darüber mußte Manuel doch einmal befragen. Rein, daS nützte ja nichts, Manuel war ja ein großes Kind ano wußte von gar nichts. . Es war ein wenig viel für Annas Kopf, sie suhlte, daß sie durchaus nicht klug sei nur Johannes Sckmid hielt sie thörichter Weise dafür .sondern in wahrtt sehe cS m;t threm Verstände sehr kümmerlich aus. Und trotz allem zu Frau Thalhos gefaßten Vertrauen lies sie. einer liilsreichen Eingebung folgend, fUtzlich wieder au5 der Thür und lehrte zur Verwunderung der Zurückgebliebenen aach einer halben Minute in Begleitung Johannes Schmids zurück. Dann jedoch, als die erste Ueberajchung verganzen, ergab sich, daß sie ganz daS Richtige gethan. Denjenigen zugezogen hatte, der am besten die Fragen OsilieS über Silvana zu beantworten im Stande war. Klar und eingehend gab er von seiner Zlufsassung des Gemütszustandes der letztere. Auskunst, begegnete sich durch jedes seiirer Worte in einem gleichen, tiesinncrlichcn Gesühlöbedürsniß mit Osilie. Wie von unsichtbaren Fäden erschienen Veive in kurzer- Frist als Altbekannte verknüpft; das vornehm Getragene im Aeußcrn setzte ihn keinen ?lugenblick in Lerwirrnng oder Befangenheit, er sprach sicher nnd fließend mit ihr wie mit Seinesgleichen. Man empfand, auch dem Höchstgestellten gegenüber hatte er ebenso geredet ; Scheu flößte seinem Blick allein auf der Erde die einfältige" Anna Lundmark ein, und nur vor ihr stotterte sein Mund oftmals. Das war so JobanncS Schmids thörichte Weise". , Dann tönte einmal draußen von der Treppe her der laute Ruf: Anna!" Ungeduld hatte Manuel he? übergetrieben, sie zu holen, Johannes Schmid sagte schnell' Er sucht nach Ihnen, Fräulein Anna gehen Sie rafch zu ihm, daß er nicht hierherkommt. Frau von Thaihof und ich nein, wir haben Sie nicht nöthig. Fräulein Anna die Haupsache ist, daß Sie nns Manuel abhalten." Nun flog sie zur Thür, erhäschte den Heraufkommenden noch auf den letzten Stufen der halsbrecherischen Stiege lcnd zog ihn mit der Vorgabe, daß sis droben etwas sür ihren Zweck gesucht, über die Treppe in ihr Zimmer herunter. Hier ordnete sie eilfertig zusammen, was sie für ihre Vorhangsarbeit brauchte ; ihre Mutter trat herein und sagte: Ich habe eben einen Brief von Papa aus England erhalten. Anna, daß er nicht mit der Freya zurückkommen kann, fondern noch ein paar Tage ausbleibt Ich bin froh, nun weiß ich ihn doch wohlbehalten über den Ocean nach dem neulichen Sturm hingelangt. Ihr seht auch vergnügt aus, Kinder ; seid eS recht nnd freut Euch des Mai'S ! Eö ist so schon, wenn er kommt." Fünftes Capitel. Anna hatte in der Nacht wunderlich geträumt, wenn sie beim Erwachen auch begriff, wodurch der Traun: ihr lsekommcu. Sie war Hand in Hand nm Manuel in einen brasilianischen Urwald gen.anzen immer weiter vorwärts, wie lange, wußte sie nicht, ob Stundrn oder Tage. Alles lag so wundervoll blühend um sie her, wie er es ihr gestern beschrieb den, ungtaudllch grone niemrnnge tern, und einer von iynen legte sern law geö Fühlhorn wie einen Arm um sie. daß ihr war, als trage er sie in die Lust. Aber Manuel sagte immer, sie müßten weiter, es werde noch viel schönes Sie wollte gern bleiben uud srsgie : Was kann denn noch Schöneres . kommen?" ' '' . f 'v '" ' ce Qann ay er 11c an uns taazre, ,oas zer ' rc, .r. A :r. "n- j 'fi't " ...VW ' wärtS. Wie o ost, war. es ern narrtsches Gerede von ihm, denn es konnte- ja ... tAn fit ' , u GeheMNlsZ gav unv, rn lyr , sagte etwas klopfend: Ja" dazudann hatte er doch recht, daß sie noch bis dahin müßten.
schwebten, bald himmelblau, um wie ein flatterndes Sonnenstück über ihr; setzten sich ihr auj's Haar, anfdic Schul-
'XVI'
Nun kam es wohl euS dem tiefen Wald hervor, etwas wundervoll Schönes, nur was eS eigentlich sei. ließ sich noch nicht sagen. Eine von Strahlen überschleiertt Gestalt war'ö, wie die wundersame Fee, von der Johannes Schmid manchmal in seinen Gedichten sprach. Doch flammten ein paar dunkle blitzende Augensterne aus dem schimmernden Gewebe, und plötzlich suhlte Anna, daß sie nicht mehr die Hand Manuels hatte. Er stand einige Schritte von ihr entfernt, sah sie todeötraurig an, stieß dann erschreckt aus : - Meine Mutter Z " und beaatm zu laufen. Aber, gleichzeitig schnellte sich aus dem weißen Schleier her mit gewaltigem Sprung ein tigerhafteS Thier, wohl, ein Jaguar, nach "ihm, erfaßte ihn freilich nicht, doch, er verschwand. Und jetzt stand dte Gestalt in prachtvoller Schönheit als seine Mutler da, nur einen Auzenblick lang, dann rann sie auseinander, und Anna befand sich allein im tiefen Wald. Sie rief i Manuel ! Manuel!" AuS weiter Ferne kam eine Antwort: Ich darf nicht. Nm, und weh klagend rief sie noch: mals: Manuel ! Manuel!" und wachte davon auf. Der Traum erklärte sich leicht, es war AlleS darin vorgekommeiz, wovon sie gestern Nachmitlag bei der Vorhangsarbeit zusammen gesprochen, doch nach der Art nch der thörichsten Traume hielt er Zlnna unter seinem Bann fort. Ihr herz klopfte noch rascher als sonst, sie hätte so gern erfahren, zn welchem Geheimniß Manuel sie führen gewollt, nnd wurde sicherlich auch dazu gelangt sein, wenn der dumme Jaguar nicht gekommen wäre. So kleidete sie sich an, erkundigte sich nach Silvanaö Besinden, das unoerindert war, und ging ihren Morgenobiiegenheiten im Hause nach. Sie hatte zesehen, daß in der Zimmerthü? Manuels :in kleines Fensttr war, dem ebenfalls nn Vorhang fehlte. Sollte sie ihm den ruchnoch anfertigen? Ihr Tülloorrath, sen sie daraufhin prüfte, reichte noch aus. Zlber wenn eZ drüben so drückend wie gesteru war und ihr wieder schwindlig Vurde? Freilich, die Sonne schien jetzt licht hinkin. Jedenfalls .mußte sie vorher erst zn Johannes Schmid hinaufgehen, um von diesem zn erfahren, was er mir Frau von hathof beredet habe; sie hatte heute .roch gar nicht dran gedacht. Schnell lief sie die Treppen hinan uud war schon !arge erwartet worden, da man ihre Bei? ilse jür den Mittag bedürfte. Nach :iner getroffenen Abmachung sollte sie im 12 Uhr Silvana unt-ir dem Vorvand, Johanntö Schmid habe ihr etwas son ihrenk Vater auszurichten, zur Vosenkanlmer hinaufbringen und sie dort nit der statt seiner einttetenden Frau von halhof allein belassen. Manuel '.uusse aatürlich wahrend dessen aögehLlten werSen, hinaiiszugehen. Anna hörte die Mittheilung der ihr subemesseuen Aufgabe an. versprach auch jelbsto?rst'U:vlich. derselben genau nach; zukommen. Doch aus ihre Frage, was denn geschehen solle, konnte oder wollte Johannes Schinid vielleicht nicht einet)end erwidern, und sie zeigte sich durch daS Wenige seiner Antivcft auch ollkommen befriedigt. Sie mußte rasch wieder hinunter driin ihr ui ein, daß sie drUuteu noch etwaci versänmk hätie. Wie sie ln ihr Ziininr zu'ückkam und aus dein Fenster schau'.e, fal Manuel von dein feinieu herüber. Gottlob, da stand er wie gestern; d'r Jaguar, desse:: rothgeflanuntes FU ihr iminer noch vor den klugen schweb:?. l?a!te ihm nichts gethan. Er machte ei,, Zeiten nur der Hzi:d, als stehe er im Berisf. hcrübrr;uki.'!nn!en ?lnna erschrak, t-az rüe er heii' Mar: gen ja nicht, und sie winkle ihm hurtig ab. Aber cr bnsi dies natürlich nicht und kam muihmüßlich dennoch ; eö war ihr Auftrag und iijre Pflicht, ihn daoon abzuhal:c'. So laßte sie doch zn ihm hinüber, rassle ciliq den Tüllstoss aus und lies hinaus. Zu ihrem weiteren Schreck zeigte die Uhr schön fast auf halb zwölf. Aus der Treppe kam ihr Jcmud entzegen, sie, wollte rasch vorüber, aber baun sagte sie: Ah, bist Du's, Onkel Detlev?" ES war Detlev Hellingbsrg mit wetter- uns son::?ngebraun!eitt Geficht und trotzdein ausfallkg hlaij, gerade Sie braune Fsrbe der Haut lieh ihre Blutlosigkeit noch starker hkrvzrtrelcn. Doch Anna sah es nicht, ihr Kopf war zu voll, auch um sie im Aüge:'.blick daran denken zu lassen, das; der Ankommende ein hatdeS Jahr verreist geivesen sei. Er fragte mir einer ktangloftn, ein Zittern beherrschenden Stimme: Ist Dein: Mama zu Hau se, A n na ? " S e an t uortete gehobenen FnßeS: Jln Wohuzim incr, glaub' ich catschnidige, Onkel Detlev, ich habe große Eile." Auch er machte keine Miene, anzuhalten, nnd stieg weiter hinauf. So kamen sie sich in roenig Secunden vorüber; erst drunten siel Anna ein, daß er eine lange Reise gemacht habe und vermuthlich gerade von dieser heimkehre, er sehe angegriffen, überwacht aus. Zugleich kam ihr die Erinnerung, das; sie einmal daran gedacht, den Onkel Delle u heirathen. Was für ein komischer Einfall war das gewesen, so närrisch, wie Manuel ihn nur haben konnte! Sie sah in die Höh', da stand der letztere am Fenster, winkte freudig ihren: Kommen entgegen u:d sie flog seiner Wohnung zn. In einiger Entfernung flußaufwärts erkannte ihr gutes Auge au: Rande des DanipfschisfHafens die lange Gestalt Herrn Christian Rodwalds, der ungewohnter 'Weife am Vormittag fein Comptoir verlassen hatte. Doch in gewisser Weile befand er sich auch hie? in geschäftlicher Angelegeuhttt, die Ankunft der Freya war signalisirt worden und in ihrer 'Erwartung wandelie er am Ufer vor ihrem dräuchtichen Anlegeplatz auf und nieder. (Fortsetzung folgt.) Z n x N a chah v?u n g e m p f o h l e n. Eine Iran möchte gern einen neuen Hüt haben. Sie bittet ihren Mann um ein Kleid. En Ein Kleid diese Ausgabe ! Wo denkst Du hin, bei diesen schlechten Zeiten ! Wenn es noch ein Paar Handschuhe oder meinetwegen eln Hut wäre, aber ein Kleid unmöglich!" 'Sie: Rä, beruhige Dich, liebes Manncken! DU weiptl dan ick Dir s in Allem nachgebe ; kaufe mir also einen !Hut!
Vor fünfilg Jayren
ß f -y A ß t ffvi ' vf ' :? . y Gingen die Alten so Und die Jungen so. Jetzt )J ;v t?r B-i- 7 Gehen die Jungen fs Und die Alten so. Kindlich. Äramicr (am Tele-, phon) : Mit wern wzlnscbcn Sie zu' sprechen ?" Der kleine Willy: Mit dem Osterhasen ! Unter V a ck f i s ch e n. Elsa : . . . .Hast Du unsere neue Gou?ernante gesehen? Wie gefällt Sie Dir 7" Äofa : O w?h.! Die sieht aus wie th,t richtige Erzählung sür reifere Töchter " ' 7-. M !l ,', A m r-'il 'rt-Ms r n f I .je -j"" i - . ( -kx xtsy 0 VN, (Saison - ivrslßc. -Und welches Bad gedenken gnädige Frau dieses Ich? aufzusuchen. Ich weiß nicht innn- - r paucarz! yal mir uecy inne ic.:;:i: Krankheit verordnet." 1Vt f
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S i n rt s p r u ch. 4 T , ü Wie komisch ist die Menschheit doch $ Und wie verschieden ihr Gebahrcn "i Der Eine sich die Zeit vertreibt i Der Andre, der sucht Zeit zu spaien. , . - Ich wünschte ein glück ';j liÄ Neujahr." sagte ein Schuster- 'Z junge am NeuzaZzrSmorgtt zu 'seiner H Meisterin, und das; Madame wn mor genden Tast nicht mehr erlebe. Wie V- y; fuhr die Madame auf, ich den Jörgen- W im Tag nicht mehr erleben? Und-- W weßhalb. Du Schlingel?" D:ezK Fran Meisterin bat im verganAensnD Jahr, als der Gerichtsvollzieher Sachen versiegelte, laut genug gegt?' Wenn ich nur die cn Tag nie wieder 'er?M lebe". ' Morgen ist es aber gerade thiF Jahr her." !: 'M Praktisch. ; Wie können Sie 's sich unterstehen, mich hier imWirtüöhaus um die Hand' meiner Tochter zn'srazen!!' Nun. ich dachte, dann hätt' SÄegerrH .., , der Zeche schon in einem hergegangen! ' Zd, . : ,; St in berge f,ch6,.,tz Du,. Onkel, seitdem SuaderMl.erlM aewonnen Hast,. . kämmst DuDtch..wobcM.' nicht mehr? Onkel: MsZ'äZb7nlSi Paul: Papa sagt, Dir' wäre' d'ttG Kamm geschwollen! "0-
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